#409 Junge Pferde, fremde Orte: So sorgst Du für Sicherheit

Auswärtstraining, fremde Hallen, andere Pferde, ungewohnte Geräusche – für viele junge Pferde ist das eine emotionale Achterbahnfahrt. Während einige scheinbar gelassen aus dem Hänger steigen, geraten andere sofort unter Strom. In Folge 409 des Pferdepodcasts nimmt uns Jenny mit in genau so eine Situation: Eine eigentlich harmlose Cavaletti- und Springstunde wird für ihren jungen Wallach Benny zur mentalen Herausforderung.

Die Folge zeigt eindrücklich, warum Nervosität nichts mit „Ungezogenheit“ zu tun hat – und wie wir unsere Pferde sinnvoll und fair an neue Umgebungen heranführen können.


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Nervosität erkennen und ernst nehmen

Ein junges Pferd, das in fremder Umgebung „aufdreht“, ist nicht respektlos oder schwierig. Es ist überfordert. In der Podcastfolge wird deutlich, wie stark äußere Reize wirken können: andere Pferde, neue Gerüche, lange Pausen ohne Auswärtsfahrten oder ungewohnte Trainingssettings.

Wichtig:
Nervosität ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Unsicherheit. Wer sie übersieht oder überreitet, riskiert Stress, Vertrauensverlust – und im Zweifel gefährliche Situationen.


Praktische Learnings aus dem Trainingsalltag

Aus der geschilderten Springstunde lassen sich mehrere wertvolle Tipps ableiten, die auch für Dressurreiter und Freizeitpferde hochrelevant sind:

1. Erst runterfahren, dann arbeiten

Wenn ein Pferd mental „zu ist“, bringt Aufsteigen oft wenig. Benny durfte sich zunächst an der Longe abreagieren – ein wichtiger Schritt, um Spannung abzubauen, bevor Anforderungen gestellt werden.
👉 Merke: Longieren ist kluges Management.

2. Sicherheit durch Verlässlichkeit

Ein spannender Aspekt: Unter dem Sattel war Benny deutlich ruhiger als an der Longe. Manche Pferde finden Halt in klarer Führung.
👉 Merke: Rituale, bekannte Abläufe und ruhige Hilfen geben Sicherheit.

3. Trennung lernen – in kleinen Dosen

Gerade pferdebezogene Jungpferde geraten schnell in Stress, wenn ein bekanntes Pferd außer Sicht gerät. In der Folge wird beschrieben, wie Benni anfangs kaum von seinem Stallkollegen zu lösen war – und sich dann Schritt für Schritt daran gewöhnte.
👉 Merke: Distanztraining braucht Zeit, Geduld und Wiederholung.

4. Kurz, klar, positiv enden

Ein ganz zentraler Punkt: Junge Pferde sind mental schnell erschöpft. Die Einheit wurde bewusst kurz gehalten und endete, als Benny es gut gemacht hatte.
👉 Merke: Nach müde kommt nicht „Durchbruch“, sondern oft Chaos.


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Abwechslung als Schlüssel zur Motivation

Nicht jedes Pferd blüht im Dressurviereck auf. In der Folge wird auch deutlich, wie sehr Abwechslung helfen kann – sei es durch Stangenarbeit, kleine Sprünge oder neue Disziplinen. Manchmal zeigt ein Pferd erst außerhalb des gewohnten Rahmens, was ihm wirklich Spaß macht.

👉 Frage, die sich viele stellen sollten:
Mache ich das, was meinem Pferd liegt – oder nur das, was ich geplant habe?


Mehr als Training: Verantwortung, Emotionen & Entscheidungen

Neben dem Training junger Pferde spricht Folge 409 auch über große, emotionale Themen: schwierige Entscheidungen in der Pferdemedizin, Verantwortung als Besitzer und den respektvollen Umgang miteinander – gerade in Zeiten, in denen der Reitsport stark unter Beobachtung steht.

Diese Mischung aus Alltag, Fachlichkeit und ehrlichen Gefühlen macht die Folge besonders nahbar.


🎧 Fazit:
Folge 409 zeigt, dass gute Ausbildung nicht laut, hart oder spektakulär sein muss – sondern geduldig, reflektiert und pferdegerecht. Wer junge Pferde sicher auf Auswärtstrainings oder Turniere vorbereiten will, findet hier viele Gedanken, die lange nachwirken.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:

[0:00] Jenny, solltet ihr Leitung in den Schwarzwald vom weit entfernten Berlin tatsächlich stehen. Meinst du, ich könnte jetzt den Hafer- und Bananenblues drücken? Der Klimperkasten ist wieder da. Soll ich mal? Ich drücke jetzt da mal drauf. Also wenn er nicht eingefroren ist, weißt du, dann, keine Ahnung, vielleicht muss ich was live machen, aber vielleicht kommt er jetzt auch einfach, wenn ich auf diesen Knopf hier drücke. Moment. Das ist der Hafer und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.

[0:26] Oh, ein Stück Heimat ist wieder da. Hallihallo, hier ist der Pferde-Podcast, Folge 409. Und das ist die erste Folge, die wir getrennt voneinander aufnehmen. Genau. Du nach wie vor im Schwarzwald, im eisigen Schwarzwald und ich ehrlich. Nee, gar nicht mehr eisig. Nee, heute hat es schon getaut und morgen taut es auch und übermorgen ist wieder eisig. Hier ist es geisteskrank eisig. Der Berliner ist, also ist ja sowieso speziell, wenn ich diesen Einschub kurz machen darf, es ist wirklich ein Wahnsinn. Also Berlin ist eine autofahrerfreundliche Stadt, also die Straßen werden geräumt, aber die machen das dann so, dass der Schnee von den Straßen wird so in erster Linie mal auf die Fahrradwege geschaufelt und an den Gehwegen wird gar nichts gemacht. Also das ist wirklich, obwohl es nicht ganz richtig so an der einen oder anderen Stelle ist auch mal so Splitt drauf, aber es gibt wirklich hier ganze Plätze, wo man schlicht laufen kann und auf die Fresse fallen.

[1:36] Du musst laufen wie ein Pinguin und dann fällst du nicht auf die Fresse. Das habe ich heute im Radio gehört, im SWR, wo sonst. Da hat einer den Tipp gegeben, dass man laufen muss wie ein Pinguin. Also immer so das ganze Gewicht auf das jeweilige Bein, was den Boden berührt, verlagern und dann ist die, auf die Fresse legt, Gefahr viel geringer. Man sieht ein bisschen affig aus, aber wenn man sich schwarz-weiß anzieht und ein bisschen hinten sich einen Puschel anhält, dann fällt es auch gar nicht so auf, ne? Genau. Nö. Aber besser als in der Notaufnahme landen mit einem Bruch oder so. Also wir glauben ja, dass wir uns hier mit den wirklich wichtigen Themen beschäftigen. Aber die wirklich wichtigen Themen sind eigentlich, wenn man ganz ehrlich ist, das, was du gerade erzählt hast.

[2:24] News to use. Im Pferdepodcast laufe wie ein Pinguin. Jenny, wir haben ja gesagt, obwohl die Situation bei uns jetzt so privat so ist, wie sie ist und so ein bisschen spannend, interessant, herausfordernd, haben wir gesagt, außer dass wir an den Erscheinungstagen so ein bisschen was drehen und natürlich so ein bisschen überlegen müssen, wann nehmen wir auf, wie machen wir das? Wir sind da auch noch dabei, muss man ja sagen, uns einzugruven. Aber wir wollen eigentlich gerne haben, dass der Pferde-Podcast zweimal die Woche weiter erscheint, dass wir über deine drei Sportpferde sprechen.

[3:03] Die Leute so ein bisschen mit an die Hand nehmen. Du bist ja keine professionelle Reiterin, sondern engagierte Hobbyreiterin und sozusagen auf dem Weg vom Pferdekindergarten ins große Dressurviereck, das ist das große Ziel, mit dem Haflinger S-Dressuren zu reiten, ACDC.

[3:19] Wie geht es voran? Welche Fehler machst du auch? Was läuft gut? Was sind so goldene Tipps, wo vielleicht der ein oder andere, die ein oder andere was mitnehmen kann? Also daran wollen wir gar nichts ändern. Darüber wollen wir zweimal die Woche quatschen. Und in diesem Sinne ist es die zweite Folge im neuen Jahr und die erste Folge, die wir aus der Hauptstadt, da bin ich, und aus dem Schwarzwald aufzeichnen. Und am Ende packen wir das dann zusammen. Und dann werden die Hörerinnen und Hörer, so Gott will, einfach gar nichts davon merken. Und alles ist so wie immer. Es sind so ein paar Themen. Und damit bin ich bei den Themen liegen geblieben, aber wir haben so ein bisschen slow gemacht zwischen den Jahren und so. Es gibt noch einen Punkt. Springen, Lehrgang ist auch zu viel gesagt, eine Springstunde, wo wir drüber sprechen wollten, nicht, weil da sportliche Heldentaten vollbracht worden wären, aber weil es doch so ein spannendes Setting war. Du warst mit Klecks und Benni unterwegs. Wir haben schon gesagt, der Benni dreht gerne mal durch, wenn er auf Auswärtsfahrten ist. Mit, also Klexi hatte eine andere Reiterin im Sattel und ist gesprungen, das ist ja auch irgendwie ganz interessant, also das war eine spannende Konstellation darüber wollten wir noch ein bisschen sprechen, dann haben wir ja ich glaube das war die letzte Folge im alten Jahr, hatten wir gesprochen.

[4:47] Über eine besondere Geschichte, das Pferd Amira eine Stute aus der Reitschule mit der wir ja befreundet sind, mit Nadine, die die Reitschule betreibt und Günther vom Berg.

[5:01] Trümmerbruch beim Longieren. Böses Schicksal für Amira, sechs Jahre altes Pferdchen. Und was ja eigentlich sehr ungewöhnlich ist bei so einer Verletzung. Nadine hatte sich dazu entschieden, wir wollen versuchen, das operieren zu lassen und zu gucken, ob Amira sich von dieser schweren Verletzung wieder erholt. Jetzt haben wir Nadine nicht in der Sendung, Aber du bist da natürlich weiter im Regenkontakt und wir können vielleicht so ein Mini-Update geben. Und dann hast du mir, glaube ich, noch zugeschubst, irgendwie Jessica von Bredow-Werndl, unsere Olympiasiegerin, hat eine traurige Nachricht zu verkraften. Auch darüber können wir vielleicht noch kurz sprechen. Jenny, in der Klimperkastenlosen Zeit, als der Klimperkasten schon hier in Berlin war, ich aber nicht, hatten wir keinen Manni. Jetzt wäre er wieder da. Der Manni ist wieder da. Genau, wir hatten den Manni aufgezeichnet aus der Konserve. Jetzt ist der Manni wieder da. Ich drücke mal den Knopf und dann würde ich mit meinem Monolog, den ich jetzt schon wieder gehalten habe, ich habe es selber gemerkt, Entschuldigung.

[6:06] Siehst du, dann musst du auch nicht mehr beleidigt sein, wenn ich sage, lange Rede, kurzer Sinn kommt zum Punkt. Aber wirklich, tut mir leid. Und dann wärst du auch dran. Ich würde vorschlagen, wir starten wie immer mit deinen Pferden. Vorher der Manni, dann geht es los. ACDC, Klecks, Nesthäkchen,

[6:22] Benni, alle sind mit an Bord. Und gleich geht’s los mit Folge 490.

[6:45] Eine Viertelstunde noch, dann wäre meine Waschmaschine soweit. Ich habe keine Unterhosen mehr. Aber ich wohne in einem Haus, da gibt es einen Waschsalon unten. Kein Witz. Wir haben gesagt, wir nehmen auf, während meine Unterhosen waschen. Also ich muss dann irgendwann mal zwischendurch runter und die dann in den Trockner verfrachten.

[7:04] Egal. Hat ja auch was, dass ich nicht mehr deine schmutzige Wäsche waschen muss, sondern dass du das selber machst. Absolut. Finde ich voll gut. Furchtbar.

[7:13] Jenny, Springstunde beim Hubert. Der ja ein kritischer Beobachter deines reiterlichen Tuns ist, so kann man das sagen. Treue Hörerinnen und Hörer kennen ihn schon. Oh ja, in dieser Springstunde habe ich es auch bei Hubert ein bisschen verschissen, aber da kommen wir noch dazu. Dann erzähl doch mal. Es ist so, also ich sage mal so, man will ja nicht über jede x-beliebige banale Springstunde reden, aber das war schon so ein bisschen was Besonderes, oder? dass du mit zwei Pferden unterwegs bist. Mit Benni ist er immer Puls. War noch der alte Hänger, dem die Pferde auch schon gewohnt waren. Also die Hürde war jetzt nicht, dass das auch noch irgendwie neu war. Und du bist mit beiden gefahren. Das tut dem Benni ja eigentlich immer relativ gut. Erzähl, wie war es? Ja. Genau, ich habe die liebe Lisa gebeten, ob sie nicht Lust hat, ein bisschen mit dem Klexi zu springen und auf dem Paulshof bei dem lieben Hubert Kavaletti Stunde und ein bisschen springen. Also für Benni und mich gab es nur Stangen, aber für Lisa gab es auch Sprünge.

[8:10] Und wir fangen mal am Anfang an. Also fahren, wenn der Klexi dabei ist, fährt der Benni immer mustergültig. Also das Fahren ist nicht das Problem, aber dann schon Tür aufmachen. Oh Gott, wir sind ja gar nicht da, wo wir sonst immer hinfahren. Wir waren schon lange nicht mehr hier. Und Benni war sofort auch beim Aussteigen schon so, oh Gott, dann wird der ja immer riesengroß und klotzt. Und als wir dann, ich verlade ja dann immer so, beziehungsweise entlade immer so, dass der Klecksi rückwärts rausgeht und der Benni, dann führe ich den Klecksi so um den Hänger rum, nach vorne, wo der Benni dann aussteigt. Sobald der Klecks da ist, beruhigt sich der Benni dann auch wieder. Aber trotzdem war er so, oh Gott, hier waren wir schon lange nicht mehr und andere Pferde und überhaupt.

[8:53] Und so war er auch, also ich dachte, ich muss ihn nicht ablongieren, aber wir sind in die Halle rein und er war außer Rand und Band. Und dann habe ich gesagt, okay, ich brauche eine Longe. Also so kann ich da jetzt erstmal nicht drauf. Der muss erstmal an die Longe und muss mal seine Spannung loswerden. Klecksi war total brav. Also den hat es überhaupt gar nicht gejuckt. 0,0. Also so hat sich normalerweise Klecksi gebärdet, wenn ich mit Acey und Klecks unterwegs war. Und dann war Acey immer der hohe Pol und Klecks war der Benni. Also und jetzt war es umgekehrt. Klecksi war der Hohepol und Benni hat sich wirklich gebärdet wie so ein Jungpferd, das noch nie woanders war. Und an der Longe hat er dann auch schon so ein paar Boxsprünge gemacht, hat sich auf dem Arsch rumgedreht, wollte weg und hat gewirrt und der Klecksi. Und also es war schon ein bisschen aufregend und nervig. Er hat sich dann auch so nach zehn Minuten hat er sich auch einigermaßen beruhigt. Und ich weiß ja auch immer, wenn ich drauf sitze, ist der ja brav. Also normalerweise…

[9:55] Und dann weiß der, alles klar, jetzt kann man hier noch ein bisschen gucken, aber wir machen jetzt hier keine Schweinereien oder so. Also das ist wirklich ein goldener Charakterzug, den er da hat, dass er unter dem Sattel immer zuverlässig macht. Also darauf immerhin kann man sich dann doch verlassen, so, ne?

[10:12] Ja, also soweit man das sagen kann, dass man sich auf einen jetzt, er ist jetzt im fünften Jahr, er ist noch nicht ganz fünf, aber soweit man das sagen kann bei so einem jungen Pferd, ist es bei ihm wirklich so, ich fühle mich sofort sicher, wenn ich aufsteige. Also ich habe nie Angst auf diesem Pferd, weil der wirklich total brav ist. Es gibt keine Garantie für nichts, ist schon klar, aber immerhin. Also das ist bisher noch nicht passiert. Aber das mit dem Runterpegeln, was wir in der Silvestersituation hatten, das scheint dann doch nochmal eine besondere Geschichte gewesen zu sein. Irgendwie fremde Umgebung, andere Pferde. Also das ist nochmal was, was ihn nochmal in einem besonderen Maße triggert.

[10:53] Absolut, vor allem die anderen Pferde. Also das ist immer, wenn er so viele Pferde sieht, dann ist er immer on fire. Also das ist irgendwie für ihn ist das total spannend, fremde Pferde zu sehen und jetzt im Moment, wenn wir halt auf unsere Reitanlage trainieren, wenn ich da hinfahre, da ist nie jemand. Also da gibt es keinen Stall, das ist einfach eine Reithalle und ein Reitplatz, da sind nie andere Pferde. Manchmal ist vielleicht noch ein Pferd in der Halle, aber dadurch, dass er das so gewohnt ist und dass er da schon ganz oft war, stört ihn auch dieses Pferd, wenn da mal eins in der Halle ist, stört ihn das nicht weiter.

[11:26] Aber jetzt nochmal, ich war schon ganz lange nicht mehr Cavalletti-Stunde mit dem Benni. Ich habe die ganze Zeit immer den AC mitgenommen. Und deswegen war das für ihn wieder eine ganz aufregende Situation. Er hat sich aber schon eingekriegt und hat natürlich auch das mit den Stangen und Cavalletti, er hat das wirklich total souverän gemacht. Also er ließ sich total brav reiten, hat auch dann irgendwann mal ausgeatmet und hat mal, okay, ist ja gar nicht so schwer und gar nicht so schlimm. Und der Klecksi bleibt ja auch hier, der geht ja nicht weg. Und dann hat er sich auch, irgendwann hat er das verstanden, der Klecks geht nicht weg, auch wenn der jetzt an der anderen kurzen Seite ist und das 70 Meter sind, die zwischen den beiden Pferden liegen, hat ihn das trotzdem dann irgendwann nicht mehr aufgeregt. Und er war dann auch ganz, ganz selbstbewusst und hat sich auch getraut, wegzulauf, also wegzutraben und zu galoppieren. Wenn Klecks in der Nähe war, konnte ich trotzdem wegreiten. Also das war am Anfang so, in den ersten fünf Minuten war es wirklich unmöglich, ihn von Klecks zu trennen. Da ist er sofort ausgeflitten. Aber das ging dann nach so einer gewissen Zeit, hat er sich daran gewöhnt und hat auch verstanden, der Kleck, sie geht nicht weg. Und er hat das mit den Stangen, also wir haben wirklich so viele Stangen hintereinander, vier, fünf Trabstangen hintereinander auf der gebogenen Linie. Das hat er wirklich total souverän und gut gemacht. Also das hat er mittlerweile verstanden.

[12:45] Gut raus und viel mehr haben wir auch nicht gemacht an diesem, Sonntag, weil das ist natürlich dann sofort auch, also er ist relativ schnell müde, weil das auch den Kopf total anstrengt und wenn er dann wirklich die Aufgaben gut gemacht hat und dann hat sogar auch Hubert irgendwann gesagt, wir machen jetzt noch einmal Galopp und dann lassen wir es gut sein für ihn, weil er das vom Kopf her auch gar nicht so lange, sich konzentrieren kann und eine halbe Stunde und dann ist die Luft raus und dann kann das Pferd auch einfach nicht Und wenn man dann weitermacht, dann kommt ja wie bei den Kindern, nach müde kommt blöd und das wollten wir dann nicht riskieren. Wir wollten dann mit einem guten Gefühl aufhören und so, dass er halt wirklich auch zufrieden aus der Cavalletti-Stunde rauskommt. Diese Situation nach Müde kommt blöd, das, sagen wir mal so, ist manchmal so ein Bermuda-Dreieck.

[13:39] Dass der Hubert aus deiner Sicht ungeschickter Weise nicht immer so ganz souverän umschifft. Also sagen wir mal so, er plumpst manchmal rein in dieses Bermuda-Dreieck. Du hast jetzt gerade schon angeteast. Es gab dann irgendwie Stress oder so. Gab es denn darum Stress oder war das schon so eine Erkenntnis, hey, er hat es gut gemacht und irgendwie, dann muss man auch sagen, also nach der anfänglichen Nervosität, wir lernen, man braucht ein bisschen

[14:07] Geduld, ablongieren war wichtig, aber dann ging es unterm Sattel und dann rechtzeitig aufhören. Das könnte ja eigentlich wie so eine Art, keine Ahnung, also wenn man so Tipps formuliert, was ich ja immer ganz gerne habe, so nach dem Motto, was wäre jetzt das Learning, was man daraus hat, dann doch eigentlich das, oder? Geduld am Anfang und dann auch rechtzeitig aufhören. Genau, aufhören, wenn es gut ist. Und da waren Hubert und ich uns auch sehr einig. Wo wir uns nicht so einig waren, war bei Klexi. Also Lisa ist ihnen jetzt, glaube ich, das dritte Mal geritten. Also sie kennt das Pferd noch nicht so gut. Und Klexi hat ja so ein bisschen diese Eigenart, dass er am Anfang nicht so richtig in Fahrt kommt und dass er sich sehr bitten lässt und dass er sehr triebig ist und dass es wirklich schwierig ist, ihn so ein bisschen ans Ziehen zu kriegen.

[14:55] Und dann hat Hubert natürlich, wie er bei mir auch immer sagt in der Stunde, Schenkel, Schenkel, fleißig, fleißig ja, ja, wenn man da oben drauf sitzt, denkt man echt jetzt, ich mache schon so viel Bein und ich will so fleißig reiten, aber es ist irgendwie es ist so schwer, Lisa war echt außer Atem die hatte schon einen ganz roten Kopf, und ich bin dann, was man normalerweise nicht macht, also, niemals tun, es ist ein absolutes No-Go, in eine Reitstunde reinzukrägen.

[15:24] Also ich schäme mich auch im Nachhinein dafür, das tut man nicht und ich habe mich auch entschuldigt bei Hubert. Ich habe dann mal kurz reingekrätscht und habe gesagt, Lisa, jetzt galoppier den mal, gib dem mal einmal Gerte auf die Schulter, dass der mal einmal Gas gibt und dann hast du Spaß. Und Lisa hat das dann auch gemacht und Lexi hat dann auch irgendwann mal losgelassen. Sie muss über diesen Punkt reiten, dass das Pferd loslässt und dann macht er erst Spaß. Und ich kenne ihn jetzt so gut. Mit Trabgalopp oder Schritttrabübergängen kriegt man ihn, ja, aber es dauert halt auch zu lange. Und diese Zeit hat man ja nicht immer. Und Hubert war sichtlich angepisst. Angepisst? Ja, absolut. Ich habe sie mir am Gesicht angesehen und völlig zu Recht. Also das tut man einfach nicht und das ist auch normal gar nicht meine Art, dass ich da irgendwo reingrätsche. Also ich kann ja immer denken, was ich will, aber ich würde normalerweise nie irgendwie in so einen Unterricht reinquatschen. Aber in dem Fall ist es einfach so, Lisa hat mir so leid getan und ich dachte, ich muss ihr jetzt diesen Tipp geben, dass sie es einfach ein bisschen leichter hat. Und das hat auch funktioniert. Und dann habe ich aber schon auch gesagt, Hubert, sorry, dass ich da reingekrätscht bin. Ich weiß, das macht man nicht. Und er war echt angepisst. Und so, jetzt reiten wir Traubkalopp.

[16:38] Hat mich komplett ignoriert. Ja, also er hat auch vollkommen recht. Das tut man einfach nicht. Das wurde, ich erinnere mich jetzt auch wieder dran. Ich hatte ehrlich gesagt schon wieder entfallen, worüber habt ihr euch diesmal da irgendwie in die Haare bekommen? Und dann aber jetzt, wo du es erzählst. Interessant ist ja in dem Zusammenhang, und ich weiß nicht, ob man da jetzt Geheimnisse ausplaudert, weil das war, also das ist ja tatsächlich so ein No-Go, dass ihr sogar auf dem Berg nochmal drüber gesprochen habt. Da war Hubert nicht dabei. Da wurde aber eine Geschichte ausgepackt, die also auch sehr lustig war und also die so unterstreicht, wie sensibel dieses Thema ist, wenn man Reitlehrern da in die Quere kommt. Und habe ich das nicht richtig, habe ich das so im Kopf, ich habe so im Kopf, dass da Hubert selber sogar der Übeltäter war und einer Reitlehrerin reingequatscht hat und die ist dann einfach gegangen. Die hat die Anlage verlassen sozusagen. Also es ist jetzt nicht so, dass Hubert nichts jetzt sagen könnte, das habe ich ja noch nie selber gemacht. Aber genau, also die No-Go-Haftigkeit dieses Vorgehens ist tatsächlich, du hast es schon gesagt, also es ist halt ein No-Go-Punkt. Das macht man einfach auch nicht. Und Nadine hat aus dem Nähkästchen geplaudert und hat dann gesagt, oh, unser Hubert hat das auch schon gemacht. Nämlich bei besagter Trainerin, die dann einfach gegangen ist, Hubert übernimmt jetzt die drei Stunden. Tysikowski, ne? Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Genau.

[18:06] Wie war die Rückfahrt? Arbeit. Achso, nee, du wolltest noch. Erst mal zu Klecks. Also Klecks ist total toll gesprungen. Also wir waren ja fertig, also Benni und ich und dann konnten wir uns ganz auch auf Lisa und Klecksi konzentrieren und zugucken und er hat das super gemacht. Also erst so ein bisschen mit Vorlegestange und Kreuzlein springen und dann hat Hubert auch wirklich Sprünge aufgebaut und Klecksi hat das einfach souverän gemacht. Obwohl er so wenig Erfahrung hat im Springen, weil ich ja immer die Hosen voll habe. Stimmt. Und weil ich ja einmal gesehen habe, wie der halt auch abgehen kann beim Springen und dann auch Profis in den Sand setzt, habe ich ja immer so ein bisschen, oh ich traue mich nicht. Aber der hat das so souverän gemacht und so brav und wirklich also hingaloppieren, drüber springen. Gar nicht mal irgendwie mit dem Ohr wackeln oder mal überlegen, will ich da drüber. Überhaupt gar keine Frage, natürlich will er da drüber. Und er hat das super toll gemacht. Lisa hat es auch, hat ihn wirklich auch sehr schön und sehr gut dahin geritten und hat ihn unterstützt, hat ihm Vertrauen gegeben. Ich will da drüber, dann willst du da auch drüber. Und es war wirklich, das war total schön zuzugucken, wie zufrieden dieses Pferd über diese Sprünge gesprungen ist. Und vielleicht ist das halt wirklich auch was, was ihm mehr Spaß macht als das Dressurviereck.

[19:21] Wir müssen irgendwas suchen, was ihm Spaß macht, wo er von alleine läuft und wo er sagt, also da hätte ich Fun. Und ich würde mich ja sogar mittlerweile auch trauen, mit ihm vielleicht so ein bisschen so maximal E-Höhe oder so. Also die nächste Springstunde mit Klecksi, die gehört mal mir. Ehrlich, oh, mutig, mutig, hört, hört, möchte man sagen. In der Tat. Und diese Erkenntnis mal, dass man Klecks nochmal auf eine andere Art und Weise beschäftigen sollte, als du das bisher immer so gemacht hast.

[19:49] Die haben wir ja nicht zum ersten Mal. und also vielleicht findet ihr da noch einen Weg. Ich hau mal ganz kurz den Tippwechselknopf rein, weil wenn ich es richtig im Kopf habe, eine Abwechslung oder ein neues Terrain wolltest du ja mit ihm ausprobieren. Stichwort Working Equitation, aber, und da muss er vielleicht auch noch mal kurz drüber reden, Schnee, Eis, das Wetter, Ellie oder wie heißt dieses Scheiß, Tief, Dingsbums, Sturmtief, ich glaube, Elli, das ist ja schon krass und aus Working Equitation wird erstmal nichts.

[20:26] Also ich habe abgesagt, weil ich befürchte, wenn es am Samstag wieder schneien soll und es wird auch wieder kälter und in der Nacht von Samstag auf Sonntag soll es auch wieder Minusgrade geben, dann komme ich mit dem Hänger nicht vom Hof. Also deswegen habe ich gesagt, wenn ihr jemanden habt, der für mich einspringt, der auf der Anlage ist, dann bitte gerne meinen Platz vergeben, weil so kurzfristig absagen ist natürlich auch doof. Und die Organisatorin war auch ganz dankbar, sagte, ja, ich hätte noch jemanden, der gerne reiten würde. Dann gebe ich meinen Platz gerne her, weil ich nicht versprechen kann, dass ich am Sonntag früh um, keine Ahnung, halb neun wirklich mit dem Hänger vom Hof komme. Ich denke eher nicht und das wäre mir auch zu gefährlich, wenn es da so ein bisschen glatt ist und geschneit hat und ich muss durch viele Nebenstraßen, bevor ich auf der Autobahn bin, das ist mir tatsächlich das nicht wert, dass ich da irgendwas riskiere mit dem Pferd im Hänger. Absolut. Außerdem bin ich Sonntag um halb neun ja da. Also das muss man ja auch sagen. Ja, aber das war ja abgesprochen. Es gibt so viele Lehrgänge. Ich könnte jedes Wochenende Lehrgang reiten. Vielleicht kann ich dir noch den einen oder anderen aus den Rippen leiern, so ein bisschen Lehrgang reiten. Aber das ist ja auch, weißt du, so dieses, ja, das war ja abgesprochen, tja, das ist so wie, also da sind alle Stricke gerissen, dann schwupps, da sind sie gerissen, weißt du, und dann, ja. Aber dann hätte ich ja jetzt einen Gut, einen Lehrgang an einem Buch, dann hätte ich jetzt einen Gut. Oh, Themenwechselknopf.

[21:48] Wie war die Heimfahrt? Das ist ja auch immer noch ein interessantes Thema, oder ist es noch der Redewert in dem Fall, oder hat es einfach gut geklappt, auch in der Zweierkombi? Also wenn Klecks dabei ist, klappt es immer gut. Das ist wirklich so, wenn das zweite Pferd noch nebendran steht, dann ist immer alles gut. Also Benni fährt total brav. Jetzt würde ich nächste Woche, wenn es wieder Bruce gerade hat, mal versuchen mit beiden Pferden zu fahren. In dem neuen Hänger, schräg. Also ich habe sie noch nicht zu zweit verladen, weil ja bisher war es wirklich so klapp, dass ich den Hänger noch nicht mehr vom Parkplatz gezogen hätte. Ist denn die Trennwand da mittlerweile? Nee, die ist leider noch nicht da. Der muss erst noch bestellen und das wird noch ein bisschen dauern, bis die da ist. Aber wir werden es auch so hinkriegen. Okay.

[22:32] Ja, das wird sicherlich nochmal spannend. Wird bestimmt auch nochmal interessant zu erzählen. Also dieses, das ist tatsächlich ja ein Aspekt, war vielleicht auch nicht so schlimm, weil wir das nicht explizit erwähnt haben. Aber du hattest so gesagt, mit dem Schrägstehen, man sagt, dass die Pferde dadurch ruhiger und sicherer stehen und so weiter. so richtig wissenschaftlich belegt, ist das ja nicht, aber viele Pferdeleute sagen das. Von daher glaube ich, ist es schon nochmal auch interessant,

[23:01] wie deine Einschätzung so ist, wenn du es dann wirklich machst. Also das muss man, glaube ich, das ist tatsächlich was, wo es sich lohnt, dann nochmal drüber zu sprechen. Aber du hast gesagt, im Moment ist das Wetter halt so kacke und man will nichts riskieren und so und deshalb bist du halt einfach toller, also obwohl du den tollen neuen Hänger hast, bist du noch nicht damit unterwegs.

[23:23] So ist’s. Jenny, ich habe so Spaß, dass der Klimperkasten wieder da ist.

[23:33] Mit einfachen Dingen kann man dir eine Freude machen. Man geht’s. Zu viel geraucht, oder? Nein, ich rauche ja nicht mehr.

[23:40] Nee, nee, alles gut. Nur ein Frosch im Hals. Igitt. Wir wollten ja vielleicht, also wir haben ja gesagt Amira. Wir hatten die liebe Nadine vom Berg bei uns im Interview. Das war die letzte Folge des alten Jahres. Sie hat da erzählt, die selbstgezogene Stute, das Pferdchen, das ihnen so sehr am Herzen liegt, das Herzenspferd von Silvia.

[24:06] Treue Hörer unseres Podcasts kennen auch die ganzen Protagonisten. Von daher hat man da nochmal so richtig mitgefiebert, der Trümmerbruch, den das Pferd erlitten hat und die Entscheidung, wir versuchen das zu operieren. Keine Pferdeklinik in Deutschland wollte es machen. Sie sind in die Schweiz gefahren. Nochmal ein Hoch auf die Ülzener, die das dann auch bezahlt hat trotzdem und so. Und jetzt sind wir natürlich so ein bisschen dran, weil wir über den Fall im Pferde-Podcast gesprochen haben, das öffentlich gemacht haben. Natürlich will man dann auch irgendwie wissen, ist das jetzt auch quasi final von Erfolg gekrönt, wird alles gut. Wir sind noch nicht am Ende der Reise, aber wir haben nur ein kurzes Vorgespräch gehabt. Du hast gesagt, ja, ich kann da ein bisschen was dazu sagen. Also sag doch vielleicht mal, weil es ist ja auch immer sensibel, wenn es mal Rückschläge gibt, dann würde man schon gerne vorher mit Nadine sprechen wollen, ob das auch okay ist, dass wir das hier thematisieren. Aber du hast gesagt, man kann ein bisschen so einen Zwischenstand geben. Was wäre denn der Zwischenstand im Moment?

[25:13] Also Stand jetzt sieht es aus, als würde alles gut gehen und Nadine und Silvia waren die Tage auch da und haben Amira besucht. Das Pferdchen ist natürlich also ein Offenstahlpferd, das immer draußen war, das ist so auf die Welt gekommen, ist so aufgewachsen und ist jetzt alleine in einer Box, dass das natürlich auch auf das Gemüt schlägt, ist ganz klar. Also Amira ist alleine, sie ist einsam. Also ich glaube als Besitzer, ich kann das total nachvollziehen, blutet einem das Herz, wenn man sein Pferd so sieht. Total. Und man will es mitnehmen, man will, ich nehme es mit nach Hause, Hauptsache es hat Kumpels und Freunde und Pferde nebendran. Und also ich kann das schon super nachvollziehen, dass man da am liebsten sein Pferd sofort einpacken würde und mitnehmen würde. Weil so diese seelische Not, die das Pferd hat, die ist schon enorm groß. Mal abgesehen von der Verletzung und von diesem Bruch und von diesem, also das Bein ist eingegipst und da ist ein externer Fixateur.

[26:14] Um diese einzelnen Fragmente, die sich gelöst haben, auch zu stabilisieren, dass die halt nicht wieder irgendwo im Bein rumfallen und das birgt natürlich auch eine große Verletzungsgefahr und deswegen ist das Pferd halt in der Box und muss halt stehen, das darf ein bisschen Schritt gehen, also sie läuft auch ganz gut, also Nadine hat mir ein Video gezeigt, wie sie läuft, also das ist, würde man nicht denken, dass dieses Pferd einen Trümmerbruch hatte, dafür läuft sie wirklich ganz okay. Aber der seelische Zustand ist natürlich, also sie hat auch extrem abgenommen. Man sieht ihr schon an, dass sie einiges mitgemacht hat. Und man will dann als Mensch, hat man schon auch so ein bisschen, stellt man sich diese Frage, dieses Leid, was ich meinem Pferd jetzt so zumute, ist es das wert? Will man das machen? Also man ist da total hin und her gerissen und weiß nicht so richtig, was ist denn die beste Entscheidung für mein Pferd, weil ich habe ja auch die Verantwortung, dass mein Pferd nicht leidet und also Nadine hat dann auch wirklich mit sich gerungen, nehme ich sie mit nach Hause, lasse ich sie da, weil diese Fixateur muss noch vier bis sechs Wochen dranbleiben und so lange soll Amira in der Klinik bleiben, das ist eine ganz schön lange Zeit und sie steht ja jetzt auch nun schon, keine Ahnung, fast drei Wochen oder dreieinhalb Wochen steht sie ja nun schon.

[27:35] Und das ist eine lange Zeit für so ein junges Pferd, das eigentlich gewohnt ist, immer draußen zu sein, immer in der Herde, das die Boxenhaltung in seinem ganzen Leben noch nie kennengelernt hat. Pferde, die das von Anfang an gewohnt sind, die tun sich, glaube ich, ein bisschen leichter.

[27:49] Aber für Amira ist es, glaube ich, mental eine extreme Belastung. Und auch für Nadine und Silvia ist es natürlich schwer zu entscheiden, was ist das Beste für mein Pferd. Aber dann steht natürlich auch dagegen, man spricht mit den Tierärzten und die sagen… Wir sind jetzt so weit gekommen, wir haben es so toll hingekriegt. Wir setzen das jetzt nicht aufs Spiel. Genau.

[28:12] Also erstens mal das Risiko, dass sie sich zu Hause verletzt, weil sie da irgendwie rumspringt. Man müsste das Pferd ruhig stellen, jeden Tag ruhig stellen, dass sie da nicht irgendwie falsche Bewegungen macht, rumspringt, sich anstecken lässt von den anderen, wenn die vielleicht auf ihrem Paddock rumtoben. Also das ist extrem schwierig, das Pferd zu Hause ruhig zu halten, weil, wie gesagt, da gibt es nur Offenstelle, es gibt keine Boxen. Und die Tierärzte haben völlig zu Recht auch gesagt.

[28:40] Sie wird gesund, also sie hat eine gute Chance, gesund zu werden und wir haben so viel erreicht jetzt. Jetzt wird sie diese vier oder fünf Wochen auch noch durchhalten, bis dieser Bruch so weit stabil ist, dass wir den externen Fixateur entfernen können und das auch nicht so schlimm ist, wenn das Pferd mal einen falschen Schritt macht. Und das ist, glaube ich, auch die bessere Entscheidung für das Pferd, auch wenn einem das in der Seele wehtut und einem das Herz bricht, wenn man das Pferd wieder verlassen muss. Also ich kann das total nachvollziehen und total verstehen, aber ich glaube, wenn man das Ergebnis am Ende sieht und in sechs Wochen denkt, oh toll, es hat alles funktioniert und das Pferd hat es vergessen in sechs Wochen. Also das Pferd wird nicht denken, oh, ich hatte jetzt eine schlimme Zeit hinter mir, sondern die Pferde leben im Hier und Jetzt und wenn sie die Zeit überstanden hat, hat sie sie überstanden und da gibt es keine Erinnerung dran. Und dann waren es halt nur vier, fünf Wochen und dann ist aber halt auch gut. Also ich verstehe das schon, aber jetzt ist das natürlich eine harte Nummer.

[29:43] Auch das hast du ja echt eindrucksvoll geschildert. Also man versteht das alles, also man versteht alle Seiten. Und ich finde ja auch interessant den Aspekt und, Klammer auf, Klammer zu, da kann der Pferde-Podcast und somit auch unsere Hörerinnen und Hörer können davon möglicherweise auch noch ein Stück weit profitieren. Nämlich in dem Sinne, dass wir, glaube ich, eine gute Chance haben, auch noch spannende Einblicke zu bekommen aus medizinischer Sicht, weil ich war ja ganz verblüfft, aber diese Ärzte da in Zürich sind tatsächlich so engagiert an diesem Fall dran und für die ist es auch so eine besondere Geschichte. Also deutsche Kliniken winken alle ab und sagen, wir machen das nicht. Und die Züricher Ärzte sind der Meinung, wir kriegen das hin und wir machen das. Und die sind schon… Stolz auf das, was sie da geschafft haben und wollen drüber reden. Absolut. Also sie wollen mit uns drüber reden. Also es ist ja….

[30:50] Es ist immer erst dann ein Interview, wenn man das Interview im Kasten hat. Ich weiß schon und das kann auch, keine Ahnung, die überlegen sich das nochmal anders, aber so Stand jetzt gibt es die Signale aus dieser Klinik in der Schweiz, hey, wir würden da gerne drüber sprechen. Auch wir finden das keine Selbstverständlichkeit, was da passiert ist, dieser Fall Amira. Und also an uns soll es nicht liegen, dass wir da nochmal auch aus medizinischer Sicht das so ein bisschen beleuchten. Weil, also auch wenn das jetzt nicht jeden Tag vorkommt, aber diese Tatsache oder diese Gedankenkette, ein Pferd hat einen Knochenbruch und häufig ist das das Todesurteil. Weil, also ich kenne das ehrlich gesagt, oder selbst ich als Pferdeleihe habe das so kennengelernt. Das ist schon so ein bisschen so, oder?

[31:39] Ja, also Bein gebrochen war, ist normalerweise das Todesurteil für das Pferd. Ja, also ich kenne ganz, ganz wenige Fälle, wo ein Pferd das überlebt hat. Aber die Medizin ist mittlerweile so fortschrittlich, dass die wirklich halt auch Dinge probieren und sagen, wir wagen uns daran. Und dann muss heutzutage ein Bruch wie jetzt bei Amira nicht mehr unbedingt zwangsläufig bedeuten, dass das Pferd eingeschläfert werden muss. Es gehört immer so ein bisschen Glück dazu. Also es kann auch immer alles schief gehen, da kann sich was infizieren, eine Wunde oder oder oder. Aber im Falle Amira ist es bis jetzt, toi toi toi, gut gegangen und jetzt drücken wir nochmal vier Wochen, sechs Wochen die Daumen und dann ist sie über den Berg und dann kann man wahrscheinlich auch sagen, es hat funktioniert. Also wir haben ja schon, als wir das Interview mit Nadine aufgezeichnet hatten, es endete mit dem Appell, bitte liebe Pferdepodcast-Hörer, Daumen drücken ist jetzt gefragt, bitte, also wir freuen uns über jeden, der da so ein bisschen mitfiebert, daran hat sich nichts geändert, muss man sagen, aber… Es sieht so aus, als könnte diese Geschichte tatsächlich ein Happy End haben.

[32:51] Aber man muss noch ein bisschen weiter Daumen drücken.

[32:56] Aber was ich noch so kurz sagen will, dass man da als Pferdebesitzer so ein bisschen mit sich ringt, ob man das tun soll oder nicht. Das ist eine schwierige Entscheidung, weil man in der Verantwortung ist, dass man seinem Tier kein Leid zufügen will. Und das ist schon eine wirklich extrem harte Geschichte für das Pferd und dass man da manchmal so ein bisschen zweifelt, habe ich es richtig gemacht oder nicht, kann ich total auch nachvollziehen, dass man manchmal vielleicht auch denkt, mutig meinem Pferd zu viel zu. Das muss dann der Besitzer auch aus dem Bauch raus entscheiden und muss dann selber entscheiden, ich mache das oder ich mache das nicht. Also es hätte auch jedes Verständnis gegeben, wenn zum Beispiel Nadine entschieden hätte, nein, ich möchte meinem Pferd diese Strapazen nicht zumuten.

[33:44] Dass nur nochmal, also auch das wäre ein Weg gewesen und da wären Tierärzte auch mitgegangen und hätten gesagt, ja. Also wir können, das ist hier auch eine Indikation, um zu sagen, man schläfert das Pferd ein. Das ist dann eine individuelle Entscheidung des Besitzers und die ist auch für den Besitzer ganz oft gar nicht so leicht, diesen Weg dann auch mitzugehen und diese Entscheidung dann auch mitzutragen. Also vor allem, wenn man dann sein Pferd auch so leiden sieht und an dieser Stelle nochmal haltet durch, es wird alles gut. Und also das, was du gerade beschreibst, also auch die andere Entscheidung wäre absolut legitim gewesen. Das ist in dem Interview auch schon angeklungen und tatsächlich die Überlegungen, die du gerade so skizzierst, die sind da ja auch angestellt worden.

[34:29] Also von daher, ich finde es ein guter Hinweis und es geht hier nicht darum, so zu tun, dass jetzt auf einmal, weil die Medizin vielleicht ein paar Schritte weiter ist, dass das jetzt alle so machen müssten oder so. Also das ist tatsächlich so nicht zu verstehen. Trotzdem ist es natürlich diese besondere Konstellation eine anrührende Geschichte und auch einfach ein spannender Fall.

[34:53] Und ja, damit ist nicht verbunden, dass das jetzt die Blaupause ist. Für alle, das auch genau so zu machen. Ja, nee, finde ich gut, dass du das nochmal gesagt hast. Jenny, mit Blick auf die Uhr. Das sagst du in jedem Sinne, sagst du das. Ich weiß nicht, hast du… Geh mal einen neuen Spruch. Schluss jetzt. Meine Unterhosen. Soll ich sagen, mit Blick auf die Waschmaschine ist fertig. Und die Tage hier sind lang. Und die müssen ja, also diese miefigen Schlüpper müssen ja noch in den Trockner. Weisch. Und morgen will ich nach Hause fahren. Wenn die Bahn dich lässt? Genau. Man weiß gar nicht, ob das alles geht. Mein Magen hängt auf den Kniekehlen und es ist.

[35:44] Dann reden wir noch ganz kurz. Wir trauern mit Jessica von Bredow-Werndl um Diallo Bibi. Ein tragischer Tod des Nachwuchspferdes hat uns alle getroffen, betroffen gemacht. Also so ein junges Pferd mit vielversprechender Zukunft und innerhalb von zwei Tagen. Was war da los? Weißt du das? Also, weil ich habe ehrlich gesagt, ich bin im Moment ein bisschen gedanklich zugegeben, selbst anzeige woanders. Du hast mir das nur als WhatsApp geschrieben, aber auch nur den Fakt. Also, weißt du, was da passiert ist? Ich glaube, es wird vermutet, dass er an dem Borna-Virus erkrankt ist, aber so weit bin ich jetzt auch nicht auf dem Laufenden, ob das jetzt schon bestätigt ist oder nicht. Das ist eine Vermutung und deswegen, das ging wohl relativ schnell innerhalb von einem Tag.

[36:38] Ein für Pferde gefährliches Virus. Richtig, der Mäusevirus, sagt man so umgangssprachlich. Okay. Der das zentrale Nervensystem zerstört, sich durch den Körper frisst und tödlich endet für Pferde, kann auch Menschen befallen. Auch Menschen können daran erkranken, aber so im Detail kenne ich die Symptome jetzt nicht. Aber sie vermuten, dass das das Borna-Virus war, aber ich glaube, das ist noch nicht bestätigt. Jetzt kann man sich darüber streiten, was zum, und das tut uns auch sehr leid, was der größere gedankliche Runterzieher ist hinten raus, meine Unterhosen oder das Mäusevirus, beides wahrscheinlich schlimm, tut mir leid, nein, ich will jetzt nicht albern werden. Ja, bitte. Ein bisschen pietät. Ja, Entschuldigung. Aber wenn man bei Facebook so manche Kommentare liest, da muss ich schon manchmal schlucken. Also da sind schon ganz viele unterwegs. Will ich es wissen, wahrscheinlich nicht. So nach dem Motto. Also ich habe mir manche Kommentare wirklich durchgelesen und habe gedacht, was ist eigentlich mit den Menschen los? Wie gehen die, darf ich raten? Lieber tot als Pferd von Jessica von Bredow-Werndl, so, oder? Genau. Also ist es nicht schlimm, also ist es zum Kotzen, oder?

[37:57] Ja, total. Wahnsinn. Deswegen hätte ich das auch gerne nochmal angesprochen. Also bei allem, ob man diesen Sport gut findet oder nicht, Pferdesport, Reitsport und, und, und. Aber da ist ein Pferd gestorben, das geliebt wurde von seinen Menschen. Egal, ob das jetzt ein Sportlerpferd war oder ein Freizeitpferd oder, oder, oder. Jeder macht es so gut, wie er es kann und jeder macht es so, wie es für richtig fällt und keiner quält absichtlich irgendwelche Pferde und dann solche Kommentare da loszulassen, das finde ich absolut daneben und halte ich auch für menschlich unterste Schublade. Ich gehe da mit bei dem Satz, keiner quält absichtlich seine Pferde. Das ist auch schon wieder Peter-Peter-Gefahr. Du weißt, was ich meine. Das passiert natürlich leider schon, aber es ist in dem Zusammenhang glaube ich auch einfach, also ich gehe da total mit. Und diese Art von Kommentaren, das ist einfach so ein reflexhaftes Draufhauen. Und das ist halt auch einfach, also das ist einfach neben der Spur.

[39:05] Ja, das geht echt gar nicht. Ich habe es nicht gelesen, tut mir leid, deshalb kann ich da gar nicht so mitreden. Aber ich ahnte schon, als ich diesen Gedanken gerade sagte, dass ich da wohl wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf treffe. Und das ist so…

[39:20] Weißt du, weil es halt so reflexhaft und so berechenbar ist, turnst einfach nur ab, oder? Also das ist so, man liest es. Ja, absolut. Und ich glaube gerade so in dieser Zeit, wo generell der Tresursport oder der Reitsport so im Fokus steht, ist das natürlich gefundenes Fressen, ganz klar.

[39:41] Das war Folge 409 des Pferdepodcasts. Aus Berlin. Wir bedanken uns fürs Zuhören aus Berlin und du aus dem Schwarzwald. Wenn die Bahn mich lässt, dann wäre ich dann am Wochenende, wenn ihr das hört, mal wieder im Schwarzwald zu Hause. Alles irgendwie verrückte Zeiten. Es wird sich eingrufen. Wir hoffen, dass das jetzt auch technisch alles klappt und ihr einfach eine ganz normale Folge bei Spotify oder wo auch immer ihr es hört, findet. Wenn ihr es denn hört, uns gut findet, dann freuen wir uns, wenn ihr unsere Folgen zum Beispiel kommentiert Oder einfach nur, was muss man drücken bei Spotify? Ich glaube, die Herzchen, die kleine Glocke, auch cool. Dann verpasst man nämlich keine Folge. Also derartige Ehrerbietungen ist nicht so. Also das hilft uns auch einfach total, dass der Podcast noch ein bisschen bekannter wird. Muss man vielleicht auch einfach an der Stelle mal sagen. Von daher, wenn uns jemand einen Stein in den Garten schmeißen mag, dann das hilft immer total, uns zu folgen oder zu liken und wir freuen uns darüber sehr. Macht’s gut, habt eine fertige Zeit, ein schönes Wochenende und Grüße aus Berlin. Tschüss.


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