
Wenn man sich den Pferdepodcast als eine Ansammlung von Erdbeerkörbchen und jedes Thema als eine Erdbeere vorstellt, dann ist diese Ausgabe Nummer 346 ein Körbchen mit ganz besonders süßen und schmackhaften und gehaltvollen Beeren – ein wahrer Leckerbissen!
Thema Nummer 1 ist eine Wundertüte: Jenny und Benny haben es getan! Unser Nesthäkchen Benny hat seinen ersten Turnierstart hinter sich gebracht. Wie hat er sich benommen in der ungewohnten und aufregenden Atmosphäre? Wie ist die Reitpferdeprüfung gelaufen?
Thema Nummer 2 ist unser Gast Adina Herzog aus dem Schwarzwald. Das leidenschaftliche Pferdemädchen spricht mit uns über ihre beiden schweren Stürze als Vielseitigkeits- und Springreiterin, wobei der jüngste Sturz vor etwa einem Jahr zu einer vorübergehenden inkompletten Querschnittslähmung bei ihr geführt hatte.
Aber der Reihe nach…
Premiere mit Hindernissen
Für Benny stand das erste Turnier an – und er machte direkt klar, dass das ein echter Härtetest wird. Schon beim Aussteigen aus dem Hänger war er „drei Meter groß“, völlig angespannt und kaum zu händeln. Alleine unterwegs mit einem aufgedrehten Vierjährigen? Rückblickend eine mutige, vielleicht zu mutige Entscheidung.
Turniertrubel trifft Sensibelchen
Das Fußballturnier direkt neben der Abreitehalle war der „Genickschuss“: schreiende Kinder, fliegende Bälle – Benny war überfordert. An Longieren war kaum zu denken, je mehr Bewegung, desto mehr Spannung. Aufsteigen wurde zur Notwendigkeit, nicht zur Option – zum Glück war Trainerin Andrea zur Stelle und konnte noch etwas helfen.
Viel Potenzial, wenig Losgelassenheit
In der Prüfung zeigte Benny: Ja, da ist viel Qualität – aber eben auch viel Anspannung. Der Trab ging eher nach oben als durch den Körper, der Schritt blieb verspannt, die Nase hoch. Die Note 7,5 für Exterieur und Auftreten zeigt: Das Pferd bringt was mit – aber an diesem Tag konnte er es nicht zeigen.
Learning #1: Allein ist nicht immer besser
Auch wenn es sonst gut klappt: Ein junges Pferd braucht auf dem ersten Turnier Unterstützung. Die Entscheidung, alleine zu fahren, war im Nachhinein nicht ideal.
Learning #2: Turnier ist kein Selbstläufer
Selbst wenn ein Pferd zu Hause cool ist – Turnieratmosphäre, Publikum, fremde Geräusche: Das ist eine ganz andere Nummer. Benni war einfach noch nicht bereit für so viel Input.
Learning #3: Routine kommt vor Schleifen
Der neue Plan: Benny zwar weiter zum Turnier mitnehmen – aber ohne Prüfung. Nur gucken, reiten, abhängen. Stressfreies Kennenlernen der Umgebung. Erst wenn er loslassen kann, macht ein Start Sinn.
Fazit
Manche Dinge findet man nur durchs Ausprobieren heraus. Benniy hat viel Potenzial – aber auch noch viel zu lernen. Und das ist okay. Es geht nicht um Schleifen, sondern um Vertrauen, Losgelassenheit und einen entspannten jungen Pferdekopf.
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Wenn der Ernstfall eintritt – Adina Herzogs beeindruckende Geschichte
In dieser besonderen Podcastfolge ist außerdem Adina Herzog zu Gast – eine bekannte Reiterin aus dem Schwarzwald, die erlebt hat, wovor sich viele fürchten: einen folgenschweren Reitunfall.
Ein Moment, der alles veränderte
Vor rund einem Jahr stürzte Adina beim Springtraining. Es war nicht ihr erster Unfall – bereits acht Jahre zuvor hatte sie einen schweren Vielseitigkeitssturz. Doch diesmal riss eine vorgeschädigte Bandscheibe in der Halswirbelsäule, es kam zur inkompletten Querschnittslähmung. Adina war bei vollem Bewusstsein – und vom Hals abwärts komplett gelähmt.
Der lange Weg zurück
Statt aufzugeben, kämpfte sich Adina mit beeindruckender Willensstärke zurück ins Leben – und in den Sattel. Heute lebt sie mit einer Titanplatte in der Wirbelsäule und reitet wieder, allerdings keine Sprünge mehr. Die Dressur ist nun ihr Zuhause, und auch beruflich ist sie weiter im Reitsport aktiv.
Mut, Verstand und Pferdeliebe
Angst hat Adina nicht, aber einen gesunden Respekt. Junge oder schwierige Pferde meistert sie mit klarem Kopf – und steigt auch mal ab, wenn es nicht passt. Früher hätte der Ehrgeiz das nicht zugelassen, heute hat Vernunft Priorität.
Danke, Adina!
Adinas Offenheit hat uns tief beeindruckt. Ihre Geschichte zeigt: Auch nach einem schweren Unfall kann man seinen Weg im Reitsport weitergehen – mit Mut, Verstand und viel Herz.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:
[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues, das ist das, was jedes Pferd haben muss.
[0:09] Folge 346 des Pferdepodcasts steht an und es gibt ja so Folgen. Ich sage mal so, wenn man jetzt so einen Sack Kartoffeln kauft und da ist so eine herzförmige drin. Oder wenn man ein Schälchen Erdbeeren kauft und da ist eine ganz besonders dicke Fette drin. So eine Pferdepodcast-Folge ist es in dieser Woche. Meistens schmecken die kleinen ja viel besser, die kleinen Erdbeeren. Also dann sind ganz viele süße kleine Erdbeeren drin. Also was ich sagen will, ist, bevor wir das jetzt kurz auffächern, was wir haben, die scheiß Erdbeeren sind scheiße teuer geworden, wenn ich das mal kurz sagen darf. Ich kaufe ja immer ein. Die waren schon immer so teuer. Sechs Euro für so ein Schälchen, leck mich am Buckel. Krass, egal. Wo warst du denn einkaufen? Ah, hier, Rewe. Der Herr Rewe hat die… Nein, 6 Euro für ein Kilo. Und in so einem Schälchen sind ja nur 500 Gramm drin oder so. Das wird dann gewogen an der Kasse. Da steht ein Kilo 6,99 Euro oder so.
[1:11] Wenn du schon meckerst, dann mecker doch wenigstens richtig. Ich fand es teuer. Jedenfalls ist in unser Pferdepodcast, kostet ja nichts und es ist so viel drin. Und in dieser Folge, das versuche ich etwas hilflos zugegeben zu sagen, ist besonders viel drin. Nämlich eine Wundertüte, die wir sehr geheim gehalten haben. Turnierpremiere mit Benni. Naja, wir haben wirklich dich gehalten. Hat es irgendwer gewusst vorher? Ja, ganz viele haben es gewusst.
[1:41] Ich weiß nicht, ob die Hörer es gewusst haben, Aber so in meinem Umfeld haben es ganz viele gewusst, dass das heute Turnierpremiere mit Benni. Wir leben noch.
[1:50] Ja genau, überraschenderweise beide. Überraschenderweise gibt es auch die Leben noch. Genau, überraschenderweise habt ihr euch nicht gegenseitig umgebracht. Auch die Gefahr. Vor allem er, mich nicht. Aber wir waren kurz davor. Und du warst aber auch ganz schön sauer. Kurzzeitig. Auf ihn. Ein bisschen schon, ja. Also man kann ja irgendwann, man kann sich ja aufregen, aber man kann ja wieder runterkommen. Man kann sich ja wieder abregen, genau. Genau, man kann sich wieder abregen. Was muss er noch lernen? Alle Details in dieser Folge. Und wir haben einen fantastischen Gast. Daraus haben wir nun kein Geheimnis gemacht. Das hatten wir in der kleinen Folge schon angeteasert. Adina Herzog ist dabei und sie bringt eine unglaubliche Geschichte in diesen Pferde-Podcast, die auf eine Art sehr hart ist. Adina ist professionelle Reiterin, sie ist im Laufe ihrer Karriere zweimal sehr schwer gestürzt. Einmal so schwer, dass sie zeitweise querschnittsgelähmt war, aber trotz allem hat es sie immer wieder zurückgezogen zu den Pferden aufs Pferd. Sie ist ein Sonnenschein von ihrem ganzen Gemüt und Wesen her und wir sprechen
[2:57] in dieser Folge über ihre Geschichte. Also prall gefüllt, Pferdepodcast Folge 346, unser Orchestermusiker Manni spielt die Pferdepodcast-Hymne und dann geht’s los.
[3:13] Music.
[3:31] Da kannst du mal sehen. Ich habe gedacht, du hättest ein Geheimnis draus gemacht. Das war so mein Eindruck. War gar nicht so. Wir haben es nur im Podcast nicht so ganz so offensiv erzählt. Genau. Okay. Aber sonst, du hast kein Geheimnis. Aber es war eine Wundertüte. Das stimmt schon. Also es ist ja so, dass man nicht weiß, wie, also ganz viele Fragen verbinden sich ja mit dann so einem Event, das zum ersten Mal passiert. Und das war halt nun mal zum ersten Mal, dass Benni nicht, dass er verladen wurde, dass er aber, dass ihr zu einem Turnier fahrt, also der kleine Teil des Verladens, okay, und irgendwo hinfahren. Und das kannte er schon, aber viele andere Pferde, viele andere Menschen, viel Stimmengewusel. Ein Fußballturnier in direkter Nachbarschaft. Ein Fußballturnier, genau, direkt nebenan. Schreiende Kinder, Lärmkulisse, Lautsprecherdurchsagen. Also da kann man sich halt schon die Frage stellen, wie reagiert so ein Benni auf diese ganze Szenerie Reitpferdeprüfung. Also es kommt weniger darauf an, was du da als Reiterin oben veranstaltest auf dem Pferd, sondern auch, wie benimmt sich das Pferd, wie läuft er da so durch? Schritt, Trab, Galopp ist dann gefordert. Genau, die Qualität der Grundgangarten wird bewertet und die Ausbildung und der Gesamteindruck. Also das Exterieur. Wie ist es denn so?
[5:00] Wie kommt er denn so rüber, der gute Benni? Also für sein Exterieur und für sein Rüberkommen hat er tatsächlich eine 7,5 gekriegt. Das war unsere beste Note. Er war super an. Also er ist schon aus dem Hänger ausgestiegen und war schon drei Meter groß. Es war echt eine Herausforderung, das Pferd zu satteln. Und ich bin ja immer alleine. Ist natürlich mit einem vierjährigen Pferd so ein bisschen semi-gut. Aber ich hatte niemanden, der mit mir fährt. Und ja, jedenfalls war ich rechtzeitig da. Aber ich hatte meine Liebe Mühe, ihn überhaupt zu satteln und zu trenzen. Weil er nur, also dann hat er ja so diese Angewohnheit. Dann steht er da und macht den Hals ganz hoch und den Kopf ganz hoch, dass er auch nur ja alles sieht. Und das war schon echt schon eine Herausforderung am Anfang. Und dann bin ich mit der, ich habe ihn an die Longe und bin mit ihm dann langsam nach vorne zur Abreiterhalle. Also ich habe ziemlich lange gebraucht. Und ich hatte ein bockendes, steigendes Pferd neben mir. Also der ist immer mehr hochgefahren und dann mussten wir direkt an diesem Fußballturnier vorbei. Dann dachte ich schon, kurzzeitig habe ich dann überlegt, okay, ich drehe um und ich fahre wieder nach Hause. Das hat ihn besonders beeindruckt, muss man tatsächlich sagen. Das Fußballturnier war für ihn so der Genickschuss quasi, also da konnte er auch, er kam auch nicht mehr runter.
[6:15] Also er war wirklich, er hatte so, die Augen waren wirklich aufgerissen und er hatte richtig Angst vor diesen schreienden Kindern und dann ist dieser Ball immer an dieses Netz geflogen und dann wieder schreien und jubeln und also das war für ihn wirklich spooky. Also in dieser Abreiterhalle, das ist so direkt nebendran, die ist auch offen, die Abreiterhalle, konnten wir erstmal gar nicht an die kurze Seite, wo dieses Fußballturnier da stattfand. Ich habe ihn dann an der Longe ein bisschen die Spannung rausnehmen lassen oder wollte das zumindest, hat nicht geklappt. Also je mehr er gelaufen ist, umso mehr hat er sich angespannt. Und irgendwann dachte ich, okay, ich muss ja jetzt mal drauf, ich kann ihn ja nicht totlongieren. Jetzt haben wir noch 20 Minuten, jetzt muss ich mal drauf aufs Pferd. Andrea war Gott sei Dank da, die neue Trainerin, die hatte auch eine Schülerin mit Jungpferd begleitet. Und die war Gott sei Dank da, die hat mich ein bisschen unterstützt und hat mir ein bisschen geholfen, hat mich nochmal kurz an die Longe genommen und dass er so ein kleines bisschen runterkommt. Bevor wir gedanklich in die Halle gehen und was dann tatsächlich auch vor den Wertungsrichtern passiert ist, Eine Zwischenfrage, weil das ist so ein Moment, von dem ich glaube, dass Hörer vielleicht drüber stolpern könnten. Du hattest in der kleinen Folge erzählt, du erinnerst dich, die Tipps für die Hörerin, die zum ersten Mal aufs Turnier geht. Da hast du gesagt, dass es dir eigentlich am besten reinläuft, wenn du alleine fährst, niemanden hast. Du willst keinen Bluterguss ans Ohr gequatscht kriegen.
[7:44] Jetzt sagst du, war ein bisschen blöd, es war niemand dabei. Du warst alleine, schwierig, schwierig, vierjähriges Pferd. Ich bin natürlich auch verwöhnt. Du darfst dich jetzt ein bisschen selber lügen. Aber jetzt in dem Fall Benni, würdest du in dem konkreten Fall, war es suboptimal, alleine zu sein. Weil es dann doch schwierig ist, den alleine dann zu handeln oder so ein Pferd alleine zu handeln. Er war ja schon oft auswärts und dann war er immer relativ brav. Immer ein bisschen guckig, aber brav. Jetzt war natürlich die Turnieratmosphäre. Damit habe ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet, dass der so hochfährt. Das war gar nicht irgendwie in meinem Plan drin. Das war so, es hat mich völlig überrascht, dass dieses Pferd so an ist. Und deswegen, ich war ganz sicher, dass ich niemanden brauche.
[8:32] Fehlentscheidung, absolut. Aber gut, wir haben es hingekriegt.
[8:35] Und ich bin dann auch aufgestiegen und bin ihn auch ein bisschen geritten. Aber er war die ganze Zeit über.
[8:42] Also er ist mehr nach oben getrabt als nach vorne. Er hat nicht gezogen, er hat sich da oben hingestellt, war relativ eng und ich habe mir wirklich Mühe gegeben, ihn so ein bisschen zum Loslassen zu kriegen. Das ist ja wirklich so, er muss einmal loslassen und dann komme ich zum Reiten, aber er hat nicht losgelassen. Dann ging die Prüfung los. Ich war Gott sei Dank nicht vorne, sondern in der Mitte.
[9:06] Für uns in dieser Situation ein sehr guter Platz, dass ich so ein bisschen hinterher reiten konnte. Aber dann waren dann die Richter, da waren dann die Messerbänkchen, hinter denen die Richter gesessen haben. Das war alles klotzig. Die Zuschauer an der Seite. Also er kam gar nicht mehr raus aus dem Gucken. Und ich bin dann einfach geritten. Also ich dachte so, ich reite jetzt einfach. Bleib ganz ruhig, einfach reiten. Wenn du meine Laienmeinung hören willst, ich fand, das sah jetzt gar nicht so schlecht aus und in so einer Reitpferdeprüfung dürfen die ja auch ein bisschen aufgeregt sein. Ja, wenn das aber zulasten dieses durch den Körper traben und galoppieren geht, dann dürfen sie es wieder nicht. Also sie dürfen angespannt sein, aber er hat nicht losgelassen. Also er diese… Der Trab und der Galopp sind noch nicht so durch den Körper gegangen und auch im Schritt, weil er ständig den Unterhalt so ein bisschen dagegen und ständig auf Hab 8 war und immer die Nase hochgetragen hatte, um zu gucken. Also er hat nicht aus dem Widerriss fallen lassen. Und da würdest du dann schon sagen, das ist dann grenzwertig, auch mit Blick auf Bewertung und Blablabla, weil am Ende muss man ja dann auch Noten geben.
[10:16] Und am Ende müssen die Richter immer bewerten, was sie gerade in dem Moment sehen. Natürlich sehen sie die Qualität des Pferdes an diesem Tag, aber eben nicht so rausreiten, also ich konnte es an diesem Tag so nicht rausreiten, dass er halt wirklich seine Qualität zeigen konnte. Natürlich sehen die Richter auch, dass das ein Pferd mit Qualität ist, gar keine Frage. Aber man muss natürlich dann auch an dem Tag das bewerten, was das Pferd gerade zeigt. Und da ging die Bewegung nicht durch den Körper. Er hat nicht gezogen so richtig schön vorne an die Hand ran, sondern in der ganzen Vorstellung war er angespannt. Er hat es trotzdem brav gemacht. Er hat die Übergänge brav gemacht. Also wir konnten auch eine Galoppverstärkung, wir konnten eine Trabverstärkung zeigen. Das war alles okay, aber es war halt insgesamt nicht losgelassen. Und das hätte man sich wirklich gewünscht, dass es so ein Ticken mehr, komm doch, lass doch mal fallen, lass doch mal los und dann kann er sich ja nochmal besser bewegen. Jetzt ging die Bewegung mehr so nach oben als nach vorne und das ist ein bisschen schade.
[11:14] Weil wirklich er nicht zeigen konnte, dass er eigentlich ein ganz, ganz tolles Pferd ist und normalerweise auch super gechillt und super schön gleichmäßig im Takt sich bewegt. Und ich war ja auch am Mittwoch früh nochmal bei Hubert, wir haben nochmal ein bisschen geübt, Reitpferde, wo ich dann zu ihm gesagt habe, gib mir nochmal einen Tipp, wie viel ist denn genug bei der Trabverstärkung oder bei der Galoppverstärkung, sag mir nochmal, wann er zu eng ist, wo muss die Nase hin, von oben und ohne Spiegel ist es immer ein bisschen schwierig und da war er wirklich toll. Also er hat das super gemacht am Mittwoch und wir kamen zum Reiten und dann war ich auch ganz gut der Dinge, dass das super funktioniert heute, aber man weiß, man steckt nicht drin, man weiß nie, wie so ein Pferd reagiert, wenn es das erste Mal auf dem Turnier ist, Andrea hat gesagt, dafür war er super brav, das erste Mal, fantastisch, hat sich gut benommen okay, wenn Andrea das sagt, die hat schon einige Pferde auf Jungpferdeprüfungen vorgestellt die wahrscheinlich noch ein bisschen.
[12:08] Schlimmer waren als Benni also das hat mich so ein bisschen getröstet, Aber ich war halt auch sehr verwöhnt von AC und von Klecks. Wie die sich so benehmen und so weiter. Man muss ja auch sagen, ihr seid ja jetzt von den Noten her da nicht irgendwie abgestraft worden oder so, um Gottes Willen. Also davon kann ja auch keine Rede sein. Aber genau, aber ihr habt halt auch nicht gewonnen. Also das war ja, wir erinnern uns an gar nicht so lange her, dass du gesagt hast, also er soll die Chance haben zu gewinnen, hat er zweifelsohne ja auch. Gut, ist vielleicht auch ein bisschen, oder man bekommt jetzt mehr und mehr ein Gefühl dafür, wann das wirklich so ist. Also das ist halt vor der Premiere schwer zu sagen.
[12:46] Aber genau, ihr seid nicht abgestraft worden, das muss man auch, also man könnte so auf die Idee kommen, alles klar, das muss ja ganz übel gewesen sein, also sowas nun auch wieder nicht. Aber klar, wenn man halt die eigenen Ansprüche hochschraubt, dann muss man sagen, okay, also es ist kein Selbstläufer. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Das wäre sowas, was man jetzt erstmal darunter schreiben muss. Also das ist so eine Erkenntnis, die man auf jeden Fall mal mitnimmt. Genau, und er ist halt auch noch sehr jung. Er ist ja auch vom Kopf her einfach noch klein. Das habe ich heute wieder gemerkt, wie viel Stress ihm das gemacht hat. Auch auf der Heimfahrt im Hänger. Er war außer sich im Hänger. Also es hat mich sehr erinnert an Nixen. Nixen war als Jungpferd genau so wie Benni auf dem Turnier, nicht ganz so schlimm. Eigentlich überraschend. Also so kennt man ihn eigentlich nicht. Nein, überhaupt nicht. Also normal ist er ja wirklich immer sehr cool und er geht an allem vorbei. Ja, er regt sich mal auf, aber er sagt, okay, wenn du sagst, es ist okay, dann ist es okay. Und hat mich auch bei der Heimfahrt, ich habe drei Kreuze gemacht, als ich von der Autobahn runtergefahren bin und das Pferd noch stand im Hänger. Ich hatte wirklich Kopfkino so unterwegs, da hat es gerumpelt und gepumpelt und ich dachte nur, aber wenn der jetzt hier das Bocken anfängt im Hänger. Und der war pricey, ne? Wollen wir jetzt an der Stelle mal?
[14:07] Ja, der Hänger und also Benni aber auch. Ja, aber irgendwann kriegt man so einen Gedanken, wo ich so, dann mach dich kaputt, ich kann es eh nicht ändern, ich muss jetzt nach Hause fahren. Irgendwann hat man diese Einstellung und fährt einfach. Also man möchte ihm aber zurufen. Man möchte ihm zurufen. Sag mal, hast du kein Hirn? Nö. Es hat ja funktioniert. Wir sind heil zu Hause angekommen. Und ich werde jetzt erst mal ihn auf dem Turnier zwar nennen und auch mitnehmen. Keine Prüfung reiten, sondern einfach ihn mitnehmen, ihn da reiten und wieder nach Hause fahren. Dass er da so ein bisschen Routine kriegt. Bevor ich nochmal in eine Prüfung reite, wir müssen ja nichts beweisen, wir müssen nicht irgendwelche Schleifen jagen oder so, darum geht es gar nicht, sondern ich möchte gerne ein gechilltes Pferd auf dem Turnier haben, das mich reiten lässt und das sich auch entspannt und loslässt. Und heute war das einfach für das junge Pferd, für den Kopf einfach noch zu viel. Also das muss ich jetzt wirklich, habe ich festgestellt und auch festgestellt, dass es noch zu früh ist, dieses Pferd mit aufs Turnier zu nehmen.
[15:10] Vom Kopf her ist der noch nicht so weit, dass der diese ganze Anspannung und diesen ganzen Trubel auf dem Turnier einfach so wegsteckt. Es gibt ja so Dinge, und das muss man glaube ich einfach sagen, die findet man nur raus, indem man es mal ausprobiert. Also man kann ja auch vorher in so einer Trockenübung rätseln, wann ist zu früh, wann ist es okay, wann sagt man, das hätte man auch schon ein halbes Jahr vorher machen können und so. Es sagt einem ja keiner. Genau, man muss es probieren. Genau. Und man merkt dann da auch wieder so, also dieses, also Pferde werden ja oft als so ein Spiegel der Menschen, weißt du, irgendwie, also genauso empfindsam und die sind, ja, die, also das sind halt auch Persönlichkeiten und die sind unterschiedlich und deshalb, die gehen da halt auch einfach unterschiedlich mit um. Hat man heute auch gesehen. Keine Ahnung, es spielt vielleicht auch eine Rolle. Kennen Pferde diese Anlage? Da werden auch Pferde dabei gewesen sein, die da mehr oder weniger zu Hause sind. All solche Faktoren. Ist aber eigentlich für so ein Pferd zu Hause Turnier noch gruseliger als Fremdturnier. Weil alles anders ist, so ungefähr. Weil alles anders ist, genau. Heute sieht es anders aus als sonst immer.
[16:21] Und die Erfahrung habe ich gemacht. Also Zuhause-Turnier war immer eine Vollkatastrophe. Okay, weil alles anders ist. Alles klar, verstehe schon.
[16:30] Die Frage, die sich aufdrängt, was sind jetzt so die Learnings, die du mitnimmst, hast du im Prinzip auch schon beantwortet. Und es ist sozusagen so dieses ein bisschen Therapie in dem Sinne, dass man eben das, dass man ihn schon mit dieser Situation auch in Zukunft konfrontiert, Trubel, Turnieratmosphäre, da hinfahren, aber eben mit dem Unterschied, dass man nicht unbedingt da ins Viereck reiten muss, sondern einfach so dieses, gewöhne dich ein bisschen an diese Atmosphäre. Ja, Atmosphäre und da ist ein Bratwurststand und da rennen irgendwelche schreienden Kinder rum und vielleicht spielen die auch mal Ball. Gewöhn dich dran, Benni Lein. Und vielleicht mal gucken, im Spätjahr oder so gibt es vielleicht irgendwo nochmal ein Turnier mit einer Reitpferdeprüfung, die so ein bisschen ruhiger ist, eine ruhigere Anlage, weil da ist halt schon sehr viel Trubel, da war auf dem Rasenplatz was Springen.
[17:26] In der anderen Halle wurde für Springen abgeritten. Also es war schon jede Menge los auf diesem Turnier. Eine große Anlage mit ganz, ganz vielen Menschen und Pferden und vielleicht einfach mal was Ruhigeres suchen für das nächste Turnier. Da muss ich einfach mal gucken, vielleicht im Spätsommer gucke ich nochmal, was es da noch so gibt. Und dass man noch so einmal oder so diese Saison oder dieses Jahr in einmal. Aber das wird definitiv nicht in ganz naher Zukunft sein, sondern in ganz naher Zukunft wird man Benni vielleicht mal auf irgendeinem Turnierplatz sehen.
[18:00] Er wird einfach nicht starten. Genau. Genau. Und dann schauen wir mal, ob es dann eine günstige Gelegenheit gibt, vielleicht dann zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. Was wir jetzt gar nicht gemacht haben, und da wollen wir auch kein Geheimnis draus machen, wir sagen sonst immer die Noten, wenn ich mich recht entsinne, hat Benni unter dem Strich, der wäre ja ganz viel, die einzelnen Gangarten und die Rittigkeit und dies und jenes. Und das ist auch diese Prüfung gewesen, wo man dann absteigen muss vom Pferd, absatteln. und dann wird das so vorgeführt und die Wertungsrichter beurteilen. Insgesamt gab es eine 6,9 unterm Strich. Damit bin ich auch zufrieden. Es ist alles gut. Und natürlich hat die Rittigkeitsnote gedrückt, ganz klar. Und der Trab war natürlich auch nicht so toll, weil der halt mehr so nach oben und nicht so durch den Körper nach vorne. Er kann sich ja super bewegen, aber dieser Grundschwung und dieses schöne Durchschwingen durch den Körper, das hat halt einfach gefehlt und das drückt natürlich auch die Note. Er kann sich super bewegen, er muss es halt auch machen. So ist das halt. Er hat es gemacht, aber er hat gestrampelt. Das will man natürlich nicht. Gewonnen hat eine 7,7, nur dass man so ist so, habe ich mir richtig gemerkt.
[19:14] Wir waren mit vielen Dingen beschäftigt, unter anderem mit einem tobenden Pferd. Es ist immer interessant, wie viel Aufmerksamkeit das dann doch saugt. Aber genau, dann haben wir uns doch beide die gleichen Zahlen gemerkt und so, genau. So war es halt. Du bist dann immer eine sehr große Hilfe. Nicht. Genau, nicht. Wolltest du jetzt wirklich sagen, nicht? Andrea sagt, du hast doch deinen Mann dabei. Oh, der kann das nicht. Habt ihr so gesprochen über mich? Seid ihr bescheuert? Wir haben nur beim Absatten kurz, oh Andrea, du bist ja echt ein Schatz, dass du da bist und mir hilfst, mein Mann ist dazu nicht zu gebrauchen. Ah, ach, das ist dein Mann, der mit der Kamera. Genau, der mit der Kamera. Ihr seid so schlecht. Ja, wir sind so schlecht. Und ich, also was sie reden, was ich denke, dass dann so Dialoge so, also der sieht aber gut aus. Also weißt du sowas, dass dann solche Dialoge kommen irgendwie. Ich hab dir ja noch gewunken, kannst du mal schnell kommen und den Sattel halten. Ehrlich? Du hast ja nicht mehr gesehen, dass ich dir gewunken hab. Ne, hab ich wirklich nicht gesehen. Echt jetzt? Echt jetzt. Und du standest nur fünf Meter weg von mir und hast nicht gesehen, dass ich dir… Das waren mindestens 50 Meter. Jetzt, warte mal, wo ist der Klecksknopf?
[20:27] Themenwechsel. Schwupps, Thema beendet. Nächstes Thema. Ihr habt echt gewunken, das habe ich nicht beendet. Ja, mehrfach habe ich dir gewunken. Nicht alles, dass ich in die Luft gesprungen bin, dass du mich bemerkst. Hätte ich nicht. Okay. Tut mir leid. Tut mir leid. Es ist zu spät.
[20:45] Wir haben einen tollen Gast in dieser Folge. Adina Herzog. Und du hast sie angeschleppt. Du hast sie kennengelernt. Ihr kennt euch hier aus dem Schwarzwald, ne? Genau. Von Reitplätzen sozusagen. Genau. Man weiß, wer man ist. Und ich habe das nur mitbekommen damals, als Adina so schwer gestürzt ist. Und dann war im Stall, oh, Adina ist gestürzt. Und der Hubschrauber war da. Und oh Gott, oh Gott, oh Gott. Und dann fragt man natürlich dann auch irgendwann mal, wie geht es denn, wie geht es denn, Adina, ist sie wieder fit? Und irgendwann haben wir uns getroffen, ich glaube, frühmorgens, als ich mit dem Benni in Aachen zum Reiten war und da hat sie gerade auch auf ein Pferd geritten und dann habe ich sie gefragt, wie es ihr denn so geht und ob sie wieder fit ist und so und dann haben wir ein bisschen geplaudert und dann habe ich gesagt, boah, tolle Geschichte, würdest du mal mit uns sprechen? Na klar, gerne. Tolle Geschichte, das ist natürlich in An- und Abführungen, also spannende Geschichte. Auch ein komisches Wort dafür.
[21:41] Beeindruckende Geschichte. Absolut, auf jeden Fall. Das ist, glaube ich, Telefon klingelt. Das Telefon klingelt. Warum ruft denn deine Mutter an, während wir den Pferdepodcast aufnehmen? Keine Ahnung. Sag mal, geht es denn noch? Man muss dazu sagen, kennt deine Mutter unseren Pferdepodcast? Ja, aber die weiß nicht, was ein Podcast ist. Weiter geht es.
[22:06] Wir schneiden nicht, so ist es halt. Genau, an- und abgeführt, tolle Geschichte, beeindruckende Geschichte auf jeden Fall. Auf jeden Fall, glaube ich, eine Geschichte auch, mit der man Pferdeleute einfach bekommt, und die Pferdeleute interessiert, weil ich glaube, so dieses Thema, die Gefahr runterzufallen, Die Gefahr, sich schwer zu verletzen, das ist, also ich glaube, das ist mehr oder weniger, reitet das ja immer mit. Und klar, als junger Mensch hat man das vielleicht nicht so stark. Du hast gesagt, mit dem Älterwerden wird das auch ein bisschen präsenter. Man muss aber auch dazu sagen, haben wir, glaube ich, auch schon mal im Pferdepodcast erzählt, auch du bist ja mal runtergefallen von Globus. Wir erinnern uns, das waren auch in Hessen. Das war so eine Geschichte, Winter, Eis, der war lange, hatte der auf seinem Pedder, also war nicht rausgekommen und dann seid ihr ausgeritten und dann ist so ein Pferd auch an, also ein Pferd, das an ist und dann ist der irgendwie gestiegen, hat sich gefürchtet und du bist runtergefallen, auch bewusstlos geworden. Also so richtig frei davon ist, glaube ich… Niemand? Also ich muss sagen, so jetzt auch mit Benni heute, Angst hatte ich keine. Also Andrea sagte noch, willst du da jetzt schon drauf? Ja, ja.
[23:31] Irgendwie habe ich auch so ein Vertrauen zu dem Pferd. Wovor ich halt immer Angst habe, ist das Springen. Ich kann nicht mehr über diese Hindernisse springen ohne Kopfkino. Das kriege ich auch nicht mehr raus. Ich kann ja noch nicht mal über Stangen traben, ohne diese Stangen anzustarren und zu denken, oh Gott, scheiße, die Stange kommt. Das kann ich nicht mehr. Also ich kann das nicht mehr ausblenden mit diesem Springen und das fällt mir furchtbar schwer. Aber jetzt so auf dem Benni, dass der jetzt irgendwie durchgeht und mich abwirft, davor habe ich jetzt keine Angst. Ich glaube, dass der das nicht machen würde. Also ich glaube, auf die ein oder andere Art und auch da ist wieder jeder unterschiedlich. Du beschreibst es jetzt gerade, hat man das dann doch immer im Hinterkopf und umso dankbarer sind wir auch dafür, dass Adina so unkompliziert gesagt hat, ja klar, rede ich mit euch über meine Geschichte. Ihr schwerer Sturz mit dem Stichwort Querschnittslähmung ist ungefähr ein Jahr mittlerweile her und das hat auch was mit ihr gemacht, reiterlich, also Vielseitigkeit und Springen. Das waren ihre Disziplinen. Sie reitet mittlerweile in Anführungszeichen nur noch Dressur und sie hat das Pferd, mit dem sie gestürzt ist, ist mittlerweile nicht mehr ihr Pferd, das hat sie verkauft, also auch über Dressur. Das, was aus dem Pferd geworden ist, darüber reden wir.
[24:52] Ich darf es gar nicht sagen. Doch, na klar darfst du es sagen. Das lebt jetzt auf dem Berg. Das lebt jetzt auf dem Berg. Die Reiterwelt ist so klein. So klein ist die Schwarzwälder Reiterwelt. Und ich glaube, das muss man vielleicht auch einfach so im Hinterkopf haben.
[25:04] Dass Adina so offen mit uns spricht, hat auch so ein bisschen was damit zu tun, dass man sich halt kennt und dass das hier so eine, dann doch wieder so eine familiäre Veranstaltung ist. Und davon profitieren wir jetzt auch als Pferdepodcast ein bisschen.
[25:19] Weil Adina redet, frei von der Leber weg. Und genau, wir sprechen über die Urangst vor schweren Stürzen. Eine Urangst hat Adina auf jeden Fall schon mal nicht, nämlich sich ein Mikrofon unter die Nase halten zu lassen und in einem Podcast zu gehen. Wir sind sehr dankbar dafür, wie gesagt, und sagen Hallo und herzlich Willkommen, liebe Adina, bei uns im Pferdepodcast. Hallöchen!
[25:45] Und Adina, Stichwort Angst, ich habe es schon gesagt, da wird es so ein bisschen drum gehen in unserem Gespräch, weil deine Geschichte ist tatsächlich eine sehr besondere und ich glaube, sie steht auch so schon für etwas, wo viele Reiterinnen und Reiter tatsächlich Angst vorhaben. Was man auch immer so verdrängt, passiert mir schon nicht, dir ist das passiert. Vielleicht der Reihe nach, du bist Vielseitigkeit, so eine Springreiterin, du machst, glaube ich, sogar beruflich und dann ist das passiert, was viele, was eigentlich jeder Reiter scheut, du bist sehr schwer gestürzt. Sag nochmal, vielleicht von Anfang an, was ist da passiert, wann war das? Ich kenne nur so die Stichworte. Also, das geht tatsächlich, geht es relativ früh schon los. Das war schon vor acht Jahren. Da hatte ich tatsächlich in der Vielseitigkeit schon mal einen Unfall. Ein Rotationssturz im Training, bei dem ich tatsächlich schon eine Rückmärksquetschung hatte und wo meine Bandscheibe quasi schon so ein bisschen vorgeschädigt wurde.
[26:49] Ja, dann habe ich das hinter mich gebracht. Das war alles soweit dann wieder in Ordnung. Ich bin wieder ganz normal geritten, gesprungen, Vielseitigkeit geritten. War alles soweit wieder okay. Und dann denkt man ja auch, das passiert einem auch kein zweites Mal. Ja, dann bin ich Springtraining geritten und ich war mit meinem Pferd einfach mal kurz ein bisschen uneinig. Er ist dann in den Sprung reingesprungen, mich hat es dann nach vorne quasi rauskatapultiert und dann hat das die Bandscheibe diesmal eben leider nicht mehr gehalten.
[27:20] Okay, beim ersten Mal sagst du, da war die Bandscheibe auch in Mitleidenschaft gezogen? Ja, da hatte ich eine Bandscheibenvorwölbung danach, aber jetzt nichts absolut Schwerwiegendes. Und diesmal hat es dann halt die Bandscheibe quasi zerrissen und dann war halt eine kurzfristige Lähmung. Beziehungsweise ja, letztendlich steht es in meinem Arztbericht auch als inkomplette Querschnittslähmung drin. So weit geht es mir jetzt wieder einigermaßen, aber…
[27:47] Also dafür, das wollen wir mal festhalten, dass du mal, wenn man so will, querschnittsgelähmt warst, kommst du erstaunlich und herzerfrischend gesund daher. Ist auch so, weil ich, also ich sag mal so, sowas könnte ja den Effekt haben, schon nach dem ersten Mal, so dieser heiße Herdplatte-Effekt, dass man sagt, es gibt auch andere tolle Sportarten, es gibt auch andere Sachen, die ich machen kann. Also dass einen das abschreckt. Das war bei dir aber offensichtlich nicht der Fall. Auch heute ist es ja nicht der Fall. Du hast immer noch mit Pferden, also es hat dich immer wieder dahin, zurückgezogen. Ja, also tatsächlich Pferde, das war für mich schon immer so. Gut, das ist natürlich auch mein Beruf. Also somit, ich muss ja auch irgendwie Geld verdienen. Und eigentlich habe ich auch gesagt, wenn ich es irgendwie möglich machen kann, möchte ich das auch weiterhin so tun. Was ja auch bisher sehr gut funktioniert. Was ich jetzt eben aber gesagt habe oder was mir auch die Ärzte gesagt haben, weil ich jetzt noch eine Platte, eine Titanplatte im Hals habe und die auch drinbleiben wird, springen sollte ich nicht mehr. Also beziehungsweise ich sollte jetzt nicht unbedingt nochmal so einen Sturz haben. Das wäre jetzt natürlich eher kontraproduktiv.
[28:54] Deswegen reite ich jetzt eigentlich nur noch dressurmäßig. Okay, aber die Pferde, also hattest du so Momente oder das, was ich vorhin so beschrieben habe, so diesen Moment, so heiße Herdplatte? Also gab es so einen Augenblick in deinem Leben, wo du gesagt hast, ich überdenke das nochmal oder gab es es eigentlich nie? Überdenken jetzt nicht mal unbedingt. Das ist eher so, wenn ich jetzt mal Pferde reite, die vielleicht einfach noch nicht ganz so brav sind oder junge Pferde, wo man nicht so 100 pro weiß, ob sie brav sind oder schwierigere Pferde, da habe ich es mittlerweile einfach gesagt. Wenn ich merke, es funktioniert nicht 100% nicht, dann sitze ich lieber ab. Weil ich sonst auch weiß, also gerade schwierige Pferde, wenn ich dann doch mal sage, komm, ich will die jetzt irgendwie hinkriege, bevor dann was passiert, ja, geht mittlerweile die Vernunft vor.
[29:42] Aber dass ich jetzt Angst habe, in dem Sinne tatsächlich nicht, nee. Also das wäre ja eine naheliegende Frage. So dieses Thema, hat man Angst, wenn man wieder aufsteigt? Also ich glaube, viele Leute, die zum Beispiel einen Autounfall hatten, also jetzt mal so ganz banale Dinge, das hat der gar nicht auch mal weg von diesem Pferdethema. Also ich glaube, dass das viele einfach haben, dass man dann sagt, oh, wenn ich wieder in ein Auto steige, dann kommen so diese Gedanken wieder hoch. Man träumt nachts davon und so. Also offensichtlich hast du einen, also das hast du nicht. Nee, also tatsächlich, also Angst in dem Sinne nicht. Es ist einfach mittlerweile so ein gesunder Respekt, den man haben sollte, wenn vielleicht einfach mein Pferd ein bisschen frischer ist oder einfach ein bisschen frecher ist, dass ich einfach mittlerweile sage, okay, muss vielleicht jetzt nicht mehr sein, weil ich eben einfach weiß, dass es einfach für mich speziell jetzt einfach ein bisschen gefährlicher ist wie jetzt für ein gesunder Mensch. Es ist einfach so.
[30:35] Aber hat offensichtlich, also du scheinst dann doch so ein Kopfmensch zu sein, hat weniger was mit dem Gefühl zu tun, sondern die Ärzte haben dir gesagt, bitte unbedingt vermeiden und also so der Kopf sagt dir, okay, keine gute Idee, deshalb nicht machen, aber das ist ja was anderes als Angst haben. Ja, also wenn ich natürlich zu viel mache und Pferde reite, die jetzt irgendwie irgendwelche Hopfer mache, buckeln, was auch immer, das merke ich natürlich dann abends einfach auch an meiner Halswirbelsäule. Also der Schmerz sagt einem dann schon auch vielleicht, man sollte vielleicht langsamer machen. Ich habe jetzt in dem Jahr so ein bisschen rausgefunden, was geht und was nicht. Und da habe ich einfach meine Grenze gefunden quasi, was ich mache und was nicht. Okay, und also ist es auch nach wie vor so, Pferde sind dein Beruf. Also wir treffen uns hier am Rande des Turniers in Achan.
[31:24] Großer Springstall, bekannter Springreiter. Und also du reitest zum Beispiel jetzt auch für den großen Preis, der gleich stattfindet, reitest du Pferde ab, so ne? Genau, ich reite für meinen Chef jetzt nochmal die Pferde mit warm, weil er sehr viele Pferde hat und hier sehr beschäftigt ist. Genau, ja, also Pferde werden definitiv immer in meinem Leben bleiben. Offensichtlich ist das so. Aber in dem Sinne, also ich könnte mir vorstellen und dieses Thema, ich will jetzt auf dem Angstthema keine Sorge, ich will da nicht drauf rumreiten, aber so manche Leute, also manche Reiterinnen und Reiter haben das ja und ich könnte mir vorstellen, sind so auf der Suche nach, was sind dann so die richtigen Strategien, was macht man da, gibt es irgendwie, also du bist offensichtlich auch dann der falsche Ratgeber für sowas, also ist nicht dein Problem. Ja, tatsächlich wüsste ich jetzt auch nicht so genau, was ich da sagen soll. Also tatsächlich hätte ich fast gesagt, man muss halt einfach wieder drauf. Natürlich, also nach der OP und nachdem ich, ich bin ja dann auch, ich glaube, viereinhalb Monate gar nicht auf dem Pferd gesessen. Wenn man dann aufs Pferd sitzt und Schmerzen hat, klar, fühlt man sich da erstmal unsicher. Aber ich glaube, da muss man dann halt einfach dranbleiben. Ranbleiben und immer wieder gucken, was geht, was geht nicht. Wenn man merkt, es geht nicht, dann muss man halt wieder absitzen, dann machen wir halt am nächsten Tag weiter. Aber wenn dann wieder die Routine reinkommt, dann ist man auch wieder zurück. Genau, dann ist einfach wieder Normalität.
[32:47] Wahnsinn. Wenn ich kurz fragen darf, du hast gesagt manchmal, also du merkst es dann auch schon an der Stelle der Verletzung, wo das war. Ja, wenn man so Wirbelsäule oder Bandscheibe hast du gesagt und sowas hört, dann denkt man eher an den Rücken sozusagen unten so in Richtung Beine, Gesäß. Aber dann hast du von der Titanplatte im Hals oder in der Halsgegend gesprochen. Also wo genau hat es denn jetzt da krack gemacht? Bei mir war es jetzt der Halswirbel drei bis fünf ist jetzt versteift. Also da habe ich mir Knochen rein implantiert anstatt Bandscheibe. Und dann diese Titanenplatte vorne dran, dass einfach mein Rückenmark wieder quasi genug Platz hat. Genau, und die Schmerzen kommen aber tatsächlich eher von der Quetschung, vom Rückenmark. Das sind dann eher Nervenschmerzen, Muskulatur, die immer wieder dicht macht. Also ich muss halt einfach regelmäßig zur Physio, zur Akupunktur und ins Fitnessstudio, dass natürlich auch die Muskulatur, soweit wie es noch möglich ist, gut aufgebaut ist. Also geht dann schon auch den ganzen Rücken an sozusagen, also wo das eine Auswirkung hat? Ja, es ist definitiv, also so von Obernacke bis Brustwirbelsäule ist definitiv eigentlich immer betroffen, wenn ich Schmerzen kriege. Als du diese Stürze hattest und damit auch so letzte Frage, letzte Fragen, ich bin so, es sprudelt etwas aus mir raus.
[34:09] Warst du dann, also hast du das bewusst mitbekommen, was da passiert ist? Ist man dann, ist das so heftig gewesen, dass man bewusstlos ist und irgendwo in einem Rettungswagen, in einem Krankenhaus wieder aufwacht? Wie hat man sich das vorzustellen? Tatsächlich war ich komplett anwesend. Ich bin gefallen und ich habe mich tatsächlich in meinem Fall noch darüber aufgeregt, wie dumm man eigentlich da hinreiten kann. Und bin dann auf dem Boden aufgekommen und wollte dann eigentlich aufstehen, und wollte halt noch sagen, Gott, war das jetzt dumm? Ja, und dann habe ich halt gemerkt, dass nichts geht. Aufstehen ging nicht? Ach du Scheiße. Ich konnte gar nichts bewegen. Ich konnte weder meine Hand bewegen. Ab Hals habe ich komplett gar nichts mehr gespürt. Ich war komplett gelähmt. Ist das so ein Moment, wo man, also wo dann, wenn du sagst, du warst anwesend, es gibt ja so Momente, in denen man vielleicht doch lieber nicht anwesend wäre, du warst es. Ist das so ein Moment, wo man dann nicht doch denkt, so scheiße, da ist was Schlimmes passiert? Anfangs tatsächlich, ja, das ging dann so 15 Minuten, bis der Rettungswaage eingetreten ist ungefähr. Dann habe ich wieder so ein ganz leichtes Kribbeln in meinem Finger gespürt. Und da war mir dann tatsächlich bewusst, das wird zwar wieder sehr schmerzhaft und es wird auch wieder hart, um sich da wieder rauszukämpfen. Aber da war mir dann bewusst, dass zumindest vielleicht nicht komplett alles kaputt ist. Ich war aber auch tatsächlich eher relativ ruhig in dem Moment. Das kam dann erst, als sie dann mit dem Rettungshubschrauber und alles kamen. Und ja, das war natürlich dann immer ganz so schön. Aber…
[35:38] Also sollte ich jemals eine größere Krise haben, ich würde gerne bei dir anfragen wollen, ob ich dich so als Lebensberaterin oder sowas engagieren kann. Dann wirklich allerletzte Frage, weil es ja tatsächlich so, dass dein Herz offensichtlich auch geschlagen hat für so die, wie soll ich sagen, so diese dynamischeren Reitgeschichten, Vielseitigkeit und Springen. Und du sagst, dass du jetzt so eher dann in der Dressur unterwegs bist. Ich glaube, so bist du dann auch Jenny über den Weg gelaufen. Ist denn da auch so ein wettkampfmäßiger Ehrgeiz so draus geworden aus der Dressurreiterei? Oder ist es dann jetzt einfach die Art, wo du sagst, das ist jetzt quasi die Art, mit der ich mich mit Pferden fortbewege und mehr geht nicht? Also Sport und Dressurreiten, also sportlich Dressurreiten und einfach nur Dressurreiten sind auch wieder zwei Paar Schuhe. Tatsächlich bin ich ja durch die Vielseitigkeit eh immer Dressur geritten. Stimmt. Sprich, also ich habe Dressurmäßig, ich habe das schon immer gern gemacht. Ich war eigentlich auch schon immer so ein bisschen kleiner verkappter Dressurreiter. Und bin auch mit meinem vorherigen Pferd jetzt bis M-Dressur ganz normal geritten. Mein Herz hat natürlich aber immer für die Vielseitigkeit geschlagen. Das muss man schon sagen. Das muss ich auch sagen, das ist im Nachhinein auch immer noch hart, dass ich das einfach nicht mehr machen kann. Aber wenn ich jetzt, glaube ich, ein passendes Pferd finden würde, würde es sicherlich auch wieder was werden mit Dressur und Turnierreiten.
[36:57] Aber ja, momentan, ja, ich habe jetzt mein Pferd gerade erst verkauft, mein Herzenspferd. Und ich habe jetzt gerade gesagt, ich kann ja jeden Tag reiten durch meine Arbeit. Erstmal will ich da als Ruhe reinkommen lassen und vielleicht bietet es sich nochmal an, dass ich mir ein Tresurpferd kaufe. Ich muss doch noch eine allerletzte Frage spendieren, das Pferd, über das haben wir noch gar nicht gesprochen. Was ist mit dem Pferd geworden? Weil wenn die Reiterin stürzt, dann ist es ja für das Pferd.
[37:25] Häufig ja dann auch eine brenzlige Situation oder stürzt mit oder wie auch immer. Was ist aus dem Pferd geworden? Der hat sich tatsächlich bei beiden Stürzen von mir damals Gott sei Dank nicht verletzt. Der hat wirklich nichts gehabt. Und der lebt quasi für den Vielseitigkeitssport, wie ich es vorher auch gemacht habe. Ich wollte den dann eigentlich für die Dressur weiter reiten. Aber ich habe dann irgendwann festgestellt, dass der damit nicht glücklich wird, wenn er nur Dressur laufen muss.
[37:52] Und habe dann beschlossen, dass ich ihnen ein ganz liebes Mädchen verkaufe, die jetzt in den Vielseitigkeitssport einsteigen will. Und die zwei, die passen so gut zusammen. Und er ist wieder glücklich, dass er springen darf. Und ich glaube, er ist auch gerne ein Lehrmeister.
[38:06] Cool. Und du verfolgst das so noch mit einem Auge, aber dann noch weiter mit? Oder ist er weit weg? Nee. Nee, der ist hier in der Nähe in Ottenhöfen. Und ich verfolge das natürlich auf jeden Fall mit und unterstütze auch immer gerne. Und ja, bald haben sie ihr erstes Turnier. Ich hoffe, das wird super. Adina, wir machen jetzt den Pferdepodcast in über 300 Folgen. Ich weiß nicht, ob wir je so ein sonniges Gemüt bei uns in der Sendung hatten. Also vielen Dank jedenfalls und alle Daumen sind gedrückt bei allem, was du so tust. Vielen, vielen Dank. Hat mich gefreut. Adina Herzog im Pferdepodcast mit ihrer beeindruckenden Geschichte, mit einer Geschichte, die einen auch so ein bisschen nachdenklich macht und
[38:48] die zumindest auf jeden Fall auch nochmal deutlich macht, was alles passieren kann. Und umso bemerkenswerter ist es, auf welche Art und Weise Adina damit umgeht, weil also selten haben wir so einen Sonnenschein bei uns im Pferde-Podcast erlebt als Gast. Das muss man auch mal dazu sagen. Jenny, das war Folge 346 des Pferde-Podcasts.
[39:14] Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Wir fahren jetzt noch irgendwo hin. Die Bergkinder anfeuern nach Muckesturen. die Bergkinder anfeuern. Genau, es werden um welche Küren geritten. Das war heute Morgen schon, das sehen wir leider nicht mehr. Aber springen Mannschaft und wie heißt das? Jump’n’Run. Wir haben noch keine Zeit. Jetzt müssen wir Schluss machen. Ich muss mich noch waschen und steh noch so ein bisschen nach Pferd. Sehr muffig, sehr pipimäßig steckst du noch. Tschüss. Nach Benni Schweiß. Pipi. Nach Wutschweiß von Benni. Der war ja nicht wütend. Ja, egal. Angstschweiß kann man eher sagen. Von ihm und von mir zeitweise. Wenn es Themenanregungen gibt, wenn es Fragen gibt, wenn es Vorschläge für die kleine Folge gibt, dann gerne her damit. Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast weiterempfehlt. Drückt auf die Glocke bei Spotify, auf Folgen. Man kann uns auch bei Spotify nebenbei ganz bequem schreiben und Folgen kommentieren. Wir freuen uns, wenn ihr das macht. Abonniert unseren WhatsApp-Kanal und jetzt ist wirklich Schluss. Kleine Folge dann kurz vorm nächsten Wochenende. Bis dahin. Tschüss. Tschüss.
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