#344 Checkliste für Champions: Bist Du mental bereit?

In Folge 344 des Pferdepodcasts haben wir wieder einmal Mentaltrainerin Constanze Wiesner zu Gast – und sie bringt ein spannendes Thema mit: Welche Eigenschaften machen mental starke Reiter:innen aus?

Constanze stellt zwölf Merkmale mental starker Sportler:innen vor – und das Beste: Du kannst während des Hörens direkt mitmachen und herausfinden, wie ausgeprägt diese Fähigkeiten bei Dir persönlich sind. Alles, was Du brauchst, ist ein weißes Blatt Papier, eine Skala von 1 bis 10 und die Bereitschaft zur ehrlichen Selbsteinschätzung.

Ob Du mental auf Herausforderungen im Sattel gut vorbereitet bist oder an bestimmten Stellschrauben noch arbeiten kannst – diese Folge liefert Dir wertvolle Impulse, Denkanstöße und konkrete Handlungsideen.


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Ambitionierte Ziele setzen und langfristig denken

Hier sind die zwölf Eigenschaften, die laut Constanze mental starke Sportler:innen auszeichnen:

Konzentration auf den eigenen Einflussbereich
Das Wetter, der Startplatz oder die Konkurrenz? Alles nicht kontrollierbar. Mentale Stärke zeigt sich darin, sich auf das zu konzentrieren, was man selbst beeinflussen kann.

Ambitionierte Ziele setzen
Statt planlos durch den Trainingsalltag zu reiten, wissen mental starke Reiter:innen genau, was sie erreichen wollen – und wie. Ihre Ziele sind messbar, positiv formuliert und klar im Blick.

Langfristig denken
Es geht nicht um das eine Turnier – sondern um die große Reise. Kurzfristige Rückschläge werden in Kauf genommen, wenn das große Ganze stimmt.

Veränderung zulassen und aktiv suchen
Mental starke Sportler:innen gehen Herausforderungen proaktiv an. Sie reflektieren regelmäßig und sind bereit, ihr Umfeld, ihr Training oder ihre Einstellungen zu verändern, wenn es sinnvoll ist.

Positiver Fokus statt Selbstmitleid
Wer sich ständig über Rückschläge beklagt, blockiert sich selbst. Besser: die kleinen Fortschritte feiern und die Energie auf das Positive lenken.

Emotionale Selbstkontrolle
Mentale Stärke heißt auch: Die eigenen Gefühle steuern können – unabhängig davon, was andere sagen oder wie Situationen von außen bewertet werden.


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Auch wichtig: Anderen den Erfolg gönnen

Das eigene Ding machen
Nicht jeder Erwartung gerecht werden – sondern dem eigenen Weg vertrauen. Mentale Stärke braucht Klarheit, was einem selbst wichtig ist.

Kalkulierte Risiken eingehen
Wer sich weiterentwickeln will, muss auch mal mutig sein – ob im Mitteltrab oder im Parcours. Erfolgreiche Reiter:innen wissen, wann sich ein Risiko lohnt.

Im Hier und Jetzt sein
Statt in der Vergangenheit zu leben oder sich über Zukünftiges zu sorgen, sind mental starke Reiter:innen präsent und fokussiert auf den Moment.

Fehler zulassen – und daraus lernen
Fehler gehören dazu – wer sie analysiert und versteht, kann daraus wachsen. Mental starke Menschen sehen Fehler als Chance, nicht als Scheitern.

Motivation und Disziplin zeigen
Auch wenn es schwerfällt: Wer sich immer wieder aufrafft und dranbleibt, hat langfristig die Nase vorn.

Anderen den Erfolg gönnen
Kein Platz für Neid und Missgunst. Mentale Stärke zeigt sich auch darin, andere wachsen zu lassen – und sich gleichzeitig auf die eigene Entwicklung zu konzentrieren.

📝 Kleiner Tipp von Constanze: Mach aus der Folge Deinen persönlichen Mental-Check. Ordne Dich bei jedem Punkt auf einer Skala von 1 (kaum ausgeprägt) bis 10 (voll ausgeprägt) ein – und finde heraus, wo Du schon stark bist und wo Du noch Potenzial hast.

Außerdem in Folge 344

Jenny berichtet von einer intensiven Trainingseinheit mit ihrem Haflinger AC/DC.
Eine neue Trainerin, neue Impulse – und eine große Umstellung: Mehr Freiraum für das Pferd, feiner reiten, Vertrauen aufbauen. Was davon schon klappt und was noch Übung braucht, erzählt Jenny ganz offen. Der Weg von AC/DC aus dem Pferdekindergarten in die große Dressurwelt geht weiter – und bleibt spannend!


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.

[0:07] Hier ist der Pferde-Podcast, Folge 344. Wir begleiten den jungen Haflinger ACDC vom Pferdekindergarten ins große Dressurviereck. Jenny ist das Pferdemädchen in diesem Podcast und eigentlich introvertiert. Du würdest, aus freien Stücken wärst du nie auf die Idee gekommen, einen Podcast zu machen. Never ever. Und vor allem so viel von mir preiszugeben, das bin ja gar nicht ich. Ganz schlimm, ne? Ja, das mag ich so gerne. Ich bin der Podcast-Heini in diesem Podcast, der von Pferden gar keine Ahnung hat, der aber alles irgendwie den unsichtbaren Drang verspürt, vieles an die Öffentlichkeit zu zerren. Und ich würde auch denken, hat die eigentlich einen Podcast-Berechtigungsschein? Was bildet die sich ein, dass die denkt, sie hätte Ahnung von Pferden? Warte, du würdest denken? Moment. Sag mal, hast du kein Hirn? Nö. Ja, das würdest du denken. Von dir selbst. Genau, das würde ich denken, wenn ich sowas hören würde. Und dann würde ich so denken, wie kommt die denn dazu zu sagen, sie hätte Ahnung von Pferden? Ja. Wie kommst du? Genau. Also eine Frage, die wir jetzt seit mehr… Weil du mich dazu drängst. Ja, genau. Und wir einfach toll dreist, tollkühn behaupten, es sei so, soll uns doch mal jemand das Gegenteil beweisen, weißt du? Genau. Aber normalerweise, weißt du, ich habe ja gelernt, in meiner langen, langen Zeit als Pferdemädchen. Und Hochstaplerinnen. Und Hochstaplerinnen, genau.

[1:30] Nur meine Meinung sagen, wenn mich einer danach fragt. Ungefragt mache ich das ja ganz selten, weil das ist immer irgendwie doof. Aber wenn mich einer fragt, dann sage ich meine Meinung. Ja, genau. Und da du… Manche sagen dann aber auch, boah, du bist eine blöde Kuh. Dann frag mich doch nicht. Aber da du in mir ja jemanden hast, der regelmäßig dir irgendwelche Fragen stellt, also so kommt dann eins zum anderen. Ja, und so kommt der Punkt. Deine größte Sorge ist natürlich, ich glaube, das sind auch so Fieberträume, mit denen du nachts wach wirst, dass jemand zum Beispiel irgendwie Termin und Ort zum Beispiel für irgendwelchen Turnieren von dir preisgibt, wann du, so weißt du, wenn man sagt, wenn dann im Internet steht, kommt alle, feuert mich an und danach nehmen wir auf dem Parkplatz, nach dem ersten Turnierstart von Benni-Line zum Beispiel, nehmen wir noch alle zusammen dann die Podcast-Folge auf, dann wachst du auf, wie in so einer Netflix-Serie. Das ist geheim. Das war zum Glück doch nicht der Serienmörder, das war nur ein Traum.

[2:25] Der Benni hat noch ein bisschen Zeit. Der Benni hat noch ein bisschen Zeit. Das Nesthäkchen in der kleinen Pferde-Podcast-Herde. Ich habe, bevor wir sagen, was uns thematisch bewegt in dieser Folge, muss ich noch eine, ich habe einen riesen Gag liegen lassen in der kleinen Folge unter der Woche. So witzig war der gerade. Ich fand den nicht schlecht. Du kannst ja über die einfachsten Dinge lachen. Es ging ja um Elisa, die Hörerin, die gefragt hat, mein Pferd macht unter mir manchmal einfach, was es will und haut ab und lässt sich nicht… Nicht unter ihr, sondern an der Hand, hat sie doch gesagt. Es lässt sich nicht mehr lenken. Oder auch unter ihr. Ich glaube unter ihr, aber es wurde nicht so ganz deutlich. Aber es macht jedenfalls… Es ist ja noch schlimmer, wenn sie drauf sitzt und der Kind einfach in eine andere Richtung. Ich habe das gar nicht so interpretiert, sondern ich habe gedacht, dass er das nur macht, wenn sie ihn an der Hand hat. Aber wenn sie drauf sitzt, ist ja noch schlimmer. Voll. Jedenfalls hat sich Elisa bei uns bedankt via Spotify, über die Spotify-App, über die sie uns auch die Frage gestellt hat. Und also ich hatte ja noch den Gedanken, dass man ja auch mit der Yellowstone-Methode, mit der Netflix-Serie Yellowstone-Methode antworten könnte. Da gab es doch auch diesen einen Cowboy, der Cowboy werden sollte und nicht reiten konnte. Den haben sie einfach mit so Gaffa-Tape auf das Pferd.

[3:48] Er konnte nicht runterfallen, weil er war festgeklebt. Also das, liebe Elisa, also probier erstmal die Tipps, die wir dir gegeben haben in Folge 343. Wenn alles nichts hilft, dann ist vielleicht die Sache mit dem Gaffer-Tape noch ein Weg, den man gehen könnte. Aber wenn das tatsächlich so ist, dass er das auch macht, wenn sie drauf sitzt, das ist natürlich schon übel. Dann gibt es da nochmal ganz andere Tipps. Okay, ach, dann gibt es nochmal ganz andere Tipps. Naja, aber was nützt mir denn, wenn ich draufsetze? Nützt mir ja zum Beispiel das Knotenhalfter nichts oder die Führkette.

[4:20] Spüre ich, wie ich denke. Stimmt, du warst so in der Antwort. Ich habe dir so fasziniert zugehört. Ich bin ja auch.

[4:28] Und dabei stimmt Knotenhalfter, Führkette. Ich meine das mit diesem Argument, dass das Pferd erstmal in der Hierarchie begreifen muss. okay, Mensch ist dann doch nochmal eine Stufe über mir und was der sagt, gilt und da habe ich doch bitte zu folgen. Also das gilt ja wahrscheinlich in allen Lebenslagen, egal wo der Reiter ist, ob jetzt drauf, unten, wie auch immer. Genau. Es gibt übrigens zwei tolle Bücher von Michael Geidner, Be Strict. Und dann gibt es auch den zweiten Teil, Be Strict im Sattel. Also vielleicht ist das nochmal so ein Lesetipp, wenn das Pferd das wirklich auch macht, wenn sie drauf sitzt, Dann würde ich auch raten, Trainer dazuholen und mit dem Trainer gemeinsam Lösungen erarbeiten. Gibt es noch einen goldenen Gedanken, außer Gaffer-Tape, wenn man im Sattel sitzt, wenn das Pferd zum Beispiel in eine Richtung geht, wo man gar nicht will, dass es hingeht? Also was kann man dann machen? Was ist dann, hast du so aus der Schnelle, aus der Hüfte geschossen noch irgendwie so ein? Das ist schwierig, aus der Hüfte geschossen, weil man nicht so genau weiß, warum macht das Pferd das? Also wie gut ist die Reiterin? Das kann ich alles, also da pauschal einen Tipp zu geben, das wäre glaube ich nicht so seriös. Aber da wäre der oberste Tipp, hol dir einen guten Trainer, der sich das anguckt und dann mit dir gemeinsam eine Lösung findet. Das Pferd in eine Kurve lenken, bevor es rennt in eine Richtung? Ja, wenn das noch geht. Also das habe ich auch mit Globus früher, als der noch etwas ungestüm war im Gelände.

[5:53] Wenn der im Gelände durchgehen wollte, dann habe ich den in die Wolte zur Not auch in den Acker gelenkt, dass der wieder bremst. Aber manche Pferde lassen sich dann nicht mehr lenken. Das schreibt sie ja auch, dass er sich nicht mehr lenken lässt. Und dann ist mit der Wolte doof. Stimmt, weil dann kann man lenken, wie man will, aber es geht gar nichts mehr. Deshalb einen guten Trainer dazu holen. Ich glaube, das ist der goldene Tipp. Worüber reden wir heute? Wir reden heute über, Stichwort Trainer, in deinem Fall Trainerin. Es gibt jemand Neues in… In dem Pferdepodcast Universum, im Jenny-Versum, gibt es jemand Neues und den hast du, diejenige hast du gestern mal ausprobiert. Ich glaube, wir sind ja immer freizügig mit Namen, das machen wir jetzt mal nicht. Oder hast du sie schon in das Jenny-Versum reingesogen? Ich würde den Namen jetzt erstmal noch nicht sagen, aber ich bin über eine Freundin drangekommen und ich kenne sie auch vom Sehen. Ich weiß, wer sie ist. Ich weiß, wie sie reitet. Ich habe sie ein bisschen gestalkt bei Clip My Horse. Sie hat letztes Jahr die Qualifikation der jungen Tressurpferde auf dem Schafhof gewonnen.

[7:01] Und super schönes Pferd, ein sehr imposanter Hengst und den habe ich gestern auch live gesehen. Und ich habe mir das dann auch angeguckt und habe dann meine Freundin gefragt, meinst du denn, ich könnte da, die hat ihre Pferde da stehen und ich meinst, ich könnte mal kommen. Und der Erfolg gibt ihr Recht, also alle ihre Schüler sind super erfolgreich, reiten total schön Und ich habe schon länger damit geliebäugelt, ob die wohl noch Schüler nimmt, ob ich bei der mal reiten kann. Aber ich wusste nicht so richtig, wie ich da rankomme. Und jetzt waren wir, letztens waren wir Essen und meine liebe Freundin Andrea, ich habe sie dann gefragt, meinst du, du könntest mal für mich ein gutes Wort anlegen, ob ich denn mal kommen kann? Und dann hat es tatsächlich geklappt. Also wir haben Kontakt aufgenommen und wir haben telefoniert. Und dann war ich dann gestern das erste Mal da mit dem AC. Und ja, was soll ich sagen? Davon erzählst du dann ein bisschen. Der Manni muss ja vorher noch spielen. Ich muss es noch gar nicht erzählen. Achso, jetzt bremst du mich wieder aus. Den Manni habe ich vergessen. Manni, dann fiedel mal schnell und dann kann ich weitererzählen. Sonst verliere ich den Faden. Wir haben außerdem noch Konstanze Wiesner zu Gast. Wir haben noch, du bist so, das ist Wahnsinn, ne? Also auch sehr introvertiert.

[8:09] Man muss sich nur anpieksen. Wenn mich was begeistert, dann kann ich es noch erzählen. Genau, und dann muss es dann halt doch raus. Wir haben noch Konstanze Wiesner zu Gast unsere Mentaltrainerin, die dich ja auch so toll auf die Europameisterschaft im vergangenen Jahr das HFI Europa-Championat in Stadl-Paura vorbereitet hat, und zwar mental. Sie ist Mental-Coach und sie hat wieder einen Mental-Hack für uns. Sie hat die zwölf Eigenschaften mitgebracht, die mental starke Sportlerinnen und Sportler, Reiterinnen und Reiter mitbringen und an den Tag legen. Und Constanze wird das näher erläutern und wir machen danach, und das kann jede Hörerin, jeder Hörer auch machen für sich, wir machen danach noch den schnellen Test auf einer Skala von 1 bis 10, wie gut bist du in den jeweiligen Punkten?

[8:59] Also bist du mental stark oder muss man da noch irgendwie nacharbeiten? Der Manni, unser Orchestermusiker, der die Pferde-Podcast-Hymne spielt, ist immer mental sehr stark, wenn er seine Violine in die Hand nimmt und das macht er genau jetzt, die Hymne des Pferde-Podcasts und dann geht’s los.

[9:17] Music.

[9:38] Jenny, du warst schon so schön in Fahrt. Die neue Trainerin, das ist ja immer ganz interessant. Wir haben ja auch schon mal erzählt, dass du oder dass dir das so ein kleines bisschen fehlt. So jemand, der konstant hier in der Region mit dir arbeiten kann. Du hast oft teilgenommen, also wenn sozusagen namhafte Trainer mal hier waren und Lehrgänge gegeben haben. Das gibt es auch, diese Konstellation. Raimund Wille ist so ein Stichwort, kennen ja auch viele, weil es schon häufiger mal Thema war hier. Und das war immer so deine Strategie, aber eigentlich, was ja nie aufgehört hat, war so dieses sich umgucken. Gibt es auch jemanden hier so im Weite, im Schwarzwald, also ich sage jetzt mal, einen Umkreis von einer Stunde fahren oder so, also was noch okay ist für eine Trainingseinheit, wo man vielleicht auch mal regelmäßiger dran sein könnte, wo man, ja genau, also das ist immer so im Hinterkopf gewesen.

[10:33] Und möglicherweise, muss man sagen, bist du fündig geworden. Du hast jetzt gerade schon ein paar Stichworte genannt. Eine Frau, zu der du gestern mit ACDC zum ersten Mal hingefahren bist. Vielleicht einfach, dass du auch mich, wir haben auch nur sehr rudimentär darüber gesprochen, mich mal so mitnimmst.

[10:51] Was sind denn so die Ansätze gewesen? Weil, also das muss man auch vielleicht dazu sagen, du bist also sehr begeistert wieder nach Hause gekommen. Du hast gesagt, das war richtig geiles Training. Also es hat ihr gut gefallen, was ihr da gemacht habt. Genau, es hat mir sehr gut gefallen. Also sie hat sich den Haflinger-Essen angeguckt, sagt, reiht doch mal ein bisschen. Dann mache ich mir mal so, verschaffe ich mir einen Eindruck.

[11:12] Und sie ist ja ein toller Haflinger. Also das hat sie auch gleich gesagt, der bewegt sich gut. Der hat viel Grundschwung für einen Haflinger. Also das sind alles schon Pluspunkte. Und womit wir ja immer noch so ein kleines bisschen zu kämpfen haben, das ist, dass ich zu viel mache. Ich habe gesagt, ich will nicht mehr so viel ackern. Ich will einfach ein bisschen feiner reiten. Ich will nicht Spureneinsatz, Gärte. Da will ich eigentlich weg von. Und das ist das, was mir nicht so behagt. Und natürlich, ich kriege den Haflinger dazu, dass der alle Lektionen macht. Aber ich muss immer sehr viel dran sitzen und sehr dran sein an dem Pferd, dass ich den geschlossen halte, dass der vorne mir nicht runterfällt und so. Und das war gestern ein ganz neuer Ansatz. Sie sagte, eigentlich wollen wir ja die Pferde dahin bekommen, dass sie die Dinge tun durch positive Erfahrung. Also dann haben wir so angefangen im Galopp, lass doch mal die Beine einfach hängen, mach mal gar nichts. Mach einfach mal gar nichts, sitz mal nur drauf und schwing mit und galoppier. Und wenn er ausfällt, galoppierst du wieder an. Und einfach mal, dass das Pony versteht, wenn ich sage galopp, dann muss er so lange galoppieren, bis ich sage nicht mehr galopp. Also so ein bisschen wie diese Westernreiterlogik, die arbeiten ja auch immer nur mit Impulsen.

[12:28] Und das ist für mich sehr ungewöhnlich, wie ich soll jetzt nicht irgendwie so drücken und quetschen. Ich bin noch diese Generation, die so reiten gelernt hat. Hundertmal die Play-Taste drücken sozusagen. Und dabei müsste eigentlich auch reichen, einmal die Play-Taste drücken und bis ich umschalte, alles klar ist. Genau, also das ist auch für mich ein Lernprozess und auch für das Pony. Der hat es relativ schnell kapiert. Okay, die lässt mich einfach in Ruhe galoppieren.

[12:52] Und natürlich kann ich natürlich mit meinen Gewichtshilfen, denen das auch dazu bringen, kommen ein bisschen mehr, ein bisschen weniger. Ich muss das Bein gar nicht immer so sehr einsetzen, wie ich das gewohnt bin. Und wenn ich für mich alleine reite, das auch oft merke, oh scheiße, das ist schon wieder zu viel. Und man muss sich wirklich auch so ein bisschen konzentrieren, zusammenreißen, dass man die Pferde mal machen lässt. In der Theorie will ich da ja immer hin. Mir hat aber so ein bisschen diese Anleitung gefehlt, wie komme ich denn da hin? Und wie reagiere ich denn, wenn er jetzt halt einfach ausfällt? Und wir haben das dann auch wirklich lange, also eine ganze Zeit lang auch wirklich so geübt, wenn er ausfällt, wieder angaloppieren. Und irgendwann hat er verstanden, okay, wenn ich ausfalle, ist das mühsam, dann muss ich wieder angaloppieren, dann galoppiere ich einfach weiter. Und der ist dann wirklich am Ende galoppiert, einfach fluffig. Ich saß nur drauf und war schön.

[13:40] Und das war so diese… Und innerhalb von einer Trainingseinheit, das ist ja schon bemerkenswert. Also das muss ich natürlich erst festigen. Wenn ich jetzt morgen, heute hat er frei, wenn ich jetzt morgen wieder reite, dann muss ich wieder neu erklären. Ich möchte, dass du das so machst und so machst. Und dann sind wir ganz, ganz viele Übergänge geritten. Also das ist auch das, was sie gesagt hat, was ich auch immer wieder sage. Also wenn ich einen Übergang oder alle Übergänge ordentlich reiten kann, dann kann ich alles reiten. Es geht hier nicht um die Lektionen, sondern es geht darum, diese Übergänge. Das habe ich ja noch nie gehört, den Gedanken hier. Ja, aber die Übergänge müssen einfach funzen. Und der muss zum Beispiel auch …

[14:16] Vom Galopp in den Trab, er fällt dann ganz oft vorne runter, der muss aber auf dem Hinterbein die Last aufnehmen und der muss ordentlich durchperieren. Rechts funktioniert das schon ganz gut, links ist so ein bisschen unsere Problemseite und da haben wir ganz viel daran gearbeitet, dass wir einen ordentlichen Galopp-Trabübergang haben, ohne dass der in den Schritt fällt, dass der vorne runter fällt, sondern dass der wirklich auf dem Hinterbein den Übergang macht und dann flüssig weiter trabt. Der darf nicht stocken und der muss auch mit dem Hinterbein angaloppieren. Ganz oft galoppiert er mit dem Vorderbein an. Und ich habe auch gestern den Unterschied gemerkt. Hast du gemerkt, jetzt Vorderbein, jetzt ist er richtig angaloppiert. Und diese ganzen Übergänge auch mal zulegen. Also wir sind die ganze Einheit nur auf Zirkel geritten. Wir sind, ich glaube, einmal ganze Bahn oder so. Aber das war so, wir fangen jetzt an, diese Übergänge zu perfektionieren. Und sie sagte dann auch, jammern auf hohem Niveau, gar keine Frage. Tolles Pferd, der ist super ausgebildet, der macht das alles, aber du willst ja weiterkommen. Und du willst ja nicht in eine M-Tressur reiten und dann nach vier Minuten ein Sauerstoffzelt brauchen. Du willst dich doch nicht anstrengen. Das Pferd soll von ganz alleine laufen. Und das war so meine Idee davon, dass ich gesagt habe, ich will nicht mehr so viel ackern. Und ich will, dass dieses Pferdchen einfach fluffig vor mir herläuft, egal ob im Schritttrab oder Galopp und ich will ihn nicht auffordern müssen, jeden Schritt rausreiten müssen. Früher hat man das noch so gesagt, du musst jeden Schritt reiten.

[15:45] Nee, ich muss jeden Schritt mitschwingen und sitzen, aber ich will nicht ackern und klopfen und ich will ein ruhiges Bein haben und will wirklich feines Reiten und das ist so der Weg mit ihr dahin. Ich glaube, dass wir das hinkriegen, zumindest mit dem Benny und dem AC, ist jetzt auch für die Ausbildung von Benny ganz, ganz wichtig, dass der nichts Falsches lernt. Der soll auch lernen. Mein Bein liegt da einfach nur dran. Und er macht trotzdem. Genau, und wenn die Wade ein bisschen drückt, dann heißt es immer nach vorne. Und das ist auch jetzt, wo ich wirklich Wert drauf lege, dass ich den Benni da nicht irgendwie zerdrücke und zerquetsche, sondern der soll einfach fluffig nach vorne laufen. Ich will die Hand dahin stellen, der soll da ran reiten, der soll da ran laufen im Trab, im Galopp, im Schritt und der soll ganz fein zu reiten sein. Das ist so mein Ziel.

[16:35] Du wirst wahrscheinlich von der Basis, die du gelegt hast, mit den Übergängen, weil das war natürlich eben gerade ein Spaß, diese Bemerkung, das habe ich ja hier noch nie gehört im Podcast, also dieses Stichwort, ich bin Übergänge geritten und auf die Übergänge kommt es an und dann, wenn die sitzen, dann kann man alles reiten. Also das ist ja geradezu mantraartig, trägst du das ja immer wieder vor hier. Also von daher theoretisch, also da müsste schon mal eine ganz, ganz okaye Grundlage auch da sein. Ja, wir haben beide festgestellt, dass das wirklich Jammern auf hohem Niveau ist. Tolles Pferd, also sie war auch ganz angetan von AC und hat gesagt, der macht das super. Also es ist überhaupt, ich habe gar nicht so viel zu meckern. Und na klar, wenn man halt wirklich in diese Richtung will, dann halt auch irgendwann mal Serienwechsel reiten und so. Dafür sind halt diese Übergänge enorm wichtig. Und dass der einfach auch fleißig nach vorne weiter trabt, egal was ich reite. Der muss vor meinem Bein bleiben. Ja, okay, verstanden. Was ich aber auch verstanden habe, dass das für dich schon, also so ein bisschen alte Schule, neue Schule, also das ist schon eine Umstellung für dich und mehr auch als nur so eine Feinheit, so dieses, ich muss alles selber rausreiten, nee, nee, man muss einmal sagen, so mit dem Impuls geben.

[17:54] Also das braucht dann schon auch ein bisschen Zeit. Und da muss man auch, also erstmal passiert auch das, wovon du befürchtet hast, dass es passiert. Also du gibst nicht den Impuls und dann passiert es auch nicht. Also darauf muss man schon eingestellt sein. Wenn jetzt vielleicht Leute zuhören und sagen, spannender Ansatz, probiere ich auch mal. Also das ist ja nicht ganz von der Hand zu weisen, dass das dann auch passiert, wenn man erstmal sagt, okay, ich reite nicht mehr jeden Schritt raus, dass dann auch so dieses Ausfallen, also das ist, Genau, das gehört dann dazu und das gehört auch zu dem Lerneffekt. Und ganz wichtig war mir auch so, die Pferde lernen das durch diesen positiven Effekt. Wenn sie laufen, dann ist kein Druck da. Dann sitze ich da einfach drauf und entspanne mich und gebe dem Pferd ein gutes Gefühl. Uta Kräf hat das auch immer in ihren Rehorse-Lehrgängen gesagt, jetzt gebe ich dem Pferd ein gutes Gefühl.

[18:54] Und dann dachte ich immer so, okay, was macht sie genau? Sie lässt den Druck einfach weg und sie legt das Bein nur ganz leicht an und die Pferde lernen durch diese positive, sie fühlen sich dann wohler, wenn der Druck weg ist, wenn da nicht einer ständig quetscht und drückt und mit dem Sporn da reinhackt. Und die Pferde lernen das eigentlich ganz schnell durch diese positive Erfahrung. Was grinst du jetzt? Grinst du mich jetzt an? Nee, nee. Ich lächle dich freundlich an. Also das ist schon auch sowas, was mir sehr gut gefällt und ich bin ja jetzt lange, lange Zeit auch anders geritten, auch bei Trainern und Trainerinnen, wo eigentlich der Schwerpunkt immer war so, jetzt musst du mal ran und dann jetzt komm, mach ihn mal an und das Hinterbein. Ich wollte gerade sagen, also das, was du da veranstaltet hast, ist ja, also hat ja bei vielen Trainern, ist ja genau deren Schule. Also das stößt auf keinerlei Irritationen, sondern ja, genau so muss man es machen. Genau. Das ist aber auch noch, früher hat man so reiten gelernt. Also auch so diese Trainer, die schon ein bisschen älter sind und so.

[19:56] Das ist noch so dieses von früher, ich kann mich noch erinnern, dass der Reitlehrer immer gesagt hat, jetzt musst du das Kreuz dran und die Beine müssen dran und Knie zu. Oh, das war, aber da ist man längst weg von. Nichts mehr Knie zu. Man macht den Oberschenkel auf, man macht die Knie auf, um mit der Wade besser ans Pferd zu kommen. Und dass man nicht so einen Druck hat. Weil wenn man sich jetzt vorstellt, das ist übrigens in Yellowstone auch total toll erklärt in einer Szene, als der Cowboy werden wollte und hat dann sich auf das Pferd gesetzt und hat sofort die Beine so dran gepresst. Dann hat das Pferd sich unwohl gefühlt und fing das Bocken an.

[20:31] Und dann hat er das erklärt, stell dir mal vor, jemand drückt dir halt wirklich die Rippen zu und dann ist dir das auch unangenehm und dann willst du das loswerden. Wenn du aber ganz locker da drauf sitzt und gar nicht so viel Druck machst, dann kann das Pferd sich auch unter dir viel lockerer bewegen. Und das war halt vor 20 Jahren hatte man diese Erkenntnis einfach noch nicht. Warum auch immer, keine Ahnung. Aber heute ist ja mehr so dieser Weg hin, wir wollen zu mehr Leichtigkeit und wir wollen auch so ein bisschen oder viel mehr dahin, dass das Pferd auch Spaß daran hat. und dass das Pferd sich nicht unwohl fühlt. Und da bin ich ja total dabei und ich bin auch bereit, wirklich das zu lernen und an mir zu arbeiten, auch wenn ich für mich alleine reite, dass ich wirklich sage, okay, wie fühlt sich das jetzt für das Pferd an und wie kann ich das so machen, dass das Pferd sich wohl fühlt? Bereit sein für Veränderung. Wenn du jetzt wüsstest, was ich weiß, dann wüsstest du, dass das im Laufe dieses Podcasts nochmal eine Rolle spielen wird. Ich bin gespannt, ob das bei Klexi auch wirkt.

[21:30] Und ich erst. Und du legst jetzt gerade schon mal so den Teppich aus, hin zu den anderen beiden Flitzpiepen, die es ja dann auch noch gibt.

[21:42] Benni und Klecks. Benni ist im Zeugenschutzprogramm, was so Turniere angeht und so weiter. Aber natürlich machst du ja auch was mit denen und es gibt ein sehr süßes Video. Ich muss mal gucken, wann ich das verarzte und verarbeite. Das müssen wir auch noch posten. Er steht dann schon, also der ist schon schlau und der weiß, was passieren wird. Und jetzt war heute so ein Tag, wo er genau wusste, es geht heute mal wieder raus und so. Und das macht Spaß und das macht Bock.

[22:15] Ich wollte jetzt gerade sagen, wenn das Pferd sprechen könnte, das Pferd kann ja sprechen in dem Fall, es spricht ja einfach. Ach, der weiß genau, wenn ich ihm nur die Trense anziehe und der hat noch keinen Sattel drauf. Okay, dann gehe ich ins Gelände mit dem Klexi. Das weiß der. Und der hat die Trense an und marschiert sofort zum Ausgang und wartet da, bis wir fertig sind. Und so war es heute. Jetzt kommt doch endlich. Ich stehe doch schon mal hier. Also es ist total niedlich. Also er war auch inzwischen ab und zu dann auch ein bisschen ungeduldig. Dann steht er schon unten und scharrt mit den Hufen. Und so können wir jetzt los. Und das habt ihr dann gemacht und es war schön. Es war super schön. Wir haben keinen Wolf gesehen. Wir waren ganz einsam. Wir sind niemandem begegnet. Kein Auto, kein Traktor, kein gar nichts. Es war herrlich. Stichwort Wolf fällt mir ja jetzt gerade wieder ein. Wo du das Stichwort nennst, das Wolfsblinklicht, ist gestern auch bei uns in der Post gewesen. Ja, es funktioniert nicht. Ich habe es heute Morgen schon probiert, aber es blinkt nicht. Ich weiß nicht, was ich falsch mache. Wie? Das ist ja krass. Ja, ich mache bestimmt irgendwas falsch. Vielleicht ist der Erdspieß nicht richtig in der Erde oder die Erde ist zu trocken oder ich muss es an anderer Stelle mal testen. Der Erdspieß. Hatte ich jetzt aber heute Morgen keine Zeit mehr.

[23:26] Soll ich mal den Themenwechselknopf drücken, dass wir von Wölfen zur Mentalwölfin kommen können, die es ja auch noch gibt, oder hast du noch irgendwas? Nein.

[23:37] Konstanze Wiesner, die Frau, die zumindest dazu beigetragen hat, dass im vergangenen Jahr dein Start beim Hufflinger Europa-Championat mit ACDC sehr erfolgreich war. Das war ganz toll. Ihr seid Zweite geworden in der Zwei-Sterne-M-Kür. Und wenn das in der regulären M noch ein bisschen besser gelaufen wäre, dann hätte das vielleicht auch in Sachen, also das hat ja Bock gemacht auf mehr, in Sachen Championatswertung, Europa-Champion. Ich träume ja noch davon. Ich glaube, ich habe nur Fünfte in der Gesamtwertung. Aber Zweite in der Kür.

[24:18] Genau, Zweite in der Kür. Ich meine so, das ist ja, man hat dann schon so ein bisschen mal die Sonne gesehen, weißt du? Du meinst, in zwei Jahren müsste ich da aber eigentlich mal hier so eine Scherpe mitbringen. Was ist denn, also denkst du da eigentlich schon auch so dran irgendwie? Es geht so schnell vorbei auch wieder, bis die nächste EM ist. Ja, natürlich denke ich dran. Ob ich da die S schon schaffe, keine Ahnung. Also man muss ja auch Erfolge vorweisen. Ich muss zumindest mal S gestartet sein. Wir sind ja jetzt noch so auf diesem Weg. Ein Sterne M, so zwei Sterne M. Ja, traue ich mich noch nicht so rein. Also ich liebe Eugel immer mehr so mit den Tressurreiter M-Prüfungen. Aber alles, was so ein bisschen höher geht, bin ich noch so ein bisschen. Wir warten noch ein bisschen. Aber in der nächsten Saison vielleicht auch vermehrt mal zwei Sterne M-Prüfungen gehen. Diese 60 Meter schrecken mich schon immer ab. Das ist für den Haflinger echt weit. Naja, das sind weite Wege, das ist anstrengend. Da muss ich immer gucken, welche Prüfungen da ausgeschrieben sind. Es gibt ja auch zwei Sterne im Prüfung, die wirklich schön zu reiten sind, aber jetzt diese Saison erstmal und wenn es eine L-Tressur auf 60 Meter gibt, dann würde ich das auch reiten, weil um einfach da auch so ein bisschen routinierter zu werden in der L-Tressur und das kann er ja schon ganz gut und es gibt glaube ich im Juni nochmal zwei L-Tressuren auf 60 Meter, die werde ich auch nochmal reiten.

[25:42] Aber du hast schon recht. Also zwei Jahre klingt jetzt erstmal noch total lang hin, aber wenn man dann überlegt, dass du dann vor der Entscheidung stehst oder es und so weiter und eigentlich könnte ja der Gedanke sein, dann schon in der Esstressur unterwegs zu sein und dann schrumpft so ein Zeitraum von zwei Jahren auf einmal angesichts der Aufgaben. Also ist es auf einmal gar nicht mehr so lang hin. Also das ist schon, ja, wie immer knifflig. Wie geht man da vor und wie macht man das am besten und wie baut man das am besten auf?

[26:13] Jedenfalls, Konstanze Wiesner, könnte ich mir vorstellen, wird, egal wie auch immer der Plan dann ist, auch in zwei Jahren noch an unserer Seite stehen. Sie ist ja Mentalexpertin, sie coacht Sportlerinnen und Sportler, ist selber total erfolgreich im Reitsport unterwegs, Vielseitigkeit auf M-Niveau, glaube ich. Du verfolgst es immer, ne? Ich glaube, ja. M-Springen auf jeden Fall, ja. Ja, also sie weiß auch reiterlich, wovon sie spricht, wenn sie sozusagen dich jetzt gecoacht hat mit Blick auf das Europa-Championat. Und es hat sich so ein bisschen eingebürgert. Also wir hatten die Mental-Coachings mit dir, haben wir hier im Pferde-Podcast zum Teil eins zu eins übertragen. Und wir haben auch immer vereinbart, so in losen Abständen, dass Konstanze so 10-15-minütige Mental-Hacks einfach mal bei uns vorbeibringt. Und sowas haben wir auch heute wieder am Start.

[27:12] Konstanze Wiesner hat für uns heute die zwölf Eigenschaften, die mental starke Sportlerinnen und Sportler an den Tag legen und die sie auszeichnen. Und jeder kann für sich selber mal überprüfen, bringe ich das selber auch eigentlich

[27:28] so mit und wie liege ich denn da so im Rennen? Wir freuen uns sehr, dass sie heute mal wieder bei uns zu Gast ist im Pferde-Podcast, Konstanze Wiesner. Ich freue mich, dass ich wieder einmal Gast im Pferde-Podcast sein darf. Und heute habe ich ein ganz spannendes Thema mitgebracht. Und zwar möchte ich euch zu zwölf Eigenschaften mental starker Sportler oder auch mental starker Reiter erzählen. Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr daraus wie so einen eigenen Test machen, wo ihr als Sportler, als Reiter, als Reiterin steht, was eure Eigenschaften der mentalen Stärke anbelangt. Was braucht ihr dazu? Eigentlich nur ein weißes Blatt Papier. Und auf diesem weißen Blatt Papier könnt ihr mal von 1 bis 12 untereinander durchnummerieren. Ich werde euch nämlich jetzt die 12 Eigenschaften mental starker Sportler kurz erläutern und ihr könnt dann jeweils von 1 bis 12 eine Einschätzung auf einer Skala von 1 bis 10 machen. Vielleicht macht ihr daneben einen Strich, neben die 1 zum Beispiel, dass ihr sagt, wenig ausgeprägt ist 1 und 10 ist total stark ausgeprägt.

[28:40] Also, ihr braucht ein weißes Blatt Papier, durchnummerieren von oben nach unten von 1 bis 12 für die 12 Eigenschaften und jeweils neben die Ziffern 1 bis 12 einen langen Strich für die Skala von 1 bis 10. 1 ist wenig ausgeprägt und 10 ist stark ausgeprägt. Vielleicht stoppt ihr jetzt kurz den Podcast, bevor es weitergeht und wir mit der ersten Eigenschaft starten, was mental starke Sportler tun und auch was sie nicht tun.

[29:09] Also fangen wir an mit der ersten Eigenschaft. Mental starke Sportler setzen sich ambitionierte Ziele, statt planlos durch die Welt zu gehen. Sie wissen ganz genau, was sie wollen. Sie wissen auch, wie man sich Ziele formuliert, nämlich positiv und messbar und so weiter. Dazu hatten wir ja bereits mal eine Folge im Podcast. Und wenn ihr auch ambitionierte Ziele für euch gesetzt habt, dann könnt ihr euer Kreuzchen weiter rechts setzen. vielleicht bei 8, 9 oder 10. Wenn ihr nicht mit Zielen arbeitet oder sie vielleicht auch nicht ganz so ambitioniert sind, dann könnt ihr das Kreuzchen weiter nach links setzen, auf weniger ausgeprägt. Kommen wir zur zweiten Eigenschaft. Mental starke Sportler suchen den langfristigen Erfolg, statt den sofortigen Erfolg zu erwarten. Was heißt das übersetzt? In der Reiterwelt sehen mental starke Reiter das eine Turnier gar nicht allzu wichtig an und auch nicht das zweite und dritte Turnier. Sie sehen eher den langfristigen Erfolg. Vielleicht arbeiten Sie auf ein bestimmtes Turnier hin oder auf ein bestimmtes Ereignis und am Ende genießen Sie die Reise. Also sind mental starke Sportler eher Langstreckenläufer als kurze Sprinter und deswegen ist auch das einzelne Turnier nicht so wichtig, was automatisch Leichtigkeit bringt.

[30:29] Dritte Eigenschaft. Mental starke Sportler sind bereit, sich zu verändern und suchen sogar die Veränderung, statt Veränderung zu vermeiden. Also wenn du bereit bist, dich zu verändern und sogar die Veränderung suchst, dann gehört das Kreuzchen weiter nach rechts auf die Skala, Richtung 7, 8, 9, 10. Und was heißt das zum Beispiel in der Reiterwelt, dass man bereit ist, sich zu verändern oder sogar die Veränderung sucht? Am Ende geht es darum, jeden Tag zu schauen, was kann ich besser machen, was kann ich optimieren. Wenn zum Beispiel die Trainingsbedingungen nicht passen, dann suchen mental starke Sportler die Veränderung. Was kann ich verändern? Kann ich den Stall wechseln oder kann ich vielleicht am bestehenden Stall Dinge optimieren? Ist mein Team gut aufgestellt? Wenn nein, was kann ich daran verändern? Reicht es vielleicht manchmal einfach, störende Dinge anzusprechen bei meinen Teammitgliedern? Ich muss es ja nicht gleich komplett austauschen. Oder stört mich vielleicht an meinem Trainer, dass er das Feedback nicht deutlich genug gibt und ich ihn nicht verstehe. Da suchen mental starke Sportler die Veränderung, sprechen es an und wenn es durch Gespräche und so weiter keine Veränderung gibt, dann gehen sie auch den nächsten Schritt und tauschen beispielsweise etwas aus und verändern etwas.

[31:42] Vierte Eigenstift. Mental starke Sportler haben einen positiven Fokus auf die Dinge, statt sich selbst zu bedauern. Sie sehen die Dinge, die positiv sind, freuen sich darüber und feiern auch die Feste und die Erfolge, anstatt sich selbst zu bedauern, ach ja, dass das wieder mir passiert, war ja klar, immer passiert mir so etwas. Das würden mental starke Sportler eher nicht sagen. Fünfte Eigenschaft, mental starke Sportler halten die Zügel in der Hand und halten die Kontrolle über ihre Gefühle, anstatt anderen, wie Trainer, Freunde und so weiter, die Kontrolle über ihre Gefühle zu geben. Sie sind also Herr der Lage und können stets darüber entscheiden, ob sie über eine bestimmte Situation frustriert sind, sich darüber freuen, wie sie sie einschätzen. Und selbst wenn dann ein Mensch, eine Person daherkommt und versucht, diesen Sportler klein zu machen oder etwas schlecht zu reden, der Sportler selber entscheidet, wie er zum Beispiel einen Turniereinsatz für sich verbucht, ob er gut war oder was er daraus lernen will. Aber ihm ist es nahezu egal, was andere dazu sagen. Was natürlich nicht heißt, dass er resistent gegen Feedback ist. Ganz im Gegenteil, konstruktives Feedback nimmt er sogar gerne auf. Aber die Kontrolle über die Gefühle, über seine eigenen Gefühle, die behält er stets in der Hand.

[33:03] Sechste Eigenschaft. Mental starke Sportler setzen Energie nur auf die Dinge, die sie kontrollieren können, den sogenannten Circle of Control, statt auf die Dinge, die sie nicht verändern können. Was man zum Beispiel nicht verändern kann, ist, wenn man zum Turnier kommt und das Wetter schlecht ist, der Boden schlecht ist oder die Konkurrenz. Ein Blick auf die Starterliste und man denkt um Gottes Willen oder die Uhrzeit, zu der man auf dem Turnier antreten muss. Damit verschwenden die mental starken Reiter keine Energie, sondern sie schauen auf das, was sie kontrollieren können. Nämlich, ob sie fokussiert sind, ob alles gut vorbereitet ist, ob sie mit genügend Zeit zum Turnier fahren, ob Sie einen Plan B im Kopf haben, wenn zum Beispiel das Wetter schlecht ist und und und. Das ist der sogenannte Circle of Control. Das, was Sie kontrollieren können, darauf fokussieren Sie sich, denn das haben Sie in der Hand.

[33:55] Siebte Eigenschaft. Mental starke Sportler machen Ihr Ding, statt es allen recht machen zu wollen. Wer den letzten Beitrag von mir im Podcast gehört hat, da ging es ja um innere Antreiber und mach es allen recht ist ja so ein Ding. Das denken mental starke Sportler garantiert nicht. Sie machen ihr Ding und es ist ihnen auch nahezu egal, was andere davon halten. Natürlich gehen sie nicht stumpf durch die Welt und treten ihr Umfeld mit Füßen, aber sie achten zunächst einmal auf sich, auf das, was ihnen gut tut und danach schauen sie natürlich auch auf ihr Umfeld. Aber es ist nicht Prio 1, dass sie allen gefallen wollen, es allen recht machen wollen.

[34:37] Achte Eigenschaft, die finde ich persönlich ganz besonders wichtig und wird gar nicht so oft in den Fokus gerückt. Denn mental starke Sportler gehen kalkulierte Risiken ein, statt lieber auf komplett Nummer sicher zu gehen. Mental starke Sportler würden zum Beispiel auf dem Turnier im Mitteltrab immer auf Risiko gehen, kalkuliert aber auf Risiko, um auf jeden Fall dann einen richtig dollen Mitteltrab zu zeigen. Statt obendrauf zu sitzen, bloß nicht zu viel, der könnte ja angaloppieren und dann bleiben Sie immer unter Ihren Möglichkeiten oder auch im Parcours. Sie gehen ein kalkuliertes Risiko ein. Sie kalkulieren lieber einen Fehler ein, dass der passieren könnte, aber gehen das Risiko ein und haben dann auch den Mut, zum Beispiel eine schnelle Runde im Stechen zu reiten. Und das, finde ich, ist ein ganz erhellender Punkt, sich da mal selber einzusortieren auf dieser Skala, was wir ja hier bei allen Fragen machen. Wie stark gehe ich eigentlich ein kalkuliertes Risiko ein bei den Dingen, die ich tue? Und wie gesagt, kalkuliertes Risiko. Nicht kopflos irgendwas tun, aber kalkuliertes Risiko. Und ich persönlich bin davon überzeugt, nur wer bereit ist, kalkulierte Risiken einzugehen, also auch mutig zu sein, der wird am Ende auch dann erfolgreich sein.

[35:54] Neunte Eigenschaft, mental starker Sportler. Sie sind im Hier und Jetzt, statt immer nur in der Vergangenheit zu schwelgen. Das kennt man ja auch. Damals war alles besser, früher war alles anders und besser. Nein, sie sind im Hier und Jetzt. Sie schauen, was sie jetzt gerade im Hier und Jetzt bewegen können, sind komplett in Verbindung zu sich selber, zu dem, was sie gerade tun und sind damit auch voll fokussiert. Zehnte Eigenschaft, sie sind bereit, Fehler zu machen. Statt Fehler aus Angst zu vermeiden und dann denselben Fehler trotzdem immer wieder zu machen. Das ist ja schon fast verrückt und paradox. Also Sie sind bereit, Fehler zu machen und aus Ihren Fehlern zu lernen. Viele Sportler sagen sogar Danke zu sich selber, wenn sie diesen Fehler gemacht haben und analysieren dann, wie es zu diesem Fehler kam und was Sie beim nächsten Mal anders besser machen können, um einfach noch optimierter die Dinge angehen zu können. Und Fehler sehen Sie einfach nur als riesengroße Lernchance und freuen sich darüber.

[36:51] Elfte Eigenschaft. Mental starke Sportler haben eine hohe Motivation und Disziplin, statt immer wieder dem inneren Schweinehund zu erliegen. Wenn es also ein langer Tag war und abends doch noch eine Reiteinheit ansteht, dann sind sie motiviert und diszipliniert und machen das.

[37:10] Und naja, der innere Schweinehund wird vielleicht lieber auf der Couch liegen und eine dicke Portion Pommes essen oder was auch immer. Aber mental starke Sportler schaffen es, eine hohe Motivation an den Tag zu legen und diszipliniert, die Sachen anzugehen. Das liegt unter anderem daran, was wir ganz am Anfang hier gehört haben, dass sie sich Ziele setzen. Und immer dann, wenn man ein starkes Ziel, einen Leuchtstern vor Augen hat, dann ist es auch leichter, motiviert zu sein und diszipliniert zu sein. Es muss aber das richtige Ziel sein, denn wenn es nicht das richtige Ziel ist, vielleicht auch nicht das eigene Ziel oder wie auch immer, dann wirkt das natürlich nicht so stark. Und zuletzt haben mentalstarke Sportler die zwölfte Eigenschaft, sie gönnen anderen Menschen den Erfolg, statt Neid und Missgunst zu verspüren. Ja, da hat sich jeder vielleicht schon dabei erwischt. Mensch, dass der da mit dem Pferd so gut ist. Ja klar, das ist ja auch ein teures Pferd, muss da nur obendrauf sitzen und gewinnt jede Prüfung. Mit solchen Gedanken beschäftigen sich mental starke Sportler nicht. Sie schauen einfach, was sie selber tun können, werden auch gar keinen Vergleich zu anderen anstellen und sie gönnen anderen sogar den Erfolg. Das macht einen einfach leichter und dann ist einfach der Fokus auf einen selber.

[38:27] Also, das waren die zwölf Eigenschaften. Vielleicht nochmal zusammengefasst und ihr habt jetzt bestimmt schon euren Zettel mit den zwölf Kreuzchen, wo ihr auf der Skala steht. Das erste Thema war, sie haben Ziele. Das zweite ist, sie schauen auf den langfristigen Erfolg. Das dritte ist, sie suchen die Veränderung. Das vierte, sie lenken das auf den positiven Fokus. Sie halten die Zügel in der Hand. Sie schauen nur auf das, was in Ihrer Macht liegt, Stichwort Circle of Control. Siebtens, Sie machen Ihr Ding. Achtens, Sie gehen kalkulierte Risiken ein. Neuntens, Sie sind im Hier und Jetzt. Zehntens, Sie sehen Fehler als tolle Lernquelle.

[39:10] Elftens, Sie sind motiviert Und wenn ihr jetzt auf euren Zettel schaut und die Kreuzchen gesetzt habt, Dann seht ihr zum einen bei den Kreuzchen, die weiter links sind, wo ihr vielleicht Handlungsbedarf seht, wo ihr mit verschiedenen Methoden, vielleicht auch Mentalcoaching oder einfach einem guten Buch an die Dinge herangehen könnt. Das ist das eine, defizitorientiert. Schaut aber bitte gerne auch auf die Dinge, wo ihr die Kreuzchen ganz weit rechts gesetzt habt. Und genießt das zunächst einmal, denn das sind tolle Stärken, die ihr dort habt. Und diese Dinge noch weiter in den Fokus zu rücken, ist eine hervorragende Art

[39:53] und Weise, wie man einfach seine Teile der mentalen Stärke noch besser ausspielen kann. Denn meine Überzeugung ist, stärken sollte man stärken und vermeintliche Schwächen sollte man managen.

[40:06] Also, ich wünsche euch viel Spaß beim Analysieren eurer mentalen Stärke und viel Spaß beim Ableiten von Maßnahmen, von Handlungen, die ihr dafür jetzt für euch in den Fokus rückt. Und freue mich, dass ich wieder einmal zu Gast im Pferdepodcast sein durfte. Und Jenny, Chris, vielleicht habt ihr ja auch Lust, diesen Test mal zu machen. Bin gespannt, was eure Ergebnisse sind. Bis bald mal wieder. Tschüss zusammen. Konstanze Wiesner bei uns im Pferdepodcast. Und Jenny, es drängt sich ja nun förmlich auf, nach diesen zwölf Eigenschaften, die Constanze gerade beschrieben hat. Was zeichnet mental starke Reiterinnen und Reiter aus? Ganz kurz, im Staccato-Stil, auf so einer Skala von 1 bis 10. Also 1 ist ganz schlecht und 10 ist super gut. durchzugehen. Wie würdest du dich selber einschätzen bei diesen Eigenschaften, die mental starke Sportler mitbringen?

[41:10] Das Setzen ambitionierter Ziele. Wie gut kannst du das? Acht. Streben nach langfristigem Erfolg. Also nicht kurzfristig irgendwie, was erreiche ich am nächsten Sonntag, sondern ein langfristiges Ziel verfolgen. Nein. Bereit sein. Und da sind wir. Da schließt sich der Kreis. Bereit sein für Veränderungen. Also ja, schon. Ja, absolut. Ich bin der bereitwilligste Mensch für Veränderungen ever. Einen positiven Fokus haben. Also darüber haben wir ja auch viel gelernt. Und nicht so sehr an Negative. Und das will ich nicht. Da bin ich nicht so gut drin. Ich lasse mich oft so ein bisschen runterziehen. Da würde ich eher nur so die sechs oder so, glaube ich, geben. Ich muss viel positiver denken und viel mehr Selbstvertrauen haben. Kontrolle der eigenen Gefühle. Kommt drauf an. Sieben. Sich konzentrieren zu können auf Dinge, die im eigenen Kontrollkreis liegen. Zehn. Ehrlich? Ja, das kann ich gut. Sein eigenes Ding machen. Elf. Zehn. Elf, ja, genau. Kalkulierte Risiken eingehen. Da ist oft die Rede davon, dass du sagst, ich muss auch mal Risiko reiten. Also vor der Frage, konkret stehst du oft irgendwie. Sieben würde ich da sagen, ja.

[42:34] Mehr risikobereit als nicht risikobereit. Schon, aber könnte auch mehr sein. Genau, manchmal sage ich aber auch, da reite ich lieber auf Sicherheit. Im Hier und Jetzt sein. Also nicht irgendwie mit den Gedanken, Hans, guck in die Luft, sondern im Hier und Jetzt sein. Eine Acht. Die Fähigkeit, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Neun. Eine hohe Motivation und Disziplin. Zehn. Anderen ihren Erfolg zu gönnen. Zehn. Das kannst du wirklich gut. Ja, also ich freue mich, wenn jemand erfolgreich ist, freue ich mich von… Ich nicht. Du nicht? Nee. Wieso nicht? Ich geh mit. Aber du hast sogar keinen Nachteil davon, wenn du dich freust. Doch, also im Zweifelsfall ist ja der Erfolg der anderen verhindert ja, dass ich an deren Stelle bin. Also jetzt schon mal drüber nachgedacht. Der Erfolg der anderen verhindert doch nicht, dass du Erfolg hast. Das ist ja ein sehr schräges Denken. Ja, aber wenn wir auf demselben Spielfeld antreten, dann kann ja nur einer gewinnen zum Beispiel. Da gönne ich doch dem anderen nicht, dass der gewinnt. Ich will ja gewinnen. Weiß.

[43:47] Da lacht sie. Ich rede nicht gerade um den sogenannten Kopf und Kragen. Wenn auch ganz viele immer so sagen, die gönnt dir das nicht und so, das kann ich immer nicht so nachvollziehen. Weil wenn ich selber gut bin, dann gewinne ich halt. Und wenn der andere besser war, dann gewinnt der andere.

[44:06] Man fühlt sich so schlecht mit einem so guten Menschen. Genau, du kommst in den Himmel und bei mir wird schon angefeuert. Aber meine Schwester kommt viel mehr in den Himmel als ich. Bei mir wird aber schon angefeuert da ohne, weißt du. Du triffst den einen oder anderen wieder in der Hölle, freut sich schon, gell?

[44:26] Ja. Nein, also das mit dem Gönnen, und das ist ja im Reitsport auch oft so ein Thema, dass man sich das gegenseitig nicht gönnt. Also ich kenne Menschen in dieser Reitsportszene, die treten gegen irgendwelche Banden, damit sich Pferde erschrecken. Ja, das stimmt. Ja, die kenne ich auch. Aber wo ich wirklich so ein bisschen damit hadere, ist, wenn ich zum Beispiel eine Prüfung reite und weiß, es war gut und ich werde schlecht bewertet, wegen was auch immer. Und ich sehe dann auch in einer Prüfung jemanden reiten, der wirklich, also augenscheinlich einfach nicht gut reitet. Die Lektionen sind nicht und der wird dann besser bedatet. Dann denke ich schon so, also dann habe ich keine Missgunst, aber das ärgert mich. Also das geht schon auch an mich und das ärgert mich. Aber das heißt nicht, dass ich demjenigen dann den Erfolg nicht gönne. Ich war ja auch schon erfolgreich, obwohl ich gemerkt habe, oh Gott, bin ich scheiße geritten. Und wenn die anderen das gesehen haben und denken, sowieso, kriegt die denn eine 7? Die ist doch scheiße geritten. Dann schäme ich mich immer. Wir haben genau gesehen, was ich denke. Ich glaube, das ist jetzt auch ein anderes Thema als dieses anderen den Erfolg gönnen. Aber wenn einer einfach besser ist und dann ist das so und dann finde ich das auch okay und dann kann ich mich auch freuen. Das ehrt dich ja auch wirklich sehr. Und bevor wir hier jetzt noch mit dem Arsch einreißen, was wir hier jetzt an positiven Vibes aufgebaut haben,

[45:48] bedanken wir uns sehr fürs Zuhören. Das war Folge 344. Hat viel Spaß gemacht.

[45:55] Lasst ein Herzchen da bei Spotify zum Beispiel und folgt uns. Es lohnt sich auch. Übrigens, das ist noch ein heißer Tipp.

[46:02] Bei Spotify, man kann auch unsere Folgen kommentieren bei Spotify und uns auf diese Art und Weise Nachrichten schicken und irgendwie Themen sich wünschen. Wie auch immer. Elisa hat das ja zum Beispiel gemacht. Und zu jeder Folge nehme ich auch immer so ein kleines Werbevideo auf, was in der Folge vorkommt. Und im letzten Video bin übrigens ich, Idiot, mit meiner ersten Reitstunde auf Oskar nochmal zu sehen. Oh ja, sehr sehenswert, müsst ihr euch angucken. Sehr sehenswert. Das ist so witzig. Und zwar ist es dieses kleine flimmernde Bildchen, was neben den Folgen immer, wenn man da drauf drückt, dann kommen auch die Videos. Aber vielleicht noch so eine Sache zu dem Erfolg gönnen oder nicht. Ich habe letztens irgendwo gelesen, dass Reiter, die dem anderen den Erfolg nicht gönnen, dass das oftmals darin begründet ist, wenn man zum Beispiel eine Prüfung gemeinsam mit einer Stallkollegin in einer Prüfung ist. Die Stallkollegin hat eine 7, und du hast nur eine 5,8.

[46:56] Und dass das dann derjenige, der schlechter ist, oft das Leichte erträgt, wenn der, den er kennt, auch schlecht ist. Weil geteiltes Leid ist halbes Leid. Und daraus wird vielleicht manchmal so interpretiert, die gönnt der das nicht. Aber ich glaube, es ist einfacher, wenn man zu zweit eine Niederlage oder eine Fünf-Vorm-Komma hat. Dann ist es zu zweit leichter zu ertragen als alleine. Aber wer so denkt, der kriegt Fußpilz und du nicht. In diesem Sinne, danke fürs Zuhören. Macht’s gut, habt eine pferdige Zeit. Tschüss. Tschüss.


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