#445 Warum Social Media Dein Reiten verschlechtern kann

Die Turniersaison rückt näher – und damit auch die große Frage: Wie wird sich Benny beim nächsten Auswärtstraining schlagen? In Folge 445 des Pferdepodcasts nehmen Jenny und Chris die Hörer mit zu einem intensiven Lehrgangswochenende mit Trainerin Silke Ramschütz. Zwischen steigenden Pferden, fliegenden Köpfen und einem ziemlich gruseligen Hund hinter Heuballen wird schnell klar: Talent ist das eine – Nervenstärke das andere. Vor allem dann, wenn ein junges Pferd plötzlich merkt, dass die Welt außerhalb des Heimatstalls voller Überraschungen steckt.


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Warum können Reit-Tipps bei Instagram problematisch sein?

Doch genau darin liegt die Herausforderung: Wie schafft man es, einem sensiblen Pferd Sicherheit zu geben, ohne selbst die Geduld zu verlieren? Jenny erzählt offen von Zweifeln, kleinen Fortschritten und dem Gefühl, plötzlich zu erkennen, wie gut sich alles anfühlen kann, wenn Benny loslässt und wirklich mitarbeitet. Und ganz nebenbei wird klar: Die Vorfreude auf die ersten Turniere im Norden wächst langsam spürbar.

Außerdem geht es in dieser Folge um ein Thema, das viele Reiter betrifft – oft ohne dass sie es merken. Gemeinsam mit der österreichischen Dressurtrainerin Nicola Wohlsdorf sprechen Jenny und Chris über die Schattenseiten von Instagram, TikTok und Co. Warum können Reit-Tipps aus Social Media problematisch sein? Weshalb funktionieren Übungen aus dem Internet nicht automatisch für jedes Pferd? Und warum entsteht online oft ein völlig falsches Bild davon, wie Training wirklich aussieht?

Zwischen Turniervorbereitung, Haflinger-Nostalgie und Ostseeplänen steckt diese Folge voller ehrlicher Einblicke in den Pferdealltag – inklusive der Erkenntnis, dass manchmal genau die kleinen Fortschritte die größten sind.em für gute Stimmung sorgt – das hört ihr in Folge 445 des Pferdepodcasts.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hier ist der Pferdepodcast Folge 445. Ich grüße am Vatertag aus dem verregneten Berlin. Wie sieht es im Schwarzwald aus, Jenny? Also wettertechnisch, Koppelwetter. Die Pferde sind draußen. Es gibt Wolken, es gibt Sonne, es gibt Wind. Aber ich finde es ja gut. Und ich mag ja so ein Wetter. Ich kann es nicht so gerne haben, wenn es 30 Grad hat und Sonne. Also ich mag lieber so ein Wetter.

[0:36] Also hat der Wettergott, bereitet der dich mental sozusagen schon auf die Ostsee vor und alle anderen Schwarzwälder, die es gerne 35 Grad Sauna hätten, sind am Kotzen quasi? Genau so. Okay, okay. Warst du schon bei den Pferden heute? Mir fehlt es ja so ein bisschen, das ist ein ganz komisches Gefühl. Feiertag, nicht arbeiten in Berlin, aber trotzdem nicht zu Hause sein. Ja, klar war ich schon bei den Pferden, wie immer. 5.20 Uhr klingelt der Wecker, um 6 Uhr bin ich im Stall und bin alle drei geritten, gemistet, meine ganze Arbeit gemacht und um 11 Uhr bin ich dann fertig. Sehr schön. Ich bin heute Morgen gejoggt durchs regnerische Berlin, habe mir die kleine Folge nach dem Wochenende angehört und musste schon so ein bisschen schmunzeln. Die viele Hörerpost, es gibt übrigens also immer mehr. Wir können das ja dann in der nächsten kleinen Folge vielleicht noch fortsetzen, dieses Spielchen.

[1:36] Aber ich sage mal so, es mehren sich die Anfragen, die so ein bisschen in die Richtung gehen. Mensch, schön, dass man euch im Norden dann auch mal bei den Turnieren sehen könnte. Und es ist also fünf vor der konkreten Frage, wann bist du eigentlich genau wo? Das ist ja das, was du original liebst. Aber man will dich und den Hafi sehen, habe ich so das Gefühl. oder so. Der eine oder andere in der Region sagt, auch wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich mal vorbeigucken. Also ich habe ja schon mal so ein bisschen geguckt, was es denn für Turniere so gibt in der Umgebung. Also ich denke so Anfang, Mitte Juli könnte schon sein, dass ich vielleicht auch mal ein Turnier starte, aber ich weiß noch nicht wo. Also das werden wir aber rechtzeitig sagen, wann wir wo sind. Also dann gucken wir mal, wie die Nordlichter so drauf sind und wir würden uns riskieren, vielleicht sogar mal das Geheimnis zu lüften. Wir sind ja immer so ein bisschen defensiv gewesen, genau zu verraten, wann du wo bist und so weiter.

[2:38] Genau, das gucken wir mal an, wo wir jetzt gerade bei dem Thema Turniere der Norden sind. Wenn wir über so Haflingerturniere gesprochen haben, dann muss man ja sagen, wir haben eigentlich immer über die Haflingerturniere gesprochen, die so für uns auch erreichbar sind und eine Rolle spielen würden, wenn es sie denn gäbe. Man muss ja sagen, er hat ja leider sehr abgenommen mit den Hafi-Turnieren. Es gibt ja kaum noch welche, wenn man jetzt von der EM nächstes Jahr dann mal absieht und so. Aber also gibt es eigentlich so eine Haflinger-Turnierszene? Auch im Norden? Und wir haben es nur links liegen lassen, weil uns der Norden nicht interessiert hat. Gibt es da eigentlich da oben irgendwie was? Ja, ich glaube, also es gab zumindest immer ein Haflingerturnier. Ich glaube, in Paden steht. Aber ich weiß gar nicht so genau, wo das ist. Es ist, glaube ich, eher in Nordsee.

[3:31] Aber das wäre erreichbar. Aber ob es das noch gibt, weiß ich. Dann müsste ich tatsächlich nachlesen, müsste mal gucken, ob es überhaupt noch Haflingerturniere gibt, weil ich glaube, dass sie sind halt jetzt einfach ausgestorben. Also es gibt auf normalen, also auf rasseoffenen Turnieren gibt es noch Haflingerprüfungen, aber reine Haflingerturniere, wie es das noch so vor zehn Jahren gab und dann drei oder vier oder fünf im Jahr, das gibt es leider nicht mehr. Also die ganzen Vereine, ich glaube, das ist einfach zu viel Arbeit, zu wenig Helfer und dann am Ende des Tages nur Haflinge ist dann wahrscheinlich von den Kosten her dann nicht zu stemmen für die Vereine. Und das ist total schade, weil das immer so schöne Veranstaltungen waren und ich habe das immer sehr genossen. Das war unser Urlaub in den letzten zehn Jahren, die Haflinge Turniere. Also das war die einzigen Tage, wo wir weggefahren sind, weil die Pferde dabei waren. Ja, nee, nee, genau, absolut. Und du hast schon recht, selbst wenn es Hafi-Turniere im Norden mal gab, ist ja die große Frage, ob es sie immer noch gibt aktuell.

[4:34] Aber man sieht schon, du wirst dich da neu orientieren müssen und dann demnächst dich auch, es gibt ja im Moment vieles, mit dem wir uns beschäftigen müssen, aber du wirst dann, wenn du da bist, sicherlich dann auch mal einen Blick riskieren, was geht denn hier eigentlich so? Bei euch Nordlichtern turniermäßig. Turniere, das ist ja auch fast das Stichwort jetzt für die Folge, die wir heute aufnehmen. Wir wollen uns nämlich beschäftigen mit der Turniervorbereitung, Von dir und Benni auf seinen nächsten Auftritt bei einem Turnier. Silke Ramschitz war bei uns im Schwarzwald und du hast an einem Lehrgang, an zwei Tagen bist du Lehrgang bei ihr geritten, beide Male mit dem Nesthäkchen. Darüber wollen wir ein bisschen erzählen. Wir haben mal wieder Nikola Wohlsdorf aus Österreich zu Gast, die renommierte Reitlehrerin, Dressurtrainerin aus Österreich. Und es ist ein besonderes Gespräch, weil wir uns nicht irgendwie reiterlich eine Lektion, eine Übung, eine Trainingseinheit rausgepickt haben.

[5:45] Sondern es ist mal was ganz anderes. Wir wollen ja noch Appetit machen. Das ist ein ganz anderes Thema, hat im weitesten Sinne mit Reiten zu tun, auch im engeren Sinne, aber es ist nicht so, wie wir das in der Vergangenheit häufiger gemacht haben, wie reite ich dieses und jenes reiterliche Tipps, sondern es gibt ein Thema, was Nikola sehr am Herzen liegt. Es läuft was falsch mit Social Media. Das ist die Überschrift. Und bevor wir loslegen, spielt jetzt unser Orchestermusiker Manni, den gibt es ja nun auch noch, erstmal die Pferde-Podcast-Hymne und dann geht es los mit Folge 445.

[6:41] Jenny, Lehrgangswochenende bei Silke Ramschütz. Ich habe in der vergangenen Folge schon gesagt, es gibt ganz viele Sachen, die du jetzt zum letzten Mal machst. Im Schwarzwald zumindest. Du hast ja schon erzählt am Ende der Folge, dass du schon angefangen hast, an Silke Ramschütz rumzugraben. Ob nicht vielleicht so ein Urlaub an der Ostsee perspektivisch für sie mal eine gute Idee wäre. und sie hat sich da auch aufgeschlossen gezeigt. Ihr habt Telefonnummern getauscht, aber sie war ja am vergangenen Wochenende nochmal da im Schwarzwald. So ist ja auch schön, so alles wie gewohnt. Man kennt das alles. Das ist ein Satz, den jetzt Benni nicht unbedingt unterschreiben würde. Man kennt das alles. Er ist ja noch relativ neu bei uns und gefühlt ist das für ihn alles so neu und gruselig, dass er halt immer am Rad dreht, wenn du mit ihm irgendwo hinfährst. Und genau deshalb machst du es aber trotzdem mit ihm, weil er soll sich ja ein bisschen dran gewöhnen, weil eigentlich dein Plan mit ihm schon ist, du möchtest mit einem Pferd, das so ein großes Potenzial hat, eigentlich auch gerne Turniere reiten.

[7:50] Lehrgangswochenende mit Silke Ramschütz. Ich sag mal so, es war schon… Anstrengend. Und altbekannte Probleme sind wieder aufgeplockt. Erzähl mal. Ja, es war sehr anstrengend. Er erinnert mich ganz oft an Globus. Bei Globus war ja die Welt so lange in Ordnung, solange jeden Tag alles gleich war. Sobald sich irgendwas geändert hat, war er völlig aus der Fassung und konnte nicht verstehen, wieso ist das heute anders als gestern. Also da erinnert er mich ganz, ganz oft an meinen alten Klobis. Vielleicht macht es die Haarfarbe, beides Füchse, beide so ein bisschen crazy. Aber also der erste Tag war wirklich, ja, wo ich so kurz überlegt habe, warum tue ich das eigentlich alles? Also ich habe nicht den Fehler gemacht, dass ich ihn erst dort sattle oder trense. Ich habe das alles schon zu Hause gemacht, habe meine Stiefel angezogen, den Helm bereitgelegt, die Handschuhe Benni fix und fertig gesattelt und getrenzt, dass ich da nur noch ausladen muss und eigentlich reiten.

[8:52] Ja, also wir kommen schon dahin und das ist ja diese Anlage, die da in diesem Wohngebiet ist, da ist immer jede Menge los. Und rund um den Reitplatz sind die Koppeln, da sind auch die Pferde auf den Koppeln gewesen. Das hat ihn total aus der Fassung gebracht. Also er war wirklich teilweise völlig out of control, ist neben mir gestiegen, wollte sich losreißen, wollte abhauen auf die Koppel, wollte gucken, welche Pferde sind da, was passiert da. Also er war so beeindruckt von der ganzen Umgebung, dass es wirklich schwierig war, ihn zu händeln. Also ich hätte auch nicht aufsteigen können, weil ich konnte ihn kaum halten. Also das war wirklich eine Herausforderung. Und da hat er mir ja auch dann eine kleine Beule ins Gesicht gehauen mit seinem Kopf. Er schlägt dann so wild mit dem Kopf um sich, dass er mich da halt manchmal dabei trifft. Und dann hat er mir ja auch unbemerkt da den Arm so ein bisschen aufgeritzt mit was auch immer, keine Ahnung.

[9:47] Aber die Veranstalter von dem Lehrgang, die haben dann gesagt, ob ich denn auch in die Halle gehen könnte, sie müssten den Platz noch sprengen. Oh ja, gerne, lass uns bitte in die Halle gehen. Und dann bin ich in die Reithalle, da war es ein kleines bisschen besser, aber da war natürlich auch was ganz Gruseliges. Der Hund von Silke, der lief so ein bisschen frei rum auf dem Gelände und in der Halle sind Heuballen aufgestapelt hinter der Bande. Und der Hund lief hinter diesen Heuballen, hin und her, hinter der Bande. Und Benni fand das natürlich total gruselig, was ich auch verstehen kann. Also das ist ausnahmsweise mal was, wo ich jedes Pferd verstehen kann, wenn es sich davor gruselt.

[10:24] Das sind Geräusche, man sieht nichts, aber irgendwas bewegt sich. Auf einmal taucht ein Hund auf, dann ist er wieder weg. Also das war für Benni dann nochmal echt ein Aufreger und hat es ihm total schwer gemacht, an diesem ersten Tag loszulassen. Also er war immer auf der Hut, er war immer, ist da irgendwas, bewegt sich da was, könnte da nochmal vielleicht ein Hundegespenst aus der Bande rausbrechen und mich fressen. Das war also wirklich extrem schwierig, ihn da an diesem ersten Tag dazu zu kriegen, dass er mir seine Aufmerksamkeit schenkt. Wir haben ganz viel daran gearbeitet, dass er loslässt, dass er wirklich vorne ran zieht. Und er macht das ja auch ganz gerne, dass er immer so ruckartig versucht, mir die Zügel aus der Hand zu ziehen. Dass er immer so ein bisschen, ja, ich will nach vorne, aber er macht das sehr, sehr grob. Und ich habe bisher das so gemacht, dass ich die Hand einfach hingestellt habe und gesagt habe, nix da, du bleibst da. Und es wird hier auch nicht rumgeruckelt. Und jetzt haben wir mit Silke gemeinsam, also am ersten und am zweiten Tag erarbeitet, wie wir ihm klar machen, du sollst da vorne hin, aber ein bisschen sanfter, nicht so grob mit mir sein. Und Silke hat mir gesagt, wenn er da wirklich ruckelt, dann spiel ein bisschen mit dem Ringfinger, mit beiden Ringfingern, bewege das Genick, guck, dass er im Genick locker wirkt, bewege das Gebiss und schau, dass du ihn locker im Genick kriegst und er soll einfach nur nach vorne unten.

[11:51] Und das belohnst du, dann wirst du ganz weich mit der Hand. Nicht einfach nur stehen lassen und er ruckt dann gegen meine Hand, sondern wirklich ihm zeigen, ja, du sollst nach vorne ziehen. Du sollst auch an meiner Hand nur ein bisschen weniger Druck und ein bisschen sanfter. Und das hat er zeitweise schon ganz gut verstanden. Silke sagt, es ist ein längerer Weg, das geht nicht innerhalb von drei Tagen. Ich soll das einfach mal so vier, sechs Wochen immer wieder probieren und immer wieder darauf achten, dass wenn er versucht, mir die Zügel wirklich so ruckartig aus der Hand zu ziehen, dass ich dann sage, ja, du darfst nach vorne, aber ich lasse, also ich begrenze das schon, indem ich halt sage, also du darfst nach vorne, aber nicht so viel, wie du willst, sondern wirklich versuchen mit ganz feiner Hand ihm diesen Weg nach vorne unten zu zeigen, dass er versteht, das ist richtig, was er macht. Also nach vorne ranziehen schon, aber halt ein bisschen so, wie ich das möchte.

[12:48] Hast du es jetzt so erklärt, dass es jeder versteht, Oder muss man da noch mehr? Ich habe an der Bande gestanden und habe nicht ganz verstanden, was ihr da macht. Jetzt verstehe ich es total.

[13:01] Also ein Satz von Silke aus dem Zusammenhang ist mir irgendwie so haften geblieben, dass sie gesagt hat, das Allerwichtigste ist, dass du erstmal dafür sorgen musst, er muss locker im Genick sein. Oder habe ich mich da, also erinnere ich mich da richtig an die Stelle? Also ich glaube, das Genick spielt, also sein Genick spielt eine große Rolle bei diesem ganzen Prozess. Genau, er ist so ein bisschen fest im Genick. Also das ist natürlich, er muss im Genick beweglich bleiben. Also ich muss ja die Stellung fordere ich ja im Genick und will ja auch nicht den Hals rumziehen. Und da ist er immer so ein bisschen, wenn seine Aufmerksamkeit nicht bei mir ist, dann wird er ganz starr im Genick und dann stellt er den Kopf so hin und dann hat er diesen falschen Knick quasi. Also er lässt nicht fallen aus dem Widerest, sondern stellt wirklich nur den Kopf da vorne hin, zieht aber nicht reell an die Hand dran und macht auch sich nicht, also die Nase kommt nicht nach vorne, er wird dann tendenziell zu eng. Und genau das müssen wir als erstes erreichen, dass der an die Hand zieht und dass der im Genick locker wird, dass ich ihn jederzeit am kleinen Finger stellen kann, also dass ich das Genick stellen kann in der Bewegungsrichtung oder auch mal nach außen stellen, aber da muss er einfach, er muss im Genick nachgeben, dass er den Rücken aufmachen kann und dass er wirklich reell über den Rücken an die Hand zieht. Das ist oberste Priorität.

[14:25] Und das kann man stimulieren mit den Händen? Ja, das kann man, indem man das Gebiss immer so ein bisschen bewegt, dass man die Hand nicht ganz so starr da hinstellt. Die Hand soll zwar schon ruhig sein, aber trotzdem auch die Bewegung des Pferdes zulassen und vor allem halt auch dieses lockere Genick fördern und fordern. Und wenn die Hand halt wirklich ganz starr da stehen bleibt, dann bleibt auch das Genick starr da stehen. Und mittlerweile ist es ja wirklich so, dass man auch so diese, ich nenne sie ja immer diese Gummipferde, die neuen, die modern gezüchteten Pferde, die sind ja super beweglich normalerweise, auch im Genick und im Hals und bei Benni ist es wirklich das Problem, der ist auch super beweglich zu Hause, ist das eine ganz andere Sache, wenn ich zu Hause reite, als wenn ich irgendwo fremd bin. Und wir müssen ja lernen, dass wenn er auswärts ist, auch da zum Loslassen kommt und dass er auch da zulässt, alles klar, bleib doch locker, mach dich doch nicht so fest da. Das ist ja unser Hauptproblem. Zu Hause haben wir dieses Problem gar nicht so. Also da ist er wirklich super locker im Genick, da lässt er sich stellen und biegen, dann kann ich Wolken reiten. Also da ist er wirklich durchlässig und zieht vorne ran, solange alles gleich ist. Also es darf sich halt nichts verändern. Wenn irgendwo eine Blume anders steht, dann ist das für ihn schon mal, okay, du hast gesehen, das ist anders als gestern. Da muss ich mich erst mal aufregen.

[15:49] Also er erinnert mich wirklich sehr an Globus. Der war auch so, wenn ein Brett in der Hallenbande ausgetauscht wurde und das hatte eine andere Farbe, da ist der zwei Wochen da nicht vorbeigegangen. Ein Wahnsinn. Aber okay, ich lerne, man kann sozusagen, wenn es dieses Problem dann gibt, dann kann man mithilfe seiner Hände und mit den Zügeln und mit dem Gebiss kann man sozusagen das Pferd animieren und ihm den Weg auch zeigen und ihm zeigen, was man will.

[16:17] Und ihr seid zumindest, also auch wenn es nicht jetzt ein Selbstläufer war und sofort alles geklappt hat, aber Schritte in die richtige Richtung haben dann schon funktioniert, das muss man ja schon sagen. Ja, absolut. Also es war auch am zweiten Tag, war es im Handling viel, viel besser. Also er war sehr viel ruhiger, immer noch nicht entspannt, aber nicht mehr ganz so auf der Zinne wie am ersten Tag. Wir haben aber auch, also ich lasse ihm aber auch keine Zeit, sich die Umgebung anzugucken, sondern es geht immer direkt weiter. Also du brauchst gar nicht klotzen, weil es geht sofort weiter. Je länger ich ihm Zeit lasse, seine Umgebung wahrzunehmen, umso mehr spult er sich auf und umso mehr findet er die Umgebung. da ist ja auch noch was und da auch noch was und da habe ich noch gar nicht hingeguckt. Also ich habe festgestellt, wenn ich das total ignoriere und einfach immer weitermache und ihn gar nicht zur Ruhe kommen lasse, ist es viel besser im Handling. Also wir müssen sofort weitermachen. Einfach aussteigen, Pause machen und erst mal ankommen lassen ist keine Option. Weil er kommt nicht an. Also je länger er ankommt, umso mehr spult er sich auf. Deswegen ist jetzt so die Methode aussteigen, es geht sofort los. Gar keine Zeit lassen, irgendwie sich aufzuregen oder so. Und am zweiten Tag war das auch viel, viel besser. Ich bin direkt in die Halle, bin direkt aufgestiegen und losgeritten und habe auch sofort angefangen, so ein kleines bisschen.

[17:42] Ihn zu arbeiten, im Schritt schon. Also wo ich schon versucht habe, jetzt lass mal los, bleib mal locker, mach dich mal lang und streck dich wirklich mal an meiner Hand. Und das war natürlich am zweiten Tag, die Einheit war wirklich toll. Also wir sind richtig zum Arbeiten gekommen, wir konnten Übergänge reiten und er hat so richtig schön den Rücken aufgemacht, hat an die Hand gezogen, hat losgelassen, also da hat es wirklich viel, viel Spaß gemacht. Und dann hat man wieder so eine Idee davon, wie es sein könnte, wenn er auch auf dem Turnier loslässt also es ist wirklich eine Freude dieses Pferd zu reiten, das macht so viel Spaß, Aber da ist dann der Gedanke, du beschäftigst ihn, bevor die Umwelt ihn beschäftigt, weil das funktioniert sehr zuverlässig, auch bei ihm, also die Umwelt, die Umwelteinflüsse, er ist da sehr empfänglich dafür.

[18:31] Also eigentlich ist es fast so ein bisschen so nach dem Motto, ich rede jetzt und er lässt sich dann aber auch von dir ablenken und das ist so ein bisschen der Weg gewesen. Man weiß ja immer nicht so ganz genau, ob es alleine daran lag, sondern ob vielleicht auch einfach, also man guckt in so ein Pferd ja wirklich nicht rein, ob dann möglicherweise einfach vielleicht irgendwie Reize, die am Tag vorher da waren, an dem nächsten Tag möglicherweise nicht da waren. Das Pferd, ich erinnere mich, am ersten Tag ist irgendwie so ein Pferd um den Reitplatz rum auf die Koppel galoppiert oder so. Da ist er schier ausgetitscht. Genau. Es ist so ein bisschen, tja, es steht immer nicht drauf, quasi, also es gibt keinen Beipackzettel, auf dem man ablesen kann, warum er sich jetzt gerade aufregt und warum er sich am nächsten Tag nicht aufregt. Aber tatsächlich, also wenn du sagst, okay, eine Lehre war so ein bisschen, du nimmst das Heft des Handelns in die Hand und beschäftigst ihn.

[19:30] Und dass das dann im Zweifelsfall, also Stand jetzt, glauben wir, dass das dazu beigetragen hat, dass der zweite Tag besser gelaufen ist als der erste. Das können wir mal so festhalten. Du hast das ja gemacht, also zum einen natürlich, weil du sowieso mit ihm arbeiten willst und mit ihm weiterkommen willst. Aber es gibt auch quasi konkret nochmal ein Turnier, bei dem du mit ihm starten könntest. Ich weiß gar nicht, ist es dann am nächsten Wochenende? Also wenn der Podcast jetzt an diesem Wochenende rauskommt, dann das nächste? War das so? Genau, an dem Pfingstwochenende sind es zwei Turniere. Ah ja, okay. Also an zwei unterschiedlichen Tagen. Zweimal Dressurpferde A, also Freitag und Samstag. Und eigentlich wollte ich auch beide Prüfungen reiten. Du traust dich was. Ja, ich habe aber jetzt schon ein ganz liebes Angebot von der lieben Lisa. Sie würde mich sogar begleiten. Da bin ich ja froh, wenn ich jemanden dabei habe, der mit mir fährt. Vor allem, wenn ich mit dem Benni fahre. Da fahre ich nicht so gern allein, weil wenn irgendwas ist und man ist so ganz alleine, dann ist das immer irgendwie doof. Aber Lisa hat angeboten, ich kann dich begleiten. Oh ja, das nehme ich gerne an. Normal fahre ich ja lieber alleine aufs Turnier. Ich kann ja immer keinen gebrauchen, der mich zulabert. Aber in dem Fall bin ich froh, wenn jemand mitkommt.

[20:49] Und wir fügen hinzu, jemand, der nicht ich ist. Ach, auch wenn du dabei bist, reicht ja auch schon. Ich brauche ja meistens auch nur mentale Unterstützung. Und sollte irgendwas passieren, dann ist man nicht so allein und hat noch jemanden da, den man kennt. Du bist ja freundlich heute, diese Harmonie. Ich bin ja quasi, ich bin ja restlos. Hast du gar nicht verdient? Ja, natürlich nicht. Aber trotzdem ist es ja keine Selbstverständlichkeit, dass du so friedfertig bist. Toll. Jenny, bevor wir zu Nikola kommen, warte mal, ich hätte ja sogar den, ich habe ja hier den Klimperkasten vor mir, man könnte hier so einen T-Wechselknopf, könnte man ja, warte mal, ich gucke mal, ob ich den hier auf die Schnelle, na klar. Ne, ne, ne.

[21:36] Was machen denn die anderen? Kurz nochmal gefragt, bevor wir zu Nicola kommen. Ey, sie ist super gut drauf. Also das Wetter ist natürlich seins jetzt, mit viel Wind, nicht mehr so warm, kein Husten. Und dann ist er natürlich ganz, ganz anders drauf. Also das macht im Moment sehr viel Freude. Und Klexi, Klexi habe ich jetzt wieder so in die Arbeit genommen. Der läuft wirklich schön. Also der lässt sich nicht so bitten, der läuft freiwillig vorwärts. Also es macht sogar im Moment Spaß, ihn zu reiten. Also den baue ich jetzt so langsam wieder auf, weil der hat ja schon auch wirklich lange Zeit jetzt nicht mehr so arg viel gearbeitet. Also auch so mal langsam wieder in die Versammlung gehen und so. Das fangen wir jetzt so langsam wieder an. Und er lässt es auch ganz willig geschehen. Also ich bin ganz erstaunt, wie leistungsbereit er ist. Also der ist auch topfit, also kein Husten, kein Anzeichen dafür, dass er irgendwie Probleme mit der Lunge oder mit der Luft hat. Also es ist alles, alles fein. Aufgewärmte Beziehungen sind ja, also ich sag mal so, nicht immer eine gute Idee in dem Fall freut es ja mein Herz, dass das in dem Fall ganz gut klappt. Ja, dein Herz wird auch wieder sich nicht freuen das ist aber ein Geheimnis, das ich dir noch nicht verrate.

[22:59] Uiuiui Jetzt hab ich dreimal schon den Themenwechselknopf gedrückt und du hast immer reingesammelt so, jetzt aber und auch, weil ich das weil du wahrscheinlich jetzt was sagen könntest, was ich gar nicht hören will. Und deshalb sagst du es jetzt auch nicht. Nee, ich sag es auch nicht. Du sagst es auch nicht, genau. Und schweige bitte für immer. Nein.

[23:22] Jenny, es gibt ja kein größeres Social-Media-Opfer, möchte ich fast sagen, das ich so kenne zumindest, als du das bist. Also es ist ja Wahnsinn. Du hast eben gerade gesagt, um 5 Uhr noch was klingelt dein Wecker. Ich bin auch Frühaufsteher, aber du bist tatsächlich meistens noch ein bisschen früher wach. Meistens, wenn ich die Augen aufschlage, liegst du neben mir im Bett, hast den ersten Kaffee, das iPad vor der Nase und du hast soziale Netzwerke offen und ich sehe Pferdeärsche, um es jetzt mal so einfach platt zu sagen. Du bist schon so ein Social-Media-Opfer, muss man sagen, ne? Na, ich bin ja kein Opfer, also, aber ich gucke immer so, also bei Facebook bin ich ja total passiv, also ich poste nie was, ich bin ja quasi unsichtbar, aber ich will ja immer gucken, ich bin ja neugierig, deswegen muss ich immer gucken, was die anderen so machen. Und dann gucke ich da mal, ach guck mal, der war da und der hat das gemacht und der sucht jenes und der sucht selten. Und manchmal kommen dann ja auch Verbindungen zustande, die man gar nicht erwartet hätte. Also von daher finde ich so die Social Media so zum Kontakten und Networking finde ich das wirklich toll. Das sind die positiven Seiten von Social Media.

[24:43] Gucken, was die anderen so machen, auch eine gute Idee. Aber, und da sind wir genau beim Thema, das ich heute mit Nikola Wulzdorf aus Österreich besprechen will, aber beim Gucken von dem, was andere so machen, gibt es auch Gefahren und das ist unser Thema heute. Herzlich willkommen nach Österreich. Hallo Nicola, schön, dass du wieder bei uns bist. Vielen Dank wieder für die Einladung. Ich freue mich wirklich, wieder da sein zu dürfen. Die Freude ist auf unserer Seite. Unseren Hörerinnen und Hörern bist du ja, sofern sie uns schon länger hören, sehr wohl bekannt. Ich sage es vielleicht nochmal, weil es kommen ja auch immer wieder neue Leute bei uns im Podcast dazu.

[25:29] Nicola Wohlsdorf, renommierte Menschen. Dressur-Trainerin aus Österreich, selbst sehr erfolgreiche Reiterin und du bist regelmäßig bei uns zu Gast und eigentlich ist bei uns so die Überschrift, wir picken uns Kleinigkeiten raus, auch aus dem, was du in deinen Dressur-Einheiten weitergibst an deine Schülerinnen und Schüler. Und das Ziel ist es so ein bisschen, dass auch unsere Hörer davon profitieren können, reiterlich besser zu werden und insofern fällt das, was wir heute besprechen, so ein kleines bisschen aus dem Rahmen, denn es geht ausnahmsweise mal nicht um konkrete reiterliche Dinge, sondern es geht um das Stichwort Social Media, Instagram, TikTok und es gibt da Entwicklungen, von denen du sagst, das ist nicht gut, das kann nicht, Am Ende des Tages Menschen sogar reiterlich in ihrer Entwicklung ein bisschen Schaden. Schaden, großes Wort jetzt, aber es geht schon in diese Richtung und von daher finde ich total gut. Fangen wir doch vielleicht mal am Anfang an, weil du hast auch vorgeschlagen, dass wir darüber heute mal sprechen. Was war denn so der auslösende Moment? Was ist denn die Entwicklung, die du siehst, von der du sagst, da läuft möglicherweise was nicht in die richtige Richtung? Wovor möchtest du warnen?

[26:59] Ja, mehr dadurch, dass ich viel mit meinen Followern auch in Kontakt bin und viel mit ihnen schreibe, habe ich einfach eine Entwicklung gemerkt, von dem ich habe mir ein Video angeschaut, da wird gesagt dies und das. Oder ich habe mir den Tipp aus Instagram geholt, das muss doch jetzt so funktionieren.

[27:22] Und ich finde das einfach so gefährlich, weil der Reiter, der ein Problem hat, aber er hat noch nicht die Erfahrung zu wissen, wo ist die Ursache des Problems. Nehmen wir jetzt zum Beispiel das Pferd drückt hoch. Dann hat er einen Tipp sich angeschaut, mehr Wolken reiten. Aber der Tippgeber hat diesen Tipp für sein Pferd gemacht, der genau weiß, wo das Problem bei seinem Pferd liegt. Und derjenige, der das Video jetzt anschaut, weiß aber nicht, ob die Ursache des Problems dasselbe ist. Das heißt, es könnte jetzt zum Beispiel sein, dass das Pferd zu wenig Biegung hat, dann würden wollten helfen. Wenn das Pferd aber jetzt prinzipiell zu wenig Zug hat.

[28:14] Oder der Sattel nicht passt oder das Gebiss nicht passt oder weiß Gott was, da gibt es ja hunderttausende Möglichkeiten, dann macht er das Ganze vielleicht noch viel schlimmer. Ist frustriert, das Pferd wird noch frustrierter und fester und das ist ein Teufelskreis und das wird dann immer mehr und immer mehr und immer mehr, anstatt dass es in die richtige Richtung geht. Das muss jetzt nicht bei allen so sein, aber ich finde diese kleine Essenz dazwischen, dieses Verständnis für das Problem, das fehlt einfach. Und es kann ganz entscheidend sein, wenn ich dich richtig verstehe. Also es kann sogar darüber entscheiden, ob das Ganze zu einem Erfolg führt, ist nicht ausgeschlossen, dann hat man aber Glück gehabt, so ein bisschen. Genau, genau.

[29:01] Das geht ja so weit, hast du mir im Vorgespräch verraten, und das habe ich selber tatsächlich noch nicht gesehen, dass manche Influencer, und die sollen nicht gebasht werden, weil das Einstellen von Inhalten bei Social Media, ich glaube, das macht am Ende des Tages in welcher Form auch immer, aber das machen ja ganz viele und das ist ja auch erstmal gar nicht schlimm. Aber du sagst, dass manche Influencer sogar so weit gehen, dass sie regelgerechte Trainingsprogramme in ihren Feeds einstellen. Aus deren Sicht macht es ja auch total Sinn. Also die Leute bleiben ein Stück weit dran, aber du sagst, auch das ist nicht ganz ungefährlich sozusagen.

[29:47] Genau, es ist ja natürlich wichtig und das finde ich auch gut von der Entwicklung und von dem Gedanken, man möchte sich fortbilden. Man möchte Ideen bekommen, man möchte sein Training abwechslungsreich gestalten. Das ist auch alles wirklich gut, sich da mal Inspiration zu holen. Absolut. Aber wir sind halt trotzdem wieder bei dem Kernpunkt des Verständnisses, ob das im Moment auch das Richtige ist, um mich mit meinem Pferd weiterzubekommen. Du hattest ja gesagt, es gibt so regelrechte Karten, die man da ziehen oder die angeboten werden, regelrechte Programme. Heute reitest du das. Genau, genau. Also das sind Karten. Da kann man sich dann, entweder zieht man eine oder man sucht sich eine raus, wo dann vorgeschlagen wird, heute reiten wir Übergänge, Trabverstärkung, versammelter Trab.

[30:42] Und ja, wenn der Rücken da ist, wenn das Pferd an den Hilfen ist, wenn das Pferd gerade gerichtet ist, wenn man auf dem Niveau ist, das reiten zu können. Und das finde ich halt so diese Gefahr dahinter, dass dann vielleicht jemand denkt, das muss man jetzt so machen und er ist aber noch gar nicht so weit, aber es wird halt gesagt, das sollte man reiten und das finde ich so gefährlich einfach dieses, Mittelstück fehlt für mich einfach dieses wirklich, okay, das ist jetzt das Richtige, um mich in meinem Training mit meinem Pferd in der Ausbildung weiter zu bekommen. Ja. Eigentlich ist es das, was fehlt, ist sozusagen so dieser Rückkanal, also dieses Feedback, dass man quasi weiß, wo steht denn derjenige, der sich das Ganze anschaut. Und ich ahne mal, weil du ja auch Online-Unterricht durchaus gibst, auch du hast ein Instagram-Feed und so weiter, aber ich sag mal so, du kennst halt deine Schülerinnen und Schüler und weißt quasi um deren Fähigkeiten, Probleme. Und dann wird es auf einmal zu einem anderen Spiel, in Anführungszeichen.

[31:56] Genau, das ist eben der entscheidende Punkt, der dazwischen fehlt, ist der Trainer, der sagt, ja, genau das ist das, was du jetzt mit deinem Pferd machen sollst, damit du weiterkommst. Das ist im Prinzip dieses Mittelstück, dieses Feedback. Es ist ja auch völlig okay, man kann ja nicht auf die Welt kommen und alles wissen. Wir wollen uns ja alle fortbilden, wir müssen uns alle fortbilden und das dauert halt seinen Weg und es wird immer jemanden geben, der besser ist als einer. Und da muss man sich dann das Feedback holen und schauen, ob das auch wirklich das Richtige ist. Und das finde ich einfach so wichtig. Es ist immer gut, sich vorzubilden, es ist immer gut, sich Ideen zu holen, aber trotzdem diesen kleinen Punkt nicht zu vergessen, ob das jetzt genau das Richtige für mich und mein Pferd ist. Das finde ich einfach so wichtig. Also möglicherweise ist das ja auch einfach ein Weg, damit umzugehen, weil das, was du sagst, ist ja eigentlich auch kein Appell, schaut euch das alles nicht mehr an, sich sowas anzuschauen.

[33:02] Dagegen ist ja überhaupt gar nichts einzuwenden, aber es geht um dieses, ich habe im Hinterkopf, ich muss abschätzen können, hilft mir das oder schadet mir das, oder, wenn ich dich richtig verstehe? Ganz genau, ganz genau. Es ist natürlich toll, sich das anzuschauen. Man soll sich auch immer gute Reiter anschauen, um einfach diese Bilder in den Kopf zu bekommen, dass man sieht, wo möchte ich hin, wie soll es aussehen, wie hätte ich das gerne. Das ist natürlich, also ich sage immer, man reitet um drei Klassen besser, wenn man wo reitet, wo ganz viele gute Reiter sind. Deswegen finde ich das auch gut, dass man sich das anschaut. Aber genau wie du sagst, eben dieses Wissen, ist das im Moment der richtige Weg? Tipp, die richtige Übung für mich oder eben noch nicht. Ja, wir haben diese Frage nicht abgesprochen vorher, trotzdem stelle ich sie. Gibt es Anbieter, Instagram-Accounts, Influencer, Menschen, die solche Videos posten, von denen du sagst, das sollte man sich vielleicht sogar anschauen, irgendwie ein Account, den du besonders empfiehlst?

[34:11] Wo werden interessante Inhalte angeboten? Weil ich sage mal so, es gibt ja auch so den Effekt, dass manche wirklich nur das zeigen, was ganz toll funktioniert und so, wo man dann auch so seine Zweifel haben kann. So nach dem Motto, jemand, bei dem alles funktioniert, das ist ja auch nicht natürlich. Also das ist oft so ein Ding, jeder versucht sich so in einem super positiven Licht darzustellen und ist, glaube ich, auch ein großes Problem von Social Media. Dass Leute, die sich das angucken, dass das dazu führt, oh Gott, oh Gott, ich fühle mich selber ganz schlecht, weil bei mir funktioniert es halt nicht immer so toll. Klammer auf, Klammer zu, bei denen, die das abschicken, bestimmt auch nicht. Die zeigen es dann halt nur nicht bei Social Media und deshalb entsteht ein falscher Eindruck. Trotzdem die Frage, also gibt es irgendwie was, was du so empfehlen könntest oder vielleicht eine Strategie oder so?

[35:05] Ich finde das eine ganz schwierige Frage, weil ich muss leider gestehen, ich bin selber sehr wenig. Also ich schaue schon meine zwei, drei Influencer an, einfach zum Entspannen und sonst stresst mich das meistens, manchmal nur. Ich schaue irrsinnig gern die Beatrice Mary, schaue ich irrsinnig gerne an, weil sie einfach wirklich sehr ehrlich zeigt, wie es ist und auch mal zeigt, wie viel schief gehen kann und dass das Pferdeleben halt das Pferdeleben ist und nicht jeder Tag eitler Sonnenschein ist, sondern man genauso mit Schwierigkeiten umgeht. Und das ist einfach so beim Reiten. Es sind Pferde, sie sind talentiert, in sich wehzutun. Und was ich natürlich auch toll finde, ist der Augenhausen-Glub. Das ist natürlich, also keine Frage, das ist einfach vom Reiterlichen einfach toll. Kann man gar nicht sagen. und wem ich natürlich auch irrsinnig gern folge, ist einer Isabel Wert, weil ich sie einfach als Person unglaublich faszinierend finde. Ja, also das sind dann schon sozusagen das, was du vorhin auch gesagt hast, sich die wirklich guten Weltklasse-Reiteren anzuschauen. Davon kann man eigentlich nur profitieren. Auch da gilt natürlich, alles blind nachzumachen. Was die machen, holt nicht unbedingt mich an dem Punkt ab, an dem ich bin, sogar mit ziemlicher Sicherheit nicht. Dann würde ich auch noch einen Tipp geben. Ich breche mal eine Lanze. Du weißt ja, ich bin Journalist und ich würde eine Lanze brechen für Journalisten im Bereich Reitsport.

[36:35] Ich habe den Cavallo-Account, auch wenn es jetzt blöd ist, aber den schaue ich mir auch immer an. Und ich finde, die machen das eigentlich ganz gut, dass sie auch Inhalte, die sie in ihren Publikationen haben, das bereiten die für Instagram ganz schön auf und auch aktuelle Diskussionen und so, die generell im Reitsport laufen. Also ich finde es immer ganz cool, wenn sich Leute, die sich da auch dann professionell damit beschäftigen und sagen, hey, das ist ein Thema, da legen wir jetzt mal einen Schwerpunkt drauf oder da gucken wir mal hin oder wir haben jemand, der wirklich gute Tipps weitergeben kann und machen so eine Essenz dann bei Social Media. Das finde ich eigentlich auch mal ganz, ganz gut. Also ich breche mal eine Lanze für die professionellen Medienschaffenden in diesem Reitsport-Game. Das stimmt. Nein, da gibt es schon ganz tolle, da hast du absolut recht. Also ich finde halt immer, man muss ein bisschen auf die Professionalität schauen der Leute.

[37:30] Das ist, glaube ich, ein ganz guter Tipp. Cool. Dann, wir haben uns vorgenommen, zehn Minuten zu sprechen. Wir sind schon wieder ein bisschen über, ich stelle fest, wir schießen immer so ein kleines bisschen über die Zeit, aber nicht viel diesmal. Wir waren sehr diszipliniert. Augen auf bei Instagram und Co. Das ist vielleicht so das Schlagwort, das man unter unser Gespräch so schreiben kann. Anschauen, total sinnvoll, aber so ein bisschen im Blick haben, was ist eigentlich genau mein Problem und vielleicht sogar tatsächlich auch auf dem Zettel haben, dass wenn man da allzu blind folgt, dass man damit Dinge sogar nicht nur nicht verbessert, sondern möglicherweise auch Dinge sich zum Schlechteren wenden.

[38:15] Nicola, fand ich einen total guten Gedanken. Ich danke dir für das Gespräch und wir hören uns bald wieder. Freut mich. Ja, es war sehr schön wieder. Und danke für die Einladung und ich freue mich aufs nächste Mal. Nicola Wohlstorf, Dressur-Trainerin aus Österreich bei uns im Pferde-Podcast. Wer mehr über Nicola und ihre Angebote wissen will, wir verlinken das wie immer in den Shownotes. Gerne mal draufschauen auf die Website von Nicola. Auch sie ist in sozialen Medien vertreten natürlich. Also wer Kontakt knüpfen will, interessiert ist an dem, was Nicola tut, dann gerne bei uns vorbeischauen.

[39:01] Und Jenny, das war Folge 445 des Pferdepodcasts. Unser Umzug an die Ostsee rückt näher, Aber ein bisschen was gibt es auch noch zu erledigen im Schwarzwald. Die letzten Turniere, die vorerst letzten Turniere mit deinen Pferden, mit Benni im Speziellen jetzt an Pfingsten. Also es wird nicht langweilig bei uns. Und jetzt genießen wir erstmal eines unserer letzten Wochenenden im Black Forest. Ja, und die liebe Nicole feiert ihren 39M- oder so Geburtstag am Timmendorfer Strand. Finde ich voll gut. Ja, ja. Ist die schon so alt, 39? 39 M oder 39 L oder K, ich weiß gar nicht, ich müsste zählen. Ja, und über den Geburtstag sind die beiden bei uns an der Ostsee. Das ist ja Wahnsinn. Da freue ich mich sehr. Ja. Ist das jetzt festgezohrt mit Ihrem Gedönsminister? Mit Ihrem Gedönsminister, dann kannst du vielleicht mal gucken, ob du ein bisschen frei hast und deinen Arsch aus Berlin an die Ostsee schwingst. Hashtag Küstennebel, sage ich dazu nur. Genau. Wir wohnen noch nicht mal dort und kriegen schon Besuch. Ist das nicht geil? Das ist ja Wahnsinn. Und wir kriegen Küstennebel. Das ist super. Wenn du mich nicht hättest, wärst du ganz einsam und alleine.

[40:27] Naja, naja, vielleicht. Also, da denke ich, da habe ich jetzt mal was drüber, wo ich drüber nachdenken kann. Ich weiß jetzt noch nicht, was ich mache. Ich fahre jetzt vielleicht mal an den Alexanderplatz und gucke mal, ob der Fernsehturm noch steht und so und genau, und ob die Pferde auf dem Brandenburger Tor noch da sind. Ich fahre jetzt auf den Berg und trinke ein Säckchen. Muss ja meinen Geburtstag noch ein bisschen feiern. Sehr gut. Das ist ja wie so Autokraten irgendwie. Die feiern auch nicht einfach Geburtstag, sondern die feiern Tage und teilweise wochenlang Geburtstag. Da sind dann quasi auch alle Straßen hin zum königlichen Palast, sind dann mit so Fähnchen geschmückt und so. Ist es auf dem Weg zum Berg? Also es könnte schon sein, dass da dann so Jenny-Fähnchen hängen und so. Ach was, die meisten haben meinen Geburtstag vergessen. Und ich habe jetzt gesagt, wir trinken heute einen Geburtstagssenk. Ach, du hattest Geburtstag. Ja, aber es ist schon lange her. Aber wenn du sagst, ich habe Sekt dabei, dann kommen alle. Dann kommen sie alle. Egal zu welchem Anlass. Sekt, alles klar, wir kommen. Egal, wer Geburtstag hatte und wann. Getreu dem alten Schwarzwald-Motto, trinke mal, Arne, a la gut. In diesem Sinne, a la gut. Das war Folge 445. Macht’s gut. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss.


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