
Frühling in Berlin und im Schwarzwald – und im Pferdepodcast weht nicht nur ein laues Lüftchen, sondern ordentlich Turnieraufbruchsstimmung. Die Saison steht vor der Tür, die ersten Nennungen sind raus – und während draußen die Temperaturen steigen, geht es drinnen um eine Frage, die viele Reiter bewegt: Was macht eigentlich den Unterschied zwischen „ganz nett geritten“ und „abgeliefert“? Wir klären das unter anderem als Gäste in Constanze Wiesners Podcasts „Winning Talks“ – eine Kostprobe daraus hört ihr in dieser Folge…
Haflinger AC/DC steht im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt steht diesmal Jennys Haflinger ACDC – international erfolgreich, nervenstark im Viereck, aber mit erstaunlich großem Respekt vor Grashalmen, flatternden Blättern und dunklen Waldrändern. Ein Pferd, das im Championatsviereck wirkt, als hätte es auf einem Superman-Heft geschlafen – und zu Hause über die eigene Reitplatz-Ecke stolpert. Wie kann das sein? Liegt es am Pferd? Oder an der Energie des Menschen?
Genau hier schließt sich der Kreis zu einer besonderen Begegnung: Wir waren zu Gast im Podcast „Winning Talks“ von Constanze Wiesner – Mentaltrainerin, Springreiterin und längst vertraute Begleiterin auf Jennys sportlichem Weg. Dort sprechen wir offen über Mindset, Selbstzweifel, große Ziele – und darüber, warum „Ich hoffe, es wird nicht peinlich“ eine ganz andere Energie hat als „Wir reiten das jetzt in Grund und Boden“.
Wer sich an das Haflinger-Europachampionat erinnert, weiß: Mentaltraining war kein nettes Extra, sondern ein Game-Changer. Visualisieren, in Bildern reiten, sich selbst mit breiten Schultern – oder, wie Jenny sagt, „mit dicken Armen“ – aus dem Hänger steigen sehen. Diese innere Haltung hat nicht nur Prüfungen verändert, sondern das gesamte Reiten. Aus vorsichtigem Hoffen wurde mutiges Denken in Zehnernoten.
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Keine einfache Frage: Trense oder Kandare?
Und dann ist da noch die ganz praktische Seite des Sports: Trense oder Kandare? Seit Regeländerungen im internationalen Sport dürfen Reiter in bestimmten Prüfungen wählen. Für Jenny eine echte Erleichterung. Denn während ihr früherer Haflinger Nixon auf Kandare brillierte, fühlt sich ACDC auf Trense deutlich wohler. Es geht um feine Nuancen, um Anlehnung, um Verantwortung – und um die ehrliche Erkenntnis: Selbst erfahrene Reiter müssen „uffbasse“.
Folge 423 ist damit mehr als ein Blick auf Turnierplanung. Es ist eine ehrliche, manchmal selbstironische, manchmal sehr persönliche Auseinandersetzung mit Leistungsdruck, Energieübertragung und der Frage, wie viel Einfluss unsere Gedanken wirklich haben.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript der Folge:
[0:00] Jenny, der schönste Abend der Woche bricht an in Berlin und im Schwarzwald,
[0:05] denn ich bin in Berlin, du bist im Schwarzwald. Das ist immer so, also zum einen Bergfest, ich komme bald wieder heim. Ja, ich war auch auf dem Berg heute. Du hast häufiger Bergfest die Woche, muss man mal so festhalten. Dreimal in dieser Woche. Ehrlich, weil du allen Kindern da oben Dressurtraining gibst. Genau. Wer verdient mehr Geld die Woche über gesehen? Du mit Dressurtraining oder ich mit dem Quatsch, den ich hier mache? Das ist ja nur eine Aufwandsentschädigung. Da verdiene ich ja kein Geld. Ja, bei mir auch. Also ich würde es auch umsonst machen, wie du weißt. Aber das sollte man nicht zu laut sagen. Ja, und vor allem, was nichts kostet, ist nichts wert. Das darf man nicht machen.
[0:51] Genau. Die Frage ist, ob ich dir jetzt einen Euro in den Hut schmeißen muss für den Hafer- und Bananenblues. Den hätte ich fast vergessen abzudrücken, aber das mache ich jetzt. Der ist ja hier, sind ja alle Verpackungselemente, sind ja handgemacht quasi. Also du singst auch selber immer. Jede Folge zum Intro, ich hau das jetzt mal schnell rein, warte. Das ist der Hafer- und Bananenblues, das ist das, was jedes Pferd haben muss. Jenny singt, den Hafer- und Bananenblues. Das ist ja fast sowas wie so eine baden-württembergische Hymne. Ich weiß gar nicht, ob das alle wissen, die Hörers. Aber es gibt ja diese SWR-Werbefigur, also die Mainzelmännchen des SWR sind Äffle und Pferdle und das Äffle singt den Hafer und Bananenblues. Genau, und das sind ja Schwabe. Schwaben. Wir sind ja Badener. Ich wollte gerade sagen, großer Unterschied, immer vorsichtig sein, da kann man sich sehr in die Nesseln setzen in unserem Bundesland. Das ist so wie Frankfurter und Offenbacher und so.
[1:55] Eine explosive Mischung. Jenny, wie löft so die erste Frage? Mein Liebling, mein Herzenspferd, der Klecks. Was macht sein gesundheitlicher Zustand? Wir hatten ja in der kleinen Folge gelernt, er war ein wenig verschnupft. Und du hast teure Medikamente einkaufen müssen und so viel Geld ausgegeben, dass du am sogenannten Hungertuch genagt hast im Restaurant und dir den Schoko-Brownie-Nachtisch mit Schokoladen-Kern hast entgehen lassen. Das war sehr schwer für 11,90 Euro. Ja, aber der war auch wirklich zu teuer. Also, ja, ich leiste mir ja auch mal was, aber für so einen Minikuchen, zwölf Euro, da habe ich echt gedacht, nee, Leute, ihr könnt mich mal. Und dabei magst du so gerne Schokoladen. Wie geht’s Klecks?
[2:47] Dem geht’s besser. Also, der ist fit und der hat noch so ein bisschen, ab und zu hustet er nochmal und hat noch so ein kleines bisschen verschleimte Atemwege, aber die Medikamente helfen. Und der Schleim, der noch so ein bisschen aus der Nase kommt, der wird schon durchsichtig. Das ist ein gutes Zeichen. Der Schleim wird durchsichtig. Ja, der ist nicht mehr so weiß und fest und zäh, sondern der wird jetzt flüssig und so ein bisschen glasig und so ein bisschen durchsichtig. Und das ist ein gutes Zeichen, dass er sich löst und dass er rauskommt. Ich habe noch nichts gegessen heute Abend. Ich kriege jetzt so richtig Appetit. Ich hätte dir ein bisschen drüber schicken können von dem Schleim.
[3:28] Jenny, was haben wir uns auf den Zettel geschrieben? Wir wollen sprechen über, das haben wir ja auch schon angeteased in der kleinen Folge, über den Haflinger, ACDC, unser Europa-Championatspferd. Der Zehnjährige, der auf dem Weg ist ins große Dressurviereck und der am nächsten dran ist, vielleicht, irgendwann, vielleicht sogar in diesem Jahr schon, mal eine Essdressur zu laufen. Ein Pferd, das international gestartet ist und erfolgreich gestartet ist und das sich aber fürchtet im Dunkeln, hätte ich jetzt fast gesagt, wenn man mit ihm ausreiten geht im Wald. Also wo man so denkt, sag mal, sag mal, hast du kein Hirn?
[4:16] Klammer auf, Klammer zu, dieses T-Shirt gibt es immer noch zu kaufen bei uns im Shop und wir haben es kürzlich verschenkt. Richtig, an die liebe Lisa, die den Klecks ja auch schon einige Male geritten ist und immer so toll und die hat ja ihre Geburtstagsparty gefeiert letzte Woche am Samstag. Und da habe ich ihr so ein Klecksi-T-Shirt gekauft, weil, ja, braucht man einfach, wenn man Klecks-Fan ist, braucht man das T-Shirt. So nämlich. Und das haben wir auch schon lange nicht mehr gespielt hier im Pferde-Podcast. Ich drücke da jetzt nochmal drauf. Was steht nochmal drauf auf dem T-Shirt? Jenny sagt, sag mal, hast du kein Hirn? Nee. Kann man bei uns im Shop kaufen. Genau, also ACDC, toller Typ, startet international, hat aber Angst vor, was weiß ich, Blumen, Hölzern, Grashalmen, Gespenstern, die hinter Bäumen lauern. Wir wollen mal so gucken, ob wir da mal so irgendwie Erklärungsansätze finden oder wie auch immer. Man versteht es ja manchmal nicht, wie die Pferde so ticken.
[5:23] Stichwort ACDC und erfolgreiches Turnierpferd. Wir hatten ja wieder unser ausgedehntes Redaktionssitzungsgespräch von 20 Sekunden und du hast gesagt, naja, Turnierplanung geht so langsam, gucke ich mal drauf und geht so langsam los, können wir ein bisschen was sagen? Und Kandarren und Trensen spielen auch eine Rolle, so im weitesten Sinne. Und dann, ich habe ja heute viel zu tun gehabt, aber ich habe so aus dem Augenwinkel auf meinem Privathandy gesehen, dass Konstanze Wiesner Nachrichten geschickt hat. Und das liegt daran, dass die Mentaltrainerin, die dich ja aufs Europa-Championat in Stadel so toll vorbereitet hat.
[6:03] Ihre Podcast-Folge, Ihres Podcasts, Winning Talks, veröffentlicht hat heute, in der du und auch ich zu Gast sind. Und das freut uns natürlich total. Und genau, ist am Tag jetzt unsere Aufzeichnung erschienen und ich habe ganz hektisch hier gerade noch Sprachnachrichten geschickt, ob wir denn vielleicht so aus Teasinggründen mal so, keine Ahnung, mal so ein Filetstück aus der Folge von Winning Talks mit uns quasi rausschneiden dürfen. Und sie hat gesagt, ja, ja, wir haben Narrenfreiheit, Freifahrtschein, Deutschland-Ticket quasi für ihren Podcast. Wir dürfen alles. Und wir haben schon verabredet, Jenny, du hörst mal drüber und guckst mal selbstverliebt, wie du bist. Guckst du mal, was so die besten Stellen sind, die wir, und das dürften wir dann einspielen hier. Und natürlich der Verweis, dass wer sich quasi dann die ganze Dröhnung geben will, der ist natürlich auch herzlich eingeladen, bei Winning Talks mal reinzuhören mit Konstanze und uns.
[7:11] Aber apropos eitel, ja, ich selbst verliebt, die geilste Nachricht des Tages war von Günther. Der hat nämlich die Sendung gehört, die kleine Sendung hat er gehört. Und da habe ich, glaube ich, da habe ich ja erzählt, dass die Leute, dass mich jemand gefragt hat, bist du die Hafi-Jenny? Und dann schreibt er mir, nix Hafi-Jenny, ich speichere dich jetzt ab unter die mit dem weltberühmten Journalisten-Jenny. So, das ist doch mein Günther, hervorragend.
[7:40] Jenny, bevor jetzt die Menschen also endgültig zu der Überzeugung kommen, dass hier zwei selbstverliebte Arschgeigen sich quasi, weißt du, gegenseitig irgendwie die Bäuche pinseln, spiele ich jetzt die Pferde-Podcast-Hymne, die wie immer unser Orchestermusiker Manni bringt und dann reden wir tatsächlich über das, was den Pferde-Podcast ja auch ausmacht, nämlich über die Pferde. Herr Kapellmeister, Ihr Einsatz bitte.
[8:29] Folge 423. Es wird Frühling in Berlin und im Schwarzwald. Das bedeutet, die Turniersaison steht vor der Tür für die Profis. Die sind natürlich da schon reingestartet längst und in irgendwelchen Hallen in die Dressurvierecke reingehüpft. Das hast du jetzt noch nicht gemacht. Das steht an. Man beschäftigt sich sozusagen immer intensiver damit. Und das Ausreiten macht wieder ein bisschen mehr Spaß. Man friert sich nicht den Ast ab auf dem Pferd und man wird auch nicht durch irgendwelche, keine Ahnung, Regenschutt oder so irgendwie durchgespült und weich gekocht. Und also du weißt, was ich sagen will, sondern das, also das, was Reiten eigentlich so ausmacht und was Freude macht, das steht jetzt alles wieder an und vielleicht dieses Kuriosum, dass wir das mal abräumen, wie kann sowas sein, dass so ein ACDC, der Haflinger, jetzt auch nicht irgendwie gerade auf die Welt gekommen und geschlüpft, sondern irgendwie dann doch ein recht abgeklärter Typ und so, internationale Staats, dass der sich beim Ausreiten, Wer fürchtet und wo man so denkt, man muss mit dem nochmal so eine Gelassenheitsprüfung machen. Was ist überhaupt eigentlich passiert?
[9:51] Also der fürchtet sich ja nicht nur im Gelände, der fürchtet sich auch auf unserem Reitplatz. Und ich muss ja sagen, er ist ja auf dem Turnier, ist er ja wirklich nervenstark. Er geht überall vorbei, er guckt mal, er eugt mal, aber er lässt sich überall vorbeireiten. Nicht zu vergleichen mit Nixen, der ja wirklich auch schon manchmal auf der Mittellinie zu X gesagt hat, da gehe ich auf gar keinen Fall hin, da ist X. Und hat sich auf dem Arsch umgedreht und ist weggelaufen. Also das hatte ich ja mit Nixen schon das ein oder andere Mal. Und da ging auch nichts mehr. Da ging auch nichts mehr, genau. Und der hat ja auch Angst vor Geräuschen gehabt. Und der war zu Hause total cool und nicht klotzig. Der war auch im Gelände total cool. Der hat nicht links, nicht rechts geguckt. Der war wirklich total easy zu reiten im Gelände und auch zu Hause. Und auf dem Turnier war halt genau das Gegenteil. Und AC ist es genau umgekehrt. Also der ist zu Hause, sowohl auf dem Platz, egal wo ich, in welchem Stall ich stand, die heimatliche Halle oder der heimatliche Platz war immer gruselig. Obwohl man dann so denkt, du bist doch hier zu Hause, was gibt es denn zu gucken?
[10:55] Aber jede Ecke von unserem Reitplatz ist gruselig, überall wo ein Platz sich bewegt, wo ein Grashalm, wo vielleicht was raschelt. Da wird weggesprungen, da wird, oh Gott, und da, und nee, da kann ich auch nicht hin. Wow, da muss ich stocken. Also das ist wirklich manchmal so ein bisschen nervig bei der Dressurarbeit, dass man erschrickt ja selber mehr als das Pferd, wenn der auf einmal stockt und guckt. Und beim Ausreiten ist es halt extrem schlimm, weil da sind ja so viele fremde Dinge, die kleine Haflinger fressen, dass er manchmal, er würde glaube ich manchmal am liebsten sagen, kannst du nicht mich tragen? Also er ist schon wirklich ein Hasenherz, wenn es darum geht, Ausreiten oder Zuhauseplatz oder Halle. Und dann steigt er auf dem Turnier aus dem Hänger. Und ist, als hätte er auf dem Superman-Heftchen geschlafen. Also da ist er total furchtlos und geht auch überall hin. Und ich bin ja auch schon mit ihm gesprungen auf dem Turnier. Es ist überhaupt kein Problem, ob die Stangen bunt sind oder schwarz oder ob da Blumentöpfe stehen, ob da Leute laufen. Das ist alles völlig egal. Also da geht er einfach hin.
[11:57] Erklärung gibt es keine, oder? Also irgendwie, weil ich habe ja immer auch ganz gerne so dieses, das weißt du, dass ich so sage, gibt es irgendwelche Ansätze, wie man das, also was man tun kann und so. Aber es gibt auch so, hat ja auch was Tröstliches. Du würdest schon auch sagen, es gibt so Mysterien, die kann man einfach nicht auflösen und die muss man einfach hinnehmen. Reiten macht demütig und das wäre dann ein so ein Ding, was halt in diese Kategorie fällt. Vielleicht ist es auch so, dass wenn wir wegfahren und AC dann in der Fremde sich dann schon auf mich verlässt und sagt, der Boss ist ja da und der passt schon auf mich auf. Und dass, wenn wir zu Hause sind, das Gefühl, dass er fremd ist und dass irgendjemand auf ihn aufpasst, dass das vielleicht gar nicht so ausgeprägt ist, weil wir sind ja zu Hause. Braucht ja eigentlich keiner aufpassen, aber da muss ich mich trotzdem ein bisschen gruseln. Vielleicht so in die Richtung, ungefähr ein bisschen. Vielleicht auch nicht.
[12:57] Wäre denkbar. Eine Frage, die mich jetzt noch so in dem Zusammenhang interessieren würde, weil du auch sagst, das ist, als hätte er auf einem Superman-Heftchen geschlafen. Das ist ja auch häufig so, wenn man so in Anführungszeichen große Reiterinnen hört, die berichten dann häufig so, wenn ich mit meinem Erfolgspferd hier und da starte, dass die Pferde schon wissen, worum es geht. Also so nach dem Motto, jetzt ist Wettkampf, jetzt will die Reiterin von mir, ich muss hier performen sozusagen und dass das also quasi auch dann Wettkämpfer sind in dem Moment. Hast du das Gefühl auch, ACDC weiß bei einem Turnier diese Atmosphäre, Lautsprecher durchsagen, so nach dem Motto, jetzt gilt’s? Nee, glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass ein Pferd so denken kann, dass ein Pferd überhaupt denken kann. Also Pferde leben ja instinktiv im Hier und Jetzt und dass so ein Pferd irgendwie das verknüpft, das jetzt gilt und so, das glaube ich nicht. Aber ich glaube, dass man als Mensch eine andere Energie ausstrahlt, wenn man unterwegs ist, auch auf einem Turnier oder wenn wir irgendwo fremd sind. Ich glaube auch, dass ich eine andere Energie ausstrahle, wenn wir unterwegs sind, wenn wir aufs Turnier fahren. Und das macht was. Genau, und das macht auch was mit dem Pferd.
[14:14] Wenn ich zum Beispiel, dank Konstanze, habe ich ja gelernt, mich ganz selbstbewusst auf dem Turnier zu geben. Egal, ich steige schon aus dem Auto und habe schon dicke Arme, weil das muss ich mitnehmen bis in die Prüfung. Und vielleicht ist das so, dass ich diese Energie auf das Pferd übertrage und er deshalb auch so aussteigt auf dem Turnier. Das muss ich noch üben mit dem Benni. Dass ich da genauso mit den dicken Armen schon ins Auto steige, steige und den auch so aus dem Hänger hole und dass der vielleicht auch mal so ein bisschen Selbstbewusstsein kriegt in der Fremde. Also das muss ich wirklich trainieren. Aber ich glaube, dass das ganz viel auch an dem Menschen liegt, was der so halt wirklich so für Energien rauslässt und wie der so auf das Pferd wirkt, dass dann die Pferde halt auch so ein bisschen angestachelt sind und wissen, oh, jetzt ist irgendwas im Busch und jetzt muss irgendwie, ist es ein bisschen aufregend. Also man weiß es ja am Ende des Tages tatsächlich nicht, weil die nicht sprechen können und so weiter. Aber klingt für meine Ohren tatsächlich total plausibel und erklärt natürlich auch so ein bisschen, warum dann sozusagen…
[15:20] Bei so Reiterinnen, die ich jetzt so im Ohr hatte und was ich gerade gesagt habe, dass man der Ansicht sein kann, die Pferde wissen auch, worum es geht. Aber es hat weniger was mit den Lautsprecherdurchsagen und so weiter zu tun, sondern mehr mit quasi, wie wirke ich als Reiter auf das Pferd ein. Also das macht für mich irgendwie total Sinn, weil dass es diese Wechselwirkung gibt, darüber haben wir ja schon häufig gesprochen, also quasi bin ich jetzt ängstlich oder selbstbewusst und so auf dem Pferd, dass sich das auf das Pferd auswirkt, also das steht ja eigentlich ziemlich außer Frage. Und das Pferd spiegelt den Menschen ja auch, so wie der Mensch sich benimmt und so benimmt sich auch das Pferd. Also das ist schon, ich glaube schon, dass das ganz viel damit zusammenhängt, wie man selber so drauf ist und so ist auch das Pferd drauf. Und so ist auch das Pferd zu reiten. Also wenn man selber schon so, ach, das klappt heute alles nicht und dann reite ich auch schlechter und dann überträgt sich sowas Negatives auch auf das Pferd. Und wenn man wirklich so sagt, ich kann alles und ich bin die Geilste, dann denkt das Pferd auch, es ist das Geilste und kann auch alles. Da drücke ich jetzt mal auf den geilsten Themenwechselknopf, auch Selfmade.
[16:34] Die Geräusche hast du gemacht und wir gucken mal, also wäre ja schön, wenn ACDC dann auch so im Laufe des Turnierjahres diese Ausstrahlung irgendwie mitnimmt ins Dressurviereck. Ich kann es am besten. Und ja, er da gemeinsam mit dir so richtig abliefert. Das ist ja immer das Ziel. Du hast gesagt, wir können so ein bisschen drüber sprechen. Turnierplanung so ganz konkret.
[17:04] Neues gibt es jetzt noch nicht. Einen interessanten Aspekt haben wir im Vorgespräch so ein bisschen rausgetüftelt. Trense und Kandarre ist wohl irgendwie auf internationaler Ebene. Hat sich da einiges getan, so auf… Der Ebene, die du so an Turnieren reitest, nicht unbedingt, aber trotzdem, also ich weiß nicht so, wir haben uns darauf geeinigt, dass wir das nicht im Vorgespräch bis in die letzte Umdrehung klären, sondern hier im Podcast. Interessant finde ich es allemal. Erzähl doch mal, Trense, Kandare, welche Rolle spielst du? Also es ist ja so, dass seit 1. Januar die Kandare in internationalen Grand Prix-Prüfungen nicht mehr Vorschrift ist. Also da hat der Reiter das Wahlrecht, Kandare oder Trense. Finde ich persönlich wirklich eine tolle Sache, dass ich als Reiter wählen kann, mit welchem Zaum stelle ich denn mein Pferd vor. Und jetzt hatte ich ja eigentlich so ein bisschen gehofft, dass so diese Veranstalter sich da so ein bisschen dran orientieren und ihre Ausschreibung dahingehend auch mal überarbeiten und sagen, okay, komm, wir lassen doch den Reiter wählen. Können sie machen. Also sie können diese Prüfung ausschreiben und können sagen, nee, wir schreiben eine M auf Trense aus oder wir schreiben eine S auf Trense aus oder wir schreiben aus, ihr könnt aussuchen, mit was ihr reiten wollt. Obwohl, da weiß ich gar nicht so genau, ob das geht. Aber ich weiß, dass sie ausschreiben können, eine Prüfung auf Trense geritten. Das ist auf jeden Fall, das geht.
[18:31] Und irgendwie habe ich so gedacht, vielleicht ist ja der ein oder andere Veranstalter hier im näheren Umkreis mal wach geworden und endet was, weil es gefehlt. Also die Ausschreibungen sind fast exakt genauso wie im letzten Jahr von dem einen oder anderen Turnier, also wirklich was hier so im Umkreis ist, wo ich echt enttäuscht war und gedacht habe, Meine Güte, jetzt habt ihr doch die Möglichkeit, jetzt macht doch mal. Aber man hat so das Gefühl, dass sie die Ausschreibung eins zu eins vom letzten Jahr einfach genommen haben, copy, paste und ah, wir würden dieses Jahr wieder ein Turnier machen und bitte gleiche Ausschreibung. Ja, so wird es wahrscheinlich auch sein, oder?
[19:04] Ja, wahrscheinlich schon. Aber finde ich so ein bisschen schade, weil das ist ja immer so, man geht halt einfach mal einen Schritt weiter und mal neue Dinge probieren und dann mal gucken, wer meldet denn, wenn ich zum Beispiel eine S- oder eine M-Tressur, eine Zwei-Sterne-M auf Trense ausschreibe. Dann muss ich doch mal gucken, wie ist das denn so, wer kommt denn da? Ich habe dann ein bisschen weiter geguckt nach den Ausschreibungen und habe tatsächlich das ein oder andere Turnier gefunden, wo M-Tressuren auf Trense ausgeschrieben sind. Und ich habe mir dann überlegt, ich fahre lieber eine halbe Stunde länger. Oder eine Dreiviertelstunde. Aber ich reite diese Prüfung lieber auf Trense. Und deswegen habe ich mich so turniermäßig ein bisschen mehr wieder Richtung nach oben orientiert. Also nicht in den Süden, sondern mehr in Richtung nach Norden. Richtung nördlich. Okay, Richtung alte Heimat. Hessen ist das dann ja auch so im weitesten Sinne. Ja, und auch Rheinland-Pfalz. Also auch in der Richtung habe ich so ein bisschen meine Fühler ausgestreckt. Da gibt es auch das ein oder andere Turnier, das auch offen ist für Vereinsteilnehmer aus Baden-Württemberg. Und das muss ja immer so ausgeschrieben sein, dass ich auch da reiten darf, weil ich aus Baden-Württemberg komme. Aber es gibt das ein oder andere Turnier, das so ausgeschrieben ist und da würde ich auch gerne reiten. Diese M-Tressuren reite ich lieber auf Trense als auf Kandare, weil mein Pony damit einfach viel zufriedener in der Anlehnung ist. Und mit der Kandare habe ich immer so ein bisschen das Gefühl und auch das Problem.
[20:34] Dass er da so ein bisschen das Maul sperrt, wenn ich zu viel Kandarenzügel da dran habe. Habe ich zu wenig Kandarenzügel dran, habe ich immer im Protokoll, Kandarenzügel hängt durch.
[20:44] Ich verstehe das natürlich, weil eigentlich, wenn eine Prüfung ausgeschrieben ist, auf Kandare zu reiten, dann sollte man gefälligst auch auf Kandare reiten. Aber so ein Mittelding mit der Kandare, das ist so ein bisschen schwierig bei AC, weil der auch ein relativ kleines Maul hat. Und dann habe ich auch immer irgendwie so, ach, dieses ganze Metall in dem kleinen Ponymaul, das tut mir immer so ein bisschen leid.
[21:08] Aber ich nutze jetzt wirklich diese Möglichkeit, auf Trense zu reiten und fahre ein bisschen weiter. Hilf mir noch mal ganz kurz. Ich erinnere mich dunkel an Pferdepodcast-Folgen, als wir schon mal über das Thema Kandarre gesprochen haben. Mir war das ja immer so ein bisschen fremd. Es gibt auch viele Reiterinnen und Reiter, die damit fremdeln und genau die Argumente bringen. Viel Metall, kleines Ponymaul und so. Und da erinnere ich mich an Pferde. Sendungen, wo du so gesagt hast, dass du da eigentlich ganz gut mit klarkommst und es gab auch Zeiten, wo du quasi Pferde mit einer Kandare erfolgreich hervorgestellt hast als auf Trense. Blöde Frage ganz kurz, war das zu Nixen-Zeiten, der damit besonders gut klarkam als Pferd oder gab es es nicht auch mit ACDC mal oder was bringe ich da durcheinander? Weil man ja nicht per se sagen kann, Kandare ist irgendwie Tierquälerei. Also wenn man das vernünftig anwendet, dann muss man nicht Peter Peter schreien, oder? Nee, absolut nicht, nein.
[22:17] Also ich reite AC auch auf Kandara. Also das funktioniert auch, aber wenn ich wählen kann, dann nehme ich lieber die Trense, sage ich ganz ehrlich. Bei Nixon war das anders. Nixon lief perfekt auf Kandara. Also den konnte man, der hatte sowieso, der hatte schon, ich habe den ja auch dreijährig gekauft und auch ausgebildet und der hatte von Anfang an eine so tolle, unerschütterliche Anlehnung. Also dieses Pferd ist von Anfang an an die Hand getreten, da musste ich nicht viel machen, Hand hinstellen, ranreiten und dann hatte der eine so beständige und tolle Anlehnung.
[22:50] Nix irgendwie sich bewegt, das Genick war höchster Punkt, die Nase war immer kurz vor der senkrechten, also das war wirklich bei Nixen ein tolles Gefühl, den zu reiten und der lief auch genauso gleichmäßig in der Anlehnung auf Kandara, der hatte überhaupt gar keine Probleme mit der Kandara und der war ja manchmal auch so ein bisschen stark in den Prüfungen, Dass der mir so ein bisschen, wo ich dann so gedacht habe, den kriege ich jetzt nicht mehr irgendwie zurück. Und da hat mir die Kandare schon ein bisschen geholfen, dass ich den einfach ein kleines bisschen mit der Kandare besser auf die Hinterhand setzen konnte und auch so ein kleines bisschen mehr den Brustkorb heben konnte. Weil diese Kandare hat ja schon auch so eine Wirkung, dass das Genick auch dann oben bleiben kann, viel leichter. Und dass man auch so ein kleines bisschen mehr die Versammlung fördern und fordern kann. Und bei Nixen hat es super toll geklappt und Acey ist manchmal immer noch so ein bisschen irritiert von der Kandare, wenn ich dann einfach wirklich ein bisschen zu viel dran bin mit dem Kandarenzügel und dann sperrt er das Maul auf. Und dann ist es natürlich auch unschön, aber das ist als Reiter gar nicht so leicht, wirklich dieses perfekte Maß zu finden, dass man die Kandare trotzdem benutzt, aber nicht zu viel da dran ist. Das ist wirklich so ein ganz schmaler Grat und es werden ja auch ganz oft so Bilder gezeigt, wo die Pferde das Maul aufsperren mit der Kandare.
[24:18] Ich behaupte mal, dass der Reiter das obendrauf ganz oft gar nicht wahrnimmt und gar nicht merkt. Und denkt, er hat eine feine Hand. Also mir geht das selber so, dann denke ich, ich bin da ja nur ein bisschen dran und gucke in den Spiegel und denke so, oh Gott, das Pferd hat das Maul aufgerissen. Also das ist wirklich schwierig und es gibt auch viele Reiter, die das gar nicht merken, dass sie zu viel mit dem Kandarrenzügel dran sind. Und deswegen, also wenn ich wählen kann, dann habe ich lieber die Trense, weil mein Pony damit zufriedener ist und ich nicht dieses Gefühl habe, bin ich jetzt zu viel, hat er das Maul auf, hat er das Maul zu, ist es gut, ist es nicht gut, dann muss ich mir diese Gedanken nicht machen. Ja, man begibt sich dadurch dann gar nicht in die Gefahr erst offensichtlich. Also das besteht dann nicht, ja, in der Tat.
[25:05] Und der Fall, wenn man dann, und sei es unbeabsichtigt, dass dann so auf das Pferdemaul einwirkt, dass das Pferd das Maul aufreißt. Du sagst gerade selber, unschön, also ja, ist halt unschön. Nee, also kann ich gut nachvollziehen. Und also wenn, kann Darre dann besonders gut aufpassen und sehr sensibel sein. Denn also den Appell kann man, glaube ich, loslassen, wobei das ja glaube ich auch erst dann in höheren Prüfungen überhaupt eine Rolle spielt, also man kann davon ausgehen, dass das schon jetzt nicht ganz unerfahrene Reiter sind. Also ab L-Tressur ist auch ausgeschrieben auf Kandare, genau. Und ich bin ja auch letztes Jahr, also Kandaren L mit AC, das bereite ich ja dann auch immer nochmal, aber gerade so diese M-Tressuren, die sind mir sehr viel sympathischer, wenn sie auf Trense ausgeschrieben sind. Ja, und wenn selbst du als sehr erfahrene Reiterin sagst, oh man muss, also selbst mir ist es schon passiert, dass ich dann im Spiegel gucke und vor mir selber erschrecke sozusagen, dann irgendwie, das ist ja tatsächlich dann also schon ein Hinweis darauf, ohne dass du jetzt, dass wir größenwahnsinnig sein wollen und sagen, du bist das Maß der Dinge oder so, aber trotzdem, du machst es ja nicht erst seit gestern und wenn selbst dir das passiert, dann würde ich schon sagen, das sagt ja schon ein bisschen.
[26:25] Ja, und ich hatte tatsächlich dabei das Gefühl, ich bin ganz fein mit meiner Hand und bin gar nicht so viel da dran und gebe nach und habe immer diesen Handvorgedanken und trotzdem war das noch ein bisschen zu viel. Und da bin ich dann schon so ein bisschen, oh Mann, das möchte ich eigentlich nicht. Und in so einer Prüfung ist man ja nochmal so ein bisschen, die Pferde sind ein bisschen aufgeregter und man ist selber so ein bisschen aufgeregter und da kann das dann schon passieren, dass man einfach mal ein bisschen zu viel Druck auf der Kandara hat. Ja. Es gibt einen Fachbegriff auf Hessisch dazu, was man da machen muss in solchen Fällen. Uffbasse. Schreibt sich U-Doppel-F-B-A-Doppel-S-E. Uffbasse. Genau. Ich drücke mal den Themenwechselknopf, wenn du einverstanden bist. Oder gibt es noch Dinge, die du unbedingt loswerden willst im Zusammenhang mit deinen Pferden? Dann mache ich das mal.
[27:15] Und wir gehen fremd in unserem eigenen Podcast. Wir sind ja fremdgegangen in den Podcast von Konstanze Wiesner, muss man vielleicht nochmal kurz sagen. Mentaltrainerin hat dir sehr geholfen mit Mentalcoaching vor mehreren Wettkämpfen. Aber ganz besonders natürlich vor dem Europa-Championat, bei dem du in Stadelpaura mit ACDC den zweiten Platz in der M-Kür belegt hast. Und du hast selber auch gesagt, das hat schon eine große Rolle gespielt, diese handfesten Tipps, die Konstanze dir mitgegeben hat. Mentales Coaching ist auch das große Thema in ihrem Podcast Winning Talks. Wir durften in der aktuellen Folge zu Gast sein und Konstanze hat uns erlaubt, so, keine Ahnung, 15, 20 Minuten aus der Folge zu mopsen. Große Empfehlung natürlich, die ganze Folge bei Konstanze anzuhören, aber den Teaser, damit man mal so einen Eindruck bekommt, gibt es jetzt auch hier bei uns.
[28:18] Und Jenny sucht die besten Stellen noch raus und die hören wir uns, würde ich vorschlagen, jetzt an Winning Talks mit Konstanze und dem Pferde-Podcast.
[28:40] Ich bin Konstanze Wiesner, Mental-Coach, Business-Coach und Springreiterin. Hier erwarten dich inspirierende Gäste, spannende Geschichten aus dem echten Leben und Mental-Tools, die dich richtig weiterbringen.
[29:10] Heute habe ich zwei Menschen zu Gast, die meinen Podcast-Weg maßgeblich mit angestoßen haben. Jenny und Chris vom Pferde-Podcast. Ich war dort schon mehrfach zu Gast. Unter anderem durfte ich Jenny live mit zwei Mentalcoachings auf ihrem Weg zur Hafflinger Europameisterschaft begleiten und das mit einem richtig schönen Erfolg. Chris selber reitet nicht, bringt aber einen klaren Blick von außen mit und stellt genau die Fragen, die dem Pferdesport oft gut tun. Und Chris war es auch, der vor gut zwei Jahren zu mir gesagt hat, irgendwann, Konstanze, machst du deinen eigenen Podcast. Wie aus Worte dann Taten werden, sage ich nur. Und deswegen drehen wir heute den Spieß um. Heute sind Jenny und Chris meine Gäste. Und darüber freue ich mich ganz besonders. Liebe Jenny, lieber Chris, schön, dass ihr heute in meinem Podcast seid. Herzlich willkommen. Ja, auch hallo und vielen herzlichen Dank für die Einladung, liebe Konstanze. Und für mich eine Premiere. Ich war noch nie in einem Podcast zu Gast. Ich habe es immer nur selber gemacht, aber war noch nie zu Gast und im Interview. Ja, hallo auch von mir. Ich glaube, das Gleiche gilt auch für mich. Also in einem fremden Podcast, in Anführungszeichen, war ich auch noch nie zu Gast. Umso größer ist auch die Freude bei mir. Und vor allen Dingen freue ich mich total, dass ich so ein bisschen recht verhalten durfte mit meiner Hufferzeihung.
[30:30] Wann, Konstanze, wirst du einen eigenen Podcast haben? Ich finde es total gut, dass dieses Ding jetzt fliegt. Hallo Konstanze, freue mich sehr. Ja, umso fantastischer, dass es für euch quasi auch eine Premiere ist, das war mir gar nicht so bewusst. Richtig klasse. Euch zwei kennen ja viele aus dem Pferde-Podcast, aber ihr seid ja auch nicht nur Podcast-Partner, sondern auch verheiratet. Und für meine Hörerinnen und Hörer, wer seid ihr denn eigentlich und was macht euch als Duo aus, so mal als seichter Einstieg?
[30:57] Soll ich anfangen? Ja, fang du mal an. Also, ich bin Jenny. Ich habe seit Kindesbeinen an schon mit Pferden zu tun. Ich habe sehr früh angefangen zu reizen. Ich glaube, ich war acht. Ich habe noch nicht mit den Füßen unter das Sattelgelad gepasst. Und da habe ich schon das erste Mal auf dem Pferd gesessen und hatte bis auf, ich glaube, vier Jahre Pause, hat mich die Leidenschaft immer wieder gepackt und nie losgelassen. Ja, und heute bin ich stolze Besitzerin von vier Pferden. Einer davon ist schon ziemlich alt. Globus, der ist fast 30. Und der hat die ganzen letzten 26 Jahre meines Reiterlebens begleitet und dann kamen nach und nach immer noch mal so ein paar kleinere dazu, ein paar jüngere Pferde, erst der Nixen, dann der Acy und der Klexi und der Benni. Und ja, das ist so kleine Pferdeherde.
[31:48] Die Pferde sind bei mir der Mittelpunkt meines Lebens. Also ich arbeite auch nebenher noch so ein bisschen, aber der Fokus liegt tatsächlich auf der Reiterei und auf den Pferden. Und Chris ist damit, ja, der hat mich so kennengelernt mit Pferd und als Reiterin und ist nicht abgehauen. Er hat, glaube ich, nicht so genau gewusst, was das bedeutet, wenn man ein Pferdemädchen heiratet. Und er hat sich auch ganz gut eingefunden in die Situation, verheiratet zu sein mit einer Frau, die vier Pferde hat und eigentlich sonst nichts im Kopf, außer die Pferde. Und er arrangiert sich ganz gut damit und hat daraus halt auch diese Idee entwickelt, ich will einen Podcast machen, worüber reden wir denn? Und dann sage ich ja, also über Pferde kann man ja immer reden, jahrelang, immer wieder. Und so sind wir als Ehepaar zu dem Pferdepodcast gekommen.
[32:37] Ja Jenny, ich habe so das Gefühl, dass du das jetzt gerade fast so ein bisschen, wie soll ich sagen, ein bisschen zu negativ ausgedrückt hast und hast es glaube ich gar nicht so gemeint, aber da hast du Vokabular benutzt, er hat sich gut eingefügt, so nach dem Motto, er hat das Unvermeidliche akzeptiert und irgendwie, er ist willenlos geworden und nimmt das so hin.
[32:57] Also es stimmt irgendwie auf eine Art, ich nehme das tatsächlich so hin und sage, alles klar, ist so. Und das ist aus unserem Leben quasi nicht mehr wegzudenken, aus Jennys Leben nicht wegzudenken. Und von daher wäre ja schlimm, wenn ich jetzt dagegen wie Amok laufen würde. Das hätte, glaube ich, auch gar keine Chance, irgendwie jemandem das wegzunehmen, was er so sehr liebt in seinem Leben. Das wäre ja auch ein bisschen unfair, aber ich glaube, es ist insofern auch ein bisschen zu negativ ausgedrückt, weil tatsächlich, ich meine, das kostet natürlich eine Menge Zeit und Geld. Also ist einfach so, aber was tatsächlich man unter dem Gericht dafür bekommt, also die Frau ist natürlich viel weg bei den Pferden und man fragt sich manchmal, also kommt sie wieder, kommt sie überhaupt jemals wieder? Also ja, das stimmt schon, aber wenn sie dann wiederkommt, dann, und das muss ich wirklich sagen, und das ist glaube ich ein riesengroßer Gewinn in unser beider Leben, dann habe ich einen glücklichen Menschen quasi um mich rum, der immer so irgendwie zufrieden ist mit seinem Leben, weil ein Großteil des Tages tatsächlich so ausgefüllt ist mit dem, was Jenny total mag. Und es ist wirklich so, dass sie das überhaupt nicht als Last empfindet, sondern, also klar gibt es bessere Tage, schlechtere Tage, mal geht es einem ein bisschen auf den Senkel, wenn das Wetter schlecht ist oder so, aber unterm Strich entwickelt Jenny, das sagt sie jedenfalls immer so.
[34:27] So viel Spaß und Freude bei dem, was sie dann so tut und das füllt sie so aus und das macht sie zufrieden und das ist, glaube ich, total viel wert. Wenn man so einen zufriedenen Menschen dann um sich rum hat und den Rest der Zeit können wir dann quasi umso mehr genießen. Also ich glaube, das macht sowas mit der Grundchemie in unserer beider Leben. Und um das noch kurz vielleicht zu vervollständigen, Jenny rollt schon die Augen, wie ich das kenne. Wie hast du es, wenn ich es monologisiere? Du musst da reingrätschen, Konstanze. Weißt du, das ist eine Podcastregel, du bist Chef, wenn dir irgendwas auf den Keks geht, dann grätsch fein. Weil, weißt du, ich habe jetzt viel über Jenny gesprochen und so ein bisschen über unsere Beziehung und Ehe, aber noch keine Silbe über mich. Ist dir schon mal aufgefallen, Jenny, eigentlich? Das ist ein Kandal. Sie schwickelt den Kopf. Nein, ich bin von Beruf Journalist und so ein Radiomensch und zu Zeiten, wo ich freischaffender Radiokünstler war und das Thema Podcast so groß und größer wurde, da wollte ich dieses Thema Podcast so ein bisschen durchdringen und dann war tatsächlich, ich wollte es einfach mal machen und dann war die Frage, über welches Thema können wir denn sprechen und dann lag es halt sehr nahe zu sagen, okay, wir probieren das mal aus, worüber reden wir? Über die Pferde, da gibt es immer was zu erzählen und was aus so einem eigentlich mal so angedachten kurzen Test dann geworden ist, da sind wir auch so ein bisschen stolz drauf, wir sind jetzt bei Folge.
[35:55] 420 nehmen wir heute nachdem wir gesprochen haben, nehmen wir noch kurz Folge 420 auf und wir machen es schon ein paar Jahre jetzt mittlerweile und irgendwie haben wir halt einfach Freude dran gefunden mittlerweile weiß ich, wie das alles funktioniert mit Podcasts und so, aber trotzdem gibt es den Pferdepod noch immer und wir haben immer noch was dran. Jetzt halte ich auch schon wieder die Klappe, sonst gibt es hier Ärger. Du merkst es schon, Konstanz. Aber ganz fantastisch, dass genau diese Sache auch dazu geführt hat, dass wir heute in meinem Podcast zusammengekommen sind. Von daher, das ist immer spannend, wie sich das Wasser dann so seine Wege sucht. Jenny, du hast ja schon so ein bisschen erzählt, wie du zum Reiten gekommen bist. Vielleicht da nochmal anknüpfend. Was bedeutet Reiten für dich, Pferde für dich? Was ist es für dich, was da den besonderen Reiz ausmacht?
[36:40] Also der besondere Reiz ist, glaube ich, so diese Leidenschaft für Pferde. Man hat sie oder man hat sie nicht. Und wenn man sie wirklich als Kind schon hat, dann lässt einen das nicht los. Dieses Gefühl, wenn es funktioniert und wenn man das reiten kann, was man sich so vorstellt und das Pferd unter einem anfängt zu tanzen und leicht wird und alles fühlt sich so als eins an. Man ist wirklich so ein bisschen, oder nicht nur ein bisschen, man ist verbunden mit dem Pferd und man macht gemeinsam Fortschritte und entwickelt sich weiter und das ist schon sehr faszinierend und deswegen hat mich das auch nie, nie losgelassen, diese Leidenschaft für Pferde, auch so der Umgang mit den Pferden, das sind ganz besondere Wesen und man muss, glaube ich, auch so ein bisschen die Pferdesprache sprechen, um zu verstehen, wie die so ticken und wenn ich jetzt so meine kleine Herde angucke und.
[37:36] Ich unterhalte mich manchmal mit Leuten, die mich nicht so gut kennen, die sagen dann auch, wow, die sind aber sehr gut erzogen und sehr auf dich. Und selbst wenn du Hexe in der Hand hast, sind die immer sehr respektvoll mit dir und weil ich sie halt auch auf Augenhöhe behandle und so erzogen habe. Und deswegen sind wir mehr so Team als Partner, sehe ich uns an und nicht als du machst das, was ich sage. Also ich glaube, das macht sehr viel aus, dass man mit den Pferden kommuniziert und dass man wirklich auch versucht, die Pferde zu verstehen und die Pferdesprache zu verstehen. Und das ist super faszinierend und das hat mich nie wieder losgelassen. Ja, das klingt gut und das kann ich total nachvollziehen. Diese Kommunikation auf Augenhöhe hat ja auch irgendwo was mit Wertschätzung zu tun. Wenn du dein Reiten von heute mit früher vergleichst, war das schon immer so oder war das wirklich auch ein Weg, bis du zu dieser Einsicht so gekommen bist oder zu diesem Blickwinkel? Wie ist das, wenn du das vergleichst? Dein Reiten früher und heute?
[38:36] Also das sind welchen, mein Reiten früher und heute? Früher, ich sage mal, ich bin ja jetzt auch keine 22 mehr. Früher ist man doch anders geritten. Es gab früher, gab es irgendwie, also heute sagt man, der reitet ja noch so oldschool. Also es gibt einige in meinem Alter, wo ich auch sage, wow, die reiten ja wirklich noch oldschool. Also so wie wir früher in der Reitschule reiten gelernt haben, Knie zu und Bein dran und jetzt mit dem Zeun. Also das ist so das, was ich als Kind gelernt habe und das haben die damals Reiten genannt. Man entwickelt sich natürlich auch weiter. Manche verpassen dieses Weiterentwickeln, aber mir ist es tatsächlich gelungen, mich auch mit der Zeit weiterzuentwickeln und ein ganz anderes Reiten zu lernen. Und ich sage auch mal, auch unser mentales Training hat mich wirklich so nachhaltig. Dass auch mein Reiten seit 2024 ein anderes geworden ist. Also seit dieser Europameisterschaft reite ich viel, viel bewusster und viel mehr mit guten Gedanken. Wenn ich mich noch so erinnere, als Nixen noch relativ jung war und ich da wieder meine Turnierkarriere angefangen habe, da bin ich ganz oft aufs Turnier gefahren mit diesen Gedanken im Kopf. Naja gut, also vielleicht gibt es ja eine 6,0, das wäre nicht so peinlich. Und man hat irgendwie, neigt man dann so ein bisschen dazu, so schlechte Gedanken zu haben, weil dann ist die Enttäuschung nachher nicht so groß, wenn es wirklich schlecht war. Ja, ich habe es ja vorher schon gedacht.
[40:03] Früher bin ich nie losgefahren zum Turnier mit diesem Gedanken, 8,0. Diesen Gedanken habe ich mir gar nicht erlaubt, weil wie größenwahnsinnig bin ich denn, dass ich denke, ich kriege eine 8,0. Und das hat sich total gedreht, mein Denken. Doch ich denke auch in Zehnernoten manchmal. Also das hat natürlich ein bisschen hochgegriffen. aber dadurch hat sich auch mein Reiten total verändert meine ganze Einstellung zum Reiten hat sich sehr verändert, auch gerade in den letzten.
[40:32] Fünf Jahren mit der Ausbildung von ACDC auch und jetzt noch mal einen Schritt weiter mit der Ausbildung von Benni und, Dass das wirklich so ist, hat auch vor kurzem ein Trainer bestätigt, der mich schon lange begleitet im Training und der dann irgendwann gesagt hat, irgendwie reitest du anders. Was machst du heute anders als noch vor zwei Jahren? Und dann habe ich, ich habe wirklich gesagt, ich weiß es gar nicht so genau, aber mein Reiten ist ein anderes geworden. Und das hat auch ganz viel damit zu tun, mit diesen Gedanken, die ich heute im Kopf habe und nicht mehr, wie noch vor drei, vier Jahren hatte ich ganz oft negative Gedanken und ach, klappt bestimmt nicht. Und heute habe ich nur noch Gedanken, klappt, natürlich klappt es. Also ich denke ganz viel in, also so dieses bildliche Reiten, ich stelle mir immer vor, wie es aussehen könnte. Und dadurch reite ich auch anders und ich glaube auch besser. Ja, das ist ja so dieser Chancenblick. Gib dem Sieg oder der guten Performance die Möglichkeit, die Chance überhaupt wahr zu werden. Genau das ist ein super guter Punkt und trotzdem die Leichtigkeit oder gerade deswegen die Leichtigkeit auch mitzubringen. Du hattest eben schon die Hafflinger Europameisterschaft angerissen, die du ja geritten bist. Vielleicht kannst du da nochmal zwei, drei Sätze zu sagen, was da die Anforderungen waren, was du dort geritten bist.
[41:47] Also ich hatte ja damals den achtjährigen AC, der war ja wirklich noch sehr jung. Ich wollte die L-Tour nicht mehr reiten. Ich habe gesagt, nee, für die L-Tour fahre ich nicht so weit und bezahle so viel Geld. Ich will in die M. Und es waren wirklich Lektionen, also die Wechsel waren noch nicht so sicher. Es waren ganz viele Lektionen, die einfach bei dem Pony noch nicht sicher waren. Aber trotzdem habe ich gesagt, also wenn ich da hinfahre, dann will ich M reiten. Und die Anforderungen waren, man musste, also für die Qualifikation musste man in einer Zwei-Sterne-M, jetzt lass mich lügen.
[42:19] 55 Prozent oder 50, ich weiß gar nicht mehr, wie viel. Also man musste eine bestimmte Prozenteile, ich glaube mindestens 50 oder 55, musste man auf einem normalen Turnier reiten. Und dann war man qualifiziert für die Europameisterschaft Haflinger. Jetzt war das natürlich wirklich eine Herausforderung, mit einem Pferd, der noch gar nicht so lektionssicher war, in eine Zwei-Sterne-M zu reiten. Und natürlich hat man auch in einer Zwei-Sterne-Konkurrenz, die wirklich einen klein machen kann, wenn man auf einem Haflinger sitzt. Aber ich bin da wirklich so selbstbewusst reingeritten und habe gedacht, naja, was soll schon passieren? Also wir reiten die jetzt in Grund und Boden. Und so bin ich auch in dieser Prüfung geritten. Ich habe tatsächlich, ich glaube, 62 Prozent oder so erreicht. Also wir waren wirklich gut und haben die Quali locker geschafft, aber nur dadurch, dass ich auch wirklich so gedacht habe, wir schaffen das. Und ich habe gar keinen Gedanken daran verschwendet, wir könnten es nicht schaffen. Und es kam auch noch der Turnierverwalter, der mich auch kennt und der kam so auf den Abreiteplatz und hat mich angeguckt und so, was machst du denn hier? So reiten, hast du was dagegen? Und ich war direkt, hab ihn direkt angebellt.
[43:31] Und habe wirklich in dieser Prüfung auch bewiesen, ja, wir können das. Auch mit einem kleinen Haftinger, der erst acht Jahre alt ist. Und dann haben wir es geschafft. Wir waren qualifiziert und dann war natürlich die Freude groß. Aber auch die Angst, oh Scheiße, jetzt muss ich da wirklich hin. Und muss das wirklich reiten. Und da hat mich dann schon so ein bisschen auch der Flattermann immer mal wieder eingeholt. Und wo ich gedacht habe, oh Gott, das schaffen wir nie. Die anderen sind alle so gut und wir können den Wechsel noch nicht so gut. Und das können wir noch nicht so gut. Und da war ich schon auch so ein bisschen verunsichert. Ja, nachvollziehbar, wenn man dann plötzlich nach Österreich zu so einem großen Championat qualifiziert ist und hinfahren kann. Und dann hast du dich ja entschieden oder auch bereit erklärt, dass wir zwei zusammen Mentalcoaching machen und das ja dann auch noch live in eurem Podcast. Das verlinken wir hier übrigens auch gerne, wer das sich nochmal anhören, anschauen möchte. Sag doch gern mal, wie kam es, dass du den Mut hattest, das wirklich dann auch live zu machen mit dem Mentalcoaching und was da vielleicht auch für dich dann die Quintessenz war und wie du dann sozusagen nach Stadel gefahren bist.
[44:33] Also es war mir gar nicht so bewusst, dass man dafür Mut gebraucht hat. Also ich habe das einfach gemacht, weil wir im Podcasten jetzt schon so lange. Also das war für mich überhaupt gar kein Thema. Klar, machen wir das gleich. Also ich kann ja nur sagen, oder wir machen ja wirklich, wir haben ja in diesem Mentalcoaching nichts gemacht, was nicht hörenswert gewesen wäre. Im Gegenteil, ich glaube, der eine oder andere Hörer hat auch sicher was mitgenommen. Und ich fand das wirklich super nachhaltig damals, also du hast mir ja auch beigebracht in diesem Coaching, in Bildern zu reiten, also wirklich mir vorzustellen, was reite ich denn in dieser Prüfung und wie soll das denn aussehen und wie will ich das reiten und wie möchte ich, dass das Pferd reagiert und wie ich reagiere und das hat mir wirklich total geholfen. Dieses Visualisieren dieser Prüfungsaufgabe war für mich total hilfreich auch zu sehen, alles klar, klappt ja. Und ich konnte es in meinen Gedanken perfekt reiten. Und ich konnte diese Gedanken, dieses gute Reiten aus meinen Gedanken, tatsächlich mitnehmen in die Praxis. Also das funktioniert wirklich. Und ich habe auch daran geglaubt, dass es funktioniert. Ich glaube, man muss da auch so ein bisschen.
[45:39] Ein bisschen loslassen und auch mental dabei sein, wenn man von vornherein schon denkt, das klappt eh nicht. Dann hat es glaube ich keinen Sinn. Aber sich da wirklich mitnehmen zu lassen und sich drauf einzulassen, ist glaube ich ein ganz wichtiger Punkt bei diesem mentalen Coaching. Weil wenn man sich nicht drauf einlässt und sich sperrt und denkt, aber das macht es ja nicht besser. Doch, es macht es besser. Also, das kann ich wirklich bestätigen. Das macht es wirklich besser und das hat auch mein Reiten besser gemacht, auf jeden Fall. Und der Erfolg hat uns recht gegeben. Also ich konnte das in Stadel total gut umsetzen in beiden Prüfungen, also auch in der ersten Runde. Da waren wir, glaube ich, sechste oder so. Also wir waren gar nicht so schlecht oder siebte, ich weiß gar nicht mehr. Wir haben eine gute Performance abgelegt und es kamen auch so ein paar Stimmen, die dann so gesagt haben, oh, da war die Bewertung aber jetzt nicht so, wie wir dich gesehen hätten.
[46:29] War natürlich ein bisschen enttäuschend, aber trotz allem habe ich dann in der Kür gedacht, okay, jetzt aber wirklich volles Risiko und wir können das und wir reiten die jetzt in Grund und Boden. Und mich hat das nochmal bestärkt an diesem Kürtag nochmal, wirklich, ich habe mich auf die Stunden vorher total konzentriert, auf diese Prüfung. Ich habe die Musik gehört und ich habe nochmal an unser Coaching gedacht und bin die Prüfung nochmal mental wirklich in Details geritten und habe dann auch, mir ist dann auch in dieser Vorbereitung mental, mir sind dann auch Fehler passiert und nee, so kannst du es nicht reiten. Du musst es so und so reiten und Also das war wirklich für mich der totale Game-Changer, dass ich das so visualisiert habe und auch wirklich in Gedanken alles durchgeritten bin. Und ja, wir wurden Zweiter mit weit über 70 Prozent und das war ein super toller Erfolg.
[47:20] Ich habe das auch wirklich nachhaltig alles mitgenommen aus unserem Coaching. Ja, spannend, was du da so erzählst. Und ich weiß noch, wie heute. Ich war damals gerade im Krankenhaus und hatte meine Mutter besucht. Da geht es wieder gut, alles in Ordnung. Aber da kam genau die Nachricht, Zweiter in der Kür. Und ich bin ausgeflippt. Und das war in diesem Krankenhauszimmer. Da habe ich alle mit angesteckt, weil ich mich so für euch gefreut habe. Jenny, das würde mich total interessieren. Bei all diesem, ja, Hafflinger, Chris hat es gerade etwas übertrieben, gehören vor die Kutsche, auf den Acker, wie auch immer. Was ist es denn eigentlich? Also man könnte ja fragen, warum tust du dir das überhaupt an, mit dem Haflinger zu starten? Und ich glaube, ich darf das sagen, weil ich früher selber zwei Haflinger geritten bin und du weißt, wie es gemeint ist. Das kommt von Herzen, diese Frage. Aber warum ist diese Leidenschaft für Haflinger dann so groß, obwohl so Gegenwind kommt teilweise?
[48:09] Also das war ja eigentlich Zufall, dass ich zum Haflinger gekommen bin. Also mein Rentner, heutiger Rentner, der hatte sich damals schwer verletzt und musste lange Zeit stehen und war sich zu reiten und dann war ich wirklich auch nicht zu genießen und bis Christian gesagt hat, können wir noch ein Pferd kaufen, dass du wieder reitest. Und dann habe ich damals gesagt, ich will aber eins, mit dem ich ins Gelände kann, ein bisschen Dressur reiten und vielleicht auch mal ein Sprünglichen machen. Ich will keine Turniere mehr reiten. Das ist vorbei mit meiner Turnierkarriere. Und eine Stallkollegin hatte einen Haarflinger, der auch abortiert hat. Der hat Kunststücke gemacht und dann dachte, das ist toll, das will ich auch. Und dann habe ich mich auf die Suche gemacht nach einem Haarflinger und habe bei dem Haarfingergestüt Stange damals den Nixen dreijährig gekauft.
[48:52] Und hatte den Nixen dann im Stall und dreijähriges Pferd. Ich hatte nicht so viel Erfahrung mit der Ausbildung von jungen Pferden, mit dem Globus, das war schon ganz lange her. Und habe natürlich auch so meine Anfangsschwierigkeiten gehabt mit dem jungen Pferd und musste auch nicht mehr weiter. Und dann kam die Tochter einer guten Freundin, Essreiterin, erfolgreiche Essreiterin, meine liebe Pia. Viele Hörer von unserem Podcast werden den Namen auch kennen. Und Pia hat mir dann damals geholfen, mit dem Haflinger den auszubilden. Und dann sagte sie irgendwann zu mir, du, der ist so toll, reit den doch mal Reitpferde. Und ich so, du hast ja nicht alle Reitpferde gegen Warmblüter mit dem Haarflinger, never ever. Doch, das machst du jetzt, wir nennen das jetzt und du reitest die Reitpferde. Okay, dann habe ich mich breitschlagen lassen, habe eine Reitpferdebeprüfung gegen Warmblüter genannt und wir gewinnen gegen die Warmblüter. Und dann war ich natürlich angefixt. Und dann, die hat ja recht, der ist toll, der ist echt super. Und dann Dressurpferde A, Schleifchen geholt. Und wir waren wirklich erfolgreich, waren auch damals in Mailand auf dem Haflinger-Europachampionat für die jungen Dressurpferde. Vierjährig war der Nixen damals. Und so entstand es mit dieser Turnierreiterei mit den Haflingern.
[50:06] Also haben wir ja auch zufällig den ACDC damals gekauft. Das war ja auch nicht geplant. Also wir waren dann so ein bisschen freundschaftlich verbunden mit dem Hafringer Gestüt Stange. Und die hatten das erste Fohl des Jahres 2016 und haben einen Namen gesucht. Und Chris sagte dann so, auch nennt den doch ACDC, cooler Name. Und das haben die gemacht. Und dann habe ich natürlich so gewittelt, ja, du weißt schon, wir müssen den jetzt kaufen. Und ja, gesagt, getan. Und dann haben wir den AC als Abseits der Fohlen gekauft. Und so kam ich dann zu dem zweiten Haflinger. Also das war wirklich mehr oder weniger Zufall. Das war gar nicht so eine Leidenschaft für Haflinger, sondern es war wirklich so Zufall. Und AC ist natürlich von seiner Qualität als Tresurpferd dem Nixen auch nochmal ein Stückchen voraus. Der ist sehr modern gezogen. Der Papa ist Bundeschampion der Fahrponys gewesen. der kann sich grandios bewegen, AC kann sich gut bewegen. Das war auch nochmal eine ganz andere Hausnummer, als Nixen war. AC ist viel, viel leichtfüßiger, sehr viel leichter zu reiten. Nixen war damals, also es war so ein Kavansmann, der war noch so ein bisschen vom alten Schlag und war 1,62 groß. Also es war wirklich ein richtiger Koloss. Und AC ist viel, viel feiner.
[51:17] Und ja, und dann hat mich das auch so ein bisschen gepackt, so nach dieser EM in Mailand mit dem Nixen. und ja, dann machst du mit dem kleinen Hafi da auch weiter. Und so bin ich da irgendwie so reingerutscht. Und dann sind wir ja von Hessen hier runter in den Schwarzwald gezogen und dann dachte ich, jetzt muss ich durch den Schwarzwäldern auch mal zeigen, was so ein Haflinger kann. Obwohl ich sagen muss, also in Hessen ist der Haflinger schon salonfähig, hier nicht. Also hier bin ich immer noch der Exot. Also viele gucken, die wissen alle, ah, du bist die Haflinger, Jenny. Ja, genau. Die wissen alle, wer ich bin, weil ich die bin, die mit dem Haflinger Dressur reitet. In Hessen ist man da gar nicht mehr so außergewöhnlich. In Hessen gibt es ganz viele Haftlinge, die auch bis Estressur gehen und die wirklich auch salonfähig sind, gute Haftlinge. Aber hier, wie gesagt, bin ich noch der Exot. Deswegen muss ich auch immer sehr genau gucken, auf welches Turnier fahre ich denn mit dem Haftlinger.
[52:08] Und aber ja, also dieses Turnierreiten mit dem Hafi ist immer noch so ein bisschen aus dem, ich will euch schon zeigen, was der Haflinger auch kann. Und wir haben es ja auch schon bewiesen und haben auch schon gezeigt, was so ein Haflinger alles kann. Also wir müssen nichts mehr beweisen, aber trotzdem macht es immer noch Spaß, wenn man erfolgreich ist gegen die Warmblüte und lässt die halt alle mal links von sich stehen bei der Platzierung. Das hat schon was. Man kann sich ja eigentlich kaum satt hören. Es schmerzt einen so ein bisschen den Stopp-Knopf, irgendwo reinzuhauen an irgendeiner Stelle. Aber wir hatten verabredet und wir wollen natürlich auch nicht,
[52:46] dass unsere Folge jetzt durch die Decke schießt, zeitlich gesehen. Nein, deshalb an dieser Stelle der Break bei uns mit Winning Talks, Podcast von Konstanze Wiesner. Wir durften zu Gast sein. Wer Interesse hat, die ganze Folge sich reinzuziehen, gibt es natürlich überall, wo es Podcasts gibt. Wo es Podcasts gibt, einfach suchen Winning Talks und dann findet man das. Wir sagen Dankeschön, dass wir das verwenden durften. Wir hatten ja schon gesagt, es hatte sowieso Spaß gemacht, bei Konstanze zu Besuch zu sein.
[53:23] Und Jenny, dann würde ich vorschlagen, wir bedanken uns jetzt an dieser Stelle fürs Zuhören. Das war Folge 423 des Pferdepodcasts und wir melden uns dann wieder aus dem Schwarzwald mit der kleinen Folge demnächst. Macht’s gut! Tschüss!
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