#479 Wie wird mein Pferd „elektrisch am Bein“?

„Elektrisch am Bein“ – das klingt zunächst nach einer ziemlich kleinen Reiterweisheit, ist für Jenny aber gerade eine der großen Baustellen mit Haflinger AC. Denn beim letzten Turnier wurde deutlich: Wenn das Pferd nicht richtig nach vorne zieht, kommt schnell der Reflex, noch mehr zu treiben. Mehr Wade, mehr Druck, mehr Einsatz – und am Ende läuft das Pferd trotzdem nicht besser. Im Gegenteil: AC/DC macht sich fest, die Bewegung geht nicht mehr richtig durch den Körper und Jenny landet in einem Teufelskreis aus Drücken und Gegenhalten.


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Ein Teufelskreis aus Drücken und Gegenhalten

Der Ausweg klingt simpel, ist in der Praxis aber erstaunlich schwer: Ein kurzer Impuls, dann muss das Bein wieder weg. Wenn das gewünschte Tempo da ist, soll das Pferd selbstständig weiterlaufen – ohne ständige Erinnerung durch die Wade. Jenny arbeitet daran inzwischen sehr bewusst und bekommt dabei auch Unterstützung von ihrem Trainer Raimund Wille. Eine zentrale Übung: Hinterhand aktivieren, einen klaren Impuls nach vorne geben, die Hand vor und anschließend sofort wieder Ruhe einkehren lassen. Das Ziel ist ein Pferd, das nicht auf Dauerbeschallung reagiert, sondern gelernt hat: Wenn mein Mensch einmal eine Hilfe gibt, ist sie ernst gemeint.

Auch beim jungen Benny soll dieses Prinzip von Anfang an eine Rolle spielen. Und trotzdem hat die Folge noch eine überraschende zweite Seite: Jenny hat sich nämlich auf ein Training eingelassen, dem sie zunächst ausgesprochen skeptisch gegenüberstand – das sogenannte Tensegrale Training. Dabei wird vom Boden aus mit gezielten Druckpunkten gearbeitet, um Spannungen zu lösen und dem Pferd zu helfen, seinen Körper besser zu nutzen. Bei Benny war die Wirkung für Jenny erstaunlich deutlich: Der junge Wallach ließ los, streckte sich, kaute und bewegte sich nach der Behandlung sichtbar freier.

Zwischen „Bein weg!“ im Dressurviereck und Druckpunkten am Boden geht es deshalb in dieser Folge letztlich um ein gemeinsames Thema: Wie kann ein Pferd lernen, sich körperlich und mental leichter zu bewegen? Und wie schafft es der Mensch, dabei nicht ständig im Weg zu stehen? Jenny erzählt von ihren Erfahrungen mit AC/DC und Benny, von kleinen Aha-Momenten im Training – und davon, warum es manchmal verdammt schwer ist, etwas nicht zu tun.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues, das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hallo, hier ist der Pferde-Podcast, Folge 479. Und Jenny, der Pferde-Podcast wäre nicht der Pferde-Podcast, wenn du am Anfang nicht den Hafer- und Bananen-Blues singen würdest. Es ist einfach immer wieder, immer wieder schön. Ich kann halt wirklich gut singen. Unbedingt, ja. Aber mir ist ja echt ein Singstar verloren. Ich habe schon überlegt, ob ich mal zu DSDS gehen soll. Gibt es das noch? Na klar, vielleicht findet der Dieter mich auch gut. Das ist der Hafer und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Das ist das bisschen Baden-Württemberg, das immer in unseren Herzen sein wird.

[0:48] Das ist, glaube ich, auch Teil unserer DNA jetzt geworden. Und einen Dialog, den zitierst du, ich weiß gar nicht mehr, welche von den beiden SWR-Figuren diesen Satz gesagt hat, ob es jetzt das Äffle oder das Pferdle war. Das muss man ja auch sagen, der Hafer- und Bananenblues wird ja gesungen vom Äffle und vom Pferdle und das sind sowas wie die Meinzelmännchen vom SWR. Das sind so diese Werbetrennerfiguren und das sind so wie bei den Meinzelmännchen immer so kleine Dialoge auch und du zitierst immer einen. Und da sagt, ich weiß nicht, ob es Äffle oder das Pferdle, da wird dann also auf die Bedeutung des Hafers fürs Pferd hingewiesen. Und wenn die Pferde keinen Hafer fressen, dann sind die Pferde schlaff. Genau, und dann hat der Zeichner hat dem Äffle, das ist das Äffle, glaube ich, oder das Pferdle, ich weiß es auch nicht. Aber dann sieht man die Zähne so und dann ist dieses schlaff und die Ohren hängen runter und die Haare hängen runter. Und das ist ein witziges Comic. Ich sage das deshalb, weil wir über schlaffe Pferde heute sprechen werden. Stichwort elektrisch am Bein. Das haben wir uns ja aus der letzten großen Folge als Thema mitgenommen. Du hast ja auch gezielt mit Raimund Wille, deinem Trainer hier an der Ostsee.

[2:08] Daran gearbeitet und so. Und das fände ich ein gutes Ding. Und wir sprechen über tensegrales Training. Wir haben eben gerade beim Frühstück noch gesagt, wir müssen uns entschuldigen, wir sind spät dran. Mit der Aufzeichnung, mit dem Veröffentlichen vom Pferde-Podcast. Sorry, sorry, sorry, aber die Woche war ekelerregend voll. Und ekelhaft. Die Woche war schön und toll, aber es war viel. Ja, ich jammer schon wieder. Ja, aber du bist berühmt. Ja, nein. Doch.

[2:48] Nein, doch. Aber jetzt ist ja alles gut. Jetzt ist ja Wochenende, jetzt ist Ostsee, jetzt ist alles fallen lassen. Alles, bis auf die Kleidung. Nichts FKK-Strand, aber sonst alles super. Jetzt reden wir über Pferde und über Tensegrales Training. Das haben wir ja in der kleinen Folge schon angeteast, dass du diesen Selbstversuch, was heißt Selbstversuch? Also du hast dich ja dieser Trainingsmethode nicht unterworfen, aber eines deiner Pferde oder beide Pferde? Nee, nur eins. Der Beni. Der Beni. Der Beni, genau. Wir haben nämlich schon mögliche Folgenfotos auch für diese Folge 479 gerade beim Frühstück angeguckt. Und da hast du gesagt, hier könnte man tensegrales Training, also man sieht eine Frau, die an Benni, also laienhaft würde ich jetzt sagen, rumdrückt, rumfummelt. Genau, rumdrückt ist glaube ich das richtige Wort. Rumdrückt, fummeln, fummeln, weiß ich nicht, also….

[3:48] Wie auch immer. Also wir werden, du wirst genau erläutern oder vielleicht auch nicht genau erläutern, aber du wirst erläutern, was sich hinter dem Gedrücke an tieferem Sinn noch verbirgt. Genau und ich übe jetzt so ein bisschen an Manni, dass der ein bisschen entspannter singt, fiedelt. Sehr gut. Manni, unser virtueller Orchestermusiker, spielt die Pferde-Podcast-Hymne. Dann geht’s los.

[4:32] Jenny, Äffle und Pferdle, ohne Hafer sind die Pferde schlaff. Also ja, wir wissen, Hafer brauchen sie. Und du hast in der großen Folge davon erzählt, ja, dass sie ja eigentlich auch ein bisschen Ruhe bräuchten. Wäre nicht schlecht, so von der Mischung her, wenn wir jetzt über die Haltungsform so sprechen. Du hast schon gesagt, also ACDC, der Haflinger, Und Benni, das Jungpferd, wie die so bei dir, also der Alltag, den du ihnen so gibst, ist schon sehr pro Pferd. Also ich glaube, wenn die so aussuchen können irgendwie, wie in so einem Reisekatalog, wie hätte ich denn gerne so meinen Tag? Dann würden die, glaube ich, da ein Kreuzchen machen und sagen, alles klar, kaufe ich. Mit rund um die Uhr die Möglichkeit, auf der Koppel zu sein. Jetzt sind die Temperaturen sehr angenehm für Pferde. Das heißt, die nutzen das auch aus. Aber sie sind halt die ganze Zeit auf der Koppel, die ganze Zeit unterwegs in der Gruppe. Das bedeutet auch Bewegung. Und im Zweifelsfall sind die dann ein bisschen müde, auch dann, wenn du von ihnen im Dressurviereck Leistung verlangst. Das tust du ja. Wir sind der Podcast, der den Haflinger ACDC begleitet auf dem Weg hin zu möglichen Essdressuren. Und das ist halt dann auch richtiger Sport.

[5:55] Also nicht nur für das Pferd, sondern auch für mich. Und bei AC merkt man schon, manchmal, dass er an die Grenze seiner Kräfte kommt. Jetzt ist der wirklich super gut trainiert, der ist bemuskelt, der sieht top aus, der ist ein bisschen schlanker geworden jetzt, seit wir umgezogen sind, hat er so ein bisschen abgenommen, steht ihm total gut.

[6:13] Auch durch diese viele Bewegungen und durch dieses viele Laufen, die gehen ja immer alle zusammen irgendwo hin. Also wenn ein Pferd nach oben geht zum Trinken, gehen alle mit. Also das ist wirklich so, die laufen ja dann wirklich alle. Also es ist ganz selten, dass mal einer unten bleibt oder dass man mal einen alleine da auf der Koppel stehen sieht. Das ist wirklich ganz, ganz selten. Also einer fängt an und setzt sich in Bewegung und sagt, auf jetzt Jungs, Mädels, wir gehen jetzt mal einen trinken. Und dann gehen die alle hoch. Also das ist auch, das ist schon weit. Also wenn die vom ganz anderen Ende der Koppel bis dahin laufen, wo es zu trinken gibt, da sind die schon eine Zeit lang unterwegs. Und das machen die ja halt im Zweifel drei, vier, fünf Mal am Tag, je nachdem wie heiß es ist. Und deswegen so durch diese viele Bewegungen auch in der Herde hat Acey wirklich eine Topfigur gekriegt. Benny übrigens auch. Also der sieht auch wirklich super gut aus. Und das tut den Pferden wirklich gut, diese permanente Bewegung. Es sind auch Lauftiere, also sie in eine Box zu stellen, wäre für mich überhaupt gar keine Option. Also ich könnte maximal noch leben mit Nachtsbox, dass sie einfach so acht bis zehn Stunden in der Box stehen und ein bisschen Ruhe haben. Aber das wäre das Maximum. Mehr würde ich, glaube ich, nicht wollen für meine Pferde.

[7:27] Aber man merkt natürlich an AC, dass der auch manchmal einfach müde ist. Und das war beim letzten Turnier war das ja extrem. Also das war wirklich fünf Minuten zu lange abbreiten und dann ist die Luft raus. Also dann ist einfach der Sprit leer. Und man hat es in der Prüfung so gemerkt, ich musste so ackern, dieses Pferd so ein bisschen im Schwung zu halten. Und da bin ich ja dann die Woche drauf, war ich ja im Training bei Herrn Wille und dann habe ich ihm auch nochmal die Problematik gesagt, dass er nicht so nach vorne zieht. Ich kriege ihn nicht so richtig vors Bein und dass er so ein bisschen zieht und spritzig ist.

[8:02] Da ein bisschen rumprobiert. Also erstens mal, dass er halt auch, er muss auch wirklich vermehrt aus dem Widerrist fallen lassen. Also er drückt auch gerne so ein bisschen dagegen und drückt so ein bisschen mit dem Unterhals dagegen. Er ist nicht so reell dann über den Rücken. Also er ist nicht so, dass er so reell dann vorne ran zieht. Er hat einen ganz kurzen Hals und der ist dann auch die Nase an der senkrechten. Alles gut, sieht immer ganz nett aus, ist aber nicht reell von hinten nach vorne. Und dann habe ich natürlich das Problem, wenn der nicht ran zieht, Dass der Motor hinten nicht angeht und dann zieht er nicht. Der nimmt mich nicht mit in der Bewegung. Das ist wirklich so ein bisschen ein Problem. Er fällt dann vorne runter. Er kriegt den Brustkorb nicht hoch, weil ihm die Kraft fehlt. Und ganz besonders merke ich das natürlich auch in Wolten zum Beispiel. Also die Wolten waren schlecht in der Prüfung. Da gab es, glaube ich, einmal die 5 und einmal die 6. Also die waren beide nicht gut, die Wolten, weil er da einfach den Schwung verliert. vorne runter fällt, spätestens in der zweiten Hälfte. Ich muss dann wirklich das Genick oben halten, muss ihn wirklich treiben und muss dann auch mal richtig zack, zack. Und ich mache den Fehler, dass ich dann ein bisschen ins Drücken und Quetschen komme und vergesse loszulassen. Also ich vergesse dann auch loszulassen. Und das muss ich wirklich ganz bewusst machen. Hand nach vorne und Bein wieder weg, weil je mehr ich drücke und quetsche, umso weniger läuft der. Also das ist wirklich so ein Teufelskreis, aber man ist dann.

[9:25] Man ist dann so da drin und hat dann so dieses Gefühl, ich muss aber jetzt drücken, weil sonst hört er auf zu laufen. Deswegen ist er mir ja auch ausgefallen im Galopp, das passiert mir sonst nie, aber ich war einfach.

[9:35] Viel zu viel dran an dem Pferd und ich hätte einfach atmen müssen einmal, Beine wieder weg, mal die Oberschenkel aufmachen und wirklich dazu übergehen, dass man sagt, man lässt die Unterschenkel so ein bisschen locker ans Pferd fallen. Also man drückt da nicht proaktiv dagegen, sondern dieses Treiben ist immer so dieses Bein so ein bisschen locker an den Pferdebauch fallen zu lassen und nicht ins Drücken und Quetschen kommen. Das ist so ein bisschen Selbstdisziplin. Das geht nicht von heute auf morgen. Das geht auch nicht von einer Woche zu anderen. Aber inzwischen kriege ich es wirklich ganz gut hin. Dass ich wirklich bewusst darauf achte, egal in welcher Gangart, dass ich nicht zu viel am Pferd bin, sondern dass ich wirklich versuche, das Bein wegzutun, wenn die gewünschte Gangart, also wenn das gewünschte Tempo da ist und er zieht richtig, dass ich ihm dann ein gutes Gefühl gebe und sage, jetzt mache ich auch keinen Druck mehr. Und was man aber so lange drin hat als Reiter und auch als Pferd, ist natürlich auch schwer wieder rauszukriegen, aber ich arbeite wirklich ganz, ganz arg daran, dass ich nicht zu viel mache, und dass AC wirklich so dahin kommt, dass er dann auch elektrisch auf das Bein reagiert und sobald ich einen Impuls gebe, dass er dann auch kommt und wenn ich dann so.

[10:46] So tolle Dressurreiter sehe. Zum Beispiel, wenn ich mir bei Klippmachers habe ich mir immer den Peter van der Rath ganz oft angeguckt, der ja mit diesem jungen, Fuchs ganz, ganz erfolgreich ist, jede Essdressur gewinnt. Und dann habe ich immer so gedacht, man sieht da gar nichts. Der ist da überhaupt nicht mit der Wade dran. Nee, der macht das alles über den Sitz. Und das Pferd ist halt wirklich so erzogen, dass der halt weiß.

[11:08] Was er zu tun hat. Also wenn ich antrabe, dann hat er zu traben, ohne dass ich da ständig sagen muss, trab aber weiter, trab aber weiter. Und da gucke ich mir dann schon immer so gute Dressurreiter an oder auch Jessica von Predo-Wendel oder egal. Also ich suche mir dann immer so ein paar raus, die ich gut finde, auch Ingrid Klimke. Und dann gucke ich immer auf die Beine. Wie treiben die denn? Wie machen die das dann? Und dann habe ich es mir auch so ein bisschen abgeguckt, weil eigentlich will ich dahin, dass meine Pferde genau so laufen, ohne dass ich so eine sichtbare Schenkelhilfe da geben muss. Natürlich muss ich mal einen Impuls geben, aber ich will ja nicht da ständig dran sein. Ja, bei mir stapeln sich die Zwischenfragen gerade so langsam. Habe ich gesehen, aber ich habe einfach weitergeredet. Ja genau, du hast einfach weitergeredet und ich habe auch gedacht, komm, es ist auch immer scheiße, dich da jetzt ständig zu unterbrechen oder so. Also erste Frage, die schon relativ früh aufkam. Das, was du beschrieben hast, das sieht ganz nett aus, aber es ist nicht so richtig reell. Also er.

[12:07] Steht schon vorne dran, aber es geht nicht so wirklich von hinten nach vorne. Der Motor hinten geht nicht an. Frage ist das, also ist es vielleicht, also könnte man das als Schummeln bezeichnen oder anders, meine Pferde schummeln ja nicht bewusst, aber ist das eine Möglichkeit, um eine Kraftanstrengung zu vermeiden? So nach dem Motto, ja ich weiß ja, dass ich nach vorne laufen soll, aber ich versuche es möglichst kraftsparend zu machen. Ist das so eine Strategie des Pferdes? Ich glaube nicht, dass die Pferde eine Strategie haben, sondern die handeln ja, Rein instinktiv. Und wenn ich da obendrauf zu viel Druck mache, das erzeugt ja dann nur Gegendruck. Also das liegt ja nicht daran, dass das Pferd nicht motiviert ist, sondern dass ich einfach scheiße reite. Also das ist wirklich die Wahrheit. Wenn ich da zu viel Druck mache, dann kommt ja nur Gegendruck vom Pferd. Und ich muss ja dahin kommen, dass er das mit Leichtigkeit macht, dass ich ihn einfach nach vorne auch laufen lasse. Und in dem Moment, wenn er da so ein bisschen zumacht und sich da so schön hinstellt. Also natürlich versuchen Pferde immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, rein instinktiv. Das meine ich.

[13:15] Also ist es dann auch, also ist es dann kraftsparender, was sie machen?

[13:19] Kraftsparender glaube ich nicht, weil es kostet ihnen ja auch Kraft, dagegen zu drücken, gegen das, was ich so drücke. Das kostet ihnen ja auch Kraft, sondern ich glaube, dass das eher eine Reaktion auf mein Reiten ist und dass das nicht der Tatsache geschuldet ist, dass er vielleicht müde ist oder nicht mehr kann. Also dieses, dass er nicht so von hinten nach vorne ranzieht, das ist glaube ich meiner Reiterei geschuldet und nicht der Müdigkeit des Pferdes. Aber dann macht es ja umso mehr Sinn, dass du sagst, du musst sozusagen dein Reiten verändern und also das Pferd ist sehr wohl willens. Und auch in der Lage, das von alleine im Prinzip zu machen, wenn man einmal den Impuls gegeben hat und dann, dass man das nicht ständig daran erinnern muss und dass das sogar kontraproduktiv ist. Genau, also dieses ständig daran erinnern, das bringt einen natürlich dahin, dass das Pferd von alleine gar nichts mehr macht. Also Pferde reagieren ja nur, die haben ja keine Strategie oder haben auch kein, die überlegen auch nicht, oh Gott, die sind ja jetzt in der Prüfung und jetzt mache ich mal hier den Kasper oder so. Also ich traue Pferden nicht zu, dass sie so, also dass sie, dann müssen sie logisch denken können, das können sie nicht. Sie reagieren nur und fühlen, ist das für mich angenehm oder ist das für mich unangenehm? Und wenn es unangenehm ist, wie kann ich dem irgendwie aus dem Weg gehen? Wie kann ich dieses unangenehme Gefühl wegkriegen? Und AC, glaube ich, macht dann, wenn ich zu viel Druck mache, dann macht er sich fest und dann geht die Bewegung nicht mehr durch den Körper, weil er einfach fest ist.

[14:46] Verstanden. Das Schlagwort, das wir in der letzten großen Folge hatten und was wir auch heute ja schon, also was heute auch schon gefallen ist, ist ja dieses elektrisch am Bein. Und die Frage, wie kommt man dahin? Ist es im Prinzip schon, also hast du es eigentlich schon erklärt, wie man dahin kommt? Also indem man sozusagen das so umstellt und.

[15:07] Dass das Pferd die Botschaft verstanden hat, okay, die macht nicht ständig Druck, aber wenn sie einmal sagt, ich möchte gerne das und das, dann habe ich schnell zu reagieren und muss das dann machen. Also ist das schon dann dieses elektrisch am Bein? Also das Verinnerlichen, weißt du, was ich meine? Wenn ich einen Impuls kriege, dann ist es aber auch ernst gemeint. Es gibt nicht so Abnutzungs- und Gewöhnungseffekte, wo das Pferd sogar dagegen arbeitet, haben wir ja gerade gelernt. Sondern okay, einmal die Aufforderung, alles klar, das ist ernst gemeint, da muss ich mich dran halten. Ist das schon mit elektrisch gemeint oder geht das noch weiter? Nee, eigentlich ist es das schon, dass die Pferde halt wirklich auf einen impulsartigen Befehl reagieren. Im Westernreiten ist das ja sowieso, also Westernreiten besteht ja nur aus Impulsen. Also die Westernreiter sitzen auf ihren Pferden und machen nichts, bis sie was anderes wollen. Und die Pferde lernen natürlich von klein oder von Anfang an, ich habe so lange zu traben, bis was anderes kommt. Ich habe so lange zu galoppieren, bis was anderes kommt. So werden die schon ausgebildet. Und ich beobachte ja auch andere Reiter. Man verfällt…

[16:19] So ohne das zu merken, in dieses Drücken und Quetschen. Also es passiert nicht nur mir. Ich weiß natürlich um den Fehler, den ich mache. Wenn ich mir Videos angucke und mich beim Reiten angucke, dann denke ich so, scheiße, mach doch mal das Bein da weg. Aber das ist gar nicht so einfach, das umzusetzen. Das glaube ich. Das ist wirklich so, wenn man auf so einem Pferd sitzt und das Gefühl hat, okay, der fällt mir gleich aus, umso mehr ackert man. Man kommt aus diesem Teufelskreis gar nicht raus alleine. Also man muss wirklich mal auch von außen wieder jemanden haben, der einem sagt, so jetzt machen wir das Bein weg und jetzt machen wir einmal Impuls. Und wie ich gesagt habe, das geht nicht von heute auf morgen. Das ist so ein Lernprozess. Und ich bin ja jetzt auch schon ein bisschen länger da dran und habe dann auch auf diesem ersten Turnier, in dieser ersten Prüfung, während der ganzen Prüfung Prüfung war ich nicht imstande, mal ein bisschen loszulassen. Das war halt mein Fehler. Ich sehe das, ich habe das Video angeguckt und sehe mich reiten und denke so, ach du Scheiße, wieso erkäst du denn so viel? Aber während der Prüfung war ich nicht in der Lage, das zu ändern und.

[17:21] Also das geht wahrscheinlich ganz vielen Reitern so, dass man halt auch einfach, man weiß um seine Fehler, kann sie aber erstmal nicht ändern und das ist einfach, Übung, Übung, Übung, Übung und Disziplin und ganz oft mal von außen jemand drauf schauen lassen, kannst du mir mal helfen, kannst du mir mal sagen, wenn du siehst, ich bin wieder zu viel da dran, schrei mal einmal loslassen, dass ich wieder denke, ah ja, okay, Bein weg, mal wieder durchatmen, locker sitzen, mitschwingen, Hand weg, vor allem Hand weg dann auch. Wenn ich sage, Impuls nach vorne, muss auch meine Hand nach vorne gehen. Also nicht den Zügel wegschmeißen, aber ich muss dem Pferd natürlich auch vermitteln, alles klar, da vorne ist die Tür auf, ich kann nach vorne gehen. Und das sind nur Nuancen. Also das ist wirklich nur auch Jammern auf hohem Niveau, aber ich spüre es natürlich als Reiter.

[18:06] Und diese Kleinigkeiten zu ändern, ist glaube ich die Kunst, wo von außen jemand sagt, boah, der läuft aber toll und das hat aber super geklappt und wir waren ja auch ganz ordentlich in der Prüfung. Aber für mich war mit meinem Reiten nicht so zufrieden und dass es nicht besser war, war alleine meinem Reiten geschuldet. Und Raimund Wille ist dann schon auch so jemand, der, also siehst du mal, das ist schon interessant, weil eigentlich auch so durch seine, wie soll ich sagen, Wortgewalt und ist ja auch ein impulsiver Typ, also man hat auch das Gefühl.

[18:37] Dass so Trainingseinheiten mit ihm so Einheiten sind, so wenn er das Gefühl hat, es läuft nicht ganz genau so, wie er sich das vorstellt, ist eher derjenige, der verbal ackert, so kann man das schon sagen. Also der ist so ein Nachdruck und so weiter. Aber er gibt schon dann auch den Tipp und den Hinweis, das, was du gerade beschreibst. Also dieses, der weiß ja, wie es geht. Genau. Und wir haben natürlich in dieser Trainingseinheit auch Übungen gemacht. Also er hat zum Beispiel, er hat mich dann Schritt gehen lassen, einmal anhalten lassen. Er kam mit der Peitsche neben AC. AC weiß dann immer schon genau, was passiert und ist schon wieder da. Aber er touchiert dann so ein bisschen die Hinterbeine, dass er einfach da so ein bisschen aktiv wird. Und dann muss ich, also meine Aufgabe ist wirklich, wenn er dann sagt, und jetzt nach vorne, den Impuls, Hand vor, Impuls, Bein wieder weg, dass er dann auch lernt, alles klar. Das heißt, der Impuls heißt nach vorne gehen und dann weitertraben und nicht da dranbleiben und weiterackern. Das haben wir in der Trainingseinheit halt wirklich gemacht, so ein bisschen die Hinterbeine touchieren und ihn einmal mit dem Sitz ein bisschen zurückhalten und ihn dann nach vorne gehen lassen, aber nur auf einen kurzen Druck des Schenkels. Wirklich nur Impuls und dann lass ihn auch nach vorne und dann hörst du sofort auf, da Druck zu machen. Und das ist mega schwer. Also das ist wirklich schwer. Und der hat mich auch ein zweimal angeschrien.

[20:02] Aber ich muss das dann auch für mich immer nochmal so alleine üben, dass ich meine Gedanken sortieren kann. Das ist natürlich, wenn dann von unten jemand Kommandos gibt und du musst tausend Sachen gleichzeitig machen, bis die Kommandos bei dir sind, ist der Moment schon wieder vorbei. Und das ist so das Schwierige. Ich nehme das zwar mit, was ich üben soll, aber ich kann das in der Einheit, kann ich das nicht umsetzen, weil ich einfach durch das höre, was er sagt und Ja, ja. Meine Gedanken und das ist alles so ein bisschen verzögert und deswegen muss ich das immer für mich nochmal reiten und üben und deswegen ist der Unterricht bei Herrn Wille ja auch für mich super nachhaltig, weil ich ganz viel mitnehme, an Übungen, wie ich an gewissen Dingen arbeite, aber ich muss es für mich selber machen, dass ich meine Gedanken und, meine Konzentration behalte, weil zuhören, umsetzen und noch selber spüren, jetzt war das, jetzt war das, ist extrem schwer und mein Gehirn ist ja auch nicht mehr so jung. Ich wollte gerade sagen, wir werden nicht jünger. Also das muss man ja schon mal sagen. Ich habe ja gerade noch eine andere Riesenidee. Wenn man jetzt quasi von Raimund Wille, Wenn man von ihm so Pappaufsteller fertigen würde, weißt du, und die so an den Richterhäuschen, an so einem Turnier, Viereck, dass man die quasi so neben die Richterhäuschen stellt, weißt du? Das gibt es ja manchmal…

[21:24] Mit so einer Sense in der Hand und einer Peitsche oder so, weißt du? Und AC ist quasi umzingelt von Raimund Willis, so wie im Mediamarkt. Die haben doch auch manchmal so Werbeaktionen hier, was weiß ich, Dieter Bohlen und der steht dann da vor irgendeinem Papp-Bohlen und da ist dann auch so eine Schüssel mit, was weiß denn ich, irgendwie so Mini-Föns oder was die da als Sonderangebot haben. Mini-Föns? Ja, keine Ahnung, du weißt schon. Heißt die Mehrzahl von Föns? Föns. Oder Föhne. Hier Kopfhörer, weißt du, hier so Apple-Gedönsheimer. Aber dass quasi AC denkt, ach du Scheiße. Der Wille ist da, ich muss laufen. Ja genau, ich bin umzingelt von Sensenmännern und ich muss einfach, dass das quasi, also käme auf den Versuch an. Und die Frage ist, was die LPO dazu sagt. Aber gut.

[22:13] Ja, elektrisch am Bein. So einfach? Ja, einfach. Das umzusetzen finde ich extrem schwierig. Und ich weiß aber auch, das ist auch nichts Neues. Das hat Pia schon gesagt, damals zu Nixenzeiten. Impuls und dann nach vorne gehen. Die müssen einfach laufen. Und wenn ich mir Pia dann angeguckt habe beim Reiten und dann denke ich, habe ich auch immer so gedacht, okay, die hat da zwar das Bein dran, aber man sieht da nichts und die Pferde laufen einfach. Wie machen die das? Und ich finde es extrem schwierig, das umzusetzen.

[22:44] Und wahrscheinlich, und das letzte Bemerkung oder letzter Gedanke, es ist für dich schwierig umzusetzen, aber beim Pferd muss es ja auch erstmal ankommen, oder? Also das ist ja auch was, ich sag mal so, es bist ja nicht nur du als Reiterin, die lernt, sondern das Pferd muss ja schon auch mitgehen. Es ist ja jetzt auch nicht so, dass das quasi mit einem Fingerschnipp funktioniert, oder? Nein, aber jetzt habe ich die Chance, bei Benni habe ich ja die Chance, es von Anfang an richtig zu machen. Und selbst da merke ich manchmal, oh scheiße, du drückst. Weg damit, weg damit, nicht drücken, ganz locker sitzen. Aber jetzt habe ich ja die Chance, bei dem jungen Pferd das von Anfang an richtig zu machen. Also ich weiß ja auch um meine Fehler und ich hoffe, dass es mir bei Benni gelingt, dass der halt mal durch die M-Tressur oder die S-Tressur tanzt. Und das sieht für mich ganz mühelos aus, also dass ich da drauf sitze und man sieht nichts. Das wäre so mein Traum. Mal gucken, in 20 Jahren vielleicht. Im Wechselknopf, den wir hier gerade nicht haben, aber die Stichworte sind schon gefallen. Benni drücken und Träume und tanzen.

[23:53] Durchs Dressur-Viereck und alles anders und besser machen. Also alles anders, das muss man schon mal sagen, das machst du jetzt ja gerade mit ihm, weil du hast schon gesagt, so neumodische Trainingsmethoden, die, kompliziert klingende, moderne, Namen, die sich irgendwelche Marketing-High-Knees ausgedacht haben, da bist du ja mal ganz skeptisch. Und eigentlich kommt dir das nicht in die Tüte, gutes Reiten reicht und eigentlich, ja, also du bist da jetzt nicht so die allerinnovativste. Entschuldigung. Das ist echt geil.

[24:30] Ich wollte nur schnell was nachlesen. Ach so. Ja, ja. Weil wir jetzt beim Tensekralen Training sind und dann wollte ich nochmal nachlesen, wörtlich übersetzt, was heißt das eigentlich Tensekral? Das hast du gerade. Das wollte ich jetzt nachlesen, aber du hast mich schon so strafend angeguckt. Die nimmt ihr Handy in die Hand. Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Ja, weil ich wirklich unterstelle, dass du da quasi wieder irgendwie, keine Ahnung, noch ein bisschen TikTok oder so, weißt du? Quatsch jetzt, also echt. Nein, ich habe es jetzt auch. Tense Kral beschreibt im Pferdebereich ein Trainings- und Bewegungsverständnis, das den Körper als vernetztes Spannungs- und Faszien-System betrachtet. Also, muss man auch wissen. Also so betrachte ich mich persönlich auch als ein, was nochmal?

[25:20] Ein vernetztes Spannungs- und Faszien-System. Ja, das ist auch, also, das bin ich quasi. Es geht weniger darum, einzelne Muskeln isoliert zu trainieren, sondern darum, dass Muskeln, Faszien, Bänder, Gelenke und das Skelett gemeinsam funktionieren. Das sagt ChatGPD. Aber die ist ja auch nicht immer so ganz richtig, ne? Also habe ich ja schon viele Falschmeldungen gehabt bei ChatGPD. Ja, das klingt jetzt aber erstmal, also sagen wir mal so, das untermauert ein bisschen…

[25:51] Dass man skeptisch sein darf, würde ich jetzt sagen. Also klingt irgendwie so nach dem Motto, ja, der Körper, das unbekannte Wesen, kompliziert, kompliziert und so und ja, ja, ja. Aber gut, wir wollen es ja nicht verteufeln und wir sind ja auch offen für Neues. Du bist es vor allen Dingen gewesen, weil du gesagt hast, okay, ich probiere das jetzt mal aus. Du hast es in der kleinen Folge beschrieben, weil du gesagt hast, es gibt eine Stallkollegin, deren Pferd schon ziemlich alt ist und das sieht so toll aus und die ist davon so überzeugt und probiere das doch mal aus. Und dann hast du gesagt, okay, ich mache das jetzt mal, weil, glaube ich, auch eine Trainerin oder eine Frau, die sich da auskennt. Genau, die war am Hof und es gab noch einen Platz und dann habe ich gesagt, komm, ich mache das jetzt mal. Und dann macht man das und das finde ich ist ja auch der richtige Angang und dann kann man ja entweder sagen, okay, das ist ja wirklich cool oder mir hilft oder ich habe davon profitiert oder nicht profitiert. Du hast es dir auch genau angeguckt und in dem Sinne fände ich es cool, wenn wir jetzt vielleicht mal so ein bisschen, also wenn du deine Eindrücke einfach mal so ein bisschen teilen kannst. Was hat die Frau da gemacht? Konntest du das alles nachvollziehen? War es doch in deinen Augen eher gefühlt Hokuspokus oder wusste die Dame, was sie tut? Und das hat es vor allen Dingen mit dem Pferd gemacht. Benni war der Kandidat bei der Proband. Er ist predestiniert dafür, weil der ja so mit Loslassen und so hat er ja echt ein Thema, also von Anfang an schon und.

[27:20] Das Ziel ist auch so wirklich Kraft und Muskeln aufzubauen bei dem Pferd, ist aber schwierig, wenn er nicht loslässt und ranzieht. Also das war so mein Thema, weshalb ich gesagt habe, ich nehme auf jeden Fall den Benni und eine ganz sympathische Frau, die auch ein sehr gutes Auge hat, auch für das Exterieur des Pferdes. Ich habe ihn, dann musste ich ihn erstmal vortraben lassen und galoppieren und, hat ihn auch sofort richtig eingeschätzt. Ein Pferd mit sehr viel Bewegung drin, aber noch sehr instabil, dem fehlen noch ganz viele wichtige Muskeln. Und wo wir uns auch einig waren, nicht zu früh zu viel machen mit dem Pferd. Also Schritttrap, Galock geradeaus und Seitengänge und so. Ja, noch keine Versammlung. Der hat noch keine Kraft, um da irgendwo Last aufzunehmen.

[28:06] Und hat Benni wirklich super gut beurteilt und konnte auch am Pferd sehen, wie so meine Reiterei ist und welche Probleme ich habe beim Reiten. Und hat mir dann auch, also wir haben dann angefangen mit diesem, ja, Tänze-Kran-Training, also das im Prinzip war das Erste, was wir angegangen sind, dieses Lösen, also diese Faszien oder Punkte zu erspüren, wo er sich einfach festhält, wo Spannungen sind, das hat sie mir gezeigt, also sie hat das vorgemacht am Pferd, sie hat dann bestimmte Punkte, halt wirklich, da hat sie Druck ausgeübt und hat das Pferd dann aufgefordert, diesem Druck nachzugeben. Und am Anfang ist das Benni wirklich schwer gefallen. Das hat ihm auch wehgetan, also an bestimmten Punkten, wenn sie da einfach Druck gemacht hat.

[28:52] Dass er dann auch ein bisschen unwillig wurde und dann gemerkt hat, wenn er diesem Druck nachgibt und loslässt, ist es für ihn sehr viel angenehmer. Und ich glaube, das Zauberding ist, sobald dieses Pferd dem Druck nachgibt, lässt man den Druck auch nach. Also man muss wirklich auch aufpassen, wenn das Pferd nachgibt und man spürt, dieser Druckpunkt wird ganz locker. Das ist so, man spürt es in den Fingern. Das ist dann erst, ist es wie so eine harte Nuss und dann auf einmal wird es wie so Pudding. Man spürt es an diesen Druckpunkten. Ich glaube, es ist auch egal, ob man die jetzt, also von außen sieht man nicht, man muss so ein bisschen fühlen. Wo drücke ich jetzt was? Und man fühlt dann auch, dass das Pferd loslässt und nachgibt. Und das zeigt es natürlich auch, indem es den Hals fallen lässt, indem es…

[29:38] Wirklich die Muskeln lang macht und anfängt zu kauen. Und daran sieht man auch, dass das Pferd loslässt und sich entspannt und auch seine Muskeln benutzt. Also das war schon sehr faszinierend für mich zu sehen, dass es wirklich funktioniert. Und du konntest es selber spüren. Also es ist nicht so, dass sie nur gedrückt hat, sondern sie hat dir auch die Stellen gezeigt und hat gesagt, mach jetzt dies. Und du konntest also quasi mit den eigenen Händen erfühlen, was da passiert. Und ich verstehe schon, also von außen sehen, du sagst hart wie eine Nuss, aber man sieht halt keine Nuss, die dann sich zurückbildet oder so, sondern das muss man fühlen. Aber es gibt so äußere Zeichen, Hals fallen lassen, das ist dann, genau. Genau. Ein ganz wichtiger Punkt, den sie mir auch gesagt hat, ist, wenn man diesen Druckpunkt, wenn man da Druck ausübt und das Pferd gibt nach, Hände weg vom Pferd. Auch nicht loben, auch nicht streicheln, sondern ganz weg. Und man hat so diesen Impuls, das habe ich selber gemerkt, ich musste mich dann wirklich so, ich musste meine Hände festhalten. Wenn man ihn lobt und dann hat man ja so automatisch, hat man immer diesen Impuls, dann auch das Pferd zu streicheln. Und sie sagte, das Pferd hat dem Druckpunkt nachgegeben, der Druckpunkt ist jetzt ganz locker, das Pferd gibt nach, lässt fallen, Hände weg. Hände weg vom Pferd, ganz.

[30:49] Und das ist extrem schwer und wir haben jetzt erstmal nur diese lösenden Punkte angesprochen, sowohl im Stehen als auch in der Bewegung und sie hat mir die ganzen Punkte gezeigt und hat mir auch angeraten, das vorm Reiten zu machen. Zehn Minuten Schritt gehen und während der Schrittphase diese Druckpunkte einfach zu lösen, die Faszien zu lösen, so dass er wirklich so fast schon mit der Nase im Sand Schritt geht Und, man konnte die Veränderung im Pferd sehen gestern. Also dieser Schritt ging am Ende so durch den Körper. Das Pferd war drei Meter länger als vorher. Das ist ja das, was man möchte, dass diese Muskeln sich anspannen und wieder loslassen und wieder anspannen und wieder loslassen. Dadurch entsteht Muskulatur und das haben wir total erreicht. Also ich war schon auch ganz überrascht.

[31:38] Wie sehr man das an dem Pferd auch sehen konnte. Und ich war ja wirklich so ein bisschen, ich habe das ja immer so ein bisschen belächelt und habe gedacht, oh Gott, da kommt eine, die hat einen tollen Namen erfunden für, ich drücke mal ein bisschen auf dem Pferd rum. Das ist auch nicht das Rad neu erfunden. Also das gibt es mit Sicherheit auch vorher schon, es hatte nur keinen Namen. Also das war, glaube ich, so, dass man das nicht so bewusst gemacht hat. Aber viele Osteopathen, Physio machen das ja auch, dass sie so bestimmte Druckpunkte beim Pferd einfach lösen. Ich wollte gerade sagen, es erinnert total daran. Genau, ja, also an Physio und an Osteo und sie arbeitet ja auch mit Tierärzten und mit Osteopathen und so zusammen.

[32:13] Und dieser Tipp, dass man das einfach kontinuierlich vorm Reiten macht, dass man das nicht nur einmal in der Woche macht, sondern die Idee dabei ist, dass dieses Pferd immer vorm Reiten einfach schon mal loslässt, bevor der Reiter überhaupt auf den Rücken kommt, loslassen. Und sie sagt ja dann auch, das machst du halt vor dem Reiten im Schritt und das ist deine Schrittphase, du steigst auf und trafst an. Kein Schritt mehr reiten, weil dann ist es wieder so, dass gerade Benni sich dann im Schritt wieder so ein kleines bisschen verhält, die Luft wieder anhält, also er ist ja jetzt kein Pferd, was wirklich so… Nicht ausatmet und entspannt ist, sondern er hat immer so ein bisschen Probleme mit Luft anhalten. Und sie sagte halt, wenn du dann drauf sitzt und reitest wieder Schritt, dann kommst du wieder in diese Phase, dass er die Luft wieder anhält. Und je mehr du dann nach vorne reitest, umso besser ist es für ihn loszulassen. Und sie hat mir dann auch mitgegeben, viele gebogene Linien, viel Schulter vor, Traver, Rover ihn beschäftigen und er muss seine Balance finden und schon auch fordern, dass er seine Balance findet und dann auch an beide Zügel ranzieht. Also das hat sie mir wirklich gut erklärt und wir sind jetzt gestern aus dieser Einheit raus damit, dass ich das erstmal für mich so ein bis zwei Wochen mache, und dass wir uns dann nochmal treffen und sie mir zeigt, wie ich das Ganze dann stabilisiere. Also dass er auch nicht nur entspannt ist, weil dann habe ich halt so ein Flexi-Pferd.

[33:38] Sondern er muss ja natürlich dann auch sich ein bisschen stabilisieren und muss lernen, sich zu tragen. Und diese Punkte zeigt sie mir dann in einer zweiten Einheit nochmal. Wir haben uns dann mal lose verabredet für Ende September, Anfang Oktober, dass wir dann noch einmal zusammen arbeiten und einfach gucken, wie sich das entwickelt hat. Ich glaube, dass das für Benni eine ganz, ganz tolle Sache ist, weil sie hat halt auch gesagt, diese modern gezüchteten Pferde, die sind nun mal, die sind so beweglich und das ist so schwierig, die stabil zu kriegen und wirklich auch gerade zu kriegen und dass die lernen, sich zu tragen. Das ist extrem schwierig bei diesen Pferden. Man kann das natürlich in der Hauruck-Methode machen, dann ist er mit acht Jahren kaputt.

[34:21] Und ich habe gesagt, ich habe alle Zeit der Welt. Der muss jetzt gar nichts übers Knie brechen. Also das ist alles so, dass wir ganz viel Zeit haben und er soll das machen, wonach er wirklich körperlich auch in der Lage ist. Man hört die Tatzen unseres Hundes in der Wohnung. Möchtest du mal gucken, ob du da ein paar Druckpunkte irgendwie bei unserem Hund noch drücken kannst? Jenny rettet den Hund. Von mir der Hinweis, dass ihr herzlich eingeladen seid, unsere Steady-Seite mal anzugucken. Es gibt einen Link auf derpferdepodcast.com.

[34:59] Das ist eine Seite, die wichtig ist für all diejenigen, die sagen, es wäre ganz cool, wir fänden es toll, wenn wir die Pferde-Podcast-Folgen ein bisschen vor allen anderen hören könnten, und wenn wir es auch noch werbefrei bekämen. Das ist nämlich unser Dankeschön für alle, die uns im Monat einen Euro oder drei oder fünf geben wollen. Gerne auch tausend, aber so vermessen wollen wir jetzt natürlich nicht sein. Wieso nicht? Ja, man muss ja sagen, also das Pferdefutter kaufen wir ausschließlich von den Einnahmen unserer Unterstützer bei Steady. Da würden sie aber verhungern. Und wenn da nichts kommt, dann haben die halt Hunger. Deswegen haben die so abgenommen. Deshalb sehen die auch so schlank aus, wo man hoffen, dass es nicht noch schlanker wird und man dann die Rippenknochen zählen kann. Ich hätte noch zwei Fragen gehabt. Eine hast du schon beantwortet, es gibt eine Fortsetzung. Also du fandest es erstmal irgendwie…

[36:00] Gut und du fandest es positiv und du konntest es nachvollziehen. Und es ist ja schon mal was eigentlich. So eine Geschichte, der du so skeptisch gegenübergestanden hast, dass du sagst, Mensch, nee, alles klar, macht für mich Sinn. Also finde ich gut. Und eine Verständnisfrage hätte ich noch gerne, weil tensegrales Training, also da steckt ja auch drin Training, ist aber glaube ich ein anderes Training, als man sich das jetzt vorstellen muss, wie bei so einem Raimund Wille.

[36:30] Man sitzt ja nicht die ganze Zeit drauf. Sitzt man überhaupt irgendwann mal drauf, weil du gesagt hast, also in der Schrittphase, also drückt man diese Druckpunkte? Ja, vom Boden aus macht man das. Alles vom Boden? Ja, das haben wir jetzt alles vom Boden gemacht, ja. Okay, also dann ist die, wenn du sagst, dann abreiten, dann gibt es keine Schrittphase, sondern das Reiten startet dann tatsächlich mit Antraben, so im Idealfall. Genau, also vor jedem Reiten. Einfach so zehn Minuten so ein bisschen das Pferd lockern und dann anfangen zu reiten und dann aber direkt traben. Ja, okay. Und man kann natürlich auch mal so einen Tag machen, wo man nur mit tensekalem Training vom Boden aus mit dem Pferd arbeitet, zwischendurch immer mal wieder an der Longe traben und galoppieren lassen. Aber sie sagte dann auch auf gar keinen Fall länger als 40 Minuten, wenn man ausschließlich tensekales Training macht. Aber sie sagt, es bringt viel, viel mehr jeden Tag ein bisschen als einmal in der Woche eine Stunde oder so. Okay, verstehe. Und so sind wir jetzt auch verblieben, dass ich das genauso mache. Jeden Tag ein bisschen und vor allem halt auch immer vorm Reiten oder vorm Arbeiten. Ja, also fast ähnlich wie so eine Art, keine Ahnung, wie Menschen eine Gymnastik machen oder Dehnungsübungen oder so, bevor sie laufen gehen oder sowas. So kann man sich es vielleicht übertragen aufs Pferd auch so ein bisschen vorstellen. Genau, ja.

[37:51] Der Hund hat sich jetzt nicht entspannt, ne? Also da müsstest du jetzt nochmal so tensigral, nochmal so ein bisschen, weißt du hier dieses, wie war das, dieses systematische Fasziendings? Also wenn man das bei unserem Hund macht, der sich noch nicht mal eine Zecke rausnehmen lässt, ohne 14 Tage mit mir beleidigt zu sein. Ja, dann ist hier mal großes Pallaver, ne? Genau. Jedenfalls bedanken wir uns an dieser Stelle fürs Zuhören. Entschuldigt bitte nochmals, dass wir spät dran sind. Vor allem Entschuldigung an Mareike, aber du weißt ja, wir haben viel zu tun. Ja, genau. Stimmt, Mareike, Steady-Hörerin und sie ist freitags immer irgendwie unterwegs und dann hat sie, glaube ich, ihre eine Strecke und da ist eigentlich, ist da quasi fest eingepreist, weißt du? Ja, sonst könnte man noch so B-Podcasts wie Baywatch Berlin oder irgendwie, wie heißt die andere mit dem Hafi da, die Dings, Anja Fee oder sowas, weißt du, sowas muss man dann hören, wenn es den Pferde-Podcast noch nicht gibt. Hat Anja Fee auch einen Podcast? So B-Podcast, ja, die macht auch einen Podcast. Ach komm, echt? Ich glaube ja. Ich habe ja alles. Ja, ja, klar. Aber die hat auch das Problem, dass das Pony nicht zündet in der Prüfung. Ist das so? Ja, habe ich gesehen.

[39:02] Bei Insta oder irgendwie so. Genau, ich folge der bei Insta und gucke immer so, was die so macht. Ich will auch so berühmt werden wie Anja Fee. Aber irgendwie habe ich schon wieder nachgelassen mit meinen Self-Videos. Ich wollte gerade sagen. Ja, ich weiß. Man möge es mir verzeihen, aber ich hatte echt viel um die Ohren. Und ich glaube, Anja Fee ist ja ein Profi. Die hat ja immer ein Filmteam dabei. Wenn man das alles selber macht, ist das echt anstrengend. Ja, macht nichts. Man muss es trotzdem machen. Ja, tschüss.

[39:28] Siehst du, der ist schon angefasst. Angefasst an den Faszien. Macht’s gut, habt eine fertige Zeit, bis die Tage. Tschüss. Vielleicht könnten wir ja mal einen Live-Podcast machen, zusammen mit Anja Fee. Das wäre doch auch mal cool, du willst doch immer live irgendwo auftreten. Weißt du, dann würden wir uns einfach mal so ein bisschen an Anja Fee hängen. Ja, dann müssten wir uns ranwanzen. Genau, und dann würden wir auch irgendwie, dann nehmen wir, die ganzen Follower, die Anja hat, nehmen wir auch noch mit. Ich ahne, sie wird dieses schmutzige, billige Spiel durchschauen. Aber wir sind schon so lange hier dabei. Tschüss. Tschüss.


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