#441 Nicht festhalten! So wirst Du NICHT abgebockt

Ein Turniertag, wie ihn wohl jeder Reiter kennt: Zwischen Nervenkrieg, kleinen Katastrophen und echten Erfolgsmomenten. In Folge 441 des Pferdepodcasts nehmen Jenny und Chris euch direkt mit auf die Rückfahrt vom Turnier – frischer könnten die Eindrücke kaum sein. Im Mittelpunkt steht Jungpferd Benny, der mit seiner Nervosität nicht nur seine Reiterin, sondern auch das Umfeld ordentlich auf Trab hält.


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Trotz aller Schwierigkeiten: Am Ende steht ein Erfolg

Schon das Satteln wird zur Herausforderung: kein Stillstehen, maximale Ablenkung, völlige Reizüberflutung. Der Weg zur Abreitehalle gleicht einem Hindernislauf – und mehrfach steht Jenny kurz davor, alles abzubrechen. Doch genau hier zeigt sich, was Reiten oft wirklich bedeutet: dranbleiben, Lösungen finden und trotz Chaos weitermachen.

Der entscheidende Aha-Moment folgt im Sattel. Statt ein nervöses Pferd festzuhalten, setzt Jenny auf das Gegenteil: vorwärts reiten, die Energie nutzen statt sie zu blockieren. Ein einfacher, aber extrem wirkungsvoller Ansatz, der darüber entscheidet, ob man oben bleibt – oder im Sand landet. Genau dieser „Rodeo-Moment“ wird zum praktischen Learning der Folge.

Und das Beste: Trotz aller Schwierigkeiten steht am Ende ein Erfolg. Eine 7,2, deutliche Verbesserung zum letzten Start und nur knapp an der Platzierung vorbei. Die Folge zeigt eindrucksvoll, dass Fortschritt im Pferdesport selten geradlinig verläuft – aber genau das macht ihn so spannend.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.

[0:06] Hallo, hier ist der Pferde-Podcast, Folge 441. Eine Folge, die wir zum Wochenende aufnehmen. Eine große Folge und wir zeichnen auf, quasi während der Rückfahrt von einem Turnierstart mit Benni. Und Jenny muss sich noch konzentrieren, weil wir hier höchst, weil sie eben gerade hatte sie die höchst anspruchsvolle Aufgabe, ein sehr junges Pferd, unser Nesthäkchen, durch eine Dressurpferde A zu navigieren. Und jetzt, und ich weiß nicht, was die größere Herausforderung ist, navigiert sie, das Pferd inklusive Anhänger und Auto, durch die Innenstadt von Karlsruhe. Und wir haben gesagt, okay, ich nehme schon mal so dieses Vorgeplänkel auf, so das Hallihallo und ins Inhaltliche gehen wir dann, wenn wir auf der Autobahn Nummer 5 sind, Richtung nach Hause. Kannst du vielleicht mal kurz ein Lebenszeichen von dir geben, Jenny? So ein Hallo, Hallihallo. So?

[1:13] Jetzt fängst du auch noch an zu wieren. Wahnsinn. Genau, also Folge 441 und wir haben, also normalerweise nehmen wir von unterwegs ja nur auf, wenn es irgendwie, wenn wir bei größeren Turnieren, bei Übernachtungsturnieren waren. Aber wir haben gesagt, ach Mensch, es hat auch so ein bisschen was für sich. Die Eindrücke sind noch ganz frisch von der Prüfung und man hat irgendwie sowieso nichts zu tun. Man kann nur ganz langsam fahren mit dem Pferd. Also nutzen wir die Zeit, um sozusagen ganz frisch diesen Turnierstart jetzt mit Benni nochmal zu verarbeiten. Und wir haben ja schon angekündigt, dass wir uns nochmal mit einem anderen Turnierstart, der schon ein bisschen weiter zurückliegt, nochmal etwas intensiver beschäftigen. Sportlich viel anspruchsvoller. ACDC, M-Dressur. Er hat beim Feinde-Leute-Turnier dich nicht blamiert, sich nicht blamiert. Das war richtig gut. 63 Prozent und ein paar zerquetschte. Du warst sehr zufrieden und du wolltest noch mal so ein bisschen auseinanderdröseln. Was waren denn jetzt eigentlich so die Tipps von Christina Boos, die dir was gebracht haben? Und wo hat es vor allen Dingen auch immer noch gehakt?

[2:27] Bevor unseren Manni die Pferde-Podcast-Hymne fiedelt, will ich noch mal ganz kurz sagen, der Pferde-Podcast wäre gerne Teil…

[2:37] Der neuen Podcast-App Campfire FM, das digitale Lagerfeuer, eine App, bei der unsere Hörers super kommentieren können, Podcast hören, ein neues Erlebnis und dafür brauchen wir aber eure Stimme und zwar im Netz, dass ihr euch wünscht, dass der Pferde-Podcast ein Teil von Campfire FM wird. Ich habe den Aufruf nochmal, ich habe es nochmal auf unsere Website geschrieben, Ich habe es nochmal gepostet und wir würden für Unterstützer als Dankeschön auch fünf kostenlose Steady-Zugänge für einen Monat raustun, damit sich das ein bisschen lohnt. Also jeder, der uns unterstützt und uns eine kleine Nachricht schreibt, hey, tut mich bitte in den Lostopf, ja, der würde dann im besagten Lostopf landen und hat dann die Chance auf einen Monat kostenlos Steady unser Angebot, werbefreie Folgen und so. Ein bisschen vor allen anderen hören. Ihr kennt das schon.

[3:39] Genau, damit als Dankeschön für eure Stimme für uns bei Campfire FM. Jetzt spielt der Manni die Pferde-Podcast-Hymne. Dann geht’s los mit der Folge.

[3:51] Also wie viele Turnierstarts? Man kommt gar nicht mehr. Die Saison hat jetzt so richtig losgelegt. ACDC war vergangene Woche dran. Jetzt ganz frisch. Unser Nesthäkchen, Benni. und ich kann schon mal sagen, also es war auch nicht nur ein Spaß, also es war nicht nur ein Spaß ja, Manni, Jenny, ich bin ja ganz froh, dass du signalisierst, dass das auch für dich jetzt, dass du sagst, nee, das war nicht nur ein Spaß, um nicht zu sagen, es hatte auch Elemente von, es war kein Spaß, es war kein Spaß gerade mit. Benni, du bist sehr gereizt, du bist sehr genervt, das Pferd ist sehr anstrengend. Ich habe das ja jetzt heute, ich weiß gar nicht, das letzte Mal war ich gar nicht so dabei, aber heute habe ich noch mal so hautnah miterlebt.

[4:59] Also wie sehr dieses junge und auch teure Tier an den Nerven zerren und zehren kann, weil er einfach so unruhig ist, weil er nicht still hält, weil man das Gefühl hat, er will ständig irgendwie, er will ausbrechen und so. Aber trotzdem, also ist es dir gelungen, die Prüfung mit einer guten Note abzuschließen? Also ich hätte, glaube ich, also ich hätte gesagt, ich habe das falsche Hobby gewählt. Wir fahren jetzt wieder nach Hause. Hast du, also ist dir so ein Gedanke mal gekommen eigentlich?

[5:36] Ja, direkt am Anfang, als wir ankamen und ich habe ihn ausgeladen, ich habe den Fehler gemacht. ach, da ist Wiese, da wird der ein bisschen Gras fressen, dann kann ich den auch dort satteln, nie wieder machen. Also ich mache das in Zukunft so, wie ich das auf dem letzten Turnier gemacht habe, zu Hause Sattel drauf, Trense drauf, alles komplett anziehen, dann muss er halt mit Sattel fahren und mit Trense. Aber das mache ich nicht nochmal, dass ich den dort vor Ort sattle. Also das war ein, es war wirklich so Harakiri. Das Pferd ist dann riesengroß, der steht nicht still. Man kann den auch anbinden, aber er steht trotzdem nicht still. Und dann links, rechts, links, rechts, dann muss ich auf meine Füße aufpassen. Ich muss auf alles aufpassen, weil sonst walzt er mich einfach nieder. Und es ist ihm auch scheißegal, wenn ich sage, ich stehe hier und ich kann auch eine Gärte in der Hand haben. Das interessiert ihn nicht. Er ist so mit seiner Umwelt beschäftigt.

[6:26] Dass er mich komplett ausblendet. Komplett. Und dann waren da, also man musste zur Abreiterhalle, an dem Publikum vorbei, an dem Bewirtungszelt vorbei. Da waren dann irgendwelche Hüpfburgen, Kinder haben geschrien. Und das war, das erste Mal war nicht vorbeikommen. Also ich habe keine Chance gehabt, mit diesem Pferd da vorbeizukommen, weil der sich so aufgeführt hat, dass die Leute rundherum sind auseinandergestoben, weil sie gedacht haben, oh Gott, das Pferd, das dreht jetzt hier gleich durch. War es so krass, das habe ich gar nicht gesehen. Du warst irgendwo anders. Und ich bin dann wieder zurückgegangen, weil ich gedacht habe, scheiße, ich komme da gar nicht bis zur Abreiterhalle. Und dann bin ich wieder zurück auf die Wiese, wo die Hänger standen. Und dann habe ich mich hinter ein anderes Pferd drangehängt, das auch zur Abreiterhalle ist. Und da bin ich dann hinterher gelaufen. Also gelaufen, ich habe versucht zu laufen. Und Benni wirklich getänzelt, auf die Seite gesprungen, den Kopf hochgerissen, links, rechts, links, rechts, links, rechts. Der wusste gar nicht, wo er zuerst hingucken soll. Also es war mega anstrengend. Und da habe ich kurz gedacht, ich drehe jetzt um, lade den ein und fahre nach Hause.

[7:31] Ich habe keine Lust, warum mache ich das eigentlich? Ich bin schon so alt, warum tue ich mir das an? Aber dann dachte ich so, ach komm, jetzt bin ich an der Abreiterhalle, ich kann mal drauf sitzen und

[7:41] dann bin ich geritten. Ich kann dir ja mal sagen, was ich gemacht habe. Ich habe versucht, Wasser für den Hund zu organisieren, war in der Kuchentheke. Die Mädels hinter der Kuchentheke waren nicht in der Lage, mir ein Schälchen zu besorgen. Und dann hat der Hund vor die Kuchentheke einen Haufen gemacht. Und also quasi, also wir haben den allerbesten Eindruck hinterlassen, möchte ich mal sagen, weil Benni hatte ja natürlich auch wieder dieses Dünnpfiff-Problem, aber wir wollen das jetzt auch nicht zu eklig werden lassen, wir haben ja Tütchen dabei. Was ja vor allen Dingen, und jetzt kommt ja der überraschende Plottwist in dieser Folge quasi schon ziemlich am Anfang.

[8:22] Sportlich war es noch nicht mal so unerfolgreich und den Wertungsrichtern, also die haben sich ja jetzt nicht mit Grausen abgewendet, sondern haben euch eine Note gegeben, die sozusagen Mut macht und die auch dir ein bisschen Mut macht und die dich nicht die Flinte ins Korn werfen lässt irgendwie. Also es war jetzt eigentlich unterm Strich war es gar nicht so schlecht, oder? Nee, also es war eine ganze Note besser als bei der letzten Tresurpferde- A-Prüfung. Er war immer noch angespannt. Also in der Abreiterhalle ging es dann, solange ich vorwärts reiten kann, ist es okay. Hey, wenn ich dann durchparieren muss, ich muss mal einen Moment stehen oder muss irgendwie, wir durften dann vorher nochmal auf das Vorbereitungsfick, da ist dann der Trecker noch gefahren, dann mussten wir da warten, sowas geht halt nicht, dass der, wenn er steht oder stehen bleiben muss und warten muss, dann flippt er völlig aus, also da bringe ich ihn dann auch wieder hoch und dann dachte ich so, oh scheiße, jetzt hatte ich ihn so schön unten und jetzt muss ich hier warten, bis dieser Trecker da fertig ist und jetzt pushe ich ihn gerade wieder genauso hoch, wie er vorher war. Aber ich bin dann ein paar Mal da um das Viereck geritten im Schritt und bin dann aber wieder zurück in die Halle, weil ich einfach noch so ein bisschen traben und galoppieren wollte. Ich war erster Starter.

[9:36] Weil ich auch nicht wollte, dass ich da zurückbleibe, wenn alle anderen zurück in die Halle gehen und ich dann als erster Starter da zurückbleibe. Deswegen bin ich gar nicht so lange auf dem Viertel geblieben und bin auch direkt wieder zurück in die Halle, um dann alleine wieder nach vorne zu reiten. Weil dieses, wenn alle Pferde gehen und er muss da bleiben, das kann er auch noch nicht. Also da flippt er auch aus. Aber er war in der Abreiterhalle zwar immer noch unter Strom, aber er ließ sich reiten. Er hat mir so ein bisschen zugehört. Dann auf dem Viereck war das schwierig mit dem Zuhören. Also er hat ja eine super tolle Grundqualität und ich glaube auch, das hat die Richter überzeugt. Also ich habe jetzt nicht gewartet, bis mein Protokoll fertig war, weil ich auch wirklich mit dem nervigen Pferd einfach jetzt nach Hause wollte und nicht noch länger da rumstehen wollte.

[10:24] Und insgesamt hat es viel besser geklappt als bei der letzten Tressurpferde A. Also wir konnten die Linie halten. Letztes Mal ging er ja noch nicht mal bis zum Richtertisch. Da heute war es so ein bisschen, wo er noch nicht ganz bis an die Richter ran sich getraut hat, aber viel, viel besser als in der letzten Tressurpferde A. Ich konnte den Mittelgalopp zeigen. Beim Mitteltrab ist er mir leider angaloppiert. Da wollte ich ein bisschen viel. Aber das sind alles so kleine Fehler, die in der Jungpferdeprüfung einfach passieren. Das ist auch gar nicht schlimm. Da wird ja die Perspektive und die Grundqualität des Pferdes bewertet. Und es gab insgesamt, wahrscheinlich hat die Durchlässigkeitsnote alles nochmal gedrückt. Es gab eine 7,2. Damit war ich mehr als zufrieden. Ich war auch ganz erstaunt. Echt, war es doch so gut. Ich habe das Video noch gar nicht gesehen. Aber mit einer 7 vorm Komma kann man arbeiten. Und wir sind damit erste Reserve geworden, eins aus der Platzierung. Das ist wirklich ein toller Erfolg und da bin ich auch wirklich zufrieden.

[11:21] Ich bin auch wieder froh, dass ich es gemacht habe. Wir fahren ja jetzt. Es ist ganz ruhig im Hänger. Also obwohl er sich vorher vor dem Verladen so aufgeführt hat wieder, dann will er sich wälzen, dann schüttelt er mit dem Kopf, dann will er aus dem Hänger springen. Also es ist wirklich nervig. Anders kann man das gar nicht sagen. Dieses Pferd raubt mir wirklich den letzten Nerv. Und dann ist auch irgendwann meine Geduld am Ende.

[11:46] Und ich bin ja wirklich immer sehr geduldig. Globus hat mich ja viel Geduld gelehrt. Aber da flippe ich dann auch mal aus und dann gibt es auch mal auf die Ohren. Also dass der sich so benimmt, das geht eigentlich überhaupt nicht. Und der muss jetzt lernen, dass er sich zu benehmen hat, auch auf dem Turnier. Und deswegen habe ich heute beschlossen, alles, was jetzt geht, werde ich reiten. Also egal, was da jetzt noch in den nächsten Wochen ist. Dressurpferde A wird genannt, wird hingefahren. Der muss da jetzt einfach durch und reiten, reiten, reiten, wegfahren, wegfahren, wegfahren. Das hatte ich eben gerade auch so in Gedanken. Also man soll damit so Begriffen irgendwie so wie Kriegskriegserklärung, Kampfansage in Zeiten wie diesen. Soll man da ja vorsichtig mit sein, aber du hattest es vorhin schon gesagt und ab jetzt wird hier alles geritten, was nur geht. Es klang auch ein Stück weit wie eine Kampfansage, so nach dem Motto. Und jetzt, Benni, jetzt kriege ich dich und wir kriegen dich schon noch in die richtige Spur. Und kurios, und wenn ich das noch so als letztes zum Thema Benni vielleicht sage.

[12:46] Fragen darf, also ob die Beobachtung stimmt. Es ist ja tatsächlich so, Reiten geht ja eigentlich immer vergleichsweise, also nicht nur gut, sondern sogar Tendenz hin zu sehr gut. Und irgendwie, wenn die Dinge in Bewegung sind und irgendwie was vorangeht, dann hat man immer das Gefühl, damit kommt er ganz gut klar. Aber wenn er in dieser aufregenden Umgebung noch dazu verdonnert ist, stillzustehen, im Hänger stillzubleiben oder so, also dann ist die Tendenz ausflippen, sich losreißen, dumme Sachen machen groß. Also irgendwie, es muss immer in Bewegung sein und reiten geht irgendwie. Das ist nicht so ganz so leicht zu erklären, aber teilst du die Beobachtung? Ja, also solange er sich bewegen kann, dann geht auch so ein bisschen die Spannung aus dem Körper. Und man merkt es auch, also heute habe ich das auch gemerkt, als ich dann auf dieses Viereck gekommen bin und dann wird der schon.

[13:43] Also dann hat man das Gefühl, man sitzt auf so einer Kanonenkugel, die gleich explodiert. Und dann habe ich schon auch so Kopfkino, wenn der jetzt mit allen Vieren in die Luft springt, bin ich weg. Das hat er bisher noch nie gemacht, macht er auch nicht. Und ich denke dann immer nur, Hand vor, vorne gibt es Geld, reiht ihn einfach nach vorne und dann wird er auch nicht nach oben springen. sondern wenn, dann nach vorne. Und ich reite dann extrem vorwärts, weil ich auch weiß, dass diese Bewegung und dieses nach vorne reiten und wirklich ihn nicht festhalten wollen, das bringt oftmals mehr als dieses jetzt beruhige ich und ich halte dich jetzt fest und da fahren die Pferde nun noch viel, viel mehr hoch, wenn man sie vorne festhält, weil dann ist die Tendenz zum Bocken natürlich viel, viel größer. Das hat mich Klecksi gelehrt. Bei dem war das nämlich auch immer so ein Problem, wenn der mal so ein bisschen aufgeregt hat, was ja selten der Fall ist.

[14:33] Und wenn er mal ins Klotzen kam und man hat ihn festgehalten, dann hat er kurzen Prozess gemacht. Und dann hat er gesagt, und du steigst ab, wenn du mich festhältst, steigst du ab, sofort. Und das habe ich natürlich auch gelernt durch Klexi, wenn die Pferde sich so anspannen, vorwärts reiten hilft immer und ist die beste Lösung bei sowas. Nicht festhalten wollen und komm runter und beruhig dich, das nützt in den meisten Fällen nichts. Im Gegenteil, man pusht ihn nur noch mehr hoch und dann explodieren sie. Ich wünsche mir ja immer konkrete, handfeste Tipps, die die Leute mitnehmen können.

[15:05] Sozusagen, oh, da habe ich was gelernt. Das war eben gerade die perfekte Anleitung. So lasse ich mich nicht runter bocken und so bleibe ich im Sattel, oder? Kann man das so sagen? Du weißt, ich bin ja nicht Reiter, aber es klang so. Es gibt sicherlich auch Pferde, die da trotzdem bocken. Aber meine Erfahrung mit Klecks war so, Hand weg, nach vorne reiten. Und meine Erfahrung ist jetzt auch mit Benni so, dass ich die Hand vorgebe und sage, dann geh halt nach vorne, lieber ein bisschen zu viel als zu wenig und lass da deine Spannung raus. Und das funktioniert. Muss man da gegen so einen Impuls anarbeiten, nämlich dass man dann quasi was tut, wo man das Gefühl hat, okay, man beschleunigt das Pferd in Anführungszeichen damit sogar noch und dieses Festhalten, Anhalten und so ist ja eigentlich so der Impuls auf die Bremse treten, was man ja eigentlich erstmal machen würde oder was so ein natürlicher Impuls ist, wenn man nicht runtergebockt werden will. Also man muss so ein bisschen da so eine Schwelle überwinden und das Gegenteil von dem tun, was die eigene Intuition einem sagt? Genau, absolut. Also der erste Impuls ist immer, wenn die Pferde sich so aufregen, oh, den halte ich jetzt zurück. Aber das ist genau falsch. Also dieses Zurückhalten forciert nur noch mehr dieses sich aufspulen und aufregen.

[16:20] Gilt auch bei Männern? Späßchen. Wir machen mal den Themenwechselknopf, den virtuellen und springen zeitlich gesehen nochmal ein kleines Stückchen zurück. Sportlich allerdings gehen wir nochmal so ein, zwei Klassen nach vorne, denn wir beschäftigen uns nochmal mit ACDC. M-Dressur sportlich natürlich eine ganz andere Nummer. Wir haben das im Grundsatz auch schon erzählt, was da passiert ist. Feine-Leute-Turnier. Du warst sehr zufrieden. 63, ich meine 281 Prozent. Damit warst du zwar nicht in der Platzierung, aber es gab auch noch einen ganz schönen Puffer hin zum Tabellenende in Anführungszeichen. Und du bist da mit dem Haflinger sehr zufrieden nach Hause gefahren. Das war ja ein intensives Wochenende. Und wir hatten in der kleinen Folge, wo wir so die Grundfakten erzählt haben, da hatten wir gesagt, wir wollen nochmal so ein kleines bisschen den Bogen schlagen, von der Trainingseinheit mit Christina Boos hin zu der Prüfung. Weil du warst ja zu Christina gegangen, konkret mit dem Plan, ich will bei der Prüfung gut aussehen. Und es gab so zwei kitzelige Punkte. Zum einen hattest du gesagt, du verlierst in den Wolken.

[17:44] So hinten raus, auf der zweiten Hälfte immer so ein bisschen den Schwung. Wie kriege ich das besser hin? Und ihr habt den einen Wechsel, der nicht gerade euer Sahnewechsel ist. Ich glaube, es ist der von rechts nach links irgendwie.

[17:58] Damit tut ihr euch so ein bisschen schwer. Und du hast in der kleinen Folge schon erzählt, der war eigentlich dann am Ende des Tages ganz gut. Und ACDC hat einen einigermaßen verrückten Fehler gemacht auf dem anderen Wechsel, der eigentlich eure Schokoladenseite ist. Vielen Dank. Mich würde ja mal interessieren, und das haben wir in der kleinen Folge tatsächlich noch nicht geklärt, was waren denn die Tipps, die Christina Boos, die gegeben hat, um den Schwung in den Wolken zu erhalten? Und es hat dann ja am Ende des Tages, also diese Baustelle ist ja noch eine Baustelle geblieben. Das ist so für mich so hängen geblieben, auch aus der kleinen Folge, so nach dem Motto, ihr habt da noch nicht alle Probleme gelöst. Und in dieser ist vielleicht auch ein bisschen viel verlangt. Aber gab es denn konkrete Tipps von Christina mit Blick auf die Wolken? Und du warst nur zu schusselig, es umzusetzen. Oder hat sie nicht die richtigen Worte gefunden? Nein, es gab schon auch konkrete Tipps. Also ja, ich muss ihn vor mir behalten. Und der erste Teil, der Wolke, ist immer nicht das Problem. Aber der zweite Teil, der Wolke, und da verliere ich ihn immer vor mir. Dann kippt er mir im Genick so ein bisschen ab. Dann wird er hinten höher als vorne und dann verliere ich natürlich den Schwung und dann wird es gezackelt.

[19:12] Das Genick oben halten in der Wolte, vor allem in der zweiten Hälfte mehr mit dem äußeren Zügel in die Wendung reiten, schon die Stellung behalten, inneres Bein dran lassen. Ja, also die Technik, das ist schon, also das weiß ich auch, aber es ist extrem schwierig, Acey in diesem zweiten Teil der Volte oben zu halten, weil dem das total schwer fällt, unter seinen Schwerpunkt zu treten, weil der ja auch hinten so ein bisschen höher ist. Und dann hat der schon so ein bisschen das Problem, das innere Hinterbein muss ja dann ganz unter seinen Schwerpunkt, gerade in der zweiten Hälfte, wenn man so rauskommt aus der Volte.

[19:46] Das ist für ihn auch körperlich einfach schwierig. Ich habe es noch nicht so richtig raus, wie ich es am besten reite, dass es vielleicht so ein bisschen geschummelt ist und nicht so auffällt, dass er da eigentlich gar nicht so gut rauskommt aus den Wolten.

[20:02] Also so halbe Volte ist immer okay, aber eine ganze Volte, das ist für uns wirklich so eine Lektion, die wir nicht so gut können. Und ich glaube, dass wir da auch, wir können da auch dran arbeiten, aber ich glaube, das wird nie richtig gut. Also das wird nie eine Volte für eine Acht. Also das glaube ich, dass wir das einfach nicht können, weil das halt auch so ein kleines Defizit ist im Körper von AC, dass der hinten so ein bisschen überbaut ist und dann fällt ihm das natürlich extrem schwer. Ich wollte gerade sagen, also wenn ich es richtig verstehe, dann gibt es so manche Sachen.

[20:35] Wo auch Pferde sozusagen aufgrund von ihrem Körperbau und wie sie einfach so beschaffen sind, gerade wenn du sagst, der ist hinten ein bisschen überbaut, der ist ein bisschen hoch. Und dann kann man sich ja schon vorstellen, dann hat er Schwierigkeiten, seine Beine unter den Schwerpunkt zu bekommen. Das ist für den anstrengender als für Pferde, die das sozusagen mit diesem Überbautsein nicht so haben. Und dann ist das für den also mit viel härterer Arbeit verbunden sozusagen. Und so gesehen muss man vielleicht auch sagen, es ist dann ein bisschen viel verlangt, so dieser Gedanke, ich gehe irgendwie eine Stunde oder eine Dreiviertelstunde, reite ich bei Christina Boos und danach können wir das sozusagen. Manche Sachen gehen einfach nicht so schnell, oder? Also da sind wir wieder

[21:23] bei dem Thema Reiten und Demut und damit muss man irgendwie klarkommen. Genau, manche Dinge gehen einfach nicht so schnell und manche Dinge werden auch nicht perfekt. Also das ist einfach so.

[21:36] Klexi zum Beispiel kann tolle Wolken, also der macht ganz, ganz super gleichmäßige Wolken im Teil. Der bleibt im Schwung. Also das funktioniert bei Klexi wunderbar und sogar bei Benni, der kann auch tolle Wolken. Die haben aber von ihrem Exterieur schon viel einfacher, auf so einer gebogenen Linie den Schwung zu halten als der kleine Haflinger. Und manche Dinge werden halt dann nicht so perfekt, muss auch gar nicht. Dafür hat er wirklich andere tolle Stärken. Also er hat tolle Traversalen gemacht und er hat schöne Schulterherein gezeigt. Also deswegen, das ist so Jammern auf hohem Niveau und natürlich arbeiten wir daran und vielleicht finden wir so einen kleinen Weg, so ein bisschen zu schummeln in den Wolken. Das wäre dann so der Kompromiss. Es muss nicht perfekt sein, aber vielleicht kann man es so ein bisschen hinschummeln. Bei manchen Lektionen geht das ja ganz gut. Also Defizite kaschieren, schummeln klingt so nach, ach egal, schummeln, genau.

[22:35] Aber dann, wenn man sozusagen dann den Strich zieht unter die beiden Turnierstarts, dann bist du am Ende des Tages mit Benni genauso zufrieden wie jetzt auch mit AC DC. AC mit Benni ist ungleich anstrengender natürlich. Also AC, es ist halt, das muss man ja wirklich sagen und das, ich war ja bei beiden Turnierstarts dabei, so dieses Gefühl, der Hafflinger blüht regelrecht auf und der ist froh, wenn er mit Frauchen alleine unterwegs ist.

[23:07] Ich habe es irgendwie gefühlt und das gibt es schon immer noch. Würdest du schon auch so sehen? Auf jeden Fall. Sie ist immer on fire, wenn er sieht, wir gehen alleine in den Hänger. Mega geil. Und der ist ein ganz anderes Pferd. Also der blüht wirklich richtig auf, wenn wir alleine unterwegs sind. Und den kann ich halt auch auf dem Turnier einfach krasen lassen. Ohne Halfter. Einfach da. Der würde nie abhauen. Also der würde nie weggehen von mir. Das ist ja auch schon auf dem Turnier, wenn ich aufs Klo gehe. Dann ist er, ich komme auf jeden Fall mit, ja, also ich bleibe hier nicht allein, ich gehe dahin, wo du hingehst. Das ist schon niedlich und das, ja, das berührt mich auch immer sehr und dann geht mir immer das Herz auf, wenn ich dann so sehe, wie sehr er auch an mir

[23:49] hängt und wie sehr er das genießt, mit mir alleine irgendwo zu sein. Man mag sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn du Benni heute ohne Halfter einfach so, du lachst, einfach so hättest auf der Wiese stehen lassen, der hätte sich, ich weiß nicht, der wäre vielleicht irgendwie zu der Bundesstraße gerannt oder so, möglicherweise hätte sich beim Burger King angestellt, weißt du da, an dem Straßenschalter, hätte sich eine Junior-Tüte bestellt, zum Beispiel, sowas in der Art, alles wäre drin gewesen. Jenny, dann lassen wir es mal gut sein, weil die Fahrt gleich auch zu Ende geht für den Benni.

[24:33] Auch das muss man ja mal sagen, er macht es ja nicht, auch wenn es nervig ist, er macht es ja nicht, um zu nerven. Man hat auch heute wieder die Sache gesehen mit dem Durchfall und so. Und dass er jetzt zu seinen Kumpels auf die Wiese gehen kann nochmal, es ist noch relativ früh am Nachmittag. Das ist auch so ein versöhnlicher Abschluss so ein bisschen für ihn, oder? Ja, absolut. Und morgen hat er auch frei. Das kostet ihn mega viel Kraft, Nerven. Ich glaube, der hat wieder 20 Kilo abgenommen. Also das stresst ihn wirklich. Er macht das nicht, um mich zu ärgern, sondern das Pferd hat wirklich Stress damit. Und ich glaube, also wenn wir das jetzt in dieser Saison durchziehen, dass wir sagen, wir fahren so viele Turniere wie möglich, wenn das Ende der Saison immer noch so ist, dann ist Turnierreiten, glaube ich, nichts für das Pferd. Weil wenn ich das durchziehe und am Ende der Saison wiegt das Pferd nur noch 300 Kilo, habe ich auch nichts von. Und also ich probiere das jetzt mal, ob er einfach ein bisschen cooler wird, je öfter wir fahren. Aber was natürlich schon ein Mega-Fortschritt ist, man hört nichts im Hänger. Also er fährt relativ brav. Ich habe es noch nicht einmal bollern gehört. Ich gucke auch immer in den Spiegel. Also er steht da ganz entspannt und klotzt da.

[25:44] Also das ist schon mal wirklich ein toller Fortschritt. Ich erinnere mich an die letzte Fahrt vom Turnier nach Hause über die Autobahn. Da bin ich tausend Tode gestorben. Ich hatte Adrenalin tausend. Da gab es da hinten nur Gepolte. Also nonstop, wo ich so gedacht habe, ich muss einfach fahren. Bring dich um da hinten. Ich kann es nicht ändern, aber ich muss fahren. Und das haben wir heute Gott sei Dank nicht. Wir haben jetzt auch nicht mehr so viel. Zehn Kilometer noch. Ich will es gar nicht bereden. Aber das ist schon mal wirklich ein Fortschritt, dass er so brav nach Hause fährt. Ohne, dass er die Maske anhat, weil ich habe sie dabei, aber ich hätte sie nie auf das Pferd gekriegt. Das ist das Problem. Ich kriege die da nicht drauf. Ich kriege ja kaum das Halfter angezogen. Und ich habe jetzt auch die Trense angelassen, weil ich das nicht hingekriegt hätte, dass ich die Trense ausziehe und das Halfter drauf. Das ist halt wirklich schwierig in dieser fremden Umgebung. Und auch beim Auftrensen ist er mir einmal fast entwischt. Da ist er einfach losmarschiert und hat dann gesagt, ich kann das.

[26:43] Und dann dachte ich schon so, oh scheiße, jetzt sehe ich ihn da schon über die Wiese galoppieren mit Sattel, ohne Trense, ohne Halfter. Aber er hat sich dann doch trensen lassen und war dann gnädig. Aber es ist immer schwierig, an das Pferd dann ranzukommen. Und jetzt die Heimfahrt

[27:00] dann doch so ruhig, dass wir sogar eine Podcast-Folge auf der Autobahn aufnehmen können. Wir bedanken uns fürs Zuhören. Es könnte sein, dass wir in der nächsten Folge nochmal eine geheime Steady-Folge machen, weil wir noch ein Geheimnis verraten. Von daher auch zum Schluss nochmal die Bitte, unterstützt uns gerne bei Campfire.fm zu finden, unter anderem auf unserer Website, derpferdepodcast.com. Der damit verbundene Aufruf ist eine Online-Petition. Wir würden als Dankeschön, wenn ihr uns ein kleines Signal gebt, hey, wir haben für euch abgestimmt, ihr kommt in den Lostop, wir verlosen fünf Steady-Zugänge und da gibt es dann auch die geheimen Pferde-Podcast-Folgen zu hören. Immer alles werbefrei. Die regulären Folgen ein bisschen vor allen anderen.

[28:03] Einfach so für geschenkt, für eure Unterstützung in Sachen digitales Lagerfeuer. Vielen Dank fürs Zuhören. Der Pferde-Podcast wünscht eine pferdige Zeit. Macht’s gut. Tschüss.


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