#343 Hilfe! Mein Pferd rennt los und lässt sich nicht mehr lenken

Folgenfoto: Chat GPT

Die kleinen Folgen unseres Podcasts unter der Woche sind für eure Fragen reserviert – so auch in Episode 343. Elisa aus Bayern hat uns über die Spotify-App geschrieben und schildert ein Problem, das viele Ponybesitzerinnen nur zu gut kennen:

„Hallo. Hat Jenny vielleicht Tipps, wie man ein zu schlaues Pony, das mit einem gerne in die andere Richtung rennt und der Lenker dabei nicht mehr funktioniert, wieder auf Spur bringt? Und wie man das möglichst pferdefreundlich löst? Würde mich sehr freuen. Ganz liebe Grüße aus Bayern in den Schwarzwald. Elisa.“


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Pferdefreundlich, aber trotzdem konsequent

Jenny kennt das Problem – und zwar nicht nur theoretisch. Sie erinnert sich sofort an ein Pony aus ihrer Vergangenheit, das sich ebenfalls regelmäßig umdrehte und einfach davonlief. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Der Verhalten des Ponys ist nicht ungewöhnlich. Einmal erfolgreich abgehauen – und beim nächsten Mal wird’s wieder versucht.

1. Das richtige Werkzeug

Pferdeerziehung beginnt auch mit dem richtigen Equipment. Wer mit einem normalen Halfter aus Plüsch und ohne Handschuhe unterwegs ist, braucht sich nicht wundern, wenn das Pony die Situation zu seinem Vorteil nutzt. Jennys Empfehlung:

  • Knotenhalfter oder Trense statt herkömmlichem Stallhalfter
  • Immer Handschuhe tragen, um bei Bedarf eingreifen zu können
  • Im Extremfall: Führkette – korrekt eingesetzt, kann sie ein sehr wirkungsvolles Hilfsmittel sein

2. Bodenarbeit als Basis

Ein Pony, das sich umdreht und davonrennt, hat nicht (nur) ein Führproblem – sondern ein Respektproblem. Deshalb rät Jenny, das Training am Boden zu intensivieren. Ziel: Das Pony soll lernen, dem Menschen zu folgen und sich nicht eigenständig zu entziehen.

Und wenn’s nicht allein klappt? Dann ist externe Hilfe sinnvoll. Eine erfahrene Trainerin oder ein Trainer, der sich mit Bodenarbeit auskennt, kann oft entscheidende Impulse geben und dafür sorgen, dass sich das Pony wieder in die Hierarchie einfügt – so, wie es das auch in einer Herde tun würde.


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Elisas FRage trifft einen wunden Punkt

3. Einmal durchsetzen, nachhaltig profitieren

Die gute Nachricht: Wer sich einmal klar durchsetzt, muss nicht dauerhaft „streng“ bleiben. Jenny erzählt, wie ihr Pony Nixon nach ein paar klaren Ansagen mit Führkette nie wieder versucht hat, sich zu entziehen. Es braucht also oft nur ein konsequentes „Gespräch“, um das Verhältnis nachhaltig zu klären.

4. Pferdefreundlich heißt nicht planlos

Pferdefreundlichkeit ist kein Freifahrtschein für Beliebigkeit. Auch in der Pferdewelt gibt es klare Ansagen – manchmal auch mit Nachdruck. Wer die Sprache der Pferde versteht, weiß: Auch untereinander sind sie nicht zimperlich, wenn es um Respekt und Rangordnung geht. Und genau das darf (und sollte) sich auch der Mensch zunutze machen.


Fazit: Elisas Frage trifft einen wunden Punkt – denn in der Diskussion um „pferdefreundlich“ fühlen sich viele schnell verunsichert. Jenny macht klar: Freundlichkeit schließt Konsequenz nicht aus. Im Gegenteil. Ein Pony, das klare Grenzen kennt, fühlt sich sicherer – und wird am Ende auch zuverlässiger an deiner Seite stehen.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:

[0:15] Hier ist der Pferde-Podcast Folge 343. Wir sind Jenny und Chris. Jenny erzählt über ihre Pferde und wir begleiten den jungen Haflinger vom Pferdekindergarten ins große Dressurviereck. Und wir haben eine kleine Folge unter der Woche, die wir immer so kurz vorm Wochenende bringen. So ein kleines Update, wo wir Hörerinnenfragen aller Art beantworten und nochmal so kurz Hallihallo sagen und so ein bisschen sagen, was wir in der großen Folge vorhaben und was so in der Woche passiert ist. Und das wollen wir jetzt tun, in aller Kürze. Was lachst du denn die ganze Zeit? Ja, ich muss die ganze Zeit… Ich habe Spaß, weil ich manchmal so denke, also wir haben ja auch so eine Paywall für Leute, die uns ein bisschen unterstützen wollen bei Steady.

[1:05] Da haben wir jetzt Millionen gekriegt. Nee. Schade. Vielleicht. Genau. Also mein Gedanke ist, ich finde es schon manchmal lustig, dass wir, also man muss eins fairer, also wir versuchen ja authentisch zu sein, muss man ja wirklich sagen. Ich würde mal vor, alle Hörer hätten Steady für einen Euro im Monat. Ja, wäre cool. Das wäre richtig cool.

[1:25] Hallo, ein Aufruf an alle da draußen. Genau, also wer den Pferde-Podcast mag und uns nicht bei Steady folgt, der ist eigentlich ein schlechter Mensch, muss man sagen. Das ist ja wie diese Streaming-Dienste, also man hört ja diesen Podcast quasi für umsonst und dann könnte man auch einen Euro dafür bezahlen, also für jeden Monat. Jeden Monat, ja, ja. Ja, nicht so viel. Nicht pro Folge, genau. Jetzt hör mal auf hier zu betteln. Und man kriegt, jetzt ist gut mit Betteln, aber man kriegt es werbefrei und man kriegt es in aller Regel der Fälle auch ein bisschen vor allen anderen, was ja so ein bisschen so ein kleines Dankeschön. Werbefrei ist ja auch schick. Absolut, muss man schon sagen. Man könnte die Attraktivität dieses Angebots nochmal deutlich erhöhen. Wir versuchen schon immer sehr authentisch zu sein, auch in unseren normalen Sendungen. Aber so einen gewissen kleinen Unterschied zwischen ist das Mikrofon an oder aus, den gibt es ja schon. Also manchmal, da reden wir dann, wenn das Mikrofon noch aus ist, schon auch Tacheles. Das gibt es bei Steady dann auch? Das könnte man machen. Das stimmt. Aber dann hätten die mich ja über gehört, was ich da vorhin gesagt habe. Ja genau. Alles. Von A bis Z.

[2:37] Lieber nett. Ja genau. Also du hast eben gerade Clip My Horse geguckt und hast geschimpft. Was macht denn der Filmer da? Echt jetzt? Der hat nicht gefilmt? Ach, das ist ja großes Springturnier hier bei uns in Aachen. Und der Filmer hat nicht gefilmt. Das ging schon los und der ist gesprungen und der Filmer hat nicht gefilmt. Und dann war das Pferd ganz hinten klein in der Ecke. Weißt du, was macht der denn da?

[2:58] Echt, jetzt mach mal deinen Jog, du Clip-My-Horse-Filmer, du. Und dann hast du dich darüber lustig gemacht, mit welchen Angeboten man noch Geld verdienen kann in der Pferdebranche. Aber wir wollen das jetzt nicht vertiefen. Aber wenn man das alles so erzählen würde. Ich habe auch noch was, wo ich sagen würde. Manchmal denke ich aber echt so, du musst dir nur einen tollen Namen einfallen lassen. Für irgendwas? Für irgendwas, was man mit dem Pferd macht und muss irgendwas erfinden, keine Ahnung, wir flechten magische Zöpfe in den Schweif oder so und nimmst ein Schweinegeld für so einen Lehrgang, wie du lernst, magische Zöpfe zu flechten, oder wirst du reich. Ich glaube, die Reiter machen das. Die machen einen Lehrgang, lerne einen magischen Zopf zu flechten. Das ist sowas so, wir reden jetzt in Rätseln und wir können es aber auch nicht öffentlich machen, weil wir damit quasi… Aber das ist ja immer schon, wenn ich manchmal so denke, da müssen wir uns nur noch einen tollen Namen einfallen lassen für dieses Lerne, magische Zöpfe zu flechten. Wenn das noch einen schönen, geilen Namen hat, dann funzt. Dann funzt’s. Das ist so ein bisschen so wie, wir tanzen unseren Namen mit dem Pferd zusammen.

[4:02] Warte, du, offenmäßig. Ich habe auch noch was, wo man sich ja überlegt, ob man das so offen sagt. Das sage ich jetzt einfach mal. Ich traue mich, das jetzt mal öffentlich zu machen, was ich gedacht habe, nachdem wir unsere letzte Folge veröffentlicht haben. Oh je. Da hast du beschrieben, dass du mit ACDC auf einen Turnierstart verzichtest, weil er Allergiker ist und im Moment so viele Pollen unterwegs sind und es ihm deshalb gesundheitlich nicht so gut geht, um es beim Namen zu nennen. Er hatte in der einen Trainingseinheit an dem Tag, bevor es aufs Turnier gehen sollte, hat er ein bisschen gehustet und irgendwie hast du gedacht, das kann man nicht machen. Er hat ein bisschen viel gehustet. So, und jetzt würde man aber doch am Tag des Turniers, wäre es doch der Situation angemessen, also jetzt anstelle von unserem Haflinger ACDC. An diesem Tag auch zu husten. Also zumindest mal so ein bisschen zu röcheln. Gar nichts. Was macht er? Nix? Nein, gar nicht. Gleiches Wetter. Es hat sich nichts geändert und ich dachte so, ich hänge ihn noch ein bisschen an die Longe. Haben wir das nicht schon erzählt? Weiß ich nicht. Nein, nein, die Folge ging… Ich hänge ihn noch so ein bisschen an die Longe und lasse ihn noch so ein bisschen galoppieren und nicht einmal gehustet. Wirklich nicht. Er war sogar geschwitzt vom Training und er hat nicht gehustet. Was fällt dem denn ein? Da hätte er auch Turnier laufen können. Die Zeit hätte aber nicht mehr gereicht, um hinzufahren. Die Prüfung war ja morgens um halb elf und ich wäre mindestens eine Stunde gefahren. und bis ich dann mich umgezogen hätte.

[5:23] Nicole, unsere Lieblings-Europameisterin, hat noch gesagt, das schaffst du, komm. Komm, du hast doch überlegt. Ich habe kurz überlegt, aber habe auf die Uhr geguckt, 8 Uhr, nee, das schaffe ich auf gar keinen Fall.

[5:34] Nix mehr. Also wir haben das in der Folge nicht erzählt, weil da war die Folge ja quasi schon aufgenommen und quasi veröffentlicht bei Steady.

[5:44] Und wir haben aber in der Folge noch darüber gesprochen, dass es absolut drin ist und möglich ist und dass man sich dann ja besonders ärgert, dass es also im Bereich des Möglichen, dass er an diesem Turniertag quasi gar nichts hat. Und siehe da, er hatte gar nichts. So ist das halt manchmal. Genau.

[6:02] Jenny, wir haben gesagt, dass wir die kleinen Folgen auch immer dafür reservieren, Hörerinnenpost und Hörerinnenfragen zu beantworten. Es gibt mal wieder eine Zuschrift von der lieben Elisa, wenn ich das richtig im Kopf habe.

[6:17] Und auch das, da hast du auch gesagt, okay, da gibt es auch eine, also dass du jetzt sehr darüber nachdenken musst, wie man das bei eingeschaltetem Mikrofon diplomatisch verkauft und beschreibt. Also die Problemlösung. Und auch da würde man in so einer Spezialausgabe hinter der Paywall, wenn man Tacheles reden würde, so weißt du, also der Pferdepodcast, jetzt wird gebumst, dann würde man das wahrscheinlich anders formulieren. Ja, genau. Elisa schreibt. Hallo. Hat Jenny vielleicht Tipps, wie man ein zu schlaues Pony, das mit einem gerne in die andere Richtung rennt und der Lenker dabei nicht mehr funktioniert, wieder auf Spur bringt und wie man das möglichst pferdefreundlich löst? Würde mich sehr freuen. Ganz liebe Grüße aus Bayern in den Schwarzwald. Elisa. Ich habe ehrlich gesagt, also ich habe mehrere Sachen gedacht. Gute Frage, war so das Erste. Ich fühlte mich so ein bisschen erinnert an mein Erlebnis mit, als ich einmal auf dem Berg auf dem Oscar saß und meine erste Reitstunde hatte, dieses Gefühl, sozusagen keinen Einfluss mehr zu haben auf das Pferd. Und egal, was man macht, das Pferd macht wohl, was es will.

[7:31] Und ich könnte mir vorstellen, Elisa ist nicht allein. Jetzt habe ich nur einen Eindruck, dass auch andere das Problem haben, dass das Pferd macht, was es will. Und man sitzt drauf und denkt sich, okay, ich bin nur noch Beifahrer quasi.

[7:48] Und ich dachte, es gibt dafür bestimmt allgemeingültiges Problem und es gibt dafür bestimmt irgendwie eine Lösung. Und du hast gesagt, echt jetzt? Muss ich das sagen? Pferdefreundlich? Und da dachte ich, okay, da stoßen wir wohl in ein sogenanntes Wespennest. Keine Ahnung. Also pferdefreundlich, natürlich verprügeln wir unsere Pferde nicht, auf gar keinen Fall. Aber ich habe jetzt so ein Bild im Kopf, da gab es glaube ich auch mal eine Sendung bei den Pferdeprofis, bei Bernd Hackl oder gar nicht, Sandra Schneider oder wer auch immer da war. Also da ist auch eins beim Longieren immer einfach über die Schulter weg und von dannen galoppiert. Okay. Also erstens, man kommt es immer darauf an, was hat man denn für Werkzeug in Gänsefüßchen? Was für einen Halfter habe ich an? Habe ich eine Trense an? Habe ich einen Halfter an? Habe ich vielleicht einen Halfter mit Plüsch an, wo das schlaue Pony sich wahrscheinlich in der Ecke kaputt lacht? Die Olle zieht mir das Plüschhalfter an, alles klar, dann gehe ich mal. Also so das Werkzeug, wenn so ein Pferd wirklich so ein bisschen dominanter ist, ist als erstes Mal Knotenhalfter oder Trense. Ich führe das Pferd nicht mit einem normalen Halfter.

[8:54] Und dann habe ich immer Handschuhe an. Also Bernd Hackl macht das nicht, aber ich würde das machen. Handschuhe, dass ich im Zweifel, wenn der weg will, auch mal zupacken kann und sagen, nein, du bleibst jetzt hier. Also das ist halt so, man muss sich schon auch durchsetzen. Und ja, wo fängt denn die Pferdeunfreundlichkeit an? Also wenn ich sehe, wie meine sich gegenseitig schubsen und verjagen und knuffen, wenn der Chef sagt, ich will dahin, dann ist der nicht zimperlich. Und in dem Fall muss man auch der Chef sein. Ich Chef, du nix. Das Pferd kann sich nicht einfach umdrehen und wegrennen.

[9:26] Also das sind so Basics auch in der Pferderziehung. Also ich würde hier mal so den Tipp geben, Bodenarbeit machen mit dem Pferd, ihm zeigen, also ihm auch beibringen, dass er dem Menschen folgt und dass er nicht einfach so weggehen kann. Also zur Not auch wirklich Hilfe holen. Such dir jemanden, der das gut kann, der sich mit Bodenarbeit gut auskennt und der dem Pferd mal so ein kleines bisschen zeigt, dass der Mensch das Leittier ist und das Pferd nicht so respektlos sein darf und einfach sich umdrehen und wegrennen. Und der macht das wahrscheinlich auch nicht, weil er besonders schlau ist, sondern weil er es kann. Und dann macht er das natürlich. Und wenn er einmal damit durchkommt, wird er es immer wieder machen. Also man interpretiert das als schlau, aber es hat nichts mit… Vielleicht ist das Pferd auch schlau, keine Ahnung. Also kann schon sein, aber wenn die merken, gerade so Ponys, die ja schon so ein bisschen sturköpfig sind und wenn die merken, oh, da steht ein Mensch, da kann ich das nicht machen, dann lassen die das ganz schnell bleiben. Aber mein Tipp hier, hol dir Hilfe, auf jeden Fall von jemandem, der sich damit auskennt.

[10:28] Und das Werkzeug ist ganz wichtig. Also nicht mit einem normalen Halfter ohne Handschuh, dann ist das Pferd immer weg, wenn es weg will. Und bevor ich nicht dieses Vertrauen des Pferdes habe und nicht mich darauf verlassen kann, dass der mir auf jeden Fall folgt und sich nicht einfach umdreht.

[10:43] Würde ich also auch wirklich nicht irgendwie mit einem normalen Halfter oder mit einem normalen Strick, sondern immer mich so ein kleines bisschen bewaffnen. Ich denke noch an Nixen, der war ja auch so, wenn ich ihn von der Koppel geholt habe. Da war von einer Kette immer die, ne? Genau, also es gab Zeiten, da bin ich mit Helm, Handschuhe, Gärte, Führkette auf die Koppel, die war ja damals riesengroß, das war noch in Hessen in diesem Aktivstall. Da ist der auch immer abgehauen, ne? Genau, der hat sich genau so einfach umgedreht und ist weggaloppiert. Und dann stand ich da. Und dann habe ich mich bewaffnet. Und als er das erste Mal nicht damit durchkam, da hat er ganz blöd geguckt. Und ich hatte diese Führkette über der Nase, weil ich ihn sonst nicht hätte halten können. Und ich muss natürlich einmal durchgreifen, dass das Pferd versteht, ob sie, das geht ja gar nicht. Ist so eine Führkette jetzt pferdefreundlich oder nicht? In dem Moment hatte ich keine Chance, sonst hätte der immer sich umgedreht und wäre weggaloppiert. Ich hätte dieses Pferd nicht von der Koppel holen können. Also habe ich mich einmal durchgesetzt, der hat es noch zwei, dreimal leise versucht, aber ich hatte immer die Führkette dabei, immer, immer. Und er ist immer danach brav mit mir gegangen. Ich musste nie wieder einen Ruck in diese Führkette geben, nie wieder. Der hat es sofort gewusst, der hat es sofort verstanden und hat gewusst, alles klar, geht nicht. Okay, also ja, ich verstehe.

[12:04] Also zum einen muss man sagen, also ich nehme da jetzt so zwei Sachen mit. Du hast ja gerade über die Pferdesprache gesprochen, die auch untereinander sprechen und wenn man das Ziel verfolgt, sich einmal durchzusetzen und man, keine Ahnung, knufft oder ruckt einmal mit einer Führkette, dann ist das wahrscheinlich in der Pferdesprache. Also die würden nicht sofort Peter holen, sondern die würden sagen, naja, das ist halt eine normale Unterhaltung und da also, Das meine ich. Also so ein bisschen. Eine normale Unterhaltung unter Kumpels. Unter Kumpels, ja, alles klar. Aber ich verstehe schon auch die Problematik oder warum du geoutscht hast, als ich mit dem Thema ankam und du so, also welcher Film jetzt bei dir abgelaufen ist, ich kann das jetzt so ein bisschen nachvollziehen. Aber also die Grundproblematik hat was mit der Rangordnung auch zu tun, hat was damit zu tun, versteht das Pferd. Okay, wenn die Elisa in dem Fall jetzt sagt, ich hätte es gerne so und so, dann ist das das Wort, was gilt sozusagen. Genau, und manchmal muss man das deutlich sagen. Ich hätte es gerne so und so. Und Pferde sind untereinander auch nicht zimperlich. Und wenn es wirklich darum geht, also so ein Pferd ist im Zweifel immer stärker als ich. Immer. Also wenn das weg will, wird das immer gehen. Pferde sind aber auch wirklich dahingehend sofort bereit nachzugeben, wenn der Druck zu groß wird. Also das habe ich ja auch gelernt im Laufe meiner Pferdeerfahrung.

[13:30] Pferde leisten nicht so viel Gegenwehr. Wenn die merken, es ist einfach, dann machen sie es. Wenn sie merken, oh, es ist nicht so einfach, dann gehe ich lieber den bequemen Weg und gehe mit der Ollen mit. Und sie akzeptieren Hierarchien, ne? Und sie akzeptieren das sofort, genau. Also die meisten Pferde würden dann nicht nochmal nachsetzen. Also wie gesagt, Nixon hat es noch ein-, zweimal probiert und hat dann ein-, zweimal nochmal einen Ruck auf die Nase gekriegt und seitdem hat er nie wieder probiert abzuhauen. Damit war das Ding auch durch. Das Thema war durch. Genau, ich wollte gerade sagen, man muss keine Angst haben, dass man jetzt quasi immer Dinge machen muss, die einem auch, und du hast das ja mit Sicherheit auch nicht gerne gemacht, du hast ja keine Freude daran, solche Dinge zu tun. Ich glaube, das muss man auch mal klar sagen, aber du hast es einmal ausdiskutiert und dann war die Diskussion beendet. Das ist ja die gute Nachricht daran eigentlich. Ich verstehe aber auch, dass da sozusagen in der, also ich weiß nicht, ist das jetzt hier so Old Man Gelaber, wahrscheinlich schon in der heutigen Welt, weißt du, wo wir, ich bin ein alter Mann, genau, wo wir alle achtsam miteinander umgehen und so, also dass das quasi vielleicht.

[14:33] Was ich ja auch gut finde. Aber bitteschön, das Pferd soll auch achtsam mit mir umgehen. Ja, ich verstehe schon. Aber dass einem das in der heutigen Zeit vielleicht noch mehr gegen den Strich geht, wo das auch eine größere Rolle spielt. Und ich finde ja auch zu Recht, ich finde das ja gar nicht alles schlimm. Im Gegenteil. Aber deshalb verstehe ich, dass da dieser Irritationsmoment quasi noch größer ist. Aber am Ende des Tages tut man vielleicht allen Beteiligten einen großen Gefallen,

[14:59] wenn das Pferd weiß, woran es ist. Und quasi der Mensch dann auch weniger Probleme hat, weil ich sage mal so, das ist ja gefährlich dann auch für alle Beteiligten, wenn sein Pferd komplett macht, was es will. Und für je nachdem, wo es hinrennt, das Pferd. Exakt, das meine ich. Also wirklich, ich würde da wirklich empfehlen, sich einen Trainer dazu zu holen, der weiß, was er tut und einem vielleicht auch so die entsprechende Körpersprache beibringt. Dass jemand, der einem auch erklärt, Wie muss ich denn überhaupt als Leittier quasi diesem Pferd gegenüber treten? Das sind wirklich so die Basics im Umgang mit Pferden und gerade Ponys. Die fragen auch nochmal 20 Mal nach, muss ich das wirklich tun?

[15:43] Und ja, und auch Ponys brauchen ganz nachdrücklich diese Ansage, ja, du musst das tun. Das ist so. Und ich habe dich vorher gefragt, und das ist jetzt auch nicht falsch zu verstehen, weil jetzt von dieser Für-Kette die Rede war, also als ich dich fragte, geht das auch ohne Hauen? Also es ist nicht von Hauen die Rede, es ist nicht von Misshandeln der Umgotteswehr, also das bitte auch nicht falsch verstehen. Ich habe ihn nie gehauen, den nix. Genau, also darum geht es ausdrücklich nicht. Aber du sagst, also ein deutliches Kommunizieren von ich hätte es gerne so und so, genau. Und wenn man nicht genau weiß, wie es geht, Es gibt auch Experten, Rat, den man sich holen kann und Menschen, die einem dabei behilflich sein können. Jenny, dann…

[16:29] Also wenn jemand oucht, wenn jemand noch andere Ideen hat oder so, andere Methoden, gerne her damit, schreibt uns, wie Elisa das getan hat, aber das wäre die Antwort. Dann habe ich nur noch eine Ankündigung zu machen. Wir nehmen ja am Wochenende dann die große Folge auf. Du bist heute, testest du eine neue Trainerin aus mit ACDC, richtig? Da fährst du jetzt gleich hin, deshalb sitzt du auch auf etwas heißen Kohlen, weil du gleich startest mit dem H-Vieh-Tier. Darüber werden wir erzählen am Wochenende und wir werden Konstanze Wiesner bei uns haben. Sie hat mal wieder einen Mental-Hack für dich, für unsere Hörerinnen und Hörer. Und ich habe schon mal gelupscht. Es ist mega. Konstanze wird die zwölf Eigenschaften nennen und man kann sich dann einen Zettel nehmen und kann das aufschreiben und dann bewerten, wie gut oder schlecht man darin ist, die zwölf Eigenschaften von mental starken Reitern. Also welche Eigenschaften legen die so an den Tag, die sie mental stark machen? Und ich habe mal so gehört, und also bei vielen dieser insgesamt zwölf Punkte hätte ich bei dir eine hohe Punktzahl gegeben. Aber es wird sehr spannend.

[17:47] Konstanze Wiesner bei uns in der nächsten Folge des Pferde-Podcasts. Jetzt erstmal ein schönes Wochenende. Wir sind beim Turnier in Aachen, gucken da mal ein bisschen zu. Hi, Jo, Aachen. Genau, und nehmen dann am Wochenende die große Folge auf. Bis dahin, tschüss. Tschüss.


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