#481 Fliegende Wechsel: Geht nicht, gibt’s nicht?

Benny ist eigentlich ein ziemlich entspannter Kerl – solange seine Welt so läuft, wie er sie kennt. Doch eine ungewohnte Uhrzeit, mehr Betrieb in der Halle und zusätzliche Pferde können den jungen Wallach ordentlich aus dem Konzept bringen. Beim Training zeigt sich dann, was Jenny schon von ihrem früheren Herzenspferd Globus kennt: Manche Pferde brauchen feste Abläufe und tun sich schwer damit, wenn plötzlich alles anders ist. Die spannende Frage ist, wie viel Gewöhnung sinnvoll ist – und wo man akzeptieren sollte, dass ein Pferd eben seine ganz eigenen Besonderheiten mitbringt.


Melde Dich jetzt für unseren neuen Newsletter bei Steady an und unterstütze uns, wenn Du unseren Podcast magst und Dein Herz ebenso für Pferde schlägt wie unsere. Unterstützer*innen hören den Podcast als Dankeschön schon früher:


Link zu Steady

Expertin Nicola erklärt: So wichtig ist die Basisarbeit

Auch AC/DC hat gerade ein kleines Thema mit den besonderen Bedingungen an der Ostsee. Das vergangene Turnier war nass, der Boden schwer und der Haflinger wirkte nicht ganz so spritzig wie gewohnt. Jenny vermutet, dass die enormen Laufwege im neuen Aktivstall dabei eine Rolle spielen könnten: Wenn die Pferde täglich viele Kilometer zwischen den verschiedenen Bereichen zurücklegen, ist das zwar pferdegerecht und abwechslungsreich – möglicherweise fehlt dem Sportpferd dafür aber ein wenig die Energie fürs Viereck. Zwei weitere Turniere im Oktober sollen nun unter anderem zeigen, ob ein sogenannter Performance Booster tatsächlich einen Unterschied macht.

Im Mittelpunkt der Folge steht anschließend Klex. Der ehemalige Podcast-Liebling hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden, doch dort sind plötzlich wieder sportliche Ambitionen im Spiel – inklusive der alten Frage: Sind fliegende Wechsel für jedes Pferd lernbar? Dafür haben Jenny und Chris Profitrainerin und Reiterin Nicola Wolsdorfs aus Österreich eingeladen. Ihre Antwort fällt ziemlich eindeutig aus: „Geht nicht, gibt’s nicht“ – wobei manche Pferde eben deutlich länger brauchen als andere. Entscheidend sei, nicht stundenlang die eigentliche Lektion zu üben, sondern zunächst die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Und genau damit landet Nicola bei einem Begriff, der sich wie ein roter Faden durch das Gespräch zieht: Basisarbeit. Je nach Pferdetyp kann der Weg ganz unterschiedlich aussehen. Ein gemütliches Pferd muss möglicherweise erst reaktionsschneller und motivierter werden, während ein heißes Pferd lernen muss, den Schenkel ruhig anzunehmen und nicht mit einer Explosion zu verbinden. Geduld, Timing, Gefühl und eine solide Basis sind für Nicola wichtiger als das möglichst schnelle Abhaken einer Lektion. Vielleicht gibt es also tatsächlich mehr Pferde, denen man die fliegenden Wechsel beibringen kann, als Jenny bei Klex einst gedacht hat.


Listen on Apple Podcasts

Hier hörst Du uns bei YouTube Music:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist listenonyoutubemusic-white-2xpng.png

Du findest uns aber auch zum Beispiel bei Spotify, Deezer, Podcast.de oder TuneIn. Auch Dein Alexa-Gerät sollte den Pferdepodcast kennen. Probier’s mal aus. Oder starte das Video bei YouTube:


Den Pferdepodcast unterstützen – das geht jetzt auch per PayPal:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist img_6216.jpg

CampfireFM: Bring den Pferdepodcast ans Lagerfeuer

Und dann haben wir noch eine Bitte in eigener Sache: 👉 Wenn ihr den Pferdepodcast unterstützen wollt, helft uns beim Onboarding bei CampfireFM – das bringt unsere Community einen großen Schritt nach vorne. Die neue App ist ein großartiger Podcast-Play und bietet darüber hinaus grandiose Möglichkeiten, sich als Community auszutauschen und zu interagieren. CampfireFM würde den Pferdepodcast gerne ans digitale Lagerfeuer holen, möchte aber zunächst checken, ob unsere Hörerinnen und Hörer diese Vorfreude teilen. Helft uns deshalb bitte mit eurem Klick, dieses Signal zu senden!


📲 **So erreichst du uns!**

Ihr könnt uns auf allen gängigen Social-Media-Plattformen, per E-Mail oder über verschiedene Messenger erreichen. Alle Wege zu uns findet ihr hier. Bleibt dran und teilt uns eure Gedanken mit – wir freuen uns auf eure Nachrichten und Kommentare! 🐴❤️ #Pferdepodcast #Turnierreiterei #Freizeitreiter #Pferdegesundheit #Pferdezähne #PodcastCommunity #Lieblingsviecher

Du magst unseren Podcast? Dann schau gerne auch in unserem Shop vorbei. Du hast eine ältere Folge verpasst oder möchtest gerne noch mal was nachhören? Kein Problem. Schau einfach in unserem Archiv vorbei.


Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hallo, hier ist der Pferde-Podcast, Folge 481. Ich melde mich aus Berlin. Jenny ist an der Ostsee. Und es gibt Neues von unseren Pferden, von Nesthäkchen Benni, von ACDC. Jenny, noch so ein bisschen, mit dem warst du ja beim Turnier-M-Start mal wieder an der Ostsee. Wir haben schon gesagt, es war sehr feucht. Es hat junge Hunde geregnet. Es war irgendwie ganz schlimm. Und ich weiß gar nicht, ob es da thematisch noch so viel drüber zu erzählen gibt. Wir schauen einfach mal.

[0:50] Und wir haben einen Gast Nikola Wohlsdorf aus Österreich Jenny, erinnerst du dich noch als wir es von Klexi hatten? Und zwar hast du ja die steile These aufgestellt, dass es schier unmöglich sei, Klecks die fliegenden Wechsel beizubringen. Naja, unmöglich. Ich habe nur gesagt, ich habe es nicht geschafft. Ja, okay. Also du hast nicht gesagt, es ist unmöglich. Ich habe auch gesagt, ein Profi wird das mit Sicherheit vielleicht auch hinkriegen. Ich habe es nicht hingekriegt. Okay, und diese Frage wollten wir ja weitergeben an Nicola Wohlstorf aus Österreich, die Profitrainerin, die, sehr gute Reiterin und also einfach mal diese Frage thematisieren, kann es denn wohl sein, dass es Pferde gibt, die einfach ein bisschen begriffsstutziger sind als andere? Klecks ist da mit Sicherheit so ein Kandidat, würde ich sagen, der, also Hashtag begriffsstutzig und ja, wo es einfach schwierig wird, denen das beizubringen. Und was macht man denn dann, wenn man so einen Kandidaten hat, weil die, das Thema ploppte ja auf, weil die neue Besitzerin von Klecksi sportliche Ambitionen hat, sozusagen, die auch fliegende Wechsel beinhalten könnten.

[2:17] Genau. Ich glaube eher die Trainerin der neuen Besitzerin hat die größeren Ambitionen. Genau. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass dieses Feuer entfacht wird sozusagen und dann das Thema fliegende Wechsel, das du ja schon beerdigt hattest, beim Klecksboy, dass das auf einmal wieder neu im Raum steht. Lange Rede, kurzer Sinn. Geht das? Gibt es Pferde, bei denen es nicht geht? Was kann man tun, um den Begriffsstutzigen auf die richtige Spur zu helfen? Das thematisieren wir in dieser Folge. Jetzt spielt unseren Manni die Pferde-Podcast-Hymne und dann geht’s los.

[3:19] Jenny, wir fangen an mit einer sehr witzigen Erkenntnis irgendwie. Und zwar mit dem Benni und mit den Füchsen. Und dass du irgendwie, es gibt ja so Frauen, die fühlen sich immer wieder zu den gleichen Typen hingezogen. Das gibt es doch so. Du meinst Männertypen. Ja, Männertypen irgendwie so. Männer, die fühlen sich immer zu denselben Frauentypen hingezogen. Ja, das gibt es auch. Absolut. Gut, dass man so, genau. Und aber, also bei den Frauen ist das doch oft so. Du hast mir gesagt, ob blond oder braun, ich liebe alle Frauen. Ach du lieber Gott, das sind Sprüche aus der untersten Schublade jetzt gerade, die du mir hier unterjubeln willst. Das habe ich nie gesagt. Nee, aber gemacht. Ja, jetzt hör doch mal auf. Ja, aber wenn ich so deine Palette der Verflossenen ankomme, die sind alle total unterschiedlich. Also da ist keine irgendwie, wo man sagt, ah, das ist so ein gewisser Typ, wo der da drauf fliegt. Nee, gar nicht. Aber meine Kerle auch, die sind auch alle unterschiedlich. Also leben wir beide sozusagen, also leben wir beide auf eine Art gefährlich jetzt so? Oder glaubst du, das wäre jetzt mal gut? Vielleicht. Wer weiß, was da noch kommt. Okay.

[4:42] Gut, das steht jetzt aber auf einem anderen Blatt. Ich hatte jetzt eher so dieses Frauenklischee im Kopf, das sagt man doch häufig, wenn, Frauen häufig an schlechte Männertypen geraten und keine Ahnung, die werden ausgenutzt oder irgendwie sowas und dann ist ja immer so die Unterstellung, die.

[5:01] Fällt immer auf den gleichen Typ rein. Das ist ja so ein Standardspruch. Und du hast die Feststellung gemacht, allerdings auf eine sehr liebevolle Art, so ein bisschen, aber dass du auf den gleichen Pferdetyp reinfällst, zumindest was die Pferde mit den roten Haaren angeht. Das ist ja auf der einen Seite der Oldtimer Globus. Wir haben ja schon häufiger von ihm gesprochen. Dein absolutes Herzenspferd. Und Benni, der Jungspund, ist auch ein Fuchs. Rote Haare und du sagst immer viermal weiß. Das ist auch noch so ein Schlüsselmerkmal. Hat man früher auch gesagt, wenn der Tier jetzt zum Impfen, zum Zähnemachen kommt, dann hat er immer gesagt, ich spritze gleich zweimal, weil es ist ja Fuchs.

[5:49] Lieber ein bisschen mehr. Wir schießen die mal weg. Aber hat man früher gesagt, Fuchs mit viermal Weiß, oh, Hände weg. Hätte ich es mal gemacht? Nein. Hände weg, weil, und da sind wir jetzt bei dem Thema, Hände weg, weil, irgendwie schwierig, eigensinnig. Und aber eigentlich, also du hast ja auch noch ganz eigene Erfahrungen gemacht. Du hast immer gesagt, die sind so, also die haben auch irgendwie eine Meise auf eine Art und Weise, sie das immer alles gleich zu sein hat. Das war ja so das große Charakteristikum von Globus. Absolut, ja.

[6:25] Und ich stelle jetzt fest, dass Benni das auch hat. Also die sind so ein bisschen, die sind sehr gleich im Charakter, also sehr auf seinen Menschen bezogen war der Globus ja auch, aber ausschließlich auf seinen Menschen. Alle anderen waren ihm immer kackegal. Ihm waren auch immer andere Pferde egal. Also der brauchte auch keinen Freund oder so. Der war sich immer selber genug und Benni ist auch so ein bisschen, also der hängt zwar jetzt schon auch an AC, aber auch wenn er nicht da ist, ist es auch okay. Ihn stresst es mehr, wenn mehr Pferde da sind. Also viele Pferde stressen Benni viel mehr, als wenn er alleine irgendwo ist. Also der geht alleine mit mir überall hin, aber er ist halt gestresst, wenn ganz viele Pferde da sind. Und das war bei Globus auch so. Und die haben so ein bisschen Autismus, das hat mich so das Gefühl. Also bei Globus war es ganz wichtig, dass die Dinge immer gleich sind. Immer von derselben Seite satteln, immer von derselben Seite aufsteigen. Also auch von der gleichen Seite führen, wenn ich mal auf der anderen Seite war. Aber hat ihn das völlig aus dem Tritt gebracht. Also den Sattel von der falschen Seite auflegen ging gar nicht. Und auch von der falschen Seite aufsteigen. Also es waren ganz wichtige Dinge für ihn, dass immer alles gleich abläuft. Und dann war er auch relativ gechillt. Aber der war auch ein sehr angespanntes Pferd, auch beim Reiten und so. Also so das mit dem Loslassen war auch nicht so sein Ding. erst so mit zunehmendem Alter wurde er ein bisschen gechillter. Aber das habe ich heute wieder festgestellt bei Benni, bei dem ist es ganz genau so.

[7:51] Also normalerweise gehe ich ja vormittags zum Reiten und so irgendwann so zwischen, keine Ahnung, neun und zwölf und das kennen die Pferde auch. Also das wissen sie auch und dass ich die dann hole und nacheinander auch arbeite und so und dann ist Benni immer total chillig. Der weiß genau, ah ja, jetzt ist die Olle da, jetzt komme erst ich und dann kommt der Hafi und das weiß er und da ist er wirklich entspannt. Also dann kann ich auch entspannt reiten. Jetzt haben wir heute, okay, ich mache mal die Stangenstunde wieder mit dem Benni, ein bisschen Abwechslung tut ihm gut und der war völlig aus dem Gleichgewicht. Auch als ich ihn schon geholt habe zum Putzen, normalerweise stelle ich ihn da hin an den Putzplatz und dann steht er wie so ein Esel und lässt sich putzen. Und heute war nicht dran zu denken, auch nur eine Sekunde ruhig zu stehen. Also es hat mich schon vorm Aufsteigen, hat es mich schon total verrückt gemacht, dass dieses Pferd so unruhig ist, von einem Ruf auf den anderen. Und da geklotzt und da geguckt und ich kann hier nicht stehen. Es ist hier echt so, können wir woanders stehen? Also hier kann ich auf gar keinen Fall stehen und ich muss mich umdrehen. Und ich sehe ja nichts und überhaupt. Und also es war schon ein bisschen anstrengend, ihn schon fertig zu machen. Und so war er dann auch beim Reiten. Also diese Uhrzeit war gar nicht seiner. Das hat seinen Tagesablauf total durcheinandergebracht und man hat es beim Reiten gemerkt, also er konnte nicht loslassen.

[9:11] Ich habe ihn nicht vor mich gekriegt, er hat wirklich die ganze Zeit den Hals ganz fest und hat geguckt, immer geguckt. Er geht dann überall hin, aber er guckt halt alles an und ist so ignorant gegenüber seinem Reiter, also der ignoriert mich komplett. Also man kann dem dann auch mal sagen, jetzt lauf mal. Das interessiert ihn gar nicht. Er ist dann unterm Sattel so, wie er auf dem Turnier vom Boden ist. Er geht dann einfach durch mich durch, weil seine Welt total aus den Fugen geraten ist und er damit nicht zurechtkommt. Also er hatte auch echt Stress mit und die Trainerin hat auch gesagt, der ist ja so angespannt, der lässt ja gar nicht los. Nee, der kann nicht. Also der macht es ja nicht mit Absicht, aber der ist wirklich, glaube ich, so ein bisschen autistisch. Der kann da nicht loslassen. Das ist für ihn ganz fürchterlich, wenn sein Tagesablauf nicht gleich ist. Aber das ist ja dann, wenn du sagst, der macht es, auch dann, wenn du im Sattel sitzt. Also ihr seid wahrscheinlich, weil du auch eine gute Reiterin bist, noch ein bisschen entfernt von, das kann gefährlich werden, aber mal so ein bisschen weiter gedacht, das kann gefährlich werden auch, oder?

[10:18] Also er hat ja noch immer keinen falschen Schritt unterm Sattel gemacht. Also ich vertraue ihm auch, dass er da nicht ausflippt oder so. Das hat Globus auch nie gemacht. Also der ist auch, der hat nie gebockt oder so, der ist auch nie durchgegangen, aber der war immer in sich so angespannt, die atmen dann nicht mehr. Also das ist genau das Problem, er müsste mal atmen und er kommt nicht zum Atmen vor lauter und dann kamen noch ganz viele Pferde zum Training von auswärts. Das macht ihn dann total kirre. Also das kann er gar nicht verstehen. Da steigen dann die Pferde aus dem Hänger und auf einmal sind fünf Pferde in der Halle. Das stresst ihn schon. Und dann sind wir raus auf den Platz und da waren noch die von vorher. Und als dann die Pferde sich so ein kleines bisschen verteilt haben, war es ein bisschen besser. Aber dann kamen dann zwei fremde Pferde, die Rennbahn hoch, die dann am Reitplatz vorbeigeht. Das hat ihn wieder völlig aus dem Konzept gebracht, weil normal kommt da keiner hoch, wenn er auf dem Platz ist. Ich reite normalerweise zu einer Zeit, wo wirklich nicht viel los ist. Vielleicht sollte ich einfach mal öfter reiten, wenn ganz viel Trubel am Stall ist, dass er sich da mal dran gewöhnt.

[11:22] Aber es war echt schwierig heute mit ihm. Wir haben auch viel Galoppstangen und so gemacht. Und als er dann am Ende die eine Galopprunde ganz ordentlich, gemacht hat, da habe ich es auch sein lassen. Da habe ich gesagt, okay, das wird jetzt heute nicht mehr besser. Das war das Beste, was ich heute kriegen konnte von dem Pferd. Und dann lasse ich ihn dann auch in Ruhe. Und ich werde ihn morgen früh nochmal reiten, dass er nochmal so ein bisschen runterkommt und dass er nochmal so ein kleines bisschen chillig ist. Aber wenn seine Welt durcheinander gerät, ist es für ihn total schwierig.

[11:52] Aber das ist ja tatsächlich die Frage, wie geht man damit um? Also ich kenne einen Trainer, der stimmgewaltig, der hätte dann so den Ansatz, das muss der jetzt und man muss sozusagen, man muss dagegen angehen. Ich habe dich bei Globus eigentlich immer so erlebt, dass du versucht hast, sozusagen mit diesen Verrücktheiten zu leben und wenn es jetzt nicht ganz entscheidend war, auch zu sagen, naja, komm, du hast diese Meise, ich versuche das irgendwie einzubauen, wegzuignorieren oder also damit umzugehen und nicht dagegen anzugehen.

[12:33] Ja, da habe ich sowieso keine Chance. Also dagegen angehen, also ich glaube, dass das nichts bringt. Ich kann eins machen beim Reiten, ich kann ihn so beschäftigen, dass er irgendwann mal sich auf mich konzentriert. Also das ist das Einzige, das habe ich bei Globus auch immer gemacht, den beim Reiten so viel beschäftigen, dass er irgendwann mal so ein Ohr nach hinten, ah, da sitzt ja einer drauf. Aber ich kann mich noch gut erinnern, wie oft ich verzweifelt bin bei Globus, weil das war dann immer so, der hat den Kopf so hingestellt und der ist gelaufen und die Leute haben immer gesagt, oh, das sieht aber schön aus. Und dann habe ich immer gedacht, ihr seht nicht, was ich fühle. Also Glogos hat ja auch nicht losgelassen. Der war auch so, den habe ich nicht vors Bein gekriegt. Der hat nicht rangezogen. Der hat immer seine Umwelt im Auge gehabt und hat immer so, aber die will ja, dass ich den Kopf dahin stelle und die will ja, dass ich schön aussehe. Dann mache ich das. Das macht Benni auch. Also auch meine Schwester hat gesagt, ja, aber er ist so schön. Ja, natürlich ist er schön. Aber trotzdem merke ich ja, wenn ich oben drauf sitze, dass dieses Pferd.

[13:34] Also der ist so angespannt, jede Muskel ist wie Beton, obwohl ich vorher tensegrales Training gemacht habe, vor dem Aufsteigen. Da war er auch total entspannt. Und dann kamen die vielen Pferde in die Halle und das hat ihn komplett zerstört. Und das ist ja auch immer sein Problem auf dem Turnier, die vielen Pferde, obwohl er jetzt in einer Herde mit über 20 Pferden steht, das ist glaube ich, das ist nochmal was anderes. Aber diese vielen Pferde, das kann er nicht zuordnen. Jetzt muss ich gerade einmal den Hund retten. Ja, mach das mal. Also der Pferdepodcast ist nicht der Pferdepodcast, wenn nicht mindestens einmal in einer Folge unser blinder Hund gerettet wird, wenn sie durch die Wohnung tapert. Und dann, ich kann ja jetzt nicht sehen, was Jenny da macht, aber ich würde sie hochnehmen, ein bisschen streicheln und dann ist ein Däppchen. Ich habe sie auf die Podcast-Zimmer-Couch gelegt. Auf die Podcast-Zimmer-Couch, genau. Es gibt nämlich ein Podcast-Zimmer und da steht eine Couch und da ist ein Deckchen in der Regel und dann ist sie bei dir und ja, wahrscheinlich ist sie im Wohnzimmer aufgewacht, oder? Frauchen nicht da, dann müssen wir mal durch die Gegend trapern.

[14:48] Tatsächlich, wenn man mit so einem Pferd eigentlich große, größere sportliche Ziele hat, dann ist das aber schon eine komplizierte Situation, muss man schon mal sagen. Ja, schon, aber ich habe ja auch immer gesehen, wie viel Stress das Pferd auf dem Turnier hat. Und ganz ehrlich, wenn das nicht besser wird, dann werde ich das Pferd nicht auf dem Turnier vorstellen. Also das ist mir nicht wert, dass er wirklich, er hat ja wirklich Stress. Also er kackt sich 20 Kilo raus und er hat wirklich Stress mit solchen Situationen. Und ich muss das dem Pferd nicht antun, wenn es für ihn so schwer ist zu ertragen. Und wenn er sich nicht daran gewöhnt, dann soll es nicht sein. Dann ist es, wie es ist und dann habe ich Spaß mit ihm zu Hause. Und er ist ein toller Charakter. Also er ist wirklich ein super sympathisches Pferd und ich liebe ihn auch total. Aber wenn es kein Pferd ist für das große Viereck und für die Bühne, dann ist das so. Okay, das muss man dann aber auch erstmal für sich selber klarkriegen, macht wahrscheinlich auch nicht jeder. Also das ist sozusagen so eine Konstellation. Also andere Reiterinnen würden wahrscheinlich anders damit umgehen, sagen wir mal so.

[16:05] Und man versteht dann diese Zwänge, die dann entstehen und auch so dieses Dagegenanarbeiten, weil man will ja unbedingt. Also das gibt es mit Sicherheit auch solche Konstellationen und dann wird es halt schwierig. Also wenn man so ein bisschen Lockerheit hat, so wie du, und sagst, es muss nicht unbedingt, das hilft dann schon, wenn man also diese Option ziehen kann. Das heißt ja jetzt auch nicht, dass du alles aufgibst. Nein, ich werde es ja auch weiterhin versuchen. Er ist erst fünf, also er ist ja noch sehr jung und vielleicht wird er sich im Laufe der Zeit daran gewöhnen und wird mit solchen Situationen besser umgehen können. Und dann können wir ja auch starten, aber er hat ja sein ganzes Leben noch vor sich und wir werden es einfach nächste Saison wieder probieren und werden versuchen, auf ein Turnier zu fahren und gucken, wie er sich in fremder Umgebung benimmt, und dann schauen wir, wie es klappt.

[16:55] Jenny, dann drücke ich mal den Themenwechsel-Knopf. Immer wieder probieren aufs Neue. Mal gucken, was so geht. Das hast du ja auch mit ACDC gemacht. Und wir haben ja eigentlich das Wesentliche schon gesagt. Also es gibt ja so Turniere, da macht man gerne so einen Haken dran. Und das Bindfadenregen-Turnier in Schleswig-Holstein am vergangenen Wochenende, Das war gefühlt irgendwie so eins, so ein Ding, was man irgendwie gerne dann auch abhakt. Ist das jetzt irgendwie, also ist es schwer gefallen, das abzuhaken? Nö, das kann man wahrscheinlich ganz gut abhaken, oder? Ja, absolut. Also wie gesagt, ich habe mir ja auch die Prüfung nochmal angeguckt auf dem Video und ich fand es tatsächlich ganz ordentlich. Also es waren keine größeren Patzer drin oder so. Er hat das wirklich…

[17:51] Bestmöglich gemacht. Ihm fehlt natürlich diese Kadenz und der Ausdruck, weil er im Moment halt auch einfach nicht so, zieht, weil ich glaube, dass die Haltung ihm schon zu schaffen macht, dass er auch einfach insgesamt ein bisschen müde ist und dass er gar nicht mehr so diese Power hat, die er vorher hatte. Also das vermisse ich schon so ein bisschen an meinem Pony. Das wird jetzt wahrscheinlich besser werden, wenn die Weiden geschlossen werden und die nicht mehr so viele Kilometer am Tag laufen, weil die Wege sind wirklich weit für die Pferde. Wenn die zum Trinken gehen oder wenn die Schatten wollen, dann müssen die wirklich weit laufen. Und wenn die das vier, fünf Mal am Tag koppelhoch, koppelrunter gehen, dann hat der schon ein paar Meter. Also meine Schwester hat nur geschrieben, sie hat die Woche ihr Pferd geholt und hatte 1800 Schritte, bis sie bei ihrem Pferd war. Das ist ganz schön viel.

[18:42] Sie hat den Schrittzähler angemacht. Und dann kann man sich mal so ungefähr vorstellen, wie viele Wege die Pferde laufen. Und ich habe ja auch eine Stahlkollegin, die hat ihr Pferd jetzt wegen Diät aus der Gruppe rausgenommen. Also die war wirklich zu fett und hat sie aus der Gruppe rausgenommen, hat sie in die Box gestellt und nur mit Tagespaddock. Und portioniert das Futter und so. Und sie hat die gleiche Erfahrung gemacht. Die sagte, die ist auch wieder viel spritziger. Die zieht wieder an die Sprünge. Die ist viel fitter. Also ich glaube, dass die Haltung schon auch eine große Rolle spielt, wenn man die Pferde im Sport hat, ob die da wirklich auch voll Power dabei sind oder ob die halt auch einfach ein bisschen müde sind. Und bei Acey ist es einfach im Moment so, dass der, glaube ich, einfach müde ist. Weil so, wie er jetzt hier oben ist auf dem Turnier, kenne ich ihn eigentlich nicht. Normalerweise ist er wirklich wach und ist an und man kann ihn reiten, aber er ist so ein bisschen schlaffi.

[19:41] Und genau, und dann kam der Regen noch dazu, dann war der Boden ein bisschen schwer und dann war irgendwie so, wo er gesagt hat, also echt, das ist jetzt hier anstrengend und das kann ich alles nicht. Aber trotzdem hat er das wirklich ganz ordentlich gemacht und ich glaube, ich habe ja schon gesagt, wir hatten einen Richter, mit, also es war ein fast 10 Prozent Unterschied zwischen den beiden Richtern, und da sieht man, okay, da hat einer Sympathie für den Haflinger und da hat einer gar keine Sympathie für den Haflinger. Aber ich kann das auch so akzeptieren. Also alles gut. Wie gesagt, ich hatte das Protokoll nicht mehr abgeholt. Ich weiß gar nicht, was jetzt genau so gar nicht gefallen hat. Aber ich kann da jetzt auch einen Haken dran machen und gut ist. Aber ich muss mir wirklich überlegen, für die nächste Saison.

[20:25] Ob ich da nicht irgendwas ändern muss, dass das Pferd einfach ein bisschen mehr Power und Spritzigkeit hat. Weil der muss sich einfach ein bisschen mehr ausruhen und mal gucken, wie wir das in den Griff kriegen. Ich habe jetzt erst mal einen Booster bestellt für die nächsten zwei Turniere, dass er da vorher mal so einen Booster kriegt, wie Anja Vey hat ja die Werbung gemacht. Ein Booster? Was ist denn ein Booster? Da müssen wir jetzt aber mal ganz kurz, also es ist nichts Illegales. Nein, ein Energiebooster ist nichts Illegales, darf man auch verwenden auf dem Turnier. Und ich glaube, Anja Fee hat das mit ihrem Haflinger auch gemacht, weil der auch ein bisschen träge war in der Prüfung. Und die hat das ausprobiert und hat, glaube ich, ganz gute Erfahrungen gemacht. Und eine Bekannte, die wir auch vom Haflingerturnier kennen und so und die wir noch von Hessen kennen, Die hat das tatsächlich auch ausprobiert mit ihrer Haflingerstute und ist in eine Zwei-Sterne-M geritten gegen Warmblüter und gewinnt. Und dann habe ich gesagt, das Zeug muss ich haben. Und ich muss noch ein Turnier nennen, weil ich das probieren will. Ich will gucken, ob das funzt. Und jetzt habe ich tatsächlich noch zwei Turniere genannt im Oktober, weil ich muss wissen, ob das funktioniert. Aber jetzt hilft mir noch mal ganz kurz, wenn man sagt Booster. Es gibt ja wahrscheinlich viele, also es ist irgendwie eine.

[21:40] Wie sagt man, Nahrungsergänzung oder so. Und was ist das für ein, also kann man sagen, was das für ein Präparat ist? Ja, ja klar, von Alpureal gibt es diesen Booster und dann habe ich auch gleich noch, den Nervenbooster für den Benni mitbestellt, wo ich schon mal gerade beim Einkaufen war, habe ich die beiden, einmal für den Benni die Nerven und für den AC die Power und ich bin wirklich ganz gespannt, was das Zeug mit den Pferden macht. Also bisher, mit denen ich gesprochen habe, die haben alle gesagt, hilft, hat man total gemerkt und ich bin wirklich gespannt. Okay. Und also heißen die auch Booster oder sind es deine Worte? Nee, die heißen, ich müsste nachgucken, wie sie heißen. Also von Alpuria gibt es so Pasten, die man einfach ins Maul spritzt. Und wenn man auf die Seite von denen geht, auf die Homepage, dann sieht man das schon. Aber ich müsste jetzt gucken, ich kann auch schnell gucken, wie es heißt. Ja, hier googelt die Chefin noch selbst. Also keine Ahnung, wenn.

[22:41] Es geht, so on the fly. Ansonsten, wir können es ja auch in die Shownotes packen und so. Aber es gibt, also Nerven steht dabei und irgendwie Power. Und also du sagst, man findet es dann schon. Nerven ist ja für den Benni. Ja, ja, ja, klar. Das haben wir schon verstanden. Ja, genau. Und das andere, jetzt muss ich aber wirklich einfach gucken, wie der heißt. Ich habe es tatsächlich vergessen. Mit Schleifengarantie.

[23:05] Ja, das wäre schön. Das wäre toll. Wenn es die Schleifengarantie gäbe. Weißt du, so wie wenn man so Bahnkunde ist und man hat eine Stunde Verspätung, dann kann man ja also quasi eine Erstattung quasi beantragen. Dann gibt es 25 Prozent zurück. Ja, aber der heißt tatsächlich Booster und zwar Performance Booster und der ist neu, deswegen habe ich ihn nicht auf Anhieb gefunden. Genau, der Performance Booster und Nicole Weidner hat ihn sich auch bestellt, weil die fährt ja mit ihrer Nuki nach München. Und die hat gesagt, für den zweiten Tag habe ich mal sicherheitshalber den Booster, weil es kann sein, dass sie nach dem ersten Tag mit so viel Prüfung schon ein bisschen müde ist und dann hat sie sich sicherheitshalber mal den Performance Booster bestellt und sie macht den ersten ultimativen Test. Ich bin gespannt, was sie sagt. Also wir sind alle gespannt. Nochmal der Hinweis. Es ist legal. Es ist auch jetzt nichts Schlimmes. Es sind nur gesunde Sachen drin. Und also keine Hexerei. Das klingt so ein bisschen so, die ballern, die setzen ihre Pferde da unter Drogen, weißt du, irgendwie. Pferde auf Koks und dann geht es aber mal durchs Dressur-Viereck. Da geht man so richtig die Post ab. So ist es natürlich nicht. Und es ist so ein bisschen der Gedanke, ob man da noch irgendwie ein paar zusätzliche.

[24:24] Wie soll ich sagen, Vitamine, Kraftstoffe, ein bisschen Energie zuführen kann, gezielt, wenn das gefordert ist. Weil über diese Problematik mit der Haltung haben wir ja auch schon gesprochen. Und es ist halt wirklich ein Problem. Und interessant, wenn du sagst, okay, die Koppeln gehen zu, dann dürfte dieses Problem sich zumindest ein bisschen abmildern. Ja, das hoffe ich doch. Also weil sie dann auch einfach gar nicht mehr so viel laufen. Die sind zwar dann immer noch in dem Offenstall, also Laufstall, aber die müssen nicht mehr so viele Kilometer machen. Und dann wird er sich vielleicht auch einfach mal von einer Heuraufe zu anderen bewegen und nicht mehr, ich weiß nicht, wie viele Schritte jeden Tag machen. Ja klar, das haben wir auch schon geschildert. Die Wege sind weit. Ist ja auch super toll, dass das alles so großzügig ist und, die Herde ist zusammen und die wandern da durch die Gegend, haben wir alles schon in einer der letzten Folgen geschildert, also total pferdegerecht und da sind dann so die beiden Herzen, die in der Brust schlagen, die Dressurreiterin, und die, ja, das quasi und die alles für mein Pferd Fraktion, die es im eigenen Herzen auch noch gibt. Und dann ist immer die Frage, was kommt am Ende dabei raus?

[25:38] Jenny, dann würde ich vorschlagen, wir ziehen mal einen gedanklichen Strich unter die Themen Benni und ACDC, dein Sporthaflinger, der nächstes Jahr beim Europachampionat starten soll. Und wir beschäftigen uns noch mal kurz mit dem Kameraden, der bis vor unserem Umzug an die Ostsee ja noch bei uns war. Mein persönlicher Liebling, Klecks, ein bisschen dusselig, ist nicht mitgekommen an die Ostsee, hat ein wundervolles neues Zuhause bekommen. Und wir haben es eingangs schon gesagt, es gab diese Problematik, dass er ein bisschen schwer von Kapisch ist. Fliegende Wechsel, kann jemand ihm die beibringen? Gibt es Pferde, die sind besonders begriffsstutzig? Was muss man tun, um die so ein bisschen, in die richtige Spur vielleicht zu bringen? Das besprechen wir jetzt mit Nicola Wohlsdorf, die Profitrainerin aus Österreich. Hallo Nicola, schön, dass du bei uns bist. Hallo, hallo. Ich freue mich, dass ich wieder dabei sein darf und wieder was zu einem Thema beitragen kann.

[26:49] Sehr gerne. Und du bist uns tatsächlich vor ein paar Folgen spontan eingefallen. Und wir haben gesagt, wir müssen Nikola mal danach fragen, weil uns eine Frage beschäftigt hat, bei der wir nicht so recht weiter wussten. Und das heißt ja eine Menge, weil Jenny tatsächlich ja auch eine wirklich…

[27:10] Die ambitionierte Reiterin ist M-Siege, sie will S-Dressuren reiten mit dem Hafi, das weißt du ja alles. Aber an einer Aufgabe ist sie so ein bisschen gescheitert. Und eigentlich war das schon wieder in Vergessenheit geraten, weil wir hatten ja noch ein drittes Pferd, bis vor kurzem den Klecks. Und das war sehr lustig, wenn wir über ihn gesprochen haben, weil das ist so ein Typ Pferd ein bisschen begriffsstutzig. Ich bin ja nicht so der Reiter. Es gibt ja Pferde, die schneller lernen. Er ist eher so einer von der langsamen Sorte. Und Jenny hat immer schon, als er noch bei uns war, gesagt, also mit den fliegenden Wechseln, also das klappt irgendwie nie. Und das Thema ploppte jetzt nochmal neu auf, weil die neue Besitzerin von ihm.

[27:59] Er fühlt sich da total wohl, er hat sich als so ein Familienpferd entwickelt. Aber die neue Besitzerin, die Mama, hat jetzt auch Ehrgeiz entwickelt. Und die Trainerin von der Mama ist der festen Überzeugung, dass man mit Klecks auch M-Dressuren reiten könnte. Und da waren sie wieder, die fliegenden Wechsel. Und Jenny hat so gesagt, es gibt Pferde, denen kann man das einfach nicht beibringen. Und ich habe dann gesagt, es wäre mal interessant, die Perspektive von Nikola dazu zu hören, der Profitrainerin, der Profireiterin. Reiterin, ob Nikola auch sagen würde, ja es gibt Pferde, bei denen geht das halt einfach nicht. Oder ob Nikola sagen würde, so nach dem Motto, geht nicht, gibt es nicht und es würde doch gehen. Und jetzt bin ich wirklich froh, dass wir heute die Gelegenheit haben, mal darüber zu sprechen. Jetzt habe ich lange geredet und die Frage ist ja eigentlich ganz einfach. Geht nicht, gibt es nicht oder gibt es manche Pferde, wo man einfach sagen muss, okay man, also Also es hat Grenzen und die muss man akzeptieren.

[29:03] Ich lebe leider nach dem Motto, geht nicht, gibt es nicht. Man muss nur für jedes Pferd den richtigen Weg finden. Okay. Also was ich schon sagen muss, es gibt Pferde, die einfach für manche Dinge wirklich länger brauchen. Also das ist auf alle Fälle so. Aber der Vorteil ist bei diesen Pferden, wenn es die dann endlich mal verstanden haben, dann rüttelt da auch nichts mehr dran. Also dann fährt die Eisenbahn drüber. Die machen das dann immer in allen Lebenslagen. Aber ja, es kann manchmal recht schwierig sein und man muss manchmal recht gefinkelt sein und sich einfach so ein bisschen in die, sage ich ungern, in die Trickkiste greifen, um dem Pferd das irgendwie begreiflich zu machen. Aber es weckt schon immer wieder meinen Ehrgeiz, dann gerade solche Spezialfälle, dann doch dazu zu bringen, dass sie zum Beispiel einen Wechsel springen.

[30:03] Also super, alles klar. Finde ich erstmal cool, dass man sagt, so leicht werfen wir die Flinte nicht ins Korn und das geht. Jetzt hast du auch gerade schon gesagt, Trickkiste. Das ist ja, oh, da geht ja meine Fantasie auch los. Was mag wohl drin sein in der Trickkiste? Also Trickkiste, dieser Begriff triggert einen ja schon so ein bisschen. Also tatsächlich wäre das meine nächste Frage gewesen. Was wären denn sozusagen, es gibt wahrscheinlich auch nicht den einen Weg, der dann bei jedem Pferd funktioniert, sondern man muss ein bisschen rumprobieren. Aber was wären denn so Ansätze, mit denen man dann mal probieren könnte, wenn so ein Pferd es einfach nicht begreift und dann muss man ja irgendwie Hilfen geben. Welche könnten das denn sein?

[30:55] Also man muss mal ganz grob unterscheiden, wie der Typ Pferd ist. Ist der Typ Pferd jetzt eher einer, der extrem heiß wird und nervös wird? Ist das ein Typ Pferd, der jetzt eher gemütlich ist und einfach sagt, ja, der Galopp, also der ist vom Hinterbein jetzt nicht so fleißig. Und die Reaktion aufs Bein ist halt immer so ein bisschen, na, wenn es denn eventuell vielleicht sein muss, könnte ich in fünf Minuten reagieren. Ja, und da muss man einfach wirklich grob mal unterscheiden. Und je nachdem kann man dann sagen, okay, worauf lege ich jetzt mal Fokus? Also ich bin dann schon einer, der sagt, es muss das davor, die Basis davor halt so gut sein, dass der Wechsel dann zum Auslösen geht. Also ich würde nie dann wirklich stundenlang am Wechsel üben, sondern ich muss mir das davor so herstellen, dass der Wechsel dann einfach das Ergebnis ist. Das heißt jetzt zum Beispiel gemütliches Pferd.

[32:04] Ich muss schauen, dass der, also das Ziel wäre, den griffig zu machen, dass der so ein bisschen aus sich rauskommt, dass der schneller reagiert, dass der lustig wird, dass der auch mal, so ein bisschen extrovertiert wird und so ein bisschen mal in die Luft hupft, einfach weil er sich freut, weil er Spaß an der Sache hat, dass man so ein bisschen das herauskitzeln kann. Und dann muss man ja auch nicht immer das so klassisch machen. Man kann, also ich habe zum Beispiel einem Pferd mal die Einerwechsel beigebracht, wirklich im leichten Sitz, ich sage immer im Schweinsgalopp, wirklich, dass der mal aus sich rauskommt.

[32:45] Man darf oft nicht immer alles so klassisch korrekt, also korrekt ist jetzt vielleicht der falsche Ausdruck, aber sondern einfach so ein bisschen Umwege finden oder im Gelände zum Beispiel. Es ist ja, man muss einfach einen Weg finden, wie kann ich das davor herstellen, dass das Ergebnis, der Wechsel funktionieren kann. Das ist so mal mein Gedankengang dazu. Und wenn ich es richtig verstehe, es geht dann eigentlich gar nicht so unbedingt, dass das sofort ein perfekter Wechsel ist, sondern dass das Pferd was macht, was so in diese Richtung schon mal geht. Wenn du sagst, ein bisschen lustig und also quasi so ein Pferd anmachen, das klingt fast schon ein bisschen so, als würde man Dinge übertreiben, um ein Pferd so in die richtige Richtung zu schubsen, möchte man fast sagen. Ja, genau. Also immer dieser Gedanken, wann löst ein Pferd den Wechsel aus? Also das ist jetzt mal bezogen zum Beispiel eben auf ein triebiges, gemütliches Pferd. Und da wissen wir, er muss auf die Hilfe reagieren. Also er muss mal verstehen, linkes Bein, rechtes Bein. Das heißt, wir müssen halt die Vorarbeit so leisten, dass er eigentlich dann schon so darauf wartet, dass die Hilfe kommt, dass er umspringen kann.

[34:14] Da ist eben die Vorarbeit wichtig und das kann natürlich dauern. Also das ist jetzt nicht, wo man sagt, mal geht es schneller, mal geht es langsamer, aber die Vorarbeit ist einfach das, wo man da jetzt mal den Fokus dann legen muss. Okay, also da muss man auch geduldig sein und darf jetzt nicht sagen, okay, nach zwei, drei Trainingseinheiten geht nicht und dann, also man darf nicht zu schnell aufgeben. Das habe ich verstanden. Jetzt also tatsächlich wäre Klecks, glaube ich, eher so das Typ oder so der Typ Pferd, den du gerade beschrieben hast. So ein bisschen so, wie soll ich sagen, so gemütlich und schwer von Begriff. Und dann müsste man wahrscheinlich das machen, was du gerade beschrieben hast. Jetzt hattest du noch gesagt, es gibt auch noch die andere Variante. Pferd ist irgendwie aufgeregt, vielleicht auch abgelenkt dadurch und nicht so ganz bei der Sache. Was macht man, also was wären da so Strategien? Weil das wäre ja tatsächlich ein ganz anderer Pferdetyp. Genau, genau. Also da muss man ja genau das Gegenteil bewirken. Also dass man vor allem mit dem Schenkel zum Reiten kommt. Gerade wenn das so extrem heiße Pferde sind, wo man schon vom Gefühl her oben sitzt und denkt, wenn ich da jetzt mit dem Bein noch ankomme, bin ich zehn Meter in der Luft und der Ferrari startet durch, übertrieben gesagt. Und da muss ich im Prinzip genau das Gegenteil erreichen, dass das Pferd.

[35:42] In die Ruhe kommt, dass er den Schenkel nicht als, oh Gott, jetzt kommt irgendwas, ansieht, sondern akzeptiert, dass man mit dem Bein was machen kann und keine Überreaktion, sozusagen gefordert wird. Weil es ist wichtig, dass die Pferde, gerade solche heißen Pferde, den Wechsel mit einer Ruhe verbinden, weil sie es verstehen und nicht mit, jetzt schmeiße ich mich in alle Richtungen weg und oh Gott. Also da möchte man einfach wirklich genau das Gegenteil, dieses Unspektakuläre, dieses okay, dann gehe ich halt in den anderen Galopp, so nach diesem Gefühl, nach diesem Motto.

[36:28] Aber mal grundsätzlich gefragt, die Pferde, die da so ganz große Schwierigkeiten mit haben, mein Eindruck ist, und das wäre meine Frage, ob das auch dein Eindruck ist, also weil du hast da natürlich viel mehr mit zu tun als ich, dass es zwar schon, wenn man an diesen Punkt kommt, fliegende Wechsel reiten, das ist nicht ganz einfach zu reiten, auch reiterlich. Es ist auch für die Pferde schon eine Aufgabe, das zu verstehen. Aber in der Regel der Fälle funktioniert das schon und so diese Problempferde in Anführungszeichen, das ist eher selten. Würdest du das so sagen oder hast du mehr schwierige Fälle und wir besprechen hier was, was eigentlich ein sehr häufiges Problem ist, was auftritt. Was ist so deine Erfahrung aus deinem Trainingsalltag? Das ist jetzt eine gute Frage. Ich kann das so pauschal. Es ist.

[37:29] Nachdem jetzt von meinen Schülern gesehen ich sowieso ein extrem pingeliger Mensch bin, was die Basis angeht und ich sie gar nicht wechselreiten lasse, bevor die Basis, also dieses Ganze, was davor hergestellt sein muss, so gut sein muss, habe ich das Problem in dem Sinne jetzt nicht so. Es kommt halt manchmal vor, dass man natürlich ein Pferd hat, was zu mir kommt, was gerade Wechselschwierigkeiten hat, geht man auch wieder den Schritt zurück. Die andere Variante ist, dass einfach Pferdwechsel lernt, Reiterwechsel lernt. Das ist immer so ein bisschen eine Herausforderung, weil natürlich alles mit viel Timing und viel Gefühl zu tun hat. Aber ich würde jetzt nicht pauschal sagen, also früher hat man oft so gesagt, so das ist so die Schneide. Der eine lernt Wechsel, der andere lernt Niewechsel. Da bin ich halt eben nicht der Meinung. Ich finde, dass man eigentlich im Großen und Ganzen jedes Pferd einen Wechsel beibringen kann.

[38:36] Und das ist ja fast für mich so die zentrale Botschaft, die du so immer wieder so in einem Nebensatz, aber doch immer wieder erwähnst, dieser Begriff, die Basis. Und wenn die Basis stimmt, dann ist der Schritt eigentlich dann gar nicht mehr ein so großer. Aber bis die Basis stimmt, dauert es eine ganze Zeit lang. Höre ich das richtig raus? Ja, also die Basis ist einfach, die erarbeitet sich nicht so schnell. Erstens mal, wenn man jetzt von einem jungen Pferd ausgeht, muss sich ein junges Pferd auch entwickeln. Wenn man von einem Pferd ausgeht, der vielleicht zwar schon weiter ist, aber die Basis nie korrekt gelernt hat, ist es fast nochmal ein Ticken schwieriger, das wieder herzustellen.

[39:26] Aber es ist halt einfach meiner Meinung nach der langwierigsten Arbeiten, weil man so korrekt und so fein und das muss sich ja auch entwickeln das Pferd muss in die Balance kommen das Pferd muss die Kraft bekommen also da spielen so viele Faktoren mit, was es einfach dauert die Lektionen dann an sich, das ist dann überhaupt nicht mehr das Problem, wenn das Pferd die Kraft hat, die Möglichkeiten hat die Durchlässigkeit hat, alles da ist, dann reitet man einfach mal eine Traversale oder reitet man mal einen Außengalopp. Da fängt dann wieder so ein bisschen an, dass Sie im Außengalopp wieder lernen müssen, sich zu tragen, sich auszubalancieren. Das dauert wieder ein Ticken, aber so jetzt von den Lektionen gesehen, sollte das nicht das Problem sein. Ja.

[40:18] Cool. Nicola, viel gelernt. Ich habe das Gefühl, so ist auch eine wichtige Botschaft am Ende nochmal rübergekommen. Haben wir trotzdem noch irgendwas vergessen? Ich glaube, ja, also ich hätte gesagt, wenn jemand spezielle Fragen hat, soll er euch doch gerne schreiben und wir können das vielleicht mal dazunehmen wieder und beantworten. Mache ich auch sehr gerne. Ja, super. Das ist überhaupt der allerbeste Hinweis, dass die Türen natürlich immer für Rückfragen und für Nachfragen und ich habe es irgendwie noch nicht so ganz kapiert oder ich habe noch ein ganz anderes Problem in dem Zusammenhang, könntest du dazu auch nochmal was sagen? Also solche Dinge sind natürlich immer möglich. Wir freuen uns sogar darüber. Ist ja auch immer total spannend, mal zu hören, welche Probleme treiben Hörerinnen und Hörer noch so um. Manchmal sind es ja auch Dinge, auf die man selber jetzt gar nicht so gekommen wäre. Super Hinweis. Auch cool, dass du sagst, du stehst da jederzeit bereit. In dem Sinne sage ich vielen herzlichen Dank. Hat mal wieder total viel Spaß gemacht und es war sehr lehrreich.

[41:25] Sollte Klexi weiter so begriffsstutzig bleiben, dann werden wir ihn mal mit dir irgendwie connecten, sei es irgendwie online oder sonst irgendwie, damit er die fliegenden Wechsel, damit auch er die fliegenden Wechsel lernt. Genau so werden wir das machen. Vielen Dank für die Einladung. Immer gerne, immer gerne. Sehr schön. Vielen Dank. Mach’s gut. Tschüss. Danke. Tschüss. Nicola Wulstorf aus Österreich. Jenny, du hast ja schon gesagt, dass du der Meinung bist, ein Profi, eine Profitrainerin, der traust du das zu, dass sie das wohl, Reiterin, Trainerin, genau, der traust du es grundsätzlich zu, dass die das wohl hinbekommen könnte. Und ja, also Nicola sagt, nichts ist unmöglich, das ist so ein bisschen so ihr Credo, aber sie sagt schon auch, es gibt, also das ist, also man braucht viel Geduld, von daher, eigentlich die erwartete Antwort, aber die Tipps sind schon so, ja, kann man was mit anfangen. Jenny, dann war das Folge 481 des Pferde Podcasts, hat Spaß gemacht, wir bedanken uns fürs Zuhören, Wünschen eine pferdige Zeit und sagen, bis zum nächsten Mal. Tschüss. Macht’s gut. Tschüss.


Entdecke mehr von Der Pferdepodcast

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar