#397 Klartext: So sehen unsere Hörer die krassen Kukuk-Szenen

In der neuen Ausgabe des Pferdepodcasts wird deutlich: Kaum ein Thema hat die Community in den vergangenen Monaten so bewegt wie die fragwürdigen Szenen um Olympiasieger Christian Kukuk beim internationalen Turnier in Verona. In Folge 397 widmen Jenny und Chris die kleine Wochenendfolge komplett den Zuschriften ihrer Hörerinnen und Hörer – und die hatten einiges zu sagen.


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Ein Auftritt, der nachhallt

Was im ersten Moment wie ein weiterer Turnier-Mitschnitt aussah, entpuppte sich schnell als Auslöser einer intensiven Debatte: Kuckuk ritt auf dem Abreiteplatz mit Schlaufzügeln, die das Pferd in die Rollkur zwingen können – ein klarer Verstoß gegen die Regeln und vor allem ein Angriff auf das Wohl des Pferdes. Jenny hatte in der letzten Folge deutliche Worte gefunden und hinterher selbst überlegt, ob sie vielleicht zu scharf formuliert hatte. Nach erneutem Anhören war für sie aber klar: „Ich hätte sogar noch deutlicher werden können.“

Genau diese Klarheit kommt auch in den zahlreichen Hörerreaktionen zum Ausdruck.

Resonanz aus der Community: „Danke für eure klaren Worte“

Über Instagram, per Mail und Sprachnachrichten erreichten das Podcast-Team viele Rückmeldungen – und sie zeigen ein einheitliches Bild: Die Szene aus Verona hat nicht nur Jenny bewegt, sondern die gesamte Reiterwelt.

Besonders häufig tauchte ein Begriff auf: die Selbstverständlichkeit, mit der der Regelverstoß begangen wurde. Viele Hörer*innen schrieben, dass ihnen genau dieses Verhalten sauer aufgestoßen sei: kein Problembewusstsein, kein Innehalten, kein Respekt vor dem Pferd.

Eine Hörerin formulierte es so:
„Es besteht null Problembewusstsein. Gut, dass ihr das thematisiert.“

Andere gingen noch weiter und zeigten sich enttäuscht, dass weder Betreuer noch Offizielle auf dem Abreiteplatz eingegriffen hätten.


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Die Stimme der Wertungsrichterin: Ein Einblick hinter die Kulissen

Besonders bemerkenswert war die Nachricht einer Wertungsrichterin, die sich nach der Folge meldete. Sie schilderte, wie schwer es für sie sei, mit solchen Vorfällen umzugehen – nicht nur wegen der konkreten Situation, sondern wegen der Außenwirkung.

Sie betonte:

  • Sie greift ein, wenn sie problematische Szenen sieht.
  • Sie empfindet Rollkur und das Nutzen problematischer Ausrüstung als klare Verstöße.
  • Und sie spürt, dass solche Vorfälle Zweifel am gesamten System nähren.

Eine ihrer zentralen Aussagen: Die Vorbildfunktion der großen Reiter*innen darf nie unterschätzt werden.

Die große Systemfrage

In der Diskussion dieser Folge wird deutlich, dass es längst nicht nur um eine einzelne Szene geht. Jenny und Chris sprechen offen darüber, dass im professionellen Turniersport oft enorme finanzielle Zwänge herrschen: Pferde müssen funktionieren, weil Karrieren und viel Geld an ihnen hängen. Dieser Druck kann dazu führen, dass Abkürzungen genommen werden – auf Kosten der Tiere.

Jenny hofft auf einen Wandel:
„Ich glaube nicht, dass es den Turniersport in zehn Jahren noch genauso geben wird. Und ich hoffe das – für die Pferde.“

Von den Profis bis zum Nachwuchs: Das Problem zieht Kreise

Besonders eindrücklich schildert Jenny, wie sehr sich die schlechten Vorbilder bis in den Nachwuchsbereich auswirken. Kinder, die auf Turnieren zuschauen, übernehmen oft unreflektiert, was sie dort sehen. Wenn Reiter mit Rollkur in den Parcours reiten und gewinnen, wirkt das wie eine „Legitimation“ – und landet später in den Händen kleiner Reitschüler.

Die Trainerinnen und Trainer müssen diese Fehlentwicklungen mühsam wieder korrigieren.

Ein Blick ins Training: Jennys eigenes Beispiel

Jenny erzählt aus ihrem Alltag: Auch bei AC/DC gab es kürzlich einen Moment, in dem sie kurz davor war, „einmal links-rechts zu regeln“. Doch sie hielt inne. Stattdessen ritt sie sauber, reell und mit viel Geduld – und wurde mit einem großartigen Reitgefühl belohnt.

Eine kleine Szene, die zeigt: Gute Reiterei beginnt immer bei einem selbst.


Ein weiteres Hörer-Thema: Separation Anxiety beim Pferd

Am Ende der Folge blickt das Team nach vorn. Nina aus Irland meldet sich mit einem spannenden Thema: Ihr vierjähriges Irish Sport Horse zeigt starke Separation Anxiety – vor allem im Dressurviereck, wenn es allein antreten muss. Jenny kennt das Thema nur zu gut und verspricht, in der nächsten großen Folge ausführlich darauf einzugehen.

Ausblick: Prof. Dr. Dirk Winter zu Gast

Außerdem steht ein echter Fachmann in den Startlöchern:
Prof. Dr. Dirk Winter wird über seine Studie sprechen, in der er untersucht, wann steigende Tierarzt- und Haltungskosten für Pferdebesitzer kippen – und wo die Belastungsgrenzen liegen.

Ein Thema, das viele betrifft und für reichlich Gesprächsstoff sorgen dürfte.


Fazit

Folge 397 zeigt eindrucksvoll, wie sehr unsere Community Themen rund um Reitsportethik bewegt. Die kritischen Szenen aus Verona haben nicht nur Empörung ausgelöst, sondern auch den Wunsch nach einem besseren, pferdegerechteren Miteinander im Sport gestärkt. Jenny und Chris bleiben dran – gemeinsam mit ihren Hörer*innen.


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💜 Empfehlenswerte Pferde-Tierschutz-Organisationen & Projekte

  • Epona – Stiftung für Pferd und Umwelt
    Eine in Deutschland ansässige Stiftung, die sich um Pferde, Ponys und Esel in Not kümmert, ihnen artgerechte Haltung bietet und neue Lebensplätze sucht. epona-foundation.org
  • Kelly-Gnadenprojekt (Equiwent)
    Ein Gnadenhof-Netzwerk in Deutschland und Rumänien. Pferde, Ponys und Esel erhalten hier Pflege, medizinische Versorgung und ein liebevolles Zuhause. equiwent.org
  • Horse in Need
    Organisation im Süden Spaniens, die missbrauchte, vernachlässigte oder behinderte Pferde und Esel rettet. Spenden, Patenschaften oder Adoptionen möglich. horseinneed.de+1
  • Hilfe für alte Pferde e.V.
    Deutscher Verein mit Schutzhof für ältere oder chronisch kranke Pferde. Bietet Patenschaften und Vermittlung. hilfefueraltepferde.com
  • Voice of the Soul e.V. – Pferdehilfe
    Deutscher Verein, der sich um Pferde in Ägypten kümmert – insbesondere um jene, die unter schlechten Bedingungen leben. Patenschaften sind möglich. voiceofthesoul.de
  • Luna – für Pferde in Not e.V.
    Deutscher Verein für Pferde, Ponys und Esel in Not. Bietet Schutz, Pflege und Vermittlung. Luna für Pferde in Not e.V.
  • Pferdehilfe e.V.
    Ehemalige Schul-, Sport- oder Arbeitspferde werden aufgenommen, wenn sie sonst keine Chance mehr haben. Finanzierung über Mitgliedschaft, Patenschaften und Spenden. Pferdehilfe.de
  • Deutsches Spendenzentrum – Pferdeschutz
    Initiative, die Spenden gezielt an Reitvereine, Pferdehöfe und Organisationen leitet, die sich um alte, kranke oder misshandelte Pferde kümmern. deutschesspendenzentrum.de
  • Welttierschutzgesellschaft (World Animal Protection) – Pferdeprojekte
    Weltweit im Einsatz, z. B. mobile Kliniken für streunende oder arbeitende Pferde. WTG | Welttierschutzgesellschaft e.V.
  • World Horse Welfare
    Internationale Charity, die sich für Arbeits- und Freizeitpferde einsetzt – oft in ärmeren Regionen, mit langfristigen Projekten. World Horse Welfare
  • Brooke – Action for Working Horses and Donkeys
    Eine der größten Equiden-Charities weltweit. Fokus auf Ausbildung, medizinische Versorgung und Training für Pferde, Esel und Maultiere in Ländern des Globalen Südens. Wikipedia

Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:

[0:16] Hier ist der Pferde-Podcast Folge 397. Es ist die kleine Folge vorm Wochenende und die ist ja traditionell, wenn es das denn gibt, immer reserviert, so ein bisschen für Zuschriften unserer Hörerinnen und Hörer, Sprachnachrichten, wenn jemand Wünsche hat, Anmerkungen zu vorherigen Folgen oder vielleicht auch so ganz praktische Fragen fürs eigene Doing,

[0:41] sagt man das so, fürs eigene Tun mit dem Pferd und so weiter. Da gibt er die verschiedensten Sachen und dann sagen wir immer, alle Türen sind offen, kurz vorm Wochenende, her damit. Und was soll ich sagen, also selten macht er diese Rubrik oder hat er diese Rubrik so viel Sinn gemacht wie in dieser Woche. Du und Herr Kuckuck und sein fragwürdiger Auftritt in Verona. Es ist, also ich, Quatsch, ich verrate kein Geheimnis, aber wir sind ja, wie soll ich sagen, wir sind ja schon gewissenhaft. Und wir beide, unabhängig voneinander, machen das ja immer so, wenn eine Podcast-Folge von uns rauskommt, wir sind ja auch unsere eigenen Hörer, das muss man schon sagen. Also, macht glaube ich auch nicht jeder. Es gibt Leute, die sagen, ach, ich nehme das auf und dann fertig veröffentlichen, Kopfhörer runter vom Kopf und dann… Ich muss das immer nochmal hören, weil ich auch oft vergesse, was ich gesagt habe.

[1:35] Deswegen muss ich das nochmal hören. Ah ja, okay, ja, ja, alles klar. Macht Sinn, kann man uns folgen. Mir geht es ja genauso. Also ein bisschen, also Qualitätskontrolle ist jetzt auch ein Schwachsinnenswort, aber… Wäre auch sinnvoller vor Veröffentlichung und nicht danach. Jetzt komm, jetzt wollen wir es mal nicht übertreiben. Also wir hören es immer nochmal an. Und beim letzten Mal war es so, dass du schon gesagt hast, ich habe es nochmal gehört, weil ich hatte so die

[2:02] Befürchtung, ob ich vielleicht übers Ziel rausgeschossen bin. Wir hatten es ja von dem fragwürdigen Auftritt des Olympiasiegers Christian Kuckuck, dem berühmten Springreiter aus Deutschland, beim internationalen Turnier in Verona. Ein Auftritt, der viele Schlagzeilen gemacht hat, weil er verbotenerweise diesen Schlaufzügel eingesetzt hat, der den Kopf des Pferdes in Richtung Hals zieht. Stichwort Rollkur und ein großer Aufschrei ging durch Deutschland und du hast da schon, wie soll ich sagen, also du hast deutliche Worte gefunden und dann hat man nur so ein bisschen Angst vor der eigenen Courage. So, das kann man, glaube ich. Ja, aber ich habe es nochmal gehört und ich habe das alles nochmal so…

[2:44] Und angeguckt und angehört. Und dachtest du so? Nee, eigentlich hätte es auch noch mal draufhauen jetzt. Die Frau, die da spricht, ich kann ihr zustimmen. Absolut. Ich bin es ja selbst, genau. Und es ist, also ich sage mal so, man merkt ja immer, wenn ein Thema die Menschen bewegt, die Zuschriften, die danach kommen, das ist ja immer so ein bisschen ein Gratmesser. Ich glaube, ich kann dir auch jetzt noch was Neues erzählen, weil du ja unsere Social-Media-Kanäle immer nicht so aufmerksam verfolgst. Also ich bin hier der Hörerpostman und also es gab auch, also man merkt, unsere Hörerinnen und Hörer hat dieses Thema auch sehr beschäftigt. Das kann man glaube ich schon sagen und jetzt will ich auch nicht so tun, als würdest du unter so einer Glaskuppe, Kugel, Dingsbums leben. Also, dich hat ja auch einiges an Feedback erreicht. Ich kann ja vielleicht mal so kurz durchswipen, damit man vielleicht auch noch so ein, zwei Meinungen von Hörerinnen so hört. Mercy und, jetzt muss ich kurz auf, ich habe ein zu kleines Handy. Mercy und Susanne schreiben via Instagram. Hi, ich habe gerade die neue Folge gehört. Danke, dass ihr so klare Worte bezüglich Kuckuck gefunden habt. Die Selbstverständlichkeit ist einfach das Krasse daran. Das hattest du ja gesagt, dass dir das… Mit einer Selbstverständlichkeit da tut. Es besteht null Problembewusstsein. Gut, dass sie das thematisiert.

[4:09] Und genau, sie hat uns sogar noch eine Interviewpartnerin vorgeschlagen, die wir interviewen könnten, die dazu auch noch eine Meinung hat. Nebenbei bemerkt, Fußnote, auch damit sind wir konfrontiert worden, dass also Leute mehr oder weniger offensiv gesagt haben, sie würden hier auch im Podcast gerne darüber sprechen nochmal, um sozusagen ihre Sicht der Dinge auch nochmal darzustellen. Christine hat heute geschrieben, also das ist ja wirklich Tage danach, soll ich, nee, du hattest Luft geholt. Nee. Nicht. Christine, hallo, ich habe eure neueste Folge gehört, ich bin ganz bei Jenny. Herr Kuckuck klang auf der Pressekonferenz eher so, dass es ihm leid tat, dass das Thema solche Wellen schlägt und schlechte Schlagzeilen macht. Er hat sich nicht bei seinem Pferd entschuldigt, dass es nicht mehr vorkommen wird. Ich denke eher, dass er jetzt darauf achtet, dass ihn dabei keiner filmen kann. Wie ihr schon sagtet, es wurde mit einer Selbstverständlichkeit auf blankem Schlaufzügel geritten, wo jeder normale Mensch sich fragt, wie kommt man dazu, seine Trenzenzügel abzubauen? Das ist wirklich schwach in meinen Augen, auch, dass niemand eingegriffen hat. Da waren doch mehrere Leute auf dem Abreiteplatz. Dass da keiner gesagt hat, hey, mein Leader, hey, Entschuldigung, ich.

[5:29] Hey, mein Lieber, was du da machst, ist nicht so cool für dein Pferd. Oder die Pflegerin vom Pferd. Hätte der die nicht sagen können, naja, ist zwar nicht verboten, aber lass mal lieber, verstehe ich nicht. Dann hätte man aber gedacht, die traut sich was. Die hatte mal einen Job. Also es gab noch mehr Zuschriften dieser Art.

[5:48] Einen Vorgang fand ich auch noch bemerkenswert. Eine Wertungsrichterin hat sich gemeldet bei uns. Und das war eine bemerkenswerte Nachricht, weil man da so raushörte, Sie fühlt sich durch solche Vorkommnisse in ihrer Haut und Eigenschaft als Wertungsrichterin an manchen Stellen gar nicht mehr so richtig wohl, weil man sozusagen irgendwie dann als Wertungsrichter immer so ein bisschen auf der Seite des Turniersports auch steht und das sozusagen verkörpert. Und sie hat also uns glaubhaft versichert, dass sie selber immer da eingreift, wo sie das sieht und also dass sie das ganz, ganz schlimm findet und hat auch also harte Strafen sozusagen gefordert. Jenny, ich will jetzt nicht alles nochmal aufrollen, aber was ich jetzt so aus der Laienperspektive auch wahrnehme, ist, dass das mit der Wertungsrichterin fand ich wirklich extrem spannend und auch zum Beispiel Kim Krehling hat ja im Netz auf ihrer Homepage, in ihrem Blog, also sehr klar Position bezogen und ich finde ja bemerkenswert, dass es, man hat so das Gefühl.

[6:57] Dass so hier und da bei Leuten auch so Zweifel an dem gesamten System irgendwie. Also, dass es nicht nur um diesen Einzelfall geht, da ist man sich dann, glaube ich, schnell einig, geht gar nicht. Aber auch so dieses, wie soll ich sagen, so also, so dieser Verdacht, Da passieren an so vielen Ecken und Enden Dinge, die nicht toll sind.

[7:22] Und man muss halt bedenken, da steckt eine Menge Geld drin im Reitsport. Also viel, viel Geld und da hängen Karrieren dran, da hängen Existenzen dran. Und ja, man weiß natürlich auch, die Pferde, die müssen die Leistung bringen, um ihr Geld zu verdienen. Wir reden ja hier nicht von der Uschi nebenan, die mit ihrem Merlin fünfmal in der Woche ins Gelände geht. Also wir reden ja hier schon vom großen Turniersport und die Pferde müssen funktionieren, weil sonst das Geld nicht stimmt. Also auch Breite und so sind ja manchmal in einer Lage, in der sie vielleicht gar nicht sein wollen, wenn der Besitzer des Pferdes sagt, der muss jetzt aber hier ein goldenes Schlüppchen holen, sonst ist aber mal was. Und dann macht man vielleicht Dinge, um das Pferd auszubilden,

[8:10] die man nicht machen würde, wenn der Druck nicht so hoch wäre. Also ich glaube, dass da schon ganz, ganz viel im Argen liegt und der Grund ist ganz sicher, wie bei ganz vielen Dingen, die halt nicht in Ordnung laufen mit Tieren, Grund ist das Geld. Also da steckt so viel Geld dahinter und das Tier muss darunter leiden. Und am Ende des Tages hoffe ich, dass unser Turniersport jetzt so ein bisschen den Wandel kriegt und dass das wieder pro Tier funktioniert.

[8:39] Sein wird und dass viele Dinge sich ändern und dass es den Turniersport so wie es ihn heute gibt. Ich glaube nicht, dass es den in zehn Jahren noch genauso geben wird, aber ich hoffe das zumindest für die Pferde.

[8:52] Wir werden sehen. Ja, jetzt sagst du gerade Geld. Also ich weiß nicht, vielleicht können wir ja tatsächlich auch die besagte Richterin dazu bewegen, dass sie vielleicht mal zu uns nochmal ins Interview kommt, weil ich glaube, es gibt so viele Gedankenspiele. Ein Aspekt, den sie auch noch ansprach, war so diese Vorbildrolle, die so ein Christian Kuckuck als Olympiasieger ja auch hat. Jetzt richtet sie keine internationalen Turniere, sondern nationale Turniere und sie sagt halt, also, Nationale, also nicht Uschi mit Merlin, aber ein bisschen höher, aber so in einer Preisklasse, in der du so unterwegs bist, eben schon.

[9:25] Heckenfeste. Ja, Heckenfeste, aber wo sich dann heckenfeste Teilnehmer möglicherweise an einem Herrn Kuckuck auch ein Beispiel nehmen. Also das darf man, also diese Vorbildrolle, nur so dieses Stichwort, ich glaube so ganz unter den Tisch fallen lassen und dass man so tut, das geht, das findet nur da statt, wo das große Geld eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Das hat schon auch Auswirkungen dann auf die Liga, in der du spielst. Es hat auch Auswirkungen auf den Nachwuchs. Wir hatten gerade das Thema oben bei Nadine in der Reitschule und ich betreue ja auch so ein paar Kids, die in der Tresur die Vielseitigkeit reiten. Und da habe ich den Part der Tresur übernommen und wundere mich manchmal, wenn die Kinder auf den Ponys sitzen und dann wird mal links rechts geregelt, dass der Kopf unten ist. Und dann haben wir uns so gefragt, wo haben die das denn her? Und wenn deine Schnappatmung zu Ende ist, dann sagst du da was? Ja, natürlich sage ich da was. Also wir regeln keinen Pferdekopf runter, sondern wir reiten reell an die Hand ran. Aber die Kinder machen das, weil sie es sich abgeguckt haben. Auf Turnieren bei den Großen. Und da haben die das her. Also keiner oben in der Reitschule hat den Kindern das beigebracht, die Pferdeköpfe runter zu regeln. Sondern die gucken dahin auf dem Turnier und die sehen, ah, das geht, alles klar, dann mache ich das auch. Und das ist dann mühsam, das wieder rauszukriegen aus den Kindern, wenn die das dann mal so drin haben und dann muss man wirklich immer wieder sagen, nichts regeln, lass die Hand ruhig stehen, es wird hier kein Pferdekopf runtergeriegelt.

[10:54] Das ist wirklich die Vorbildfunktion, spielt so eine große Rolle, gerade beim Nachwuchs, wenn ich auch auf den heckenfesten Turnier reite, wenn die unterwegs sind. Die Kinder gucken da zu, der Nachwuchs guckt zu und die sehen natürlich auch, wenn dann einer schon mit Rollkur in den Springparcours reitet und da schon wirklich das Pferd sich auf die Brust beißt und dann aber am Ende doch alle Sprünge ohne Fehler in einer schnellen Zeit überwindet, dann denken die natürlich, ah ja, so geht es. Alles richtig gemacht. Alles richtig gemacht. Ja, genau. Also absolut. Ich fand auch dieses Stichwort Vorbildfunktion wichtig in dem Zusammenhang. Ich glaube, wenn man einen vorläufigen Strich drunter zieht, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass wir das Thema auch nochmal aufgreifen. Nicht zum letzten Mal darüber gesprochen haben.

[11:40] Vielleicht kriegen wir ja auch unseren Herrn Riechenhagen mal ins Interview. Und dann wollen wir nochmal fragen, ob er das wirklich nicht so schlimm fand, weil das fährt ja dann danach in der Prüfung. Du sprichst von unserem Häuptling der Reiterlichen Vereinigung in Deutschland. Ja, genau. Den könnte man ja mal anfragen. Das wäre bestimmt spannend. Absolut. Also, ich habe ja sonst nichts zu tun. Von daher habe ich danke, dass ich jetzt einen Auftrag habe, hier die ganz großen Namen in den Pferdepodcast zu locken. Aber das macht ja auch Freude. Was man auch sagen muss, solche Themen bringen dann auch wieder längst verschollen geglaubte Kontakte nochmal zurück aus der Haffi-Welt. War das nicht sogar eine Reiterkollegin, die sich gemeldet hat, die auch in Stuttgart war, dann bei dem nächsten Auftritt von dem Christian Kuckuck? Hat mir auch eine Nachricht geschickt, dass sie die Sendung auch gut fand und ich hätte ja aus der Seele gesprochen und die ist glaube ich in Stuttgart gewesen, eher im Kutschenlager und ja, ich fand es total toll, so dieses Feedback auch zu kriegen und sie hat dann auch nochmal erzählt, sie ist dann auch mal zum Abreiten gegangen und hat mal geguckt, was da so los ist und hat sich doch sehr gewundert.

[12:51] Es waren zwei Reiter, die sie gesehen hat, die auf Wassertrense geritten sind. Ansonsten gab es wirklich schweres Geschütz in den Pferdemäulern. Es wurde geriegelt, es wurde Rollkur gemacht, es wurde wirklich kein schönes Reiten gezeigt teilweise und es ist auch keiner eingeschritten. Und das war nochmal so dieses Thema der Selbstverständlichkeit. Das ist glaube ich, das ist genau das Thema, dass man so ein bisschen sensibel sein muss, auch gegenüber sich selber. Wie reite ich denn? Was mache ich denn da oben drauf eigentlich? Und ich habe es bei mir selber in dieser Woche auch nochmal gemerkt. Ich bin AC, ich glaube drei Tage, wir haben nur so Schnulli-Pulli gemacht, waren im Gelände und dann bin ich mit ihm in die Halle gefahren und wollte nochmal Dressur reiten und dann hat er natürlich gesagt. Hast du erzählt? Nö, also echt jetzt. Und der hat sich festgemacht und der ist mir gegen die Hand und war wirklich büffelig, so richtig wie ein Haflinger. Und natürlich war ich da kurz versucht, alles klar, jetzt stelle ich dich mal durch, einmal links, rechts. Ich zeige dir jetzt mal.

[13:49] Und dann habe ich aber so innegehalten und habe gedacht, nein, das möchte ich nicht. Und das hat länger gedauert als sonst. Also ich musste schon so Viertelstunde, 20 Minuten, Schulter herein, Tempowechsel, Übergänge. Für ihn sehr lange. Für ihn sehr lange, weil normal reite ich ja maximal immer nur so eine halbe Stunde, aber ich wollte ihn reell an meiner Hand und ich wollte, dass er leicht wird im Genick und ich wollte einen feinen Zug an der Hand und ich wollte keinen Büffel, den ich runtergezogen habe. Und Essie hat es mir gedankt mit fantastischen Wechseln, mit super Galoppverstärkung, mit Zurücknehmen. Er war ganz fein an der Hand und er war ganz fein am Bein. Und da hat sich diese 20-minütige Arbeit, die auch für mich super anstrengend war, wirklich mich konzentrieren und die Übergänge reiten und dranbleiben und wirklich korrektes Reiten, hat sich auch für mich gelohnt, dass ich fünf Minuten ein wahnsinns Gefühl hatte auf dem Pferd. Und deswegen, also ich finde, es ist ganz wichtig, dass jeder so sein Reiten auch immer nochmal hinterfragt und man nicht mit einer Selbstverständlichkeit dann einfach mal hingeht, okay, dann ziehe ich mal links und ziehe mal rechts und dann ist der Pferdekopf unten und dann ist alles fein.

[14:58] Sehr spannend. Jenny, wir halten es ja immer so, dass wir die kleinen Folgen nicht ganz so ausufern lassen vor dem Wochenende trotzdem, wo wir schon beim Thema Hörerinnen-Feedback sind und Themen, über die wir mal sprechen wollen. Ich habe hier eins, ich wollte es kurz vortragen. Die Frage ist so ein bisschen, kannst du was dazu sagen? Vor allen Dingen auch vor dem Hintergrund, dass uns das hier und da immer mal wieder auch schon beschäftigt hat und mich würde deine Meinung kurz interessieren, ob das vielleicht was wäre für die nächste Folge.

[15:32] Du erinnerst dich, Nina aus Irland, die immer so weit zum Turnier fährt, die immer so weit zum Turnier fährt, die das, sag mal, hast du kein Hirn-T-Shirt von uns bekommen hat? Das gibt es ja auch noch, genau. Und sie schreibt, hi guys, da merkt man schon, Irland. Hätte da eventuell ein Thema für eure Donnerstag-Folge, bin gerade dabei, die ersten Turnierstarts mit meinem vierjährigen ISH, Irish Sport Horse, zu absolvieren und wir haben ein kleines Problem. Es scheint, dass mein Pferd Separation Anxiety hat. Also Separationsprobleme, so würde ich das jetzt mal frei übersetzen. Da ich ganz gut klarkomme im Abreiterviereck, aber wenn es dann alleine, in Klammern hier in Irland werden alle Prüfungen immer alleine geritten, ins Prüfungsviereck gehe, macht er komplett dicht. Gestern ist er aus dem Viereck gesprungen und hat jede Möglichkeit genutzt, zu bocken und sich zu entziehen. Ich weiß, dass Jenny ja auch ein paar Struggles hat mit Benni, aber hat sie Erfahrung mit Separation Anxiety? Wir müssen das nochmal in die KI eingeben, also das wird es auch richtig, aber es ist schon klar.

[16:51] Wenn keine anderen Pferde da sind, dann dreht er am Rad. Im Moment versuche ich, es zu tacklen, indem ich auf Turniere fahre, da ich das ja zu Hause und auch beim Auswärtstraining nicht wirklich trainieren kann. Also ein ähnlicher Ansatz, wo du auch schon mal weißt, das Pferd kommt nicht klar, dann muss man das halt üben. Sie fährt auf Turniere, konfrontiert ihr Irish Sporthorse mit dieser Situation und sie sagt jetzt alle zusätzlichen Ideen welcome. Ja. Machen wir in der großen Folge, sonst dauert es zu lange. Wollen wir das in der, uns für die, also aber du sagst, Thema gut, wir haben hier und da ja schon mal drüber gesprochen. Ja, und ich habe ja auch vieles ausprobiert. Ich habe ja auch so ein Problem bei Klecks, der ja auch nicht alleine bleibt, zumindest nicht alleine ohne AC. Also das ist, also bei ihm ist es, glaube ich, das Pferd, die anderen Pferde sind ihm egal, aber bei ihm ist es AC. Okay. Und ja, da sind wir dann auch manchmal schon kurz vorm Durchdrehen. Bei Benni, um das noch abschließend zu sagen, achtest du oder ist das ja schon aber auch irgendwie für seine Seele ganz gut, wenn da noch geteiltes Leid ist, halbes Leid, wenn noch andere zumindest mal in Sichtweite sind und so? Also zum Fahren nehme ich immer noch den Klexi mit. Ich fahre ihn ganz selten alleine, weil ich immer noch Angst habe, dass er im Hänger genau diese Situation dann hat. Oh Gott, ich bin ganz allein.

[18:12] Aber ich denke, mit ganz viel Geduld und Zeit wird sich dieses Problem auch irgendwann in Luft auflösen. Okay, dann.

[18:21] Zusätzliche Ideen. Welcome hat ja die liebe Nina geschrieben. Wir denken nochmal drüber nach. Du hast es im Hinterkopf. Wir haben eine Verabredung fürs kommende Wochenende. Dann nehmen wir dann die große Folge auf. Würden uns tatsächlich mit diesem Thema beschäftigen. Mal gucken,

[18:36] was es sonst noch so gibt. Und wir haben dann endlich Prof. Dr. Dirk Winter bei uns zu Gast. Das Thema, was wir in der vergangenen Folge wegen dem Herrn Kuckuck, dem Olympiasieger Herrn Kuckuck verschoben haben. Genau, es geht um die Frage steigende Preise, alles wird teurer, insbesondere das Pferdethema Tierarztkosten hast du nicht gesehen. Professor Dr. Dirk Winter hat untersucht, wann ist dieses viel und immer mehr, wann kippt das in Richtung zu viel, wann fühlen sich Pferdeleute überfordert und an welchen Stellen treten sie auf die Sparbremse. Sehr interessant, wir freuen uns drauf, wir zeichnen die große Folge am Wochenende auf und bedanken uns heute fürs Zuhören. Macht’s gut. Tschüss. Tschüss.


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