
In Folge 328 des Pferdepodcasts fassen wir ein heiß diskutiertes Thema an, das seit Ende 2022 für viel Unmut in der Pferdewelt sorgt: die reformierte Gebührenordnung für Tierärzte, kurz „GOT“. Die Neuerungen führten aus Sicht vieler Pferdehalter vor allem zu steigenden Kosten, was in den sozialen Medien heftig debattiert und sogar mit Petitionen bekämpft wurde.
Interview mit Elena Karthäuser: Eine wissenschaftliche Perspektive
In dieser Episode sprechen wir mit Elena Karthäuser, die sich in ihrer Masterarbeit mit den Auswirkungen der neuen GOT auf die Pferdehaltung befasst hat. Sie hat Tausende Pferdehalter befragt und auch die Perspektive der Tiermediziner eingeholt. Nun erscheint ihre Arbeit, und wir haben mit ihr über ihre wichtigsten Erkenntnisse gesprochen.
Die wichtigsten Ergebnisse ihrer Studie
Elena fasst wichtige Ergebnisse ihrer Arbeit zusammen und beleuchtet, welche Auswirkungen die GOT-Novellierung mit sich brachte:
- Höhere finanzielle Belastung für Pferdehalter: 40,3 % der Befragten geben an, seltener tierärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen.
- Kritik an der Hausbesuchsgebühr: Viele Halter empfinden sie als ungerecht (48,3 %).
- Gestiegene Einnahmen für Tierärzte: 67,4 % der befragten Tierärztinnen und Tierärzte berichten von einer verbesserten wirtschaftlichen Lage.
- Höherer sozialer Druck auf Tiermediziner: 47,7 % spüren steigende Erwartungen und Diskussionen mit Kunden.
- Langfristige Effekte auf den Berufsstand: Die GOT-Reform könnte helfen, den Fachkräftemangel zu mildern, birgt aber auch Risiken für das Tierwohl.
Im Gespräch mit dem Pferdepodcast erklärt Elena, welche Schlüsse aus diesen Ergebnissen zu ziehen sind und welche Entwicklungen sie für die Zukunft erwartet.
Hören kannst Du den Pferdepodcast auf allen großen Podcast-Plattformen. Klicke auf diesen Button, um die aktuelle Folge bei iTunes beziehungsweise ApplePodcasts zu starten:
Hier hörst Du uns bei YouTube Music:

Du findest uns aber auch zum Beispiel bei Spotify, Deezer, Podcast.de oder TuneIn. Auch Dein Alexa-Gerät sollte den Pferdepodcast kennen. Probier’s mal aus. Oder starte das Video bei YouTube:
Klex im Fokus: Turnierstart nach Training mit Christina Boos
Neben der GOT-Reform geht es in dieser Folge natürlich auch um Jennys Pferde AC/DC, Klex und Benny. Nachdem in den letzten Episoden Haflinger AC/DC und Nesthäkchen Benny im Mittelpunkt standen, rückt diesmal das Deutsche Reitpony Klex in den Fokus.
Jenny berichtet von einer Trainingseinheit mit der renommierten Trainerin Christina Boos, bei der sie mit Klex wertvolle Impulse für die Dressurarbeit sammeln konnte. Doch nicht nur das: Am Wochenende stellte sich das Duo der Herausforderung einer L-Dressur auf einem Turnier. Ob das Training bereits erste Erfolge gezeigt hat, erfahrt ihr in dieser Folge!
Hört rein und bleibt auf dem Laufenden!
Den Pferdepodcast unterstützen – das geht jetzt auch per PayPal:

📲 **So erreichst du uns!**
Ihr könnt uns auf allen gängigen Social-Media-Plattformen, per E-Mail oder über verschiedene Messenger erreichen. Alle Wege zu uns findet ihr hier. Bleibt dran und teilt uns eure Gedanken mit – wir freuen uns auf eure Nachrichten und Kommentare! 🐴❤️ #Pferdepodcast #Turnierreiterei #Freizeitreiter #Pferdegesundheit #Pferdezähne #PodcastCommunity #Lieblingsviecher
Du magst unseren Podcast? Dann schau gerne auch in unserem Shop vorbei. Du hast eine ältere Folge verpasst oder möchtest gerne noch mal was nachhören? Kein Problem. Schau einfach in unserem Archiv vorbei.
Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:
[0:00] Hier ist der Pferde-Podcast. Wir nehmen unter verschärften Bedingungen auf. Ja, wir haben jetzt gerade ein Pferd im Backofen. Wir haben beide Hunger. Wer macht das? Oh Gott, wir schließen nahtlos an die kleine Folge an. Und wenn wir unseren Leuten, unseren Hörerinnen und Hörern jetzt sagen, was wir im Backofen haben, dann ist es höchst verdächtig, dass wir nicht scherzen. Er hat kaum reingepasst, hier der Schenkel. Nee, wir haben Lasagne drin, jetzt ohne Scheiß. Stimmt, wir haben eine Gemüselasagne, ohne Fleisch. Eine Spinatenlasagne, genau. Und das war auch nur ein Sparhaas, den wir gemacht haben unter der Woche mit dem Pferdemetzger-Podcast. Das ist ein Sparhaas, weil man uns getriggert hat bei Social Media. Wir haben uns aber wieder eingekriegt. Ist alles wieder gut. Na klar. Dann machen wir jetzt den Haferblues und starten dann in Folge 328. Wir haben tolle Sachen vor und genau, ich habe Hunger, aber ich freue mich. So ungefähr. Und du hast erst Hunger. Du kommst vom Turnier. Ich habe so Hunger. Aber ich bin wenigstens schon sauber und stinkt nicht mehr. Sehr gut. Das ist der Hafer und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.
[1:20] Dann erzählen wir kurz, was wir in der Folge machen, bevor der Manni die Hymne spielt und dann geht’s los. Wir sind angemotzt worden bei Spotify über die Kommentarfunktion und tatsächlich, wir haben uns ja so verrannt in der kleinen Ausgabe unter der Woche, die hinter uns liegt, dass wir etwas nicht gemacht haben, was wir eigentlich versprochen haben zu machen. Wir haben nämlich, du hattest ja Lehrgangswochenende bei Christina Boos. Wir haben darüber gesprochen. Erfolgreiche Estressurreiterin aus München, war im Schwarzwald. Du hast einen Platz ergattert, also sehr begehrter Platz, sehr interessante Frau mit gutem Input. Du hast ja auch sehr geschwärmt über das, was sie mit dir und ACDC veranstaltet hat. Und wir hatten eigentlich versprochen, dass wir Teil 2 des Lehrgangswochenendes, diesen Sonntag, wo du ja mit Klecks bei ihr warst, dass wir das nachholen. Dann sind wir…
[2:21] Wir sind gereizt worden bei Social Media und wir mussten was von Pferdemetzger-Podcast und bla bla bla hinterher schieben. Also gerne nochmal nachhören, es war sehr lustig, aber vor lauter lauter haben wir vergessen, Teil 2 mit Klexi zu erzählen. Nee, wir haben es nicht vergessen und es war keine Zeit mehr. Ja, so, wie auch immer. Das war eh schon so lang. Wir haben es halt nicht gemacht und es gab tatsächlich eine Hörerin, den Namen habe ich vergessen, Sorry, die das auch sofort angemahnt hat. Ja, völlig zu Recht. Völlig zu Recht. Ich habe ihr angeboten bei Spotify, dass wenn sie uns ihre E-Mail-Adresse schickt, dass wir ihr dann einen Monat Steady kostenlos freischalten. Jetzt beschweren sich alle, wenn irgendwas nicht mehr Settel ist. Ja, kann man machen, aber sie hat mir die E-Mail-Adresse nicht geschickt. Sie war wahrscheinlich misstrauisch, weil sie dachte, dass sie dann noch einen Staubsauger kauft, ein Amazon Prime Abo an der Backe hat und was weiß ich.
[3:16] Also liebe Hörerin, kannst du ruhig machen. Du kriegst nur einen Monat Steady, sonst nichts. Versprochen. Auf keinen Fall mehr. Wir sind nämlich geizig. Ach sowieso. Wir müssen hart arbeiten für unser Geld. Genau. Und fertig. Ende der Durchsage. Ich habe gerade gedacht, ob ich nochmal einen Grund finde, unseren, sag mal, hast du keinen Hirnspruch abzufahren, aber dann müsste man wieder ein T-Shirt draustun. Das machen wir auf keinen Fall natürlich. Wir sind ja geizig. Also, die Sache mit Klecks wird nachgeholt und Klecks steht heute ohnehin sehr im Fokus, weil du kommst vom Turnier, ich habe es erwähnt, und du warst mit Klecksi auf dem Turnier. Und von daher haben wir jetzt quasi beides in einem. Du kannst so ein bisschen was erzählen über die Trainingseinheit mit Christina und Turnier 1 nach Christina Boos Trainingseinheit haben wir quasi auch schon. Also wir haben auch gleich sozusagen die Probe aufs Exempel, hat’s was geholfen? Antwort, es hat was geholfen. So viel kann man, glaube ich, sagen. Es hat aber noch was anderes geholfen. Alles hat geholfen. Also zwei Schleifen mitgebracht, so viel kann man schon mal vorwegnehmen. Es war erfolgreich, du bist zufrieden nach Hause gekommen, so kann man das, glaube ich, sagen. Und wir haben einen tollen Interviewgast heute bei uns, Elena Karthäuser. und sie hat untersucht.
[4:40] Wie sich die veränderte Gebührenordnung der Tierärzte, GOT, ein großes Streitthema unter Reiterinnen und Reitern. Petitionen sind gestartet worden, die Menschen sind amok gelaufen, als das Ende 2022 in Kraft getreten ist. Die Tierärzte sind viel teurer geworden und Pferdeleute finden das not funny, Hanni. Du auch nicht, ne? So.
[5:06] Natürlich nicht, ne. Nee, also wer zahlt schon gerne mehr? Und das ist ja zum Teil viel mehr. Wir können auch noch kurz drüber sprechen. Aber Elena hat sich die Mühe gemacht und hat ihre Masterarbeit der Frage gewidmet, wie hat es sich denn tatsächlich auf die Pferdehaltung ausgewirkt? Sie hat tausende Reiterinnen und Reiter gefragt. Sie hat aber auch Tierärzte gefragt, welche Auswirkungen hatte das. Haben die Tierärzte jetzt mehr Geld in der Kasse? Wie werden Tierärzte von Pferdeleuten gesehen? Sehr interessante Ergebnisse hat das Ganze gezeitigt. Und genau, Elena ist bei uns zu Gast in der Sendung. Jetzt spielt unser Orchestermusiker Manni die Pferde-Podcast-Hymne und dann geht’s los. solange die Lasagne noch im Ofen ist, weil wenn die piepst und fertig ist, dann… Also wir haben 41 Minuten. Dann müssen wir sofort die Kopfhörer wegschmeißen und dann ist Ende Gelände. Ja, sonst macht nämlich mein Magen, macht nämlich.
[6:02] Music.
[6:24] Folge 328. Jenny, Mensch, der Klecksi. Der Klecksi. Da hast du hier schon… Mit seinen neuen Joggingschuhen. Es gab, stimmt, ein sehr erfolgreiches Instagram-Posting heute. Die, wie heißt sie? Die Marie. Die Hufmarie. Die Hufmarie. Die Hufmarie war ja da und hat, auch das zählt, glaube ich, zu den Faktoren, die da möglicherweise eine Rolle gespielt haben.
[6:49] Willst du das vielleicht gleich vorneweg erzählen? Weil ich glaube, wenn jetzt jemand nicht unsere Social-Media-Kanäle verfolgt und der hört nur so diese Stichworte, die so reingedroppt werden und die Hufmarie und bliblablub, also das ist ja, die Hufmarie war da und sie hat Klexi sozusagen orthopädische Einlagen verpasst. Kann man das so sagen? Das kann man so sagen.
[7:10] Also viele da draußen werden mich wahrscheinlich fühlen, wenn ich jetzt mal so erzähle, wie das so kam, dass der Klexi so scheiße da stand. Und das ist ja so schleichend. Und Hufschmiede sind ja sehr eigen mit, wenn man sagt, irgendwie gefällt mir das gar nicht so gut, wie der da steht. Das habe ich mich immer, also das traut man sich kaum, seinem Schmied zu sagen. Man ist ja auch froh, wenn man einen hat, der regelmäßig kommt, der einen nicht versetzt und der tatsächlich Eisen auf diese Pferdehufe schlägt. Und deswegen ist man immer sehr devot und sehr zurückhaltend und tiest dann vielleicht mal an, du, der geht gar nicht mehr so schön schritt, der kommt gar nicht so aus der Schulter. Und ich habe das dann, das ist ja, sowas dauert ja lange. Das geht ja nicht von heute auf morgen, das geht ja über Jahre. Aber es hat mir immer weniger gefallen, wie der Klecks da steht. Und wir hatten ja dann, ich hatte ja dann einen neuen Rufschmied, der dann auch gesagt hat, oh ja, die Trachten sind ja fast weg und den müssen wir ein bisschen. Und dann war das aber das Problem, dass der Kleck sie jedes Mal nach dem Beschlagen gelahmt hat, mindestens eine Woche. Und das ist ja sowas, wo ich so sage, eigentlich kann es nicht sein, dass das Pferd nach dem Beschlagen lahmt. Und dann habe ich durch ein bisschen Zufall, ein bisschen von jemandem, der auch schon mal mit der Marie gearbeitet hat, den Tipp, probier doch mal. Die macht es super, die hat tolle Ideen, die hat viel Ahnung, die ist Huftechnikerin.
[8:29] Und dann habe ich die angerufen. Erstmal für den Benni hatte ich die ja, dass die mir den Benni irgendwie ordentlicher hinstellt, weil der ja auch so ein bisschen x-beinig steht und der hat so ein bisschen ungleiche Hufe. Und dann habe ich gesagt, dann guck dir doch mal bitte den Brownie an. Und die hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ach du Scheiße, wie steht der denn da? Der hat ja gar keine Trachte. Der Winkel ist irgendwie völlig falsch. Sie hat es mir erklärt und so. Und sie hat es tatsächlich hingekriegt, also du hast ja das Foto gepostet und man sieht diesen krassen Unterschied. Die hat ihm einfach hinten so eine Einlage rein, dass die Trachten wachsen können, aber dass er trotzdem nicht mehr so einen Zug auf der Sehne hat, beziehungsweise auf dem Fesselträger. Marie sagte, dass der überhaupt laufen kann. Der muss ja totale Spannung in der Sehne haben und genau so ist der gelaufen. Genau so. Aber es ist total schwierig, seinen Schmied dazu zu bewegen. Deswegen kannst du das nicht anders machen, weil ich bin ja der Laie, er ist der Fachmann und wenn man den reinredet, werden die ganz schnell aggro und dann hatst du mal einen Schmied. Also deswegen war das so ein bisschen schwierig, da früher mal einzugreifen.
[9:35] Jedenfalls hat er natürlich direkt danach, also er hat nicht gelahmt, aber er lief auch nicht so berauschend. Marie hat dann gesagt, lass ihn die Nacht mal laufen, der muss sich ja erstmal dran gewöhnen. Und dann bin ich einen Tag später geritten und habe schon sofort den Unterschied gemerkt. Ich bin aufgesessen und er ist losgestiefelt. Das hat er normal nie gemacht. Normal war dann immer so ein bisschen, echt, jetzt muss ich mich bewegen und eigentlich tut mir der Fuß weh. Und dann marschiert er einfach los. Und das wurde jetzt von Tag zu Tag besser. Und ich habe erst noch überlegt, nehme ich lieber AC mit oder fahre gar nicht aufs Turnier. Ich war so ein bisschen unsicher und dann dachte ich, ich probiere das jetzt. Ich weiß zwar jetzt nicht, wie er auf härteren Boden läuft, weil wir haben ja diesen Teppichschnipselboden, der ja super weich ist. Also er musste sich so ein bisschen dran gewöhnen, der Außenplatz zum Abreiten war ein kleines bisschen hart, also das war jetzt nicht so ein weicher Boden, aber er lief gut, also er hat auch keine Taktfehler gehabt und er hat sich immer mehr getraut und immer mehr getraut, ich kann ja echt super traben und nichts tut mir weh.
[10:36] Und genauso hatte ich ihn auch in der Prüfung. Also ich habe wirklich so zeitweise gedacht, okay, der läuft einfach. Er läuft einfach. Ich sitze da drauf und er läuft und ich war noch nicht mal geschwitzt nach der Prüfung. Das hatte ich ja noch nie. Also ich bin ein bisschen vorsichtig geritten. Ich bin nicht auf Risiko geritten. Es war alles so ein bisschen brav, aber beide Prüfungen hat es gereicht für den dritten Platz und das war super toll. Natürlich hätte ich da noch ein bisschen mehr rausholen können, ganz sicher sogar. Aber ich wollte auch nicht riskieren, dass er mir zu on wird und sich dann auch wieder eng macht und das wollte ich nicht riskieren. Ich wollte, dass er da eine solide, korrekte Runde läuft und mir schön in der Anlehnung bleibt, die Hufstackfiguren ordentlich macht und ich wollte ihn nicht so pieksen, dass man da so mit mehr Ausdruck und so durchläuft. Also wir hätten es vielleicht, Nicole sagt gerade, das hättest du gewinnen können, wenn du das und das nicht gemacht hättest. Ja, hätte, hätte, Fahrradkette.
[11:32] Aber ich bin auf Sicherheit geritten und ich wollte wirklich, dass er da brav und solide durchläuft. Das hat er gemacht und er hat einen super Job gemacht, der Klecksi.
[11:39] Also vom Turnier nach Hause gekommen. Also wir sind jetzt von der Hufmarie schnurstracks ins Dressurviereck zum Turnier. Und alles klar, wir lernen, dass sozusagen der direkte Austausch noch während des Waschens quasi mit unserer Lieblings-Europameisterin Nicole, das funktioniert ja auch immer und da wird nochmal gefachsimpelt. Die Videos werden geteilt, so muss man sich das vorstellen. Also alles klar, dann ist deine Badewanne, da bist du dann der Kapitän und das ist dann erstmal die Schaltzentrale, wo die Pferdewelt ausjustiert wird und wie man das alles zu bewerten hat. Okay, also du hättest gewinnen können. Lernen wir von Nicole Weidner. Du bist zweimal Dritte geworden in Eldressuren. Das war für Klexi die Turnierpremiere 2025.
[12:28] Und wir haben gelernt, was die Hufe angeht, hat er ja so ein bisschen was hinter sich und das hat offensichtlich ihm total gut getan.
[12:39] Also erstmal muss man ja mal festhalten und da bin ich wieder bei dem Punkt, wie kompliziert ist eigentlich dein verflixtes Hobby Dressurreiten, an was man da alles denken muss. Also an sich selbst natürlich muss man arbeiten ohne Ende, aber das Pferd und also dann so Dinge, die man auch einfach nicht so auf der Rechnung hat. Der steht vielleicht nicht gut und läuft auf eine Art und Weise, dass er Schmerzen hat und deshalb funktionieren manche Dinge nicht. Das bedeutet ja nicht, dass jetzt sämtliche Probleme, die du mit Klecks hast, gelöst sind. Aber möglicherweise liegt es manchmal an so banalen Geschichten, dass Dinge nicht funktionieren, oder? Genau. Ich habe ja auch irgendwie immer mal wieder beklagt, dass ihm so die Freude an der Bewegung fehlt. Absolut. Zweiter Kaffee und so. Genau. Genau, jetzt ist es ja aber so, dass, also als ich den damals gekauft habe, stand der ja ordentlich da. Der hatte Hufeisen, der war ordentlich beschlagen, das war alles super. Und der war ja damals auch schon sehr triebig und nee, also so wirklich nach vorne will ich nicht. Also das war mit Sicherheit auch seinem Alter geschuldet und dass er damals vierjährig einfach noch totale Probleme mit seinem Körper hatte, durch dieses Wachstum und schnell gewachsen, eigentlich viel zu groß gewachsen für das kleine Ponyherz. Eigentlich hätte er Pony bleiben müssen und, Also da kamen mit Sicherheit viele Dinge zusammen, weshalb das auch einfach mit der Ausbildung so lange gedauert hat.
[14:09] Apropos Ausbildung, dann war ich ja mit ihm bei Christina Boos und habe ihr natürlich zu Beginn der Einheit auch gesagt, wo die Probleme sind, wo ich gesagt habe, der nimmt nicht so richtig Last auf, ich kriege den nicht so vor meine Hilfen, der zieht nicht so richtig, der ist immer so ein bisschen.
[14:24] Ach nö und er hat keine Lust und so. Und das war so, Christina ist da gar nicht drauf eingegangen. Sie, reite mal los. Und jetzt ein bisschen mehr Trab und noch mehr Trab und noch mehr. Und komm, der muss. Ja, und dann auch wirklich beim Lösen des Pferdes hat sie mir gesagt, du musst den ein kleines bisschen tiefer und ein bisschen runder reiten. Der muss aus dem Widerriss fallen lassen. Das ist ja dann jetzt wieder Aufschrei. Und wenn es nicht funktioniert, dann schlachten wir alle Pferde. Nein, machen wir natürlich nicht. Und wir machen auch keine Rollkur, aber ja, da geht natürlich auch die Nase mal hinter die Senkrechte. Also der muss schon den Rücken öffnen, um das Hinterbein zu mobilisieren. Und das haben wir bei Christina im Unterricht also wirklich konsequent gemacht. Also mit Wolken, mit Übergängen in den Wolken, mit im Schulter vor die Übergänge reiten und immer wieder auf das Hinterbein setzen und dabei aber schon auch darauf achten, dass er rund bleibt, dass er sich nicht raushebt, dass er nicht mit dem Unterhals dagegen drückt. Und anfangs hat er schon so ein bisschen, das ist ja auch so ein kleines bisschen Erziehungssache, wie man seine Pferde beim Reiten erzieht. Ich war ja immer oder ich bin ja immer sehr, sehr softi mit Klecks. Wenn der bei der Parade zum Schritt sich rausheben will, dann sag ich, ach ja, mach ruhig. Ist natürlich völlig falsch. Christine hat auch das reine Erziehungssache. Bleib doch mal da dran, lass doch mal die Hand da stehen und dann hebt er sich auch nicht mehr raus.
[15:51] Uiuiui, funktioniert. Hätte ich ja nicht gedacht. Okay. Also es waren so einfache Dinge. Sie hat gar nicht das Rad neu erfunden, aber sie hat mich so.
[16:00] Sie saß so mit mir auf dem Pferd und sie hat mich so mitgenommen und motiviert und mir auch wirklich total einleuchtend erklärt, wenn du das machst, passiert das und wenn du das machst, passiert das. Und ich habe das gemacht und es ist tatsächlich so passiert, wie sie gesagt hat. Und das war so, jetzt reite ich ja schon lange genug. Ich hätte es eigentlich auch selber wissen müssen. Also wenn ich jetzt unten stehen würde und würde jemand so reiten sehen, wie ich den Klecks geritten bin, dann hätte ich gesagt, so jetzt bleibst du da mal dran und jetzt stellst du den mal durch und jetzt hebt er sich mal nicht raus. Selber habe ich es aber nicht gemacht. Selber habe ich immer so gedacht, oh mein Klecksi, es ist nicht so schlimm, dir tut was weh. Und so bin ich den auch geritten. Und Christina sagte mir, du musst den beim Lösen, musst du den auch lösen. Nicht ihn machen lassen, was er will und wenn er sich mal raushebt, dann ist es nicht so schlimm. Der muss da bleiben und der muss bei dir bleiben und du musst die Verbindung behalten. Und diese Kraft auf dem Hinterbein, die kriegt er halt nur, wenn ich wirklich diese Übergänge reite. Auch so dieses Galoppwolten aus der Galoppwolte in den Schritt und daraus wieder angaloppieren und dann gibt es Kraft im Hinterbein. Und wir haben dann auch nochmal drüber gesprochen, dass ich auf die Wechsel schon mal probiert habe, hat sie gesagt, lass es bleiben, bevor der nicht einen ordentlichen Übergang vom Galopp in den Schritt geht mit Lastaufnahme, brauchst du die Wechsel gar nicht anfangen. Der kann die gar nicht springen, der hat gar keine Kraft einen fliegenden Wechsel zu springen.
[17:24] Und das ist eigentlich eine relativ einfache Hausaufgabe und ich habe ihn auch heute so abgeritten vor der Prüfung, dass ich ihn so ein bisschen runder eingestellt habe und dass ich immer mal wieder so wollte.
[17:36] Übergang, Schulter vor, angaloppieren wollte, Übergang, Schulter vor, traben. Also viele Übergänge auch auf gebogenen Linien und immer wieder ihn aufgefordert, die Last auf dem Hinterbein aufzunehmen. Das hat ganz gut funktioniert und ich bin reingeritten in die Prüfung und ich musste nicht ackern. Das habe ich damit erreicht. Der hat losgelassen, der war super schön in der Anlehnung, der hat sich nicht rausgehebelt. Ich bin dann natürlich in der Prüfung ein kleines bisschen nicht mehr so aktiv gewesen, sondern ich bin so ein bisschen verhalten geritten, weil ich ihn halt, wie gesagt, da auch jetzt nicht unbedingt so eng haben wollte und ich wollte ihn auch jetzt nicht unbedingt so anmachen. Und das war, glaube ich, eine ganz gute Entscheidung, dass ich denen in der Prüfung ein kleines bisschen softer geritten bin. Das kann dann auch schief gehen, oder? Also das kann nach hinten losgehen. Das kann so dann sein, dass er dann anfängt zu klemmen und dann nicht mehr läuft. Und das wollte ich nicht riskieren in der Prüfung. Im Training kann ich das ruhig riskieren und ihm dann sagen, du läufst trotzdem weiter, auch wenn das jetzt anstrengend ist. Aber dann kann ich das ausdiskutieren im Training. In der Prüfung kann ich das nicht ausdiskutieren. Dann klemmt er und dann geht nichts mehr. Und deswegen war ich heute auch so ein bisschen vorsichtig mit ihm und Christina hat halt auch gesagt, wenn er dann so ins Klemmen kommt, dann musst du den wieder ein bisschen runder, ein bisschen tiefer und dann macht er auch den Widerröst wieder aus. Ausdiskutieren sozusagen.
[18:58] Könnte es sein, dass das Posten von Szenen, in denen ausdiskutiert wird, ungünstig ist? Okay, verstehe, alles klar.
[19:09] Ihr habt ja nicht diskutiert heute, es war ja ganz friedlich. Genau, es war total friedlich und es ist auch im Training friedlich. Also man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass ich das Pferd jetzt da irgendwo rumzerre und auch, du bleibst halt da. Sondern mal ein kurzer Impuls, komm, Hals wieder fallen lassen, wieder ein kleines bisschen runder eingestellt, bis der Hals fällt und dann bin ich ja wieder ganz freundlich mit der Hand. Und Christina hat auch gesagt, immer wieder innen überstreichen, du musst ins Loslassen kommen, loslassen, loslassen, loslassen. Das war das Ziel. Also, dass man wirklich dieses Pferd dahin bringt, dass er sich selber trägt und dann kann man loslassen. Aber er hat einfach noch nicht genug Kraft, sich selber zu tragen, vor allem in den Übergängen. Interessant finde ich, und ich höre da so raus, Christina hat so ein bisschen Konsequenz bei dir angemahnt, was du, wenn du unten stehst und anderen Unterricht gibst und wenn man dich so reden hört, Also dann ist dir das, glaube ich, total klar. Aber wenn du auf dem Pferd sitzt, ist es auch sinnvoll, dass man dir sowas nochmal sagt. Absolut.
[20:11] Und ist nicht verkehrt. Finde ich ja eine interessante Erkenntnis. Habe ich aber auch in anderen Kontexten schon mal gehört. Andere Sportart, andere Sportler, also selbst richtig Gute, die sagen, okay, wenn mir jemand von außen dann sagt, mach jetzt das. Ich weiß das eigentlich, ich brauche aber trotzdem nochmal jemanden, der es mir trotzdem nochmal quasi sagt. Ich weiß auf dem Pferd immer sehr genau, was ich falsch mache. Also ich spüre es ja auch. Man spürt es ja auch beim Reiten. Oh, das war jetzt scheiße und das hat nicht geklappt. Aber trotzdem ist es manchmal so, wie zum Beispiel diese Hörerin, die gesagt hat, das unruhige Bein. Ja, ja, ich weiß das, wenn ich auf dem Pferd sitze. Aber ich kann es in diesem Moment nicht so ändern, dass ich jetzt sage, okay, ich brauche jetzt irgendwie einen Trick oder einen Kniff oder irgendjemand, der von unten sagt, so und jetzt tritt mal den Bügel aus und halt mal deinen Unterschenkel ein bisschen ruhiger. Alles klar, dann kann ich das machen. Wenn das aber keiner sagt und dann macht das weiter so. Und das sind so Dinge, man ist sich sehr bewusst, was man falsch macht, aber wenn man so alleine vor sich hin reitet, dann schleicht sich das auch so ein bisschen ein und keiner schreit einen an.
[21:18] Okay, also wenn einen dann von unten einer anschreit, dann hörst du ja sofort auf damit. Aber wenn keiner was sagt, dann reite ich mal weiter. Ich glaube, das geht ganz vielen so, die auch viel für sich alleine reiten, dass sich auch einfach so Fehler einschleichen, die man gar nicht so mitkriegt und gar nicht so hoch bewertet. Also wie zum Beispiel bei mir mit dem Rausheben bei den Übergängen bei Klexi. Ach, ich habe das gar nicht so. Aber natürlich muss ich konsequent die Hand da dran lassen im Übergang, dass der da bleibt. Und dann so aufsummiert viele einzelne Punkte, und das macht dann halt am Ende des Tages möglicherweise schon den Unterschied und deshalb, also das mit dem Huf ist ja auch so was Schleichendes zum Beispiel und dann kommt die Hufmarie und sagt, oh Gott, oh Gott, wir müssen da jetzt aber wirklich mal ran. Also das ist auch so ein bisschen, also ich finde, das ist ein cooles Learning eigentlich. So nach dem Motto, im Laufe der Zeit schleichen sich halt Dinge auch ein und Leute, holt euch mal einen Input von außen und lasst mal jemanden drauf gucken. Vielleicht nicht jede Woche jemand anderes, aber so ab und zu mal irgendwie kompetente Menschen, also selbsterfahrene Reiterinnen wie du.
[22:32] Ja, gibt es halt viele Punkte. Das sage ich ja auch immer so bei Sattlern und das sage ich jetzt auch bei Hofschmieden. Das gesunde Auge, also einfach hingucken, man sieht es ja. Und manche vermeintlich Welche Fachmänner wollen einem so einen Schwachsinn erzählen und wenn ich meine Augen benutze und da hingucke, dann habe ich gesehen, dass der Klecks da scheiße steht. Aber ich kann es alleine nicht ändern, weil ich kann diese Technik nicht, ich kann nicht selber mein Pferd beschlagen. Aber ich habe immer gesehen, das kann doch nicht richtig sein und es wurde immer schlimmer und irgendwie habe ich dann auch so das mal wieder vergessen und dann schleifen lassen, naja, der ist ja Schmied und der muss es ja wissen und nein, benutzt eure Augen und auch nicht jeder Schmied weiß, was er tut, genauso wie nicht jeder Sattler weiß, was er tut und also wirklich die eigenen Augen benutzen und so dem Gefühl folgen. Also das habe ich jetzt wieder gelernt, dass man viel früher reagieren muss, wenn man denkt, oh, das sieht aber irgendwie so aus, als wäre das nicht richtig.
[23:32] Und man hat das Gefühl, du bist mit Plexi auf einem guten Weg. Also die Rede davon, was hier ja auch im Podcast schon mal hier und da anklang, so nach dem Motto, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, sich von ihm zu trennen oder so, davon kann eigentlich keine Rede mehr sein. Was mich ja aus ganz anderen Erwägungen heraus, nämlich aus diesem Grundsatz, wir verkaufen keine Tiere. Ich finde das ja eigentlich auch gut, weil ich sage mal so, Also, dass er für die Gruppe auch total wichtig ist, jetzt mit Blick auf AC DC und Benni und dass die sich im Moment alle drei, also dass das einfach ein tolles Pferdeteam ist da drüben. Also den Eindruck hat man halt auch. Also allein aus dem Grunde schon würde es einem ja das Herz brechen. Absolut. Also auch als ich heute kam mit dem Hänger und dann kommt AC oben aus dem Stall galoppiert, wie er, der ist wieder da, er ist wieder da, Benni, komm schnell, der ist da. Dann kam der Benni noch hinterher und hat auch gewirrt, oh, er ist wieder da. Die haben sich so gefreut, jetzt war der vier Stunden weg und die haben sich gefreut wie ein Schnitzel, die zwei. Sag nicht, die Pferde freuen sich wie ein Schnitzel, das ist bei uns okay.
[24:41] Stimmt, also die haben sich gefreut wie ein Keks. Ja, genau, wie ein Keks. Das ist doch sehr gut. Und es ist auch wirklich schön zu beobachten, wie die drei so immer mehr zusammenwachsen und wie zufrieden die miteinander sind. Also auch der Benni und der AC. Und der Benni geht auf als junges Pferd in dieser Herde. Der hat immer einen Spielkameraden, auch wenn AC nicht spielen will. Er muss spielen, weil Benni sagt, wir spielen jetzt. Und Lexi ist immer bereit, mit ihm zu spielen. Also immer. Benni fordert ihn einmal auf, sagt Lexi, alles klar, komm, lass uns spielen. Also es ist wirklich schon, auch gerade für das junge Pferd, eine totale Bereicherung, wenn ich mir vorstelle, er wäre woanders hingekommen, würde er wahrscheinlich sein Leben in einer viereckigen 12 Quadratmeter Boxfristen mit zwei Stunden Freilauf am Tag. Also ich sage ihm auch immer, er hat es gut getroffen. Soll ich mal den Themenwechselknopf drücken mit Blick auf dich, dass der Backofen piepst? Wegen der Lasagne. Oh stimmt, wir haben ja nur noch 20 Minuten.
[25:39] Gibt es noch irgendwas, was du sagen möchtest zu ACDC und Benni und überhaupt? Also die haben ja jetzt die letzten Folgen immer sehr im Mittelpunkt gestanden und jetzt ist endlich mal Klecksman zu seinem Recht gekommen. Gibt es noch irgendwas ganz Dringendes? Nö, denen geht es gut. Denen geht es gut und das ist einfach eine tolle Truppe. Es ist total harmonisch. Ich habe ja jetzt tatsächlich die Woche Urlaub gehabt. Ich erinnere mich an die Zeiten, als Benni neu war und als du so Bedenken hattest, kriegen wir das alles hin und dass es da friedlich wird und ruhig. Und die haben sich gegenseitig rausgejagt und wer ist der Chef? Aber das ist einfach mega geworden, muss man echt sagen. Wenn man zu dir kommt, da in diesen Stall und man sieht die, wie die so miteinander sind, das ist einfach voll cool. Total friedlich, ja. Ein Jahr hat es gedauert.
[26:30] Die Tierarztkosten. Ich, also da ich mich ja nicht mit unseren Finanzen beschäftige, hatten wir das schon mal erwähnt hier, ich gehe mit meiner, Ich bezahle mit meinem Handy bei einem Rewe und wenn ich mal 20 Euro holen will, dann hole ich mir an der Kasse beim Rewe 20 Euro und mehr habe ich mit unserem Geld nicht zu tun. Von daher war mir das ja mit dieser tierärztlichen Gebührenordnung, also mich hat das nicht so tangiert, weil ich unseren Kontostand immer nicht sehe. Aber teurer ist es schon geworden und zwar gewaltig. Ja, das stimmt. Ich bin auch froh, dass meine Pferde bisher nicht krank waren. Aber alleine impfen, für drei Pferde impfen, ich glaube, ich habe knapp 500 Euro bezahlt, um drei Pferde zu impfen. Das ist schon heftig. Also der kommt, haut die Nadel da rein und fährt wieder. Also das ist schon viel Geld für relativ kleine Dienstleistungen. Oh Gott, darf ich das sagen? Nee. Also gut, die Medikamente kosten ja dann auch noch Geld. Aber wenn ich dann schon sehe, komplett die GOT, also diese Untersuchung und so weiter, ist ja alles teurer geworden. Und zweifacher, dreifacher Satz.
[27:42] Anfahrtspauschale. Die Hausbesuchspauschale. Hausbesuchspauschale. Ich könnte mein Pferd natürlich auch aufladen und könnte in die Klinik fahren. Da würde ich mit drei Pferden, also du bezahlst ja als Pferdebesitzer von mehreren Pferden, bezahlst du nur einmal die Pauschale. Gott sei Dank nicht dreimal. Oh, da haben wir nochmal Glück gehabt. Also lohnt es sich für mich gar nicht aufzuladen und in die Klinik zu fahren, weil das kostet mich mehr Geld, als wenn der einmal zu mir kommt.
[28:08] Und das, was du eben gerade gesagt hast, von wegen, dass du dich, also viel Geld führt, ja, und ist es die Leistung überhaupt wert? Auch das ist ein interessantes Ergebnis der Arbeit von Elena Karthäuser. Viele Pferdebesitzer sagen nämlich mittlerweile, das Geld, was ich da bezahle, das entspricht nicht mehr der Gegenleistung, die ich bekomme. Das ist natürlich auch eine fragwürdige Aussage, aber das ist ja eigentlich schon ein alarmierendes Ergebnis einer solchen Umfrage, die ja auf wirklich breitem Fundament steht. Tausende Pferdebesitzer sind da befragt worden und wenn sozusagen die Dienstleistung von Medizinern so, also wenn das nicht mehr wertgeschätzt wird oder wenn man sagt, ihr nehmt zu viel Geld dafür, dann kann das ja auch den Medizinern nicht so ganz recht sein. Wir sind aber jetzt auch schon mittendrin in dem, was Elena untersucht hat, womit sich ihre Arbeit beschäftigt. Ihre Masterarbeit war das in dem Fall und das besprechen wir am besten mit ihr selbst. Wir freuen uns sehr, dass sie heute bei uns ist. Elena Karthäuser, sie hat sich mit der GOT beschäftigt. Hallo Elena, schön, dass du heute bei uns bist. Hallo, vielen Dank, dass ich da sein darf.
[29:25] Elena, Sie haben sich mit einer Frage wissenschaftlich beschäftigt, die die Gemüter von ganz, ganz vielen Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzern enorm hitzt hat. Genauer gesagt war das so Ende des Jahres 2022, wo das so richtig akut wurde. Und ich bin mir gar nicht so sicher, ob diese erhitzten Gemüter sich schon wieder so richtig abgekühlt haben. Denn worüber sich die Menschen damals so aufgeregt haben, das hat immer noch Bestand. Die Rede ist von der Gebührenordnung der Tierärzte, die ja damals Ende 2022 angepasst worden ist.
[30:08] Kurz gesagt, es ist teurer geworden. Das kann man, glaube ich, tatsächlich einfach so sagen. Und da haben sich natürlich, also ja, wenn man mehr bezahlen muss, da sind die Menschen natürlich empfindlich und reagieren da so ein bisschen allergisch drauf. Das war ganz massiv so bei den Pferdehalterinnen und Pferdehaltern, weil es auch saftig teurer geworden ist. Sie haben sich damit wissenschaftlich beschäftigt. Elena, vielleicht erzählen Sie mal kurz, in welchem Rahmen ist das denn passiert? Ich glaube, Sie waren Studente, waren oder sind Studentinnen an der Uni Osnabrück und es war Ihre Masterarbeit. Ja, genau richtig. Ich war Studentin an der Hochschule Osnabrück. Ich bin mittlerweile fertig. Das war meine Masterarbeit. Und es war so, dass ich tatsächlich erst ein ganz anderes Masterarbeitsthema hatte. und dann kam die Änderung dieser Gebührenordnung und wir haben alles nochmal über den Haufen geworfen und uns dann dazu entschieden, das Ganze einmal wissenschaftlich zu beleuchten. Mittlerweile bin ich fertig und arbeite auch schon, aber die Arbeit wird jetzt gerade veröffentlicht und deswegen freue ich mich, auch hier einmal meine Ergebnisse so ein bisschen diskutieren zu dürfen. Okay, also es hat an Aktualität nichts eingebüßt. Bevor wir nochmal genau zu der Fragestellung und auch zu den Ergebnissen logischerweise kommen, Was war das für ein Studiengang? Mal so ganz kurz dazwischen geschoben. Ein Studiengang, innerhalb dessen man sich dann beschäftigt mit den Auswirkungen einer solchen tierärztlichen Gebührenordnung. Also was genau haben Sie studiert?
[31:35] Genau, ich habe erst als Bachelor einen Wissenschaftsingenieur gemacht mit Schwerpunkt in der Landwirtschaft und dann konkret den Master Nutztier- und Pflanzenwissenschaften draufgesetzt. Und da hat man eben die Möglichkeit, sich im Rahmen des Studiums auf eine Tierart zu spezialisieren. Und da habe ich mich nun mal fürs Pferd entschieden, weil da mein Bezug einfach sehr groß ist. Und da hat es sich dann angeboten, eben als Masterarbeitsthema auch ein pferdebezogenes Thema zu wählen. Okay, und dann haben Sie sich dieses Thema rausgesucht und das war ja tatsächlich ein Volltreffer, kommen wir auch gleich noch dazu. Also man konnte schon an der Beteiligung, das ist dann ja auch häufig auf Basis von Fragebögen, da ist dann immer die Frage, wie viele Menschen beantworten einen solchen Fragebogen. Also das Interesse war groß, das kann man schon mal sagen. Vielleicht fangen wir aber mal am Anfang an. Was war denn die Fragestellung? Also was genau wollten Sie rausfinden? Ausgangspunkt, das haben wir schon gelernt, war diese neue Gebührenordnung der Tierärzte.
[32:30] Genau, die Gebührenordnung für Tierärzte wurde erhöht und wie wir schon mehrfach gesagt haben, die Gemüter waren sehr erhitzt und das ist natürlich auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen. Ich bin selber auch Pferdebesitzerin und habe das Ganze natürlich auch zu spüren bekommen. Und man muss dazu sagen, dass das Thema sich ganz lustig entwickelt hat. Ich habe nebenbei gearbeitet bei der Equovis im Pferdefutterbereich und hatte auch erst gedacht, ich möchte ganz gerne was im Pferdefutterbereich machen.
[32:57] Und dann saß ich mit meinem Chef zusammen und wir haben so ein bisschen überlegt, was sind denn so aktuelle Themen, was beschäftigt die Pferdewelt? Ja, und dann kam natürlich ziemlich schnell die GOT und die Novellierung auf den Tisch. Und zusammen mit meinem Betreuer der Masterarbeit, Florian Sitzenstock, war es dann so, dass wir zusammensaßen und dachten, wie wäre es denn, wenn wir wirklich mal die konkreten Auswirkungen auf die Pferdehaltung analysieren und dabei nicht nur die eine Seite beleuchten, sondern eben genau beide Seiten. Und wirklich untersuchen, wie betrifft diese Gebührenänderung die Pferdehalter, aber wie betrifft sie auch die Tierärzte. Und daraus wollten wir eben Schlussfolgern, was sich verändert hat. War das Ganze gut oder schlecht, ist ein bisschen zu bewerten, aber eben ohne dabei eine Seite anzugreifen oder negativ dastehen zu lassen. Ja, so hat sich das entwickelt und dass das Ganze dann solche großen Ausmaße nimmt, damit haben wir damals noch nicht gerechnet. Aber das Thema ist aufgrund der Aktualität total eingeschlagen und es sind viele sehr, sehr interessante Ergebnisse daraus entstanden. Okay, aber wenn ich es richtig verstehe, Sie haben sozusagen beide Seiten gefragt. Sie haben Pferdehalter und Pferdehalterinnen gefragt, was machen die gestiegenen Tierarztkosten jetzt mal blöd gesagt? Also wie wirkt sich das aus? So Fragen wie holt ihr häufiger oder nicht mehr so häufig einen Tierarzt, könnte ich mir vorstellen, spielt da eine große Rolle. Sie haben aber auch die Tierärzte gefragt, richtig?
[34:26] Genau, richtig. Es gab zwei digitale Umfragen, die online entsprechend verbreitet wurden. Und da gab es einmal für die Pferdehalter einen Fragebogen und eben auch für die Tierärzte. Und teilweise waren Tierärzte darüber jetzt nicht aktiv informiert, dass es noch einen zweiten Fragebogen gab, andersherum bei den Pferdehaltern. Weil wir eben vermeiden wollten, dass da Antworten gegeben werden, aufgrund dessen das schon impliziert wird, was die andere Seite sagen wird. Und deswegen gab es zwei unabhängig voneinander laufende Umfragen mit einer Laufzeit von sechs Wochen letztes Jahr. Okay, dann bietet sich für unser Gespräch jetzt an, vielleicht eins nach dem anderen mal so kurz abzuklopfen, was ist dabei rausgekommen. Ich habe ehrlich gesagt versucht, die Fragebögen heute nochmal nachzulesen und bin bei einem Link gescheitert. Da hieß es, die Umfrage ist beendet. Sie können da leider nicht mehr reingucken. Von daher bin ich jetzt ganz auf das angewiesen, aber wer wüsste besser, was in den Fragebögen abgefragt wurde. Als Sie bei den Pferdehaltern schreit natürlich geradezu raus ein bisschen die Frage, holen Pferdeleute aufgrund der gestiegenen Preise weniger häufig den Tierarzt? Also Sie sehen mir nach, dass ich die Frage mal vorne ran stelle. Ich könnte mir vorstellen, das wird auch Sie besonders bewegt haben.
[35:46] Definitiv und das war natürlich auch ein großer Teil des Ganzen, dieser Umfrage. Wir haben erstmal überhaupt abgefragt, wer macht denn hier gerade eigentlich mit? Also was für eine Person steht hinter der Beantwortung dieser Fragen? Und danach gab es einen großen Blog zu der Gebührenordnung für Tierärzte und primär wollte ich da bei den Pferdehaltern herausarbeiten, wie sehen die Pferdehalter die neue Gebührenordnung, wie empfinden sie das, was ist wichtig. In ihrem eigenen Verhalten gegebenenfalls verändert, seit die GOT sich verändert hat. Also gezielt die Frage, rufen Sie seltener den Tierarzt, rufen Sie häufiger den Tierarzt? Wurden Versicherungen seitdem abgeschlossen? Das haben wir eben auch beleuchtet. Auch ein wichtiger Punkt, über den wir sicherlich gleich noch sprechen können. Und dabei ist halt ganz klar geworden, dass Pferdehalter, wie wollen wir es sonst anders sagen, sehr negativ dazu eingestellt sind, dass die Gebührenordnung erhöht wurde. Und ja, der Fragebogen war sehr lang. Es gab 64 Fragen, die ich natürlich jetzt alle so nicht durchsprechen kann. Aber die wichtigsten Fragen sind definitiv gewesen, welche Auswirkungen gab es. Und da ist es wirklich erschreckend, dass 48 Prozent, also fast die Hälfte aller befragten Personen, die GOT nicht mehr für angemessen hält auf Seite der Pferdehalter.
[37:13] Okay, das ist schon spannend. Also ich sage mal so, dass quasi sich Pferdeleute darüber ärgern oder dass sie sagen, dass das schmerzt mich und so weiter. Das kann man ja alles nachvollziehen. Aber zu sagen, ich halte das nicht für angemessen, das hat ja schon nochmal eine andere Qualität. Also sie würden sonst auch nicht so intensiv darauf hinweisen, oder? Also das ist ja schon bemerkenswert, weil eigentlich die Wertschätzung für die Leistungen, die so Tierärzte erbringen, ist ja eigentlich, würde ich jetzt mal so ungeschützt sagen, tendenziell relativ groß. Also generell auch das Vertrauen in Ärzte und die Wertschätzung für das, was Ärzte für die Gesellschaft leisten und so, dass fast die Hälfte sagt, sie halten das nicht für angemessen, ist schon krass.
[38:00] Ist es und das ist ein total wichtiger Punkt, weil das impliziert natürlich, dass Pferdehalter der Meinung sind, sie zahlen jetzt zu viel für das, was eigentlich geleistet wird. Und tatsächlich hat über die Hälfte sogar gesagt, dass sie glauben, dass sich die medizinische Versorgung von Pferden seit dieser GOT nicht verbessert hat. Auf der anderen Seite sagen Tierärzte aber, sie habe sich verbessert. Und das ist total interessant, weil es am Ende so zu sein scheint, dass Pferdehalter selten an den Tierarzt rufen. Dadurch der Meinung sind, die medizinische Versorgung bei Pferden hier in Deutschland hat sich verschlechtert. Tierärzte aber, wenn sie kommen, in der Lage sind, besser zu behandeln und deswegen glauben, dass sich die Versorgung der Pferde verbessert hat. Es gibt hier wirklich diese zwei Seiten, die da gegeneinander sprechen. Und ein großer und wichtiger Punkt ist definitiv, dass die Belastung für einen Tierarzt sowieso sehr hoch ist. Gerade die emotionale Belastung, das zeigt die Literatur, ist sehr hoch in dem Bereich. Die Suizidrate bei Tierärzten ist nicht zu unterschätzen. Und jetzt ist es so gekommen, dass die Tierärzte zwar mehr Geld verdienen, worüber sie total dankbar sind und was sie auch definitiv brauchten.
[39:10] Aber der soziale Druck von Seiten der Kunden ist massiv angestiegen. So sagt fast die Hälfte aller Tierärzte, dass sie ihr eigenes Ansehen als verschlechtert empfinden. Und das wiederum zieht nach sich, dass natürlich die Belastung weiter steigt. Dann machen wir uns nichts vor. Fahre ich als Tierarzt zu einem Kunden und kriege nur gesagt, es ist alles zu teuer, es ist alles doof und ihr macht ja auch gar keine gute Arbeit. Das nimmt man natürlich mit nach Hause.
[39:38] Und da kann man sagen, dass die GUT-Erhöhung Schwierigkeiten gebracht hat im Bereich, im Berufsbild des Tierarztes. Und eigentlich war Ziel des Ganzen, Tierärzte zu entlasten. Das sehe ich für ein bisschen schwierig und vielleicht nicht ganz erreicht. Finanziell mit Sicherheit, sozial auf gar keinen Fall. Okay, sehr spannend. Okay, das muss man erstmal sacken lassen. So en passant haben Sie jetzt eben gerade noch mit erwähnt, dass es tatsächlich auch so ist, dass also quasi Pferdebesitzer, seit die Preise gestiegen sind, dazu neigen, weniger häufig den Tierarzt zu rufen. Das war so implizit in Ihrer Antwort gerade mit drin. Haben Sie das auch konkret abgefragt? Also das ist so. Also Tierärzte werden nicht mehr so oft gerufen.
[40:24] Ja, jein. Also ich habe konkret abgefragt, ob der Pferdehalter der Meinung ist, dass sich ihr eigenes Verhalten hinsichtlich des Konsultierens eines Tierarztes verändert hat. Und da stimmen sehr viele zu. Das heißt, sie sagen definitiv, dass sie den Tierarzt nicht sofort rufen. Und ich bin ganz ehrlich, das konnte ich auch an mir selber schon beobachten, dass ich einen Fall hatte, mein Pferd hustet beispielsweise und ich warte erstmal ein bisschen und therapiere entsprechend mit irgendwelchen Ergänzungsfuttermitteln. Im Fall eines Hustens kann das noch helfen. Wenn ich jetzt aber beispielsweise eine Kolik habe und warte, dann kann es auch mal passieren, dass das Pferd einfach dadurch verstirbt. Und das ist ein großer Punkt, den ich auch in meiner Arbeit gezielt beleuchten wollte. Welche Auswirkungen hat das Ganze auf das Tierwohl? Und es ist ganz deutlich zu sehen, das habe ich ganz aktiv auch so gefragt, inwiefern wurde an das Tierwohl gedacht, als die Gebührenordnung für Tierärzte verändert wurde von Seiten der Bundesregierung. Und da über 30 Prozent der Pferdehalter für gar nicht. Pferdehalter sind wirklich der Meinung, zu großen Teilen, dass das Tierwohl einfach keine Beachtung gefunden hat, als diese Gebühren da verändert wurden. Während Tierärzte schon der Meinung sind, dass dieses Tierwohl irgendwo bedacht wurde. Aber es ist ganz schwierig, das wirklich so zu vertreten, weil es ist nun mal so, dass Pferdehalter seltener den Tierarzt rufen.
[41:52] Ein sehr interessantes Ergebnis war, was mich tatsächlich auch ein bisschen schockiert hat, dass über 30 Prozent gesagt haben von den Pferdehaltern, dass sie einer Kolikoperation trotz garantierter Heilungschancen vom Tierarzt nicht zustimmen würden. Heißt, ich fahre in die Klinik, es wird gesagt, mein Pferd müsste operiert werden, Kolik operiert werden. Es wird auf jeden Fall wieder nutzbar, nenne ich es jetzt mal, also reitbar sein. Und die Leute stimmen nicht zu. Es war jetzt nicht möglich, dann ein freies Antwortfeld zu machen und zu fragen, Warum würden sie nicht zustimmen? Aber es liegt nahe zu vermuten, dass sie nicht zustimmen würden, weil die Kosten einfach immens gestiegen sind. Eine Kolikop ist jetzt doppelt so teuer wie vor GOT-Novellierung und da stellt Pferdehalter vor immense Herausforderungen, das überhaupt noch bezahlen zu können. Denn das durchschnittliche Gehalt, was Pferdehalter jetzt in NRW beispielsweise haben, liegt zwischen 1.500 bis 3.000 Euro netto. Alleine die Miete in NRW ist im Durchschnitt bei 960 Euro. Wenn man sich das ausrechnet, bleibt am Ende nach Abzug von beispielsweise Steigebühren etc. Nicht so viel Geld, um im Krankheitsfall mal eben eine OP von 7.000 bis 10.000 Euro bezahlen zu können. Das ist ein großer Punkt, der wirklich belastend ist und das Tierwohl in meinen persönlichen Augen dadurch auch gefährdet ist.
[43:14] Also das wäre sozusagen Ihre persönliche Schlussfolgerung, dass das also schon, also dass dieses Tierwohl-Fragezeichen, dass man diese Frage durchaus sehr kritisch sehen kann. Trotzdem lerne ich aus Ihren Antworten, dass man an vielen Punkten auch zu unterschiedlichen Einschätzungen kommt, wie die Pferdebesitzer das auf der einen Seite sehen und wie die Tierärzte die Dinge auf der anderen Seite einschätzen. Was ich jetzt so bei Interviews mit Menschen wie Ihnen, die auch wissenschaftliche Arbeiten machen, immer wieder auch gelernt habe, ist, dass dann so ein Punkt kommt, okay, wir haben das nicht bis ins letzte Detail sozusagen ausrecherchieren können, Aber hier wäre es ganz sinnvoll, auch nochmal weiter zu forschen.
[44:01] Würden Sie sagen, das ist so eine Frage, der man auch noch intensiver nachgehen kann? Oder haben Sie auch noch andere Erkenntnisse? Weil das scheint mir doch ein sehr interessanter und spannender Punkt zu sein. Weil das Tierwohl, finde ich, ist ja in so einer essentiellen Frage, sollte eine vergleichsweise große Rolle spielen eigentlich.
[44:23] Auf jeden Fall. Und ich bin definitiv der Meinung, dass hier noch weitere Forschungen folgen sollten. Wir haben einfach das große Ganze beleuchtet. Und es ist ganz wichtig zu sagen, wir sprechen bisher sehr viel über die Pferdehalterseite. Es gibt aber eben auch die Tierärzte-Seite. Und die Ergebnisse aus meiner Umfrage oder aus beiden Umfragen sind nicht schwarz und weiß, sondern manche Dinge verschwimmen. In manchen Punkten sind sich Tierärzte und Pferdehalter einig gewesen. Auch viele Tierärzte haben gesagt, dass sie manche Gebühren aus der GOT nicht unbedingt als gerechtfertigt halten, seit sie novelliert wurden.
[44:58] Aber dieser Punkt des Tierwohls ist auf jeden Fall etwas, wo man noch tiefer reingehen kann und auch muss meiner Meinung nach. Denn ich halte das als sehr, sehr wichtigen Punkt, gerade in Bezug darauf, ob die GOT vielleicht nochmal überarbeitet wird. Es ist so, um auch die Seite des Tierarztes mal zu beleuchten, die GOT-Novellierung war notwendig, Punkt. Es mussten neue Gebühren geschaffen werden. Diese GOT gibt es seit 1990. Sie wurde jetzt seit diesen 30 Jahren erstmals komplett überarbeitet und wir leben in Zeiten der Inflation. Tierärzte haben einfach nicht mehr genug Geld verdient und wir brauchen Tierärzte. Wir brauchen auch genug Tierärzte. Hätten wir das jetzt alles so weiterlaufen lassen, wir hätten immer mehr Tierärzte sicherlich ihr Geschäft aufgeben müssen. Wir gehen immer mehr in eine Monopolrichtung, wo große Kliniken ganze Bereiche abdecken. Das halte ich für schwierig. Heißt, es war wichtig, dass diese Novellierung stattgefunden hat. Sie kam einfach zu plötzlich.
[45:57] Sie hat die Pferdehalter sehr überrascht von heute auf morgen, wenn man nicht im Thema war, hat auf einmal eine Behandlung doppelt so viel gekostet. Und in anderen Bereichen gab es diese Erhöhungen auch, aber sie kam peu à peu. So gab es mal in dem einen Jahr eine Erhöhung um 5 Prozent, wenn wir uns zum Beispiel Maler anschauen, Handwerk anschauen etc. Es gab immer Erhöhungen, aber die waren schleichend. Dadurch haben wir sie als Endverbraucher nicht so gespürt. Aber bei dieser GOT-Erhöhung, zack, auf einmal gab es deutliche Erhöhungen. Und das halte ich für schwierig. Und das ist auch das Problem, wieso das Tierwohl gefährdet ist. Wäre das Ganze peu à peu gekommen, hätten wahrscheinlich über die Zeit Leute schon mal ihre Pferde beispielsweise verkauft oder die Pferdehaltung umgeändert, abgeändert. Wir haben jetzt wirklich Leute, die auf einmal hohe Tierarztkosten haben, sich nicht leisten können und nicht darauf eingestellt waren. Und meine Ergebnisse haben eben gezeigt, dass viele Leute wirklich aufgrund dieser gestiegenen Tierarztkosten sich zwar eigentlich nicht von der Pferdehaltung abwenden möchten, sich aber auch kein neues Pferd mehr kaufen wollen. Und das wäre sonst ein schleichender Prozess gewesen. Jetzt auf einmal kam diese Erhöhung und hat uns alle überfordert. Ja, und man redet immer, Sie haben es ja auch angesprochen, Stichwort Operationen. Das sind ja Faktoren, die man als Pferdebesitzer sozusagen zumindest mal mit auf der Rechnung haben muss, dass sowas passieren kann.
[47:24] Man redet dann immer gleich von relativ hohen Summen, das kommt ja noch dazu.
[47:28] Also ich kann Ihnen sehr gut folgen, auch so dieses Argument, da kam ziemlich viel auf einen Schlag sozusagen. Man darf ja nicht vergessen, also nicht nur die Preise sind gestiegen, es hat auch deutlich höhere Lohnabschlüsse gegeben, die Leute verdienen auch mehr. Also ich will jetzt nicht irgendwie hier den schönen Redner machen oder so, aber ich kann folgen, dass da bei den Tierarztkosten ein sehr großer Schluck auf einmal aus der Pulle genommen wurde. Und man redet dann immer auch, wenn man jetzt über so eine OP spricht oder so, immer gleich von sehr hohen Summen. Das stimmt schon. Sie haben eben eingangs, hatten Sie einen Punkt noch erwähnt, das Stichwort Versicherung. Das ist ja auch so ein naheliegender Gedanke, dass man sagt, also gerade wenn wir über so hohe Summen reden, die eintreten, also die auf einen zukommen können, gegen sowas kann man sich ja auch versichern. Haben Sie da Bewegung festgestellt? Also Sie haben eingangs schon gesagt, dass Sie es abgefragt haben. Ich würde mal tippen, da hat es auf jeden Fall Bewegung gegeben. Wie hat die denn ausgesehen?
[48:32] Es hat definitiv Bewegung gegeben und der Neuabschluss von Versicherungen ist erst mal angestiegen. Die OT wurde erhöht und die Leute haben gesagt, ich mache eine Versicherung, damit ich mich absichere. Und das halte ich für total wichtig und richtig. Wir haben schon über das Nettoeinkommen in Deutschland gesprochen im Durchschnitt. Da müssen wir uns einfach absichern. Ein großes Problem ist aber, dass natürlich auch die Versicherungen nachgezogen haben. Und ich selbst erlebe es, mein Versicherungsbeitrag ist deutlich gestiegen. Und jetzt zahle ich im Monat entsprechend auch viel Geld für meine Versicherung und auch das muss man sich leisten können. Und da ist es am Ende eine Rechnung, die jeder für sich persönlich aufstellen muss, ob er vielleicht Privatgeld zur Seite legt für eventuelle Fälle oder sagt, ich schließe diese Versicherung wirklich ab. Das ist, denke ich, ganz individuell und trotzdem etwas, was geschehen muss. Wenn man nicht spart, steht man auf einmal vor dem Problem, etwas nicht bezahlen zu können. Und ich habe eben auch gezielt gefragt, ob Menschen mehr Geld zur Seite legen, nicht unbedingt in Versicherung, sondern auch privat. Und auch hier hat sich gezeigt, dass die Leute schon versuchen zu sparen, wo es irgendwie geht. Aber viele haben eben gesagt, ich lege 20 Euro im Monat zur Seite, mehr geht nicht. Und da spart man natürlich ganz schön lange, bis man sich eine Kohle-Kopé leisten kann.
[49:49] Haben Sie auch so Sachen gefragt wie, und das scheint mir, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, das scheint mir ja fast so ein, also ich sage mal so, wenn man jetzt, wenn man jetzt vor der Entscheidung steht, man hat noch kein Pferd und man fragt sich, schaffe ich mir eins an, dann weiß man so ein Stück weit, worüber man redet. Also es gibt diese GOT jetzt in der veränderten Form und also Tierarztkosten hat schon immer eine Rolle gespielt. Jetzt weiß man, okay, sie sind höher und das beeinflusst möglicherweise die Frage auch neu, kann ich mir das überlegen? Das ist ja auch so ein bisschen der Kern dessen, was Sie sagen. Da sind halt Leute, die schon Pferde hatten, sind auf einmal in diese Falle getappt oder unverschuldet da reingeraten, dass man sagt, okay, ich habe mir das alles mal überlegt, aber das waren noch ganz andere Voraussetzungen oder das ist doch so ein bisschen das Dilemma, in dem man steckt.
[50:36] Auf jeden Fall, das ist ein Dilemma. Man hat sein Pferd, man liebt sein Pferd, man möchte es auch eigentlich nicht verkaufen müssen, steckt aber jetzt auf einmal vor der Herausforderung, Tierarztkosten zu haben, die man sich eigentlich nicht leisten kann. Und ich beobachte es selber, dass viele wirklich ihren letzten Pfennig für ihr Pferd aufgeben und sich ganz schön strecken. Und das ist unsere Verantwortung als Pferdehalter. Wir müssen uns um unsere Pferde kümmern. Aber natürlich ist das ein Riesendilemma. Und ich habe nicht gezielt erfragt, ob sich jetzt jemand, der interessiert ist, ein Pferd noch kaufen würde überhaupt, sondern ich habe wirklich nur Leute befragt, die auch schon ein Pferd halten. Aber da war eben klar zu sehen, sie würden sich nicht wieder ein Pferd kaufen. Und wenn jemand jetzt drei, vier Pferde hält, hat er ganz klar gesagt, ich würde wahrscheinlich auf Dauer Pferde meinen Bestand reduzieren. Und das ist eben wirklich etwas, wo wir sagen können, dass das den ganzen Pferdesektor betreffen wird.
[51:33] Je weniger Pferde da sind und wir sehen es schon jetzt an Zahlen der FN, die Zahlen gehen einfach zurück. Es gibt weniger Fohlen, es wird weniger gezüchtet, es gibt weniger registrierte Turnierpferde. Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss, es wird weniger Futter verkauft, es wird weniger Unterricht gegeben, weniger Anhänger verkauft. Wir können das auf alles übertragen und der ganze Pferdesektor ist ja ein ganz großer. Und da bin ich der Meinung, dass sich das Ganze ein bisschen verschieben könnte in den nächsten Jahren. Nicht alleine aufgrund der GOT, aber sie tut ihren Teil dazu bei. Okay.
[52:07] Frau Karthäuser, ich habe die wichtigsten Fragen und wir haben ja so gesagt, dass wir so roundabout so 20, 30 Minuten uns mal über die wichtigsten Ergebnisse Ihrer Studie unterhalten wollen. Mein Zettel mit den Fragen ist im Grunde genommen so weitgehend abgearbeitet.
[52:23] Sie haben auch schon ganz viele, weil also ich sage mal so, eine der, oder die logische Schlussfrage ist ja immer so ein bisschen, okay, das sind die Ergebnisse der Studie und was machen wir jetzt damit? Also was sind möglicherweise Lehren, die man daraus ziehen kann? Auch da haben Sie sozusagen unterwegs, weil Sie offensichtlich auch schon sehr nachgedacht haben über das, was Ihre Studie so bedeutet, haben Sie vieles schon beantwortet.
[52:48] Trotzdem frage ich nochmal, gibt es sozusagen so eine Lehre oder einen Anknüpfungspunkt, wo Sie sagen würden, da müsste man irgendwie, da müsste man ran oder das müsste sich möglicherweise politisch ändern. Da müsste man, würden Sie auch so weit gehen und sagen, man müsste bestimmte Dinge nochmal korrigieren und überdenken, weil Dinge jetzt einfach in eine Richtung laufen, wo sie nicht hinlaufen sollten?
[53:13] Ja, das gibt es für mich auf jeden Fall. Also grundsätzlich, wie ich schon gesagt hatte, die Erhöhungen waren notwendig. Aber gerade im Pferdesektor gibt es ein paar Dinge, die in meinen Augen auch nochmal hinterfragt werden sollen. Dazu zählt zum Beispiel die Hausbesuchsgebühr. Wir haben sie wahrscheinlich alle schon mal selber auf einer Rechnung gesehen, wenn wir Pferdehalter sind. Das ist etwas, was für den Kleintierbereich total große Relevanz hat. Im Pferdebereich sieht das Ganze einfach anders aus. Es gibt viele Pferdepraktiker, die sind nur Fahrpraxen. Wir können gar nicht in die Praxis fahren. Warum dürfen die für jeden Pferdehalter eine Hausbesuchsgebühr entsprechend erheben? Das sind Dinge, die auf jeden Fall nochmal überarbeitet werden müssen, in meinen Augen. Und ich hoffe, dass meine Arbeit dazu beitragen kann, dass einfach das ganze Thema beleuchtet wird von beiden Seiten. Dass Pferdehalter sich dessen bewusst sind, dass der Tierarzt sich das Ganze nicht aussucht, nicht freiwillig diese Gebühren erhebt, aber dass trotzdem auf der anderen Seite das Thema Tierwohl, das Thema können sich Leute das noch leisten, auch wieder mit da reinfließt und eben eine GOT, wie sie gerade besteht, nochmal kritisch hinterfragt wird.
[54:24] Ein Punkt, der mir hier jetzt so haften geblieben ist, ist auch, wenn Sie sagen, dass sozusagen die Wertschätzung für die Tierärzte quasi auf diesem Weg dahin, neue Gebührenordnung, dass das verloren gegangen ist. Dass man die Arbeit, die die Tierärzte leisten, nicht mehr wertschätzt oder dass man sagt, das, was ich dir bezahle und was ich dafür bekomme, dieses Verhältnis stimmt nicht mehr. Ja, da müsste es doch irgendwie gefühlt auch so einen gesellschaftlichen Dialog geben, weil das ist doch auf Dauer eigentlich auch keine gesunde Beziehung, die sozusagen Pferdebesitzer zu Tierärzten haben, oder?
[55:08] Ich habe da weniger lange drüber nachgedacht als Sie, aber wenn ich das jetzt so, also so wie Sie das geschildert haben, also das kann auf Dauer doch eigentlich auch nicht so bleiben, oder? Ja, das Problem ist, was ich sehe, die Kunden, also die Pferdehalter, projizieren diesen Unmut, den sie haben, total auf die Tierärzte. Und wie ich schon mal gesagt hatte, der Tierarzt kann da nichts für. Diese GOT ist für ihn genauso verbindlich, wie wir es bezahlen müssen. Und er hat zwar einen Spielraum, in dem er sich bewegen darf. Es werden Sätze in der GOT eben vergeben, wo er je nach Gegebenheit variieren kann. Beispielsweise am Wochenende kann er mehr erheben als unter der Woche, wenn er es möchte. Aber es ist ein großes Problem. Einfach dieser Unmut, der da bei den Kunden, bei den Pferdehaltern herrscht, muss meiner Meinung nach mit großer Transparenz begegnet werden von Seiten der Tierärzte. Es ist vielen gar nicht bewusst, dass sich der Tierarzt das nicht aussucht. Und ich glaube, dass es hier wichtig ist, in den Dialog zu gehen mit seinen Kunden und eben darüber zu sprechen und nicht einfach nur seine Arbeit zu verrichten wie bisher und auf einmal kommt eine Rechnung, die doppelt so hoch ist. Ich glaube, dass hier das Gespräch der einzige Weg ist, wie wir da kurzfristig eine Lösung schaffen könnten, dass eben auch diese Unzufriedenheit auf Seiten der Pferdehalter sinkt.
[56:24] Weil das sehe ich als eine Riesenbelastung für den Tierarzt. Das habe ich auch schon im Gespräch festgestellt, dass Tierärzte da wirklich drunter leiden und dass sie gerne auch ein entsprechendes Ansehen haben, weil sie verrichten total wichtige, gute und einfach auch zu bezahlende Arbeit. Ja, ja, ja.
[56:43] Absolut. Also mein Eindruck ist, Ihre Arbeit hat oder kann da auf ganz vielen verschiedenen Ebenen Anstöße geben und ist total wertvoll. Frage. Sie haben jetzt gesagt, also die Arbeit wird gerade in diesen Tagen veröffentlicht. Sie sind keine Studentin mehr. Sie haben ihr Studium abgeschlossen mit dieser Arbeit. Was wird denn jetzt aus so einem Studium? Was ist aus Ihnen geworden? Also ist möglicherweise, haben Sie auch einen Beruf ergriffen oder sind dabei, einen Beruf zu ergreifen, wo Sie in diesem Prozess, den Sie gerade beschreiben, wo Sie da eine wie auch immer geartete Rolle spielen können?
[57:22] Ich bin auf jeden Fall im Pferdebereich geblieben, ja. Ich bin mittlerweile Export für Pferdefutter tätig und sorge dafür, dass nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt Futter vertrieben wird für Pferde. Aber gezielt einen Bezug zur GOT oder zum Tierärztedasein habe ich leider nicht mehr. Ja, die Arbeit wird jetzt veröffentlicht und es steht auch so ein bisschen im Raum, eventuell an dieses Thema noch eine Dissertation anzuhängen. Das ist aber noch ganz offen. Ich persönlich fände es nämlich total spannend, auch auf Basis der Ergebnisse, die es bisher von mir gibt, noch viel tiefer zu gehen und das noch weiter zu beleuchten, weil ich glaube, dass auch noch mehr rausgeholt werden kann aus den Ergebnissen, die ich erhoben habe. Aber dafür war der Rahmen meiner Masterarbeit leider einfach zu schmal. Und deswegen stehen wir da im Moment vor der Frage, machen wir damit weiter oder nicht? Ich denke, das wird sich zeigen jetzt mit der Zeit. Also spätestens, wenn ich sagen kann, hallo und herzlich willkommen, Dr. Elena Karthäuser. Sollten wir nochmal miteinander sprechen im Pferde-Podcast. Ich will aber nicht ausschließen, dass wir das auch vorher nochmal tun. Sehr gern. Ich sage ganz herzlichen Dank für dieses wirklich tolle und sehr spannende Gespräch. Vielen Dank. Ich danke auch.
[58:39] Elena Karthäuser bei uns im Pferdepodcast. Stichwort Gebührenordnung der Tierärzte, Tierarztkosten. Möglicherweise ist das letzte Wort. Ja, noch nicht darüber gesprochen. Elena wäre sehr dafür, dass das so ist. Also das Thema wird möglicherweise noch weitergehen. Jenny, mit Blick auf die Uhr. Mit Blick auf meinen Magen. Mit Blick auf den Magen und mit Blick auf den Backofen.
[59:05] Die Lasagne schreit gleich. Die Gemüselasagne, um das nochmal zu betonen. Das war Folge 200, nee, 328. So rum, ich bin auch schon, ich rede auch schon wirr. Ich halluziniere. Du redest oft wirr. Ja, Entschuldigung. Das war Folge 328 des Pferdepodcasts. Vielen Dank fürs Zuhören. Es hat viel Spaß gemacht. Wir sind unter der Woche wieder am Start. Es gab viele Zuschriften von Hörerinnen und Hörern. kann ich schon mal teasen. Es gibt Geschichten, die an uns herangetragen wurden, die wir weitergeben dürfen, aber nur anonym, weil es so brisant ist. Ui. Tschüss. Du musst jetzt auch Tschüss sagen. Mich muss auch Tschüss sagen. Alles klar. Wir essen jetzt. Tschüss. Tschüss.
Entdecke mehr von Der Pferdepodcast
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
