
In unserer Mini-Folge Nummer #329 unseres Podcasts widmen wir uns einer besonderen Hörerfrage: Lucia aus Darmstadt hat uns geschrieben und gebeten, unsere Pferde noch einmal vorzustellen. Eine tolle Anregung, denn nach mehr als 300 Episoden kann man nicht erwarten, dass jede*r unsere Pferde von Anfang an kennt.
Damit wir nicht alle auf einmal vorstellen, starten wir mit unserem Oldtimer Globus – einem Pferd, das wirklich einzigartig ist.
Ein Charakterkopf mit Eigenheiten
Globus ist ein Don-Pferd aus Russland und hat nicht nur eine beeindruckende Erscheinung, sondern auch einen starken Charakter. Er ist willensstark, eigenständig und gleichzeitig hochsensibel. Wer ihn einmal kennengelernt hat, wird ihn so schnell nicht vergessen.
Doch mit seiner starken Persönlichkeit kommen auch einige Eigenheiten: Globus hat viele Ticks, die das Zusammenleben mit ihm nicht immer einfach, aber sehr spannend machen. Jenny hat viel Geduld und Fingerspitzengefühl gebraucht, um mit ihm ein Team zu werden. Welche Marotten Globus hat und wie Jenny es geschafft hat, ihn zu verstehen, erfahrt ihr in der aktuellen Mini-Folge.
Globus’ Verletzung und die besondere Geschichte
Ein besonders einschneidendes Ereignis war Globus‘ Sehnenverletzung, die eine lange Reha-Zeit erforderte. Während dieser Zeit schrieb Chris eine rührende Blog-Geschichte über Globus – aus der Perspektive unseres kleinen Hundes Loulou! Wenn ihr Lust habt, dieses besondere Porträt nachzulesen, findet ihr es hier.
Jennys Kernaussagen zum Umgang mit „schwierigen Pferden“
1️⃣ Schwieriges Pferd = große Schule
Ein eigenwilliges Pferd kann die beste Lektion in Geduld, Disziplin und Pferdeverstand sein.
2️⃣ Vertrauen braucht Zeit
Bevor du ans Reiten denkst, baue eine Beziehung auf. Spazierengehen, Geduld und positive Erfahrungen sind der Schlüssel.
3️⃣ Geduld ist alles
Nicht erzwingen, sondern ermöglichen! Manchmal dauert es Monate, bis ein Pferd Vertrauen fasst.
4️⃣ Ruhe bewahren
Panik und Strafen helfen nicht. Stattdessen: tief durchatmen und Schritt für Schritt vorgehen.
5️⃣ Anpassen statt Aufzwingen
Fliegenspray ging nicht? Lösung: Mit einem Schwamm auftragen. Finde Wege, die für dein Pferd funktionieren.
6️⃣ Manches einfach lassen
Nicht alles muss erzwungen werden. Wenn Bandagen oder Schermaschine Stress bedeuten, verzichte darauf, wenn es nicht nötig ist.
7️⃣ Hartnäckig sein, wenn es wichtig ist
Zahnarzt, Verladen, Tierarzt – bei essenziellen Dingen dranbleiben, aber mit Geduld und Verständnis.
8️⃣ Angst ist kein Trotz
Pferde mit Angst brauchen Sicherheit. Dein Pferd testet nicht deine Geduld – es sucht Schutz.
9️⃣ Erfolg ist kein gerader Weg
Mal läuft’s super, mal geht nichts. Das gehört dazu – akzeptiere Rückschritte und bleib dran.
🔟 Du lernst fürs Leben
Der Umgang mit einem schwierigen Pferd prägt dich nicht nur als Reiter, sondern auch als Mensch.
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Podcast-Tipp: Richtig Anweiden mit „Heu, Hafer und Co.“
Neben Globus gibt es in der Mini-Folge noch einen wertvollen Hörtipp: In Folge 25 unseres Partner-Podcasts „Heu, Hafer und Co.“ dreht sich alles um das Thema Anweiden. Die zertifizierte Ernährungsberaterin Isabel und ihre Co-Moderatorin Jannika geben wertvolle Tipps, damit eure Pferde sicher ins Frühjahr starten können.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:
[0:00] On Air. On Air. Und wir lassen mal wieder unsere künstliche Intelligenz ein bisschen rein. Willst du den Mann oder willst du die Frau?
[0:09] Mann oder Frau? Mann oder Frau? Frau? Alles klar, kriegst du.
[0:14] Music.
[0:29] Jenny, das ist ein seltenes Bild. Mini-Folge 329 und du hast einen Kopfhörer da liegen und du hast ihn dir sogar ans Ohr gehalten. Aber ich kann den nicht aufsetzen, dann habe ich immer das Gefühl, dass mein Kopf klatzt. Ich glaube, der pumpt heimlich Luft in meine Ohren.
[0:44] Jenny, ich will über Fluch und Segen sprechen. Und du bist auf der segensreichen Seite des Podcasts. Nämlich deshalb, weil du dich mit der Redaktion null beschäftigst. Genau null. Und ich habe da ja was angezettelt mit dem Öffnen unserer Türen für die Hörersfragen. Das kriegst du alles gar nicht mit. Das geht völlig an mir vorbei. Du sagst immer, ich wäre der Star des Podcasts. Dabei bist du der Star des Podcasts. Nee, nee, du siehst es falsch. Aber du machst es alles. Ja, genau. Du bist die Bundeskanzler. Also du bist die Merkel des Pferdepodcasts. Und ich bin der Referent, weißt du? Und was da so im Maschinenraum passiert, du hast so genau, also wenn irgendwas passiert, was dir missfällt, so ein bisschen, dann sagst du, fickt euch, machen wir nicht mehr, ne? Videos. Wir hatten ja eigentlich auch noch ein tolles Klexi-Video. Ja, ja, ja. Da hast du mal die Merkel gemacht. Sie kennen mich. Tschüss.
[1:48] Genau. Genau. Hast du mal die Raute gemacht und fertig. Und ich, genau, habe das Vergnügen, die Qual, die, ja, das Vergnügen, aber auch eben die Qual der Wahl zu haben.
[2:01] Mit den vielen wirklich ganz herzigen Zuschriften, die wir so haben. Themenwünsche. Das ist aber auch ein kleiner Vorteil, weil ich kann ja dann so ein bisschen aussuchen und es steuern.
[2:11] Also ich sage mal, was ich mitgebracht habe in unserer Folge. Eine Kleinigkeit in eigener Sache. Ich habe ein Thema ausgesucht unter den vielen Hörersfragen, also aus den vielen Hörersfragen heraus. Da ist zum Beispiel, könnt ihr mal was übers Longieren machen, weil ich mache demnächst, Ich würde mich gerne damit beschäftigen. Hat Jenny da Erfahrungen? Kann Jenny mal was dazu sagen? Gibt es ein Mindestalter für aufs Pferd zu steigen? Zum Beispiel, ich bin ja auch Hörer unseres Podcasts, ich habe den Themenwunsch mal was zu machen über das Aufmuskeln von Pferden an den richtigen Stellen. Stichwort Stunde, Reitstunde mit Silvia. Hast du nämlich letztens darüber gesprochen, dass das so ein Thema war, das ihr hattet. Aber ich habe mich entschieden für eine kleine Zuschrift von der lieben Lucia aus Darmstadt. Die hat uns nämlich eine E-Mail geschrieben. Und last but not least habe ich noch einen kleinen Podcast-Tipp mitgebracht. Heuhafer & Co., die neue Folge ist rausgekommen. Es geht ums Anweiden. Und ich habe einen konkreten Tipp aus der Folge von Isabel und ihrer Co-Moderatorin Janika mit dabei. Und mich würde mal interessieren, ob du diesen Tipp kanntest zum Thema Anweiden.
[3:25] Bevor wir das alles machen, kurz der Hinweis in eigener Sache. Der Hinweis in eigener Sache ist, wir stellen jetzt auch die kleinen Folgen bei Steady ein. Werbefrei. Weil, und das ist wirklich mega, also ich finde es mega, bei Spotify ist jetzt unser Steady-Podcast in Klammern werbefrei gegen einen Euro im Monat. Und der normale Pferde-Podcast unter einem Dach. Du musst mal in deiner Podcast-App gucken bei Spotify. Mach mal, ist cool. Nur so viel dazu. Und die Zuschrift von der lieben Lucia. Lucia heißt das bestimmt. Oder schreibt die sich mit Z. Neh, mit C. Lucia. Dann heißt sie Lucia oder Lucia. Hallo, Lucia. Sie schreibt, Lucia, Anna Lucia, schreibt, ich liebe euren Podcast, ich höre ihn immer auf Spotify.
[4:25] Vielleicht, also klingt jetzt nach einem großen Wunsch, aber wir werden das so ein bisschen in homöopathische Dosen verpacken. Vielleicht könnt ihr mal alle Pferde von Jenny vorstellen. Ich kann mir nämlich nicht so viel unter den anderen Pferden vorstellen. Ich ahne mal, dass sie HCDC schon besser kennengelernt hat, aber wer sind denn eigentlich die ganzen anderen Pferde? Ich versuche so oft wie möglich auf Spotify zu kommentieren.
[4:50] Ich hoffe, euch geht’s gut. Liebe Grüße aus Darmstadt. Jetzt werden wir in dieser Minifolge natürlich nicht alle deine Pferde vorstellen, aber ich habe gedacht, wir könnten vielleicht mal so eine Miniserie draus machen. Ich habe ja schon angefangen, bei Instagram so ein kleines Video zu machen. Und es war so mehr so technisch. Wie groß sind die eigentlich? Was haben die so für sportliche Erfolge?
[5:12] Aber ich finde ja eigentlich auch ganz cool, wenn du mal so ein bisschen was darüber erzählen könntest. Was sind das so für Charakterköpfe? Und wenn wir vielleicht mal mit dem Oldtimer, wenn wir uns für heute mal den Oldtimer Globus vornehmen, weil es ja auch die Frage gab zuletzt, wie geht es dem eigentlich? Ist alles okay mit Globus und so weiter? Ich finde, da steckt ja immer eine ganze Menge drin, weil ich kenne, glaube ich, kein Pferd mit so vielen Ticks und mit so vielen Eigenarten und mit so viel eigenwilligem Charakter wie eben dieser Globus.
[5:48] Und da steckt, finde ich, ja schon auch eine Menge drin, was man so ein bisschen mitnehmen kann vielleicht.
[5:54] Die ein oder andere Hörerin oder so. Wenn man mal so hört wie du mit so einem, tja, wenn man es jetzt negativ ausdrücken wollte, würde man sagen, schwierigen Pferd umgegangen bist. Also, anders formuliert. Dieses Pferd war die beste, deine beste Vorbereitung auf unsere Ehe. Das muss man mal sagen. Eine gute Schule war Globus. Eine gute Schule. Ich war noch sehr jung, als ich den gekriegt habe. Und auch relativ unerfahren. Ja, also diese Erfahrung, die ich heute habe im Umgang mit schwierigen Pferden, das war damals für mich, also ich wusste gar nicht, auf was ich mich da einlasse, als ich dieses Pferd gekauft habe. Und eigentlich hätte ich es schon beim Kaufen wissen müssen. Die haben ihn zu dritt festgehalten, als ich aufgestiegen bin. Das hätte mir damals schon zu denken geben sollen. Also und dann, der war ja auch vier, der war auch gerade angeritten, super leicht trittig. Ich saß dann, als ich drauf saß, war ja alles gut. Also der hat nie gebockt oder so unter dem Reiter, unter dem Sattel war der immer brav. Und dann bin ich losgeritten, Schritt, Trab, Galopp, das war toll. Also dieses Pferd war einfach nur so, man musste nur denken und dann hat der alles gemacht. Natürlich noch unausgebildet, fast roh, aber der war super leicht zu reiten. Und dann dachte ich so, ach, der ist so schön und den kaufe ich.
[7:12] Dann ist er erst mal durch die AKU gefallen. Also beide Beugeproben vorne waren negativ, waren positiv. Also er hat bei beiden Beugeproben reagiert. Und der sollte damals, ich hatte ja nicht so viel Geld, weil ich ja vorher so viel Geld für den Wildfang ausgegeben hatte, der sehr krank war. Ich hatte nur noch 3.000 Euro. Ist natürlich nichts für ein Pferd. Und 3.000 Euro sollte er auch kosten. Und dann ist er durch die AKU gefallen und dann hat der Händler dann gesagt, okay, dann kriegst du ihn für 2.800. Okay, dann nehme ich ihn. Und dann habe ich ihn für 2.800 Euro damals gekauft.
[7:46] Und ja, dann haben wir gesagt, okay, wir holen ihn ab. Also ich hatte auch noch mit dem Tierarzt gesprochen und der Tierarzt sagt dann, ach, weißt du, wenn er jetzt nur mit einem Bein durchgefallen wäre, dann hätte ich gesagt, nee, kauf lieber nicht, aber beide Beine. Ach, das kann tausend Gründe haben. Also Beugeprobe, ich lerne daraus, ist jetzt kein Knockout-Kriterium, wenn die Probe positiv ist. Bei einem Bein hätte ich, glaube ich, gestutzt. Beide Beine, also der Tierarzt sagte damals, das kann tausend Gründe haben. Also das kann das Alter sein, weil er noch so jung ist. Das kann auch sein, dass der die Beine einfach zu fest gebeugt hat oder dass er, keine Ahnung. Also jedenfalls, ich habe mir gar nicht mehr so viele Gedanken drüber gemacht und dachte so, 2800 Euro, schönes Pferd, toll zu reiten, kaufe ich. Und dann wollten wir den abholen. Wir hatten aber nicht so viel Zeit einkalkuliert, bis dieses Pferd auf dem Hänger war. Ich glaube, wir haben zwei, ein Viertelstunden da gestanden. Der Händler wollte ihn verladen. Ein sehr angenehmer Typ. Also Händler hört sich immer so an.
[8:41] Der hat das mit ganz viel Ruhe, mit ganz viel Geduld. Aber dieses Pferd, sich nicht bewegt, in den Hänger zu gehen. Der hat gezittert wie Espenlaub, der wollte da nicht drauf, der hatte so viel Angst und der Händler hat ihn tatsächlich irgendwann überredet, geh mit mir, da passiert hier nichts. Und als er dann drin war, haben wir dann schnell zugemacht, losgefahren und zu Hause ausgestiegen, also die Fahrt hat gut geklappt, zu Hause ausgestiegen, war alles toll, erste Nacht gut überstanden und ich komme am nächsten Morgen in den Stall, war Selbstversorger Stall und mache so die Boxentür auf, war noch ein Paddock vorne dran, also wirklich schöner Stahl, gehe mit der Mistgabel in diese Box und das Pferd sieht mich, rennt raus aufs Paddock, springt über den Paddockzahn und weg war.
[9:25] Das war der erste Tag mit Lobos. Ach du Scheiße, das hatte ich ja noch nicht mal auf dem Schirm mehr. Damals habe ich ja noch in Rheinhessen gewohnt, viele Weinberge und dann bin ich hinterher gerannt. Kein Halfter, kein Nix dabei, ich bin dem Pferd hinterher gerannt und in irgendeinem Weinberg stand er dann krasen. Ach, da hast du dir noch irgendwie dann die Unabuchs ausgezogen? Nee, den BH habe ich ja noch ausgezogen. Genau, aber jetzt stand er in dieser Weinbergsreihe, er am einen Ende, ich am anderen Ende und dann musste ich, dann dachte ich, wenn ich da jetzt hingehe und versuche den zu fangen, dann hängt er mir in diesen Träten und dann bin ich rückwärts. Also irgendwie hatte ich das im Kopf, ich nicht angucken, geh rückwärts, mach dich ganz klein, geh einfach rückwärts auf das Pferd zu, bis du neben ihm stehst und dann konnte ich, als ich neben ihm stand, habe ich gedacht, okay und wie kriege ich ihn jetzt irgendwie so angebunden, dass er mit mir geht, ohne dass er sich erschreckt, weil in den Weinbanken sind ja immer diese ganzen Träte gespannt. Vor denen hatte ich eine höllische Angst, dass er mir da irgendwo drin landet, wenn er sich erschrickt und Panik kriegt. Und dann habe ich meinen BH ausgezogen und habe ihm den BH so über den Hals und dann habe ich dann ganz langsam, komm mit mir, wir gehen. Und dann ist er ganz brav mit mir nach Hause gegangen. Du hast es dann ja Jahre später auch mit mir gemacht, ne? Nein, Späßchen.
[10:36] Ja, und so war das, aber so hat sich das durch sein ganzes Leben gezogen, diese Angst vor Menschen, vor allem vor Männern. Also ich konnte den ja auch erst mal nicht reiten. Der hat mich nicht satteln lassen, der hat mich nicht putzen lassen, der hat mich nicht aufsteigen, war überhaupt gar keine Option. Der hatte dann den Tick, dass er nur von einer Seite quasi, dass man immer von, wie war das? Seine linke Seite, rechte Seite konnte ich ihn noch nicht mal putzen. Also ich konnte nicht auf seine rechte Seite gehen und er musste mich immer sehen.
[11:05] Also es war besser, wenn er gewusst hat, wo ich bin, aber wenn ich aus seinem Blickfeld verschwunden bin, dann hat er Panik gekriegt. Und dann habe ich mit ganz viel, ich habe mir dann Bücher gekauft. Also damals war ja noch nicht so mit Internet und so. Und dann habe ich mir Bücher gekauft, habe mir sehr viel von dem Michael Geithner abgeguckt damals. Der war ja da noch ganz jung und war noch sehr, also in den Zeitschriften und so war der immer in aller Munde.
[11:29] Der hatte damals auch so schwierige Pferde trainiert und von dem habe ich mir ganz viel abgeguckt. Und habe dann eine Dosenpuppe gebaut, mit der ich ihn so ein bisschen desensibilisiert habe. Also ich habe ihn echt mit dieser Dosenpuppe longiert und habe ihn daran gewöhnt, dass der Reiter da oben drauf einfach Bewegung macht. Und also das hat schon eine ganze Zeit lang gedauert, bis ich überhaupt mal aufsteigen konnte. Ich weiß nicht, zwei Monate, drei Monate hatte ich das Pferd schon und bin ganz viel mit ihm spazieren gegangen, um auch diese Bindung irgendwie herzustellen zwischen ihm und mir und dass er mir vertraut und dass er weiß, wo ich hingehe, ist keine Gefahr, da kann er auch hingehen. Ich habe sehr viel Selbstdisziplin und Geduld gelernt mit Globus, sowohl in dieser ersten Zeit als auch die ganzen Jahre danach. Es gab immer wieder Momente, Fliegenspray ging zum Beispiel gar nicht, dann ist er ja mal aus dem Roundpen gesprungen, hat sich das ganze Röhrbein aufgerissen.
[12:27] Das war für ihn, also das war keine Verletzung mit bleibenden Schäden, aber das war eine große Wunde, die halt versorgt werden musste. Der Tierarzt hat gesagt, hier haben Sie Verbandsmaterial, machen Sie die Scheiße selber. Ehrlich? Ja, der hat den nur einmal Verband gewechselt und dann hat er gesagt, das müssen Sie selber machen, das mache ich nicht, ich bin ja nicht lebensmöde. Und irgendwie habe ich es hingekriegt. Also so genau, das ist doch schon so lange her, mit ganz viel Geduld. Also Geduld ist jetzt ein Stichwort, was schon zum zweiten Mal fällt. Also das spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Geduldig sein. Und Ruhe bewahren, vor allem Ruhe bewahren, nicht ausflippen und das Pferd nicht für etwas bestrafen, wo es gar nichts dafür kann. Der hat sich bis heute, also bis zum Schluss nicht bandagieren lassen, nie wieder. Keine Gamaschen anziehen, keine Bandagen anziehen. Das ging einfach nicht mehr seit dieser Verletzung, aber habe ich auch nicht gebraucht. Aber das waren so Dinge, Fliegenspray, Gamaschen anziehen, Scheren war auch ein Ding der Unmöglichkeit. Also es waren wirklich so, Zähne machen war immer sehr…
[13:31] Selbst mit Sedierung hat er Panikattacken gekriegt und es war wirklich mitunter echt schwierig mit diesem Pferd. Auch beim Reiten auf dem Turnier, es konnte sein, dass er da super brav gelaufen ist und dann war ein Brett, hatte eine andere Farbe in der Hallenbande und da ist er nicht mehr hin. Also das gab es halt auch. Also wir haben auch ganz viel aufgegeben in Tressurprüfungen, weil wir einfach nicht weiter als bis in das erste Drittel der Halle kamen. Und wir hatten auch ein paar ganz ordentliche Prüfungen, wo er einfach gelaufen ist, als wäre die Welt in Ordnung. Also und wo drumherum ganz viel Drubel war und ich noch gedacht habe, okay, da geht er jetzt vorbei, alles klar.
[14:09] Hängertraining war sehr, sehr langwierig, bis das Pferd mir mal gefolgt ist auf den Hänger. Das hat Monate gedauert. Also das war schon eine sehr gute Schule für mich in Sachen Disziplin, ruhig bleiben, Geduld haben und immer wieder probieren.
[14:29] Also Vertrauen, geduldig sein, Disziplin, was mir auch noch so haften geblieben ist, als bei manchen Sachen wie zum Beispiel Zähne, also Zahnarzt oder so, da kommt man ja nicht drum rum. Wenn man an Turnieren teilnehmen will, kommt man nicht drum rum, das Pferd zu verladen. Also so manche Sachen, da bist du hartnäckig geblieben, geduldig geblieben. Auf das ein oder andere, was für viele vielleicht selbstverständlich ist, hast du aber auch einfach verzichtet. Also zum Beispiel die Sache mit dem Spray, du hast dann einfach andere, also du hast nicht auf allem bestanden, was geht sozusagen. Also das ist auch so ein bisschen so nach dem Motto, wo ich dir deinen Willen lassen kann, muss ich meinen nicht unbedingt durchsetzen, sondern da, wo es irgendwie andere Wege gibt, kannst du dir, also lasse ich dich auch den anderen Weg gehen. Ich habe zum Beispiel das Fliegenspray auf den Schwamm gesprüht und habe ihn damit eingerieben. Das ging.
[15:22] Und genau solche Sachen, wo nicht so lebensnotwendig waren, die habe ich einfach gelassen. Habe ich nicht gemacht. Weil ich wusste, das Pferd hat damit ein Problem. Dann habe ich es gelassen. Wie zum Beispiel bandagieren. Ich habe es dann einfach, warum soll ich das Pferd bandagieren? Es war nicht nötig. Also dann habe ich es nicht gemacht. Und ich musste meinen Willen dann auch nicht durchsetzen bei Dingen, die ich einfach lassen konnte. Und so habe ich es gemacht. Das ist ja sowas in der Pferdewelt, was hier und da auch eine Rolle spielt. So dieses, der Mensch muss seinen Willen durchsetzen oder das Pferd muss wissen, wer der Chef ist oder so. Also ja, ja, ja, aber man muss es nicht konsequent bis ins Letzte ausreizen. Also das ist auch noch so eine Geschichte. Genau, das mache ich heute immer noch so mit meinen Pferden. Es gibt, alle Pferde haben ja so bestimmte Dinge, die sie nicht so gerne mögen. Und wenn ich für mich dann sage, ach, ich muss das nicht unbedingt haben, dann muss das Pferd das auch nicht machen. Also dabei bin ich bis heute geblieben, dass ich so Dinge, die eigentlich unnötig sind, auch von meinem Pferd nicht verlange, wenn es das nicht mag. Soll ich das mit dir auch machen? Oh, das wäre schön. Ich weiß, du magst es nicht, das Klo zu putzen. Mach es trotzdem.
[16:28] Habe ich gestern gemacht. Das ist der Globus. Platziert bis A. Also zu mehr hat es jetzt nicht gereicht, aber ihr seid durch viele Turniere geschaukelt und es hat auch irgendwie Spaß gemacht. Also für 2800 Euro, Riesenspaß mit dem Pferd. Und der ist ja auch heute noch glücklich und zufrieden. Im Moment kommt man schlecht hin, weil irgendwie die Straße wieder gesperrt ist und so. aber es gibt hier also regelmäßig mehrmals die Woche Fotos und Videos.
[16:54] Und man darf daraus schließen, alles gut. Jenny, ich habe noch einen Podcast-Tipp, während ich das raussuche. Am Wochenende steht mal wieder ein weiteres Lehrgangswochenende an. Raimund Wille ist in Town. Das wird eine Rolle spielen. Wir haben Christina Boos tatsächlich ins Interview bekommen.
[17:16] Die Trainerin, die aus München, die hier war, die eigentlich gar keine Trainerin ist, sondern Reiterin. Hochdekorierte S-Reiterin, mehrfache bayerische Meisterin. International ist sie gestartet, das wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, Grand Prix mit Dorothee Schneider in Prüfungen, also im europäischen Ausland auch, also das war schon ein interessantes Interview. Das werden wir in der Sendung haben. Und ich habe noch einen Podcast-Tipp mitgebracht. Warte, warte, warte. Ich habe es gleich. Heuhafer und Co. Die neue Folge, nämlich Nummer 25, ist heute erschienen. Es geht ums Anweiden. Wie viel Gras ist zu viel? Also eine halbe Stunde rund ums Anweiden. Fehler, die man vermeiden sollte. Was sollte man da beachten? Wenn du jetzt einmal, auch wenn es deinen Kopf aufpumpt und so ein Chip wird dir auch eingepflanzt, Natürlich könntest du den Kopfhörer vielleicht trotzdem…
[18:13] Aua, widerwillig. Zum Glück machen wir keinen Videopodcast. Es gibt so einen goldenen Tipp, den Isabel hat, was man beachten sollte, bevor man das Pferd morgens auf die Weide stellt. Achtung!
[18:27] Music.
[18:35] Ein Praxistipp noch von meiner Seite, bevor man die Pferde dann wirklich rausstellt auf die Weide, nicht hungrig rausstellen, sondern denen am besten vorher noch Heu zur Verfügung stellen. Auch wenn man sie eben in der Früh rausgibt, einfach davor Heu füttern, dass der größte Hunger schon mal beseitigt ist und dann erst auf die Wiese raus. Dann kann man auch schon einige Gefahren vermeiden.
[19:01] Wusstest du das, Jenny? Pferde? Ja, das wusste ich, aber meine Pferde haben nie Hunger, weil die haben immer Heu. Ach so, weil die haben sowieso immer Heu. Aber was ist denn das für eine schlimme Regel? Das ist ja wie wenn man, also wie wenn man sagt, jetzt gehen wir mal einmal im Vierteljahr zu Burger King. Mal angenommen. Aber dann isst vorher was, dann hast du den Schlingsten nicht so. Ja, aber das ist aber ich fahre doch hin zum Burger King, um zu schlingen. Das ist doch gerade und noch ein Wopper. Okay. Ja, aber Du meinst, macht Sinn, ja? Also würdest du schon sagen, ist bei deinen Pferden jetzt eigentlich auch das Thema anweiden? Spielt das eine Rolle? Letzte Frage. Unsere Koppeln sind jetzt gerade neu gemacht worden.
[19:44] Gestern eingesät. Also wir gucken mal, wann es wächst. Oh je, okay. Es sollte aber bis in sechs Wochen, sollte das aber schon so weit sein. Alles klar, also so schnell geht es dann doch. Also wir sind jetzt ja alle neu gemacht worden. Wir haben jetzt endlich einen Parkplatz und es wird immer schöner bei uns am Kloster. und dazu gehören auch mehr Koppelflächen, die sind jetzt neu angelegt
[20:05] worden und dann, dass die Pferde sich richtig schön austoben können im Sommer auf den Wiesen. Das war die Minifolge 329 des Pferdepodcasts. Hat Spaß gemacht. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir nehmen am Wochenende die nächste Folge auf. Lehrgangswochenende, Raimund Wille ist da, Christina Boos ist bei uns im Interview und es wird nicht langweilig. Es gibt viele Themen. Das ist nicht langweilig. Ich habe jetzt ein bisschen hässlich gebabbelt. Tschüss.
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