#487 25 Euro ins Pferdemaul: Macht der Booster Beine?

Das Hofturnier an der Ostsee hat den ganz normalen Stallalltag ordentlich durcheinandergewirbelt – und Jenny mittendrin: Sie durfte die Veranstaltung moderieren und war begeistert davon, wie liebevoll der Stall für diesen besonderen Tag herausgeputzt wurde. Besonders positiv überrascht haben sie die fairen Preise für Essen und Getränke. Während anderswo die Pommes auf dem Turnier schon mal 4,50 Euro kosten, blieb hier deutlich mehr Geld im Portemonnaie. Das Ergebnis: eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der Jenny offenbar so viel gegessen hat, dass am nächsten Tag erst einmal kulinarische Pause angesagt war. 


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Jennys Geständnis: Das war der größte Fehler in meinem Reiterinnen-Leben

Sportlich steht bei ACDC und Jenny der nächste Test an: Eine L-Dressur soll zeigen, ob ein sogenannter Performance Booster tatsächlich dabei helfen kann, den Haflinger etwas mehr „vor das Bein“ zu bekommen. Denn AC hat nach der Koppelzeit gerade eine eher gemütliche Phase und lässt sich im Training und in Prüfungen gern ein bisschen bitten. Der Booster wird erstmals am Turniertag eingesetzt – und damit wird es spannend: Merkt Jenny überhaupt einen Unterschied? Wird AC spritziger? Oder sind die rund 25 Euro pro Dosis am Ende doch besser im Portemonnaie aufgehoben? Die Antwort gibt es dann nach dem Turnier. 

Während AC also auf seinen nächsten Einsatz vorbereitet wird, macht Benny weiterhin vor allem eines: langsam, aber stetig Fortschritte. Der Fünfjährige ist noch ein echtes Baby im Kopf und lässt sich von ungewohnten Situationen schnell aus dem Konzept bringen. Beim Hofturnier konnte man das besonders schön beobachten: Eine Siegerehrung mit Musik, fremden Pferden und ordentlich Rambazamba auf dem Reitplatz war für ihn ein Ereignis, das offenbar erst einmal gründlich verarbeitet werden musste. Auch reiterlich geht die Entwicklung in kleinen Schritten voran. Jenny arbeitet unter anderem an einer stabileren Vorhand, einer besseren Anlehnung und daran, dass Benny auch dann noch vor dem Bein bleibt, wenn die Kräfte langsam nachlassen. Eile ist dabei ausdrücklich nicht angesagt. 

Und dann geht es noch um Haflinger, große Entfernungen und die Frage, wie sehr Pferde eigentlich das eigene Leben bestimmen. Für die Haflinger-Veranstaltung in München wären rund 850 Kilometer Anreise nötig gewesen – für einige Prüfungen aus Jennys Sicht schlicht zu viel Aufwand für Pferd und Mensch. Umso größer ist die Vorfreude auf kommende Hafi-Termine, bei denen die Wege wieder kürzer sind. Zum Schluss wird es sogar ein bisschen persönlich: In einer Reitsportzeitschrift geht es um die größten Fehler im Reiterleben. Jennys Antwort fällt überraschend offen aus: Als Teenager hat sie den Reitsport zugunsten von erster Liebe, Disco und Ausschlafen aufgegeben. Heute würde sie diese Entscheidung vermutlich anders treffen. Eine kleine Lebenslektion zum Schluss einer Folge, in der es ansonsten vor allem um eines geht: Pferde bestimmen manchmal eben doch mehr vom Leben, als man ursprünglich geplant hatte.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hallo, hier ist der Pferdepodcast, Folge 487. Es ist die ausgeruhte Folge, die zum Wochenende hin erscheint. Nach einem, Jenny muss man mal sagen, aufregenden Wochenende, das wir hatten. Also wir haben in der kleinen Folge über die Heldentaten berichtet, die unser Klexi vollbracht hat, in seiner neuen Familie als Familienpferd. Und bei uns im Stall an der Ostsee war ja noch eine ganze Menge los. Das haben wir noch mit keiner Silbe erwähnt. Hallo erstmal. Stimmt. Hallo. Hallo, hallo. Jump and Run. Du hast es moderiert. Ich habe es moderiert. Du warst der Star des Tages. Ach nein, das will ich jetzt.

[0:55] Zum Glück hören, glaube ich, viele Menschen. Oder also hört jetzt eigentlich der Stall den Pferdepodcast oder wissen die nach wie vor nicht, dass wir das machen? Ich habe keine Ahnung. Kein Mensch hat mich jemals darauf angesprochen. Ich denke schon, dass vielleicht der eine oder andere mal reinhört. Also ich glaube, meine Schwester hat schon gesagt, die macht einen Podcast. Aber ganz ehrlich, vielleicht geht es auch völlig an denen vorbei und die wissen gar nicht, was ein Podcast ist. Ich kann es überhaupt nicht sagen. Keiner hat mich jemals darauf angesprochen. Oh, ihr macht ja Podcast. Und normal sprechen die Leute mich immer an. Ah, ihr seid das mit dem Podcast. Ah ja, mit dem Haflinger. Ja, aber komisch. Die Nordlichter sind, glaube ich, auch nicht so. Die sind da, glaube ich, eher emotionslos. Die macht einen Podcast, also soll sie doch, mir doch egal. Könnte sein. Also, ja, okay. Es ist tatsächlich so ein bisschen die Frage, sind wir inkognito unterwegs und können auch mal vom Leder ziehen, was du ja auch schon gemacht hast mit irgendwie, weißt du, Milfpferden, die hässlich sind. Naja, also, weißt du, da wurde ja schon so, ob deine Stallkollegin das so gut findet, dass du so über ihr Pferd redest und wir wussten gar nicht. Ich könnte ja noch nicht mal sagen, welches Pferd es ist. Deswegen hätten es 20 sein können. Das haben wir ja schon quasi klargestellt und uns da so ein bisschen selber aus der Schusslinie zu nehmen versucht, muss man sagen.

[2:20] Vor allem ist ja Milf eher ein Kompliment, oder? Naja, die einen sagen so, die anderen sagen so. Aber wir wollen uns jetzt auch nicht schon gleich am Anfang in die falsche Richtung galoppieren, möchte ich sagen. Von daher, ich weiß nicht, wir halten fest, es war ein schönes Wochenende. Das muss man, und jetzt bei allem irgendwie, ich habe da irgendwas moderiert, es war einfach eine tolle Veranstaltung. Es ist irgendwie schon ganz witzig, so einen Stall mal so aus seinem Alltagstrott.

[2:52] Rausgerissen zu sehen und das ist auf einmal alles so ein bisschen auf Hochglanz gewinert und es ist alles schön aufgebaut Und die haben das wirklich liebevoll gemacht, muss man sagen. Absolut. Und was man wirklich sagen muss, was mir extrem aufgefallen ist, also es waren wirklich normale Preise. Also wenn du ja heute irgendwo hingehst auf ein Turnier und du bestellst dir eine Portion Pommes, zahlst du 4,50 Euro. Also wo ich manchmal so denke, habt ihr eigentlich den Schuss nicht gehört für so ein Schälchen Pommes, 4,50 Euro. Und die Preise… Waren wirklich total fair und gerecht. Also es war nicht irgendwie überzogen oder so. Und das hat mich total positiv überrascht. Als ich auf die Preisliste geguckt habe, dachte ich so, das ist ja wie vor fünf Jahren, wie vor Corona. Da kostet eine Pommes zwei Euro oder drei Euro, keine Ahnung, ich weiß es gar nicht mehr. Und eine Bratwurst drei Euro, super toll. Und ein Kuchen ein Euro oder zwei Euro. Also es war alles, es waren wirklich total faire Preise. Und ich habe an dem Tag so viel gegessen und habe alles bezahlt für die Vereinskasse. Aber ich habe so viel gegessen, dass ich sofort am Sonntag gesagt habe, ich kann nie wieder irgendwas essen.

[4:00] So nämlich, wir sind ja bereit zu essen. Also daran scheitert es ja gar nicht. Also man kann ja quasi fehlende Einnahmen, einfach wenn man die Preise senkt, dann wird ja auch mehr konsumiert. So muss man das mal sehen. Ja, ich glaube, es war auch fast alles leer. Ja, so soll es sein. Und das Wetter war toll und die Veranstaltung war super toll organisiert. Also es hat mir wirklich total gut gefallen und du bist schon gebucht für nächstes Jahr. Absolut. Ich komme auch. Versprochen. Jenny, dann lass uns jetzt, wo wieder so ein bisschen Normalität sozusagen in das Stallleben eingezogen ist, so ein bisschen reden über.

[4:39] Sportliche Herausforderungen, die diesmal ganz persönlich an diesem Wochenende für dich und für ACDC und für deine Pferde und so weiter anstehen.

[4:50] Lass uns sprechen über spannende Fragestellungen, die in einer sehr renommierten Reitsportzeitschrift aufgeworfen werden. Ich habe mal wieder so ein bisschen in der Fachliteratur geblättert. Und wir sind ja der Podcast, der den Haflingern sehr, sehr verbunden ist, muss man sagen, weil wir begleiten ja deinen Haflinger ACDC und dich auf dem Weg hin zu S-Dressuren. Haben wir schon sehr häufig gesagt. Du bist im Moment erfolgreich bei M unterwegs, und irgendwann mal erfolgreich in der S-Dressur starten. Das ist sozusagen der große Traum. Und deshalb haben wir immer auch so ein bisschen im Blick, was passiert so in der Haflinger-Szene? Was gibt es da so an reinen Hafi-Turnieren? Ist ja nicht so, also du trittst ja auch bei normalen Turnieren logischerweise gegen Warmblüter an und so weiter. Aber wenn es so in der Hafi-Szene mal was Besonderes gibt, dann gucken wir da immer drauf. Das ist jetzt auch demnächst der Fall. Stichwort München. Was spielt sich da ab und überhaupt? Und genau, das ist so der thematische Bogen, den wir so ein bisschen schlagen wollen. Und wir beschäftigen uns auch noch ganz kurz mit dem Image des Reitsports in Deutschland allgemein. Welche Bevölkerungsgruppe in Deutschland sagt, bevorzugt Reitsport könnte eigentlich weg?

[6:13] Das nur so als Teaser. Und jetzt spielt erstmal, also wer definitiv nicht sagt Reitsport kann weg, das ist unser Orchestermusiker Manni. Der ist nämlich hier der treue Begleiter im Pferdepodcast. Und der spielt jetzt erstmal die Pferdepodcast-Hymne und dann geht’s los mit der Folge.

[6:49] Jo Jenny, Turnier steht an, Turnierwochenende und also du freust dich ja immer drauf und also Stichwort Reitsport kann weg, ja, nein, ich freue mich auch drauf. Und kleiner Spoiler, ich bin für die Gruppe, für die ich ja auch so ein bisschen stehe, nämlich die Gruppe der Männer in Deutschland, da nicht unbedingt typisch. Das nur mal so als Vorgeschmack. Also du kannst sehr froh sein, nicht nur mit deiner Pferdewahl, sondern auch mit deiner Männerwahl.

[7:22] Muss man ja mal sagen, weißt du? Ja, ja, ja, ja. Aber das Pferd war ja vor dir da. Ich hatte ja schon Pferde, da habe ich an dich noch gar nicht gedacht. Und dann haben wir uns wieder kennengelernt. Also wir kennen uns ja schon ganz lange, aber wir haben uns wieder getroffen und da war der Gaul halt schon da und dann erlebt er mit oder nicht. Ja, so war es leider. Ich hatte keine Wahl. Von daher, ich will es jetzt auch gar nicht als große Heldentat verkauft wissen. Ist auch egal. Turnierwochenende, das ist das Stichwort. Wir hatten ja jetzt so eine Phase, wo gefühlt irgendwie andere Themen irgendwie eine größere Rolle bei uns hier gespielt haben. Und man muss ja auch sagen, du bist ja nicht jede Woche im Turniereinsatz, also du versuchst es ja auch vernünftig zu dosieren und da jetzt nicht, also da gibt es glaube ich Kandidatinnen, die sind da irgendwie heftiger unterwegs als du, sondern du guckst halt genau hin, wo macht es Sinn, was passt so irgendwie in diesen langfristigen Plan rein und am Wochenende ist es mal wieder soweit. Erzähl doch mal, was steht an und wie geht es den Flitzpiepen überhaupt? Benny, der Jungspund, ACDC, der Haflinger.

[8:32] Ja, am Wochenende, also das ist ein Turnier, das habe ich eher kurzfristig genannt, weil ich wollte ja diesen Performance Booster ausprobieren und dann habe ich geguckt, was gibt es denn noch so an Turnieren hier in der Nähe, wo ich nicht so weit fahren muss. Und da ist noch eins jetzt am Wochenende, das ist nicht ganz so weit zu fahren, aber die hatten keine M-Tressur, die haben eine L-Tressur und da dachte ich, komm, ich kann ja auch mal zum Testen für diesen Booster, wie AC so darauf reagiert, merke ich überhaupt irgendwas, merke ich gar nichts, geht da ab wie Schmitz Katze oder nicht oder, oder, oder, oder. Gute Gelegenheit, das einfach mal zu testen, weil in zwei Wochen habe ich auch nochmal ein Turnier mit einer M-Tressur und dann hätte ich gerne vorher schon mal gewusst, wirkt es denn oder wirkt es nicht, weil er ist ja so ein bisschen, so diese Koppelzeit hat ihn etwas träge gemacht. Also er lässt sich sehr bitten, er zündet nicht so richtig und er ist so ein bisschen träge, auch in der Prüfung. Also ist es wirklich so, dass er mich gnadenlos verhungern lässt. Und da hatte ich ja mit einer Bekannten aus der Hafi-Szene, die hat mir erzählt, oh, sie hatte das Problem auch, sie hat eine Halbschwester von AC, vielleicht liegt es auch in der Familie, keine Ahnung.

[9:39] Genau, sie hat eine Halbschwester von AC und sagte, oh, ich hatte genau das gleiche Problem. Die ließ sich bitten und treiben und ich kam nicht vom Fleck und ich habe immer so das Gefühl gehabt, ich kriege das Pferd nicht vor mich. Und die hat mir das empfohlen, die hat gesagt, also ich habe das ausprobiert, bin eine zwei Sterne im Geritten und habe gewonnen gegen die Warmblüter. Okay, gutes Omen. Wir gucken mal, was am Wochenende in der L-Tressur passiert. Erhöht den Druck.

[10:02] Erhöht den Druck, ja. Okay, dann gehen wir vielleicht mit einer 5,4 nach Hause oder so. Nein, also ich will das einfach mal testen, ob das funktioniert, wie das wirkt bei AC und wie wir dann so damit klarkommen, wenn er so ein kleines bisschen spritziger ist. Weil ich bin ja jetzt echt schon gewohnt, okay, er lässt sich immer sehr bitten. Er braucht immer eine Zeit lang, bis er warm ist und bis er dann mal von alleine auch zieht. Also deswegen, ich bin ganz gespannt. Ich habe es jetzt ja vorher, also man testet es nicht vorher oder gibt es eine Zeit lang vorher, sondern man gibt es am Turniertag, ich glaube 30 bis 60 Minuten vor der Performance und dann soll das wirken. Ich bin ganz gespannt und ja, wir testen das am Samstag, wenn es nicht regnet. Okay, jetzt hast du ja so ein paar Einzelheiten, also nach denen ich jetzt auch gefragt hätte, hast du jetzt schon gesagt, also das hatten wir im Vorgespräch auch, hatte ich dich gefragt, also gibst du ihm das eigentlich schon und kann man das? Und hast du gesagt, um Gottes Willen, nein, nein, das wird kurzfristig gegeben. Sag bitte nochmal ganz kurz, wir haben ja schon häufiger, ist jetzt immer von diesem Booster quasi hier mal die Rede gewesen.

[11:06] Du hast es auch schon mal, glaube ich, kurz skizziert, aber nochmal so für alle zum Mitschreiben. Das ist jetzt nichts irgendwie, irgendwas, wo man sagen würde, das ist was Illegales oder das ist verboten oder es sind komische Substanzen drin. Also das ist alles erlaubt, legal, natürliche Zutaten und so, aber trotzdem wird dem so eine Wirkung zugeschrieben. Deshalb einfach nochmal die Frage, also wo hast du es her, wie viel kostet es und was ist es für ein Zeug eigentlich?

[11:34] Also du hast schon gesagt, er bekommt das quasi ins Maul gespritzt oder so, ne? Genau, ins Maul gespritzt. Also das ist von Alporeal. Die nennen das Performance Booster. Ich habe, als ich bestellt habe, auch gleich den Nervenbooster für Benni mitbestellt. Den traue ich bestimmt. Sehr gut.

[11:52] Und kostet roundabout, ich glaube, 25 Euro pro Spritze. Ich glaube, es sind drei Stück in der Packung drin. Und deswegen, um es mal so zum Training zu probieren, war ich zu geizig. Und dann habe ich gesagt, wenn, dann teste ich das auf einem Turnier und ich will ja auch direkt wissen, wie wirkt es denn auf dem Turnier mit diesem Ganzen. Man ist woanders, man ist fremd und funktioniert das denn? Und deswegen habe ich das zu Hause, war mir das ehrlich gesagt zu teuer, um mal für ein Training einfach mal so dann 25 Euro ins Maul zu spritzen, nur mal um zu gucken, wie verhält sich denn der Haflinger. Aber deswegen habe ich gesagt, dann nutze ich das schon gleich mit einem Turnier und dann kann ich auch direkt sagen, wirkt es, wirkt es nicht? Und wenn ja, wie wirkt es? Ich bin total gespannt. Ich glaube, Anja Fee hat das auch schon benutzt. Die hat ja auch einen Haflinger, der in der Prüfung immer gerne mal sagt, mach du mal die Arbeit und ich lasse mich von dir ein bisschen tragen. Und die hat ja, klar, die hat natürlich dann Werbung dafür gemacht, aber sie hat auch gesagt, sie war super zufrieden und sie hat einen echten Unterschied gemerkt. Deswegen, ich bin wirklich gespannt, ob es funzt. Okay, wir werden darüber berichten. Du hast doch schon gesagt, wie viel ist viel und was ist zu teuer für nur mal im Training verballern? 25 Euro pro Dosis ist ja durchaus mal eine Hausnummer. Das muss man ja schon mal sagen. Also das macht man nicht einfach so.

[13:08] Und es wäre dann jetzt am Wochenende soweit. Gibt es auch, oder also blöde Frage, gibt es auch eine sportliche Vorbereitung? Es gibt bestimmt eine sportliche Vorbereitung. Was hast du denn so im Training so die Tage davor gemacht? Wobei man sagen muss, wir nehmen Donnerstag auf. Ein bisschen Zeit ist ja auch noch. Also jetzt dann heute Donnerstag und dann der Freitag vorm Turnier. Wie sehen dann so Trainingstage aus, bevor du dann am Samstag aufs Turnier gehst? Vielen Dank. Ich habe schon nochmal verstärkt die Übergänge trainiert, gerade so Galopp-Schritt und Schritt-Galopp, dass er gleichmäßig schreitet, dass wir diesen Übergang-Galopp-Schritt, den hat man ja in der M-Tressur fast gar nicht mehr. Deswegen habe ich das auch so ein bisschen vernachlässigt, weil Pi hat auch immer gesagt, scheiß einfache Wechsel.

[13:57] Das habe ich nochmal so ein bisschen verstärkt geübt und dass wir da einfach gleichmäßigen Übergang reiten können, dass wir nicht so stockend nach vorne auf die Vorhand fallen, sondern dass er wirklich auch Last aufnimmt und dass er einen vernünftigen Übergang macht und auch den Außengalopp, die einfachen Wechsel. Das sind alles so Lektionen, die ich ja auch jetzt in letzter Zeit, seit er halt nur noch M-Tressur geht, gar nicht mehr so viel geübt habe. Deswegen musste ich da nochmal so ein kleines bisschen ran, dass diese Übergänge geschmeidig bleiben und er dann auch vor meinem Bein bleibt. Weil es ist ja ganz oft so, wenn er dann so im Außen galoppt durch die Wendung, dass er sich dann auch so ein kleines bisschen einrollt und dann so ein bisschen dagegen drückt und nicht mehr vor meinem Bein ist und da wirklich so flüssig auch durch die Wendung galoppieren und trotzdem versammelt. Aber er muss trotzdem nach vorne galoppieren, im Außengalopp durch die Wendung. Und das habe ich nochmal verstärkt geübt. Okay, dann werden wir darüber berichten, was dann am Ende des Tages daraus geworden ist in der nächsten kleinen Folge. Dann lass uns noch ganz kurz auf den Benni schauen und wenn ich sage schauen, dann.

[15:05] Erinnert mich das an etwas von Benni, auf das quasi alle schauen konnten, nämlich ein Mini-Videoschnipsel vom vergangenen Wochenende. Es war ja, also Stichwort Hofturnier, wir hatten da ja auch drüber gesprochen, dass also quasi viele Pferde irritiert reagieren, wenn auf dem eigenen Hof auf einmal Dinge anders aussehen. Und also das war so ein Video, es war wirklich zum Brüllen, weil Benni quasi von seinem Stall aus beobachten konnte, wie auf dem, Reitplatz eine Siegerehrung stattfindet, eine Ehrenrunde mit Musik, mit Rambazamba, mit vielen fremden Pferden. Und also du sagst ja manchmal Tiere können sprechen, in dem Fall konnte Benni sprechen, also alles an seinem Gesicht und seinem Körper hat ausgedrückt, dass ihn das unendlich beschäftigt, dass er das kaum.

[15:58] Fassen konnte, was da passiert, also das war quasi der Beleg für das, was wir in der Folge erzählt haben, oder? Also Benni. Ja, er lässt sich immer noch sehr leicht aus dem Gleichgewicht bringen, wenn irgendwas anders ist, Wenn irgendwas neu ist, ist er immer, man sieht so richtig, wie sein Kopf anfängt zu arbeiten, wie seine Rädchen im Kopf anfangen sich zu drehen, was ist nicht so wie immer, das ist anders. Total. Das ist komisch, das verstehe ich nicht. Und man sieht ihm das so an und er ist auch immer noch so Baby, also er ist wirklich noch kleiner, ist auch im Kopf noch kleiner, ist null erwachsen. Er gibt sich immer sehr viel Mühe, er will immer alles gut machen, aber es gelingt ihm halt auch ganz oft nicht, dass er es gut macht. Und er ist dann auch, er ist dann auch wirklich so, man kann ihm gar nicht so böse sein, weil er irgendwie auch so mit seinem Gesicht dann sagt, das habe ich probiert. Aber das ist schief gegangen, können wir nochmal probieren. Also er ist schon immer noch relativ klein. Gut, er ist auch erst fünf, er ist ja auch spät im Jahr geboren.

[16:56] Er ist auch wirklich noch ein ganz, ganz junges Pferd im Kopf, im Gesicht, im Aussehen. Generell sieht er immer noch aus wie so ein Halbstarker und er entwickelt sich sehr langsam. Also auch so der Muskelaufbau und so geht relativ langsam. Er kriegt jetzt so wirklich so ganz, ganz langsam, kriegt er so ein bisschen eine schöne Oberlinie und die Muskeln an der richtigen Stelle. Ich mache ja auch wirklich noch ganz konsequent dieses tensegrale Training vor dem Reiten immer so fünf bis zehn Minuten. Das macht er ganz großartig. Also er weiß auch schon sofort, wenn ich diese Punkte drücke, was das heißt, was er machen soll. Und er tut es auch einfach. Also ich brauche eigentlich den Punkt nur ganz kurz den Finger anlegen. Alles klar, ich lasse den Hals fallen und mache mich lang und so. Also er weiß schon, wie es funktioniert und er macht es auch. Aber er ist halt insgesamt wirklich noch, er kann sich nicht so lange konzentrieren. Und er ist noch so ein bisschen wackelig, gerade so mit der.

[17:53] Mit der Vorhand ist er wirklich noch so instabil. Also das Hinterbein ist super aktiv und das hat ja auch die Trainerin gesagt beim Tänzekralen-Training, hinten müssen wir gar nichts machen. Wir müssen den vorne ein bisschen stabiler kriegen. Und ich versuche jetzt ja auch beim Training auch immer mal wieder ihn wirklich aufzunehmen. Brustkopf hoch. auch, richte dich mal auf, es fällt ihm noch total schwer, also er geht gerne noch mit dem Kopf viel zu tief, und auch mit der Nase hinter der senkrechten und ist immer noch mal so, dass er nicht so richtig an die Hand zieht und da denke ich ganz oft an Uta Gräf, die dann ihre Pferde auch mal über Tempo reitet. Gerade bei solchen Pferden, die nicht so gerne vorne ranziehen, dann sagt sie, das Tempo ist jetzt im Trab zum Beispiel viel zu viel drüber, aber da bringt man die Pferde damit dazu, dass sie da vorne mal ranziehen und dann kann man wieder Ruhe reinbringen. Okay.

[18:54] Und dass ich ihn erstmal im Galopp vor die Senkrechte bekomme, dass er im Galopp da richtig ranzieht. Und wir haben ja auch einen großen Platz, auf dem man richtig galoppieren kann. Und das nutze ich auch wirklich aus, dass ich auch die langen Seiten mal richtig zulege und sage, komm jetzt galoppier mal, komm mal aus dir raus und mach mal einen richtig tollen großen Galoppsprung. Und dann kann ich das auch… oft schon mitnehmen in den Trab, dass ich da im Trab auch wirklich so ein kleines bisschen Druck auf der Hand habe, weil ich will ja, dass er so ein bisschen ranzieht. Und es ist immer noch, also es sind nur ganz, ganz kleine Schritte, die wir vorwärts gehen, wirklich nur Mini-Schritte. Also jemand von außen, wenn er mich heute reiten sieht, der würde sagen, sieht aus wie vor einem halben Jahr. Aber ich merke schon den Unterschied, dass er auch viel ruhiger in der Anlehnung wird. Er hebt sich immer noch mal ganz gerne raus, dass immer in Situationen, wo ich merke, jetzt verlässt ihr die Kraft, jetzt kann er nicht mehr und das will er dann immer so ein bisschen kompensieren mit, ich schlage mal mit dem Kopf und dass die merkt, eigentlich bin ich jetzt müde und brauche eine Pause.

[19:55] Aber da muss man auch mal drüber reiten. Wenigstens mal so für eine Minute, zwei. Einfach mal drüber reiten und sagen, das hältst du jetzt mal durch.

[20:03] Und da gehen wir halt wirklich mini kleine Schritte vorwärts. Und das ist nicht so einfach, wie es damals mit AC war. Das muss ich wirklich sagen. Dieses Pferd auszubilden braucht, glaube ich, dreimal so lange Zeit, wie das mit Nixen oder mit AC war. Weil er einfach sowohl vom Kopf als auch vom Exterieur einfach noch klein ist. Und ich gebe dem alle Zeit, die er braucht. Und auch die Trainerin im tensegralen Training hat gesagt, oh, bevor der acht oder neun ist, wird der nicht so stabil sein wie jetzt zum Beispiel so ein Haflinger. Sie konnte ich problemlos L-Tressur reiten mit fünf. Daran würde ich mit dem Benni überhaupt gar nicht denken. Ich bin ja froh, wenn wir nächstes Jahr wirklich mal eine gleichmäßige Dressurpferde-Ahr hinkriegen mit einer gleichmäßigen Anlehnung, ohne dass er sich eng macht, dass die Übergänge flüssig sind und fein. Das wäre so das Ziel für nächstes Jahr. Und ich hatte ja auch dieses Training bei dem Frank, der gesagt hat, du kannst ruhig mal antesten, immer mal wieder Außengalopp. Wenn er es denn dann kann, ist ja gut, aber du musst es so zwei, dreimal die Woche einfach mal abfragen oder mal eine Kurzkehrt. Nicht zu oft diese versammelnden Lektionen machen, aber schon immer mal antesten, hast du es noch behalten, kannst du es noch? Und das mache ich auch, aber ich mache das wirklich ganz, ganz vorsichtig. Okay, also schon eine gute Entwicklung, würdest du sagen, aber mit klarer Betonung auf auch eine langsame Entwicklung und so ist es eben.

[21:32] Dann lass uns noch mal ganz kurz zurück zu den Haflingers kommen und auf die Haflinger-Welt blicken. Da gibt es, glaube ich, so eine Veranstaltung, die so mit Blick auf unsere Community so ein bisschen raussticht. Ist nicht an diesem Wochenende, sondern ich glaube ein Wochenende drauf. Ein oder zwei Wochenenden drauf. Ein Wochenende drauf. Stichwort München. Und wir haben ja immer quasi, hier so ein bisschen beklagt, dass es so diese reinen Haflinger Turniere, wie es sie in Altenstadt gab, wie es sie in Ruppigteroth immer gab, wie es sie in, Gunzenhausen in Bayern gab. Irgendwie ist diese Zeit so ein bisschen vorbei. Jetzt gibt es mal wieder was in München. Und wir sind bei der Party nicht dabei. Das wollen wir erst schon mal festhalten. Und die Frage ist, ist das eine gute Nachricht oder eine schlechte für alle anderen Haflingerreiterinnen?

[22:31] Ich weiß ja, wie das ist. Man guckt sich die Starterliste an oder die Teilnehmerliste und guckt, wer hat denn da was genannt. Und Nicole hat sich schon angeguckt, wer da alles Ältere-Sore genannt hat. Und da sagt sie, oh, da habe ich keine Chance mit der Nuki, da reiten wirklich gute mit. Und wenn du die M geritten wärst, da hättest du garantiert ein Schlüppchen geholt. Also ich habe mir gar nicht angeguckt, wer da was reitet, aber ich glaube, die Konkurrenz ist nicht zu verachten. Also es reiten Namen mit, die man kennt. Also von daher, ich glaube, da sind ganz, ganz viele gute Haflinge am Start. Dass ich nicht am Start bin, ist natürlich gut für die anderen. Nein.

[23:10] Ich wäre so gerne dabei gewesen, aber wir haben uns das wirklich nochmal überlegt, das ist halt eine Reise durch ganz Deutschland, also wir haben 850 Kilometer, für zwei L-Tressuren und eine M-Tressur, wo ich dann gesagt habe, dieser Stress, wir müssen einmal übernachten mit dem Pony, wir müssen, also das können wir nicht in einer Strecke durchfahren. Und das ist natürlich für AC auch wirklich anstrengend, der ja sowieso immer so das Problem damit hat, wenn er weg ist von zu Hause, dass der ja sowieso da immer so ein bisschen.

[23:38] Fremdelt und immer ein kleines bisschen Depri ist und nicht frisst und so. Und ich habe mir das auch gut überlegt. Es ist auch eine finanzielle Frage, ob man das macht. Das kostet natürlich auch alles, wenn man einmal mit dem Hänger durch ganz Deutschland fährt. Alleine, wenn man die Spritkosten rechnet, dann, oh Gott, oh Gott. Ja, ja, das stimmt. Also das ist schon viel, viel Geld, was man da für ein Wochenende wirklich auch verprasst. Und wir haben uns das gut überlegt und ich habe gesagt, also….

[24:09] Das tue ich uns nicht an, also wir sitzen auch lange im Auto, das Pony steht lange auf dem Hänger und es ist nur ein ganz normales Turnier. Also es ist keine Meisterschaft, also ja, es ist die Haflingermeisterschaft, aber es ist keine Europameisterschaft oder so, wo ich so sage, okay, das ist ein Event, dafür lohnt es sich auch mal sowas auf sich zu nehmen, so ein weiter Weg. Wann ist man schon bei einer Europameisterschaft dabei? Aber am Ende des Tages ist es ein ganz normales Turnier und da habe ich dann pro Mensch und pro Pferd entschieden und habe gesagt, nee. Also da ist uns der Aufwand zu groß. Wenn wir noch im Schwarzwald gewesen wären, hätte ich es auf jeden Fall gemacht. Noch keine 400 Kilometer hätte ich gemacht, gar keine Frage. Also wir sind ja damals auch zur Körung von AC, sind wir ja auch nach München gefahren auf die Olympia-Anlage, sind morgens losgefahren, am Nachmittag wieder zurück. Das ist alles machbar. Aber wenn man jetzt hier wirklich vom ganzen Norden in den ganz Süden fährt, das ist schon eine ganz andere Hausnummer und wir haben uns dagegen entschieden. Und ich bin auch ein bisschen traurig. Also ich wäre gerne dabei gewesen, allein um alle Leute wiederzutreffen. Also wirklich nochmal so bis zusammensitzen und Spaß haben und alle Leute wiederzusehen. Und man sieht sich ja normalerweise immer nur bei den Hafi-Events.

[25:21] Und ja, dieses Jahr ohne uns, nächstes Jahr in Ruppig der Rot mit uns und natürlich auf der Europameisterschaft mit uns. Egal ob die M-Tour oder die S-Tour, aber auf der EM sind wir auf jeden Fall am Start. Oder wir müssen umziehen. Also das wäre auch noch eine Variante. Oder wir müssen umziehen, ja. Die Frage ist, wir müssen an den richtigen Ort umziehen. Das ist ja dann… Ja, dann müssen wir wieder in die Mitte von Deutschland. Da sind wir eigentlich ganz gut. Oder in den Osten von Deutschland. Es gibt ja so viele Orte, wo man hin umziehen kann, weißt du? Das ist ja, also macht die Augen zu. Berlin ist ja auch schön. Berlin ist auch schön und Wahnsinn, genau. Und Berlin ist wieder so 300 Kilometer näher an Stadelpaura zum Beispiel. So nämlich, ist das so, habe ich noch gar nicht geguckt. Ja, also dann spricht ja viel, also mit Blick auf die, also für eine perfekte Europameisterschaftsvorbereitung wäre ja quasi so ein Trainingscamp Berlin. dann top eigentlich.

[26:17] Jetzt weiß ich gar nicht, was weiter wäre. Also wenn wir jetzt von hier aus nach Ruppig der Rot fahren oder von Berlin aus, ob sich das gleich bleibt oder ob das weiter ist. Das müsste ich nochmal rauskriegen. Also man sieht schon, wenn man einmal so ein Pferde-Heini quasi geworden ist, so wie du und ich, dann richtet sich im Prinzip, also dann ist es quasi nur noch quasi Millimeter bis zu dem Punkt, an dem sich alles im Leben nach diesen Viechern richtet. Und das ist dann die Frage, gut oder nicht gut?

[26:48] Sehr gut. Naja, die einen. Und es ist tatsächlich so. Es ist ja wirklich so. Also auch wenn jetzt Leute sagen, ja, die haben ja echt eine Vollmeise, aber es stimmt tatsächlich, es dreht sich. Alle Entscheidungen sind irgendwie so ein bisschen abhängig davon, wie geht es dann den Pferden. Absolut. Also darum dreht sich wirklich alles. Und man rechnet nur noch in Zeit, wie lange man braucht zu den geilsten Hafi-Events. Und der Punkt ist, dann quasi, wenn man sich mit normalen Menschen darüber unterhält, dann ist der Trick, dass man das in aller Ernsthaftigkeit erzählt, dann lachen sich alle kaputt, die sich da nicht so auskennen und sagen, boah, und dann denken die anderen, der ist ein lustiger Vogel, der hat das mal einen tollen Witz gemacht. Und danach muss man einfach den Mund halten und das einfach so stehen lassen und dann also, dann haben die anderen sich amüsiert, man selber hat nicht die Unwahrheit gesagt und dann so, dann steht es halt so im Raum. Aber es ist leider einfach, es ist halt leider einfach so.

[27:52] Oder was heißt es leider? Es ist leider die Wahrheit. Und ich sage ja immer, im nächsten Leben spiele ich Tennis. Weil es ist auch viel nervenaufreibend, es ist auch viel Ärger, es ist nicht nur Freude und Spaß.

[28:07] Also es gibt auch Menschen, denen man normalerweise nie begegnen würde, wenn man keine Pferde hätte. Ich glaube, diese Spezies, Menschen, die mit Pferden zu tun haben, die gibt es, glaube ich, sonst nirgendwo. Und die sind schon manchmal sehr speziell, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Und das schlägt jetzt die perfekte Brücke zu meiner Zeitschriftenlektüre. Das soll ja nicht umsonst gewesen sein, deshalb möchte ich das jetzt am Ende noch kurz erwähnen. Die allseits geschätzte Cavallo hat unter anderem einen langen Artikel im Blatt, das ist eine Untersuchung zweier Wissenschaftlerinnen aus deiner alten Heimat Rheinland-Pfalz, die Hochschule in Mainz. Und die beiden Damen haben sich mit dem Image des Reitsports in Deutschland, auseinandergesetzt. Ich habe das eben gerade so überflogen. Ich sage mal so die drei wichtigsten Fakten, die mir hängen geblieben sind. Und erstens, das Image des Reitsports in Deutschland ist eigentlich besser, als man so vielleicht annehmen würde. Also die sagen zum Beispiel, die Olympischen Spiele in Paris und die Erfolge der deutschen Teilnehmer, das sei in der Öffentlichkeit schon alles irgendwie gut angekommen. Und so im Großen und Ganzen genießt der Reitsport eigentlich ein gutes Image. Dann haben sie in Stallgemeinschaften gefragt, die Turnierreiter und auch die Freizeitreiter.

[29:33] Und überraschenderweise, fand ich jetzt zumindest, waren sich beide Gruppen einig darin, dass sie daran glauben, Sport und Tierwohl, das ist miteinander vereinbar. Also das Turnierreiter, das Glauben, das hätte ich jetzt mal so unterstellt, aber offensichtlich sind auch die Freizeitreiter in so Stallgemeinschaften, Der Meinung, ja, nee, also ich mache es zwar nicht, aber Sport und Tierwohl, das ist schon miteinander vereinbar. Und dann die Gruppe, die am ehesten sagt, den Reitsport könnte man auch abschaffen, sind Trommelwirbel die Männer.

[30:16] Und das hat mich jetzt da nicht wirklich überrascht. Und die Hauptargumente sind, die stark ausgeprägten Assoziationen, die Männer mit dem Reitsport verbinden, sind Ehrgeiz, Risiko und Geld. Also sprich Verletzungsgefahr und die sind alle nur ehrgeizig, truff und Geld. Also wer könnte das besser nachvollziehen als ich? Ja, absolut. Das sind die Ergebnisse dieser Untersuchung. Also teils überraschend, teils aber auch wieder nicht. Und das Geldargument wird massiv unterschätzt, muss ich auch mal sagen. Aber gut, das steht auf einem anderen Blatt. Haben wir ja auch schon häufiger besprochen.

[31:03] Und dann hat die Cavallo noch eine Frage aufgeworfen. Über viele Seiten hinweg wurden Spitzenreiterinnen befragt, Unter anderem Jessica von Bredow-Werndl, Uta Gräf hat sich da auch geäußert. Was ist der größte Fehler in Ihrem Reiterinnenleben, den Sie so gemacht haben? Und was haben Sie daraus gelernt? Jetzt ist, also da schließen sich zwei Fragen an. Erstens, Skandal, warum wurdest du da nicht befragt? Mit einem Foto oder so? Bitte keine Fotos. Und was wäre deine Antwort gewesen? Ja.

[31:41] Oh je, schwierig. Sternchen? Die meisten Promis haben sich irgendwie so rausgeschwurbelt. Die haben nicht gesagt, das war’s und das habe ich daraus gelernt, sondern ja, das ist ja meistens, sind ja also von Fehlern mit Pferden zu sprechen, das geht ja gar nicht und das ist immer eine Entwicklung und da gibt es Aufs und Abs und also weißt du, das war dann so ein bisschen so der Schwurbelheimer, also nur um jetzt dir die Ängste vor der Antwort zu nehmen. Also, aber du hattest es schon angesetzt. Ja, also ich habe tatsächlich einen großen Fehler gemacht in meiner reiterlichen Karriere. Und zwar habe ich zu einem Zeitpunkt aufgehört, wo ich wirklich gut war, wo ich noch ganz, ganz jung war, wo ich aber dann entschieden habe, man ist Teenager, das erste Mal verliebt und dann ist mir dieses frühe Aufstehen samstags und sonntags, um um sechs Uhr im Stall zu sein und aufs Turnier zu fahren.

[32:35] Das war mir zu viel damals als Teenager und das ist, glaube ich, ein Fehler, den ich gemacht habe in ganz jungen Jahren, dass ich nicht drangeblieben bin, sondern, den Reitsport quasi an den Nagel gehängt habe für mein Teenager-Dasein, für die erste Liebe, die gerade mal drei Wochen gehalten hat, für in die Disco gehen, für Samstags und Sonntags ausschlafen. Und ich glaube, wenn ich damals dran gewesen wäre, dann wäre meine reiterliche Karriere anders verlaufen, aber jetzt ist es so, wie es ist, aber ob das jetzt auch ein Fehler war, man weiß ja immer, man entscheidet ja manche Dinge in seinem Leben, wo man im Nachhinein sagt, oh, hätte ich mal einen anderen Weg eingeschlagen, wer weiß, was dann passiert wäre, also wir gehen ja alle den Weg, den wir gehen und man kann nichts rückgängig machen, aber so im Nachhinein, wenn ich es nochmal entscheiden könnte, würde ich mich, glaube ich, im Teenageralter dann durchbeißen und würde sagen, ja, dann gehe ich halt mal einmal weniger in die Disse und dann muss der Typ halt einmal, mehr auf mich warten und sieht mich halt nicht jeden Tag oder ich ihn. Das wird die Liebe schon aushalten. Also das würde ich heute so entscheiden. Aber natürlich mit dem Wissen, das ich heute habe. Damals hatte ich dieses Wissen nicht. Damals war ich ganz jung.

[33:46] Aber wenn jetzt jemand so davor steht zu entscheiden, Reitsport ist ja auch ein zeitintensives Hobby. Und wenn da jemand vor der Entscheidung steht, Gebe ich das auf, weil es mir zu viel Zeit in Anspruch nimmt? Nochmal gründlich nachdenken, weil, also wenn man dann wirklich so eine lange Pause macht und viele Chancen einfach in dem Alter, die man hat, verstreichen lässt, wenn es darum geht, reiterlich besser zu werden, dann nochmal gründlich überlegen. Okay. Aber sonst, glaube ich, so mit Pferden Fehler gemacht, na klar, mache ich jeden Tag. Also ich glaube, wenn jetzt jemand sagt, er macht keine Fehler mit seinen Pferden bei der Ausbildung, beim Umgang, dafür sind wir alle nur Menschen. Keiner macht es irgendwie böswillig oder so, dass es dem Tier Schaden zumfügt. Aber so kleine Fehler im Alltag, klar, die passieren jedem. Auch mir und die macht, glaube ich, auch jeder. Cool. Jenny, dann denke ich, wir müssen oder wir sollten, wir könnten jetzt einen Strich unter diese Folge ziehen. Wir bedanken uns fürs Zuhören und wir melden uns dann in Sachen hier Booster und Turnierwochenende und was quasi an der Ostsee danach geschah, melden wir uns dann zeitnah wieder. Und bis dahin eine pferdige Zeit alle. Macht’s gut. Tschüss. Tschüss.


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