
In Folge 332 unseres Pferdepodcasts nehmen wir euch mit in ein intensives Lehrgangswochenende mit Jungpferd Benny beim renommierten Ausbilder Reimund Wille – mitten im schönen Schwarzwald. Und mittendrin: Eine Situation, die viele Reiter:innen kennen dürften.
Ein junges Pferd, eine ungewohnte Hallensituation, Zuschauer mit flatternden Jacken an der kurzen Seite – und die große Frage: Gehe ich der Situation aus dem Weg oder stelle ich mich ihr? Eine Szene, die nicht nur spannend ist, sondern auch viel Raum für Reflexion lässt.
Benny meisterte die Aufgabe. Er trabte vorbei, galoppierte sogar – technisch alles einwandfrei. Doch das Gefühl stimmte nicht. Jenny stieg ab und war unzufrieden. Nicht wegen eines Fehlers, sondern weil sie spürte: „Er war nicht losgelassen. Er fühlte sich unter mir nicht wohl.“
🎧 Was unsere Hörer:innen aus der Situation mitnehmen können:
Es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Die Podcast-Gesprächspartner sind sich einig: In der Reiterei führen viele Wege nach Rom. Während der Reitlehrer auf Konfrontation setzte – das Pferd muss lernen, sich der Situation zu stellen – hätte Jenny lieber auf Entspannung und Vertrauen gebaut. Beide Wege können zielführend sein, abhängig vom Ziel, vom Pferd, vom Reiter und vom Kontext.
Die emotionale Verbindung zählt.
Jenny stieg nach der Stunde vom Pferd und fühlte sich unzufrieden – nicht, weil das Pferd die Aufgabe nichtgemeistert hätte, sondern weil sie spürte: Er war nicht losgelassen. Er fühlte sich unter mir nicht wohl.
Gerade bei jungen Pferden ist dieses Gefühl von Wohlbefinden und Vertrauen enorm wichtig für eine nachhaltige Ausbildung.
Timing ist alles.
Wann ist der richtige Moment, sich einer schwierigen Situation zu stellen? In einem Turnierkontext – wie bei ACDC auf der Europameisterschaft – ist vielleicht weniger Raum für Geduld. Im Alltagstraining hingegen kann Zurückhaltung manchmal die bessere Strategie sein. Wichtig ist, dass Reiter:innen bewusst abwägen und die Entscheidung nicht aus Angst oder Bequemlichkeit treffen, sondern aus einem Gefühl von Klarheit und Verantwortung.
Der Blick von außen ersetzt nicht das Gefühl im Sattel.
Während das Pferd von außen ruhig wirkte, spürte Jenny im Sattel deutlich die Anspannung. Diese feinen Signale sind für Reiter:innen wichtige Gradmesser – sie zeigen, ob ein Pferd wirklich verstanden hat und sich sicher fühlt, oder ob es nur „funktioniert“, aber innerlich noch unter Strom steht.
Fazit:
Die Geschichte mit Benny zeigt, wie komplex der Alltag mit jungen Pferden sein kann – und wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu finden, mit Bauchgefühl, Pferdeverstand und dem Mut, auch mal nicht durchzuziehen. Und: Es ist völlig okay, Entscheidungen im Nachhinein zu hinterfragen. Genau das ist guter Pferdesport – reflektiert, individuell und immer auf der Suche nach dem besten Weg für das Pferd.
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🐎 L-Dressur-Lektion Mitteltrab: Kein Renntrab, bitte!
Neben der emotionalen Reitsituation geht es in dieser Folge auch um eine ganz praktische Frage: Wie bringe ich einem jungen Pferd das Zulegen im Mitteltrab bei?
Spoiler: Nicht durch hektisches Tempo, sondern durch gezielte Kraftentwicklung.
Jennys Philosophie:
„Was wir trainieren, ist der Antritt – der Rest kommt mit der Zeit von allein.“
📌 So funktioniert der Aufbau:
🔹 Einstieg über „aus der Ecke kehrt“:
Aus der Wendung heraus hat das Pferd die Hinterhand bereits aktiviert. Jetzt zwei bis drei Tritte zulegen – und direkt am Hufschlag wieder aufnehmen.
→ Verhindert Rennmodus und fördert Balance.
🔹 Übung statt Überforderung:
Auf kurzen Strecken lernen die Pferde, gezielt zuzulegen, ohne ins Laufen zu kommen. Das schult Kraft, Timing und Verständnis.
🔹 Nächster Schritt: die Diagonale.
Wenn der Antritt sitzt, wird die Übung langsam ausgeweitet – zunächst bis X, später über die ganze Diagonale. Wichtig: Immer wieder zurücknehmen, damit die Pferde nicht „verhungern“, sondern die Lektion tragen können.
🎯 Fazit: Dressur ist Gefühlssache
Ein guter Mitteltrab ist kein Zufallsprodukt. Er ist das Ergebnis von Geduld, System und dem richtigen Timing. Jennys Ansatz zeigt, wie man jungen Pferden Lektionen verständlich und fair erklärt – mit ruhigem Aufbau statt spektakulärem Aktionismus.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:
[0:00] Wie, das weiß ich nicht. Du musst doch wissen, was wir für eine Folge haben. Ich glaube, es ist 332. Was habe ich damit zu tun? Du bist hier der Chefredakteur. Ich bin nur der Star. Aber es ist ja leider ein bisschen was dran. Hallo, hier sind Jenny und Chris. Siehste? Der Podcast übers Podcasten. Der Bettler und die Prinzess. Wir müssen sagen, wer wir sind. Ach ja, stimmt. Die Jenny und der Chris. und die Jenny. Wir haben beide keinen Podcast-Berechtigungsschein, aber Jenny bildet sich ein, bildet sich ein, Ahnung zu haben von Pferden, hat seit Kindesbein mit Pferden zu tun und deshalb sprechen wir hier über deine drei Pferde. Und ich kann dumme Fragen stellen. Das ist eigentlich mal so das Grundsetting. Man kann sich das auch so ein bisschen verdeutlichen, um jetzt mal so ein Bild zu zeichnen. Ich spiele erstmal den Haferblues und dann würde ich das Bild zeichnen, wie man sich das noch verdeutlichen kann, was so das Grundsetting von unserem Pferdepodcast ist. Das ist der Hafer und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.
[1:08] Man muss sich das so ein bisschen vorstellen wie bei der Netflix-Serie Yellowstone. Das ist eine fantastische Serie. Und das sagen wir beide. Und du deckst sozusagen bei dieser Serie Yellowstone so den Pferdepart ab, kann man sagen. Du sitzt vor der Glotze und es vergeht quasi, also wenn da mal 20 Sekunden vergehen, in denen kein Pferd zu sehen ist, dann ist es schon, oh oh, wo sind denn die Pferde? Und du sitzt da mit Herzchen in den Augen.
[1:38] Oh Pferde, oh noch ein Pferd und die galoppieren so schön und dann ist natürlich auch Kevin Kostner alle naselang da und noch mehr Herzchen in den Augen. Genau. Und ich sitze aber auch davor und finde das auch geil, aber aus anderen Gründen. Du findest die Beth cool. Also ich finde zum einen die Beth cool, zum anderen finde ich ja natürlich cool, wenn da einer auf diese Yellowstone Ranch kommt, der den querläuft, dann wird der einfach mal erschossen und vergraben, weißt du? Und wenn irgendwas zu regeln ist, Kevin Kostner, dann setzt der sich nicht etwa auf ein Pferd, sondern in den Helikopter, fliegt zur Gouverneurin, trinkt mit deren Bier, knickknack und dann wird das Problem schnell gelöst und ich sage, das ist ja auch eine geile Welt, weißt du? Also wir Wir kommen beide, vor allem Knicknack, im Zelt. Wie will denn das in dem Alter? Beide voll auf unsere Kosten bei der Serie. Und wir hoffen, dass das bei uns im Pferdepodcast auch so ist. Obwohl mit Kevin Kostner würde ich auch Knicknack im Zelt machen. Vielleicht.
[2:39] Der Teil mit Yellowstone war jetzt gerade schon vorbei. Du hast es nur nicht gemerkt.
[2:44] Ist jetzt gut? Oder wolltest du noch ein bisschen über Kevin Knickner-Kostner? Also ist jetzt gut, ja? Der ist ja sogar noch attraktiv, obwohl der schon ziemlich alt ist. Und ich war ja schon Fan von ihm, der mit dem Wolf tanzt und den Bodyguard. Und ich war so verliebt in Kevin Kostner. Echt so. Wisst ihr, wie das ist, wenn man in so einen Schauspieler verliebt ist? Das kann man so. Sagst du mir Bescheid, wenn du fertig bist? Red weiter. Ist okay, hier darf man. Da kann man diese Verliebtheit so ausleben, weil es stört ja keinen, der weiß es ja gar nicht. Soll ich noch so ein romantisches Musikbett drunterlegen, habe ich auch im Klimperkasten. Also können wir machen. Jetzt kommt unser Hund mit dem blinden Hundgestell. Dong, dong, dong. Wenn wir nicht über Kevin Kostner und Yellowstone schwärmen, dann erzählen wir in unserem Pferdepodcast, unser Hund ist blind und reißt die halbe Technik runter, fast. Aber wir haben es gerade noch so verhindert.
[3:37] Sie hat voll die Schneise, wenn sie mit ihrem Gestell, Sie hat jetzt so ein Gestell, das vor dem Kopf ist, dass sie nicht überall anstößt mit dem Kopf. Und dann macht sie eine richtige Schneise, wenn sie durch die Wohnung läuft und schmeißt alles um mit dem Gestell. Das ist der Terminator-Hund geworden.
[3:53] Also, wenn wir nicht von Kevin Kostner schwärmen und von Yellowstone und nicht unser Hund die Möbel gerade setzt, dann sprechen wir in unserem Pferdepodcast über deine drei Pferde ACDC, Benni und Klecks. Und es ist ja auch die große Folge, die montags erscheint. Und da nehmen wir uns dann immer Zeit, über deine Pferde zu sprechen. Es steht noch aus, der zweite Lehrgangstag bei Raimund Wille. Da warst du ja mit Nesthäkchen Benni gewesen. Und sagen wir mal so, wir sagen ja manchmal, wir haben so Beißhemmungen, Videos zu posten von dem, was du so erlebst mit den Pferden. Weil da ist dann manchmal, also wir haben keine Lust auf blöde Kommentare. Das, was da zu sehen war, in Teilen, das wäre heftig gewesen und es ging sogar dir ein bisschen gegen den Strich und darüber werden wir sprechen. Einverstanden? Also was ist passiert mit Nesthäkchen, mit dem jungen Reitpferd Benni, der gerade dieses Jahr vier wird, richtig? Genau. Ende des Monats wird er vier.
[4:59] Dann gibst du den Talenten in der Reitschule auf dem Berg bei uns im Schwarzwald Reitstunden dann und wann, um sie in der Dressur fit zu machen. Das sind mehr so die Vielseitigkeits- und Springabteilungen. Und du sagst aber so Grundlagen legen in der Dressur, total wichtig. Und da gibt es eine Reitschülerin, die ist so auf dem Sprung zu L und da gucken wir manchmal so ein bisschen drauf, um auch Leute abzuholen und mitzunehmen, die jetzt nicht so wie du in M zwei Sterne unterwegs sind und mittelfristig Richtung S schielen, sondern auch Reitstunden quasi auf A-L-Niveau und da wollen wir uns heute mal mit dem Zulegen im Mitteltrab beschäftigen, ein Thema, das den ein oder anderen vielleicht auch interessiert. Zulegen in den Mitteltrab. In den Mitteltrab. Nicht im Mitteltrab noch zulegen. Dann gibt es Stechtrab. Du irritierst mich, weil du hier ständig… Weil ich ständig nach dem Hund gucke, weil der jetzt unter dem Tisch rumläuft. Du bist so völlig abwesend. Das ist wirklich Wahnsinn. Und wir haben diese Woche, auch das gibt es ja dann und wann, keinen Interviewgast. Aber soll ich mal kurz einen Einblick in unsere Redaktionsarbeit geben? Es gibt eine ganze Menge. Der Hund hat Metall an sich und das macht hier einen Krachwahnsinn. Wahnsinn.
[6:20] Es ist wirklich also Aufnahme mit Hintergrund. Wir hätten doch meinem Vorschlag folgen sollen und zu sagen, wir haben heute nicht ganz so, wir haben keinen Interviewgast, wir sind so relativ ungebunden, die Sonne scheint, wir gehen einfach zu dir in den Stall und nehmen da auf mit unseren Unterwegsmikrofonen und machen mal wieder eine Videofolge. Das hätten wir machen sollen. Aber da ist der Hund ja auch dabei. Ja, aber da kann man ihn ins Auto legen und.
[6:43] Einsperren. Bei 25 Grad, ja, ja, ja. Und dann mach das Fenster auf. Baby.
[6:50] Nehmen wir ein Video auf noch heute. Können wir machen. Dass du dann zeigst oder dass wir mal zeigen, also du hast gesagt, es ist eine ganze Menge neu im Stall bei dir, richtig? Ja, es wurde eine ganze Menge gebaut, gebuddelt gemacht. Wir haben jetzt einen schönen großen Parkplatz, wir haben neue Koppeln sind angelegt worden, also platt gemacht, eingesät, nur es muss halt jetzt auch was wachsen. Wir könnten die Pferde auch nochmal so zeigen, wie es denen so geht und du sagst, also dann lass uns Du kannst das doch vielleicht auch noch machen und wenn es irgendwie schön wird und du das Video anguckst und sagst, ich bin vorzeigbar, dann könnten wir es als kleine Folge veröffentlichen, quasi als Nächste dann. Das wäre doch eigentlich, dann hätten wir, dann würden wir jetzt quasi alle zu unserem Recht kommen, also ich so noch zur Hälfte, wie es halt so ist. Genau. Dann würde ich jetzt mal den Manni, unseren Orchestermusiker, den es ja in den großen Folgen auch gibt, Manni, der nur leicht bekleidet. Manni, Manni, Manni.
[7:48] Orchestermusiker, der die Pferdepodcast-Hymne spielt und damit dann Folge 332 einläutet und dann geht’s mal los mit denen. Obwohl eigentlich könnte man auch den Pferdemetzger-Song spielen. Nichts, der Manni. Wenn wir jetzt bei Raimund Wille und Benni sind, dann wäre… Oh ja, stimmt. Also es hätte wieder die Pferdemetzger-Kommentare gegeben. Warte mal, finde ich das so schnell? Ich habe das hier noch… Dann lass doch den Manni jetzt. Jetzt hat er den ganzen Morgen schon gewartet, dass er hier pfiedeln kann. Jetzt lass den doch spielen. Also es kommt jetzt die Pferdemetzger-Podcast-Variante der Manni-Hymne. Los geht’s.
[8:24] Music.
[8:27] Der Pferdemetzger-Podcast. Fähre den Metzger-Podcast. Fähre den Metzger-Podcast.
[8:43] Es ist nach wie vor sehr lustig, aber du hast ja keinen Kopfhörer auf, deshalb hast du es gar nicht gehört. Du wirst schmunzeln, wenn du die Folge hörst.
[8:52] Nesthäkchen Benni, ihr wart bei Raimund Wille. Das haben wir in der letzten Folge, also in der vorletzten Folge sozusagen erzählt. Teil 1 hast du schon so ein bisschen geschildert, was da so los war. Es war eine sehr intensive und auch kraftraubende Trainingseinheit gewesen. Ich erinnere mich, du warst ganz schön aus der Puste. Benni war geschwitzt und so weiter. Wir haben ja auch so ein Video veröffentlicht, dann in den sozialen Netzwerken quasi nach dem Training. Benni hat sich erst mal mit Wonne gewälzt. Es gibt da so eine kleine Reithalle nebendran quasi. und das ist dann die Belohnung, dass er sich da mal einmal schön durchpanieren darf und so. Und es gab dann Teil 2. Vielleicht schilderst du nochmal, nimm doch nochmal alle mit, was war denn sozusagen die Aufgabe, die ihr euch da gesetzt hattet für den zweiten Tag? Weil die Perspektive ist ja, ihn irgendwann in den nächsten paar Wochen mal auf einem ersten Turnier vorzustellen. Das ist so der Stand der Dinge. Also er ist noch nie bei einem Turnier gestartet und du sagst so eine, was ist das dann? Eine Reitpferdeprüfung. Nur Schritt-Trab-Galopp. Geradeaus und große gewogene Linien, aber nichts mit Fektionen oder so. Also der erste Tag bei Herrn Wille war ja wirklich gut. Also ich wollte halt auch noch mal.
[10:16] Wissen von ihm, bin ich denn auf dem richtigen Weg? Wir haben sehr viel an den Hals fallen lassen, Nase vorgearbeitet, weil er ja wirklich dazu neigt, sich da oben so ein bisschen hinzustellen, wie diese modernen Pferde das alle machen, da oben hinstellen und gewaltig strampeln und das wollten wir eigentlich nicht mehr haben. Wir wollen nicht dieses Strampeln, wir wollen auch nicht das da oben hinstellen, sondern wir wollen fallen lassen aus dem Widerrest, große Tritte machen, also schwungvoll, Schritt, Schritt geht nicht schwungvoll, aber schwungvoll traben, galoppieren mit großen Schritten, nicht eilig, Hals fallen lassen, Nase vor, leichter Zug an die Hand. Das ist so die Aufgabe, die wir im Moment haben und ich habe ganz gut darauf hingearbeitet und es klappt auch schon wirklich gut, dass ich ihn rund reite mit Nase vor und er zieht auch an die Hand, er geht auch vorwärts und das haben wir ja am ersten Lehrgangstag wirklich gut hingekriegt und Herr Wille hat auch gesagt, ihr seid auf dem richtigen Weg, gut gemacht, im Gegensatz zum letzten Mal schon viel, viel besser und tolles Pferd, der wird mal richtig klasse. Bring ihn doch morgen nochmal mit. Und da fängt das Verderben an.
[11:25] Eigentlich ja ein guter Move, also auch zweimal hintereinander, aber an diesem Tag, es fing irgendwie schon so ein bisschen an, dass Benni angespannt war und aufgeregt und irgendwie war er nicht so losgelassen wie den Tag davor und dann waren viele Menschen in der Halle, es war ein Kommen und Gehen und bunte Jacken sind da rumgelaufen und da hat er schon von Anfang an geklotzt. Dann war ich, ich bin in die Halle mit ihm, da war noch ein Pferd da, das ist dann rausgegangen und dann hat er komplett die Nerven verloren. Also er war super angespannt, ich bin hier ganz alleine und fing dann an.
[12:02] Ich bin dann wieder abgestiegen, ich saß schon drauf, weil ich schon die Hosen voll hatte und dachte so, okay, der muss jetzt erstmal wieder runterkommen und jetzt führe ich den noch ein paar Runden, dass der einfach wieder loslässt. Steckt man aber nicht so drin, also ist schon unberechenbar irgendwie. Naja, das hat er noch nie gehabt, dass er alleine in einer fremden Halle zurückgelassen wird. Also wenn ich von Anfang an alleine bin, dann ist es okay, dann ist er auch ein bisschen angespannt, aber wenn er zu zweit ist und das Pferd verlässt die Halle. Der andere geht dann. der andere, dann ist das für ihn eine Vollkatastrophe. Er muss hier in fremder Umgebung ganz alleine bleiben. Und die Olle, die ist auch nicht da. Nee, die sitzt oben drauf. Wenn ich bei ihm, wenn ich ihn führe, ist das alles nicht so schlimm, aber da saß ich schon drauf. Und deswegen war diese Situation so ein bisschen, er hat sich total aufgespannt und, Er hat sich aufgeregt und hingestellt und wollte da mit und deswegen bin ich nochmal abgestiegen, weil ich ihm am Boden mehr Sicherheit und Ruhe vermitteln kann als obendrauf. Und dann bin ich ein paar Runden mit ihm gelaufen, wieder aufgestiegen, dann kam auch dann schon das nächste Pferd, also da war die Welt dann halbwegs wieder in Ordnung, aber ich konnte ihn nicht mehr so beruhigen, dass er wirklich losgelassen hat. Dann hat er nach jedem Menschen geklotzt an der kurzen Seite, der da saß oder stand.
[13:19] Das war für ihn, war das an diesem Tag wirklich gespenstig und er hat Angst
[13:24] davor gehabt und Herr Wille hat dann gesagt, da muss er jetzt durch. Wir haben also, ich glaube, einen großen Teil dieser Reitstunde an dieser kurzen Seite verbracht mit dem Ziel, er muss da vorbeigehen.
[13:37] Das war natürlich, ja, also ich kann das schon auch nachvollziehen, dieses Argument, naja, auf dem Turnier hast du das auch. Ja, natürlich, sein ganzes Pferdeleben lang werde ich Dinge haben, nach denen er guckt, nach denen er glotzt und wo ich ihn vorbei reiten, führen oder was auch immer, wo ich ihn überzeugen muss, das tut dir nichts. In diesem Fall war das in dieser Stunde so ein bisschen…
[14:03] Mir war es zu viel Druck auf das Pferd, weil ich gemerkt habe, dass er schon Angst hatte. Also der hat jetzt nicht irgendwas gespielt oder so, der hatte schon Angst. Das war ein Mann und eine Frau, die hatten beide sehr bunte Jacken an und die standen einfach da. Und die standen so, also die haben, glaube ich, so versucht, sich nicht zu bewegen, weil sie gesehen haben, dass das Pferd sich erschreckt. Hätten die sich ganz normal bewegt, wäre es, glaube ich, gar nicht so schlimm gewesen. Aber die haben auch schon so vermittelt, dass sie gefährlich sind.
[14:31] Und dann habe ich da hingeguckt, das Pferd hat hingeguckt, die haben uns angeguckt und dann war diese Situation wirklich so verfahren und wir sind da nicht rausgekommen, weil Herr Wille gesagt hat, du musst da jetzt vorbeireiten und stell ihn nach innen. Er darf da nicht hingucken und wieder nach innen stellen. Und jetzt und wieder und in uns Bein und Augen. Also es war so ein bisschen die Logik und es geht jetzt nicht darum, jemanden zu dissen. Man kann ja mit jeder Situation so und so umgehen, aber in dem Fall sagst du, du hättest das, wenn du jetzt alleine gewesen wärst, wahrscheinlich einfach so intuitiv ein bisschen anders gelöst. Und Raimund Wille war in dem Augenblick so drauf, Hornbach, machst du dein Projekt und jetzt ist die kurze Seite, ist unser Projekt und jetzt müssen wir, wir müssen das jetzt irgendwie lösen. Er muss es doch lernen fürs Leben und du hättest jetzt gesagt, okay, also die zehn Minuten sind jetzt nicht dazu auserkoren, fürs Leben zu lernen, sondern einfach drauf geschissen. Man geht einfach an die andere Seite, macht irgendwas anderes. Anders gelöst, in der Tat. Ich hatte dieses Problem ja auch schon öfter mit ihm in dieser Halle, dass er nicht an die kurze Seite wollte, weil da irgendwas anders war als einen Tag vorher.
[15:37] Und ich habe das bisher immer so gelöst, ich reite da erstmal nicht hin. Lass den doch erstmal, wir reiten erstmal oben auf dem Zirkel. Auch gut. und dann irgendwann mal wieder hinreiten, dann hat er es nämlich meistens vergessen, dass da irgendwas ist, was ihm Angst macht. Und ich denke, wenn ich einfach nicht mehr hingeritten wäre, hätten auch diese beiden Menschen, die da ja auch sich so schuldig gefühlt haben, sich normal bewegt und gar nicht wussten, wie halten wir uns denn jetzt, weil das Pferd scheut jetzt wegen uns. Und ich glaube, wenn die sich entspannt hätten, weil wir uns entspannen und nicht mehr dahin geritten wären, wäre diese Situation gar nicht so eskaliert, sondern es wäre glaube ich einfach, irgendwann wäre ich vorbeigeritten und er hätte gar nicht mehr daran gedacht, dass er sich da gegruselt hat. Aber wir haben es halt in dieser Einheit so gemacht, dass Herr Wille gesagt hat, der muss da jetzt vorbeigehen. Natürlich, er ging dann irgendwann auch vorbei und er hat dann auch immer, als wir dann an der kurzen Seite entlang galoppiert sind, hat er immer gesagt, oh und jetzt lässt du ihn alleine. Er muss da auch alleine vorbei, überstreichen, Zügel weg. Er ist auch weiter galoppiert, auch beim Überstreichen. Und er hat auch dann irgendwann, hat er auch nicht mehr geguckt, aber er war immer noch angespannt. Das habe ich gemerkt unter mir, er war nicht losgelassen. Also schon sehr interessant, weil du dann auch wieder, also das entzieht sich dann mir als Zuschauer, aber wenn, also du sitzt drauf und spürst dann schon.
[16:56] Also im Vergleich zum Tag vorher war es definitiv, sagst du, war ja immer noch angespannt, obwohl man es von außen dann gar nicht mehr so sieht eigentlich. Und ich hätte die Situation halt wirklich so gelöst, dass ich erstmal versucht hätte, entspann dich wieder, lass mal los, wir machen ganz was anderes. Wir konzentrieren uns mal gar nicht auf das da unten, da ist ja gar nichts. Und ich glaube, dass ich das dann vielleicht nicht in dieser kurzen Zeit dann hingekriegt hätte, dass er vorbeigeht, aber ich hätte es immer wieder probiert und immer wieder probiert, aber ich hätte ein entspanntes Pferd gehabt. Und das wäre mir in dem Moment, gerade bei den Jungpferden, ist mir das… Das Höchste, dass die loslassen und dass die sich entspannen und dass die nicht sich da so aufspulen an irgendwas. Und das war halt wirklich so, dass wir uns alle an diesem Thema kurze Seite, da ist es gespenstig, aufgespult haben und ich hätte das so nicht gemacht. Aber natürlich, wir sind am Ende auch zum Ziel gekommen. Er ist vorbeigegangen, ist vorbeigetrabt, vorbeigaloppiert, ohne noch zu klotzen, ohne sich rauszuheben, aber halt noch angespannt. Das war das Ziel unserer Stunde. Ich bin so ein bisschen unzufrieden vom Pferd abgestiegen, weil ich so dieses Gefühl, dass das Pferd sich unter mir wohlfühlt, hatte ich nicht. Und das hat mir so ein bisschen gefehlt in dieser Einheit. Ja, ich finde super Beispiel, um so zu verdeutlichen, also viele Wege führen nach Rom. Man hat immer eine Wahl auch irgendwie.
[18:19] Und interessant auch tatsächlich, dass du dann, also du hast dich darauf eingelassen und sagst dabei, ich hätte es anders gemacht und du hast dich nicht so wohl dabei gefühlt. Und die Frage jetzt nach richtig oder falsch, man kann das glaube ich auch gar nicht so eindeutig beantworten. Richtig ist natürlich auch, wenn es jetzt, keine Ahnung, wenn es jetzt die Europameisterschaft gewesen wäre, dann hättest du wahrscheinlich, also dann wärst du auch anders damit umgegangen. Es gab ja auch Situationen mit ACDC in Stadelpaura bei der besagten Europameisterschaft, wo er auch mal so einen Irritationsmoment hatte. Und da habe ich gesagt, keine Diskussion, du gehst da hin. Ja, genau. Und das war dann auch gut. Also da hätte Herr Wille dir sehr gedanklich auf die Schulter geklopft. Die Frage ist halt immer, muss man das dann, also wann kommt sozusagen der Punkt? Du hast ja auch mitgemacht, deshalb, das war jetzt auch nicht so weit entfernt von irgendwie, man macht da Dinge, für die man verklagt wird oder so. Also das ist alles im Rahmen, sehr im Rahmen. Aber trotzdem…
[19:20] Es bleibt einfach ein interessanter, also finde ich, ein interessantes Beispiel, das so daran erinnert, okay, man muss sich immer wieder auch die Frage stellen, wie will ich mich da verhalten und wie geht man mit dieser oder jener Situation um. Ja, das Argument, auf dem Turnier hast du das auch, das kann ich ja auch nachvollziehen. Klar, ist ja auch eins. Aber meine Erfahrung ist halt, auf dem Turnier ist alles neu. So viel können sie gar nicht gucken, wie neu ist. Und meine Erfahrung ist, auf dem Turnier sind Pferde, die zu Hause sehr klotzig sind, oft sehr viel gechillter und gelassener. Weil da so viele Eindrücke auf das Pferd einprasseln, dass sie gar nicht mehr wissen, okay, dann ist das die Welt. Und dass sie dann viel schneller loslassen, weil sie gar nicht so viel gucken können, wie es zu gucken gibt. Und das war halt auch kein Turnier, weißt du? Das ist dann immer, das ist dann, also da Fremdel, also da bin ich ja dann auch bei dir, das sind dann immer so die Argumente, Ja, aber wenn das jetzt das und das wäre, dann müsste man ja auch. Also man kann viele Situationen entzaubern mit Verzeihung, aber es ist halt einfach nicht so. Das, was du jetzt als Gedankenspiel hast, es ist halt einfach nicht so. Ja, aber ich muss dann auch sagen, ich habe Benni ja dann, einen Tag hat er ganz frei gehabt, dann habe ich ihn an dem Dienstag mal locker an die Longe gehängt und bin am Mittwoch wieder geritten und habe den Rat auch
[20:41] von Herrn Wille befolgt, zieh dir doch mal Sporen an. Jetzt kommt gleich wieder die Peter, oh, mit Sporen auf dem Jungen.
[20:47] Ich habe dann so gedacht, okay, so kleine Spürchen, so wirklich ganz sanfte und ich probiere das mal und musste ja wirklich feststellen, dass dieses Pferd auf den Sporen total sensibel reagiert und, Der Vorteil für mich ist, dass ich, ich neige ja so ein bisschen dazu, wenn er so ein bisschen faul ist, dass ich dann mit dem Absatz versuche, das Pferd zu treiben. Und in dem Moment, wo ich die Sporen anhatte, habe ich nur noch mit der Wade getrieben. Das war natürlich für mich auch echt ein Pluspunkt, dass ich viel weniger Druck mache. Du hast ja gar kein unruhiges Bein mehr. Genau, und hatte kein unruhiges Bein. Also das war total toll, weil ich ja sehr darauf geachtet habe, dass ich auch beim Leichtrahmen und so nicht mit dem Sporen ans Pferd komme, sondern wirklich nur mit der Wade am Pferd bleibe und auch nur mit der Wade treibe, weil ich den Sporen nicht einsetzen wollte. Und der Sporen ist ja auch nicht dafür da, das Pferd nach vorne zu reiten, dafür ist ja die Wade da. Und dann habe ich ja so festgestellt, schade, dass mich jetzt keiner filmt, so ein ruhiges Bein hatte ich ja noch nie. Ihr ganzen Hater. Ich muss aber sagen, also Sporen, also wenn ich jetzt mal was sagen kann, ich habe keine Ahnung, aber also Sporen, das haben die ja noch nicht mal in Yellowstone beim Rodeo. Beim Rodeo nicht, nee. Ich drücke jetzt mal einen Themenwechselknopf. Der hat sich aber den Hals gebrochen beim Rodeo. Und dann ist aber im Krankenhaus so eine Rodeo-Else gekommen und hat sich in ihn verliebt und also mit dem gebrochenen.
[22:14] Themenwechselknopf. Im Frackenhaus. Das über dem Wort Ent…
[22:22] Die anderen, also die… Wie komme ich jetzt von Entjungfert wieder weg?
[22:28] Also ihr müsst Yellowstone gucken. Das ist wirklich fantastisch. Und die Rodeo… Also alle Rodeo-Szenen sind toll. Das Training bei Raimund Wille, obwohl das da ja so ein bisschen Hornbach die kurze Seite, wir hatten es davon, es hat Bennys Laune und Bennys Wesen und Benni, wie er so leibt und lebt und ist ja nun wirklich keinen Abbruch getan. Wie man auf dem großartigen The Boys Are Back in Town Video sieht, das ich nur wenige Tage nach diesem Lehrgangswochenende bei Raimund Wille veröffentlicht habe. Man sieht Lebensfreude pur, Benni, ACDC und Klecks in ihrem offenen Stall. Und Benni hat den Kasper gefrühstückt. Die steigen sich gegenseitig an. Es gibt auch noch ein Folgefoto, das ich noch nicht veröffentlicht habe. Es hätte ins Auge gehen können, sagst du. Ja, das ist natürlich, beide sind ja vorne beschlagen, also der AC und der Klexi.
[23:26] Und manchmal, wenn das, also diese Eisen sind ja schon auch manchmal so ein kleines bisschen scharf. Und wenn die sich ansteigen, und dann kann das schon mal sein, dass da so ein Eisen mal so vorbeischrabbt und dann halt auch echt so eine tiefe Schramme macht. Und so einer hatte Benni am Auge, das war wirklich Glück, es war nicht besonders tief, aber wenn es im Auge gewesen wäre, dann wäre es blöd gewesen.
[23:47] Aber wie sagen die hier? Das Hebschnitt. Es kann halt immer alles passieren, wenn Pferde zusammenstehen. Dann müsste man sie einsperren. Einzelt, dann passiert sowas nicht. Ja, ja, ja. Das Risiko ist schon größer. Das stimmt. Und dann würden aber nicht solche fantastischen Videos entstehen, die ja jetzt nicht nur, weil die Videos so schön sind, sondern weil sie ja tatsächlich das zeigen, wie glücklich diese Pferde sind. Das zum Ausdruck bringen, wie die halt drauf sind, nämlich denen geht so richtig gut. Mir ging es ja auch nur jetzt eigentlich so ein bisschen darum, den Teppich auszurollen, quasi gedanklich weg von Benni, hin zu den anderen beiden Flitzpiepen in der Sammlung, die es ja auch noch gibt. Der Klecks, Also wenn er wüsst, was für ein Glück er heute hat, dann würde er sagen, ich kann mein Glück ja kaum fassen. Aber er weiß ja gar nicht, dass du eigentlich an diesem 25 Grad Nachmittag mit
[24:41] sieben Sonnen am Himmel und der Schwarzwald in seiner schönen Pracht. Und ich habe auch gedacht, ach komm, ich werde hinterher gereist als Schlachtenbummler, als Groupie und hätte mal geguckt, wie schlägt sich denn Jenny so beim Turnier mit dem Klecksi und du hast gesagt, ach.
[25:00] Nur eine L-Dressur. Keine Lust. Also jedenfalls, du wirst… Ja, ist aber auch dem Wetter geschuldet. Also die Prüfung ist heute Nachmittag um 16 Uhr. Da sind es mindestens 25 Grad. Klecks hat noch volles Winterfell. Und da habe ich Profet entschieden und habe gesagt, ich glaube, das brauche ich heute Nachmittag nicht. Wenn die Prüfung heute Morgen um neun gewesen wäre, wäre ich geritten. Ja, okay. Aber bei 25 Grad mit dem vielen Winterfell so schnell konnte der das Fell gar nicht abschmeißen, wie es jetzt wirklich warm geworden ist. Und das ist natürlich dann schon, also… Da hast du gesagt, komm, lassen wir mal die Kirche. Es ist nur eine ältere Uhr und dann habe ich gesagt, komm, wir machen heute Morgen ein bisschen Training und dann ist auch alles gut und dann können die heute Mittag an der Sonne chillen. Und wenn wir noch gute Laune haben, nachher gibt es uns die Gelegenheit, mal die Kamera mitzunehmen und die beiden Mikrofone und am Stall nochmal so ein bisschen zu filmen. Und nochmal, das ist dann ja eigentlich auch ganz schön, also ein entspannter Nachmittag. Aber mal abgesehen von der Problematik noch ziemlich viel Fell und 25 Grad, nicht so die beste Kombination. Ansonsten gut drauf ist er im Prinzip schon. Was ist denn so der Stand der Dinge bei Klecks und auch bei ACDC? Man sieht ja bei diesem Video, wo sie sich gegenseitig ansteigen, der AC, der macht ja schon mit, aber nur so ein bisschen. Ja, der ist ja tendenziell dann immer schnell auch genervt und hat da keinen Bock drauf. Also der ist ja nicht so der Spieler.
[26:27] Der Klecks kann ihn manchmal animieren, aber mit dem Benni spielt er eher weniger. Und der Benni und der Klecks sind halt die Spielheimer, beide. Also da ist auch egal, einer fängt immer an und die spielen irgendwie gefühlt den ganzen Tag. Und manchmal sagt dann der Benni, los AC, altes Haus, jetzt mach doch mal mit. Aber AC hat keine Lust da drauf. Und dann hebt er einmal so kurz die Vorderhufe und dann ist es auch schon wieder gut. Er besteigt ihn, das ist natürlich freches Verhalten. Das ist wirklich, also das ist so ein Zeichen von ich dominiere dich. Und der AC ist ja im Rang unter Benny und Benny behauptet sich auch immer wieder in seinem Rang und zeigt ihm auch, also du weißt schon, ich schäfft du nix.
[27:07] Das macht er dann schon auch sehr nachdrücklich. Dann sollte man Benni mal sagen, dass er der Jungspund ist, das Nesthäkchen und eigentlich also reiterlich gesehen, Dressurpferd mäßig gesehen, definitiv, also da kann ACDC aber mit Fug und Recht sagen, du kannst…
[27:24] Also gar nichts, also es ist nahe dran an gar nichts im Vergleich zu dem, was ich so kann. Was kann AC DC denn im Moment so? Weil arbeiten tust du ja mit dem schon auch, auch wenn er jetzt sozusagen schon länger im Podcast keine so ganz große Rolle mehr gespielt hat, weil es gab dann jetzt auch die letzten Wochen zumindest erstmal wieder keine Turniere für ihn. Nee, also es gibt auch jetzt erstmal keine für AC und wir arbeiten wirklich an dem, was uns Christina Boos mit auf den Weg gegeben hat, dass wir den Galoppsprung einfach mit mehr Hinterbein und fleißiges Hinterbein, um diesen Wechsel auch wirklich durchzuspringen und das Genick zu lockern. Also ich arbeite ganz viel an diesem Zirkelverkleinern im Galopp, dann so ein bisschen Traverartig und aufs Hinterbein setzen und dann auch den Wechsel auslösen und vorher das Genick ein bisschen lockern.
[28:20] Dass er auch wirklich diesen Wechsel durchbringt nach oben und vorne. Also das ist so im Moment unsere Hausaufgabe und auch, dass ich den Draht noch so ein kleines bisschen ausdrucksvoller kriege. Auch das ist so was, an dem ich immer wieder arbeite, Übergänge innerhalb des Trabs, mal so wirklich kurze Tritte, so ein bisschen Passagieren angeteast, noch nicht so wirklich gemacht, aber schon aufnehmen und komm, jetzt heb mal das Hinterbein und dann berühre ich ihn auch immer mit der Gärte so ein bisschen hinten am Hinterbein, touch ihn so ein bisschen an, dass er das Bein wirklich auch mal so unter seinen Körper wirklich so mit viel Knieaktion auch mal hebt. Und dann wieder rausreiten, den Schub aus der Hinterhand fördern. Also das ist so unser Training.
[29:01] Jeden zweiten oder dritten Tag, der hat auch immer mal wieder frei dazwischen. Also bei AC habe ich festgestellt, wenn der einfach den ganzen Tag nichts macht, tut ihm das besser, als wenn ich sage, komm ich hänge dich schnell an die Longe. Das macht ihn immer so ein kleines bisschen büffelig. Wenn ich ihn so an der Longe nur so ein bisschen laufen lasse, ist er am nächsten Tag meistens büffelig. Es tut ihm besser, wenn er dann einfach frei hatte oder nur so durchs Gelände getrottelt ist. Einfach mal nix tun. Genau, einfach mal nix tun, wünsche ich mir auch manchmal. Das, was du eben gerade gesagt hast, mit Hinterbein aktiver machen, mehr Ausdruck in den Trab bringen, da sind wir ja schon fünf vor dem letzten Thema, was wir uns noch vorgenommen haben für heute. Stichwort dieses AL, also in Richtung L-Dressur-Training geht es ja oben auf dem Berg. Jetzt seid ihr nun vom Stand her, also du mit ACDC, ihr seid vom Stand her schon ein bisschen weiter. Aber vieles von dem, was du jetzt so gesagt hast, hat ja dann auch oder beginnt
[30:07] so zu sagen, also das fängt dann so an bei dem, was du oben mit den Talenten auf dem Berg machst. Also Mitteltrab, den Schub aus der Hinterhand, Ausdruck stark kriegen und so, das spielt dann in den L-Dressuren auch eine Rolle. Wie fängt man es denn an, wenn man damit anfängt? Mal so rum gefragt.
[30:28] Also der Mitteltrab ist ja auch schon so eine Schlüssellektion in der Ältresruhe. Also da will man ja auch sehen, dass der Schub aus der Hinterhand kommt und dass das Pferd nicht eilig schneller trabt, sondern dass es wirklich den Rahmen erweitert und sich aufs Hinterbein setzt. Und viele, also was ich ganz oft immer beobachte, dass viele das so üben, die machen dann durch die ganze Bahn wechseln und lassen die Pferde dann im Renntrab durch die Bahn wechseln. Das ist ja nicht das Ziel, dass die Pferde einfach nur schneller traben, sondern wir wollen ja wirklich diesen Antritt wollen wir ja trainieren. Das ist auch das Einzige, was man trainiert für den Mitteltrab, den Antritt. Und der Rest kommt dann mit zunehmender Kraft von ganz alleine, dass so ein Pferd dann so eine ganze Diagonale durchhält. Und wir fangen jetzt gerade ganz langsam an, erstmal so diesen Antritt zu üben. Das kann man ganz gut üben mit dem Trab aus der Ecke kehrt und dann aus dieser Wendung raus in Richtung Hufschlag dann wirklich so zwei, drei Trabtritte zulegen. Weil wenn das Pferd dann aus der Wendung kommt, dann ist es ja schon so ein bisschen mehr auf das Hinterbein gesetzt und dann daraus diesen Schub entwickeln und diesen Antritt und sobald man am Hufschlag ist, nimmt man das Pferd wieder auf.
[31:40] Dadurch vermeidet man, dass man in diesen Renntrab kommt. Wenn man das zum Beispiel in der Diagonale üben würde, dann vermeidet man so mit diesem aus der Ecke kehrt, am Hufschlag ankommen, wieder aufnehmen, wieder versammeln und wieder ein bisschen schließen das Pferd. Dann vermeidet man, dass das Pferd so ins Laufen kommt am Ende der Diagonale. Deswegen übe ich das ganz gerne mit dieser Hufschlagfigur, um wirklich diesen Antritt zu sichern. Und wenn der sicher sitzt, dann kann ich auch schon mal versuchen, mal auf die Diagonale und da mal diesen Antritt zurückzunehmen. Wirklich zu reiten und dann mal so bis X zulegen und dann versuchen, wieder ein bisschen aufzunehmen, dass wir wirklich dahin kommen, dass das Pferd auf keinen Fall lernt, bis X habe ich einen geilen Mitteltrab und am Ende falle ich vorne runter und renne dann nur noch bis zum Hufschlag, weil das gibt dann immer Minuspunkte in so einer L-Tressur. Deswegen muss man das vernünftig trainieren, dass die Pferde auch verstehen und dass die Pferde auch die Kraft haben.
[32:38] Dann halt wirklich so eine Diagonale am Ende 40 Meter oder auch mal 60 Meter durchzuhalten mit einer Rahmenerweiterung, größere Trapptritte, Last aufnehmen auf der Hinterhand und dass einem das Pferd vorne so ein bisschen entgegenkommt. Das ist ja das, was man am Ende erreichen will und auch durchhalten bis zum Schluss. Das ist auch ganz wichtig, dass man nicht in der Mitte, dass man noch ein Stück Brot hinterher schmeißen muss, dass das Pferd durch die diagonale Mitteltrab das schafft und nicht irgendwo in der Mitte noch verhungert. Kannst du mir mal kurz helfen? Meine Augen sind ja schon ein bisschen schlecht. Hier in meiner Pferde-Podcaster-Bullshit-Bingo-Tabelle habe ich das richtige Kästchen? Also man soll auf jeden Fall, Nähmaschine muss man vermeiden. Ja, genau.
[33:24] Long story short, Nähmaschinen drauf vermeiden. Und da achten auch die Richter drauf. Also die erkennen den Unterschied zwischen der Nähmaschine und zwischen dir geht es wirklich nach vorne. Jeder Pferdemensch erkennt nicht nur Richter. Manchmal erkennt es die Richter nicht. Okay, aber meistens schon.
[33:46] Man versteht das, also selbst ich als Laie, als Yellowstone-Laie, der einfach nur Yellowstone wegen Beth guckt und nicht wegen der Pferde, selbst ich…
[33:56] Kann das verstehen, dass, also wenn man sagt Rahmen erweitern und das soll so ein bisschen erhabener wirken und Rahmen erweitern und Nähmaschine. Also das ist, glaube ich, auch einfach ein gutes Bild. Genau und diese Übung mit aus der Ecke kehrt, gibt halt schon viel Kraft und bringt den Pferden halt schon von Anfang an bei, dass dieser Antritt korrekt zum Mitteltrapp, dass dieser Ansatz schon richtig ist und dann kommt der Rest mit zunehmender Kraft. Wir hatten ja in der letzten Folge, letzte Bemerkung, hatten wir uns ja beschäftigt mit dafür Sorge tragen, dass die Pferde an den richtigen Stellen Muskulatur entwickeln. Da ging es jetzt nicht um den Schub aus der Hinterhand, aber auch wenn das jetzt auf einer bisschen anderen Ebene oder anderes Thema, aber das ist schon auch eine Kraftsache und das hat auch was mit dem Training der richtigen Muskeln zu tun. Auf jeden Fall. Natürlich. Das Pferd braucht natürlich entsprechende Muskeln, um diese Schubkraft halt auch zu haben und dann halt diesen Schub auch wirklich entwickeln kann. Auch das kann man sich vorstellen und ich glaube, Leute, die das in Angriff nehmen, dürfen dann auch nicht der Vorstellung erliegen, dass man das innerhalb ganz kurzer Zeit hinbekommt und so. Man muss es nur richtig reiten, also das geht schon auch darum, bei dem Pferd dann die Grundlagen zu schaffen und zu legen und das ist was, was man sich… Über eine längere Strecke erarbeitet und Stück für Stück und immer wieder machen.
[35:23] Genau. Und auch zwischendurch immer mal wieder loslassen und das Pferd wieder lang. Das ist ja wieder so mit Muskel anspannen, Muskeln loslassen und dann wachsen die auch, die Muskeln. Aber so dieses Spiel mit anspannen, loslassen braucht man schon und auch diese Lektionen nicht bis zum Erbrechen üben. Also ich mache das dann so zwei, drei, vier Mal, dann mache ich was anderes, dann mache ich vielleicht nochmal zweimal, dann wieder was anderes, dann noch einmal und wieder was anderes, dass halt wirklich auch so diese Abwechslung im Training auch wirklich da ist, dass die Pferde halt auch.
[35:53] Dass sie sich nicht zu Tode langweilen. Also ich sehe ja auch manchmal so Reiter, die reiten stundenlang Trab auf dem Zirkel, ganze Bahn, wieder Zirkel, wieder ganze Bahn. Aber die traben stundenlang in einem und demselben Tempo vor sich hin. Und dann denke ich immer so, das Pferd muss sich ja zu Tode langweilen. Also das ist ja keine Arbeit, auch keine geistige Arbeit für so ein Pferd, wenn ich einfach immer nur geradeaus in einer Gangart und nicht mal so ein kleines bisschen variiere und fordere und auch so wirklich Abwechslung ins Training bringe. Genau und es wird halt auch nichts besser wirklich und ich glaube, dass sich da auch Pferde tatsächlich dann in dem Fall, was so das Training angeht, nicht großartig von Menschen unterscheiden. Ist ja auch ein Fehler, den ich aber ganz bewusst mache beim Laufen, dass ich irgendwie jeden Tag dasselbe laufe. Ich glaube, wenn ich jetzt einen Marathon laufen wollte, dann würde es tatsächlich darum gehen, auch mal wirklich ein, zwei, drei Tage gar nichts machen, dann kontinuierlich bis zu ganz viel, also dieser Wechsel aus richtig arbeiten und Pausen machen, das gilt halt einfach auch bei Pferden, wenn man weiterkommen will.
[36:59] Jenny, sollten wir es schon haben, also wegen mir könnten wir, wegen dir auch, weil wir hätten ja dann theoretisch auch noch was vor, ich würde dann mal gucken, da die Kamera einzupacken und die Mikrofone nochmal aufzuladen und dann schauen wir mal, ob wir noch ein Video drehen, das wir dann im Laufe der Woche vielleicht veröffentlichen. Und so haben wir was zu tun. Ihr könnt uns gerne schreiben, wenn es Fragen gibt für die kleinen Folgen unter der Woche. Da beantworten wir auch wie immer gerne Hörersfragen. Gerne unseren WhatsApp-Kanal abonnieren. Da posten wir immer regelmäßig, wenn es neue Folgen gibt oder wenn es irgendwelche Flitzpiepen-Videos gibt. Von also dies und das, da bleibt man auf dem Laufenden. Steady kann man machen, wenn man uns unterstützen mag. Dann gibt es unsere Folgen werbefrei und im Falle der großen Folgen auch exklusiv vorab schon am Wochenende und nicht erst montags. Diese Folge kommt regulär überall bei Spotify und Co. am Montag. Tschüss. Vielen Dank fürs Zuhören. Habt eine pferdige Zeit bis unter der Woche. Tschüss.
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