
Ein schwerer Unfall, viele offene Fragen – und am Ende eine Geschichte, die Hoffnung macht: In Folge 435 des Pferdepodcasts sprechen wir mit der Schweizer Tierärztin Michelle Amanda Jackson, die Amira nach ihrem dramatischen Trümmerbruch operiert hat. Ein Fall, bei dem viele Kliniken abgewunken haben – und der zeigt, wie weit die moderne Pferdemedizin heute gehen kann.
Ein Knochenbruch bedeutet nicht mehr zwingend ein Todesurteil
Die Chirurgin aus Zürich gibt einen seltenen Einblick in eine hochkomplexe Operation: ein Knochen wie ein Puzzle aus vielen Einzelteilen, stundenlange Arbeit, millimetergenaue Entscheidungen – und immer die eine zentrale Frage: Hat das Pferd eine echte Chance? Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig Erfahrung, Technik und auch Mut sind, um solche Fälle überhaupt anzugehen.
Besonders bewegend: Amira selbst. Ein Pferd, das „leben wollte“, wie die Tierärztin sagt – und das heute auf einem guten Weg ist. Schritt für Schritt zurück ins Leben, mit vorsichtigem Training und einer realistischen, aber hoffnungsvollen Perspektive. Diese Folge zeigt eindrucksvoll, dass ein Bruch nicht mehr automatisch ein Todesurteil sein muss.
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Außerdem spricht Jenny in dieser Folge über geplante Turnierstarts mit Nesthäkchen Benny und Haflinger AC/DC. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:
[0:00] Hallo, hier ist der Pferde-Podcast. Wir nehmen Folge 435 auf. Wir befinden uns auf der Zielgeraden einer wunderschönen österlichen Urlaubswoche. Gott sei Dank, am Sonntag ist es wieder vorbei. Von mir am Sonntag ist, jetzt sagst du Gott sei Dank, du bist so ein Schwein. Das ist wirklich so schlimm. Das ist für mich voll anstrengend, wenn du Urlaub hast und ich dich entertainen soll. Und du da sitzt und sagst, geht’s jetzt los? Und ich mit hängender Zunge, Arbeiten, Pferde, Stress und mein Mann will bespaßt werden. Ja, ich hatte Spaß. Es ist dir gelungen. Also es waren viele Pferdethemen. Es ist ja auch noch nicht zu Ende. Also auch das Wochenende nach dem Osterfest, das wir noch zusammen hier verbringen zumindest. Auch das Pferdethema hat kein Ende. Nee, also na, und es war viel. Also viele Eindrücke, ist immer was los, wird nie langweilig. Toll, toll, toll. Der Hafer- und Bananenblues, wir sind zusammen im Schwarzwald.
[1:02] Das ist die große Folge. Ich freue mich. Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.
[1:14] Man müsste dich dabei sehen. Ja, ist toll, ne? Oh mein Gott. Jenny, wir haben einiges auf dem Zettel und wir müssen, wie das immer so ist, wir müssen Pläne, die wir eigentlich mal hatten, umwerfen, damit diese Folge nicht aus allen Nähten platzt. Ich muss leider ein bisschen Ordnung schaffen. Wir wollten ja eigentlich über den Klecksi reden nochmal aus gegebenem Anlass und weil das zu viel Zeit in Anspruch nähme, verschieben wir das nochmal. Wenn du einverstanden bist. Ich bin einverstanden, ja. Du bist einverstanden, genau. Ist auch ein kleiner Insider damit verbunden, aber wir walzen das jetzt nicht aus, wir verschieben das nochmal. und das hat aber in allererster Linie wirklich damit zu tun, dass wir etwas.
[2:04] Also dass endlich etwas ganz Fantastisches gelungen ist, wo wir auch schon seit Wochen, also Wochen, Monate, also Wochen stimmt ja auf jeden Fall, drauf warten. Und wo wir gesagt haben, das wäre so mega, wenn es das gelänge,
[2:22] das in den Pferdepodcast zu kriegen. Und in dieser Folge ist es soweit. Wir haben bei uns zu Gast die Tierärztin, die die Stute Amira nach ihrem Trümmerbruch hier im Schwarzwald auf dem Berg operiert hat. Und die sich an diese komplizierte Operation dieses, ich will das nochmal sagen, trümmergebrochenen Knochens herangetraut hat, obwohl eigentlich alle Tiermediziner hier in Deutschland die ganzen Kliniken abgewunken haben.
[2:59] Aber Michelle Amanda Jackson ist beschäftigt, ist Tierärztin an der Tierklinik in Zürich. Und unsere liebe Nadine, die mit uns befreundete Reitlehrerin vom Berg, hat rumtelefoniert, sich ans Telefon gehängt, hat besagte Michelle Amanda Jackson kennengelernt, gefunden. Und in Zürich ist Amira, das liebe Studium, operiert worden, erfolgreich operiert worden. und, Soviel kann ich schon mal verraten. Auch für Michelle war das jetzt nicht so der einfachste Fall, den sie so unter dem Messer hatte. Und es ist halt aber einfach super spannend, mit ihr mal zu reden. Wie groß war die Herausforderung wirklich? Welche Fortschritte hat die Medizin aus ihrer Sicht so gemacht? Ist ein Knochenbruch wirklich? Also muss das auch in Zukunft noch so sein, dass man so sagt, okay, Knochen gebrochen bei einem Pferd, das ist quasi das Todesurteil. Offensichtlich im Fall von Amira ist es ja nun nicht so. Also ein wirklich spannendes Interview haben wir in dieser Sendung.
[4:08] Und das ist natürlich mal ein größerer Block, den wir so vor der Brust haben. Wie geht es Amira eigentlich? Hast du so den letzten Stand auf dem Berg irgendwie? Ist alles gut? Ja, hervorragend. Dann startest du morgen. Transparenzhinweis, wir nehmen Freitagabend auf und weil am Wochenende, ich fahre zurück nach Berlin, Turnierstart und wir wollen ja auch die Folge wie immer Samstag, also Freitagabend schon für unsere Steady-Unterstützer am Start haben und Samstag im Laufe des Tages wie gewohnt für alle Stammhörer sozusagen auf allen Plattformen. Deshalb nehmen wir am Freitagabend auf und du startest morgen vielleicht mit dem Benni beim Turnier in Aachen. Genau, beim Feine-Leute-Turnier. Ah, naja, komm. Ah, da Feine-Leute-Turnier ist es schon, da gibt es auch eine Estressur. Okay, Feine-Leute-Turnier. Okay, wenn man die von dem Verein so kennt, dann… Entschuldigung.
[5:14] Spur noch mal. Ja, spur noch mal. Das sind alles Feine-Leute-Turnier. Feine-Leute-Turnier. Der feine Herr Bonert, der Vorsitzende, guter Mann. Also das muss man wirklich mal sagen, oder? Also was die da auf die Beine stellen, also ganz ironiefrei. Also Feine-Leute-Turnier jetzt mal hin oder her. Aber was der Reitclub Achan auf die Beine stellt, an Turnieren jedes Jahr, ist schon wirklich aller Ehren wert, oder? Also muss man wirklich mal… Kann man aber auch nur machen, wenn man erhelfende Mitglieder hat. Total. Und wir wissen ja auch aus der Hafi-Welt zum Teil, wie schwer das ist, was für ein Kraftakt das ist, auch für Vereine. Ich will das jetzt ja auch gar nicht so tun, das sind alles irgendwie, was weiß ich, Faulenzer. es ist auch einfach viel Arbeit und das zu organisieren und auf die Kette zu kriegen, ist wirklich eine Leistung. Also in diesem Sinne, Hiermit verliehen der Ehrentitel das Feine-Leute-Turnier in Achan und mal schauen, ob du da morgen mit einem Benni und am Sonntag nicht mit einem AC, der ist körperlich, gesundheitlich nicht ganz so frisch. Der hat im Moment viel zu kämpfen mit den Pollen, die Allergie macht ihm echt zu schaffen.
[6:24] Und dann soll es am Sonntag regnen. Das heißt, dann tritt wieder das in Kraft, wo ich das Wort vergessen habe. Ich habe ja eine auf dem Berg, eine Freundin, die ist Floristin und die weiß das Wort, wenn die Pollen nass werden und runterfallen. Und dann ist es, glaube ich, besonders schlimm und dann auf 60 Meter fehlt ihm einfach die Kraft. Also wenn er da einen Hustenreiz hat, der nicht so ganz rauskommt und dann fällt er mir vorne runter. und dann ist es in der M-Dressur immer so ein bisschen blöd. Deswegen muss ich so ein bisschen abwarten, wie sich das entwickelt mit dem Wetter und dann wirklich kurzfristig entscheiden am Sonntag. Aber die Hintertür ist noch offen demnach. Na klar. Okay, Hintertüren, immer gute Sache. Vielleicht ist es morgen schon vorbei mit den Pollen und alles ist gut. Und du reitest da beim Feine-Leute-Turnier in alles in Grund und Boden. Mit dem Haflinger bis in den Boden kaputt reiten. So, immerhin das. Also das gelingt ja auf jeden Fall.
[7:14] Und ich habe, wir starten mit einem Hinweis in eigener Sache, weil sonst werde ich wieder untergebuttert und untergeputzt, sowas Podcast-mäßiges. Ich habe eine Bitte an die Community und ich möchte, dass du dahinter stehst und dass du das unterstützt. Und du wirst die Erste sein, die meiner Bitte nachkommt. Ich spreche in Rätseln, aber nicht mehr lange.
[7:38] Jetzt spielt erst unseren Manni, unser Orchestermusiker, die Pferde-Podcast-Hymne. Und dann geht’s los mit Folge 435.
[8:07] Jenny, unser Hund tapert durch die Bude hier. Ja, macht sie immer. Durch den Salon und also ihre Wege lassen vermuten. Also sie steht vor dem Kämmerchen, in dem sich die Hunde Knöchlein, wie wir die Leckerlies nennen, befinden. Aber sie hat schon Knöchlein, sie hat Futter in ihrem Naff, sie hat Wasser, sie soll. Du bist enorm hartherzig. Das wäre jetzt ja fürs Gefühl, so ein Knöchlein. Soll ich ihr eins geben? Sie hatte schon eins. Ja. Also nicht, dass sie, also wenn die mich weckt heute Nacht, weil sie einen Auerbauch hat, das wäre natürlich nicht so gut. Also der Hund kriegt jetzt ein Knöchlein. Jetzt, ich habe sie weich gekocht. Die so hartherzige Jenny.
[8:48] Jenny, dann kann ich ja schon mal, während du den Hund versorgst, könnte ich ja schon mal sagen, was ich auf dem Zettel habe, Podcast-mäßig. Jetzt mal ohne Scheiß. Es gibt eine neue, relativ neue App zum Podcast anhören und diese App heißt Campfire FM. Campfire, das Lagerfeuer und das ist auch so ein bisschen der Gedanke dahinter, dass sich Communities, also die Hörers, die ja häufig rund um Podcasts eine Community bilden und also wir wissen ja, also ich würde sagen… Temptation Island. Ich würde sagen, wir haben sowas, eine Community. Ja, Temptation Island, das Lagerfeuer gibt es da auch, genau.
[9:35] Dschungelcamp, ich will jetzt nicht abdriften in so eine Richtung, aber das Lagerfeuer, um das herum sich alle so versammeln und wo sich quasi die Hörers von Podcasts, das virtuelle Lagerfeuer, um das herum man sich versammeln kann. Und es ist eine App, wo man tatsächlich Podcasts super kommentieren kann. Die blättern sich auf wie so ein Buch. Also zum Beispiel, wenn du sagst, du hast dem Benni die Maske angezogen und die ihn ruhiger macht und die ihn nicht mehr so nervös sein lässt, dann wir könnten an der Stelle dann zum Beispiel einen Link posten. Das ist übrigens der Link zu der Maske. Und man hätte das sofort in diesem Podcast drin. Im Moment sind bei Campfire FM nur sehr reichweitenstarke, große Podcasts. Und ich habe uns da mal angemeldet. Und Campfire.fm hat angerufen und die würden uns nehmen.
[10:28] Dann sind die ein großer Reichweiten. Ja, wir sind jetzt nicht ganz so groß, aber die würden uns nehmen. Es gibt aber eine Hürde noch zu nehmen. Es gibt eine Homepage, wo sozusagen unsere Hörer signalisieren können, ja, fänden wir gut. Wir würden da mal reingucken bei Campfire.fm, ob das cool ist und so weiter. Und 250 Hörers von uns müssten sagen, ja, interessiert mich. Wir fänden es gut, wenn der Pferdepodcast zu Campfire.fm kommt. Ich poste den Link mal auf allen Social Medias, die wir so haben und in die Shownotes. Und wir wären wirklich sehr dankbar und euch verbunden. Es kostet nichts. Man hat auch nicht noch eine Waschmaschine zusätzlich gekauft, auch kein Pferd, was auch immer. Sondern man signalisiert einfach, wir fänden es gut, wenn der Pferdepodcast zu Campfire.fm käme. Und das wäre sehr nett, Wenn ihr da Klicki-Klicki machen würdet und die Jenny macht auch Klicki-Klicki, sonst gibt’s Klacki-Klacki. Musst du das auch machen? Ich bin ja auch Hörer. Bitte. Ja, genau, wir sind selber auch Hörer. Das glaubst du aber, dass ich da abstimme.
[11:35] So, Themenwechselknopf, den ich nicht habe, weil der Klimperkasten steht in Berlin, wa? Kommen wir doch mal vielleicht zu deinen Pferden, ACDC und Benni. Tolles Wetter gewesen diese Woche. War ein bisschen warm. Ich glaube, morgen soll es, also wenn hier unseren Radiosender, 25 Grad, wenn die keinen Mumpitz erzählen, was die natürlich nicht machen. 25 Grad. Also es ist wirklich tolles Wetter. Tolles Turnierwetter, Fragezeichen. Ja, morgens um 10 schon.
[12:09] Nachmittags will man nicht mehr reiten. Nachmittags ist schon krass. Also genau, die Koppelzeit geht es auch so langsam los. Erzähl doch mal. Also wir haben ja oft über Benni gesprochen und im Zusammenhang mit Benni, die Maske. Es gibt spannende Zuschriften. Wir haben ja gesagt, ist die auf dem Turnier erlaubt, haben wir gefragt. Können wir auch gleich noch klären, abschließend. Aber…
[12:31] Schilder du doch vielleicht erstmal die Turnierpläne, Turnier vor der Haustür, du hast ja schon gesagt. Eigentlich hast du so das Gefühl, du wärst mit Benni soweit, aber da ist die Sache mit der Nervosität und der Aufgeregtheit und der fremde Umgebung, fremde Pferde, dann dreht er gerne am Rad. Aber trotzdem willst du dich jetzt in diese Höhle der Löwen mal reinwagen. Ja, einfach mal um zu gucken, wie ist es denn, wie benimmt er sich denn und das sind ja wirklich nur fünf Minuten mit dem Hänger und ich kann ihn zu Hause, ich mache ihn komplett fertig, also ich reite ihn auch zu Hause ab, weil die haben parallel auch noch ein Springen, das heißt man muss in einer 15 mal 30 Halle abreiten, das mache ich nicht, auf gar keinen Fall. Also fremde Pferde und noch viele auf engem Raum quasi. Und eine kleine Halle, das können wir nicht machen. Ich reite ihn zu Hause ab, verlade ihn und dann hoffe ich, dass ich immer noch erster Starter bin und dann kann ich ein bisschen vorher da rein und kann da noch ein paar Runden drehen und ich gucke einfach, wie er sich benimmt. Also zu Hause kriegen wir bis auf die Großaufstellung alles wunderbar hin.
[13:31] Also das macht man ja tatsächlich zu Hause eher selten. So eine ganze Prüfung durchreiten, hast du es tatsächlich mal gemacht? Genau, ich war die Woche zweimal mit ihm in der Halle und habe echt mal geübt und bin die Prüfung mal durchgeritten. Das ist ja relativ einfach, es ist ja nur Schritt-Trab-Galopp. Also da ist ja noch keine Lektion oder so, sondern der soll da eigentlich durchlässig durchlaufen und das wird so ein bisschen das Problem sein, wenn der sich da so oben aufstellt, dann fängt er das Strampeln so an und dann ist er halt fest und dann kommt man nicht zum Reiten, dann macht er sich eng und dann ist es natürlich blöd, wenn man ihn nicht vor sich hat und dass er so ein bisschen den Hals fallen lässt, Nase vor, dann wird es schwierig. Aber ich kann überhaupt nicht einschätzen, wie er sich da benehmen wird, ob er da brav durchläuft oder vielleicht ist es ja wirklich so, dass er mich überrascht und er sagt, ach ja, okay, mache ich. Verstehe.
[14:22] Jetzt sagst du gerade schon so richtig, also es ist nicht so anspruchsvoll, aber wenn, aber diese Aufgeregtheit führt dazu, dass er dann quasi, also du kommst da nicht durch, ne? Ja, er ist halt dann schon sehr aufgeregt und das war ja auch letztes Jahr schon auf diesem Freilandturnier. Man sieht schon die Grundqualität des Pferdes, das sieht man natürlich, aber man muss natürlich bewerten, was man in dem Moment sieht. Also das ist halt dann wirklich so, dann kann er nicht Schritt gehen, dann ist der Trabspannik, dann ist der Galopp, Hasengalopp. Also das ist halt dann durch diese Spannung kann man halt nicht zeigen, wie eigentlich das Pferd sich bewegen kann und man kann diese Grundqualität des Pferdes nicht ordentlich zeigen. Aber ich werde es nur hinkriegen, indem ich einfach fahre mit ihm und indem ich ihn reite und einfach da ranführe und irgendwann wird es wahrscheinlich besser werden. Also das ist dann morgen, tatsächlich morgen Vormittag, eine Wundertüte. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.
[15:20] Was drin war, morgen in der Wundertüte, ob es jetzt irgendwie hier die leckeren, sauren Schlangen oder irgendwie verdorbenes Zeug. In dem Zusammenhang gab es ja auch noch eine Frage, die aufgetaucht war. Wir hatten erzählt von der Batman-Maske, die Hörerin Melanie, die wir in Altensteig getroffen hatten und die das sozusagen als Tipp gegeben hatte. Von Carthago, Batman-Maske, sagen wir dazu, die auch so spezielle Einsätze noch hat und wo du ja gesagt hast, okay, die bewirkt deiner Erfahrung nach tatsächlich, dass er ruhiger wird,
[15:58] dass er sich nicht mehr so aufregt, weder bei fremden Pferden noch bei Eisenwichsern. Gerne nochmal nachhören, was die Eisenwichser sind. Und dann tauchte die Frage auf, ob du in einem Turnierumfeld diese Maske verwenden darfst. In der Prüfung nein, Nein, das war dir schon vorher klar. Aber wie ist es denn auf dem Abreiteplatz? Darf man auf einem Turniergelände so eine Maske nutzen oder nicht? Und wir hatten unsere Hörerschaft gebeten, wenn das jemand weiß und unterm Kopfkissen die LPO hat und die genau studiert hat, dann sag doch bitte Bescheid. Und wir hatten großes Vertrauen in unsere Hörerschaft und siehe da, natürlich. Gibt es eine Hörerin, die Antwort wusste?
[16:43] Lustigerweise eine Hörerin, die auch schon mal hier bei uns im Podcast war. Anne-Best Rehberger, wir erinnern uns, selber total gute Reiterin, aber auch Wertungsrichterin. In Hessen meine ich, zu Hause. Genau. Und sie hat geschrieben, hallo ihr zwei, ich denke, ich kann helfen und habe mich gerade auch nochmal in Warendorf rückversichert. Die Maske ist nicht erlaubt. Ich habe da nochmal nachgefragt, nicht erlaubt, in der Prüfung klar, aber auch auf dem Abreiteplatz nicht? Antwort, richtig, die Maske darf beim Abreiten und in der Prüfung nicht verwendet werden. Und Anne hat es sich nicht nehmen lassen, dann doch auch noch irgendwie ein, zwei Tipps zu sagen, was sie vielleicht empfehlen würde für Benni. Sie hat geschrieben, vielleicht bringt auf Dauer reines Magnesium mehr Ruhe in Benni rein. Und sie hat nochmal geschrieben, mein Tipp an euch, nehmt Benni mal mit auf ein weitläufiges Turnier, ohne zu reiten und ihn am Rand grasen zu lassen und zu führen. Er soll ja in erster Linie einfach zur Ruhe kommen oder auch in Kombi mit ACDC. Der ist ja routiniert und gibt ihm eventuell Ruhe es ist nicht einfach, aber bestimmt machbar es braucht einfach seine Zeit das wird.
[18:04] Da haben wir auch schon mal drüber gesprochen jetzt ist morgen die Taktik also gut, es kann natürlich so sein dass du sagst, du fährst da mal hin und lässt ihn gucken und ihr fahrt wieder heim, aber schlecht wäre es nicht, wenn ihr startet wir gucken einfach mal ich bin ganz gespannt, wie er aussteigt, Ja, und dann entscheide ich, ob ich drauf sitze oder eher nicht. Genau. Und der AC, ich glaube, das Wichtigste hast du ja eigentlich schon im Intro vorhin gesagt. Das ist so ein bisschen tatsächlich die Pollenzeit. Es fliegt viel Graszeugs durch die Luft. Ich glaube, das geht uns Menschen ja auch so einfach. Also ich glaube, so Allergiker, die damit zu tun haben, haben jetzt im Moment einfach viel damit zu tun. So ist es bei ACDC auch. Was hast du denn gemacht? Wir hatten es ja mal von der Heulage. Ja, mit der Heulage ging es ihm richtig gut. Das war tatsächlich ein guter Move. Aber ich hatte ja bei einem Bauern in der Nachbarschaft, dem hatte ich seine letzten Heulageballen abgekauft. Der hat leider keine mehr. Also es gab auch keine mehr. Es gibt nur noch die richtig teuren, die man im Internet bestellt, die die Hörerin mal gesagt hat, sie bestellen das bei… Richtig, das ist halt richtig teuer. Also für zwei Pferde ist das einfach, das geht zu sehr ins Geld und da waren es ja auch noch drei, als die Heulage weg war, alle war und das ist einfach zu teuer, das war nicht…
[19:34] Das konnte ich nicht machen. Und dann jetzt mache ich das halt so, dass ich das Heu einfach wässere. Aber eine Dauerlösung ist das natürlich auch nicht. Und da bin ich jetzt noch so ein bisschen am Rumprobieren und am Überlegen, was denn die beste Lösung für den Haflinger ist mit dem Husten, weil es ging ihm noch nie so gut wie mit der Heulage. Er war topfit, er war wirklich leistungsbereit und jetzt merke ich schon den Unterschied. Das ist mir wahrscheinlich vorher nie so aufgefallen, weil es immer so war, dass er in dieser Pollenzeit halt einfach nicht so fit war. Und ja, jetzt bin ich gerade so ein bisschen am brainstormen und wirklich am überlegen, wie man das am besten auch für den kommenden Winter irgendwie in den Griff bekommt. Absolut. Ist aber halt auch gerade jetzt die Zeit, muss man auch sagen. Also man hat schon so im Hinterkopf, es wird dann auch irgendwann, das ist ja wie so eine Kurve, es wird auch irgendwann mal besser. Das mit dem Wässern bringt ja auch was und die Koppeln gehen jetzt gerade auf. Das hast du, glaube ich, auch schon mal beschrieben als so einen Faktor, der da ja auf Sicht gesehen so ein bisschen Entspannung reinbringt, oder? Absolut, also halt gerade auch, wenn man Heu füttert, also sie fressen natürlich im Sommer nicht so viel Heu wie im Winter, das ist ganz klar, weil sie auch auf der Wiese sind draußen und, aber trotzdem ist das Heu natürlich ein Faktor bei Pferden, die empfindlich sind mit den Atemwegen, ist das Heu der größte Faktor mit Staubbelastung und also das kann man auch überall nachlesen.
[20:58] Bedampfen hat ja bei dem AC damals nicht so viel gebracht. Das habe ich ja auch mal ein ganzes Jahr lang gemacht, dass ich das Heu bedampft habe, aber hat nicht wirklich so…
[21:08] So gewirkt wie die Heulage. Also das muss ich wirklich sagen, das war ein toller Tipp. Das war wirklich ein Game Changer, aber im Moment ist keine zu kriegen und ja, muss man einfach mal abwarten, wie es dann weitergeht. Und den Markt sondieren sozusagen und das im Auge haben und das hat natürlich auch mal so ein bisschen was damit zu tun, wie entwickelt sich der Zustand mit dem Heunassmachen, das wird ja dann schon, also das ist ja nicht so, dass es nichts bringt.
[21:38] Ja, das bindet zumindest mal den Staub im Heu und dann hat man diese Staubbelastung nicht. Und das ist zumindest schon mal so ein Ding, wo man sagt, ja, kann man machen. Ist aber für den Winter auch keine Lösung. Wenn es friert und so, kann man eigentlich kein Heunass machen. Und das ist wieder so. Also jetzt im Sommer ist es erstmal okay, aber für den Winter wird es dann auch problematisch. Da muss ich mir dann was anderes überlegen. Ja, gut, dann wäre mein Vorschlag, wir schaffen das ja vielleicht tatsächlich dann noch nach diesem Wochenende hier im Schwarzwald auch die kleine Folge noch aufzunehmen, die es dann unter der Woche gibt. Dann würden wir mal so darüber berichten, wenn man es vorzahlt. Nein, wir werden auf jeden Fall darüber berichten. Was ist bei dem Turnierstart rausgekommen? Ist Benni vor Panik aus dem Viereck gehüpft oder hat es vielleicht sogar ganz gut geklappt und ihr konntet zeigen, was ihr so könnt, was Benni so kann? Und auf jeden Fall ein sehr spannendes Wochenende und lass uns sprechen über
[22:44] Amira und mit der Frau, die Amira operiert hat. Wir haben es schon erzählt, Amira, das Pferd vom Berg hier aus dem Schwarzwald, beim Longieren ist dieser schwere Unfall passiert, ein Trümmerbruch. Hilft mir noch mal ganz kurz mit den Zeiträumen. Amira war ja wochenlang.
[23:07] Nach dieser Operation, und es waren glaube ich sogar zwei Operationen in Zürich, meine ich. Genau, Anfang Dezember bis Anfang Februar, oder Mitte Februar. Und Mitte Februar ist sie wieder zurückgekommen. Oder Ende Februar ist sie wieder zurückgekommen, ich weiß gar nicht mehr genau. Also es war in diesem Jahr auf jeden Fall und sie ist jetzt dann doch so ein paar Wochen. Der Unfall ist im letzten Jahr passiert, im Dezember. Und es hat bis dieses Jahr gedauert, bis sie nach den Operationen in Zürich, die waren so um den Jahreswechsel, meine ich, irgendwie rum, Und dann hat sie lange da auch noch gestanden. Ja, mindestens acht Wochen eher länger, glaube ich. Genau, also das war eine lange Zeit, die sie in Zürich war. Wir hatten auch zwischendurch mal darüber erzählt, dass sie da, dass so diese Zeit des in der Klinik stehens, dass sie das psychisch so sehr belastet hat. Also das Pferd, das es halt immer gewohnt war hier, Schwarzwaldberge und so weiter mit anderen Kumpels. Also das war jetzt nicht nur wegen der OP, sondern auch so wegen des Alleineseins, weg von zu Hause und so weiter. Echt eine schwierige Zeit für das Pferd. Aber eben seit Anfang des Jahres, Februar, roundabout, ist sie wieder da.
[24:13] Und eigentlich, also seit Amira operiert ist, bemühen wir uns darum, mit der Tierärztin zu sprechen und mal so zu hören. War das auch für sie was Besonderes, wie kompliziert war es? Und stimmt eigentlich die Legende, dass tatsächlich Menschen bei uns im Podcast gehört haben, dass die in Zürich Wunderdinge vollbringen können und dass also quasi durch uns Menschen in der Klinik in Zürich angerufen haben und gesagt haben, wir haben gehört, ihr könnt.
[24:43] Beinbrüche und Knochenbrüche bei Pferden heilen. Wir freuen uns jedenfalls, dass es, in dieser Ausgabe endlich geklappt hat, dass sie heute bei uns ist.
[24:54] Michelle Amanda Jackson, Tierärztin von der Tierklinik in Zürich. Hallo und herzlich willkommen bei uns im Pferde-Podcast. Vielen Dank. Das ist eine Ehre für mich, da zu sein. Danke. Oh, die Ehre ist auf unserer Seite. Wir sind ja schon ein bisschen länger in Kontakt und darum bemüht, dass wir uns mal unterhalten über die Stute Amira, die aus dem Schwarzwald kommt und die sie erfolgreich in der Schweiz operiert haben. Das war ja eine Geschichte, ein Trümmerbruch ist da passiert während des Longierens. Und vielleicht zuallererst mal die Frage, war das auch für Sie eine besondere Patientin, eine besondere Situation, Trümmerbruch beim Pferd? Das haben auch Sie nicht alle Tage, oder? Absolut. Also eine besondere Situation, sehr schwieriger Bruch, weil es war Trümmer, das heißt, es gibt ganz kleine Fragmente, also es ist schwierig, dass man das zusammenbringt. Besondere Patientin, ja, Amira, extrem lieb, also wirklich ein Liebespferd. Und ich habe die immer bewundert, weil sie hat immer von Anfang an gezeigt, dass sie leben will, also dass sie kämpfen will. Also das ist wirklich eine besondere Patientin, absolut ja.
[26:17] Können Sie vielleicht kurz schildern, was aus medizinischer Sicht sozusagen das Besondere an dem Fall Amira war? Also worin bestand auch aus Ihrer Sicht jetzt als Ärztin die grösste Herausforderung, Amira zu behandeln?
[26:34] Eben diese Knochen, die gebrochen waren in vielen Stücken, das heisst Kronbein. Und das ist der Knochen, der liegt direkt oberhalb vom Hufbein. Also praktisch ein Teil ist noch in der Hufkapsel. Das kann man als positiv betrachten, weil vielleicht geht es nicht extrem auseinander. Aber das Schwierige ist, dass man wie von oben nach unten schaut und man will natürlich alle diese kleinen Stücke wie ein Puzzle zusammenbringen. Und das kann man wie von oben natürlich nicht immer perfekt machen. Und das ist die grosse Herausforderung bei diesem Teil, diese Art von Trümmerbrüchen sozusagen.
[27:13] Können Sie vielleicht kurz mal erzählen, Wie aufwendig hat man sich das vorzustellen, wenn Amira da bei Ihnen in der Klinik ist und der Operationstermin? Weil dieses Zusammensetzen, das kann man ja, wenn ich es richtig verstehe, nur dann machen, wenn man sie operiert, wenn man es aufschneidet und dann beginnt ja sozusagen Ihre Arbeit. Wie lange dauert sowas dann? Also das klingt ja tatsächlich sehr kompliziert, wenn Sie sagen, wie ein Puzzle müssen die vielen Einzelteile wieder zusammengesetzt werden.
[27:45] Also genau, vielleicht bevor man jetzt gerade zur Operation geht, haben wir heutzutage viele Möglichkeiten, die ganzen Brüche genau zu studieren. Und das ist jetzt im Fall von Amira, haben wir eine sogenannte Computertomographie. Das ist etwas, das man auch bei uns stehen machen kann. Und diese Tomographie ist wie ein Röntgen, aber das gibt dreidimensionale Darstellungen von allen diesen Knochenstücken. Und das erlaubt uns ein bisschen, das alles anzuschauen, zu studieren und einen Plan zu machen, wie man den Fragment mit dem anderen am besten rekonstruieren kann. Und dann gibt es die Vollnarkose. Und ich habe schon erwähnt, diese Knochen liegen sehr nah an der Hufkapsel. Das heisst, das allererste ist die sterile oder die saubere Vorbereitung vom Bein, vom Huf. Das wird geraspelt, geschoren, gewaschen. Weil wenn man irgendein Metall bei einem Pferd implantieren will, gibt es immer ein ganz kleines Risiko von Infektionen. Und damit man eigentlich am wenigsten Risiken hat, muss man alles sehr, sehr gut vorbereiten. Das heisst, ich würde sagen, eine Stunde ist nur diese ganze Vorbereitung und danach, wenn man anfängt, ich habe tatsächlich nachgeschaut, die Operation war knapp drei Stunden.
[28:58] Man macht eben den Schnitt gerade oberhalb vom Kronsaum und dann von oben versucht man diese kleinen Fragmente wieder zu rekonstruieren, zuerst mit kleinen Schrauben. Und danach wird dieses Kronbein, der eben zertrümmert ist, an den oben liegenden Knochen, das ist das Fesselbein, fixiert mit zwei Platten. Dann gibt es mehr Stabilität. Das wird eine sogenannte Arthrodese gemacht. Und das kann man machen, weil dieses Krongelenk ist ein steifer Gelenk. Es ist schon steif und diese Versteifung hat eine Einschränkung eigentlich bei den Pferden dann.
[29:34] Jetzt haben Sie gerade schon was erzählt, obwohl ich gar nicht so ausdrücklich danach gefragt habe, aber total gut, weil das wäre tatsächlich meine nächste Frage gewesen. Wie fixiert man das Ganze denn? Weil es ist ja in viele Einzelteile zerbrochen. Man kann sich das wie bei einer Tasse wahrscheinlich auch vorstellen, aus Porzellan, die auf dem Boden fällt, man hat und irgendwie. Also es muss ja dann auch etwas geben, was das Ganze zusammenhält. In dem Fall, Sie haben jetzt gesprochen auch von Schrauben und von Platten. Also es kommt noch was dazu, was da vorher nicht drin war und das ist auch nicht ganz ungefährlich. Genau, wegen Infektionsgefahr, aber es ist wirklich nötig, dann ist man diese Stücke einfach fixiert. Das sind eben Metallschrauben, Platten.
[30:19] Und es ist nicht so, dass man von Anfang an weiss, dass alles perfekt wird. Man versucht, und jetzt bei Amira hatten wir Glück, dass es recht schön zusammenkam, weil, wie gesagt, es sind viele Fragmente. Es kann auch sein, dass eine dann weg ist und dann ist es nicht mehr so stabil. Und vielleicht, was man auch sagen muss bei den Pferden, Es ist nötig, egal ob jetzt ein Trümmerbruch oder ein einfacher Bruch, man muss alle diese Fragmente perfekt rekonstruieren. Das ist eine Voraussetzung. Das Pferd muss danach stehen können, muss laufen können. Der kann nicht im Bett liegen wie wir Menschen. Und eine Voraussetzung für eine gute Belastung nach einer solchen Operation ist, dass man diese Knochenfragmente gut zusammen rekonstruiert. Sonst hat das Pferd später keine grosse Chance. Okay.
[31:07] Jetzt ist es ja so, dass Amira wieder zu Hause ist im Schwarzwald, auch seit einigen Wochen stohen. Nadine, die Besitzerin, so wie wir das so wahrnehmen, geht sehr vorsichtig mit Amira um. Sie steht alleine, hat natürlich Kontakt zu den anderen Pferden, aber ist erstmal auch in der Box alleine sozusagen.
[31:29] Sie achtet sehr darauf, dass sie nicht über die Wiese tobt oder sowas. Welche, oder anders gefragt, wie groß ist denn die Gefahr, dass nochmal was passiert? Weil, Sie haben ja gerade schon selber gesagt, das kommt darauf an, dass das alles genau zusammengesetzt ist und sie muss stehen können. Aber also trotzdem, gibt es die Gefahr, dass dann nochmal was schief geht und es nochmal bricht oder das Ganze auseinanderfliegt? Oder gibt es auch einen Heilprozess und dann hat Amira jetzt eine gute Chance, dass sie einfach beschwerdefrei ihr weiteres Leben leben kann?
[32:06] Das Gute am Knochen ist, der Knochen kann heilen. Das heisst eigentlich, wenn man genug Zeit gibt und Stabilität, dann kann dieser Knochen wieder heilen. Und bei Amira sieht es tatsächlich so, dass es am Heilen ist, also es ist recht stabil jetzt. Man rechnet für so ein erwachsenes Pferd vier bis sechs Monate, bis so ein Knochen stabil wird, je nach Alter vom Pferd. Das heisst, dass es wieder bricht, eher nicht. Aber es ist schon wichtig, dass man mit dem Pferd, mit der Belastung wirklich langsam wieder anfängt. Der Knochen braucht Belastung, damit es auch umgebaut wird und heilen kann. Das ist korrekt. Es braucht aber wirklich kontrollierte Belastung. Wenn man zu früh in diese Heilungsphase, zum Beispiel wenn da das Pferd auf die Weide galoppieren würde, vielleicht wäre nicht genug stabil. Aber wenn man wirklich langsam Schritt macht und dann mit dem Trab anfängt, Ziel ist, dass der Knochen genug stabil ist und dann sollte eigentlich nicht mehr brechen. Dann ist eigentlich geheilt. Also da ist eigentlich kein grosses Risiko, dass wieder etwas passiert.
[33:11] Und ganz in Watte packen wäre auch falsch, wenn ich Sie richtig verstehe. Ja, es ist falsch. Einfach in die Boxe stellen und keinen Schritt machen ist nicht gut. Der Knochen braucht Bewegung, um zu heilen. Man muss auch die Durchblutung anregen und das macht man eigentlich am besten mit Schritt. Also Schritt ist eigentlich die beste Physiotherapie sozusagen am Anfang von einem Bruch und das kann man relativ früh anfangen. Also wir hatten bei uns auch in der ersten Woche jeden Tag die Amira kurz raus und rein. Belastung ist gut auch für das andere Bein, für den anderen Huf, Durchblutung und eben für den Bruch selber als Heilungsprozess. Ja, ich habe nochmal eine Frage, die so ein bisschen geht in die Richtung die Besonderheit von dieser Operation.
[34:02] Sie haben hervorragend erklärt, was Sie alles gemacht haben, auch wie aufwendig es war. Interessant ist ja, dass Nadine, weil wir telefonieren jetzt, also ich bin in Deutschland, Nadine ist in Deutschland, Sie sind in der Schweiz, in Zürich, dass es nicht möglich war oder dass viele Kliniken in Deutschland, dass die gesagt haben, wir wollen das eher nicht machen. Diese Operation, die Sie jetzt erfolgreich gemacht haben. Und häufig sind ja Beinbrüche, Knochenbrüche bei Pferden gleichbedeutend mit dem Todesurteil, dass man dann sagt, okay, wir müssen das Pferd erlösen, das lohnt sich nicht.
[34:47] Wenn Sie darüber nachdenken, glauben Sie, das ist sozusagen falsch,
[34:55] wie jetzt in dem Fall deutsche Tiermediziner damit umgegangen sind? Oder wie schätzen Sie das generell ein? Oder würden Sie sagen, Sie sind einfach auch weiter als die Tiermediziner in Deutschland? Wie erklären Sie sich das, dass Sie das jetzt erfolgreich gemacht haben und es in Deutschland nicht möglich war, Amira zu operieren? Also eben vielleicht zuerst zum Antworten. Die grundsätzliche Frage ist jetzt ein Bruch, ein Todesurteil, würde ich sagen. Heutzutage wurden wirklich sehr viele Fortschritte gemacht. Es gibt viele Brüche, die man behandeln kann, wo die Pferde auch wieder im Sport laufen. Nicht nur das, es gibt eben so viel Möglichkeit für die Diagnostik. Also ich habe diese CT, Computertomographie, erwähnt. Man kann auch so Frühstadium von diesen Haarbrüchen, Haarrisse erkennen und frühzeitig behandeln. Also die Fortschritte sind riesig. Und auch Bruchbehandlungen in der Tiermedizin hat auch sehr viele Fortschritte gemacht, muss man auch sagen. Das heisst, grundsätzlich kann man heutzutage schon sehr viel machen. Es ist aber schon so ein komplizierter Bruch, wenn man jetzt noch nie das gemacht hat oder vielleicht hat noch nicht die ganze Implantate oder keine Zete. Ich verstehe gut, dass einer sagt, ich traue mich das nicht. Aber ich glaube heutzutage.
[36:14] Für mich wäre ehrlich, den Besitzern zu sagen, ja, vielleicht kann man etwas machen, ich muss vielleicht eine zweite Meinung holen. Ich meine, wir leben eben in einer Welt, wo die ganze Digitalisation, Bilder, Video, Röntgen, so schnell, ja, kann man die so schnell schicken und sehen und wir bekommen wirklich täglich oder jede Woche so Zweitmeinungen fragen, kann man so etwas operieren? Und deshalb glaube ich, es ist ehrlich, dass man wirklich alle Optionen hat, auch für den Besitzer. Und eben, es gibt sicher… Und vielleicht kleine Kliniken, die haben nicht jetzt das ganze Material oder auch nicht die Erfahrung.
[36:51] Und genau, also wir in Zürich, wir machen schon diese Bruchbehandlungen seit sehr vielen Jahren. Und ich denke, also wenn wir das Gefühl haben, es ist etwas, das man machen kann, dann probieren wir. Also ohne Garantie, aber wir probieren, ja. Und Sie würden schon auch sagen, wenn ich Sie richtig verstehe, dass Sie in Zürich auch sich schon lange damit beschäftigen und deshalb wahrscheinlich auch relativ weit sind und gute Voraussetzungen haben, sowas zu tun. Ja, also eben, es ist so, es gibt in Europa, aber auch in Amerika, es gibt so eine Gruppe von Experten, die ein bisschen forschen und versuchen, diese Brüche allgemein gut zu behandeln. Und es gibt auch Kurse, die werden organisiert für andere Tierärzte, damit die anderen auch lernen, diese Brüche zu behandeln. Und Zürich war immer dabei. Also wir hatten einmal Professor Auer, das war der Professor von der Pferdechirurgie in Zürich. Der war auch ein Pionier in dieser Gruppe. Und ich glaube, die Tradition ist schon ein bisschen so geblieben, dass wir dabei sind und wollen auch up-to-date bleiben und auch den Pferden wirklich alle die besten Möglichkeiten geben. Ja.
[38:00] Ihre Beobachtung, ist es so und wenn Sie auch sagen, Sie werden häufig auch mit um eine Zweitmeinung gebeten, um Ihre Einschätzung gebeten, dieser Fall Amira oder so ein Fall Amira, haben Sie den Eindruck, dass sich sowas zum Beispiel auch rumspricht in Deutschland, dass Sie in Zürich da besondere Fähigkeiten haben? Also führt das dazu, dass sich dann auch mehr Tierbesitzer mit diesem Problem, wenn es einen solchen Unfall gegeben hat, an Sie wenden? Haben Sie das gemerkt im Zusammenhang mit Amira? Also tatsächlich, es gab eine zweite Stute, die hat genau das gleiche Trümmerbruch. Und dann haben die Leute tatsächlich gesagt, sie haben von Amira, von ihrem Podcast, glaube ich, gehört. Da sind sie auch gekommen, ja. Das ist ja lustig. Wahnsinn. Okay.
[38:55] Und Sie haben eben gerade kurz am Rande und damit kommen wir sozusagen auch schon so in Richtung der Zielgeraden meines Fragezettels. Sie haben schon auch erzählt über die Perspektive. Sie haben über die Gangart Schritt, dass das erstmal die Gangart ist, die man am Anfang wählen sollte und vorsichtig sein sollte. Aber dann war schon auch die Rede von Traben und so weiter. Und wenn wir mal über die Perspektive von Amira reden, halten Sie es denn für möglich, dass sie quasi auch wieder reitbar werden könnte und also dass sie wieder ein Reitpferd wird bei aller Vorsicht am Anfang? Aber wenn wir jetzt mal so über die nächsten ein, zwei, drei Jahre sprechen, welche Perspektive hat sie?
[39:45] Und eben, ich glaube, ganz wichtig, wenn man so komplizierte Trümmerbrüche hat, ist, dass man auch mit dem Besitzer ganz ehrlich redet. Was sind die Möglichkeiten? Was sind die Erwartungen? Also wenn ein Besitzer mit Amira gekommen wäre und hätte mir gesagt, ich will mit Amira 51 springen nächstes Jahr, dann hätte ich gesagt, machen Sie das nicht. Die Besitzerin von Amira war ganz klar, sie hat gesagt, Amira muss überleben, sie muss ein gutes Leben haben, sie muss vielleicht eine Zugstute werden. Wenn wir die reiten können, ist gut, aber ist keine Priorität. Wieso sage ich das? Weil dieser Trümmerbruch ist, wie gesagt, kompliziert. Eine von diesen Gelenken haben wir versteift. Das ist eigentlich gut. Aber das zweite Gelenk, das Hufgelenk, hatte auch Linien. Und wir wissen nicht, bildet sich dort Arthrose oder nicht. Also wie gut wird sie sein? Also im Moment sieht es eigentlich sehr gut aus.
[40:35] Ich könnte mich vorstellen, dass Amira auch wieder reitbar wird. Und dann wäre natürlich toll, auch für sie, weil sie ist noch jung, dass sie auch reitbar wird. Das heisst, dann wäre nach der Schrittzeit mit dem Trab anfangen und schauen, wie sie gut mitmacht.
[40:52] Das heisst, ja, die Hoffnung ist schon, dass sie sicher glücklich auf die Weide leben kann, aber auch reitbar wird. Aber garantieren, ich glaube, bis es wirklich ein halbes Jahr von der Operation ist, dass man nicht sieht, hat sie jetzt Arthrose gemacht und so weiter, kann man wirklich nicht 100% sagen. Aber die Hoffnung ist schon, dass sie das auch reitbar wird. Okay, also ich verstehe, man kann es nicht vom Zeitpunkt nach der Operation sagen, sondern man muss auch immer gucken, wie entwickelt sich das und dann schauen, was ist möglich sozusagen. Genau, okay, ja super. Super. Frau Jackson, eine Frage noch. Reiten Sie eigentlich selbst auch oder haben Sie vor lauter Arbeit als Tiermedizinerin dafür gar keine Zeit? Also haben Sie auch eine persönliche Verbindung zu Pferden, außer dass Sie sie behandeln? Ja, ich reite auch zu wenig, weil, wie Sie sagen, ich habe sehr wenig Zeit.
[41:48] Aber ich habe auch eine persönliche Beziehung zu Pferden. Ich genieße sehr zu reiten und mit denen zu sein. Und auch die Arbeit macht extrem Spaß, muss ich wirklich sagen. Toll. Frau Jackson, mein Fragenzettel ist abgearbeitet. Das heißt aber nicht, dass ich möglicherweise noch was vergessen habe. Und das ist immer meine letzte Frage. Haben wir noch irgendwas Wichtiges vergessen? Weil Sie haben ja auch mir im Vorgespräch gesagt, dass Sie sich ein bisschen vorbereitet haben auf das Gespräch. Es gab PowerPoint-Präsentationen, die wir jetzt bis hierhin gar nicht gebraucht haben. Aber steht da möglicherweise auf der PowerPoint-Präsentation noch irgendwas drauf, was Sie jetzt auch wichtig finden, weil Sie haben es gesagt, wenig Zeit. Deshalb, Sie geben, glaube ich, auch nicht jeden Tag Interviews. Aber wenn man schon mal die Gelegenheit hat und wir vielleicht auch ein interessiertes Publikum erreichen, möglicherweise gibt es ja noch Dinge, von denen Sie sagen, das wäre mir jetzt noch wichtig zu sagen. Nein, ich glaube, wir haben alles besprochen. Und ja, ich hätte eben die Röntgen und die Video, wie Amira läuft, aber das ist eh für den Publikum leider nicht gut. Also.
[42:59] Genau. Ich glaube, ist alles gut, doch. Ja, super. Dann danke ich Ihnen wirklich ganz herzlich, dass Sie die Zeit Ihres Urlaubs für uns, für den Pferdepodcast abgeknapst haben. Und wünsche Ihnen noch eine gute Zeit. Und Frau Jackson, vielen Dank für das Gespräch.
[43:19] Danke für die Einladung, das hat mich auch sehr gefreut. Michelle Amanda Jackson, die Frau, die Amira operiert hat im Pferde-Podcast. Wir sind ein bisschen stolz, dass das funktioniert hat, dass wir mit ihr sprechen konnten. Die Zeit ist knapp, wir hatten beide Urlaub diese Woche und deshalb hat sich Michelle diese 15, 20 Minuten für den Pferde-Podcast freischaufeln können. Ja, tolle Geschichte. Absolut. Jenny, freischaufeln. Du musst dir jetzt noch ein paar Kalorien reinschaufeln, damit du morgen fit bist. Heute früh ins Bett. Wie so eine Athletin. Ich gehe immer früh ins Bett. Turnierstart. Benni, weißt du, also immer richtig zeigen, was ihr so könnt. Also die Erwartungen sind hoch. Die Weltpresse ist da. Die internationalen Reitsportmedien. Tschüss. Tschüss. Habt eine pferdige Zeit. Wir melden uns mit Ergebnissen. Und für Campfire BRFM, bitte abstimmen. Tschüss.
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