
Der Pferdepodcast startet diesmal herrlich chaotisch – mit Hall in der Wohnung, vermisstem „Wiehern“ nach dem Hafer- und Bananenblues und einer aufmerksamen Hörerin, die genau das bemerkt hat. Doch hinter dem gewohnt lockeren Einstieg steckt in Folge 427 auch ein ernstes Thema. Denn der Podcast beteiligt sich am internationalen Podcasthon, einer Charity-Aktion, bei der Podcasts Organisationen vorstellen, die Gutes tun. Und genau hier kommt die Vethilfe ins Spiel – ein Projekt, das Tierärztinnen, Tierärzten und anderen Menschen aus der Tiermedizin seelische Unterstützung bietet.
„Helfende helfen Helfenden“
Im Gespräch mit Initiatorin Maike De Rose wird schnell klar, wie belastend der Beruf in der Tiermedizin sein kann. Hohe Verantwortung, emotionale Situationen mit Tierbesitzern und der eigene Anspruch, immer perfekt helfen zu wollen, bringen viele Tierärzte an ihre Grenzen. Die Vethilfe setzt genau dort an: Über eine anonyme Hotline können sich Menschen aus der Branche bei speziell geschulten Kolleginnen und Kollegen melden – ganz nach dem Prinzip „Helfende helfen Helfenden“. Die Gespräche sind vertraulich und niedrigschwellig, und schon nach wenigen Monaten zeigt sich: Das Angebot wird gebraucht.
Neben diesem wichtigen Thema gibt es natürlich auch wieder viel Pferde-Alltag. Jennys Reitpony Klecks ist nach seiner Bronchitis auf dem Weg der Besserung, wird aber bewusst noch vorsichtig trainiert, um keinen Rückfall zu riskieren. Auch bei Haflinger AC/DC läuft es gut: Die Turniersaison steht vor der Tür, und Jenny bereitet sich mit mentalem Training intensiv auf eine L- und eine M-Dressur vor. Besonders spannend ist dabei die Frage, wie fit das Pony nach der Umstellung auf Heulage wirklich ist – bislang scheint sie ein echter Gamechanger zu sein.
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Wie schlägt sich Benny ohne „Gouvernante“?
Auch Nachwuchspferd Benny sorgt für Gesprächsstoff. Er soll in dieser Saison erstmals in einer Dressurpferde-A vorgestellt werden. Damit er dafür bereit ist, übt Jenny aktuell fleißig das Verladen und Training in der Halle – diesmal ohne „Gouvernante“. Eine Baustelle mit großen Strommasten direkt vor der Halle sorgt für einen echten Härtetest. Überraschenderweise meistert Benni die Situation souverän und steigt am Ende ganz gelassen in den Anhänger. Ein kleiner Moment im Reiteralltag – aber einer, der sich groß anfühlt.
Diese Mischung aus humorvollen Stallgeschichten, praktischen Erfahrungen rund ums Pferd und einem ernsten Blick hinter die Kulissen der Tiermedizin macht Folge 427 besonders hörenswert. Und vielleicht sorgt sie auch dafür, dass wir beim nächsten Tierarztbesuch kurz daran denken, wie viel Verantwortung und emotionale Belastung in diesem Beruf steckt.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:
[0:00] Hier ist der Pferde-Podcast und die Frage ist, ob die Leitung von der Hauptstadt,
[0:05] von Berlin, in den Schwarzwald steht. Hallo, Berlin, ruf den Schwarzwald. Sind Sie da? Albern. Ich hör’s kichern. Apollo 13. Halt, stopp! Halt, stopp! Spürst du meinen Hass? Spürst du ihn? Weil ich spüre es genau. Da liegt der Hund leider drauf. Ich höre, dass du keine Decken auf unserem Esstisch, wo du ja aufnimmst, nehme ich mal an, ausgebreitet hast. Wir haben ein Wohnzimmer wie eine Kathedrale mit offenen Decken. Das ist natürlich sehr schön.
[0:44] Einerseits befördert diese Akustik natürlich Hall-Effekte. Man kann was dagegen tun, man könnte was dagegen tun. Ja, du machst es schon weg mit deinen modernen Gerätschaften. So, und damit sind wir jetzt bei einem Thema, bei dem Thema, das ich vor alles stellen muss, vor diese Folge 427, vorher geht es hier nicht weiter. Weil es gibt eine Frau, eine Hörerin, sie heißt Sonja mit Namen und wir kennen uns nicht persönlich, wir kennen uns nur vom Schreiben. Sie heißt aber Sonja und ich glaube, dass Sonja und ich, dass da was ist, dass da so Wellen sind, dass wir uns verstehen. Ohne, dass wir uns je gesehen haben. Darf ich dir das vorlesen? Man kann ja bei Spotify, und sie hat es getan, unsere Folgen kommentieren. Wenn ich da was merke. Ja, ja, absolut. Die Gefahr war selten so groß wie im Fall von unserer Hörerin Sonja.
[1:37] Sonja schreibt, hallo ihr zwei, also sie schreibt nicht hallo Chris, hallo ihr zwei. Ich vermisse den Wierer, also das Wieren, nach dem Hafer- und Bananenblues. Hoffentlich galoppiert der nicht planlos zwischen Berlin und dem Schwarzwald hin und her, weil er nicht mehr weiß, wo er hingehört. Ihr seid super, weiter so, ganz liebe Grüße aus dem Rheinland von Sonja. Was ich damit sagen will, und wir sind, und Sonja hat ja sowas von recht, dir ist es wahrscheinlich noch gar nicht aufgefallen, oder? dass manchmal dieses Vianz nach dem Hafer- und Bananenblues einfach fehlt. Mir schon. Sonja auch. Mir nicht.
[2:22] Genau, weil Ton, weil du machst einen Podcast, aber der Ton ist dir relativ Wumpe und das ist halt das Problem. Was hat das mit dem Viren zu tun? Ja, sag ich dir. Ich sag’s dir jetzt sofort. Um sozusagen den Hall aus deinem komischen, weil du zu faul bist, Schallschutzwände aufzustellen und Decken auszulegen, wenn ich den Hall rausfiltere, im Zuge des Hall-Rausfilterns, wird auch, und das ist kein Witz, das Viren rausgefiltert. So, will ich jetzt. Soll ich manuell viren? Wir machen das jetzt nochmal manuell, genau. Aber es ist auch ein Versäumnis von mir. Ich kann das künstlich natürlich wieder aufpumpen und reintun und das vergesse ich manchmal und ich ärgere mich aber genauso wie Sonja jedes Mal, wenn es fehlt. Ich spiele jetzt den Hafer- und Bananenblues und wir machen danach noch ein manuelles Viren rein. Jetzt geht es erstmal der Hafer- und Bananenblues inklusive Viren. Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Wir müssten jetzt wieren.
[3:34] Oh Gott, ob das noch eine Folge wird, die wir irgendwie retten können, I don’t know. Wir sagen mal kurz, was wir vorhaben. Wir haben ja durchaus ernste Themen auf dem Zettel stehen. Ich kann nicht so viel sagen über unsere drei Pferde. Wir haben die Woche wieder relativ wenig Kontakt gehabt. Du warst viel auf dem Berg unterwegs und hast da Trainingsstunden gegeben. Und auch jetzt eben gerade hast du gesagt, auch mit dem Aufnehmen eilt nicht vom Termin. Ich bin noch unterwegs, wo auch immer du unterwegs bist. Ich ahne mal, auch das hat mit den Pferden zu tun. Also mich interessiert es genauso wie dich. Mich interessiert es genauso wie die Hörers. Ahne ich mal, was machen ACDC, Benni und Klecks. Du hast gesagt, speziell zu Benni kannst du ein bisschen was erzählen. Es gab noch eine Hörerinnenzuschrift und wir wollen euch nicht mit dem Thema Heulage jetzt irgendwie, Wir wollen jetzt keine Dauerserie draus machen.
[4:28] Andererseits, du hast erzählt, wie sehr Heulage dir im Moment dabei hilft irgendwie, dass die Pferde nicht husten müssen. Jetzt in dieser sensiblen Allergikerjahreszeit und so, das klappt gut. Und wenn Pferde… Hörerinnen irgendwie noch Tipps schicken und ihre eigenen Erfahrungen teilen, dann finde ich andererseits, auch wenn man das Thema dann eben nochmal in der Sendung hat, dann finde ich es andererseits aber halt auch voll cool, weil es zeigt ja auch, es interessiert viele Leute und unsere Hörerschaft, also eine Zuschrift gibt es noch, die glaube ich auch noch so, Jenny, korrigiere mich so, ein, zwei ganz coole Tipps zum Thema Heulage irgendwie mitbringt. Absolut und auch die Erfahrung mit Heulage. Also ich bin ja froh, dass es so viele Erfahrungen damit gibt. Und das teilt man natürlich gerne, falls noch jemand dieses Problem hat. Und wir profitieren ja auch selber davon, muss man mal ehrlich sagen, weil du schon gesagt hast, oh, was die Hörerin da schreibt. Also das, was sie macht, das mache ich auf keinen Fall, weil dann sind wir endgültig arm. Und wir sind ja auf dem besten Weg dorthin, muss man ja mal sagen. Genau.
[5:37] Last but not least und vielleicht sogar der wichtigste Inhalt, ach nein, das ist alles wichtig natürlich, aber ein sehr wichtiger Inhalt unserer Folge. Wir sind ja so ein bisschen stolz drauf oder wir machen es mit Freude, uns zu beteiligen am Podcast-Tonnen. Ich habe das schon ein, zwei Mal erwähnt. Eine Podcast-Ton. Podcast-Charity-Bewegung, ich glaube sogar europaweit, weltweit, weiß ich nicht genau, aber Podcaster sind dazu aufgerufen in einer Woche, jetzt Anfang März, Mitte März, also die Woche beginnt an unserem Erscheinungstag. An diesem Samstag sind Podcasts eine Woche lang dazu aufgerufen, Organisationen vorzustellen aus ihrem Themengebiet, die Gutes tun. Wir machen gerne mit. Wir haben heute Maike von der Wethilfe hier aus Berlin-Brandenburg bei uns. Ich habe schon mal gesagt, es ist eine Hotline, die Menschen unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite steht, die in der Tiermedizin tätig sind. Coole Idee, coole Sache. Man wundert sich, wenn man Maike so zuhört, wie nötig das ist.
[6:52] Wir beteiligen uns da total gerne und es ist ein sehr interessantes Gespräch geworden mit Maike von der Wethilfe. Ja und dann also letzte Bemerkung, ich habe es dir eben gerade im Vorgespräch schon kurz gesagt Jenny, Tiermedizinerinnen und Tiermediziner, was für gefragte Menschen die sind, sieht man leider, also eigentlich war ich jetzt ja diese Woche noch mit der behandelnden Ärztin von Amira verabredet, für morgen früh, also es ist immer schwierig mit heute und morgen im Podcast zu hantieren, deshalb ist es auch wurscht, aber kurzfristig abgesagt, weil Michelle muss noch ein Fohlen operieren. Ja, alles Gute fürs Fohlen. Ja, alles Gute fürs Fohlen und ich habe dann mal in meiner unendlichen Großherzigkeit gesagt, das Fohlen geht vor. Habe ich richtig gemacht, ne? Ja, auf jeden Fall. Späßchen.
[7:43] Jenny, dann wäre jetzt mal unser Orchestermusiker Manni. Der will übrigens nach Berlin ziehen, hat er gesagt. Der will nicht mehr hier bleiben im langweiligen Schwarzwald. Absolut. Das ist auch, ich kann das verstehen, Berlin, die Stadt, die niemals schläft, also Manni ist ja auch, also ich sag mal so, dem ist nichts Menschliches fremd, der nimmt auch mal eine Droge, der ist auch mal eine ganze Nacht lang unterwegs, dann fährt der mit einem S-Bahn hier so die Ringbahn, ich kann mir das so gut vorstellen. Und geht nochmal in Späti und holt sich einen Schnaps. So nämlich. Die Szene-Kieze werden so einer nach dem anderen, weißt du, von Manni mal so durchgecheckt und so, was da so los ist. Ich kann mir das gut vorstellen. Er ist herzlich willkommen. Jetzt ist allerdings die große Folge und da ist er dann erst mal gefordert, als unser Orchestermusiker, der die Pferde-Podcast-Hymne spielt. Und dann täts auch mal losgehen mit Folge 427. Vielen Dank.
[9:05] Jenny, es gibt, glaube ich, jede Menge Podcaster-Handbücher und Podcasterinnen-Handbücher und da steht wahrscheinlich drin, dass man sich schon vorher überlegen soll, was man sagt und dass man nicht so, so wie ich jetzt in meinem Fall, so eine ganz offene Anmoderation. Was ist denn los mit den drei Pferden, weißt du? Also so, was gibt es denn so zu erzählen? Es gibt ja bestimmt was Interessantes, sondern dass man vielleicht eine Vorbesprechung macht, wo man mal so kurz abcheckt und dass man das dann so gut strukturiert abfragen kann.
[9:33] Das klingt ja dann so auswendig gelernt Ja, genau, haben wir halt nicht gemacht Aber wenn man jetzt so ganz ins Blaue fragt Das bleibt mir aber nichts anderes über Was machen denn ACDC, Klecks und Benni Und du hast gesagt, über Benni kannst du noch was Da gibt es noch was Interessantes zu erzählen Das finde ich ja schon mal toll Wenn du das schon mal sagst Dann fange ich mal mit dem Klecksi an Ja, mach mal, Der ist fast wieder gesund. Also noch nicht so ganz. Also ich habe aber auch die KI gefragt und ich habe ja viel recherchiert, wie lange dauert denn so eine Prochitis und was macht das mit den Atemwegen? Und die KI hat auch gesagt, das kann auch unter Umständen mal mehrere Wochen dauern, bis das ganz weg ist. Also er hustet nicht mehr. Ich glaube, ich habe ihn jetzt seit zehn Tagen mindestens nicht mehr husten hören. Ich arbeite ihn ja nur so ein bisschen mit angezogener Handbremse. Also er durfte jetzt bis Montag noch nicht galoppieren, also nur ein bisschen traben und viel Schritt gehen. Und jetzt seit gestern darf er auch mal eine Runde galoppieren. Also er hustet nach wie vor gar nicht mehr. Und er kommt ein bisschen schnell noch außer Atem. Dann mache ich immer mal wieder eine Pause dazwischen. Also ich versuche wirklich, ihn nicht zu überfordern und auch die Atemwege nicht so zu belasten.
[10:51] Aber er ist quietschfidel und er bockt dann los und galoppiert rum, obwohl ich ihm sage, du darfst noch nicht so viel galoppieren, noch ein bisschen slow machen. Also der ist wirklich auf dem besten Wege, wieder ganz gesund zu werden. Und was der Tierarzt mir aber auch gesagt hat, langsam machen, nicht zu früh zu viel, weil das täuscht dann, wenn die Pferde nicht mehr husten, aber trotzdem ist immer noch so ein bisschen Restschleim auf den Atemwegen und die Lungen sind auch noch so ein bisschen angegriffen und man soll da wirklich lieber ein bisschen länger warten mit Vollpower, als zu früh wieder anzufangen. Weil da kann es natürlich auch sein, dass es dann einen Rückfall gibt. Und das möchte ich natürlich nicht riskieren, dass er nochmal so eine Bronchitis hat. Also das war wirklich ziemlich schlimm und ziemlich schwer auch. Und ich bin froh, dass er jetzt wieder fast ganz gesund ist. Also toi toi toi, dass es so bleibt. Genau, also nächste Woche werde ich auch nochmal so anfangen, ein kleines bisschen zu reiten. Immer noch so ein bisschen mit angezogener Handbremse. Aber er wird jeden Tag ein bisschen mehr jetzt auch gearbeitet.
[11:59] Cool. Unseren Klecksi. Und aber auch interessant, dass da letzten, also am Ende des Tages auch so eine ähnliche Logik greift wie bei uns Menschen. So nach dem Motto, wir fühlen uns wieder nach Bäume ausreißen. Man hat auch Lust und also da besteht dann auch die Gefahr. Das ist ja jetzt nicht mal nur die Gefahr, dass du ihn überforderst, sondern wenn du sagst, der bockt auch selber schon los, weißt du, also so quasi, dass das aus ihm herauskommt, so diese Freude daran, Power zu geben. Aber ich ahne, Rückfallgefahr ist dann, weil man dann halt doch noch nicht ganz so.
[12:32] Bei vollen Kräften ist, wie man sich das selber so einbildet. Also man kann das wirklich vergleichen, wie wenn der Mensch eine Bronchitis hatte. Und da sagt man ja auch, so vier bis sechs Wochen dauert das Minimum meistens ein bisschen länger, bis die Lunge und die Atemwege sich wirklich komplett erholt haben und man wieder so leistungsfähig ist, wie man das vor der Erkrankung war. Also das gleicht sich ziemlich, was auch wenn auch der Mensch eine solche Erkrankung hatte. Ja, total. Und Motto, mach halt mal langsam, lieber und Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wir zwei sind ja auch so Kandidaten mit irgendwie, ach krank geht schon und mir tut irgendwas weh, wir laufen drüber weg und so. Also wir sind da ja auch eher locker vom Hocker. Vernünftig ist es nicht. Also das muss man einfach mal festhalten.
[13:25] Ich bin bei meinen Pferden viel vorsichtiger als bei mir selber. Ach, drauf geschissen. Das wäre jetzt so der letzte Satz gewesen. Ich finde es sehr gut, dass du bei den Pferden dann so vorsichtig bist, weil ich sage mal so, die können halt dann schlecht für sich selber das so wirklich so entscheiden und da dann ein bisschen Vorsicht halten zu lassen. Ich finde das ja ganz cool. Drück mal den Themenwechselknopf. Ich bin ja diese Woche noch verabredet, mit Nikola Wulzdorf aus Österreich, die S-Trainerin, die, Unsere Hörerinnen und Hörer ja auch schon kennengelernt haben und wir haben uns so mit Bleistift mal auf den Zettel geschrieben. Wir wollen über so ein bisschen die richtige Strategie sprechen, wenn es um das Thema Turnierplanung geht, so nach dem Motto, also sollte man vielleicht so ein ganzes Jahr schon durchplanen oder lieber so auf Sicht fahren, eins nach dem anderen und immer so auch auf aktuelle Sachen reagieren. Das Gespräch wird es dann in einer der nächsten Folgen auch geben.
[14:30] Warum schwafle ich jetzt rum vom Thema Turnierplanung und so weiter? Hast du dich gerade gefragt? Und das ist so, also freies Assoziieren bei ACDC, bei dem Haflinger, da fragt man.
[14:43] Also ich zumindest stelle mir diese Frage da irgendwie am meisten, weil ich es da auch kitzeligsten finde, weil du die ehrgeizigsten Ziele mit ihm verknüpfst. Und eigentlich versuche ich nur eine irgendwie charmante und elegante Überleitung zu legen zu der Frage, was macht ACDC so und was machst du so mit ihm? Ob du das Turnierthema aufgreifst oder nicht, ist eigentlich auch am Ende des Tages wurscht. Es hätte nur elegant klingen können, theoretisch. Aber ich weiß ja nicht, was du zu erzählen hast. Ja, wir haben ja Turnier genannt, tatsächlich. In einer Woche geht’s los und wir haben eine L-Tressur und eine M-Tressur genannt. Und jetzt gucke ich mal so auf die Nennzahlen und da haut es mich ja rückwärts um. Ich bin ja schon ewig in keiner Prüfung mehr gestartet, in der 40 Nennungen sind. Also 40.
[15:37] Ist das die L oder die M? Die L wahrscheinlich, oder? Ne, das ist die M-Tressur, die war eigentlich ausgeschrieben maximal 30 Nennungen und dann habe ich mir sogar, ich mache mir das dann immer als Termin, dass ich da nicht irgendwie die Nennung verpasse und denke so, oh scheiße, 30 schon voll, jetzt komme ich da nicht mehr rein und habe mir so extra in den Kalender, dass ich das Turnier nennen muss und so. Da waren auch innerhalb von einem Tag alle Startplätze weg und dann kriegt man ja immer so eine Aktualisierung, Startplätze erhöht auf 35, Startplätze erhöht auf 40. Also es konnten noch ein paar Leute nennen und jetzt sind 40 Nennungen und jetzt ist, glaube ich, auch zu die Prüfung. Also mehr gibt es, glaube ich, nicht mehr.
[16:16] Und davor ist noch eine L-Tressur, die habe ich mal mitgenannt, aber da weiß ich noch nicht, ob ich sie reite. Also das kommt wirklich darauf an, wie viele starten denn in der L, weil das ist dann am Ende natürlich auch so ein Zeitfresser, wenn man halt wirklich, wenn da noch 40 oder 35 in der L-Tressur sind, dann dauert das Ganze ja ewig. Da bin ich ja den ganzen Tag auf dem Turnier unterwegs und das würde ich halt kurzfristig entscheiden, ob ich davor noch die L reite oder ob ich wirklich nur die M reite. Und wir sind fleißig am Üben. Also ich mache das ja, wie ich das damals mit Konstanze gemacht habe in dem mentalen Training. Ich gehe diese Prüfung im Geiste durch. Ich reite wirklich jede Lektion und stelle mir vor, wie ich sie reiten will, wie sie auszusehen hat. Also das mache ich immer noch. Und das ist echt so, das hilft enorm, das einfach im Geiste mehrfach durchzureiten. Und auch in meiner Vorstellung passieren mir manchmal Patzer, dass er zum Beispiel schief wird, dass die Traversale, die Hinterhand voraus geht und so. Also das passiert sogar in meiner Vorstellung und dann korrigiere ich das natürlich auch in meiner Vorstellung. Ah ne, jetzt Hinterhand voraus, jetzt musst du ihn da hinten wieder rumschubsen. Vorhand voraus geht und also solche Dinge und das mache ich nach wie vor immer noch vor den Turnieren, dass ich mich da wirklich so, mir immer so ein bisschen Zeit nehme und mich da mal konzentriere und das im Geiste durchreite und AC ist fit.
[17:41] Also wirklich wie schon lange nicht mehr, also das mit der Heulage tut dem so gut, der hat noch ab und zu, so nach dem Fressen oder nach dem Wälzen steht er mal auf und hustet noch einmal, aber das ist kein Vergleich, also wie es sonst immer war zu dieser Pollenzeit war er.
[17:58] Immer sehr geplagt mit dem Husten und musste manchmal wirklich so 10, 20 Mal hintereinander husten, obwohl er einfach nur so da stand. Und das ist komplett weg. Also ich bin total begeistert, wie das wirklich die Dinge geändert hat mit dieser Heulage. Also das hätte ich ja nie erwartet und nie gedacht. Und natürlich ist der dann auch viel motivierter und hat viel mehr Energie und viel mehr Kraft. Das ist gar keine Frage. Also das Pony ist wirklich fit Ja. Wie ein Turnschuh und ich bin ganz gespannt, ob er das auch mitnehmen kann, dann ins Viereck und ob wir zwei Prüfungen hintereinander schaffen, ohne dass er dann wirklich sagt, oh nee, jetzt kann ich aber nicht mehr. Also da wird dann die Probe aufs Exempel gemacht und ich bin ganz gespannt, wie er sich schlägt nächste Woche. Voll gut. Wenn du sagst nächste Woche, dann können wir uns ja vielleicht für die nächste Aufnahme, die wir dann auch machen, nochmal so ein bisschen aufschreiben oder so vornehmen, dass man dann nochmal ein bisschen genauer guckt auf ACDC, dass du vielleicht auch nochmal genauer sagst, was klappt jetzt wirklich gut? Was sind so Punkte, wo du so vielleicht sagst, oh, das ist so ein bisschen wackelig oder da hängt es von der Tagesform ab?
[19:07] Kann man dann vielleicht nochmal genauer drauf schauen? Und wo du jetzt das Thema Heulage gerade im Zusammenhang mit ACDC angesprochen hast, soll ich schnell die Nachricht vorlesen von der Hörerin, weil es gerade so gut passt? Und wir machen dann mit Benni weiter. Mach halt. Ich versuche hier nett zu sein. Und so ist es hier. Ihr merkt es schon. Die liebe Christina hat uns geschrieben. Und ich glaube, es ist bei Facebook. Ich weiß aber gar nicht ganz genau. Christina schreibt, meine Connemara-Stute ist auch Asthmatiker und seit wir vor zwei Jahren auf Heulage umgestellt haben, ist sie symptomfrei. Für uns ein Game-Changer. Kleiner Tipp. Unser Bauer presst die Ballen auf eine Größe von 1,10 Meter Durchmesser mit geringer Restfeuchte, wird circa einen Tag früher gewickelt, als das Heu gemacht werden würde. Wir haben drei Connemaras und im Winter reicht so ein Ballen bei 24,7, 10 Tage ohne zu kippen. Das sind eine ganz ähnliche Voraussetzungen wie bei dir. Drei Pferde, 24,7, 10 Tage, sagt sie jetzt. Genau, und der Bauer, von dem ich jetzt die Heulage habe, der wickelt sogar nur 90 Zentimeter Ballen, also noch ein bisschen kleiner. Okay.
[20:28] Christina schreibt weiter, wenn wir im Sommer zufüttern, nehmen wir kleine Ballen à 20 Kilo von Westfalengras. Das ist zwar teuer, aber besser als Husten und in der Regel braucht man im Sommer nicht diese großen Mengen, wenn genug Gras da ist. Das hast du ja auch schon mal gesagt.
[20:48] Sollte es mal zu Kotwasser kommen, füttern wir die Ostpreußenkräuter von Pernaturam. Damit geht es nach ein paar Tagen weg, hat aber tatsächlich auch nur eines der Ponys zwischendurch. Ich drücke die Daumen, dass ihr auch eine gute Lösung fürs Heulage-Management findet. Es kann wunderbar klappen. Liebe Grüße aus dem Weserbergland. Ich finde es auch immer spannend, wo wir unsere Hörer haben. Also Christina kommt aus dem Weserbergland und spannend, oder? Also ganz ähnliche Erfahrungen, Game Changer. Und du hattest im Vorgespräch gesagt, irgendeinen Teil sagst du, würdest du nicht machen. Welcher jetzt nochmal? Das mit den kleinen Ballen, die so teuer sind, oder? Mit den kleinen Ballen und drei Pferde, das ist natürlich schon so ein Geldfresser. Also ich bin ja jetzt froh, dass der Bauer, von dem ich die Heulage jetzt bekommen habe, dem habe ich jetzt nochmal drei Ballen aus den Rippen geleiert. Und dann könntest du, hast du noch und Marie hat tatsächlich gesagt, sie braucht diese restlichen Ballen, die sie bei ihm noch hat, braucht sie nicht mehr und sie würde sie mir überlassen, total nett und dann habe ich natürlich zugeschlagen und habe gesagt, na klar, bring nochmal.
[21:59] Wenigstens, dass man so über die Runden kommt, bis die Koppeln aufgehen und dann entspannt sich das auch wieder so ein bisschen, also so wie Christine auch schreibt, also wenn die Koppelsaison losgeht und die Pferde viel Gras haben, dann fressen die sowieso nicht so viel Heu, Oder Heulage. Und dann könnte man überlegen, ob man das wirklich mit den kleinen Ballen macht. Aber das ist natürlich schon ein teurer Spaß. Also bei drei Pferden, da muss ich schon, dann ouch ich schon und denke so, ach, also das ist viel, viel Geld. Und ja, aber bis dahin, ich überlege mir bis dahin eine Lösung und ich lebe jetzt im Moment so von einem Heulageballen zum nächsten. Okay, und wer kann sowas schon sagen von sich und seinem Leben, dass er von einem Heulageballen zum nächsten lebt. Aber ich glaube, es trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Und wenn ich das noch sagen darf, ich habe ja eine Vermutung, dass nämlich unsere liebe Hörerin Christina, bei der wir uns für diese Zuschrift sehr bedanken, möglicherweise einfach schon weiter ist als du und ich. Und sie hat möglicherweise auch schon geautscht und hat aber gesagt, alles klar, sie hat sich gefügt, weißt du? Weil sie schreibt ja auch, besser als Husten. Am Ende des Tages werde ich mich auch fügen, weil besser als Husten. Das ist einfach so. Ich drücke mal den Themenwechselknopf.
[23:22] Und wir kommen zu dem, was du, das können die Hörers jetzt nicht wissen, aber das einzige Pferd, wo du sagtest, zu Benni, da kann ich ein bisschen was dazu erzählen. Also, Aber.
[23:34] Wir lernen. Daraus darf man keinesfalls schließen, dass du zu Klecks und ACDC nichts erzählen könntest. Mit Blick auf die Uhr, es hat ganz gut geklappt bis jetzt. Aber zu Benni hattest du irgendwie noch eine konkrete Idee. Was ist mit Benni passiert in den letzten Tagen, seit ich den Schwarzwald wieder verlassen habe? Also ich habe ja schon dieses Jahr den Plan, den Benni doch mal in einer Dressurpferde-Aff vorzustellen. Also wir wären jetzt auch so weit. Er kann das alles bis auf das Stillstehen beim Halten, aber da würde ich jetzt mal sagen, ach egal, machen wir trotzdem.
[24:08] Und jetzt ist natürlich so Turnier, da kriege ich schon so Adrenalin 1000. Wie benimmt er sich und wie wird er drauf sein? Und deswegen habe ich jetzt
[24:16] wieder angefangen, mit ihm regelmäßig in die Halle zu fahren und zwar alleine. Also ich nehme nicht Klecks mit, weil bisher habe ich das ja immer so gemacht. Ich nehme den Klecks mit als Gouvernante. Das habe ich jetzt nicht mehr gemacht. Er muss jetzt lernen, alleine zu fahren und er muss auch lernen, alleine in der Halle zu sein. Und jetzt ist natürlich im Moment so, dass bei uns vor der Halle auf dem Parkplatz ein Strommast gestellt wird oder repariert oder keine Ahnung, was die da machen. Aber diese riesigen Strommasten, du weißt, so diese… So Baustellenstrommasten oder was? Also als wir noch Kinder waren, hatte ja meine Mutter ein Restaurant und eine Pension und da haben immer regelmäßig die Eisenwichser übernachtet. Jetzt muss ich selber lachen. Und zwar waren das Eisenwichser, haben wir die genannt.
[25:04] Sie haben nämlich diese Strom… Können wir das piepsen?
[25:09] Weil die heißen garantiert nicht so. Nicht so, wie ihr jetzt denkt, sondern so dieses Polieren ist damit gemeint. Also nicht das, was ihr jetzt alle denkt mit Eisenwichser, sondern Eisenpolierer. Und weil die haben nämlich diese Strommasten geschliffen und neu lackiert. Und dann waren die immer auf Montage und die haben immer bei uns übernachtet und bei uns waren, oh, die Eisenwichser sind wieder da.
[25:30] Jedenfalls muss ich da immer dran denken, wenn ich in die Halle fahre. Aber da ist natürlich also großes Geschütz vor der Halle und die fangen meistens an so gegen acht. Ich habe bisher immer geguckt, dass ich um sieben in der Halle bin und bevor die kommen, dass ich dann wieder weg bin. Jetzt ist es ja aber früher hell und jetzt fangen die schon früher an. Ich hatte bisher die letzten Tage immer Glück, dass sie irgendwie frei hatten oder Urlaub oder keine Ahnung, das Eisen konnte nicht gebogen werden, weiß nicht, wieso sie nicht gearbeitet haben, Aber heute Morgen war schon um halb acht. Ich war in der Halle und dann höre ich vor der Halle, also wirklich Laster und Geräusche und große Maschinen und viel Geschwätz und Leute. Und natürlich ist er da sofort auf 180. Also er wurde wieder riesengroß. Ich saß schon drauf. Aber ich habe gesagt, Nixter, du hörst mir zu. Und ich konnte wirklich irgendwann weiterreiten. Und ich habe einfach nicht mich darauf eingelassen und habe so gemacht, als wäre gar nichts da draußen vor der Halle. Und es war wirklich viel, viel Zinnober da draußen. Also jedes Pferd hätte geklotzt, aber er ließ sich tatsächlich ganz brav weiterreiten. Er war nicht so losgelassen, wie er das ist, wenn alles ruhig ist, aber er war total brav und er hat mir zugehört und ich konnte ihn reiten.
[26:48] Und dann war natürlich noch so der spannende Moment, wie lässt er sich verladen, wenn der da rauskommt aus der Halle und sieht, dass alles anders aussieht, als er reingegangen ist in die Halle. Und da dachte ich schon so, oh Gott, das schafft der nie. Der geht da nie rein und wenn, dann tobt der im Hänger. Und also ich hatte tausend Gedanken, habe dann die Arbeiter gebeten, ein bisschen Pause zu machen, während ich das Pferd verlade, haben die auch gemacht. Also die haben die Maschinen abgestellt, aber trotzdem war das natürlich sehr imposant, was da auf einmal aufgebaut war.
[27:19] Und er ging einfach raus, er hat geguckt und er hat sich alles in Ruhe angeguckt, ist in den Hänger gelatscht. Ich habe die Tür zugemacht und wir sind nach Hause gefahren und es war alles kein Problem. Also er war mustergültig und ich war so stolz auf ihn. Kann das nächste Mal schon wieder ganz anders sein? Also das weiß ich immer nicht so genau. Ich kann ihn immer sehr schlecht einschätzen. Aber heute hat er das total souverän gemacht und wirklich gut gemeistert. Also ich war wirklich total überrascht, dass das so problemlos ging, weil in solchen Situationen ist es wirklich so, dass er ganz gerne im Hänger dann rumtogt, weil er einfach raus will und weil er sagt, ich habe das noch nicht genug angeguckt, was da draußen passiert.
[28:03] Aber heute war er wirklich mustergültig und ich bin ganz stolz. Vielleicht wird er doch so langsam erwachsen. Also ich sage mal so, wer als Pferd durch die harte Schwarzwälder Eisenwichserschule gegangen ist, der ist also auf dem besten Wege auch in einer Dressurpferde-Ahr nicht vor der Last zusammenzubrechen. Also ich stimme mich jetzt sehr hoffnungsfroh. Das sind so kleine Erfolge, die einen dann wirklich so freuen im Reiterleben. Und jemand anders würde dann sagen, stell es dich an, das ist doch jetzt nichts Besonderes, dass du das Pferd da jetzt verladen hast. Doch für mich ist das total was Besonderes, dass der heute Morgen da so easy in den Hänger gestiegen ist und mit mir nach Hause gefahren ist. Vor allen Dingen, wenn man weiß, wie es halt auch sein kann, das wissen die Leute dann ja nicht. Wenn es halt normal aussieht, dann ist es wirklich so, dass man denkt, naja, da latscht halt ein Pferd in den Hänger und lässt sich verladen. Sieht nicht spektakulär aus, aber ich bin völlig bei dir. Ich kann das wirklich gut nachvollziehen.
[29:09] Und das gilt übrigens auch nicht nur für das Pferdethema, sondern das gilt so generell. Man darf das manchmal nicht geringschätzen, dass Dinge einfach gut laufen. Nicht spektakulär, da passiert jetzt nichts, wo man sagt, ah und oh und also kein Feuerwerk, aber einfach… Dinge funktionieren, weißt du? Zur Zufriedenheit, so wie sie sollen. Ja, ja, schon klar, so wie sie sollen. Aber, also ich, ja, ich will jetzt hier nicht irgendwie Opa erzählt vom Krieg und hier irgendwelche Geschichten, so, das will ich nicht, aber… So alt bist du auch noch nicht. Nee, so alt, ja, genau. Aber deshalb, ich kann das total gut nachvollziehen und ich glaube, alle, die Pferde haben, und das ist ja der Großteil unserer Hörerschaft, ich denke, die werden das auch nachvollziehen können. So, dann kommen wir jetzt zu einem Interview, das wir bewusst in dieser Folge platzieren, am ersten Tag des Podcast-Tons 2026. Ich habe es schon erwähnt, eine Charity-Aktion, an der sich ganz viele, hunderte, tausende, weiß ich nicht genau, also hunderte auf jeden Fall, Podcasts beteiligen.
[30:24] Und in der kommenden Woche, wundert euch nicht, ich könnte mir vorstellen, dass das Thema dem ein oder anderen auch an anderer Stelle dann eben nochmal begegnet, weil nämlich Podcasts dazu aufgerufen sind, Organisationen vorzustellen, die Gutes tun. Und wir haben uns die Wethilfe aus Berlin und Brandenburg ausgeguckt, die ein bundesweites Angebot machen für Menschen, die in der Tiermedizin beschäftigt sind. Tierärzte, Tierärztinnen, aber nicht nur, auch Sprechstundenhilfen, Assistenten, Assistentinnen, Denn wie auch immer ein sehr belastender Beruf und die Wethilfe macht Angebote für Menschen, die da beschäftigt sind und die Schwierigkeiten haben, mit diesen Belastungen klarzukommen und die da auch so seelisch und moralisch so dann und wann dran zu knabbern haben. Und ich freue mich sehr, dass sie jetzt bei uns am Telefon ist. Die Frau, die die Idee dazu hatte und die hinter der Wethilfe steht. Hallo Maike De Rose. Herzlich willkommen bei uns im Pferde-Podcast.
[31:29] Danke, dass ich bei euch sein darf. Maike, du stehst für einen Verein und stehst einem Verein vor, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, so steht es auch bei euch auf der Webseite, Helfenden zu helfen. Und zwar sprechen wir von Helfenden im Bereich der Tiermedizin, Tierärzte, aber auch Menschen, die für Tierärzte tätig sind. Jetzt haben ja nicht alle Tiermediziner Pferde und Pferdeleute als Patienten, aber jeder Pferdebesitzer hat logischerweise früher oder später mal mit Tierärzten zu tun. Und ich unterstelle mal, viele Pferdeleute werden auch wissen, dass das ein sehr verantwortungsvoller Beruf ist, in dem die Menschen tätig sind. mit viel Verantwortung verbunden, kann auch häufig sehr belastend sein. Und genau das ist so ein bisschen der Punkt, an dem du und deine Organisation ins Spiel kommen. Denn ihr bietet Tiermedizinern, die unter solchen Problemen leiden, die diese Belastung empfinden, Hilfe an. Lass uns doch vielleicht mal konkret werden. Wie habe ich mir das vorzustellen? Wie helft ihr? Was ist die Idee dahinter?
[32:41] Sehr gerne. Die Idee dahinter ist tatsächlich ein Prinzip, das heißt Peer-Group-basiert. Da geht es darum, dass Menschen aus ähnlichen Umständen, Kollegen oder anderen Menschen helfen. Das kann ganz breit gefasst sein. Es kann sein, dass du eine Organisation hast, die für eine Stadt zum Beispiel arbeitet oder für ein ganzes Land als Peer-Group. Das wäre dann sehr weit befasst. Es gibt aber ja auch andere Sachen, die wir vielleicht kennen, so aus der Patientenselbsthilfe und so weiter, wo sich Menschen treffen zum Beispiel, wo Angehörige an bestimmten Krankheiten erkrankt sind und einfach, man hat gemerkt, dass wenn du aus deiner Peergroup quasi deiner Peergroup hilfst, musst du über viele Grundprobleme nicht sprechen. Das ist das Grundprinzip der Wethilfe. Das ist inspiriert durch etwas in England, gibt es eine Organisation, die heißt Wettlife, die machen das seit 30 Jahren, dass quasi aus der Tiermedizin man Menschen, die in der Tiermedizin arbeiten, hilft.
[33:34] Und das machen wir quasi auch ganz niedrigschwellig, indem wir seit Sommer mit einer, wir nennen es Wettseelsorge-Hotline am Start sind, wo halt Menschen in der Tiermedizin anrufen können und aber nicht mit Fachklempentherapeuten sprechen, die vielleicht bestimmte Grundprobleme gar nicht verstehen können, was auch nicht mehr zum Vorwurf gemacht werden kann, finde ich, wenn man nicht in dem Bereich arbeitet, sondern wo einfach ausgebildete Kollegen sitzen, die dann ein offenes Ohr haben und das Ganze anonym und vertraulich. Weil wir einfach daran glauben, wenn du darüber sprichst und die Last verteilst, kann das schon helfen. Ja, du hast gerade schon gesagt, ihr macht das noch nicht ganz so lange. Seit Sommer. Gab es so einen konkreten Auslöser oder einen konkreten Anlass dafür, was sozusagen den Anstoß gegeben hat, so eine Geschichte ins Leben zu rufen, so eine Art Schlüsselmoment?
[34:24] Ja, das gab es tatsächlich und das gibt es eigentlich immer wieder. Tierärzte haben ja eine fast dreimal höhere Wahrscheinlichkeit für Suizidversuch in ihrem Leben. Und wir sind alles Menschen, die auf verschiedenen berufspolitischen Ebenen, Verbandsebenen oder berufsbedingt mit dem Thema Prävention für mentale Gesundheitsverbesserungen und so weiter in der Tiermedizin zu tun hatten. Und vor zweieinhalb Jahren hat sich leider ein Kollege suizidiert. Und es kam dann das Thema auf, spannenderweise in einer Facebook-Gruppe. Selten passieren ja irgendwie mittlerweile gute Dinge auf Facebook, aber da steht halt jemand, Mensch, das wäre ja cool. Vielleicht schaffen wir ja auch, so eine Hotline aufzustellen aus der Tiermedizin wie in England. Und dann haben ein paar Leute, unter anderem auch ich, gesagt, Mensch, coole Idee. Und dann war die Dame, die das geschrieben hat, ganz geistesgegenwärtig und hat einfach eine Gruppe auf Facebook aufgemacht. Wir können es ja zum Glück schnell machen. Und hat dann geschrieben, super, dass ihr das auch gut findet. Was tun wir denn jetzt? Und tatsächlich, dieser Grundzündfunke hat dafür gereicht, dass wir dann ein Jahr lang geplant haben, dann den Verein gegründet haben, dann das für Recherche, Hypothechnik, wie kannst du die ausbilden, Partner ins Board holen, Finanzierung sicherstellen, ist ja auch immer ein wichtiges Thema bei sowas und dass wir dann ein Jahr nach der Vereinsgründung quasi mit der Hauptleine anfangen konnten.
[35:40] Okay, Wahnsinn. Das klingt also irgendwie nach dann, also auf der einen Seite hört man aus dem, was du so sagst, natürlich raus, dass da ganz viel Arbeit dahinter steckt. Also das fällt nicht vom Himmel, wenn man sagt, okay, wir machen sowas. Andererseits dann doch letzten Endes sozusagen das Heft des Handelns in die Hand nehmen, mutig und zu sagen, okay, wir machen das jetzt einfach. Also dafür steht es ja dann auch so ein bisschen. Du hast gesagt, seit ein paar Monaten gibt es euer Angebot.
[36:10] Gibt es schon so ein Gefühl dafür, wie wird es denn angenommen? Weil eine gute Idee ist ja das eine, aber manchmal liegt man dann eben doch daneben, dass man sagt, okay, wir treffen da dann doch vielleicht keinen Nerv oder so. Also wie sind denn so die ersten Erfahrungen? Wird es angenommen? Das ist total spannend, weil genau das waren auch unsere Gedanken, gerade so vor Start, kannst du dir vielleicht vorstellen, April, Mai, wo dann die Technik steht und du jetzt denkst, Mensch, mal gucken, ob überhaupt jemand anruft. Da sind auch in unserer Brust, sage ich immer, zwei Herzen. Das eine Herz, was sagt, schön, wenn jemand anruft, dem wir helfen können.
[36:42] Also das ist ja super, wenn sich jemand dafür entscheidet zu reden und wir dann auch für denjenigen da sein können. und natürlich gleichzeitig das Herz, was sagt, Mensch, Mist, wir werden wirklich gebraucht. Es ruft jemand an und braucht diesen Kontakt und dieses Gespräch. Wir haben mittlerweile im Schnitt zwischen zwei und drei Anrufen die Woche und tatsächlich, ich will jetzt nicht lügen, der erste Anruf kam nach 14 Tagen, was wir gar nicht unbedingt erwartet haben. Nicht, dass wir nicht glauben, dass es nicht gebraucht wird, aber genau was du sagst, es ist ja auch die Frage, vertraue ich so etwas? Also rufe ich da wirklich an? Wir können ja viel behaupten, dass es anonym und vertraulich ist. Und dann geht man doch raus und wird es in der Tierärzteschaft erzählen. Und da ist die Tierärzteschaft wie die Reiterei. Wir sind schon alle gut verknüpft und Dinge verbreiten sich schnell. Wenn es jemandem nicht gut geht, jemandem pleite geht und so weiter. Das kennen alle so, dass auch dieses Grundvertrauen, die stehen wirklich zu ihrem Wort. Da sitzen wirklich Menschen und hören vorurteilsfrei zu und bieten mir einfach einen Raum für meine Sorgen. Das muss ich ja auch ein bisschen etablieren. Aber zum Glück wird es angenommen im Sinne von Glück, dass wir helfen können.
[37:44] Und es zeigt aber eben auch, dass es gleichzeitig passt, dass wir es mal machen. Ja, also, ja, ja, ich finde das tatsächlich jetzt so, also ich komme nicht aus dieser Branche, muss ich dazu sagen. Deshalb fällt es mir jetzt schwer, so abzuschätzen. Ist es viel, ist es wenig? Aber also gefühlt würde ich sagen, ist es schon viel. Und auch wenn du sagst, okay, man ist so untereinander vernetzt und man kennt sich so, aber andererseits für ein bundesweites Angebot, man muss ja auch erstmal bekannt werden. Ich glaube, so stillschweigend davon auszugehen, okay, wir machen das jetzt und dann weiß auch jeder, dass wir es machen. Das ist ja dann auch nicht so. Also ich finde es tatsächlich enorm, also unglaublich. Gut auf eine eine Art, also das ist tatsächlich als Kompliment zu verstehen. Gut auf eine eine Art und wie du sagst, also jeder Anruf ist auf der anderen Seite.
[38:32] Dann natürlich auch einer zu viel, weil es natürlich auch so ein bisschen dafür steht, dass die Kolleginnen und Kollegen wirklich belastet sind in eurem Beruf. Jetzt hast du schon gesagt, es ist ein geschützter Raum und das soll es auch sein. Es ist anonym und um Gottes Willen, da will ich ja auch gar nicht dran rütteln und so. Aber kann man irgendwie so eine Idee geben davon, was sozusagen die größten Sorgen sind, die die Kollegen umtreiben? Also, weil wenn wir jetzt allgemein von Belastung sprechen, klar kann man sich vorstellen, aber gibt es so, sagen wir mal, berufsspezifische Dinge, wo du sagst, das sind so Themen, die deine Kolleginnen und Kollegen besonders umtreiben und die ihnen besonders große Sorgen bereiten oder lässt sich das so pauschal möglicherweise auch gar nicht sagen? Also wir waren auch sehr gespannt und haben auch gedacht, mal gucken, ob eigentlich das, was wir so in unserer Planung gedacht haben, was vielleicht Themen sein könnten. Das ist ja auch tatsächlich gerade am Anfang ist deine Vermutung richtig. Das ist ja so ein bisschen, wie du stellst eine Hypothese auf und dann guckst du mal, was die Realität damit macht. Bisher waren keine großen Überraschungen für uns dabei. Also es, tatsächlich oft eine Mischung. In der Medizin nennt es das multifaktoriell, wenn es eine Erkrankung ist, die durch viele Gründe zustande kommt. Und wir reden ja nicht über eine Erkrankung, wenn die mentale Gesundheit gerade nicht gut ist oder man einfach gerade in einem dunklen Loch mal sitzt. Aber es scheinen immer viele Gründe zu sein, die zusammenkommen.
[40:01] Tatsächlich oft, wenn man mit tiermedizinisch nicht involvierten Menschen spricht, ist ja einer der Hauptfaktoren, die erwartet wird, die uns streissen, die Euthanasie. Und das ist tatsächlich, wenn du Tierarzt, Tierärztin bist, natürlich ist das belastend immer. Aber es ist jetzt nicht unbedingt unser Hauptproblem. Es kann ein Problem werden, wenn als Beispiel, du hast vielleicht eine junge Familie, einen Hauskredit, es kommen andere Faktoren dazu, das Kind ist vielleicht in der Kita-Gewöhnung, deine Mutter ist krank im Krankenhaus und so weiter und dann hast du noch fünf Euthanasien, dann sind die definitiv ein Thema. Aber nicht das Grundprinzip, weil das ist ja was, das tun wir, das wissen wir, wenn wir das studieren und ist es aber dann eben die Menge der Sachen, die zusammenkommen. Und dann kann durchaus auch zum Beispiel ein Euthanasienproblem sein. Warum sage ich das? Weil ich oft in Gesprächen mit Menschen, wenn ich zum Beispiel im sozialen Bereich unterwegs bin, mir Menschen sagen, ja klar, dass es euch nicht gut geht, ihr euthanasiert. Und dann ist tatsächlich das so ein Aufklärungsthema zu sagen, auch, ja, klar, das ist ein Faktor. Aber der Stress insgesamt, die Faktoren sind einfach ein Thema. Und tatsächlich ganz weit oben sind Themen wie Selbstzweifel, wie Perfektionismus. Also wirklich der Wunsch, Dinge gut zu tun.
[41:14] Natürlich privat auch, aber vor allen Dingen auch beruflich. Weil natürlich ist ja gerade den Menschen in der Praxis klar, dass wenn sie Fehler tun, kann das auch große Auswirkungen haben. Und das sind vielleicht Dinge, die… Sind außerhalb des Berufsstandes gar nicht so weit verbreitet, weil wir auch gleichzeitig, ich sage jetzt mal wir, ich selber muss ja sagen, ich bin seit 13 Jahren nicht mehr in der Praxis, ich bin Industrietierärztin, wir sind ja in vielen Bereichen unterwegs, aber ich kenne das nach fast 15 Jahren Praxis- und Klinikarbeit. Du willst diesen Job gut machen, du bist perfektionistisch, du willst, dass das alles auch wirklich gut funktioniert für deine Patienten, gerade weil sie ja nicht reden können.
[41:50] Und gleichzeitig hast du in der Tiermedizin unheimlich viele sehr empathische Menschen, Weil ich glaube, das ist einfach das Thema, dass ohne Empathie Tierarzt sein, das geht. Es gibt dann immer die Leute, die sagen, ich kenne aber einen Tierarzt, der ist total unempathisch. Klar, wir sind ja auch im Durchschnitt der Bevölkerung, leider. Oder Gott sei Dank eigentlich eher. Aber die meisten sind ja sehr, sehr empathisch unterwegs, sehr mitfühlend, haben den großen Wunsch auch zu helfen. Und das bedingt dann halt wieder, wenn bestimmte An- und Stressoren dazukommen, wenn du sowieso sehr auf deine Ressourcen läufst, weil du in diesen Bereichen unterwegs bist, Und dann können halt, wenn viele Faktoren dann noch dazu kommen, kann der Stress einfach mal zu viel werden. Und wir sind halt gewohnt, uns zusammenzureißen, weil wir ja helfen wollen. Und dadurch ist eben dieses Sich-Entlastung-Verschaffen durchaus schwierig. Und das geht tatsächlich dann besser im Kollegenkreis, wo du eben über manche Dinge vielleicht gar nicht reden musst, weil einfach alle verstehen, was dein Grundstress ist. Ich wollte gerade sagen, da ist dann so ein Grundverständnis, also diese Idee kann ich total nachvollziehen, dass so ein Grundverständnis erstmal da ist und ich muss nicht bei Adam und Eva anfangen, sondern es gibt so ein Grundverständnis dafür.
[43:01] Ich glaube tatsächlich, dass das auch einen bestimmt dazu beiträgt, dass euer Angebot so gut angenommen wird. Ich habe eine Frage vielleicht so aus Sicht der Pferdeleute, also der Patientenbesitzer sozusagen. Was man zuletzt immer wieder lesen konnte, dass Tierärzte sozusagen gerade in den letzten Wochen und Monaten, Ich weiß jetzt gar nicht, wie lange diese politische Entscheidung jetzt schon her ist. Auch von Patientenseite her, wie sage ich das jetzt am besten, auf so eine Grundaggressivität vielleicht oder auf so einen Grundunmut stoßen. Also das Stichwort sind steigende Kosten für Tierärzte. Man kann das bestimmt alles gut nachvollziehen aus Sicht der Tierärzte. Und also ich habe da auch jedes Verständnis dafür. Das ist ja auch lange nicht angepasst worden. Stichwort GOT. Aber für die Patienten bedeutet das halt erst mal steigende Kosten. Und dass man dann, also ich sage mal so, da wird dann möglicherweise bei den Tierärzten auch was abgeladen, was also gar nicht dahin gehört, weil die Tierärzte selbst haben das ja gar nicht zwangsweise vorangetrieben und so. Also dieses Stichwort steigende Kosten für Tierärzte, ist es ein Faktor, würdest du sagen, oder macht sich das gar nicht so direkt bemerkbar bei euch an der Hotline?
[44:24] Jedenfalls ist das ein Faktor. Nicht nur die Tierärztkosten sind gestiegen, sondern ich finde, man muss das ein bisschen gesamtgesellschaftlich sehen. Wir merken ja selber, wenn wir in den Supermarkt gehen, alles wird teurer. Die Löhne steigen nicht unbedingt adäquat. Und ich gehe auch immer davon aus, dass die meisten Menschen, die Tiere haben, das ja auch aus Liebe und guten Gründen tun und das Beste für ihre Tiere wollen. Dadurch entsteht eine emotional sehr geladene Situation. Wir haben die Patientenbesitzer, die das Beste wollen, die Tierärzte, die auch helfen wollen. Und dann hast du halt leider diesen Geldaspekt dazwischen, der eben zum Beispiel in der Kassenmedizin nicht ist. Also ich bin selber Kassenpatientin. Wir kennen ja die Kosten gar nicht und haben das große Glück. Wir gehen hin und kriegen Hilfe. Und dann hast du plötzlich diesen Clash, dass zwei Menschen, die eigentlich das Beste wollen, zusammenkommen und dann über Geld reden müssen in einer Situation, wo es ja eigentlich um Hilfe und Hilfestellung geht. Und das ist wirklich eine, finde ich, das war schon vorher eine aufgeladene Situation, gar nicht mal selten, weil natürlich auch immer diese Frage dazwischen steht.
[45:28] Es entstehen halt Kosten und die muss sich umändern und natürlich muss aber auch ein Patientenbesitzer, kein Tierarzt erwartet, dass du verarmst für dein Tier. Also du hast ja immer diese Reibefläche und durch die Kostensteigerung generell und dann natürlich auch bei den Tierärzten ist die Reibefläche nicht weniger geworden, sondern eher größer geworden. Ich kann aus persönlichen Gründen auch sagen, dass nichts ist so schlimm, wie wenn du als Tierarzt, egal wo stehst, auch schon vor 15 Jahren oder ich habe meinen Abschluss 2001 gemacht, da kannte ich die Situation auch schon. Wenn Menschen eben dann kein Geld haben, um ihrem Tier adäquat helfen zu können. Das ist auch als Tierarzt wirklich eine Situation, das geht nicht sprohlos an dir vorbei. Deswegen sucht man und versucht ja auch immer und es gibt zum Glück ja auch oft viele Möglichkeiten, das abzufangen.
[46:13] Wo es eben auch tatsächlich extrem belastend ist. Wenn du weißt, Mensch, es gäbe eine OP und dann wäre alles gut und da steht aber ein Mensch, der vielleicht einfach wirklich das Geld nicht hat, aber ein Herz aus Gold hat und alles tun will, dann ist das wirklich eine Situation.
[46:28] Du merkst vielleicht auch jetzt schon, das ist wirklich richtig übel. Und das ist, glaube ich, was oft, gerade ständigerweise bei Geld, mischen sich dann auch Emotionen und Sachthemen und wo so ein bisschen, glaube ich, auch aus den Augen rutscht, wie das halt für die Tierärzte sein kann. Was jetzt nicht kleinreden soll, wie schlimm es für einen Patienten Besitzer ist, wenn er das Geld nicht hat und alles teurer wird. Aber ich glaube, da ist so ein bisschen im Rahmen der Diskussion manchmal auch verloren gegangen, dass da am Ende ja der Mensch, der Praktiker oder die Praktikerin vielleicht auf dem Pferdestall steht, der ja nicht töten möchte. Der möchte, dass es dem Tier gut geht und der eigentlich alles tun möchte, was geht und dann eben aber auch in diesen Reibungsbereich da gerät. Und das kann emotional schon sehr belastend sein und ist dadurch dann auch tatsächlich ein großer Faktor. Gerade wenn du auch schaust, was zieht das nach sich? Unter Umständen zieht das ein Shitstorm im Internet nach sich. Weil natürlich jemand, der sehr emotional ist, möchte ja auch mit den Emotionen irgendwo hin. Beide Seiten. Oder du hast, keine Ahnung, es entstehen dann noch ganz andere Probleme. Also das ist so ein weitreichendes, krasses Thema, was, glaube ich, durch diese Emotionen, die da drin sind, wirklich eine Reibefläche für mich hat. Weißt du, fast wie komplett so eine Kugel, wo sich alle dran reiben. Das ist schon heftig. Absolut. Maike, bevor wir noch in weitere Details einsteigen und so diskutieren.
[47:52] Würde ich gerne hinweisen, ihr habt eine Homepage im Internet, wo man also quasi vieles auch nochmal nachlesen kann. Unter anderem, wann man euch erreicht, was die Idee ist und so weiter und so fort. Einen wichtigen Punkt würde ich aber gerne noch ansprechen und das liegt so ein bisschen auch oft in der Natur von eingetragenen Vereinen. Das ist ja eure Organisationsform, die ihr euch gegeben habt und nachdem es so gut angelaufen ist. Ihr wollt ja auch gerne, dass es weitergeht. All das geht ja nicht ohne Hilfe und Personal auch für euch. Also es braucht immer, ahne ich mal, Menschen, die mittun. Ihr seid bestimmt auch dankbar für möglicherweise, wenn es irgendwie Zuwendungen gibt. Also ich schätze, dass die Leute, die bei euch an der Hotline sitzen, das vielleicht auch nicht komplett umsonst machen. Wie hat man sich das vorzustellen? Wie kann man euch möglicherweise auch noch, also euch als Wethilfe etwas Gutes tun, wenn möglicherweise jetzt auch jemand zuhört und sagt, hey, das ist ja eine super Idee. Ich würde mich da vielleicht auch mal an so eine Hotline setzen. Ist das überhaupt dezentral möglich? Für eine Telefonhotline könnte ich mir vorstellen.
[49:04] Also Frage, wenn jemand sagt, gute Sache, Wethilfe, würde ich gerne unterstützen? Welche Möglichkeiten gäbe es denn, euch zu unterstützen?
[49:14] Dass du es ansprichst. Wir sind tatsächlich ja Besonderheit ein gemeinnütziger Verein.
[49:19] Das ist nicht nur eingetragen, sondern gemeinnützig, was grundprinzipiell bedeutet, dass wir ja keine Gewinnerbringungsabsicht haben. Also mit nichts, was wir tun, verdienen wir Geld. Und tatsächlich alle, die wir das machen, egal ob jetzt die Nicole oder ich vom Vorstand oder die Mitglieder an der Hotline, wir machen das alle im Ehrenamt. Das bedeutet, wir bekommen kein Geld dafür. Das ist also einfach in einem gemeinnützigen Verein nicht so geplant. Und aktuell ist es so, dass laut Satzungen quasi kann man bei uns Mitglied oder auch freiwilliger am Telefon werden, wenn man irgendwie in der Tiermedizin arbeitet. Und du hast das initial ja schon gesagt, natürlich klar Tierarzt, ja Tierärztin, aber auch TFA ist Praxismanagerin, jemand, der in der Verwaltung, in der Tierklinik arbeitet, ist auch bei uns Mitglied und auch in den ganzen verschiedenen Berufsgruppen. Auch, ich sage jetzt mal salopp, ein Lebensmittelkontrolleur vom Veterinäramt in der Stadt ist ja quasi auch jemand, der mit Tierärzten arbeitet oder in der Fleischbeschau unterwegs ist und so weiter. Und wenn man jetzt nicht in diesem ganzen Konglomerat, wozu ja schon eine Menge Menschen gehören, unterwegs ist und sagt, er möchte uns trotzdem unterstützen, zum Glück haben wir auch tolle Patientenbesitzer, die von Anfang an unterstützt haben, kann man uns natürlich aber spenden. Wir können dadurch, dass wir gemeinnützig sind, auch eine Spendenbescheinigung ausschreiben, so wie man das kennt von, egal ob du jetzt Brot für die Welt oder Tierarzt ohne Grenzen hast, genau das geht bei uns auch und die Details dafür, auch die Kontoverbindung sind auf der Homepage, wenn man das möchte und da sind aber auch die Infos, wenn jetzt jemand sagt, Mensch, ich bin Reiterin und ich bin aber als Beispiel TfA.
[50:48] Dienstmittelkontrolleurin oder ich arbeite in der Verwaltung, in der Tierklinik, um das nochmal einfach so zu nehmen und ich würde gerne mitmachen, dann sind auf der Homepage alle Infos, also einmal zur Mitgliedschaft, aktuell 50 Euro im Jahr, damit trägt man quasi so ein bisschen die Grundausstattung der Technik mit oder da ist auch der Infobrief zu den Ausbildungen, die dritte Ausbildungsrunde startet jetzt im Februar, die zweite ist jetzt demnächst fertig, dann sind 44 Menschen am Telefon und es gibt noch, ich glaube, vier Restplätze für die dritte Runde, genau. Genau. Und die vierte wird irgendwann gegen Herbst, Winter starten. Da haben wir aber noch keine Termine, weil wir da immer ein bisschen, wir machen das ja zusammen mit den Ausbildern von der Telefon-, also der kirchlichen Telefonseelsorge Berlin-Brandenburg. Da haben wir uns einfach, ich sag mal, so Fachleute geholt für die Ausbildung, die das wirklich schon ganz, ganz lange machen. Und da gucken wir immer mit denen zusammen, weil die müssen ja auch Zeit haben. Okay. Und ihr macht immer Ausbildungsrunden sozusagen. Und dann gibt es dann irgendwann den Zeitpunkt, okay, jetzt gäbe es für Interessenten die Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen und dann geht’s los. Man kann es auch vorher schon vormerken, wenn man jetzt sagt, Mensch, ich will einfach die Infos von euch haben. Wir führen dann einfach ganz simpel eine Wartewiste, wenn jemand uns zustimmt, dass wir quasi die Daten behalten dürfen und dann schicken wir den Infobrief, wenn es die neuen Termine gibt, auch gerne nach Hause quasi, dass man dann bequem gucken kann und nicht selber drauf achten muss.
[52:07] Super. Maike, haben wir noch irgendwas vergessen? Noch irgendwas, was auf der Seele liegt oder glaubst du, wir haben so ein bisschen skizziert, was ihr macht, wofür ihr steht, was die Idee ist. Ich finde, du hast sehr gute Fragen gestellt. Ich habe ja auch schon vorher gemerkt, dass du dich intensiv mit dem Thema beschäftigt hast. Und wir alle möchten Danke sagen, dass du diesen Einblick dir gewünscht hast und dass wir das so ein bisschen vorstellen dürfen. Weil für uns ist es so, wir sehen One Health. Das ist ja ein Begriff, der eigentlich daraus kommt, dass Tier- und Humanmedizin zusammenarbeiten. Aber wir sehen One Health auch zum einen für die gesamte Tiermedizin. Und da gehören genauso die Patientenbesitzer dazu. Und wir glauben einfach, wenn wir alle miteinander reden, Das ist, glaube ich, ein wichtiger Faktor und es schaffen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen für die Gesundheit unserer Tiere und auch der Tiere der Patientenbesitzer und einfach da wieder mehr in die Gemeinsamkeit gehen, dass das auch für alle Beteiligten sehr gut sein kann und immer gute Lösungen bietet. Maike, ich glaube, das taugt für ein Schlusswort. Vielen Dank für das tolle Gespräch.
[53:06] Gerne, danke dir. Ja, vielen Dank für das Gespräch. Die Wethilfe bei uns im Pferde-Podcast. Wir verlinken das natürlich alles auf unserer Homepage. Wer da noch tiefer in das Thema eintauchen will, wer das weitergeben möchte vielleicht an seinen persönlichen Tierarzt, Tierärztin, wenn uns möglicherweise auch Tiermediziner zuhören und sagen, hey cool, kannte ich noch gar nicht, derpferdepodcast.com. Das ist unsere Homepage und da kann man dann auch den direkten Draht zur Wethilfe finden.
[53:40] Jenny, Folge 427 des Pferdepodcasts geht damit dem Ende entgegen. Wir bedanken uns fürs Zuhören. Ich freue mich, dass wir die nächste kleine Folge dann wieder zusammen im Schwarzwald aufnehmen. Am Schnapsbrunnen?
[53:58] Ach, Wettervorhersage ist nicht so toll. Dann vielleicht mit einem dann mit Decken und Schallschutzwänden ausstaffierten, improvisierten Podcast-Studio. Oder in Altensteig auf der Geländestrecke, weil Silvia am Wochenende ihr erstes Gelände-L reitet. Oder so. Ich bin ganz aufgeregt und der Start ist um 11 Uhr, das heißt wir könnten sogar zugucken am Sonntag. Okay, um 11 Uhr noch Altensteig mittags und um 11 Uhr abends schon wieder Berlin. Das sind nämlich so. Stimmt. Und dann könnten wir nämlich einen Halloumi-Burger essen in Altensteig. Ja, finde ich gut. Da gibt es die besten Halloumi-Burger ever. So nämlich. Aber dann kann ich nicht zu Hubi in die Cavaletti-Stunde, aber da wäre ich so gerne hingefahren am Sonntag. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um circa, ich weiß nicht wie lange. Zwei Minuten, okay. Vielen Dank fürs Zuhören, hat Spaß gemacht. Das war der Pferde-Podcast. Habt ein pferdiges Wochenende, eine pferdige Zeit. Wir melden uns dann wieder und werden darüber informieren. War es die Cavaletti-Stunde? War es der Halloumi-Burger beim Gelände 11 von Silvia in Altensteig? War es ganz was anderes? Macht’s gut. Tschüss.
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