Damit Dein Pferd nicht krank wird: Das solltest Du beim Anweiden unbedingt beachten

Foto: Mareike Ulreich

Alle Jahre wieder: Es wird Frühling, die Weiden sprießen, und an einem schönen Tag X geht’s im wilden Galopp raus auf die Koppel. Mit Heißhunger stürzen sich die Pferde aufs saftig gedeckte Buffet. Doch das kann auch gefährlich sein und Krankheiten verursachen, wie etwa die Hufrehe oder Koliken. Damit das nicht passiert, ist es wichtig, die Pferde langsam an die Weide zu gewöhnen. In Folge 12 des Pferdepodcasts beantwortet Jenny dazu die Frage von Hörer Thomas, dessen Pferd dieses Jahr sogar seine Koppel-Premiere feiern soll.

Thomas schrieb uns via Instagram:

Hallo Ihr beiden,

ich bin begeisterter Hörer Eures Podcasts und mir drängt sich gerade eine Frage auf, die Ihr ja vielleicht mal thematisieren könnt. Wir haben einen siebenjährigen Haflinger, den wir als Schulpferd übernommen haben und der jetzt noch an einem Stall steht, der uns zu wenig Möglichkeiten bietet. Mitte April / spätestens Ende April ziehen wir mit ihm zu einem anderen Stall. Dort gibt es neben mehreren Paddocks auch große Weiden. Er kennt dies von dem alten Stall nicht und nun machen wir uns Gedanken, wie wir ihn an das Gras gewöhnen, ohne dass er zum Beispiel in die Hufrehe läuft.

Der Bauer des neuen Stalls hat uns natürlich versichert, dass erst sachte angeweidet wird. Wir haben aber trotzdem Angst, dass unser kleiner verfressener Nino sich da etwas übernimmt. Geschweige denn vom Thema Eingliederung in die Herde, aber das Thema hattet ihr ja schon.

Ansonsten, weiter so. Viele Grüße von einem Podcast Kollegen (ich betreibe den Running Podcast) 🙂


Hören kannst Du den Pferdepodcast auf allen großen Podcast-Plattformen, zum Beispiel bei iTunes, Spotify, Deezer, Podcast.de oder TuneIn. Benutze den Fyyd-Skill, um den Pferdepodcast auf Deinem Alexa-Gerät von Amazon zu hören.

Du kannst die neue Folge aber auch über YouTube anhören. Klicke dafür bitte einfach unten auf das YouTube-Video. Viel Vergnügen:


Jenny antwortet auf die Frage von Thomas in der aktuellen Episode des Pferepodcasts (Folge 12 – „Schleife im Posteingang“):

Die Gefahr, dass Nino sich überfrisst, besteht absolut. Haflinger sind ja naturgemäß sehr verfressen, und wenn man den Nino jetzt ohne Vorbereitung auf die Weide lässt, würde er wahrscheinlich futtern bis zum Umfallen. Deshalb würde ich in diesem Fall wirklich ganz vorsichtig an die Sache herangehen. Als Anweidezeit würde ich mir einen Monat vornehmen und mit etwa 15 Minuten am Tag anfangen und diese Zeit nur ganz langsam steigern.

Lasst Euch mit dem Anweiden Zeit und gewöhnt ihn langsam an das Gras. Wenn er das gar nicht kennt, braucht der Stoffwechsel mindestens 14 Tage bis er sich umgestellt hat von normalem Stroh und Heu auf Gras, eher länger. Also habt lieber ein bisschen Geduld und weidet ihn etwas länger am Strick an als dass diese Phase zu kurz ausfällt.

Was auch immer noch viel hilft, ist vorher Heu zu füttern, so dass er schon ein wenig satt ist und nich so heißhungrig auf das Gras losgeht. Und: Je länger ihr den Frühling abwartet, umso besser ist es. Denn umso höher steht das Gras und hat nicht mehr ganz so viele Fruktane und ist nicht mehr so grün und saftig.

Gerade in diesem Fall ist aus meiner Sicht Geduld eine wichtige Sache. Ich würde wie gesagt mindestens vier Wochen einplanen und mit 15 Minuten anfangen und das dann langsam Tag für Tag um fünf Minuten steigern. Schließlich würde ich Nino zwei Wochen lang vormittags und nachmittags jeweils eine Stunde auf die Weide lassen und dann eine Woche lang jeweils zwei Stunden, bevor er wirklich ganztägig aufs Gras geht. Bis dahin müsste es dann auch Ende Mai / Anfang Juni sein und dann steht das Gras erfahrungsgemäß schon relativ hoch, so dass eine Rehe-Gefahr ziemlich gering ist. Jetzt im April / Mai ist diese Gefahr noch erhöht, weil das Gras so grün und frisch ist, und da wäre ich wirklich vorsichtig.

Auch wichtig: Gebt Nino viel Bewegung. Das ist auch noch ein wichtiger Punkt beim Thema Hufrehe oder übergewichtigen Pferden. Bewegung ist das A und O, und so ein Hafi schafft es auch locker, im Alter von sieben zweimal am Tag geritten zu werden. Bewegung ist auch ganz wichtig in dieser Zeit.


Du würdest dem Pferdepodcast gerne finanziell etwas Gutes tun? Das musst Du nicht. Nein, wirklich nicht. Du willst uns trotzdem gerne ein paar Euro zustecken, weil es ja auch technische Kosten gibt und Du magst unseren Podcast halt einfach gut leiden und wir sollen uns jetzt mal nicht so anstellen? Also gut, dann mach mal. Hier:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s