
Der Winter verabschiedet sich langsam. Die Tage werden länger, die Pferde wirken frischer – und bei vielen Reiterinnen und Reitern juckt es wieder in den Fingern: Jetzt aber! Training hochfahren, Ziele anpeilen, durchstarten.
Genau hier setzt Folge 413 des Pferdepodcasts an. Denn zwischen Motivation und Überforderung liegt oft nur ein schmaler Grat.
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Wenn der Kopf schneller ist als der Pferdekörper
Nach einer Winterphase – egal ob mit Pause oder reduziertem Training – ist die Versuchung groß, dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat. Doch Muskeln, Sehnen, Kondition und Konzentration folgen nicht immer dem Kalender. Und genau das wird in dieser Folge sehr praxisnah beleuchtet.
Jenny nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in ihren Stallalltag und erzählt, wie unterschiedlich ihre drei Pferde sind. Und genau diese Unterschiede machen klar: Es gibt keinen Trainingsplan von der Stange.
Jungpferd, Sportpferd, Sensibelchen – jedes tickt anders
Besonders spannend wird es beim Blick auf den jungen Benny. Wie viel Fordern ist okay? Wann ist Fördern sinnvoll – und wann wäre es schlicht zu viel? Jenny beschreibt sehr anschaulich, wie fein junge Pferde reagieren, wie schnell Fehler sich beim Reiten bemerkbar machen und warum „mehr wollen“ nicht automatisch „mehr bekommen“ bedeutet.
Dabei geht es nicht um höher, schneller, weiter – sondern um Timing, Gefühl und darum, die Signale des Pferdes lesen zu lernen. Ein Thema, das viele kennen und das hier offen besprochen wird.
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Wann merkt man, dass es genug ist?
Ein zentraler Punkt der Folge: Wann sollte man im Training aufhören?
Nicht dann, wenn es endlich „läuft“ – sondern oft genau einen Schritt früher.
Mit Unterstützung von Dressurtrainerin Nicola Wolsdorff (Österreich) geht es um typische Anzeichen von Überforderung: nachlassende Konzentration, fehlende Reaktion auf Hilfen, muskuläre Ermüdung. Und um die wichtige Frage, wie man Training sinnvoll strukturiert – mit Lösungsphase, Arbeitsphase und einem bewussten, positiven Abschluss.
Der Anspruch: Ehrgeiz ja. Überziehen nein.
Go with the flow – aber mit Plan
Der Titel ist dabei mehr als ein lockerer Spruch. „Go with the flow“ bedeutet in dieser Folge nicht planloses Dahinreiten, sondern mit Gefühl arbeiten, den Tageszustand des Pferdes ernst nehmen und den eigenen Ehrgeiz immer wieder hinterfragen.
Warum das auch erfahrenen Reitern passiert, warum „noch schnell eine Lektion“ oft keine gute Idee ist – und wieso ein gutes Training manchmal früher endet als gedacht, das hört ihr in Folge 413.
🎧 Eine Folge für alle, die nach dem Winter motiviert sind – und ihren Pferden trotzdem gerecht werden wollen.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:
[0:00] Jenny, wir lernen dazu. Die Leitung Berlin-Schwarzwald steht und wir wollen
[0:05] an diesem Abend, und das ist später geworden, als wir eigentlich dachten. Eigentlich schlafe ich schon um die Zeit. Ja, eigentlich schon.
[0:16] Ich sage mal so, in der Großstadt, da kann man ja auch um Mitternacht noch einkaufen, zum Beispiel jetzt. Ja, aber du hast keinen dementen Hund, der dich morgens um vier Uhr weckt, weil er denkt, er müsste pipi. Dabei muss er gar nicht pipi. Aber vielleicht würde dem Hund so, dass man, das wäre den Hund zu so einem Big City Dog, weißt du? Also da fallen Demente, die nachts um vier irgendwie auf öffentlichen Plätzen nochmal müssen, die fallen da gar nicht so auf, weißt du? Geschweige denn Hund. Und vielleicht würde so dieses Go with the Flow und irgendwie ein paar Drogen einwerfen, das täte ihr gut. Lulu, hast du gehört? Go with the Flow. Go with the Flow. Und dann morgens um vier. Ach, sowas Blödes, dass wir nicht mehr diese lustigen Folgentitel machen, dann wäre Go with the Flow jetzt schon ganz weit vorne, ehrlich gesagt. Aber das kann man doch machen, kann man das nicht mehr machen? Ach nee. Na klar, man kann alles. Man kann alles. Ich haue jetzt mal ganz kurz den Hafer- und Bananen-Blues rein, damit unsere Hörers wissen, es ist eine große Folge, es ist Wochenende. Vielleicht haben sich alle schon daran gewöhnt. Es ist ein Samstag, an dem die Folge erscheint und wir erzählen ein bisschen über deine drei Pferde. Aber der Hafer-Blues, der muss ja schon sein. Das ist der Hafer- und Bananen-Blues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.
[1:41] Was sind die Themen, die wir uns vorgenommen haben? Nicola Wulzdorf aus Österreich ist wieder mal bei uns. Ihr habt sie kennengelernt Ende vergangenen Jahres.
[1:52] Dressur-Trainerin aus Österreich, sehr umtriebig, verschiedene Programme. Sie macht Online-Coachings, ist also selber auch total erfolgreich in der Dressur bis zur S-Dressur. Wir hatten im letzten Jahr ziemlich ausführlich gesprochen und dann gesagt, Wir behandeln mit ihr zusammen gerne Fragen, die unsere Hörer an uns herantragen. Wir picken uns immer mal wieder Themen raus, von denen wir glauben, dass sie für alle interessant sein könnten und so. Und wir haben uns vorgenommen, jetzt in dieser Folge mal zu sprechen über das Thema, okay, der Winter sagt so langsam Ade. Für viele ist das ja auch so ein bisschen gleichbedeutend. Es geht wieder los, das Training so ein bisschen hochzufahren. Wie mache ich das in einem Maß, das vernünftig ist, dass die Pferde nicht überfordert? Wann merke ich? Wann ist es möglicherweise zu viel? Das wird unser Thema sein mit Nikola. und zu dem Thema kannst du ja vielleicht so bezogen auf deine drei Flitzpiepen auch ein bisschen was erzählen. Wir haben uns gerade verabredet, dass wir den Benni in dieser Woche ein bisschen intensiver unter die Lupe nehmen. Ich habe noch eine Überraschung für dich und eine gute Überraschung, glaube ich. Also, weiß ich nicht. Wenn du glaubst, die Überraschung wäre gut. Dann kann es oft daneben gehen, meinst du? Also, wenn du eine Torte für mich hast, dann ist es eine gute Überraschung. Dann ist es immer gut. Buttercreme, ne? Oh ja. Oder Frankfurter Kranz.
[3:21] Stimmt. Buttercreme und Frankfurter Kranz. Das kann man an dich schmeißen und dann ist es gut, ne? So.
[3:29] Ja, und was du noch so hast, du bist ja die Redaktion jetzt mittlerweile, ich bin ja so weit weg, weißt du. Ach echt, das hättest du mir sagen müssen vorher. Ja, ja, ich sehe ja nur hier die Pferde auf dem Brandenburger Tor, das sind ja die einzigen Pferde, die ich sehe, weißt du. Also solltest du mit dem Gedanken spielen zu kommen, kannst du knicken, geht nicht. Weißt du, wollen wir die da irgendwie am Pariser Platz anbinden oder was, vor der russischen Botschaft oder so, das macht ja keiner. Auf Stelle gibt es ja in Brandenburg schon viele. Ja, Brandenburg, aber das ist ja nicht Berlin, weißt du? Ja, aber ich will ja auch nicht in Berlin wohnen. Natürlich. Ich will ja im Grünen wohnen. Jenny, bevor wir uns jetzt, also bevor wir in dieses Thema eintauchen, das ja gar kein Thema ist, lassen wir jetzt den Manni. Der würde sich allerdings sehr wohl fühlen in Berlin, muss man ja schon sagen, ne? Ja, der quengelt die ganze Zeit schon an mir rum. Ja, gehst du mit mir? Geh auch noch nach Berlin. So, mit seinen Brustbarzenpiercings, die er hat. Genau. Unser Orchestermusiker Go With The Flow, weißt du? Also das würde der sofort verstehen. Jetzt macht der Manni, unser virtueller Orchestermusiker, erstmal go with the flow auf die konventionelle Art und Weise und spielt unsere Pferde-Podcast-Hymne. Und dann steigen wir ein in Folge 413. Ganz ehrlich, in diesem ganzen Berlin-Wahnsinn, ich habe immer voll Bock, dass wir, wenn wir hier aufnehmen, macht es voll Spaß. Mir fehlt es richtig und ich bin froh, dass wir das trotzdem so beibehalten. Darf ich das mal so als kleine persönliche Fußnote sagen? Darfst du.
[4:56] Okay, darfst du. Ich finde es ja immer so ein bisschen einsam hier, das alleine aufnehmen. Und ich gucke ja immer so gerne dein manchmal so blödes Gesicht an, wenn wir aufnehmen. Danke, sehr charmant. Da muss ich immer lachen. Du würdest gut in die Hauptstadt passen. Das ist eher so ein schroffer Charme, weißt du?
[5:15] Also ich sage auch was Nettes und dann so, ja, darfst du sagen, ich vermisse dich, weil ich deine blöde Hackfresse, weißt du? Über die kann ich mich amüsieren. Das ist so sehr nett. Dankeschön. Ja, von Angesicht zu Angesicht ist es schon manchmal witziger. Und jetzt ist es so ein bisschen einsam. Das stimmt. Und wir haben noch nicht mal, jede Woche sagen wir auch, okay, wir müssen jetzt nächste Woche unbedingt Zoom zuschalten. Aber auch heute haben wir es wieder nicht geschafft. Aus Zeitgründen. Weil irgendwie die S-Bahn fährt so langsam, medizinischer Notfall in der Bahn. Und dann bummelt die nur so rum. Also ist ja alles okay, aber irgendwie. Du musstest ja auch noch trinken mit deinen Kollegen. Ist immer was anderes.
[5:53] Da sind zwei gegangen, das stimmt. Dann muss man ja ein bisschen socialisen. Naja, wir schwimmen schon wieder raus. Der Manni ist dran. Dann geht’s los mit dem Pferde-Podcast.
[6:24] Jenny, ich habe ja dieses Thema antrainieren. Alle haben wieder Bock nach der Winterpause. Und ich denke ja immer, wenn wir dann über so ein Thema reden, dann denke ich ja auch immer schon darüber nach, haben wir Videomaterial, wo man das so ein bisschen vielleicht so mit untermauern kann. Da gucke ich ja immer in unsere gemeinsame Fotocloud und was sehe ich da heute? Ich habe es dann auch heute gleich posten müssen. Du hast sie, glaube ich, in unseren WhatsApp-Kanal, den es ja auch gibt, hast es, glaube ich, schon zwei Tage vorher gepostet. Manchmal ein bisschen exklusiver dran, der Kanal. Und da dachte ich, na okay, also diese Videosequenz, die eignet sich ja genau nicht dafür. Ja.
[7:12] Du musst es kurz erklären. War das jetzt ein besonderer Schnappschuss oder kommt es häufiger vor? Hilf mir mal vor zwei Tagen, Baby, das habe ich schon wieder vergessen. Also du hast es so untertitelt mit Room Service leicht gemacht und du bist morgens in den Stall gekommen. Und das ist also wirklich, wo man so denkt, sag mal, geht es noch? Das kann man sich so vorstellen, wenn du zum Beispiel Frühdienst hattest und aufgestanden bist und geklappert hast mit dem Geschirr und die Kaffeemaschine und die Spülmaschine ausgeräumt und klapper, klapper, klapper und irgendwann war ich dann wach. Und genau das habe ich gemacht, als ich morgens ins Stall kam. Ich habe geklappert mit der Mistgabel, ich habe das Paddock abgeäppelt, mit der Schuhkarre geklappert und wirklich Krach gemacht. Die haben sich null stören lassen. Aber alle drei. Alle drei. Die lagen da noch und haben AC allen voran so süß gepuft, wirklich so, der hat auch geschnarcht, Kleksi hat geschnarcht und die haben sich auch nicht bewegt oder sind mal aufgestanden, ich muss jetzt hier mal sauber machen, nö, also wir liegen hier noch und wir schlafen jetzt auch noch ein bisschen.
[8:17] Also kein Room-Service, den habe ich dann auch später verschoben. Also das Video ist ja logischerweise noch online, auch bei Insta, folgt uns gerne, da erfährt man dann auch immer, wenn es neue Folgen gibt und so weiter und so die lustigsten Videosequenzen, die versuchen wir natürlich da zu posten, aber ich sage mal so, so diese Aufbruchstimmung nach dem Winter und jetzt, wir schütteln mal den Winterschlaf so ein bisschen aus den müden Knochen und jetzt geht es mal, jetzt geht es mal wieder rein ins Dressurviereck und die Galoppperiouetten. Was willst du von mir? Serienwechsel. Komm, wir gehen das jetzt mal an. Also ich sage mal so, dieser Spirit, der wird jetzt in der kleinen Sequenz nicht unbedingt transportiert. Den haben sie aber tatsächlich. Also alle drei. Also sie sind alle drei gut drauf und sind alle drei, also auch Klexi.
[9:09] Wirklich total leistungsbereit, rittig. Also im Moment habe ich richtig viel Spaß. Mit Klexi? Mit allen dreien. Also auch mit Klexi. Stell dir vor, auch mit Klexi. Die Tage gibt es auch, wo ich Spaß habe mit dem Klexi. Ich mache nicht so arg viel, weil das mit dieser kalten Luft, das ist immer noch kalt bei uns. Also es sind zwar jetzt nur minus eins oder so nachts, aber diese kalte Luft, man soll nicht ganz so viel machen, wenn die Luft so arg kalt ist, weil das die Atemwege so reizt. Und deswegen mache ich so ein bisschen Slow-Programm, aber schon auch mal eine Lektion und mal so ein kleines bisschen, wo ich dann so wieder sage, jetzt können wir uns mal versammeln und können mal so einen Wechsel reiten. Oder mal eine Pirouette mal antesten mit AC. Und also da muss ich sagen, sie sind alle drei super toll drauf. Das ist doch, also das ist ja wirklich cool und vielleicht, bevor wir dann über das Thema sprechen, was sind so Signale, wann du, oder du hast ja jetzt eben gerade selber schon gesagt, dass du von vornherein schon sagst, ich mache nicht so viel mit denen, aber also daran merkt man ja auch schon diese Frage, was ist das richtige Maß? Fragezeichen. Das ist ja schon immer eine und man sollte die auch, glaube ich, vernünftig beantworten und man kann da auch was falsch machen und deshalb ist es, glaube ich, ganz gut.
[10:36] Dass wir drüber reden, um vielleicht dann den besseren Übergang hinzukriegen zu Nikola, können wir vielleicht so auf das Thema, welche Signale senden deine drei denn jetzt so aus, wenn sie sagen wollen, jetzt wäre es aber mal gut, Frauchen, und wir können jetzt nicht mehr. Ja, können wir vielleicht vorher nochmal sprechen über den Benni und das hat ja tatsächlich aber auch was damit zu tun, mit dem Thema durchstarten, komm wir machen was. Du hast schon gesagt, die sind alle super leistungsbereit, Benni oft sichtlich auch, du hast ja von allen dreien gesprochen und Benni hast du aber jetzt so die Tage auch so ein bisschen ins Visier genommen und du sagst, ja der muss jetzt auch so langsam, oder? Kann man das so auf den Punkt bringen? Genau, so kann man es auf den Punkt bringen. Der wird jetzt dieses Jahr fünf, also der ist jetzt viereinhalb. Der wird ja erst Ende April fünf.
[11:30] Aber so vierjährig habe ich ihn ja schon noch so ein bisschen mit Samthandschuhen angefasst. Auch beim Reiten war ich immer eher so ein bisschen passiv und habe ihn also auch nicht so angepackt. Ich habe einfach nur, mein Fokus lag nur auf vorwärts gehen, der soll ziehen, der soll nicht rummaulen, Hand ruhig hinstellen, zieh da ran. Aber ich habe da von ihm jetzt nicht irgendwie was verlangt.
[11:56] Enge Wendungen oder, ja, also ich habe wirklich ganz einfache Dinge gemacht, gerade ausreiten, große gebogene Linien, Übergänge Schritt-Trab, Übergänge Trab-Galopp. Jetzt ist so langsam so die Zeit, wo ich ihn auch ein bisschen mehr anpacke und auch ein bisschen mehr fordere und auch viel mehr, Übergänge zum Beispiel im Trab reitet, dass er so langsam so ein bisschen dahin kommt, dass er versteht, wenn mein Bein kommt, dann heißt es nach vorne gehen und auch so ein kleines bisschen Trab vergrößern. Also wirklich die Trabtritte größer machen, die Galoppsprünge größer machen.
[12:31] Das ist jetzt so die Arbeit, die ich jetzt so langsam mit ihm angefangen habe. Was ich ganz viel reite, sind Schlangenlinien, also mit vier Bögen durch das 40er Viereck oder auch mal mit drei Bögen, wenn es ein bisschen größer ist, weil das wirklich die Koordination und das Gleichgewicht total fördert und es fördert auch, dass er mehr an meine äußere Hand tritt und ein bisschen mehr an meinem inneren Bein auch wirklich stabil bleibt, dass er sich biegt. Und stellt um mein inneres Bein. Und also ich bin total begeistert von diesem Pferd. Der ist so schlau, der versteht die Dinge sofort. Also auch dieses Schenkelweichen im Trab, Viereck vergrößern, Viereck verkleinern. Das habe ich ihm zwei, dreimal gezeigt. Da hat er zwei, dreimal so, hä, weiß ich nicht. Und dann irgendwann hat es Klick gemacht. Und jetzt lege ich ganz leicht das Bein an und dann kann ich das Viereck verkleinern oder vergrößern im Trab. Also das ist wirklich, das macht total viel Spaß.
[13:26] Was noch so ein bisschen eine Baustelle ist, ist immer mal wieder so dieses Rausheben, dass er immer noch nicht so ganz stabil in der Anlehnung ist. Er ist immer, wenn ich ein kleines bisschen zu viel mit der Hand dran bin, dann sagt er sofort, geh da weg, das will ich nicht, geh weg mit der Hand. Also da muss ich noch ein bisschen sensibler reagieren, noch ein kleines bisschen feiner werden und wir haben ja auch in zwei Wochen einen Lehrgang mit Silke Ramschütz und da plane ich eigentlich, dass ich ihn an beiden Tagen mitnehme und wirklich daran arbeite. Ich möchte die stabile Anlehnung hinkriegen und ich möchte, dass er wirklich konstant an meine Hand zieht und auch wirklich so anfängt, ein kleines bisschen immer mal wieder Last aufzunehmen und den Brustkorb so ein bisschen zu heben. Also das ist so mein Fokus für diesen Lehrgang und auch mein Fokus für so die nächsten drei Monate, dass ich ihn da wirklich so auch ein kleines bisschen mehr schließen kann und dass ich ihn ein kleines bisschen mehr aufs Hinterbein setzen kann, ganz vorsichtig, weil es ist noch früh für das Pferd. Also der ist wirklich noch sehr jung und der soll ja eigentlich noch, der muss noch Muskeln aufbauen und der soll eigentlich noch überwiegend in dieser Remontenhaltung geritten werden und das tue ich auch. Also das sind wirklich so Momente, wo ich ihn auch mal anpacke und mal sage, so jetzt.
[14:49] Machen wir uns mal ein bisschen kürzer und jetzt machen wir uns mal ein bisschen größer und jetzt mal eine halbe lange Seite Last aufnehmen. Das klappt wirklich gut. Also du ordnest jetzt ja auch schon ein Stück weit selber ein, weil also ganz am Anfang deines, von dem, was du jetzt gesagt hast, da fiel ja so das Wort, ich packe den jetzt auch ein bisschen an. Es geht jetzt so los, aber also du relativierst es selber schon.
[15:14] Mal Laienfrage. Man kann das ja total gut verstehen, dass so ein Pferd, wenn es die Möglichkeit hat, sich so einer Situation, die vielleicht mit ein bisschen Druck und Anstrengung und so verbunden ist, wenn das Pferd die Möglichkeit hat, sich dem zu entziehen, Stichwort rausheben, so verstehe ich das zumindest, dass es das dann macht, kann man ja nun wirklich… Gut nachvollziehen und es ist so dein Bestreben sozusagen, dieses Rausheben Stück für Stück immer weiter zu vermeiden und dass er das eben nicht macht. Wenn ich es richtig verstehe, so einen gewissen Willen irgendwie mit, also das ist so ein Austüfteln, so ein Ausbalancieren, wie kriegt man das hin?
[15:54] Aber das ist kein aussichtsloses Unterfangen. Also es ist nicht so, dass es so sensibel ist, dass du sagst, ich komme da gar nicht durch oder so. Eher das Gegenteil. Ja, also absolutes Gegenteil. Also ich komme sehr gut durch bei ihm und er ist auch super sensibel auf die Hilfen und also wenn das Pferd was falsch macht, such erstmal den Fehler bei dir. Also der Fehler liegt fast immer bei mir, dass ich einfach zu viel da dran bin und ihm einfach nicht die Möglichkeit gebe, stütz dich noch ein bisschen ab. Die jungen Pferde müssen sich auch immer noch mal so ein bisschen, gerade in den Übergängen, so ein bisschen abstützen.
[16:28] Und da bin ich manchmal einfach, dass ich ihn zu viel aufnehmen will und da sagt er dann, nee, aber jetzt gehst du da weg und das kann ich noch nicht. Und das ist sofort, er straft mich sofort, wenn ich diesen Fehler mache. Und ich glaube, ich weiß, dass das nicht sein Fehler ist, sondern mein Fehler. Und das muss ich noch rauskriegen, also eher ich als das Pferd. Und wenn ich wirklich mich ganz, ganz arg konzentriere und bei dem Übergang auch ganz weich mit der Hand bleibe, dann bleibt er auch schön vorne dran, dann hebt er sich nicht raus. Und sobald ich ein kleines bisschen zu viel Druck mache, dann sagt er, nee, dann ist er sofort weg. und das müssen wir einfach, wir müssen noch ein kleines bisschen eingespielter werden und meine Hilfen müssen noch viel feiner werden. Er ist ein ganz, ganz anderes Pferd als Klecks und AC. Also ich muss mein Reiten wirklich total umstellen und, Dieses Pferd, das reagiert so sensibel auf die Hilfen und ich bin ja froh darüber und genau das wollte ich ja haben. Ich will ja keinen Klotz, der nicht reagiert auf meine Hilfe, sondern ich will ja ein feines Pferd haben, ist aber auch für den Reiter eine echte Herausforderung.
[17:36] Also wenn man es jetzt mal für die nicht reitenden Freunde von Pferdemädchen, die aus Versehen in unseren Podcast jetzt reinstolpern, wenn man das für die mal übersetzen würde. Ich mache ja immer gerne diese Autovergleiche, obwohl ich gar kein Auto mehr habe, muss man ja auch mal sagen. Also dann wäre tatsächlich sozusagen, also wäre der Benni dann so ein italienischer Sportwagen, wo man sozusagen ganz vorsichtig mit dem Gas sein muss, weil wenn man zu viel Gas gibt, dann ist die Gefahr, dass man ihn abwürgt, also schon auf jeden Fall da und also Vorsicht mit dem Gaspedal. Absolut und auch vor allem Vorsicht mit der Bremse. Und man kann ihn auch so ein bisschen vergleichen mit Globus. Der war ähnlich, fein. Also der hat ja auch sehr sensibel reagiert, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Und der war ja auch so ein bisschen wie der italienische Sportwagen. Der hatte halt nur bei weitem nicht so viel Qualität, wie Benni sie hat. Ich wollte gerade sagen, der ist öfter mal liegen geblieben. Genau. Hashtag italienische, also Fiat so, weißt du. Genau. Und dann ist der Benni eher der Lamborghini. Okay. Und der Globus war der Fiat.
[18:44] Wobei, no offense, Fiat, da hat sich auch viel getan. Also das muss man schon sagen. Also in heutigen Fällen, es gab Zeiten, da hat dieses Klischee gestimmt mit dem. Aber AC zum Beispiel verzeiht mir das, wenn ich da beim Übergang mal ein bisschen viel oder ein bisschen zu lang mit der Hand dranbleibe, dann verzeiht der mir das. Dann drückt der so ein bisschen dagegen und man sieht das aber nicht. Ich merke das zwar dann natürlich an dem Druck auf meiner Hand, wo ich dann so denke, okay, jetzt ein bisschen nachgeben, aber AC bleibt immer in Anlehnung. Also der hebt sich da nicht raus, der verzeiht mir diesen Fehler und der ist natürlich nicht ganz so sensibel, wie Benni das ist. Klexi ist… In der Anlehnung auch so sensibel, wenn ich da zu viel Hand dran habe, dann macht er sich sofort eng und sagt, oh nee, da gehe ich jetzt aber weg. Also auch da muss ich immer in der anderen Richtung aufpassen, dass Klecksi nicht zu sehr hinter die Senkrechte kommt. Und bei Benni muss ich aufpassen, dass er sich nicht raushebt. Also diese drei verschiedenen Pferde, das ist auch eine Herausforderung für mich als Reiter. Ja, also nicht nur bei den Hufeisen, das war unser Thema in der vergangenen Folge, wo auch, also was ganz lustig ist, ganz unterschiedliche Ansätze, was die so brauchen und Wohlfühlfaktoren und so weiter, auch bei dem Thema, das du gerade beschreibst, ist das so? Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt den Themenwechselknopf reinhaue. Ach komm, ich mach’s mal, weil ich’s kann einfach.
[20:10] Drück ich den doch mal. Wobei wir aber trotzdem noch bei deinen Pferden bleiben. Wenn du einverstanden bist und wenn wir mit dem Thema Benni so halbwegs durch sind. Und Training hochfahren ist ja jetzt, also hast du gerade gesagt, ist ein Stichwort mit Benni. Das war ja so der Gedanke, was wir jetzt mit Nikola so vorab irgendwie hatten. Training hochfahren nach dem Winter, weiß ich gar nicht, ob das jetzt bei dir, spielt das ja gar nicht so eine große Rolle. Du hast ja auch versucht im Winter immer im Training zu bleiben mit deinen Sportpferden. Aber wenn wir mal so darüber reden, dass man im Training auch überziehen kann oder wir haben es ja in anderem Zusammenhang hier. Wir haben rumgewitzelt, letzte Folge Hubert, wo wir ja manchmal daneben stehen und denken, Er verliert, also was man ja sagen muss, er hat ja auch immer ganz viele Schüler, ganz viele Pferde und jedes einzelne Pferd da im Blick zu haben, wer ist da schon wie lange zu Gange sozusagen, ist ja vielleicht auch gar nicht, also man kann mal die Zeit verlieren, okay, aber ja, also wo wir dann manchmal so denken, für das ein oder andere Pferd wäre es jetzt vielleicht auch einfach mal gut und es reicht.
[21:20] Aber Pferde sind ja gutmütige Tiere in der Regel der Fälle. Und wenn man denen sagt, wir arbeiten jetzt, dann machen die ja auch, stelle ich mir als Laie gar nicht so einfach vor, dann so immer zu registrieren, okay, jetzt wird es mal reichen. Oder merkt man das als Reiterin, als Reiter? Nicht unbedingt, wenn ich so zugucke zumindest. Also eigentlich sollte man es merken. Wenn die Konzentration weggeht und die Kraft weggeht beim Reiten. Also man sollte es wirklich merken. Das ist auch so, eigentlich kann man es bei vielen Pferden auch vielleicht so merken, nach müde kommt blöd. Also ganz oft ist die Reaktion eines Pferdes, wenn es nicht mehr kann, dass es anfängt zu rennen, also dass es unter dem Reiter einfach wegläuft und dass es versucht, sich dadurch den Hilfen zu entziehen. Also das habe ich auch bei mehreren Kindern oben auf dem Berg, die ich unterrichte in der Dressur, da merkt man, wenn die Pferde diese Kraft nicht mehr haben, sich zu konzentrieren und sich ein bisschen zu versammeln und ein bisschen Last aufzunehmen, dass sie dann einfach schneller werden, dass sie dann einfach vorne zumachen und dass sie einfach rennen. Also das habe ich ganz oft, dass das eine Reaktion ist und dann muss man natürlich auch, also man soll dann auch nicht sofort aufhören, sondern es schadet ja auch überhaupt nichts mal über die Kräfte hinaus.
[22:46] Weiterzumachen, weil nur dann wird ja auch Kondition und Kraft aufgebaut, wenn man einfach mal so über seine Schmerzgrenze drüber geht. Also das ist wie beim Sport machen. Genau, ich wollte gerade sagen, da ist es ja auch so.
[22:59] Wenn ein Sportler halt nicht auch mal über seine Grenze geht, dann kommt er ja nie weiter. Wenn man immer dann aufhört, wenn es weh tut, dann bleibt man ja ewig da stecken, wo man ist.
[23:08] Deswegen kann man ruhig auch mal da drüber gehen, aber in Maßen. Und es kommt auch immer so ein bisschen darauf an, was mache ich denn, wenn ich da drüber gehe? Also ich habe zum Beispiel, als Acey noch relativ jung war, war ich in der Springstunde bei Hubert. Und wenn da vier Reiter sind, dann sitze ich, wenn es doof läuft, Eine anderthalbe Stunde auf dem Pferd mit vielen Pausen, mit immer mal wieder jetzt bist du dran und wieder Pause und jetzt bist du dran. Und irgendwann hat man schon gemerkt, jetzt kann das Pony sich auch einfach nicht mehr konzentrieren. Und wenn ich dann am Ende von dieser anderthalben Stunde einen Parcours springen soll und dann riskiere, dass er vor lauter sich nicht mehr konzentrieren können, keine Kraft mehr haben, in einen Sprung donnert, das war mir das Risiko immer nicht wert, weil er so zuverlässig springt und ich dann auch wirklich so immer so ein bisschen Angst hatte, okay, wenn ich jetzt da drüber reite, dann macht er vielleicht an dem Sprung eine schlechte Erfahrung und das möchte ich nicht. Und deswegen war ich auch immer ein bisschen pienzig in diesen Springstunden, wo ich dann gesagt habe, ich höre jetzt auf, es ist jetzt gut und damit würde ich jetzt aufhören.
[24:15] Mein Pferd ist aber auch kein Springpferd. Also das muss man schon auch dazu sagen, ich hatte nie diesen Anspruch, ich will Parcours reiten auf dem Turnier. Ich glaube, bei Springpferden muss man auch da mal über die Grenze gehen. Mal, kann man wirklich machen, schade ist nichts. Das wird wahrscheinlich das Gleiche sein, also würde ich jetzt auch mal vermuten, ohne das genau zu wissen. Aber warum sollte das da anders sein? Aber es gilt dann eben auch das andere, was du gesagt hast.
[24:44] Wenn die Konzentration weg ist, dann wächst halt auch die Gefahr, dass möglicherweise mal was Blödes passiert, weil die Konzentration ist weg. Genau, beim Springen ist es natürlich, also ist die Gefahr halt auch noch mit den Sprüngen. Bei der Dressur ist es nicht ganz so schlimm, wenn da die Konzentration weggeht, dann klappt halt eine Lektion nicht. Aber beim Springen fand ich es immer so ein bisschen, da habe ich immer so ein bisschen geautscht, weil ich halt auch gesagt habe, ich bin ja eigentlich Dressurreiter und wir wollen ja springen just for fun. Und wenn dann Fun nicht mehr da ist, das war es mir dann immer nicht wert. Aber das ist natürlich für einen Springreiter ist das nochmal eine ganz andere Situation. Ja, also wie bei den ganzen anderen Themen, die wir ja auch schon besprochen haben, egal ob jetzt irgendwie, was weiß ich, also von den Hufeisen, vergangene, Diese Woche angefangen über die Unterschiedlichkeit deiner drei Pferde, was wir jetzt gerade hatten und so weiter. Also gilt es da bestimmt auch, dass man sein Pferd einfach individuell sehr gut kennen sollte und dann eben auch in der Lage sein sollte einzuschätzen, okay, wann ist denn bei meinem Pferd sozusagen Feierabend. Kann man gut verstehen.
[25:55] Aber ich finde so als Anhaltspunkt, das, was du gerade gesagt hast, finde ich ja grundsätzlich so als Handreichung, um sich da so ranzutasten, gar nicht so schlecht. Wenn du einverstanden bist, Jenny, ich denke jetzt schließt es wirklich perfekt an, an das Gespräch mit Nikola und wir könnten das vielleicht nochmal so ein bisschen vertiefen, wenn du nicht noch irgendwie was auf der Seele hast.
[26:23] Hast du noch was auf der Seele? Nö, ist okay. Also dann würde ich nämlich vorschlagen, die Eurovisionshymne hat unser Manni leider nicht im Repertoire, aber wir nehmen jetzt Österreich mit ins Boot und wir haben uns ja auch vorgenommen mit Nikola, bevor wir über die Frage sprechen, woran merkt man, dass ein Pferd genug hat, wollen wir erstmal auch darüber sprechen, wie macht man das denn nach dem Winter wieder in Fahrzeugen. Anzukommen, richtig anzutrainieren sozusagen. Wie findet man da das richtige Maß? Aber es geht eigentlich erst mal darum, nicht auf die Bremse zu treten, sondern aufs Gaspedal sozusagen. Wir wollen das besprechen mit Nicola Wohlstorf und wir sind sehr froh, dass sie heute mal wieder bei uns ist. Hallo Nicola, herzlich willkommen zum ersten Mal im Jahr 2026 im Pferdepodcast. Hallo Österreich. Hallo, ich freue mich wirklich mega, dass ich wieder bei euch sein darf. Ja, neues Jahr, neues Glück. Wir haben alle viele Vorsätze. Genau.
[27:29] Genau. Und wir haben uns ja im alten Jahr schon vorgenommen, also dieser Vorsatz ist ja quasi alt, dass wir das sozusagen fortführen. Wir haben dich in 2025 ausführlicher vorgestellt und das, was du so machst, Dressurtrainerin, sehr hochkarätige Reiterin bis in die hohen Klassen und so. Also wer das nochmal nachhören mag, können wir gerne auch nochmal verlinken. Und wir haben verabredet, dass wir im neuen Jahr uns so einzelne Themen immer mal rauspicken und die dann so in homöopathischen, gut verdaulichen Häppchen miteinander besprechen. Und das ist heute sozusagen Teil 1 dieser Serie, die wir uns vorgenommen haben. Nikola, ich weiß nicht, ob ich ein Geheimnis verrate, aber wir haben im Vorgespräch oder in der Vorbereitung auf unseren Termin heute nach meinem Empfinden so ein bisschen rumgeeiert. Ich war so gedanklich, weil das hier so eine große Rolle gespielt hat, irgendwie noch so auf den Winter gepolt. Was kann man machen mit den Pferden, Schnee und Eis und so? Jetzt ist es bei uns im Schwarzwald aber so, dass der Winter jetzt so gefühlt irgendwie.
[28:39] Man es kann ja immer noch mal was passieren, aber es ist gefühlt jetzt so ein bisschen durch. Also es gab schon so die ersten Tage mit frühlingshaften Temperaturen. Kurze Frage, wir sind ja in Sachen Winter Weicheier geworden in Deutschland so ein bisschen. Ist es in Österreich? Also habt ihr noch Schnee und Eis oder ist es bei euch jetzt auch so, dass man sagen kann, man macht so gedanklich so ein bisschen einen Haken an den Winter?
[29:02] Ich muss ehrlich sagen, ich habe eigentlich den Winter immer nur als kalt empfunden, aber definitiv nicht mit so viel Schnee und so viel Eis. Und wir haben dieses Jahr seit Weihnachten Schnee und Eis. Und Hufgrip habe ich schon lange ade gesagt. Also das habe ich schon über Jahre verabschiedet. Und dieses Jahr ist jetzt bei uns aber leider relativ heftig. Und ich habe auch so mit meinen Pferden zu kämpfen, also zu kämpfen, aber schon mit den Wettersituationen zu kämpfen im alltäglichen Leben. Wegen Schnee und Eis. Und das ist auch immer noch so? Es ist bei uns leider immer noch so. Wir kriegen nächste Woche wieder minus 9 Grad. Ich beneide euch ein bisschen, ehrlich gesagt, wenn ihr schon frühlinghafte Temperaturen habt.
[29:52] Jedenfalls, also Schnee und Eis haben wir tatsächlich jetzt bei uns im Pferdepodcast in der speziellen Situation schon das auf die ein oder andere Weise miteinander besprochen hier. Und deshalb hatte ich sozusagen kurzfristig den Wunsch geäußert. Nicola, meinst du nicht, wir können auch das Gespräch in die Richtung lenken, so gedanklich? Es geht jetzt so langsam wieder los. Der Winter ist ja manchmal auch so eine, ja, das Training geht einem nicht so leicht von der Hand und so. Und das jetzt so langsam, und es wird ja auch früher oder später bei euch in Österreich so weit sein, dass man so nach vorne guckt und sagt, Mensch, jetzt geht dann die Saison wieder los. Die ersten Turniere stehen vielleicht an. Und auch das Trainingsprogramm zieht wieder so ein bisschen an. Und wie macht man das sozusagen, dass man da Maß hält, dass man die Pferde nicht überfordert, dass man vielleicht auch so, also welche Signale sollte man beachten, dass man so denkt, okay, jetzt ist es für heute, für die Trainingseinheit heute mal genug. Solche Themen…
[30:53] Dachte ich, wäre vielleicht eine gute Gelegenheit jetzt so zum Jahresbeginn mal darüber zu sprechen und du hast auch sofort gesagt, Mensch, da bin ich dabei. Vielleicht mal so ganz offen gefragt, was wäre so eine gute Strategie, um so ein Hochzufahren, dass man das sinnvoll gestaltet? Ist das ein Problem, was dir bekannt ist? Wahrscheinlich schon. Das ist leider ein Problem, was ich sehr häufig sehe, weil unser Ehrgeiz natürlich an dem anzuschließen, wo wir aufgehört haben, ist natürlich da. Wir haben dieses Bild und dieses Gefühl im Kopf, da war ich vor dem Winter, bevor ich ein bisschen eine Pause einlegen musste wegen dem Wetter, da möchte ich sofort wieder anschließen. Und da alleine in diesem Gedankengang fängt aber leider schon ein bisschen für mich das Problem an, weil ich kann nicht nach einer Pause aufsteigen und glauben, das Pferd ist genauso locker, die Muskeln sind genauso flexibel und das Pferd ist genauso, wie ich es in die Pause geschickt habe. Ja, ja, ja, genau.
[32:00] Da ist mir einfach als Reiter und als Trainer so wichtig, dass man dieses Feeling und dieses Gefühl hat und wirklich pro Pferd arbeitet. Weil dann kommt man viel schneller wieder dorthin, wo man war, als wenn man sich draufsetzt, sofort loslegt und dann frustriert ist, weil das Pferd das gar nicht leisten kann.
[32:26] Und das steigert sich dann ins Unermessliche, bis gar nichts mehr geht. Und wenn ein Pferd frustriert ist, Reiter frustriert ist, deswegen rate ich immer wirklich jeden mit Gefühl und mit Kopf langsam anzufangen. Wirklich wieder mal ganz unten an der Basis, am Lösen und mal langsam Stück für Stück. Es geht ja dann eh schnell wieder. Aber die Pferde brauchen halt schon, je nachdem wie lang die Pause war, ein bisschen Zeit, dass sie wieder agil, flexibel und einfach das ganze System wieder zum Laufen kommt. Und die Zeit muss man ihnen geben, weil das Gelernte verlernen sie ja jetzt nicht, weil sie ein paar Wochen vielleicht Pause hatten. Ja, oder ein bisschen weniger gemacht haben. Davon hängt es wahrscheinlich auch immer so ein bisschen ab. Und wenn ich es richtig verstehe, so ein Grundbewusstsein einfach erstmal für diese Problematik zu haben, das ist ja wahrscheinlich schon mal so der erste Schritt dahin, dass man tatsächlich langsam wieder loslegt. Also du hast jetzt gesagt, lösen sind so Stichworte. Das bedeutet, also hat man sich das, wenn man sich das jetzt auf so einen Läufer oder so irgendwie auf das menschliche Sporteln sozusagen übertragen will, wäre das sowas wie ein bisschen Stretching. Also bevor es so richtig in die Vollen geht, dass man so denen.
[33:46] Also solche Dinge, so vorbereitende Geschichten, bevor es dann richtig losgeht, dass man dafür sich einfach schon mal per se ein bisschen mehr Zeit nimmt, muss man es so verstehen?
[33:57] Genau, ich lege das immer von den Gedanken her auf den Menschen um. Wir werden nach, nehmen wir jetzt mal an, einem Monat Pause nicht gleich wieder einen Marathon laufen, sondern wir werden vielleicht mal anfangen mit Warmmachen, eben Stretching, mit mal Spazieren gehen und dann wirklich mal einer kleinen Runde laufen und steigern das wieder von Tag zu Tag, bis wir dann eigentlich relativ schnell wieder auf dem Niveau sind. Aber einfach, dass der Körper, die Muskulatur, der ganze Kreislauf wieder im Arbeits-Sport-Modus ist und nicht eben, wir sitzen zu Hause, essen Kekse und flüchten vor dem Wetter. Ja, genau.
[34:42] Vielleicht noch eine Frage, die darauf sozusagen so ein bisschen aufsetzt, weil dieses Thema, wie finde ich das richtige Maß, wann habe ich sozusagen so ein Gefühl dafür auch, wann ist es möglicherweise genug. Es hat ja jetzt nicht nur was mit der Aufwärmphase zu tun, sondern auch, wenn man sich so eine Trainingseinheit im Ganzen und generell anschaut. Und es ist vielleicht auch nicht nur ein Thema jetzt für diese Übergangszeit, wo es wieder losgeht, sondern generell so der Punkt, dass ich in einer Trainingseinheit nicht überziehe und das Pferd nicht überfordere und dann sauer mache. Also so in unserem persönlichen Erleben gibt es manchmal so die eine oder andere Situation, wo wir so andere beobachten und denken, das ist jetzt also nach unserem Eindruck, so die Pferde haben jetzt auch einfach mal genug und das wäre jetzt eigentlich ein guter Zeitpunkt, Schluss zu machen. Ist, glaube ich, vielleicht auch gar nicht so einfach, diesen Zeitpunkt zu finden, weil also Pferde können ja nicht sprechen, aber sie senden möglicherweise Signale. Du weißt ja, ich bin jetzt nicht der Pferdeprofi, sondern eher aus der Laienperspektive gesprochen. Was wären denn solche Signale?
[35:52] Kannst du da vielleicht, also gibt es da so ein, zwei Beispiele, die man Reitern so mit an die Hand geben kann? Wenn du das beobachtest, dann wäre so ein Punkt, wo man zumindest mal darüber nachdenken könnte. Damit will das Pferd mir sagen, es wäre jetzt genug. Ich hole dazu ein bisschen aus. Im Prinzip bin ich immer der Meinung, dass wir uns Reiter einen Plan machen sollten. Also ich bin der absolute Gegner davon, sich aufs Pferd zu setzen und nach dem Motto, wir schauen mal, was heute funktioniert. Unsere Einheit ist ja im Prinzip in die Lösephase, in die Arbeitsphase und dann in die Cooldown-Phase geteilt. Und wenn wir jetzt Pause gehabt haben, sage ich immer, bleib bitte mal in dieser Lösephase, dass wir einfach mal nur schauen, dass wir Schritt, Trab, Galopp, schön locker, vorwärts, abwärts, über den Rücken wieder mal die Basis herstellen. Dann gehe ich ein Stückchen weiter, gehe mehr in die Arbeitsphase, wo ich wieder mehr Übergänge dazu nehme. Und da muss ich halt wirklich dieses Gefühl haben und dazu muss ich mein Pferd kennen, meinen eigenen Ehrgeiz ein bisschen hinten anstellen und mich immer fragen, okay, was ist A, heute mein Fokus? Ist es Trabarbeit, ist es Galopparbeit, ist es nur lösen?
[37:05] Und B, ehrlich zu sich selber sein. Ist das jetzt mein eigener Ehrgeiz oder ist das wirklich dringend noch notwendig, dass ich mein Pferd gelöst habe und den Fokus erfüllt habe? Und drittens ist es einfach immer so, dass wir positiv aufhören sollen. Und positiv bedeutet eben auch, wenn der Schritt heute gut war und ich merke, wenn ich jetzt antrabe, endet alles im Chaos, dann bin ich froh, dass der Schritt gut war. Und fange nicht dann nach einer Dreiviertelstunde vielleicht noch an, ach komm, mach mal jetzt noch schnell den Trab und dann eskaliert das völlig. Weil dann muss ich so lange reiten, bis ich wieder ein positives Gefühl habe und das Pferd irgendwie sich wieder fallen lässt und auch positiv ist.
[37:48] Und das ist ganz wichtig, ehrlich zu sich selber sein und wirklich Fokus, was ist der Plan für heute? Wenn ich das erreicht habe, das gut war, dann lasse ich es auch gut sein und sage nicht, es war heute so toll, komm, machen wir das noch, machen wir das noch. Das mache ich dann einfach am nächsten Tag. Ja, nochmal vielleicht ganz kurz die Frage zu den konkreten Signalen. Da tun sich Pferde, könnte ich mir vorstellen, vielleicht ein bisschen schwer wirklich zum Ausdruck zu bringen, weil das ist da ja jetzt nicht so wirklich angelegt, so dieses Signal, ich kann jetzt nicht mehr, es wäre gut, wenn wir aufhören. Ich denke mal, so denken Tiere ja auch einfach nicht. Merkt man es möglicherweise auch an der Konzentration, die dann so ein bisschen flöten geht und ich spüre, okay, ich dringe mit dem, was ich von dem Pferd will, gar nicht mehr so richtig durch zu dem Pferd? Erstens die Konzentration. Man merkt einfach zum Beispiel bei dem einen Typ Pferd, dass er sich nicht mehr oben tragen kann, sondern immer wieder anfangt ein bisschen abzukippen. Dann merkt man, dass die Muskulatur schon müde wird. Oder das Pferd fängt an auf die Hilfen, also auf die vorwärts treibenden Hilfen langsamer zu reagieren, weil man einfach schon spüren sollte, okay, jetzt ist der Saft so ein bisschen draußen.
[39:06] Und da muss man schon wirklich darauf achten, weil wenn die Muskulatur zu übersäuert wird und alles zu überreizt wird, wird es am nächsten Tag halt auch nicht viel besser. Ja, okay. Ja, cool. Dann also coole Tipps von dir, Nicola. Vielen Dank. Und ich verrate ein Geheimnis aus unserem Vorgespräch zum Schluss. Du hast gesagt, als wir das Thema noch mal kurz besprochen haben, ja, das ist tatsächlich ein Problem und es ist nicht auf in Anführungszeichen unerfahrenere Reiter beschränkt, sondern du hast da durchaus auch so den ein oder anderen Profi irgendwie, wo du sagst, also auch da wird manchmal, so dann über das Ziel rausgeschossen. Also was wir gerade besprochen haben, gilt tatsächlich, Ich sage mal, es ist nicht vom Niveau des reiterlichen Könnens abhängig, dass man sich das tatsächlich zu Herzen nehmen sollte.
[40:00] Ja, ich sehe das leider sehr häufig. Ich glaube, dass da sehr viel der eigene Ehrgeiz mitspielt. Das muss doch gehen, das muss doch gut ausschauen, da muss doch was weitergehen in einer Einheit. A, weil man dem Kunden ja sagen muss, schau, was ich erreicht habe. Aber ich bin einfach immer noch der Meinung dass das Pferd ein Pferd ist und wir immer fürs Pferd arbeiten und nicht für den Kunden, für den Besitzer da bin ich ganz das finde ich ganz wichtig und dann muss ich halt dem Besitzer erklären okay, heute ging nicht mehr, aber fürs Pferd war es perfekt, und ich finde da muss man so ein bisschen drüber nachdenken, die eigenen ehrgeizigen Ziele, die ja prinzipiell gut sind. Es soll ja auch so sein. Wir müssen ja einen Ehrgeiz haben, weil Reiten erfordert manchmal Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, aber einfach nicht übers Ziel hinauszuschießen.
[40:54] Genau. Wie immer ist es eine Frage des richtigen Maßes. Nikola, wir haben uns vorgenommen, roundabout so eine Viertelstunde zu sprechen, wenn ich so auf die Uhr gucke. Wir haben eine Punktlandung hinbekommen. Das ist ja auch neu für dich, neu für uns, dieses Format. Fühlen sich alle wohl? Ich habe mich total wohl gefühlt und fand das so richtig handfest. Und wie sagt man irgendwie? Wissen für die Hosentasche sagt man gerne, glaube ich, bei euch in Österreich. Also du weißt, was ich sagen will. Ich glaube, ich habe so das Gefühl, da kann man wirklich was mit anfangen. Und in diesem Sinne sage ich ganz herzlichen Dank, liebe Nicola, nach Österreich. Und ich freue mich jetzt schon aufs nächste Mal.
[41:35] Vielen Dank, dass ich wieder dabei sein durfte. Ich hoffe, ich habe euch ein bisschen Input geben können, wie ihr euer Aufbautraining gestaltet. Und ich freue mich, wenn ich wieder zu Gast sein darf. Wer mehr Nicola will, wir werden natürlich auch deine Homepage und so weiter nochmal bei uns verlinken in den Shownotes, Das ist ja häufig so, man will da noch tiefer eintauchen oder man hat generell das Bedürfnis, zu dir nochmal Kontakt aufzunehmen. Das werden wir natürlich bei uns auf die Homepage packen. Vielen Dank, Nicola. Bis die Tage. Mach’s gut. Danke. Tschüss. Nicola Wulstorf, bei uns im Pferdepodcast immer ein Gewinn, mit ihr zu sprechen. Und ich glaube, das Thema Antrainieren, wie macht man es richtig, aber auch, wie überzieht man nicht? Wie hat man den Blick, dass man den Bogen nicht überspannt? Wenn es noch weitere Fragen dazu gibt oder generell Vorschläge, was wir als nächstes mit Nicola besprechen sollten, dann gerne her damit. Wir sind da von der Themenpalette her sehr offen und wir freuen uns über Themenwünsche, Anregungen, Kritik, wie auch immer. Alle Kanäle dafür sind offen. Jenny, ich habe nur eine Überraschung für dich.
[42:50] Ich habe Angst. Nein, es gibt eine Podcast-Einladung. Hast du das schon gesehen? Ja, das habe ich schon gesehen. Dann ist es doch keine Überraschung. Tut mir leid. Nee, du hast es mir ja geschickt. Dann habe ich das jetzt blöd angetextet sozusagen. Meistens ignorierst du ja so diese Podcast-Sachen immer weg. So nach dem Motto, lass mich jetzt ruhen mit Podcast. Podcast ist, wenn ich den Kopfhörer aufhabe und vor dem Mikrofon sitze und aber auch genau eine Mühe Sekunde, nachdem der Stopp-Knopf gedrückt ist, ist es dann schon wieder vorbei. Das ist so dein Verhältnis zu Podcast. Ungefähr.
[43:28] Die liebe Konstanze Wiesner hat, ich glaube, nur aus Höflichkeit uns eingeladen. Aber eigentlich lädt sie dich natürlich ein. Konstanze Wiesner, die Mentaltrainerin, die dir ja sehr geholfen hat, unter anderem im Vorfeld des Haflinger Europa-Championats. Mentalcoach, wirklich coole Tipps gegeben und so. Und die liebe Konstanze hat jetzt einen eigenen Podcast gestartet, Winning Talks und ich glaube, da kommen auch nur Winner rein und wie kommt sie da auf dich, Jenny? Das liegt ja sehr nah. Weiß schon nicht. Genau, sie möchte aber, also du bist eingeladen in Konstanzes Podcast Winning Talks und wenn das Mikrofon jetzt aus ist, können wir mal kurz in unsere Terminkalender, gucken und können mal einen Terminvorschlag machen und wir müssen dann mal überlegen, ob wir da vielleicht irgendwie, weiß ich nicht, Zumindest auch für den Pferde-Podcast. Ein bisschen von dem Interview profitieren können. Vielleicht mal einen Ausschnitt senden oder so. Das können wir ja nochmal bekakeln. Aber Jenny wird zu Gast sein in einem anderen Podcast. Ist es nicht toll? Wir freuen uns sehr. Also ich weiß ja, ich habe mich gefreut. Ich weiß nicht, ob du dich auch gefreut hast. Natürlich habe ich mich gefreut. Das dachte ich mir doch.
[44:49] Dann, das war Folge 413 des Pferde-Podcasts. Wir machen die Leitung Berlin-Schwarzwald jetzt für heute mal kaputt. Ich setze mich dann wieder in den Zug, bin am Wochenende im Schwarzwald und wir bedanken uns fürs Zuhören. Hat Spaß gemacht mal wieder. Und wenn ich dann im Schwarzwald bin, dann keine Ahnung. Vielleicht finden wir die Zeit dann wieder da, auch die kleine Folge aufzunehmen, die dann in der nächsten Woche kommt. Für heute vielen Dank. Macht’s gut und tschüss. Tschüss.
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