
Jenny und Chris gehen in Folge 461 einer Frage nach, die wohl jeder Reiter schon einmal gestellt oder gehört hat: „Das Pferd lief heute einfach nicht.“ Aber stimmt das wirklich? Oder liegt die Wahrheit viel häufiger im Sattel als unter ihm? Die beiden sprechen darüber, warum gutes Reiten oft bedeutet, sich selbst kritisch zu hinterfragen, statt die Verantwortung vorschnell dem Pferd zuzuschieben.

Eure „Ausbrecher“-Storys bei uns im Podcast
Außerdem gibt Jenny einen ausführlichen Einblick in das aktuelle Training mit AC/DC und Benny. Vom Dressurtraining auf dem freien Feld über erste Springpläne bis hin zu den nächsten Turnierüberlegungen wird deutlich, woran gerade gearbeitet wird und warum ein klarer Trainingsplan oft wichtiger ist als möglichst viele Lektionen.
Natürlich dürfen auch die Geschichten aus der Community nicht fehlen. Nach AC/DCs Ausbruch aus der Koppel erzählen zahlreiche Hörerinnen von ihren eigenen kleinen „Prison Breaks“ – von Haflingern, die Weidetore öffnen, Shettys mit erstaunlicher Stromresistenz und einer Schimmelstute, die pünktlich zu Halloween für Aufregung sorgt.
Zum Schluss sprechen Jenny und Chris noch über den Einfluss von Social Media auf den Reitsport. Warum zeigen so viele nur perfekte Momente? Weshalb machen uns Vergleiche oft unsicher? Und warum wäre es manchmal viel wertvoller, auch die Trainingseinheiten zu zeigen, in denen eben nicht alles funktioniert.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:
[0:00] Jenny, ich würde gerne diese Folge 461 des Pferdepodcasts, die wir jetzt aufnehmen, würde ich gerne eine Sorge zum Ausdruck bringen. Dürfen wir den Hafer- und Bananenblues noch spielen, wenn wir keine Baden-Württemberger mehr sind?
[0:17] Das ist eine gute Frage. Schon, oder? Vielleicht gibt es ja auch so ein Pferdelied in Schleswig-Holstein. Das müssten wir mal recherchieren. Oder in Berlin. Oder in Berlin, das müsste ich mal recherchieren. Ich stelle gerade fest, ich habe gar nicht in meinem Mikrofon gesprochen die ganze Zeit. Jetzt bin ich da. Hallo, hallo. Ich muss da mal dran tatschen. Ich bin völlig behämmert. Ich habe in das Mikrofon des Handy-Headsets gesprochen und dachte, Also, ja, ich bin ein bisschen durch. Aber das sollten wir mal recherchieren tatsächlich mit dem Hafer- und Bananenblues, weil es gibt ja den Spruch, ich habe noch einen Koffer in Berlin. Bei uns gilt ja der Spruch eher, ich habe noch einen Koffer in Baden-Württemberg, aber nicht mehr lange. Genau, und der bleibt da auch. Aber trotzdem, ein kleines Köfferchen haben wir da trotzdem noch. Ehrlich? Dein Arbeitgeber sitzt in Baden-Württemberg. Das stimmt natürlich. Also wenn das als Koffer zählt, dann könnte man ja vielleicht auch den Haffer- und Bananenblues, der ja etwas sehr baden-württembergisches ist, dass wir den quasi mitnehmen, in die neuen Wahlheimaten sozusagen. Also wenn keiner sich beschwert von den geizigen Schwaben, dass wir den mitnehmen ohne zu bezahlen. Ja, dann wäre das das Argument.
[1:38] Genau. Ja, prima. Dann drücke ich doch mal auf den Knopf auf dem Klimperkasten und dann kommt jetzt der Hafer- und Bananenblues. Also es ist ja auch nicht vom Äffle und Pferdle gesungen, sondern von dir, muss man ja dazu sagen. Glaubt man gar nicht, ist aber so. Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss.
[2:00] Ich hau immer noch so einen Viara hinten drauf, zur Sicherheit. So. Worüber reden wir heute? Eigentlich wäre es ja höchste Zeit, so in meiner Taktung, ich habe ja immer so einen, wie soll ich sagen, so einen Themenbogen, den man sich immer wünscht, so dass quasi ein Thema auf das andere folgt und eigentlich wäre Turnierreiterei mal wieder… Also eigentlich wäre es mal wieder angesagt, aber du stehst, du kommst nicht aus den Puschen oder ich weiß nicht, wie man das sagen soll.
[2:35] Im Moment zieht mich so gar nichts aufs Turnier. Also ich wäre ja da, das eine wäre ich ja geritten, das dann abgesagt wurde wegen Hitze. Und das nächste ist, glaube ich, Mitte August, das ich genannt habe und dann zwei im September. Aber ich muss auch mal gucken, ja, ich würde vielleicht auch gerne ein kleines Springen reiten. Da gibt es im September auch eins mit so einem Pups 60 Zentimeter Sprengung. Ich glaube, das sticht mir in der Nase. Das würde ich, glaube ich, gerne reiten mit dem AC. Eins mit unterirdischen Stangen, so wie der Bahnhof in Stuttgart, Stuttgart 21. Genau. Ja, genau. Bald Stuttgart 31 wird nie fertig. Aber verstehe. Es ist natürlich auch so, weißt du, wenn man irgendwo neu ist und dann das erste Turnier, alle Augen sind auf einen gerichtet. Kann die wirklich was? Also ich weiß noch, wie das war, als ich im Schwarzwald angekommen bin. Absolut. Da war das auch so. Da haben die alle geguckt, so nach dem Motto, aha, und der kann M und ach ja, so ein Hafflinger M und so. Und man hat gesehen, man konnte diese Filmrolle, konnte man quasi mitlesen, so nach dem Motto, die soll erstmal zeigen, was der scheiß Haffi kann. Genau. So war es. Und im ersten Turnier hat er auch komplett verkackt.
[3:45] Da hast du gesagt, okay, die Leute fragen sich, kann der auch mehr als sich bei X erschrecken? Weißt du, das ist dann, genau, das ist die Frage, die sich stellt. Wir haben trotzdem genug zu erzählen in dieser Folge 461, nämlich tatsächlich so ein bisschen den aktuellen Stand. Bloß weil du jetzt aktuell keine Turniere in der nächsten Woche in deinem Terminkalender hast, arbeitest du ja trotzdem ganz normal weiter. Du hast eben gerade auch schon so ein bisschen angeteasert, was sind so Überlegungen, was könnten so nächste Stationen sein. Ich habe ja jetzt, ich trage ja auch immer fleißig meine Arbeitstermine in den Kalender ein. So ein Familienkalender, wenn man getrennte Wohnsitze hat, spielt eine zunehmend große Rolle. Und da stehen auch noch so ein paar Haflingerturniere tatsächlich drin, wo ich dachte, ups, das könnte hier mit irgendwelchen beruflichen Geschichten kollidieren. Bei der Gelegenheit würde ich auch gerne mal fragen, was ist denn damit eigentlich? Können wir auch in der Sendung. Wir reden sonst ja kaum miteinander, muss man auch sagen. Oder nein, wir reden jeden Tag miteinander. Aber an den Tagen, wo wir den Podcast aufzeichnen, da sagen wir immer, ach, können ruhig alle zuhören. So ungefähr ist es.
[4:57] Genau. Deshalb, diesen Stand würde ich gerne mal abfragen. Dann hatten wir in der kleinen Folge die Ausbrechergeschichte von ACDC erzählt. Ich habe in unserer Fotomediathek noch gesehen, du hast noch so ein kleines Video gemacht von dem Zaun, durch den er durchgestiegen ist. Genau. Ist so ein kleiner Schnipsel, würde ich vielleicht heute Abend noch veröffentlichen. Und wir haben ja gebeten, gibt es Ausbrechergeschichten von unseren Hörerinnen und Hörern? Es gab ein paar Zuschriften, die sehr zum Schmunzeln angeregt haben. Die würden wir mal zum Besten geben und durchgucken. Und dann habe ich ja ein Thema gefunden.
[5:47] Du weißt ja, ich bin ja Reitleihe. Das muss man vielleicht auch nochmal kurz erklären. Das ist ja der Podcast, wo du bist die engagierte, keine Profireiterin, aber die super engagierte Amateurreiterin, sportlich ambitioniert. Du willst mit deinem Haflinger in einer Essdressur starten. Das ist sozusagen der Spannungsbogen unseres Podcasts. Und ich bin der Idiot, der die doofen Fragen stellt. Und ich würde gerne heute mal eine fast schon philosophische Frage stellen. Nämlich, wenn man so trainiert mit einem Pferd, trainiert man dann, also ist es immer gleichzeitig, man trainiert das Pferd und sich selbst oder legt man da manchmal Schwerpunkte? Und was ich ja auch immer höre, wenn es nicht so gut läuft, dann sagen Reiters gerne, das Pferd lief heute gar nicht gut. Wo ich immer so denke, what? Also ist das irgendwie so tagesformabhängig? Oder ist das nicht eigentlich? Also kann man das alles aufs Pferd abwälzen? Ist das fair? Wie siehst du das? Und was bedeuten all diese Gedanken für dein Training? Und das habe ich tatsächlich mit dir im Vorfeld abgesprochen, dass wir darüber sprechen und du hast gesagt, alles klar, können wir machen. Transparenzhinweis.
[7:05] Steht das noch, die Zusage? Nö, kein Bock mehr. Nö, kein Bock mehr. Ist doch alles viel zu theoretisch. Machen wir nicht. Nein, wir machen das jetzt. Ich finde es nämlich super spannend. Und ich könnte mir vorstellen, dass du diesen Satz, also mein Pferd, das lief heute gar nicht, weil ich könnte mir vorstellen, dass diesen Satz viele unserer Hörerinnen schon mal gesagt haben. Habe ich auch früher. Hast du auch, genau. Aber ich wollte gerade sagen, ich will ja gar nicht die Möglichkeit ausschließen, dass das manchmal vielleicht auch einfach stimmt. Also auch Pferde können ja mal einen schlechten Tag haben, oder?
[7:45] Selten. Okay, selten. Gut, dann der Reihe nach. Wir werden das vertiefen. Bevor wir das alles machen, spielt unseren Orchestermusiker Manni die Pferde-Podcast-Hymne. Und dann geht’s los.
[8:24] Dann, wir haben schon verraten, du hast im Moment keine Termine in deinem Kalender stehen, in denen du Heldentaten vollbringen wirst und in denen du, den Norddeutschen Oh, hier ist mein Handy, ist noch nicht auf lautlos. Entschuldigung. In denen du den Norddeutschen und deinen neuen Stallkolleginnen und Kollegen mal zeigst, was der Hafi so kann. Trotzdem vielleicht mal die Frage, was ist denn so der Stand der Dinge, weil du ja natürlich eigentlich, also so kenne ich dich, mit welcher App ist da nochmal maßgeblich, irgendwie von der FN und so weiter, also du bist ja eigentlich immer so am Scannen, was gibt es denn so an Turnieren, was könnte man machen, und du bist natürlich auch im Training, weil du nicht den Anschluss verlieren willst. Was ist denn der aktuelle Stand mit Nestekin Benni und mit unserem Haflinger ACDC?
[9:21] Also ACDC ist gut gegangen die letzten Tage. Nein, ACDC ist wirklich gut drauf. Also wir machen Dressur, wir machen Longe, wir machen Springen und wir sind die ganze Zeit über das große, Feld geritten, das der Stallbesitzer ja freigegeben hat, bis die Pferde dahin auf die Koppel gehen. Denn jetzt sind sie leider seit heute da auf der Koppel. Jetzt können wir nicht mehr auf dem großen Feld reiten. Aber das war fantastisch zum Dressurreiten. Gerade richten, also einfach geradeaus reiten, ohne eine schützende Bande, wo die Pferde sich anlehnen können. Da habe ich Wechsel geübt, da habe ich Zulegen geübt, Mitteltrab geübt. Das war wirklich total toll. Und AC hat das auch sehr viel gebracht, gerade im Hinblick auf gerade Richtung. Auf der linken Hand ist sie ja immer noch so ein bisschen schief. Wir hatten es auch 2024 bei der EM.
[10:14] Dass der Richter gesagt hat, mein Pferd wäre so schief. Der Richter bei H, war das nicht so? Der Richter bei H, genau. Und bei H hat er es natürlich besonders gut gesehen durch die Diagonale. Und daran arbeiten wir, dass er wirklich auch auf der linken Hand sich gerade richtet. Also das heißt, auch auf gebogenen Linien mit der Hinterhand in die Spur der Vorderhand fußt und sich nicht mehr schief macht, den Arsch nicht reindrückt und so. Das konnte ich total gut üben auf diesem freien Feld, weil ich dann natürlich, wenn keine Begrenzung da ist, muss ich ihn natürlich komplett an meinen Hilfen haben. Also sowohl vom Schenkel als auch vom Sitz muss ich ihn wirklich so einschließen, dass er gerade bleibt. Und da habe ich auch geübt, dass er gerade bleibt beim Wechsel, weil bei dem Wechsel von rechts nach links macht er sich gerne schief, weil er da einfach die Last noch nicht so aufnehmen kann. Das habe ich sehr viel geübt mit ihm und das klappt jetzt wirklich schon richtig gut. Und da sind wir schon bei dem ersten Punkt, so von wegen, das Pferd läuft nicht so gut, erinnere mich nachher dran, dass ich das nochmal an dem Beispiel des schiefen Wechsels nochmal sage. Ja, und wir springen auch. Also ich nehme Springerunterricht einmal in der Woche, gehe ich in die Springstunde zu der Stallbesitzerin, die macht das super toll. Also wirklich, das ist so, ich springe einfach. Das musst du jetzt sagen. Nein, muss ich nicht, das ist tatsächlich so. Normal habe ich ja immer viel Kopfkino und bei Hubert war es ja wirklich manchmal so, dass ich noch nicht mal mehr über eine Stange am Boden galoppieren konnte.
[11:41] Weil der mich so unsicher gemacht hat und ich konnte dann nicht raus aus meiner Haut und dann habe ich gesagt, ich kann jetzt über keine Stange mehr springen, ich traue mich nicht mehr. Und das habe ich da gar nicht. Also ich habe wirklich einen freien Kopf. Ich kann da hingaloppieren, ich kann da drüber springen. Und sie macht das fantastisch. Er ist wirklich, er springt überall drüber. Manchmal muss ich so ein bisschen so bei Wasser graben oder planken oder so. Da muss ich mal so ein bisschen dran sitzen und sagen, komm, wir gehen da drüber, das beißt nicht. Und dann springt er einfach. Also der hat so Freude daran. Und wir arbeiten jetzt gerade so daran, dass er so ein bisschen mehr hinzieht. Weil das ist sehr beim Springen, ist es für ihn. Man muss ihn immer hinreiten und einfacher wird es, wenn sie hinziehen. Und da haben wir dann auch in der Springstunde auch geübt, ja, reit den ruhig hin und irgendwann machen die das von alleine mit dem Hinziehen. Und wenn es so weit ist, dass der an jeden Sprung zieht, dann macht der mit Sicherheit einen ganz, ganz tollen Sprung und dann würde ich gerne einen kleinen Parcours reiten. Also E-Höhe traue ich mich nicht, das sind 85 Zentimeter. Das ist mir, glaube ich, zu hoch.
[12:46] Aber es gibt hier ganz viele Springwettbewerbe, so 50 Zentimeter, 60. Und ist mir dann auch egal, ob ich mit den Kindern mitreite oder nicht. Also ist ausgeschrieben auch für Erwachsene. Naja, ich bin erwachsen, dann kann ich auch reiten. Und da freue ich mich echt drauf, mit der AC wieder so einen kleinen Parcours zu springen. Sehr schön. Ich habe eine Frage so kurz dazwischen geschoben. Die Sache mit dem Trainieren auf dem Feld und keine Bande, die das Ganze begrenzt und so, ist ja auch schon mal ein erster oder ein echter handfester Tipp, Trainingstipp für andere, die sowas vielleicht auch üben wollen und trainieren wollen. Frage nur ganz kurz, auch Laienperspektive.
[13:26] Das mit der Gerade-Richtung, ist das Pferd gerade oder nicht, als Orientierung fehlt ja nicht nur dem Pferd die Bande, sondern dir ja auch. Offensichtlich braucht man keine Bande, um beurteilen zu können, ob das Pferd gerade läuft. Richtig? Also das kann ich daraus… Ja, das merkt man obendrauf. Okay, also das merkt man auch obendrauf, nicht erst, wenn man… Also das merkt man einfach als Reiterin. Richtig, man merkt das, wenn das Pferd schief ist, in sich schief und wenn die Hinterhand ausweicht und wenn er sich verwirft oder schief macht insgesamt, das merkt man als Reiter. Okay, super.
[14:08] Dann lass uns vielleicht, damit wir quasi hinter den Block, was ist eigentlich los mit deinen Flitzpiepen, ACDC und Benni, der ist ja auch immer eine spannende Figur in diesem ganzen Spiel sozusagen. Was ist mit dem? Mit Benni war ich auch in der Stangenstunde diese Woche das erste Mal. Das hat er toll gemacht. Also als hätte er nie was anderes gemacht, obwohl wir schon ganz, ganz lange keine Stangen mehr hatten. Also das letzte Mal bei Hubert war ich, das ist glaube ich, gefühlt 100 Jahre her. Und er hat es trotzdem so gemacht, als hätte er das schon tausendmal gemacht. Total easy, total gechillt. Er hat auch fallen lassen. Also er hat sich nicht aufgeregt. Es war so ein Tag, an dem hätte ich Turnier reiten können mit ihm. So gechillt war er. Und dann hat er Tage, wie heute zum Beispiel.
[14:58] Da ist er halt wirklich von Anfang an schon, da ist alles irgendwie aufregend und er lässt sich ganz, ganz schwer dazu bringen, dass er sich auf mich konzentriert. Also das ist wirklich noch so ein bisschen, die Tage, an denen er getrillt ist, werden mehr und die Tage, an denen er sich wegen jedem Scheiß aufregt, werden weniger. Also es lässt mich hoffen, dass er insgesamt ein bisschen mehr in sich zur Ruhe kommt. Das wäre wirklich toll. Aber auch mit Benni habe ich das gemacht auf dem Feld. Einfach so ein bisschen Konditionstraining. Galoppieren hoch, runter, hoch, runter. Einfach, dass er mal, dass er wirklich mal so ins Galoppieren kommt. Bergauf und dass er zieht und dass er einfach mal seine Galoppada einfach mal auspacken kann. Und also das hat er großartig gemacht. Ich habe ja dann auch immer so ein bisschen Kopfkino und denke so, wenn der jetzt losbockt, bin ich halt weg. Aber warum sollte er das machen? Also er war total brav auf diesem Feld mit dieser weite Vorsicht, das junge Pferd. Da habe ich schon auch so ein bisschen Adrenalin 1000, aber er hat das super toll gemacht. Also wirklich total brav. Braver als Acy, der auch noch nach jedem Vogel und nach jedem Hasen guckt, hat er überhaupt nicht. Also er war total entspannt und jetzt habe ich mir auch gerade heute vorgenommen, jetzt werde ich auch bald mal mit ihm ins Gelände gehen. Man muss so ein bisschen ein Stück an der Straße entlang, da habe ich mich bisher noch nicht getraut, aber ich glaube, das macht er. Also ich habe da keine Bedenken, dass der da brav ist, auch an der Straße wird der brav sein.
[16:24] Und dann werde ich das demnächst mal in Angriff nehmen. Cool.
[16:28] Dann, bevor wir zu den Ausbrechern, zu den Ausbrecherpferden unserer Hörerinnen kommen, noch kurz die Frage, du hast ja schon gesagt, Thema Turniere, du bist am Gucken, ein kleines Springen und so weiter und du lässt dich da jetzt auch nicht irgendwie hetzen oder so. Ich habe ja beim Eintragen von irgendwas in unseren Kalender noch gesehen, das ist auch noch ein bisschen hin, aber es soll ja wohl ein Hafi-Turnier in diesem Jahr noch in München geben. Und ich fragte mich, was war das nochmal genau? Ich erinnere mich, dass wir da auch schon mal drüber gesprochen hatten. Das ist ja so ein Turnier, was irgendwie, also was es in der Form, glaube ich, in den Turnierkalendern der vergangenen Jahre nicht gab. Weiß man das eigentlich schon, was da passiert? Was ist da der Stand der Dinge?
[17:18] Also es gibt ein Haflinger-Championat für Hafis und Edelblut-Hafis, aber es gibt noch keine Abschreibung. Und Nicole meinte nur so, dass sie wahrscheinlich nur bis L ausschreiben. Also für eine L-Tressur fahre ich nicht durch ganz Deutschland. Das werde ich wahrscheinlich nicht machen. Aber wenn es eine M oder vielleicht auch eine S gibt, würde ich tatsächlich mich trauen. Also die S würde mich schon locken. Ich rechne mir da jetzt keine großen Chancen aus, weil einfach viele Lektionen noch gar nicht so sicher klappen. Aber einfach mal da reinreiten und mal das Gefühl kriegen und das Ganze nicht gegen Warmblüter, sondern auch mit Haarflingern. Da wäre ich glaube ich so, da würde ich mich jetzt schon trauen. Aber gegen Warmblüter würde ich mich überhaupt noch gar nicht in die S trauen. Aber wenn sie ausschreiben sollten, eine S, dann würde ich glaube ich auf jeden Fall fahren. Okay.
[18:07] Wäre im Oktober, glaube ich, ne? Genau. Und dann mal abwarten, gucken, was die Ausschreibung sagt. Das wäre da die Marschrichtung. Ansonsten gibt es ja mit Hafi-Turnieren jetzt nicht so absehbar viel. Also ich sage mal so, das Haflinger-Gipfel-Treffen, so der G4-Gipfel der Haflingers, Leute, findet demnächst bei uns an der Ostsee statt. Und zwar in Form des Besuchs unserer Lieblings-Europameisterin Nicole quasi und du auf dem Weg vielleicht zum Europameistertitel. Also das wäre so. Oder als EM-Teilnehmerin immerhin als Mehrfache. Also das ist sozusagen das Havi-Event des Jahres so. Genau. Nicole und ihr Gedönsminister kommen an die Ostsee und feiern Nicoles 30. Geburtstag. So sieht es aus. Ja, wir machen eine große Party. Ja, genau.
[19:09] Das junge Paar reißt an und macht eine große Fete. Ja, genau. Wie die jungen Leute so sind, die wollen dann immer die Nacht zum Tag machen. Ob ich da mithalte, weiß ich nicht. Du musst arbeiten. Aber wir sind ja auch froh. Ich bin froh, dass diese jungen Hüpfer sich mit uns Oldtimern quasi abgeben. Also muss man einfach mal so sagen. Ich bin dankbar. Ich finde es toll. Aber es gibt nächstes Jahr auf dem Kieferhof wieder ein Haflingerturnier. Und sollte ich vorher… Die S-Tressur gegen Warmblüte mich nicht trauen, dann schaffe ich vielleicht auf dem Kieferhof die Quali für die EM. Und wenn es nicht schon zu spät ist, ich glaube, ich weiß gar nicht, wie die Termine sind nächstes Jahr für die Europameisterschaft, wann man die Quali geschafft haben muss. Und da wird mit Sicherheit eine S ausgeschrieben und da würde ich dann auch reiten wollen. So nämlich. Jenny, wir sprechen über die Prison Breaks von den Pferden unserer Hörers. Du hast ja vorgelegt und hast gesagt, ACDC aus dem neuen Stall an der Ostsee, eigentlich sehr untypisch für ihn, er ist da mehrfach durch die Stromzäune geklettert, weil aber vermutlich, weil er hat eigentlich Angst vor Strom und es war wohl irgendwie, er hat mal Spitz gekriegt, da ist nicht immer Strom drauf und dann ist er da.
[20:28] Quasi durch die Litzen getanzt und der Schlüsselreiz war ein Heuballen, der da stand und der hatte gedacht, also, die Sides des Towns muss man sich anstellen fürs Futter, da gibt es Konkurrenz, und auf der anderen Seite, da steht so ein ganzer Heuballen, den hätte ich dann exklusiv für mich, der Sechser im Lotto, und das hat er dann quasi ausgenutzt und wir haben einfach mal in die Runde gefragt, Gibt es denn auch in unserer Hörerschaft vergleichbare Ausbrechergeschichten? Und die liebe Monja hat uns geschrieben, erstmal mit so einer Pauschalantwort, möchte ich fast sagen. Sie schreibt nämlich, hallo, ich glaube, alle Hafi-Besitzer können etwas dazu beitragen und dazu dann so ein Smiley, wo zwei Hände ein Herz formen. Und sie schreibt noch dazu, auch ich hatte so einen Kandidaten, der alle Tore aufbrachte, egal ob Pendeltor oder Weidetore. Wenn er irgendwie an den Riegel gekommen ist, war es nur eine Frage der Zeit, dass er draußen war. Liebe Grüße, Monja.
[21:32] Die Hanna schreibt uns, gleich am dritten Tag, als ich sie, offensichtlich ein weibliches Pferd, bekommen habe, war zum Glück aber auch gleich wieder eingefangen. Und dazu dann mehrere Smileys. Dann hat Jana geschrieben, unsere Shettys finden leider regelmäßig ihren eigenen Weg aus der Koppel. Und sie schreibt dazu, fünf Litzen und Strom, Pünktchen, Pünktchen. Also die Shettys sind offensichtlich einigermaßen schmerzfrei.
[22:03] Dann Jesse, oh ja, er war 27 Jahre alt, ein Hannoveraner. Ich will mit ihm zum Anweiden, öffne die Boxentür und er rennt mich um. Im gestreckten Galopp durch die Gasse, den Hof bis auf die Weide. Wir waren der Lacher. Und dann gibt es noch eine Nachricht, die ich jetzt nicht mehr finde. Aber ich habe sie im Kopf. Den Namen der Hörerin. Ja, es tut mir leid, es ist wirklich dieses, mich überfordert das alles, also ich bin dankbar, dass ich das alles bis jetzt so gefunden habe.
[22:42] Aber es ist eine Geschichte, wo ein Schimmel, eine Schimmelstute, ein weißes Pferd wohl regelmäßig zu Halloween ausbricht oder einmal an Halloween ausgebrochen ist. Und seitdem ist es quasi an Halloween der Running Gag, so nach dem Motto, wollen wir hoffen, dass dieses Pferd nicht ausbricht, weil es im Dunkeln aussieht wie ein Einhorn. Die Halloween-Ausbrecherin, auch darüber habe ich sehr geschmunzelt. Vielen Dank an unsere Hörers für diese knuffigen Ausbrechergeschichten. Und wenn es noch einen Nachzügler gibt oder so, oder ihr das jetzt erst hört und denkt, Ausbrechergeschichten, na aber schnallt euch an, da habe ich noch eine ganz andere Story auf Lager, dann gerne weiter er damit. Aber AC war auch witzig, also der Stallbesitzer hat ja dann die Litzen, drei Litzen fein säuberlich gezogen, richtig Strom drauf und die Stallbesitzerin erzählte dann nur, ja AC kam dann so nachmittags ganz selbstbewusst von der Koppel hoch, zielstrebig auf die Litze zu und wollte da durch und hat dann ordentlich eine Gewicht gekriegt. Und der war so entrüstet und war so angepisst. Und seitdem ist er aber nicht mehr durch. Also das hat wirklich gewirkt. Aber ich stelle mir gerade vor, wie er so mit dicken Armen da hochkommt und so, jetzt gehe ich erstmal an den Heuballen und dann macht es Puff. Mittagessen?
[24:08] Genau. Okay. Sehr witzig. Oh Mann. Ja, dann, es ist wirklich witzig. Und vor allen Dingen, wie clever die sind. Also das muss man ja wirklich sagen. Und dann auch, also dass die sich das so merken. So nach dem Motto, ah ja, hat einmal funktioniert, dann hiermit abgespeichert, dann geht der Papa mal Hapa Hapa machen. Wahnsinn. Ja, genau. So, nochmal der Themenwechselknopf und meine philosophische Trainingsfrage. Ich finde die ja nicht schlecht, weil wir haben in den vergangenen Folgen immer wieder mal darüber gesprochen. Wir hatten es ja, es ist ein kleines bisschen auch die Fortsetzung von diesem Pferdetausch-Thema, das wir hatten. So dieses Pferd und Reiter können auch gegenseitig was voneinander lernen, also wenn man sich aufeinander einstellen muss. Pferde werden sicherlich besser, wenn gute Reiterinnen und Reiter auf ihnen sitzen. Aber umgekehrt ist es eben auch so, dass der Reiter natürlich auch was vom Pferd lernen kann. Und ich habe mir einfach mal so ein paar, so ein, zwei Fragen aufgeschrieben. Tja, trainieren wir, also wen trainieren wir eigentlich so in erster Linie, wenn wir trainieren? Und mich würde echt mal interessieren, wie du das so siehst, wie du da so rangehst. Ist es nur das Pferd? Sind es immer beide? Steht mal das eine oder mal der andere? Die andere mehr im Vordergrund?
[25:38] Und dann eben dieser Satz, den man ja immer wieder hört und du hast am Anfang der Folge gesagt, dass du den auch schon mal gesagt hast, heute lief das Pferd aber schlecht, wenn es nicht so gut gelaufen ist im Training und man sagt, ach, also irgendwie, da ist schon mal mehr dabei rausgekommen, bei so einer Trainingsession. Jetzt habe ich genug gequatscht und ich hoffe, ich habe so einigermaßen beschrieben, worum es mir geht. Wie siehst du das und wie ist so deine Meinung dazu? Heute lief das Pferd schlecht. Wann hast du, nee, heute hast du gesagt, AC lief richtig gut.
[26:12] Also das habe ich schon lange nicht mehr gesagt. Heute ist das Pferd schlecht gelaufen, weil ich heute einen ganz anderen Blick auf meine Reiterei habe. Und es werden natürlich beide trainiert. Und ich sage mal, wahrscheinlich ein bisschen mehr der Reiter als das Pferd, weil wenn der Reiter richtig trainiert wird und seine Sache richtig macht, dann geht das mit dem Pferdetraining einfach automatisch. Also wenn man richtig reitet, dann wird das Pferd auch richtig trainiert. Und das ist aber wirklich so dieser Punkt. Ich erinnere mich noch früher, also so auch am Anfang, als ich Klobus hatte, bin ich ganz oft aufs Pferd geklettert, ohne Plan. Ja, ich reite Schritt, dann treibe ich an, dann galoppiere ich, aber ich hatte keinen Plan, was will ich denn machen, wo will ich denn hin, was ist denn mein Ziel? Also insgesamt das ganze Ziel und was ist mein Ziel für heute? Was möchte ich machen? Ich hatte früher keinen Plan, wenn ich aufs Pferd gestiegen bin. Und dann war ich immer so ein bisschen ausgeliefert. Klappt es denn heute?
[27:12] Reite ich denn richtig oder nicht? Und wenn ich falsch reite, dann läuft das Pferd nicht so gut. Aber ich bin gar nicht so bewusst geritten und habe gar nicht so bewusst darauf geachtet, was mache ich denn falsch, weil mein Pferd bestimmte Dinge nicht tut. Heute mache ich das ganz anders. Also ich beobachte das ja auch so bei anderen Reitern, wenn zum Beispiel, was mir ja auch öfter mal passiert, dass zum Beispiel auf der gebogenen Linie mir das Pferd über die Schulter weggeht, dann fehlt mein äußeres Bein. Ich sehe das auch manchmal vor allem das linke Bein. Das linke Bein ist irgendwie so, manchmal habe ich das Gefühl, das gehört nicht zu mir. Ich sehe das auf manchen Videos und denke so, was macht denn mein linkes Bein da? Also das wird dann so weggestreckt und ist dann so, was mache ich denn da? Und das ist übrigens sehr hilfreich, wenn man die Videos seines eigenen Reitens anguckt und dann fallen einem Dinge auf, die man beim Reiten gar nicht merkt. Und das ist zum Beispiel so ein tolles Beispiel. Ich reite einen Rechtszirkel oder Rechtswolte.
[28:12] Meine Pferde gehen über die Schulter weg, also die driften einfach nach außen. Dann fehlt mein Bein da außen dran, weil ich muss ihn ja natürlich, ich muss ihn um mein inneres Bein, das muss dran, da muss er sich biegen, aber ich muss mit dem äußeren Bein natürlich auch diese Wendung begrenzen. Das kann man sich so vorstellen und auch der äußere Zügel muss dran. Also wenn man sich das so vorstellt, es haben sich jetzt zwei Menschen an der Hand und die laufen einen Kreis. Und der innere Mensch will, dass der äußere Mensch mehr in den Kreis kommt und zieht an diesem Menschen. Und der Mensch wird sich automatisch nach außen driften. Also der wird automatisch gegenhalten. Und wenn der innere Mensch den äußeren Mensch so um die Schulter packt und dann mitnimmt in diese Wendung, Dann geht es viel, viel leichter. Also das kann man sich gut vorstellen, so als Beispiel, warum das Pferd nach außen driftet, wenn man die äußere Hilfe nicht dran hat.
[29:06] Aber ganz oft ist es so, wenn man so für sich alleine reitet, dass man sich gar nicht bewusst wird, scheiße, mein äußeres Bein fehlt ja. Da muss man sich wirklich auch konzentrieren und muss, wenn eine Übung oder eine Lektion nicht klappt, muss man sich schon auch hinterfragen, okay, wie reite ich das jetzt? Wie ist die Technik? Was muss ich tun? Und dann nochmal probieren und dann nochmal probieren, so lange, bis es funktioniert. Also ich reite alles immer so oft, bis es gut ist. Wenn es direkt gut ist, dann reite ich es nicht nochmal, aber wenn ich zum Beispiel einen Übergang reite, der schlecht ist, dann reite ich den nochmal und dann mache ich mir Gedanken, okay, wie reite ich den denn, dass der Übergang gut wird? Also was muss ich reiten? Und ich weiß es ja, also ich bin ja genug gutes Training geritten, um zu wissen, wie reite ich denn zum Beispiel eine Wolte, einen Übergang, einen fliegenden Wechsel. Das ist auch noch ein ganz gutes Beispiel. In dem letzten Training haben wir die Wechsel auch geübt und der Wechsel von rechts nach links.
[30:04] Wird mir immer schief. Also AC weicht da einfach aus und geht mit dem Hintern, der Hintern schwingt dann so zur linken Seite rum. Und auch da ist er einfach nicht genug begrenzt von mir. Ich muss ihn gerade halten. Und wenn ich das ganz bewusst mache, ich reite den Wechsel und halte das Pferd trotzdem gerade mit beiden Schenkeln an meinen Hilfen, dass der Hintern wirklich unter den Schwerpunkt kommt und nicht ausweicht, weil dadurch entsteht nämlich dann auch dieses Nachspringen oder diese hohe Gruppe, wenn der nicht unter seinen Schwerpunkt springt. Und das sind so Dinge, die ich mir dann aus dem Training auch behalte. Deswegen ist für mich auch ein nachhaltiges Training. Also Ansagen, die ich mir behalten kann und die ich nachreiten kann, sind für mich unheimlich wichtig, weil ich nämlich dann, wenn ich für mich alleine reite, merke, ah ja, jetzt ist es genauso wie im Training. Und was hat der Trainer jetzt gesagt? Muss ich machen? So und so und so. Und dann klappt es. Und dann klappt es auch. Also wenn ich es dann wirklich bewusst nochmal so reite. Aber es gibt natürlich immer Momente, da ist man nicht so konzentriert und reitet einfach und merkt dann, oh ja, scheiß Lektion. Und wenn man es dann nicht nochmal macht, dann zieht sich das so durch diese ganze Einheit und dann steigen viele Reiter ab und sagen, das Pferd lief heute nicht. Aber ich glaube, tatsächlich ist es so, der Reiter ist heute nicht gut geritten. Das ist, glaube ich, mehr wahr, als dass das Pferd einen schlechten Tag hatte.
[31:24] Also man hört aus allem, was du sagst, schon so ein bisschen raus, so der Mensch steht eigentlich im Mittelpunkt dessen so, also das Besserwerden, der muss aufpassen und wenn das alles gut läuft, dann wächst das Pferd mit, ne?
[31:40] So, wir lassen jetzt mal unsere… Jenny ist mir gerade abhandengekommen. Wir lassen jetzt aber die Aufnahme und ich hoffe, Jenny macht das auch, dass Jenny… Jetzt ruft sie mich an. Hallo? Jetzt warst du weg. Du hast hoffentlich bei deinem Aufnahmegerät nicht auf Stopp gedrückt. Bin ich bescheuert? Nee, alles gut. Ja, normale Menschen, also viele Menschen machen das. Ich nicht.
[32:12] Sehr gut. Da müssen wir ja gar nichts schneiden. Jenny war unsere Telefonverbindung. Kann man ja vielleicht auch mal erklären. Haben wir gar nicht am Anfang eingangs gesagt. Jenny ist natürlich an der Ostsee. Ich bin in Berlin und wir sehen uns nicht. Wir könnten ja auch mal so ein Video-Chat oder sowas aufbauen, aber machen wir irgendwie immer nicht. Wegen zu faul, zu ich weiß nicht was. Und wir telefonieren immer. Deshalb, Selbstanzeige, fallen wir uns manchmal ein bisschen ins Wort. Man braucht großen Mut dazu, Jenny zu unterbrechen. Wo waren wir nochmal gleich stehen geblieben? Ich habe dich nicht mehr gehört. Wo bist du stehen geblieben? Wo bin ich stehen geblieben? Genau, also ich war glaube ich an dem Punkt, Bei dir steht der Mensch im Vordergrund, der sich weiterentwickelt, also der so im Zentrum des Trainings steht und das Pferd entwickelt sich dann, wenn man alles gut macht und richtig macht, im Idealfall mit. Das ist glaube ich so ein bisschen der, also so verstehe ich es zumindest, so der Gedanke. Ja, deshalb finde ich es auch enorm wichtig, dass man einen guten Trainer hat. Also es nützt mir ja nichts, wenn ich einen Trainer habe, der mich lobt, der sagt, ich wäre ganz, ganz toll, aber mir nichts sagt zu den Dingen, die einfach nicht funktionieren und der mir keine Korrektur gibt. Und deswegen finde ich es wirklich wichtig, einen Trainer zu haben, der mir nachhaltig auch sagen kann, wenn der zum Beispiel im Wechsel schief wird, dann musst du das und das und das machen.
[33:42] Und deswegen, das muss ich mir behalten können, ich muss es nachhalten können, ich muss es verstehen, was er mir sagt, wie es funktioniert und dann kann ich es auch für mich alleine nachreiten, wenn ich merke, jetzt wird er mir im Wechsel schief, dann weiß ich ja genau, was ich zu tun habe. Also diese Technik, was muss ich denn machen, wenn mein Pferd schief wird im Wechsel oder mir über die äußere Schulter wegdriftet oder sich raushebt oder dagegen büffelt oder, oder, oder. Dann muss ich doch wissen, wie wirke ich dem denn entgegen mit der korrekten Hilfe, dass mein Pferd versteht, was ich von ihm möchte. Und es gibt ja auch schon, ich bin ja auch schon Training geritten, wo ich wirklich direkt nach der Stunde sofort vergessen habe, was der gesagt hat. Also wo ich so gar nichts mitnehmen konnte und das ist ja mittlerweile.
[34:27] Das möchte ich nicht mehr. Also ich möchte kein Geld mehr ausgeben für schlechtes Training. Und es bringt mir ja auch nichts und nur, dass da unten einer steht und mich dann eine halbe Stunde korrigiert und dann klappt es auch, ich aber nicht irgendwie so das Gefühl habe, dass das nachhaltig ist, was er mir vermittelt, das ist ja auch immer individuell. Das kann ja auch sein, dass der eine Trainer für den einen gut ist und für den anderen nicht, also das soll jetzt nicht heißen, dass der Trainer generell schlecht ist, sondern nur mit manchen funktioniert es halt nicht und mit manchen funktioniert es. Und es kann sein, dass dieser Trainer mit jemand anderem total gut zusammenarbeitet, mit mir aber nicht oder umgekehrt. Und deswegen gucke ich auch immer ganz genau, bei wem reite ich denn Training. Und ich habe ja jetzt in zwei Wochen einen, na kein Lehrgang, Training mit beiden Pferden bei einem wirklich renommierten Trainer hier oben. Und alle sind ganz, ganz angetan von ihm und der wäre toll. Und ich bin ganz gespannt und freue mich sehr auf diesen Tag mit beiden Pferden bei diesem Trainer zu reiten. Also da bin ich wirklich…
[35:27] Gespannt, wie das funktioniert. Und ich erst. Du bist ja sehr genügsam. Du bist ja leicht zu unterhalten. Nicht. Also von daher. Ich bin überhaupt nicht genügsam, wenn es um Trainer geht. Ich weiß doch. Ich habe sehr hohe Ansprüche an denjenigen, der da unten steht und mir gleich was tun soll. Schon klar. Ironie aus.
[35:48] Aber du bist ja aber trotzdem auch irgendwie willens und auf der Suche. Und so und also von daher, du willst ja, dass es gut wird und von daher, also das ist ja schon mal eine gute Voraussetzung. Deshalb kann man ja trotzdem kritisch sein. Du würdest schon auch sagen, der Anspruch ist bei dir eigentlich, also jede Einheit muss also in Anführungszeichen gut sein oder sollte zumindest gute Elemente haben. Also das ist ja eigentlich, da willst du schon hin. Immer, ja. Also ich möchte nicht vom Pferd absteigen und denken, oh, das war heute scheiße. Also dann muss ich zumindest, wenn das irgendwie so ein Tag ist, wo wir beide nicht irgendwie connecten, also Pferd und ich. Und dann muss ich zumindest irgendwas machen, was noch gut klappt, dass ich mit einem guten Gefühl vom Pferd absteige. Also solche Tage gibt es ja auch, dass es einfach nicht funzt. Also die kommen zwar selten vor, die Tage, aber die gibt es tatsächlich. Dass ich wirklich so denke, heute klappt aber auch gar nichts. Entweder bin ich irgendwie, keine Ahnung, bin heute Körperklaus und kann nicht richtig reiten oder das Pferd hat einen Pups querstecken oder was auch immer. Aber es gibt auch wenige Tage sind das, aber es gibt sie, wo ich wirklich sage, heute hat nichts geklappt. Mhm.
[37:06] Dann habe ich noch eine Frage, die hatte ich auf meinen Zettel eigentlich so, nur mit Bleistift draufgeschrieben, aber du hast gesagt, naja, nee, klar, da kann ich schon auch noch was dazu sagen und ist wahrscheinlich auch für viele Reiterinnen irgendwie interessant und ein Thema. Und zwar lautet diese Frage, hat Social Media unsere Erwartungen verändert? Jetzt bist du eigentlich eine gute Kandidatin, dir diese Frage zu stellen, weil wenn es ein Social Media Opfer in dieser Welt gibt.
[37:37] Und wenn man quasi auch über diese ganzen politischen Diskussionen hier, sollte man Altersgrenzen einführen, sollte man das stärker regulieren, sollte man Vorsorge treffen, dass die Gehirne der Deutschen, also nicht verbrutzelt werden durch die Menschen, TikTok und Co., dann wird die Sorge um dein Gehirn damit eigentlich zum Ausdruck gebracht. Und von daher ist die Frage bei dir vielleicht tatsächlich gar nicht so schlecht aufgehoben. Also beeinflusst dich das reiterlich in irgendeiner Form? Reiterlich eher weniger, aber mental beeinflusst mich das schon. Und zwar habe ich auch ein ganz gutes Beispiel. Anja Fee kennt wahrscheinlich jeder, hat ja ganz viele Follower und ich folge ihr auch. Und sie hatte vor kurzem ein Posting, ich glaube bei Insta, Auszüge aus einer Prüfung. Das war wirklich schlecht. Und sie schrieb auch so von wegen. Und jetzt wäre es gut, wenn du insgesamt noch ein bisschen besser reitest. Ich weiß nicht mehr genau, was drüber stand. Aber sie hat es gepostet, um zu zeigen, es hat nicht geklappt. Und auch bei uns ist es auch nicht perfekt. Und dieser Shitstorm unter diesem Posting, der war wirklich unfassbar. Also was da auf Anja Fee eingeprasselt ist, wo ich so gedacht habe…
[38:59] Leute, im Ernst jetzt? Sie postet das ja, um zu zeigen, hallo, du bist nicht alleine, wenn es mal nicht klappt oder wenn schlecht geritten wird oder, oder, oder. Also wir sitzen ja alle in diesem Boot, dass wir, wenn wir aufs Turnier gehen, zeigen wollen, was wir können. Und das funktioniert auch nicht immer. Gerade in der Tresurreiterei ist es extrem schwer, auf den Punkt zu performen, wenn man nicht so ein Profi ist und wenn man das eigentlich aus Spaß an der Freude macht und gar nicht so viel Routine hat wie die Großen, dann ist es extrem schwer, für diese drei, vier Minuten perfekt zu performen. Manchmal hat man Glück, mal ist man der Hund und mal ist man der Baum, sagt die liebe Schwarzwaldheide immer. Und Dressurreiten ist auch so ein bisschen Glückssache. Aber trotzdem, also ich versuche immer gut zu reiten auf dem Turnier, gelingt mir auch nicht immer. Aber ich finde, dass wir sehr beeinflusst sind von, was zeigen denn die anderen so? Also mich beeinflusst das sehr, dass ich so gucke, oh guck mal, die hat das schon erreicht mit ihrem Pferd und ich bin erst da und da. Also, dass mich das auch unsicher macht, scheiße, mache ich denn irgendwas falsch? Wieso kann mein fünfjähriges Pferd das denn noch nicht? Und die reitet schon Ältere so mit ihrem Fünfjährigen und der kann schon dies und jenes und sel und meins kann es noch nicht. Also ich finde schon, dass wir extrem beeinflusst werden von dem.
[40:21] Was so gepostet wird, weil oft posten sie ja nur die guten Sachen und deswegen fand ich das von Anja Fee so mega sympathisch, dass sie nicht nur die guten Sachen postet, sondern wirklich auch mal so den Griff ins Klo und guckt, auch bei mir ist es mal scheiße. Und ich fand das super, super sympathisch und das hat mich so mitgenommen und ich dachte so, es müssten viel mehr Leute auch mal ihre Scheiße posten, wenn es nicht funktioniert und nicht immer nur dieses, oh toll und schon wieder eine Schleife und da wieder und da wieder. Also ich finde, dass das ganz, ganz viele unsicher macht, macht mich auch unsicher und der Erwartungsdruck ist enorm hoch und ich versuche das immer abzuschütteln, aber gelingt mir auch nicht immer. Also Selbstanzeige, wir zeigen auch eher die positiven Dinge und vernuscheln das Schlechte. Also ich habe jetzt noch nie so irgendwie bewusst. Wir zeigen ja nicht so viel. Aus genau diesen Gründen bin ich immer nicht so der Fan davon, Reitvideos zu posten. Ich würde auch das Schlechte posten, na klar, aber ich möchte diesen Shitstorm nicht haben. Also wer will das schon? Weißt du, wenn man das liest und irgendwie berührt es einen doch, auch wenn man dann sagt mit großer Klappe, ach, lass die doch reden und so. Trotzdem, wenn das der eigene Account ist und es wird ein schlechter Kommentar hinterlassen, es berührt einen. Also das ist einfach so. Dafür sind wir alle Menschen und auch empfindsam und ich mag es auch nicht. Ich will auch keine schlechten Kommentare lesen. Deswegen poste ich lieber keine Videos, um gar nicht in die Situation zu kommen.
[41:50] Irgendwelche idiotischen Öko-Offenstall-Tussi-Muttis meinen jetzt mir sagen zu müssen, dass mein Pferd in zwei Jahren kaputt ist. Ja, aber ganz ehrlich, so ist es doch. Und ich poste ja nicht, um irgendwelche Lobeshymnen zu kriegen, sondern um zu zeigen, guck, wir sind an dem und dem Punkt. Wir sind nicht perfekt. Wir können nicht alles. Und auch mein Pferd ist nicht perfekt. Keins meiner Pferde ist perfekt.
[42:15] Aber das kann man gar nicht zeigen, weil man dann nämlich sofort überrollt wird. Und deswegen zeigen wir es nicht oder ich zeige es nicht so gerne. So, jetzt muss ich noch einen kurzen Insider loswerden oder zum Verständnis. Wir als Pferde-Podcast sind zu klein, um Marktforschung zu betreiben. Es ist von daher nicht ausgeschlossen, dass unsere Hörerschaft zu einem Großteil als Aus-Öko-Offenstall-Muttis besteht. Sollten wir also quasi dann in den nächsten Folgen keine Hörers mehr haben.
[42:52] Dann wisst ihr, was los war. Ich bin ja auch eine Öko-Offenstall-Mutti. Meine Fähne stehen auch im Offenstall. So.
[43:00] Puh, jetzt, man spürt schon dieses leichte Zurückrudern. Mein Vorschlag wäre, bevor wir uns noch mehr, also Öko-Offenstall-Muttis, no offense. Wir haben weder was gegen Offenstelle, noch gegen Öko, noch gegen Muttis und auch die Kombination, es ist alles recht. Ich weiß, heutzutage muss man ja wirklich sehr aufpassen, dass man niemandem auf die Füße tritt. Ja, ja, von daher ruhig drauf treten, rum, also egal, müssen die Leute schon abkönnen. Bevor wir uns aber trotzdem in einer Folge noch mehr um Kopf und Kragen reden und auch mit Blick auf die Uhr, würde ich vorschlagen, wir bedanken uns an dieser Stelle fürs Zuhören. Es hat total viel Spaß gemacht. Das war so für mich sehr kurzweilig. Die Schweigerung viel Spaß ist total viel Spaß. Ja, total viel Spaß. Also ich hatte Spaß. Absolut. Und jo, an diesem Wochenende komme ich nicht an die Ostsee, sondern ich bin hier vergattert zu einem Wochenenddienst. Und wir nehmen aber trotzdem so irgendwie rund ums Wochenende eine kleine Folge auf. Das kriegen wir bestimmt hin. In diesem Sinne melden wir uns dann Anfang der Woche wieder mit einem kleinen Lebenszeichen. Bis dahin. Macht’s gut. Tschüss.
[44:24] Ich bin am Wochenende am Ocean. Tschüss. Night.
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