#418 Adrenalin 1000 – und trotzdem ruhig bleiben

Eisregen in Berlin, Frühlingsgefühle im Schwarzwald – und mittendrin ein junges Pferd, das lernen soll, mit der großen, lauten Welt klarzukommen. In der kleinen Folge 418 des Pferdepodcasts geht es weniger um spektakuläre Lektionen als um etwas viel Wichtigeres: Wie begleiten wir Pferde durch Stress, ohne sie zu überfordern?

Denn genau das stand am vergangenen Wochenende auf dem Plan. Lehrgang bei Silke Ramschütz, fremde Umgebung, viele Pferde, Kinderwagen, Hufgeklapper, Außenplatz – und ein Benny, dem man deutlich ansah, wie viel auf einmal auf ihn einprasselt. Stress, der sich nicht nur im Verhalten, sondern auch körperlich zeigt. Und damit eine Situation, die viele Pferdemenschen nur zu gut kennen.


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Stress erkennen und ernst nehmen

Ein zentrales Thema der Folge: Stresssignale beim Pferd nicht kleinreden. Wenn ein Pferd bei neuen Eindrücken Durchfall bekommt, ständig „auf Empfang“ ist und sich kaum fokussieren kann, dann ist das kein Ungehorsam, sondern Überforderung. Genau hier beginnt verantwortungsvolles Training.

Die große Frage lautet dann nicht: Wie setze ich mich jetzt durch?
Sondern: Wie schaffe ich Sicherheit, Struktur und Vertrauen?

Beschäftigung statt Kontrolle

Ein spannender Praxistipp aus der Folge: Pferde in solchen Situationen nicht einfach „laufen lassen“, sondern ihnen klare, ruhige Aufgaben geben. Viele Übergänge, Tempowechsel, einfache Linien, wiederkehrende Muster. Nicht, um Druck zu machen – sondern um Orientierung zu geben.

Denn Pferde, die zuhören müssen, können sich weniger in der Außenwelt verlieren. Kommunikation ersetzt hier Kraft. Training wird zur gemeinsamen Aufgabe statt zum Machtkampf.


Ein schönes Beispiel dafür, wie man mit wenig Aufwand mehr Verständnis für sein Pferd entwickeln kann.

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Geduld ist kein Rückschritt

Besonders eindrücklich: das Thema Aufsteigen. Kein Festhalten, kein „Jetzt stell dich halt hin“, sondern warten, bis das Pferd freiwillig stehen bleibt. Auch wenn es dauert. Auch wenn es nervt. Auch wenn alle zuschauen.

Diese Haltung zieht sich durch die ganze Folge:
👉 Ausbildung braucht Zeit – und die Bereitschaft, sie dem Pferd zu geben.

Kleine Schritte, große Wirkung

Am Ende zeigt sich: Der Weg lohnt sich. Benny kann sich lösen, hört zu, findet in die Arbeit. Kein Wunder, dass das Lob einer erfahrenen Trainerin dann besonders viel bedeutet – vor allem, wenn man viel allein arbeitet und selten externes Feedback bekommt.

Folge 418 ist damit eine leise, ehrliche Episode über junge Pferde, eigene Zweifel und die Frage, wie viel man fordern darf – und wie man merkt, wann man auf dem richtigen Weg ist.

🎧 Eine Folge für alle, die nicht nur reiten wollen, sondern verstehen möchten.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:

[0:16] Wie hatte ich angefangen? Faden verloren. Hier ist die kleine Folge nach dem Wochenende. Wie immer hast du angefangen. Genau.

[0:25] Hier ist der Pferde-Podcast. Folge 418. Das ist die kleine Ausgabe nach dem Wochenende. Ich bin wieder aufgetaut, Jenny. Ja, hier im Schwarzwald taut man auf. Plus 14 und in Berlin minus 14. Oder so. Ungefähr. Und du wolltest es mir nicht glauben. So richtig, ne?

[0:43] Ja. Erzählen ist ja immer die eine Sache. Aber als ich hier eingetrudelt bin am Wochenende im Schwarzwald. Warst du noch kalt? Ich war noch kalt. Und du hast gesagt, boah krass, ich habe gestern Bilder vom BER, von unserem Hauptstadtflughafen gesehen. Und da hast du gesagt, krass.

[1:03] Und ich habe aber auch bei Facebook, folge ich ja so einer Seite, was los Berlin? Und das war sehr witzig. Da wollte ein Fußgänger, wollte so einen kleinen Berg hochlaufen, also die Straße und ist immer wieder runtergerutscht. Er kam einfach nicht hoch. Es war wirklich witzig. Wir streuen es nicht so in Berlin. Und der kam einfach, also es war eine ganz geringe Steigung und der hat zwei Schritte gemacht und dann, wir haben früher immer gesagt, wir gehen schleimen. Schleimern. Schleimern, genau, also schlittern mit den Schuhen und der ist immer wieder zurückgeschleimt. Ja, absolut. Also da kannst du mal sehen. Also wenn man davon spricht, dass jemand rausgeht in die böse weite Welt, um unser Geld zu verdienen, damit du deine Pferde auch finanzieren kannst, dann, also es traf selten so zu, wie in diesen Tagen, in diesen harten Berliner Tagen jetzt, weißt du, auf uns. Gott sei Dank, dass du eine Bude mit Heizung hast und nicht irgendwo unter der Brücke schlafen musst. Die armen Obdachlosen, ganz ehrlich. Ja, absolut. Und davon gibt es ja nur leider in Berlin auch nicht wenige und so. Ja, ja, ja. Also das ist tatsächlich, ja, wir könnten so einen, wir könnten so einen, hier ist die Welt noch in Ordnung und da ist die Großstadt sozusagen. Und ich will jetzt nicht sagen, dass die Welt da gänzlich in Unordnung sei, aber es passieren auch schon lustige Dinge da in Berlin, wo man so hier im Schwarzwald, also wo man hier, kannst du das Scheiß-Handy jetzt mal leise machen?

[2:32] Wo man hier im Schwarzwald, ich sag mal, zumindest mal eine Augenbraue hochzieht. Hier unseren Günther zum Beispiel, der konnte es nicht glauben. Und dann ist aber auch genug mit irgendwie Berlin-Schwarzwald-Geschichten.

[2:43] Es war ja Bahnstreik. Den hatten wir ja nicht exklusiv in Berlin, der war ja bundesweit. An einem Tag haben die Bus- und Bahnfahrer, Straßenbahnfahrer gestreikt. Und es gab ja das Problem mit dem Eisregen in Berlin. und dafür mussten aber die Straßenbahnen fahren, damit die… Na, der Günther hat es erzählt und du wolltest es nicht glauben. So rum ist es richtig. Und es stimmt aber wirklich. Also es gab dann an dem Tag Geisterfahrten, dass die Gewerkschaft gesagt hat, okay, in Gottes Namen, wir eiern mit den Straßenbahnen, machen wir sogenannte Bügelfahrten, dass die Oberleitungen gebügelt werden und nicht einfrieren, aber keiner durfte einsteigen in die Bahn. Ich gehe an die Oberleitung, Büschler. So, genau. Biegeln, sagt man hier, biegeln.

[3:29] Und es gibt das Beagle-Ise und die Blindschlieg. Genau.

[3:33] Jetzt aber gut. Jetzt sind wir ganz weit rausgeschwommen. Wir schwimmen jetzt wieder zurück, weil es ist ja in Anführungszeichen nur die kleine Folge des Lebenszeichen unter der Woche und das Update. Und ich könnte mir vorstellen, also das Thema liegt auf der Hand eigentlich. Wir haben jetzt auch das schon zweimal, wenn man so will, angekündigt darüber gesprochen. Und es ist ja auch immer eine, in Anführungszeichen, einigermaßen große Sache, wenn es ein Lehrgangswochenende bei uns im Schwarzwald gibt und du dann intensiv mit einem, manchmal auch zwei verschiedenen Pferden da teilnimmst und irgendwie versuchst dann wirklich die Zeit zu nutzen und weiterzukommen. Am vergangenen Wochenende war es so, dass Silke Ramschütz, schon häufiger erwähnt worden hier im Podcast, der Name, renommierte Reitlehrerin vom Bodensee, glaube ich.

[4:19] Dass du bei Silke Ramschütz geritten bist und zwar mit dem Nesthäkchen Benni. Da ist ja immer der Weg, das Ziel auch. Er soll sich gewöhnen an die Fahrerei. Er soll sich gewöhnen daran, auswärts irgendwo auszusteigen. Dann sind da Potzblitz-Teufel. Und das Wetter war toll. Wir mussten auf den Außenplatz. Ihr musstet auch noch auf den Außenplatz. Also auch nochmal erschwerte Bedingungen. Ja und so reiterlich und sportlich hast du dir ja auch eigentlich noch ein bisschen was vorgenommen. Du hast in der großen Folge in der letzten darüber gesprochen, Brust hochholen und auch irgendwie zulegen so ein bisschen. Also es gab so ein paar Stichworte, die du schon genannt hast. Und jetzt will man natürlich wissen, war es eine Katastrophe? Ist er ausgerastet? Gibt es den Hänger noch oder ist er schon ein Versicherungsfall? Sind da welche Kinder zu Schaden gekommen, die möglicherweise mit einem Ball an dem Reitplatz vorbeigelaufen sind und Benni ist ausgetitscht? Getitscht oder oder oder oder. Wie war es denn?

[5:20] Also es war aufregend. Ich habe ja dann auch immer Adrenalin 1000, aber er ist am ersten Tag schon relativ gechillt ausgestiegen. Also normalerweise kenne ich ihn so, dass er aussteckt und sofort, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Das war dieses Mal zum ersten Mal anders. Also er war schon ein bisschen aufgeregt, aber er war nicht so drüber, wie er das sonst immer ist, dass man ihn noch nicht mal anbinden kann, geschweige denn satteln oder so. Also er hat sich ganz brav satteln lassen und so, aber das waren natürlich viele andere Pferde, Paddocks daneben, die Pferde wurden rausgeführt, reingeführt,

[6:00] viel Hufgeklappe auf der Straße, die sind ins Gelände geritten. Da war schon was los. Leute vorbeigelaufen mit Kinderwagen. Dann mit Cat Car ist ein kleiner Junge über die Straße gefahren. Also die Pferde haben gewirrt. Das war für ihn… Er war anfangs total stressig. Also der kam aus dem Gucken gar nicht mehr raus und wusste gar nicht, wo er zuerst hingucken sollte.

[6:22] Und mächtig Durchfall hat er gehabt am ersten Tag. Also das war schon, dann kam irgendwann nur noch Wasser hinten raus. Es tut mir dann immer leid, weil ich sehe, wie viel Stress das Pferd hat mit so fremden Eindrücken. Und wenn das so viele Eindrücke sind, dass er die gar nicht mehr verarbeiten kann. Also klares Zeichen auch für Stress, weil wo sonst soll es herkommen? Genau, also klares Zeichen für Stress. Und man fragt sich auch, Klammer auf, Klammer zu, wie kann so ein Körper so schnell entscheiden, jetzt sind die Äppel nicht mehr rund, sondern flüssig. Also das ist ja irre, ne? Absolut. Das ist wirklich irre.

[6:55] Aber er hat es wirklich gut gemeistert. Also ich habe es ganz gut in den Griff gekriegt, als ich mal drauf saß. Ich musste dann auch erst mal raufkommen. Das ist ja immer das Aufsteigen, ist dann immer ein bisschen ein Problem. Alle wollen mir immer helfen, aber ich mache es immer lieber alleine. Weil, also Silke ist auch zwei, dreimal aufgestanden, soll ich dir und nee, lass mich mal, ich muss es ja auch, ich muss es zum Beispiel auf dem Turnier auch alleine hinkriegen, wenn keiner da ist, der mir hilft, der ihn festhält. Und ich will auch nicht, da habe ich immer Sandra Schneider im Kopf.

[7:25] Festhalten ist nett. Das Pferd muss freiwillig stehen bleiben und mich aufsteigen lassen. Das ist so in mir drin.

[7:32] Na klar kann ich so ein Pferd immer festhalten, dass der Reiter aufsteigen kann. Aber ich will, dass er das freiwillig macht. Er soll stehenbleiben und soll mich aufsteigen lassen. Und wenn das zehn Minuten dauert, dann dauert es zehn Minuten. Aber diese Geduld habe ich dann und dann lasse ich mich auch gar nicht stressen und lieber nicht festhalten. Also das ist immer so, was ich echt so mitgenommen habe bei Sandra Schneider und habe ich mit AC so gemacht, habe ich mit allen so gemacht, dass die einfach, die müssen freiwillig stehenbleiben und mich aufsteigen lassen. Punkt. Egal, wie aufregend das drumherum ist, egal was da passiert ob da eine Bombe einschlägt und solange das Pferd nicht in der Lage ist, freiwillig stehen zu bleiben, ist es noch nicht so weit, dass ich aufsteigen kann. Dann… Machen wir das, wenn er soweit ist. Also finde ich ja mega sympathisch. Ich meine, jetzt, man kommt immer wieder hin und wir diskutieren da ja auch häufiger drüber, was ist sozusagen pro Pferd und was ist im Sinne des Pferdes. Und man merkt schon, also der erste Stolperstein liegt schon da, wenn man sagt, der hat da richtig Stress mit Durchfall. Kam dann sogar nur ganz flüssig, das habe ich gar nicht gesehen, ehrlich. Aber wenn du es sagst, wird es schon so gewesen sein. Also klares Zeichen für Stress, wo man so sagt, muss ja auch nicht sein. Also ist bloß, weil die Ische Jenny reiten will. Wenn das nicht wäre, dann könnte man einfach dem Pferd seinen Frieden lassen. Und also ich meine nur so, man kann theoretisch über alles diskutieren, auch darüber.

[8:58] Also ja, ja, ja. Man kann sich dann auch schlecht fühlen als Pferdebesitzer und sagen, oh, muss ich das beim Pferd anfangen? Ja, genau. Aber trotzdem, also ich finde das ja, also da muss er dann durch und da gilt es, ja, du bist Sportpferd. Aber trotzdem, ich finde, ich hatte das verdrängt, aber jetzt, wo du es sagst, fällt es mir auch wieder ein, Sandra Schneider, wir halten die nicht fest. Das ist ja auch eine Form von, ja, Zwang, großes Wort, aber ich wollte schon sagen, eigentlich ist es. Und im Zweifelsfall, also ganz ehrlich, wenn so ein Pferd weg will, halte ich das auch nicht fest. Das ist auch so ein Argument, das Sandra Schneider auch immer gebracht hat. Wenn diese 500 Kilo weg wollen, was machen wir denn? Ich mit, keine Ahnung, als kleiner Mensch, als Fliegenschiss, mache ich eh nichts. Und dann kann man den auch nicht festhalten. Und man muss ja sagen, und es hat noch nicht mal zehn Minuten gedauert, es hat ein bisschen, ein paar Minuten gedauert, aber es hat dann ja auch funktioniert. Also das ist tatsächlich, und du hast das auch von Anfang an gesagt, ich war erstaunt.

[9:52] Dass du gesagt hast, ich habe einen Puls von 1000, das hat mir der gar nicht angemerkt. Absolut, ja. Und es war ja, glaube ich, auch wichtig, dass man es dir nicht anmerkt oder dass das Pferd es nach Möglichkeit dir nicht so anmerkt. Also fand ich interessant, dass du gesagt hast, eigentlich habe ich panische Angst, dass der hier jetzt durchtitschen könnte.

[10:10] Und du hast von Anfang an gesagt, das ist besser als beim letzten Mal. Also der war schon mal viel mehr drüber sozusagen. Ja, das stimmt. Also es war besser als beim letzten Mal, auf jeden Fall. Und er kam ja auch, also wir haben dann langsam angefangen an diesem Samstag, Silke sagte, was hast du denn vor? Und er sagte, lass uns erst mal reiten und dann kommen wir vielleicht dahin, was ich eigentlich machen wollte. Wir haben gar nicht mehr darüber gesprochen, sondern Silke hat das so oder so gemacht. Also wir sind dahin gekommen, dass wir wirklich ordentlich reiten konnten. Also der war am Anfang so ein bisschen maulig noch und ist immer so ein bisschen dagegen und wollte immer gucken und sich rausheben und nochmal gucken und rausheben. Und wir haben ihn aber mit vielen Übergängen und mit so ein bisschen zurück und außen die Parade, innen ein bisschen stellen, außen die Parade immer wieder abfangen, außen den Arsch so ein bisschen rausschubsen.

[11:02] Trabschrittübergänge, haben wir ihn wirklich so runtergebracht, dass er mir auch ein bisschen zugehört hat. Weil das ist dann immer das Problem, er muss bei mir bleiben. Und das war halt so in den ersten Minuten, also konnte das Pferd sich nicht auf mich konzentrieren, weil die Welt draußen so spannend ist und so aufregend, dass das Pferd sich einfach nicht auf mich konzentriert. Und wenn ich ruhig bleibe, trotz Adrenalin 1000 und am Boden hat mir wirklich das Herz bis zum Hals geklopft, wenn der dann neben einem sich so aufbaut, dann kriegt man schon auch so ein bisschen, oh Gott. Da sind wir wieder bei Sandra Schneider, 500 Kilo. Wenn die jetzt beschließen, irgendwas Verrücktes zu tun, dann tun die 500 Kilo was Verrücktes. Aber ich muss ihm natürlich meine Ruhe und meine Sicherheit vermitteln, sonst habe ich keine Chance. Wenn ich da irgendwie auch nur ein bisschen Unsicherheit zeige.

[11:51] Dann ist das Pferd auch unsicher und ich muss einfach wirklich ruhig bleiben und einfach laufen. Ich bin am Anfang dann mit ihm über den Platz gelaufen. Ich hatte die Longe dran zur Vorsicht und bin einfach gelaufen, egal was der dann neben mir gemacht hat. Ich bin ganz ruhig geblieben und einfach weitergehen, egal was ist, weitergehen. Und das bringt ihn dann schon so ein bisschen runter und er kriegt dann auch Vertrauen, dass alles nicht so schlimm ist. Hat funktioniert. Hilf mir nochmal ganz kurz. Und reiterlich ist es sehr wichtig, dass man, du hast es gerade so gesagt, dass er dir zuhört, dass er bei dir ist, dass du überhaupt durchdringst. Reiten ist ja auch Kommunikation mit dem Pferd. Man muss dem Pferd sagen, was man von ihm will, was es machen soll. Das ist Training.

[12:34] Diese Sachen, die du beschrieben hast mit irgendwie Übergänge und lieber das Arsch, bisschen rausdrücken, also was du da alles so gemacht hast, also was ist die Logik dahinter? Ist es dieses, ich versuche dem Pferd Aufgaben zu stellen und das sorgt dann dafür, okay, es muss irgendwie aufpassen? Genau. Oder ist das? Also das ist wirklich so ein bisschen beschäftigen und sagen, ich möchte jetzt Schritt reiten, dann möchte ich Trab reiten, dann möchte ich wieder Schritt reiten. Und dann irgendwann kommt, so macht es auch bei den Pferden, die will immer was von mir, da muss ich jetzt mal zuhören, was die da will. Sonst komme ich ja ganz durcheinander. Genau, ich kann ja nicht klotzen und zuhören, was die will. Und wir haben ihn wirklich, also an diesem Samstag wirklich ganz gut gekriegt, dass er auch schön rangezogen ist, dass er den Hals hat fallen lassen. Und wir konnten sogar das machen, was ich mir eigentlich vorgenommen habe, ihm so ein bisschen über den Sitz ein bisschen aufnehmen, ein bisschen kürzere Galocksprünge zum Beispiel, kleinere Trapptritte, wieder rausreiten, wieder aufnehmen und das alles wirklich nur, indem ich einfach nur ein bisschen mehr dran sitze, komme ein bisschen zurück, bleib bei mir, komme wieder ein bisschen zurück, äußere Hand dran. Das hat super geklappt, also der hat auch dann zugehört. Ich konnte wieder rausreiten, wieder aufnehmen und das war wirklich an dem ersten, ersten Trainingstag war das wirklich super und.

[13:54] Den zweiten Trainingstag machen wir in der großen Folge. So würde ich es vorschlagen, weil das Geheimnis ist, wir halten hier jetzt nichts künstlich zurück, weil das Geheimnis ist, wir nehmen am Ende des ersten Trainingstags auf. Und von daher müssten wir uns jetzt schon was ausdenken, was an diesem zweiten Trainingstag wohl passiert sein könnte. Er hat jedenfalls noch nicht stattgefunden. Stand jetzt, da wir es aufnehmen. Und damit, denke ich, ist es, glaube ich, also bietet sich an, das nochmal zu machen. Du hattest im Vorfeld ja aber auch gesagt, wenn er sich gut benimmt und wenn das alles ganz gut funktioniert, dann mache ich beide Tage mit Benni. Auch die Möglichkeit hast du ja immer, dass man theoretisch einen Tag mit dem einen fährt, den anderen mit dem anderen. Aber ich glaube jetzt in dem Fall ist es, glaube ich, tatsächlich auch sinnvoll, wenn man so daran denkt, Benni soll sich ein bisschen daran gewöhnen, unterwegs zu sein und so. Also das macht schon total Sinn, jetzt dann am zweiten Tag auch mit ihm dahin zu fahren. Also mein erster Impuls, als ich gesehen habe, dass er sich doch so aufregt und wieder Durchfall hat und wieder 10 Kilo abnimmt, war mein erster Impuls, morgen fährt der Essie mit.

[15:00] Aber nutzt ja nichts, wenn er keine Routine kriegt. Und dann habe ich es mir im Laufe des Trainings nochmal anders überlegt und habe gesagt, nee, der muss morgen nochmal mit, weil ich will auch mal wissen, wie ist es denn am zweiten Tag? Ist es da besser? Ist es genauso? Ist es schlimmer? Also das muss ich einfach, ich muss einfach mal wissen, wie ist es denn, wenn er den zweiten Tag da ist? Ist er dann schon ein bisschen cooler? Ist er ein bisschen ruhiger? Weil bisher habe ich es ja immer so gemacht, dass ich ihn nur einen Tag dabei hatte und am zweiten Tag dann mit einem anderen Pferd gefahren bin. Aber jetzt muss ich das mal probieren und vielleicht hilft mir das ja auch für die Turniersaison.

[15:34] Dass ich vielleicht, wenn ich ein Turnier genannt habe, einen Tag hinfahre, ihn da einfach nur reite, wieder nach Hause fahre und am nächsten Tag zur Prüfung nochmal hinfahre. Und dann wird alles in Grund und Boden geritten. Sowieso, weil er so toll ist. Also Silke war schon sehr angetan von ihm und sie hat uns sehr gelobt. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben das hinbekommen, dass er sich nicht mehr oben da so hinstellt, sondern wirklich einen langen Hals macht. Die Nase wirklich an der senkrechten, nicht hinter der senkrechten. Er zieht schön ran. Er macht eine schöne Oberlinie. Also ich war ganz stolz, dass sie uns so sehr gelobt hat und sie gesagt hat, ihr habt so toll gearbeitet und so tolle Fortschritte gemacht. Also das macht mich natürlich stolz, weil ich die ganze Zeit auch alleine war und keine Hilfe und wirklich so nach Gefühl auch und mir wirklich größte Mühe

[16:20] gegeben habe, das Pferd ordentlich auszubilden. Und dass dann so ein Profi sagt, das ist dir gelungen, das macht mich schon stolz. Voll.

[16:28] Und du hast dieses Feedback ja nicht so oft, auch so berufene Munde, haben wir auch schon häufiger mal beschrieben. Es gibt jetzt nicht so den festen Trainer, die feste Trainerin, die sich regelmäßig mit dir, mit euch beschäftigt und so. Und deshalb ist es immer tatsächlich besonders wertvoll. Haben wir ja auch hier im Podcast immer wieder so erwähnt. Genau, dann Teil 2 steht noch aus. Total spannend. Ist es wieder ein Durchfalltag oder wird es dann besser werden? Wir gucken mal, was es sonst noch so gibt. Wir würden jetzt, nachdem wir hier auf den Stopp-Knopf drücken, gucken wir uns mal ein Video an, weil was wir auch noch gemacht haben, ist, mal das Verladen von Benni zu filmen, also der Weg vom heimischen Stall in den neuen Hänger mit dieser Mitteltrennwand. Er ist das erste Mal alleine gefahren in dem Hänger und er war vor.

[17:26] Auch das hat super geklappt und so. Also das wird man sich dann hoffentlich, wenn wir das mit dem Produzieren alles hinbekommen im Zug nach Berlin, bla bla bla, erschwerte Bedingungen. Aber dass man einfach mal gucken kann, wie sieht auch der Hänger aus, wie hat man sich das vorzustellen. Also gerne mal bei uns in den sozialen Netzwerken auch spicken,

[17:44] wenn alles gut läuft, dann haben wir da auch noch ein kleines Video. Und ich habe natürlich auch gefilmt, also wir werden so im Umfeld der Folge, auch gucken, dass wir vielleicht so ein kleines Video an den Start kriegen, dass man so ein paar Eindrücke bekommt, wie er sich so bewegt hat. Er bewegt sich schön, ne? Absolut, ja, wir hatten viele Zuschauer, alle waren ganz angetan von ihm. Tolles Pferd, tolles Pferd, ja, große Karriere, Vorsicht. Okay, da wird es mir dann schon wieder Angst und Bange. Und man muss aber sagen, wie gesagt, es hat also, am Ende war es sehr gut, aber was davor alles so passiert ist. Also es war ein Weg dahin, auch an diesem heutigen ersten Trainingstag. Cool, dann haben wir schon mal auf unserem gedanklichen Zettel einen Punkt stehen für die große Folge, die nehmen wir dann wieder auf.

[18:35] Du im Schwarzwald, ich werde dann wieder in Berlin sein. Und wir bedanken uns bis hierhin erstmal fürs Zuhören. Das war die kleine Folge 418. Nach dem Wochenende habt eine pferdige Zeit. Tschüss aus dem Schwarzwald. Tschüss.


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