
Fast 30 Jahre ist Globus inzwischen alt – und seit 26 Jahren begleitet er Jenny durch ihr Leben. Der ehemalige Sportpartner ist längst Rentner und lebt seit einigen Jahren in einer Rentnerherde im Schwarzwald. Doch seit dem Umzug an die Ostsee ist die Entfernung größer geworden, und damit auch die Frage: Wie gut funktioniert die Versorgung eines so alten Pferdes, wenn man nicht mal eben selbst nach dem Rechten sehen kann? Als sich zuletzt zeigte, dass Globus dünner geworden war und die Versorgung auf der Weide nicht mehr optimal zu seiner Situation passte, musste eine Entscheidung her.

Was brauchen alte Pferde wirklich?
Die Lösung kam ziemlich spontan – und heißt Nadine. Sie holte Globus kurzerhand zu sich auf den Berg, wo er nun deutlich individueller betreut werden kann: Heukopps, ausreichend Heu, bei Bedarf eine Decke und vor allem Menschen, die regelmäßig nach ihm schauen. Der fast 30-Jährige hat den Umzug erstaunlich gelassen gemeistert und scheint seine neue Situation richtig zu genießen. Ausgerechnet der frühere Einzelgänger zeigt sich inzwischen als „Everybody’s Darling“, blubbert Menschen an und lässt sich gerne kraulen. Vielleicht ist das Alter tatsächlich mit ein bisschen Weisheit verbunden – oder einfach mit der Erkenntnis, dass ein Keks und ein bisschen Aufmerksamkeit auch nicht schlecht sind.
Mit Globus sprechen Jenny und Chris auch über eine schwierige Frage, die irgendwann viele Pferdebesitzer beschäftigt: Was bedeutet ein würdevoller Ruhestand für ein altes Pferd – und wann ist es Zeit, loszulassen? Dabei geht es nicht nur ums Futter und darum, ob ein Pferd noch frisst. Gerade alte Pferde können lange ihren Überlebensinstinkten folgen, obwohl ihre Lebensqualität bereits deutlich eingeschränkt ist. Jenny möchte deshalb nicht um jeden Preis verlängern, sondern darauf achten, ob Globus noch ein gutes Pferdeleben führen kann. Dass sie dafür mit Nadine jemanden an ihrer Seite hat, dessen Urteil und Erfahrung sie zu hundert Prozent vertraut, ist für sie ein großes Glück.
Im zweiten großen Teil der Folge wird es dann deutlich weniger nachdenklich – dafür ziemlich kriminell: Zu Gast ist Anika Jörißen aus Köln, Dressurreiterin, Juristin und Spieleautorin. Sie hat „Mord im Mirabellenhof“ entwickelt, ein Krimi-Rollenspiel für fünf bis acht Personen, das in einem Dressurstall spielt. Alle Mitspieler übernehmen eine Rolle, haben eigene Geheimnisse und Interessen – und einer von ihnen ist der Mörder oder die Mörderin. Das Spiel entstand ursprünglich für Familie und Freunde, wurde in nur rund zwei Monaten entwickelt und wird inzwischen sogar von Equiva vertrieben. Vielleicht ist damit auch schon die perfekte Beschäftigung für den nächsten Pferdemenschen-Spieleabend gefunden.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:
[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hallo, hier ist der Pferde-Podcast, Folge 483. Wir melden uns gemeinsam von der Ostsee an einem extra langen Wochenende. Nach Landtagswahlen und einem Wochenende, nämlich dem Vorwochenende voller Arbeit und irgendwie Samstag, Sonntag, Dienst. Und ich war aber bei dir. Ja, genau. Und aber genau. Und also wenn ich jetzt sage, alles in allem war es super stressig, dann tue ich dir ja fast schon wieder. Genau, da fange ich an zu stottern, da kriege ich schweißnasse Hände. Natürlich, nein, aber es war anstrengend. Und wie es so ist, dann hat man mal vier Tage frei am Stück und was wird man dann? Krank. Also ich kränkele etwas ein wenig. Okay.
[1:01] Du retuschierst das immer weg. Man hört das wahrscheinlich in der Sendung nicht mehr, aber unsere beide Handys haben jetzt einmal Pling und du kannst noch nicht mal über mich sagen Handy aus. Das war in unserer Zwischenbiergruppe mit Sicherheit, wenn wir beide eine WhatsApp kriegen. Ja, genau. Gleichzeitig muss es die Zwischenbiergruppe sein. Wir haben nämlich eine Gruppe, die heißt Zwischenbiere, eine Familiengruppe. Genau. Und warum die jetzt Zwischenbiere heißt, das wollen wir nicht näher erläutern natürlich. Aber es sollen noch weitere Kumpels mitgebracht werden am Sonntag zum Familienessen. Ja, immerher damit. Immerher damit? Immerher damit. Ich bin ja nicht so der soziale Typ.
[1:37] Aber gut, das müssen wir jetzt vielleicht auch nicht im Pferdepodcast verhackstücken. Wir sind der Pferdepodcast, der den Haflinger ACDC begleitet, vom Pferdekindergarten ins ganz große Dressurviereck, Essdressuren erfolgreich mit diesem Hafitier zu bestreiten. Das ist dein großes Ziel und diese Folge fällt insofern ein bisschen aus dem Rahmen, als ACDC gar nicht so eine große Hauptrolle spielt, weil wir haben uns tatsächlich, zwei andere sehr spannende Themen vorgeknöpft. Und das ist halt bei uns auch immer mal drin, weil du hast nicht nur diesen wirklich total talentierten Sporthaflinger, sondern du hast auch noch Nesthäkchen Benni am Start. Ein deutsches Sportpferd, wunderschön. Tolle Abstammung, wo man sagen würde, das ist mal so ein Kandidat für die A’s und O’s im Dressurviereck, sehr jung, und hat noch einen sehr weiten Weg zu gehen, so kann man das glaube ich sagen. Absolut, ja. Mit AC hast du ja schon M-Dressuren gewonnen, also da bist du echt auf einem guten Weg. Und du hast auch noch Oldtimer Globus und der wird heute eine, entscheidende Rolle spielen, weil es gibt eine entscheidende Veränderung im Leben dieses fast schon 30 Jahre alten Pferdes. Dein Herzenspferd, sagst du immer. Absolut, ja. Also der ist seit…
[3:06] Das muss ich rechnen, 26 Jahren in meinem Besitz, also vierjährig gekauft und hat mich einen Großteil meines Lebens einfach begleitet. Taucht ja auch immer mal wieder auf hier im Pferdepodcast. Es gibt manchmal auch wirklich gezielt Nachfragen von Hörerinnen, die mal so wissen wollen, wie geht es eigentlich Globus und so. Also es gibt tatsächlich eine aktuelle Entwicklung, das haben wir ja auch schon in der kleinen Folge angeteast, über die wir mal erzählen wollen. Und wir haben einen Gast aus Köln heute bei uns, Annika Jürissen, eine sehr besondere Frau. Sie ist Dressurreiterin, sie ist aber vor allen Dingen auch hobbymäßig Spieleerfinderin und sie hat das Rollenspiel Mord im Mirabellenhof erfunden. Und das ist also eine irre Geschichte, Die wird noch irrer dadurch, dass dieses Spiel demnächst auch von Equiva vertrieben wird. Also Equiva ist wiederum auf Annika aufmerksam geworden und hat also dieses Rollenspiel, das in einem Stall spielt. Eine Einstellerin wird ermordet und es gilt den Mörder zu finden oder die Mörderin. Haben wir denn ein Testexemplar bekommen? Weil das ist natürlich auch ein Spiel, was wir mal testen könnten in der Familie und so. Wir haben kein Testexemplar. Ich habe hier keins aus den sogenannten Rippen geleiert. Das ist immer dasselbe. Du hast immer Interviewpartner, wo ich sage, ja und können wir mal anfassen, was die erfunden haben. Aber da bist du irgendwie voll schnarchig.
[4:36] Wirklich, ich bin wirklich ein bisschen schnarchig. Ja, also wir hätten ja wirklich gerne mal getestet, wie das Spiel ist. Jetzt können wir nur so trockenschwimmäßig darüber reden. Na, nicht ganz. Also sie wird natürlich viel dazu erklären. Ich hätte es ja gerne getestet. Ja, also ich ahne mal, dass Annika ja bei uns jetzt zuhören wird, diese Folge. Und also ich sage mal so, also wenn eine Botschaft jetzt gleich zu Beginn unserer Folge quasi, also wenn die rübergekommen ist, also ich würde davon ausgehen, also dann ist es die Herr damit. Ich stelle dir vor, an Weihnachten sind wir ja hier bei meiner Familie und stell dir vor, wir spielen dann dieses Spiel Mord im Mirabellenhof. Das wird bestimmt mega lustig. Ein Rollenspiel. Ein Rollenspiel. Und dann die Frage, wie verhält sich das, wenn man so zwei bis 18 Küstennebel getrunken hat? Und wie verhält sich das, wenn die Schwiegermutter meiner Schwester auch dabei ist?
[5:33] Die ja ganz schlau ist und mit Sicherheit sofort erkennt, wer der Mörder ist. Ja, wahrscheinlich ist sie die Mörderin und wird das ja bis zum Ende sehr gut vertuschen oder so. Der Mörder ist immer die Schwiegermutter. Der Walli traue ich alles zu. Aber bevor es hier jetzt zu abgefahren wird, du wirst am Anfang auch noch kurz sagen, wie es ACDC geht, aber vor allen Dingen darf einer jetzt nicht fehlen. Das ist Manni, unser Orchestermusiker, der in jeder großen Folge die Pferde-Podcast-Hymne spielt. Und dann geht’s los mit Folge 483.
[6:25] Der Pferdepodcast Oldtimer Globus, Mord im Mirabellenhof, das sind so ein bisschen unsere Themen, bevor wir aber auf deinen Oldtimer zu sprechen kommen. Also das muss einfach sein. Ich habe es gesagt, er ist ja so ein bisschen sowas wie der Hauptdarsteller in dem Podcast ACDC und auch Benni, die beiden Sportpferde hier im Norden. Ist alles fit mit denen? Wir haben ja quasi so immer wieder mal auch erzählt, die sind auf der Koppel, denen geht es gut. Das Wetter ist so Wohlfühlwetter für die Pferde. Es macht sie auch ein bisschen schlaffi manchmal, weil die so viel in der großen Gruppe auf der Weide sind. Was ist der aktuelle Stand? Gibt es Turnierplanungen?
[7:12] Gibt es schon sowas am Horizont, was sich so abzeichnet, wo man sagt, alles klar, da werden wir dann auch wieder über sportliche, hoffentlich Heldentaten berichten können? Oder was ist los mit den beiden Jungs? Also Ende Oktober gibt es nochmal, ich glaube, zwei Turniere, die ich nochmal im Auge habe. Aber das ist noch ein bisschen hin. Und ja, Benni hat sich von AC getrennt. Also der hat sich fremdverliebt. Der hat jetzt, alle Stuten sind rossig. Es ist mega anstrengend für Benni. Er muss alle Stuten, er ist in jede Stute verliebt. Hat sich jetzt eine ausgesucht, hat vorher gestritten um eine andere, hat verloren. Also hat er sich eine andere ausgesucht, so eine olle Schrapnelle. Also echt so. Auf einem alten Rad lernt man fahren, also der Jungspund und dann denke ich mir auch, wenn ihr hättest dir nicht eine schönere aussuchen können, aber er ist verliebt, ich weiß ja nicht mehr, wie sie heißt. Die Pferde sind alle braun, ich kann sie fast alle nicht auseinanderhalten, ich muss auch immer unten hingucken, Stute oder Wallach, natürlich Stute, aber jetzt nicht so eine Schönheit. Eher so eine, Mild. Aber.
[8:24] Es kommt doch auf die inneren Werte, vor allen Dingen auch an. Wahrscheinlich hat sie innere Werte. Also Benny ist auf jeden Fall, AC ist total abgeschrieben. AC steht immer ganz woanders und der ist ja, glaube ich, so geschlechtslos. Der interessiert sich ja gar nicht für die Weiber. Null, obwohl der ja lange Hengst war. Der ist ja auch gekürt. Der war lange Hengst, aber dem sind die Weiber wirklich scheißegal. Das interessiert den 0,0. Die können ihn auch anrossen und dann guckt er die an und sagt, geh weg, lass mir meine Ruhe. Also der reagiert überhaupt nicht auf die Stuten und die sind im Moment wirklich alle rossig. Und Benni ist halt wirklich in Lauf und den hole ich wirklich morgens, den ziehe ich von der Koppel, der will nicht mitgehen.
[9:01] Und der schläft am Anbindeplatz schon ein. Also der ist echt durch im Moment. Das ist für den furchtbar anstrengend mit den Weibern und der muss die natürlich auch bewachen, dass kein anderer kommt. Und das ist der Nachteil der gemischten Herde. Also wenn die Weiber rossig sind, dann ist da wirklich was los. Und der hat auch ein paar Macken abgekriegt, wahrscheinlich vom Verteidigen seiner Stute. Und dann kommt ein anderer und sagt, ich will auch mit der ausgehen. Nichts, das meine ich, du gehst nicht mit der aus. Aber ich will ihnen nur einen Sekt spendieren. Nein, noch nicht mal einen Sekt. Also ich glaube, dass die dann schon, dann schmeißen sie mal die Sektflaschen sich gegenseitig an den Kopf. Und dann gibt es so die ein oder andere Schramme. Ist nur Tapete ab, nichts Schlimmes. Aber mit so ein bisschen Silberspray muss ich dann schon so ein paar Wunden versorgen. Also ich bin heilfroh, wenn die Rosse vorüber ist und alles wieder normal ist und Benni und Acey wieder nebeneinander schlafen. Wie lange dauert das so? Zwei bis vier Wochen. Okay, ist ja schon, also gut, absehbarer Zeitraum, aber auch nicht nix. Also nicht irgendwie ist in drei Tagen wieder vorbei, sondern zwei bis vier Wochen.
[10:04] Ja, ein relevanter Zeitraum. Ja, der Nachteil der gemischten Herde ist tatsächlich so, in einer reinen Jungsgruppe wird natürlich viel mehr gespielt und Blödsinn gemacht. Also das habe ich auch schon erlebt. Also wenn nur Jungs in einer Herde sind, dann wird viel mehr rumgealbert, da wird gespielt, da wird wirklich auch mal gekämpft und so. Das sieht man in der gemischten Herde eher weniger. Also ich habe die Pferde, wirklich selten miteinander spielen sehen. Benni und der andere ist noch ein Dreijähriger drin, die spielen ab und zu mal. Aber das ist kein Vergleich so wie Benni und Klecks gespielt haben. Also die haben ja richtig dolle gespielt und so kenne ich das eigentlich auch in einer Jungsherde. Und jetzt in der Stutenherde, vielleicht liegt es auch am Sommer, weil sie auf der Koppel sind und beschäftigt sind. Vielleicht ist es im Winter anders. Aber vielleicht macht es schon auch die Mischung. Also würde ich jetzt ja noch nicht mal für ausgeschlossen halten, ohne dass ich da Experte wäre. Aber es ist, wie ich vorausgesagt habe, Wallacher und Stuten zusammen gibt immer mal wieder Streit. Es ist wie im richtigen Leben. Also das ist die, wenn die Weiber auftauchen, gibt es immer Stress. Dann hast du am Ende des Tages doch ein bisschen recht damit gehabt. Ich glaube, so im Großen und Ganzen bist du überrascht gewesen, wie gut es funktioniert und wie ruhig es dann am Ende doch irgendwie ist. Aber in solchen Situationen, alles klar.
[11:27] Also ich glaube auch immer, solange genug Platz da ist, ist es immer nicht so problematisch. Wenn die Koppel mal zu ist im Winter und es ist nicht mehr ganz so viel Platz da, muss man sehen, wie sich das entwickelt. Aber im Winter rossen die Stuten eher selten. Ich glaube, dann ist die Herde auch ruhig insgesamt, weil da halt auch einfach die rossigen Stuten nicht die ganze Herde aufmischen. Okay, okay. Jenny, wir haben uns die Oldtimer mal vorgeknöpft oder wollen wir uns vorknöpfen in dieser Folge. Unsere Hörerinnen und Hörer wissen das ja auch so ein bisschen und haben es mitverfolgt. Globus, dein Lieblingspferd, dein Herzenspferd. Du hast es schon gesagt, er ist schon Jahrzehnte bei dir. Er ist 29 Jahre alt.
[12:13] Und eine Freude zu sehen, dass er, immer noch ganz gut so beieinander ist, wobei du auch immer wieder gesagt hast, wenn wir ihn besucht haben, als wir noch im Schwarzwald waren, dass einem schon manchmal so der Schreck auch in die Glieder fährt, dass er sehr alt geworden ist. Das ist also gerade fürs Laienauge, dass man da auch drüber stolpern kann und so. Und wir haben ja auch erzählt, dass er in dieser Rentnerherde steht, in diesem Naturschutzgebiet, dass das eigentlich auch total schön ist. Und jetzt sind wir ja vor einigen Monaten vom Schwarzwald in Richtung Ostsee beziehungsweise ich in Richtung Berlin gezogen. Wir sind nicht mehr vor Ort. Das ist so ein bisschen, also gerade bei Sonderkonstellation, wir sind ja jetzt nicht da jede Woche hingefahren, aber wir hatten kurze Wege, um mal hinzufahren und haben das auch immer wieder mal gemacht. Und jetzt hast du natürlich Menschen deines Vertrauens, die auch immer mal geguckt haben, weil dich das natürlich immer schon interessiert. Geht’s dem gut? Ist alles okay? Muss man sich irgendwie Sorgen machen? Und es ist so eine Situation eingetreten vor einiger Zeit, wo es so Signale gab irgendwie.
[13:30] Man müsste sich ein bisschen Sorgen machen, möglicherweise guckt doch mal und zwar so diese Situation mit also quasi, keine Ahnung, 24 Stunden in dieser Gruppe draußen, Wind und Wetter und Hitze und allem ausgesetzt und du hattest so ein bisschen Bedenken, sind so größer geworden, schafft er den Winter noch, der jetzt auch so ranrückt und so weiter, müsste man was tun. Müsste man aktiv werden und also long story short, ohne jetzt so auf alle Einzelheiten irgendwie da zu referieren, aber du hast dich dafür entschieden, dass es besser ist, Globus sozusagen, wie sagt man das eine, also dass er so besser betreut werden kann, auch stärker angedockt an den Menschen. Also Globus wohnt jetzt auf dem Berg. Das ist die Kurzfassung davon.
[14:29] Wo natürlich jetzt mit deiner Freundin Nadine jemand auch wirklich ganz nah dran ist. Das ist das, was ich irgendwie sagen will und wo man auch sehr gut steuern kann. Was bekommt sein Pferd an Futter und, und, und. Aber vielleicht erzählst du es mal. Ich salbade mir hier einen ab, aber ich wollte nur so kurz den Bogen schlagen, dass man mal irgendwie so grob das Setting irgendwie mal hat, gedanklich. Also ich war ja bei ihm, ich hatte ihn ja besucht Ende Juli, als wir nochmal im Schwarzwald waren und da habe ich schon so gedacht, oh, der ist wirklich alt geworden und es gab dann ein paar, ja, wie drücke ich das jetzt diplomatisch aus? Es gab ein paar unterschiedliche Ansichten zwischen dem Weidenbetreiber und mir und wir haben uns darüber ausgetauscht und sind nicht zu einer Meinung gekommen und dann habe ich so ein bisschen auch… Ein Problem mit dem Vertrauen entwickelt, gebe ich den denn in die Hände von einem Menschen, dem ich vielleicht gar nicht so viel vertraue. Deswegen habe ich Nadine gebeten, kannst du bitte regelmäßig nach ihm gucken, ob alles in Ordnung ist.
[15:42] Ob ich irgendwie handeln muss, ob er sich quält oder ob man sagen müsste, jetzt der schafft dies nicht, der schafft jenes nicht, der kommt nicht über den Winter, Wir müssen da irgendwie aktiv werden. Und Nadine hat das gemacht. Die hat nach ihm geschaut und war auch bei ihm. Und es war auch anfangs alles okay. Sie sagte, der ist munter, der läuft. Die hat mir dann auch Videos geschickt. Und der war auch in dieser Herde ganz glücklich. Also Nadine sagte, der macht nicht den Eindruck, als wäre er jetzt hier total gestresst oder würde ihm irgendwas wehtun oder was fehlen. Der ist ganz munter und alles in Ordnung. Und dann war ich auch ganz beruhigt und jetzt war sie aber tatsächlich vor einigen Tagen, nochmal bei ihm und hat mich dann, hat darauf gesagt, sie würde ihn anschauen heute, würde hinfahren und rief mich dann morgens auch an und sagte, du, der sieht gar nicht gut aus. Also der steht da und der ist wirklich dünner geworden seit dem letzten Mal. Man sieht ihm das an, dass halt auch nicht mehr so viel Gras da ist und es war wohl auch gerade kein Heu auf der Weide und sie sagte, also das kann man so nicht lassen. Man muss da jetzt reagieren bei so einem alten Pferd, wenn der eine Woche ohne Heu und ohne Raufutter ist, dann, kann der halt auch einfach, dann schafft er das nicht mehr, das kriegt man nicht mehr drauf und Nadine ist natürlich dann auch eine Frau der Tat und hat dann sofort gesagt, ich hole den Transporter, ich hole den ab, ich hole den zu mir und wir päppeln den auf bei mir. Und da war ich natürlich ganz dankbar und ich vertraue Nadine zu 100 Prozent.
[17:09] Dass sie nur das Beste für das Pferd macht. Also ich habe überhaupt null Zweifel oder Bedenken, dass Globus bei ihr in besten Händen ist. Und wir haben das dann ganz spontan entschieden und ich habe den beiden Besitzer auch Bescheid gesagt, bitte leg doch den Pass bereit und meine Freundin holt den Globus ab, weil wir glauben, dass er halt bei Nadine einfach besser versorgt und aufgehoben ist. Und dann hat Globus tatsächlich ganz brav die Reise auf den Berg angetreten. Es ist nicht weit, eine halbe Stunde zu fahren, aber Nadine sagt, es war völlig problemlos. Also er ist super gefahren, er war ganz brav, er ist sofort auf den Transporter gestiegen. Es war überhaupt kein Problem und ist auch direkt am Berg ausgestiegen und war sofort so wach und da und hat auch sein Futter gefressen. Also er kriegt auch eingeweichte Heukopps und so. Anfangs hat er das Heu so ein bisschen gemieten.
[17:59] Nadine wusste jetzt nicht so genau, woran das liegt, dass er jetzt erstmal kein Heu frisst. Es hat so ein, zwei Tage gedauert, bis er dann auch mal Heu gefressen hat. Und jetzt haut er rein. Also er ist total munter. Also ich kriege dann auch Fotos und es sieht aus, als würde er sich total wohlfühlen. Er ist everybody’s darling. Also alle mögen ihn. Er ist super freundlich zu den anderen Pferden. Er ist noch abgetrennt. Er darf nachts alleine auf die Koppel. Und jetzt am Wochenende will Nadine auch probieren, ihn mit den anderen zu vergesellschaften, dass er halt auch so ein bisschen wieder Herde hat. Aber er wird halt jetzt wirklich so betreut, er bekommt Heukopps morgens und abends und wenn es nachts kalt ist, kriegt er eine Decke an. Das sind halt alles Leistungen, die vorher einfach nicht möglich waren.
[18:43] Da habe ich natürlich bei so einer Betreuung, habe ich natürlich lieber jemanden, den mich 100 Prozent vertraue, dass er immer in meinem Sinne handelt, wenn es um das Pferd geht. Und da waren Hartmut und ich nicht immer einer Meinung. Also auch vorher schon, dass unsere Ansichten über Pferdehaltung einfach auseinandergingen, solange Globus auf der Weide war und nicht so sehr eingegriffen hat in das Geschehen, war das für mich alles in Ordnung. Aber da war mir dann so der Eingriff dann doch ein bisschen zu viel und dann habe ich da auch einfach mal einen Riegel vorgeschoben und habe gesagt, das ist immer noch mein Pferd und ich entscheide, was mit dem Pferd passiert. Und dann haben wir uns halt wirklich dann auch getrennt in beiderseitigem Einvernehmen. Alles klar, du holst das Pferd, alles klar, tschüss, schönes Leben noch. Und für das Pferd ist es, glaube ich, am Ende des Tages wirklich die bessere Lösung, dass er einfach eine tagtägliche Ansprache und Betreuung hat und nicht nur einmal morgens kurz und einmal abends kurz. Ich glaube, ihm fehlt auch so ein bisschen so die Bindung an den Menschen. Und natürlich hätte ich ihn am allerliebsten bei mir, gar keine Frage.
[19:49] Und dann ist natürlich für mich, ich bin dann so ein bisschen hin und her gerissen, kann ich einem fast 30-jährigen Pferd einen 10-stündigen Transport zumuten? Ganz sicher nicht. Enorm anstrengend natürlich. Das ist überhaupt gar keine Option, das Pferd so weit durch ganz Deutschland zu fahren. Das werde ich nicht machen. Und wir haben jetzt eine ganz gute Lösung gefunden für seine letzten Wochen, Monate, Jahre. Man weiß nicht, wie lange er noch leben wird. Aber ich glaube, dass ihm da das bestmögliche Rentnerdasein auch wirklich geboten wird und mit Rundumversorgung. Und da bin ich total glücklich und dankbar.
[20:26] Also mir fallen einige Fragen ein und mal jenseits von irgendwie, was mit dem Stallbetreiber ist oder mit diesem, Wiesenbetreiber da ist oder nichts, völlig wurscht, sondern mal so allgemein in Richtung, also alte Pferde, was brauchen die, was ist irgendwie wichtig für die Pferde.
[20:50] Und zwar, es war ja immer die Frage, um die es auch so ein bisschen ging bei der Versorgung von dem alten Pferd, das Thema, wie viel extra Futter kriegen die so?
[21:02] Also das ist ja, ich sage mal so, Globus sah immer extrem dünn aus und man hatte, also mit dem Laienauge angeguckt, hätte man so denken können, ach du Scheiße, der ist zu dünn, der kriegt zu wenig Futter. Aber eigentlich ist ja, also Faustformel von der Optik her, lieber zu dünn als zu fett oder so, gerade jetzt so in dem Alter so ein bisschen. Aber dieses Thema mit dem Zufüttern, das ist ja immer eins. Also ich glaube, so ganz alte Pferde, das ist schon ganz gut, wenn die nochmal so eine Extraportion Kraftfutter bekommen. Das hieß es auch immer, der hat da auch immer ziemlich reingehauen. Ja, hat er auch bekommen.
[21:41] Hat er auch bekommen. Ist ja jetzt nicht so, dass der da jetzt kein Futter bekommen hätte oder so. Also darum geht es ja auch gar nicht. Aber so diese Frage oder das war so mein Eindruck, obwohl das alte Pferd relativ viel extra Kraftfutter bekommen hat, hat man nie das Gefühl gehabt, der wird jetzt so irgendwie so schön rund und wohl genährt oder so. Also offensichtlich, das ist irgendwie nicht so nachhaltig. Ist das so ein Phänomen von alten Pferden, dass die zwar das Futter reinhauen, aber dass das auch irgendwie so durchrauscht durch den Körper, ohne dass es so einen Zunehmeneffekt hat? Oder ist das falsch beobachtet? Also es war ja natürlich auch, das war ja in dieser Rheinebene, da war der Sommer für die Pferde immer extrem anstrengend, wegen viel, viel Zeug. Also ganz oft war das im Sommer so, dass die Pferde tagsüber gar nicht gefressen haben, weil die halt wirklich so Arsch an Arsch standen. Das Hinterpferd hat den Kopf unter den Schweif des Vorderpferdes, weil…
[22:38] Die Mücken da so unfassbar nervig sind und es so viel Viehzeug da gibt und der Tag dauert im Sommer halt, wenn es dumm läuft, mal einfach 16 Stunden oder 18 Stunden, je nachdem. Und das war, im Sommer war immer eine sehr anstrengende Zeit und es hat halt auch einfach ein kühler Rückzugsort gefehlt auf dieser Weide. Also es gab keinen Unterstand. Also es gab zwar Bäume als Witterungsschutz, aber bei wirklich extremer Sonne und als Schutz vor den Fliegen nützen halt die Bäume auch nicht so viel. Im Gegenteil, je näher man an die Bäume kommt, umso mehr Viehzeug ist da auch. Und es hat halt auch einfach der Unterstand gefehlt. Und das habe ich immer schon so ein bisschen mit kritischem Auge gesehen, wo ich gedacht habe, eigentlich brauchen die Pferde gerade im Sommer einen Witterungsschutz. Und der Sommer war natürlich extrem heiß noch. Da hat er ihn aber ja in das Stallgebäude geholt mit einem anderen alten Pferd. Also als es diese 40 Grad Welle gab, da hat er dann gesagt, wir holen die ganz Alten jetzt hier ans Stallgebäude. Aber der kann das natürlich, er sagte, er kann das nicht leisten. Er braucht dann Personal. Da muss gemistet werden, da muss gefüttert werden und das kann er nicht leisten. Und deswegen war das auch vorher schon immer so ein bisschen, wo ich dann im Herbst, letzten Herbst schon gedacht habe, oh weia, ob der den Winter schafft.
[23:57] Aber natürlich ist es so, dass ich nicht jeden Tag vor Ort bin und dass ich dann natürlich auch immer mich darauf verlassen muss, dass wenn ich frage, mein Pferd ist alles okay und.
[24:08] Wenn ich dann eine Antwort kriege, alles bestens, dann muss ich das natürlich immer glauben und muss darauf vertrauen, dass das so ist, weil ich das Pferd nicht jeden Tag sehe. Ich sehe das vielleicht dann einmal im Monat und muss natürlich auch fragen, wie ist es denn? Gibt es irgendwas? Müssen wir irgendwas tun? Müssen wir handeln? Muss ich irgendwas machen?
[24:27] Deswegen ist es natürlich für mich so eine Frage des Vertrauens, wem gebe ich denn mein Pferd in die Hände? Und da war mein Vertrauen etwas erschüttert, wo ich halt wirklich so gedacht habe, okay, stimmt das denn immer so, was er mir sagt oder sieht er das anders, als ich das sehe? Ich gucke mein Pferd an und sehe, oh weia, der sieht nicht gut aus. Und da ist irgendwie, also so, wo ich letztes Jahr im Herbst schon gesagt hätte, eigentlich würde ich jetzt gerne handeln. Aber ich muss wirklich glauben, was mir jemand sagt, der jeden Tag das Pferd sieht. Und dein Gefühl war eigentlich so ein anderes. Und das ist so ein bisschen, wenn das dann nicht so ganz übereinstimmt, dann fangen die Zweifel an. Genau. Und dann, wenn man so weit weg ist, dann kommt natürlich auch schon so der Gedanke, habe ich mein Pferd jetzt wirklich in Hände gegeben, wo ich 100 Prozent weiß, es ist alles okay. Und diese Frage habe ich halt einfach mit Nein beantworten müssen. Und jetzt kann ich die Frage mit einem ganz klaren Ja beantworten. Und also ich habe auch zu Nadine gesagt, du kannst, du handelst so, als wäre es dein eigenes Pferd, ich kann dir 100 Prozent vertrauen.
[25:39] Dass du das so machen würdest, als wäre es dein eigenes Pferd, egal was ist und wir haben jetzt damit eine gute Lösung gefunden, ich kann damit total gut umgehen, mir blutet so ein bisschen das Herz, weil ich ihn so gerne, auch selber versorgen würde, aber das wäre der Preis des langen Transportes, ich glaube, da tue ich dem Pferd keinen Gefallen und, Deswegen haben wir diese Lösung jetzt so gefunden und ich glaube, es ist am Ende eine ganz gute Lösung. Jetzt hast du ja immer gesagt, dass Globus von seinem Charakter her eigentlich so der Typ ist, der dem Menschen eigentlich gar nicht so unbedingt zugewandt ist, der anderen Pferden eigentlich gar nicht gegenüber.
[26:17] So der freundliche Sonnyboy ist, sondern eher so der Einzelgänger-Typ. Der Globus, ein russisches Donnenpferd und man hat irgendwie immer so das Gefühl gehabt, so, keine Ahnung, also der ist so sehr autark, der braucht niemanden, so hast du ihn jedenfalls immer geschildert. Er scheint ein bisschen anders geworden zu sein, so von seinem Wesen her. Also wundert dich das? Also man stolpert schon erstmal drüber. Du hast schon so gesagt, so kenne ich den ja gar nicht. Ja, also vielleicht ist es mit dem Alter und die Weisheit. Keine Ahnung. Ja, möglicherweise, aber schon interessant. Ja, Nadine sagt, der ist so ein Charming, also der ist wirklich Everybody’s Darling und der blubbert jeden an und der lässt sich von jedem kraulen und da ist natürlich auch was los. Dann kommen die Kinder, dann kommen die Mütter und da ist halt auch den ganzen Tag so ein bisschen Gewusel. Das gibt natürlich auch ein bisschen Abwechslung im Leben. Und da gibt es was zu gucken. Und da kriegt man vielleicht mal einen Keks zugesteckt oder so. Also ich glaube, dass er das total gut findet, wieder ein bisschen Ansprache zu haben. Und ja, vielleicht ist er auch wirklich jetzt so geworden, dass er in sich ruht. Ich hoffe ja immer, dass Benni auch bald dahin kommt, dass er in sich ruht. Ja, richtig. Wir hatten es davon, dass die ja die beiden Füchse, viermal weiß, da waren sie wieder. Vielleicht dauert es bei Benni auch noch 25 Jahre, bis er in sich ruht.
[27:39] Aber also er wirkt auf jeden Fall so, als würde er sich total wohlfühlen und wir fahren ja auch im Oktober ihn besuchen. Also wir sind im Oktober im Schwarzwald und dann kann ich mich auch… Persönlich nochmal überzeugen, dass es ihm gut geht. Und mein Bauchgefühl sagt mir ja auch immer, wenn ich das Pferd sehe, geht es ihm gut oder geht es ihm nicht gut. Also ich kann das immer schon ganz gut einschätzen. Ich konnte nur in den letzten Jahren immer nicht so reagieren, weil ich halt, wie gesagt, immer so mich auch auf das verlassen musste, was mir von anderen gesagt wurde, weil ich, wie gesagt, nicht vor Ort war, nicht, regelmäßig und nicht jeden Tag und deshalb auch immer so ein bisschen abhängig war von Aussagen von anderen. Und man weiß ja auch, dass so Meinungen von Reitern oder Pferdeleuten gehen ganz oft auseinander.
[28:27] Wo der eine sagt, ich mache bei 15 Grad eine Decke drauf, weil mein Pferd friert, wo ich dann sagen würde, echt jetzt? Okay, also 15 Grad plus. So gehen die Meinungen auseinander und es darf auch so sein. Aber es ist ja halt immer noch so, dass ich eigentlich die Entscheidung für meine Pferde schon auch selber treffe und nach bestem Wissen und Gewissen auch handeln möchte und mir da eigentlich auch nicht so gerne reinreden lasse. Das muss man an der Stelle vielleicht auch einfach nochmal klar machen. Also jetzt, das ist ja also kein Vorwurf gegen irgendwen oder so. Das ist damit, also auch damit überhaupt gar nicht gemeint. Es ist so ein bisschen eher so diese Frage, hat man selber ein gutes Gefühl oder hat man oder wachsen in einem irgendwie Zweifel, weil man selber irgendwie, wenn man Dinge mit eigenen Augen sieht, zu anderen Schlüssen kommt oder zu anderen Schlüssen tendieren würde. Und also das ist, glaube ich, eher so dieses Ding gewesen. Aber das hat ja nichts damit zu tun, dass man irgendwie jetzt jemand das Urteil infrage stellen würde oder so. Und das muss man vielleicht auch nochmal klipp und klar sagen. Ich respektiere ja auch andere Ansichten über Pferde. Aber solange es meine Pferde sind, sind meine Ansichten nun mal die, die gelten.
[29:39] Naja, in dem Fall ist das so. Und ich sage mal so, du hast das ja trotzdem alledem auch nicht leicht gemacht. Also das hat uns hier auch einige, also schlaflose Nächte ist ein abgedroschenes Bild, stimmt auch nicht, aber wir haben ja schon lange auch darüber diskutiert und das hat dich extrem beschäftigt, dieses Thema. Und wir haben oft darüber geredet und vor allen Dingen auch vor dem Hintergrund, dass ja jede Veränderung für das Pferd auch mit einem gewissen, wie soll ich sagen, dass es nicht ganz gefahrfrei ist. Also und die Frage so, wie reagiert der auf einen Ortswechsel? Ist es klug, das zu machen? Das kann ja auch nach hinten losgehen, sowas immer.
[30:15] Und deshalb zögert man oder neigt man da gar nicht zu Schnellschüssen, sondern überlegt sich das sehr lange. Und hofft dann auch ein Stück weit natürlich, dass der, was man sich selber so erhofft, dass das dann auch in Erfüllung geht, aber es gibt halt keine Garantie dafür. Genau. Und jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte. Da kann ich nur eine Frage stellen. Wem war es noch da? Hat noch nicht mal was unbedingt mit alten Pferden zu tun, aber dieses, das ist ja sowas, was man über Tiere oft irgendwie lernt und hört, wenn die anfangen zu fressen, dann ist das ein Zeichen dafür, also ein gutes Zeichen. Und wenn sie nicht fressen, dann muss man sich Sorgen machen. Also wenn die sozusagen Futter verweigern oder man atmet innerlich immer so ein bisschen auf, wenn sie anfangen zu fressen. Jetzt habe ich ja bei Globus, also der ist schon ganz lange bei uns, der hatte diesen Sehnschaden. Und da erinnere ich mich an Ortswechsel mal im bitteren Winter, wo er abseits einer Herde stand und auch nicht gefressen hatte. Und du hast bittere Tränen geweint. Also so dieses Nicht-Fressen und dann Fressen, wofür steht das? Jetzt mal so Pferde-Fachfrage. Also ist das immer so ein Aufatmen-Moment.
[31:29] Wenn die dann anfangen zu fressen? Oder bewerte ich das jetzt über und ich habe das irgendwann mal gehört und das stimmt gar nicht? Also seine Heukops hat er ja gefressen am ersten Tag schon. Er ist nur nicht ans Heu gegangen. Es ging um das Heu, richtig. Genau, vielleicht war es auch einfach, weil er jetzt von der Weide kam und gar nicht so mit dem Heu… Und ja, dass er einfach… Gibt mir Gras, ihr Idioten. Genau, gibt mir Gras oder ich, weil keine Ahnung. Wir hatten schon befürchtet, oh Gott, wenn der gar kein Heu mehr frisst, dann muss er ja nur noch von Heukopps leben. Und da bin ich natürlich auch so ein bisschen, also ich habe da ja schon auch so Ansichten. Also ich würde meine Pferde, wenn sie alt sind, nicht bis zum geht nicht mehr und um jeden Preis. Also ich bin ja schon auch ein Freund davon, Pferde in Würde gehen zu lassen. Und wenn so ein Pferd in der freien Natur nicht mehr überleben könnte, also wenn so ein Pferd nicht mehr fressen kann, dann würde ich mir schon so die Frage stellen, also echt jetzt, also wenn so ein Pferd weder Gras noch Heu gar nichts mehr fressen kann….
[32:33] Keine Ahnung, ich weiß nicht, wie ich dann entscheiden würde, weil Globus frisst jetzt Heu und es ist alles gut, aber ich bin da schon so ein bisschen auch im Zwiespalt, wie ich entscheiden würde, und ich habe ja auch schon öfter diese Entscheidung getroffen, dass ich gesagt habe, okay, jetzt bis hierhin und nicht weiter und ich möchte kein Pferd bis zum bitteren Ende, dass es durchhält und ich bin immer noch so ein bisschen der Meinung.
[32:58] Oder ich vergleiche dann oft, was wäre denn, wenn dieses Pferd in der freien Natur in einer Herde leben würde. Würde. Würde ist überleben. Und natürlich kann man immer ein bisschen mehr machen, weil sie leben ja nun mal nicht in der freien Natur. Aber ich habe auch schon viele Miteinstaller gesehen, die wirklich ihre todkranken, alten, klapprigen Pferde einfach noch jeden Tag, ja geht noch ein bisschen, geht noch ein bisschen, wo man echt schon gedacht hat, lass es doch in Würde gehen. Jetzt wäre doch genug. Das ist doch nicht mehr lebenswert. Und Pferde fressen tatsächlich, bis es nicht mehr geht. Also fressen ist ein Instinkt und gerade alte Pferde werden immer fressen bis zum Schluss, weil das ein Überlebensinstinkt ist. Und nur weil sie fressen, heißt es nicht, dass es ihnen gut geht. Und ich vertraue total auf Nadines Auge und darauf, dass sie, sie hat schon so viele Pferde kommen und gehen sehen. Und ich glaube, dass sie sehr gut einschätzen kann, ob ein Pferd in der Lage ist, zum Beispiel den Winter zu überstehen, oder ob sie sagen würde.
[34:04] Das ist jetzt genug. Also wir machen jetzt hier nicht weiter, sondern wir sagen jetzt, wir lassen dieses Pferd in Würde gehen. Also da verlasse ich mich auch total auf Nadines Instinkt und auf ihr Auge und auf ihre Erfahrung vor allem auch mit alten Pferden, weil sie ja schon ganz viele selber hat gehen lassen, weil ihre Pferde auch einfach irgendwann mal alt wurden und gestorben sind. Und eigentlich hatte ich mir gewünscht, als ich vor über sechs Jahren den Globus auf die Weide gebracht habe, da soll er nur noch mit den Hufen nach oben weggehen und eigentlich war das nicht der Plan, dass er in dem hohen Alter nochmal den Stall wechseln muss, aber, manchmal kommt es anders, als man denkt und so ist es eine gute Lösung.
[34:47] Ja, ich gucke auch auf die Uhr. Das, was du jetzt auch gerade machst und so, es ist so spannend. Vielleicht gibt es ja von Hörerinnen und Hörern noch irgendwie Fragen, die sich anschließen. Ich würde sagen, wir können jetzt mal so gedanklich einen kleinen Strich ziehen. Ein Gedanke, einen letzten Gedanken habe ich noch dazu.
[35:07] Die Rolle von Nadine, also man muss wirklich sagen, danke, danke, danke, dass sie das macht. Und jetzt weiß ich gar nicht, ob ich hier Geheimnisse ausplaudere, aber so das allerbeste Gefühl oder so dieses, sie hatte schon auch so diesen Impuls, scheiße, wenn wir das machen. Ich weiß, dass der unter meinen Fittichen sozusagen irgendwann wahrscheinlich mal den letzten Atemzug tun wird. Und ich weiß nicht, ob ich mir selber das antun will. Also diesen Gedanken gibt es schon auch. Wir können ja vielleicht, wenn wir zu Besuch sind, auch mit ihr persönlich nochmal darüber reden. Also das stelle ich mir schon auch als eine belastende Situation vor, weil ich sage mal so, bei Globus ist es halt nochmal so besonders präsent, weil er schon so alt ist. Also viele Pferde werden ja bei Nadine, also die kommen in relativ jungen Jahren und werden dann irgendwann mal alt und irgendwann ist es dann mal so weit. Aber bei Globus, da weiß man ja, der wird jetzt nicht mehr jahrelang da über den Berg tanzen. Weißt du, was ich meine? Ich bin der 40. Also ich habe zu Nadine gesagt, wahrscheinlich kommen wir jetzt zurück in den Schwarzwald, wenn Berlin abgelaufen ist. Aber so lange durch wird, bis wir zurückkommen. Dann ist er Schulpferd bei Nadine.
[36:22] Genau, dann geht er vielleicht noch ein bisschen Turnier. Reiterwettbewerb geht schon. Vielseitigkeit.
[36:32] Also, vielleicht gibt es Fragen. Wir beantworten sie gerne. Ich ahnte das schon. Also irgendwie Globus immer ein interessantes Thema. Alte Pferde finde ich auch generell sehr spannend. Und ich finde ja auch, muss man vielleicht einfach auch mal in so einem Podcast, in dem wir ja oft über die Jungen reden, ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, sich das mal klarzumachen, dass das auf Reiterinnen und Reiter, wenn sie quasi das ernst nehmen mit ihrem Tier, dass es dann halt auch irgendwann mal kommt. Und dass man die dann im Sport eben nicht mehr einsetzen kann, aber man trotzdem ja schlecht sagen kann, so ich bin dich jetzt an der Autobahnraststätte an, Tschüssi Kowski oder keine Ahnung, machen vielleicht auch irgendwelche Arschgeigen. Aber eigentlich ist es, also gehört es ja dann schon auch dazu, sich darüber Gedanken zu machen, wie kriegt man das denn würdevoll und angenehm hin. Und ich finde, das haben sie halt auch verdient, die Pferde. Du hast es in der letzten Folge so schön gesagt, wie viel Freude du mit Globus hattest und wie viele Turniere und wie viel mal ausreiten und so. Also ich finde, das ist man so einem Pferd dann halt auch einfach schuldig. Und wenn das Pferd dann wegen des Alters in Rente geht, dann ist es ja auch noch okay. Aber es gibt ja auch, ich habe ja auch eine Freundin, die musste ihr Pferd 13-jährig in Rente schicken. Man kann dann mal hochrechnen. Also der ist ja noch relativ fit und der geht nur wegen Unreitbarkeit in Rente. Aber ansonsten kann der durchaus 35 werden.
[38:01] Also Augen auf beim Zellkauf. Schönen Gruß ans Konto auch.
[38:06] So, jetzt aber der imaginäre Themenwechselknopf, den wir an der Ostsee gerade nicht haben. Wir haben noch einen Gast in der Sendung. Das ist ja nicht immer so, dass wir Gäste haben. Aber wenn es Menschen gibt aus der Reiterinnen- und Reiterwelt, aus der Pferdewelt, die besondere Dinge tun, die in diesem Fall besondere Dinge sogar erfunden haben, dann sind Sie natürlich herzlich willkommen bei uns. Annika Jorissen aus Köln ist bei uns und sie hat das Spiel Mord im Mirabellenhof entwickelt. Ein Rollenspiel, das in einem Dressurstall spielt und das Spiel wird demnächst bundesweit auch bei Equiva zu haben sein. Und alles, was man zum Mord im Mirabellenhof wissen muss, das hören wir jetzt von Annika selbst. Sie ist nämlich bei uns in der Sendung. Hallo Annika, schön, dass du da bist. Hallo Chris.
[39:13] Annika, es ist ja so, dass du uns eine Mail geschrieben hast und ich habe, glaube ich, auch in sehr kurzer Reaktionszeit geantwortet und habe gesagt, Annika, deine Geschichte, ich finde das total spannend. Wir möchten es gerne hören, weil es ist eine ungewöhnliche Geschichte, ein bisschen. Es hat mit Pferden zu tun, es hat mit der Reiterwelt zu tun, aber nicht so mit dem aktiven Sport, nicht so ganz unmittelbar mit Pferden, sondern du hast ein Spiel entwickelt. Und das finde ich ja ganz cool. Das wiederum hat sehr viel mit Pferdemädchen, und der Reiterwelt zu tun. Nimm uns doch mal mit. Was ist das für ein Spiel? Ich glaube, ich habe in einer Teaser-Folge schon was Falsches gesagt, weil ich von einem Brettspiel gesprochen habe. Das ist aber nicht richtig. Es ist ein Rollenspiel, habe ich nochmal nachgelesen, heute bei dir auf der Website. Alles andere erzählst du jetzt. Was ist das für ein Spiel?
[40:13] Also das Spiel heißt Mortimer Bellenhof und es ist das, was man eigentlich einen Kredi-Diener nennt oder Quar-Nindle-Dinner oder Escape-Spiel. Es ist also im Grunde ein Rollenspiel, das ist für fünf bis acht Personen ausgelegt und das kann man zu Hause spielen. Also es gibt auch Kredi-Diener, die man in Veranstaltungsorten spielt, aber das ist hier nicht der Fall, sondern das ist eine Spielbox, die man kauft und die man dann zu Hause mit Freunden oder mit der Familie spielt. Und jeder Spieler überdient eine Rolle. Es gibt bis zu acht Rollen. Einer davon oder einer ist der Mörder oder die Mörderin, aber alle haben Geheimnisse, alle haben Informationen und natürlich haben auch alle eigene Interessen. Und während man gemeinsam isst und während den Pausen zwischen den verschiedenen Gängen des Menüs, entwickelt sich der Fall weiter. Es kommt immer mehr Information raus. Man muss immer mehr machen. Das Spiel ist ja nicht nur ein Rollenspiel, sondern ist tatsächlich auch, so wie ein Krimi-Spiel, dass man auch ein paar Rätsel lösen muss, etc. Und dann versucht man gemeinsam herauszufinden, wer der Mörder ist oder die Mörderin. Und es ist halt eben einer von uns. Das heißt, es ist nicht nur ein Spiel, sondern es ist eine Geschichte und man wird Teil dieser Geschichte.
[41:31] Verstehe. Annika, du hast gesagt, ein Rollenspiel, einer ist der Mörder oder ein Ne. Und es heißt Mord im Mirabellenhof. Inwieweit hat das Spiel was mit der Pferdewelt zu tun? Weil es ja schon so ist, dass du auch konkret Pferdemädchen ansprechen willst, Menschen, die in Ställen sind und so. Also auch der Titel Mord im Mirabellenhof gibt dir schon so den Hinweis, so den Fingerzeig auch in diese Pferdewelt. Also diese Verbindung spielt schon irgendwie eine Rolle. Auf jeden Fall. Also das Spiel spielt in der Pferdewelt, in der Reiter- und Pferdewelt. Es spielt in einem Ressortstall. Es ist ein Einstellerstall, also mit Einstellern, wie man sie halt eben kennt als Pferdemensch, der sein Pferd nicht gerade zu Hause hält, sondern irgendwo in Pension untergebracht hat. Und ich wollte einfach diese Welt zu einer Bühne bringen.
[42:26] Die Pferdewelt und gerade die Welt in einem Einstellstall, das ist ja etwas ganz Besonderes. Also es gibt da unterschiedlichste Menschen, unterschiedlichste Charaktere, die sonst vielleicht, wenn sie nicht die Pferdeliebe gemeinsam hätten, nie zusammengefunden hätten. Aber sie treffen sich da, im Stall, mehr oder weniger zufällig. Sie sind da voller Leidenschaft, voller Liebe für ihr Pferd, vielleicht voller sportlicher Ehrgeiz oder was auch immer. Und daraus ergeben sich Unmengen skurrilen Situationen. Und ich habe unzählige Krimi-Diener selber gespielt. Ich fand das auch immer ganz klasse, sowas wie Freunden zu spielen. Aber ich dachte, diese Pferdewelt, die braucht eine Bühne. Weil da eben diese skurrilen Personen sind, diese besonderen Charakteren. Und ich dachte, das muss man einfach für Reiter auch mal machen. Es ist auch nicht nur für Reiter, das Spiel ist natürlich auch für Nicht-Reiter interessant, aber für Reiter hat es eben das E-Typfüllchen. Es ist auch ein Spiel für Erwachsene, das ist ab 14 Jahren zugelassen. Das ist also kein Kinderspiel, weil es eben um einen Mord geht, auch um ein bisschen Eifersucht, Affären etc.
[43:32] Deswegen ist es durchaus für Erwachsene, es ist auch, glaube ich, kein einfaches Spiel. Es ist durchaus intellektuell und man muss sich ganz schön konzentrieren, um dahinter zu kommen. Es ist eigentlich genau so, wie ich mir das perfekte Krimi-Diener für mich, meine Familie und meine Freunde gewünscht hätte. Okay. Und also so diese ganzen Informationen, von denen du ja gesprochen hast, die die Mitspieler bekommen und haben, das ist, also wir wollen jetzt auch nicht zu viel verraten, um den Spiel Spaß nicht wegzunehmen, aber der Schauplatz ist eben dieser Mirabellenhof, es spielt in einem Dressurstall und deshalb, also da finden sich dann Pferdeleute einfach perfekt wieder so. Genau, also es ist eine ambitionierte Dressurreiterin, die dort Einstellerin war, wird tot aufgefunden und es stellt sich die Frage, wer war es? Und ja, alle Personen sind eben Einsteller. Es gibt aber natürlich auch nur, der Stallangestellte, es gibt den Haltlehrer und Betreiber des Hofs, es gibt den Tierarzt, also auch Personen, die einfach zum Leben in einem Stall dazugehören.
[44:37] Die sind eigentlich alle dabei. Jetzt ist eine Frage, die ist natürlich total naheliegend und du hast sie aber so halb, würde ich fast sagen, schon beantwortet. Nämlich eigentlich, wie kommt man denn… Darauf, so ein Spiel zu erfinden, zu entwickeln. Aber du hast schon gesagt, dass du generell diese Art von Spielen, Krimi-Dinner, dass du das selber auch schon bei anderen Gelegenheiten total gerne gespielt hast. Und ich ahne mal, das ist so die Verbindung dazu gewesen. Aber Pferdemädchen bist du schon auch.
[45:11] Du hast beides mitgebracht sozusagen, die Liebe zu dieser Art von Spielen und die Pferdewelt. Und so entsteht dann eine Idee? Ganz genau. Also ich bin selber Pferdemädchen, wie du sagst, Insider. Ich weiß, wie die Pferdewelt läuft. Ich reite, seit ich klein bin. Also wir haben aktuell auch zwei Pferde. Meine ganze Familie reitet. Und daher kenne ich einfach auch diese Welt. Auch wenn ich selber jetzt nicht groß sportlich unterwegs bin. Ich bin Dressortreiterin, aber im Bereich der Freizeit. Und ich kriege das einfach alles mit. und ein anderes Hobby sind Krimis bei mir. Also ich lese natürlich sehr, sehr gerne Krimis. Ich bin sowieso sehr leseaffin und, Irgendwann mal dachte ich, ich versuche es auch mal. Aber ursprünglich habe ich dieses Spiel geschrieben für meine Familie und meine Freunde. Ich dachte wirklich, ich mache einfach ein Spiel für uns. Und das ist auch so passiert. Also ich habe es für uns geschrieben, wir haben es gespielt. Und dann kam die Idee, naja, eigentlich könntest du es ja auch vertreiben. Und dann dachte ich erst mal, naja, aber wie soll ich das denn machen?
[46:18] Und irgendwann habe ich gedacht, okay, ich probiere es mal. Dann habe ich das Layout natürlich ein bisschen schöner angepasst, eine Webseite gemacht, das Ganze drumherum. was übrigens viel anstrengender ist, als ein Spiel zu schreiben. Das Spiel zu schreiben, das war toll, das war super. Das hat so einen Spaß gemacht. Das ist ja eine Arbeit, wo man wirklich sehr, sehr konzentriert arbeiten muss, wo man sehr logisch denken muss, sehr akribisch arbeiten muss, damit alles passt. In jeder Runde müssen Infos für die Spieler kommen, die sie später brauchen, um den Mörder zu finden. Aber man darf natürlich nicht so viel verraten. Es muss genau dosiert sein. Zwischen was verrate ich schon, aber es muss logisch sein. Das Ende muss natürlich total nachvollziehbar sein. Die bei der Auflösung müssen sagen, ja klar, sehe ich ja ein. Es dürfen keine Fehler passieren. Und das Spiel zu schreiben, das hat super Spaß gemacht. Nachher so die Webseite zu machen, die sozialen Medien nutzen, was ich vorher jetzt nicht so viel gemacht habe.
[47:15] Und das habe ich eher als anstrengend empfunden. Das ist gut, das Teil des Jobs. Inzwischen lerne ich ziemlich viel, was Marketing angeht, was BWL angeht. Also ich sagte schon, als Juristin wird noch eine BWLerin, wenn es so weitergeht. Aber das ist trotzdem nicht so spannend, wie das Spiel zu schreiben. Das war super toll. Mega anstrengend, aber mega toll. Cool. Jetzt hast du gerade auch schon verraten, was du beruflich machst. Du bist Juristin und das hat ja eigentlich jetzt auch mal so mit so einer, also mit dieser Kreativität irgendwie etwas schreiben und so weiter. Also ich sage mal so, also das ist jetzt nicht so unbedingt naheliegend. Juristin, das ist dann eher so diese kriminalistische Geschichte. Also könnte da zumindest reinspielen, so Mord, Totschlag und so weiter. Aber also… Dein Beruf legt jetzt nicht unbedingt nahe, dass du sozusagen auch Spieleautorin hättest werden können oder müssen oder so. Wobei du würdest dich wundern, was Juristen teilweise für Fantasien irgendwie.
[48:15] Verbringen müssen, um ihren Job zu machen. Aber ich habe tatsächlich einen ganz trockenen Job. Also ich mache Steuerrecht beruflich, also trockener geht es nicht. Aber man hat natürlich da auch mit Kreativität zu tun, von Kreativität, was Steuerhinterziehung angeht. Damit sind wir auch schon ein bisschen im strafrechtlichen Bereich. Damit habe ich aber eigentlich weniger zu tun. Also eigentlich mache ich internationales Steuerrecht. Und das ist tatsächlich in Trockenheit nicht zu überbieten. Dann bist du wahrscheinlich schwer reich. Also Anwälte, die sich mit internationalem Steuerrecht auskennen. Das ist ja Wahnsinn. Ich bin Beamtin und ich habe zwei Pferde. Da ist man nicht reich. Okay, na gut. Aber die Rente ist sicher. Also die Pension heißt es ja bei euch. Also das muss man ja… Noch nicht die Pension. Ich bin ja noch im aktiven Dienst. Im Moment sind es noch meine aktiven Bezüge und in elf Jahren wird es dann die Pension sein. Okay. Und wir wollen den Juristen auch nicht Unrecht tun in Sachen Kreativität und Romane schreiben. Das fällt mir jetzt ein. Ferdinand von Schirach ist ja nur einer der berühmtesten deutschen Autoren und Jurist. Also von daher… Das wusste ich nicht. Ja, tatsächlich. Also das ist, ich müsste jetzt gefährliches Halbwissen. Es ist fast ein bisschen peinlich, dass ich es nicht weiß, aber ich meine, der ist, was ist der denn? Ich weiß es ja auch nicht. Schwarzanwalt, Richter oder so. Also jedenfalls, genau, also Bestsellerautor und Jurist.
[49:34] Annika, jetzt ist natürlich eine naheliegende Frage auch, wie viel kostet das Spiel, wo kann man es bekommen? Und jetzt hast du mich, bevor wir auf Aufnahme gedrückt haben, in ein Geheimnis eingeweiht, was auch dazu führt, dass wir dieses Gespräch schon ein bisschen früher aufgezeichnet haben, als wir es dann senden, weil da tut sich im Moment, zu dem Zeitpunkt, wo wir sprechen, sehr viel Erfreuliches für dich. Es war bis vor kurzem so, wenn ich es richtig gesehen habe, dass man dein Spiel über die besagte Website kaufen konnte, die du selber gebastelt hast. Aber der Vertrieb bekommt jetzt nochmal so ein bisschen mehr Wumms. Von daher jetzt mal ganz offen die Frage, wie viel kostet es und wo bekommt man es, Mord im Mirabellenhof? Also Mord im Mirabellenhof bekommt man auf meiner eigenen Webseite www.mordimmirabellenhof.de. Das ist natürlich naheliegend.
[50:33] Es kostet 29 Euro. Die Webseite ist für mich der wichtigste Verkaufsweg und das wird auch bleiben, weil man dort den direkten Kontakt zu mir und zu meinen Gedanken hat. Auch zu den Hintergründen des Spiels, zu seiner Entwicklung. Ich habe ja ziemlich viel von mir gezeigt, auch in diesem Spiel, aber auch auf meiner Webseite. Aber es gibt tatsächlich eine sehr, sehr erfreuliche Entwicklung. Equiva hat sich dafür entschieden, mein Spiel in ihr Sortiment aufzunehmen. Das wird ja so ab Ende Oktober in allen Filialen und auch im Onlineshop von Equiva zu haben sein. Das freut mich sehr.
[51:11] Das ist für mich nicht nur ein weiterer Verkaufsweg, sondern das ist ein bisschen Bestätigung. Das ist Freude darüber, dass ich sehr… Ja, das ist eine richtige Ware. Das ist ein richtiges Spiel, was verkauft wird. Und auch Leute, die nicht in meinem persönlichen Umfeld sind, die haben Interesse daran. Die kaufen das im großen Stil eins. Vertrauen mir, vertrauen meinem Spiel, dass sie es weiterverkauft bekommen. Und das ist natürlich ganz toll. Und ich muss ganz klar sagen, Equiva gibt mir eine Reichweite, die hätte ich selber nicht. Das habe ich hier mit meiner kleinen Webseite und meinen eigenen, ja sehr begrenzten Möglichkeiten natürlich nicht. Und Equiva bringt das Spiel auf einer Bühne. Und das finde ich ganz, ganz toll. Es hat mich super gefreut und ja, danke nochmal an dieser Stelle. Ja, aber für mich ist natürlich trotzdem die eigene Webseite nach wie vor super wichtig, weil wie gesagt, da ist der Kontakt zu mir, da können die Leute mir Fragen stellen zum Spiel. Da kommt auch das Feedback, wie die Leute das Spiel gefunden haben. Da kommt teilweise jetzt schon die Frage, wird es auch ein weiteres Spiel geben etc.
[52:19] Und das ist natürlich wichtiger und ab dem Moment, wo Equiva dazwischen geschaltet ist, kommt das natürlich nicht so direkt zu mir. Aber trotzdem ist Equiva aus all den genannten Gründen super wichtig für mich. Ja, total. Wie lange hat es eigentlich gedauert, bis du das Spiel entwickelt hast? Also so von quasi Idee, bis es dann wirklich fertig ist. Und wenn ich es richtig verstanden habe, du hast auch nicht alles selber machen können, weil du zwar also ein Talent hast zum Schreiben und Spiele entwickeln, aber das ist ja dann auch verbunden mit ein Design erstellen. Also quasi das dann so zu machen, dass man es auch anfassen kann? Oder ist es alles quasi von dir entstanden? Oder gibt es dann doch den Moment, wo man sagt, okay, für das ein oder andere brauche ich dann doch auch einfach Partner, die mir bestimmte Handgriffe dann abnehmen? Also es ist tatsächlich alles von mir, so die Entwicklung, die Geschichte, die Person, das Konzept, die Gestaltung. Also selbst das Layout, das Spiel stammt von mir aus. Ich will jetzt nicht sagen, dass es einfach war. Also ich habe das mit PowerPoint gemacht und es gibt bestimmt klügere Möglichkeiten, sowas zu machen. Und ich musste auch ziemlich viel tüfteln, aber das habe ich tatsächlich ganz alleine gemacht. Also es ist wirklich alles mein Baby.
[53:35] Das Einzige, wo ich Unterstützung von der KI genommen habe, das ist für die Bilder. Also ich wollte gerne, dass die Charaktere eine physische Darstellung bekommen in Form eines Bildes von dieser Person, so wie ich sie mir in meinem Kopf vorstelle. Und da habe ich die KI gefragt. Das heißt, die Bilder, die sind tatsächlich KI gemacht und auch einige Bilder, die ich zu Werbezwecke nutze in den sozialen Medien, die sind auch von der KI generiert. Aber abgesehen von den Bildern ist wirklich alles meins, alles hier aus dem Kopf rausgekommen. Mega. Und ja, wo ich Hilfe hatte, war natürlich bei den Probespielen. Das Spiel wurde erst mal umfassend Probe gespielt im Familie- und Freundeskreis. Und da habe ich natürlich noch ganz viele Hinweise bekommen. Also die Persönlichkeit musst du ein bisschen anders machen. Hier musst du ein bisschen hier machen, das machen. Also da habe ich natürlich Unterstützung gehabt und moralische Unterstützung hatte ich zum Glück auch die ganze Zeit über. Zur Dauer. Die Idee ist Ende März aufgekommen. Ich habe Anfang April damit angefangen, wie gesagt nebenberuflich, habe aber tatsächlich vor lauter Eifer eine Woche Urlaub genommen, um da mal richtig da reintauchen zu können. Und die ersten Probespiele waren Ende Mai. Also es waren eigentlich zwei Monate Entwicklungszeit. Aber ich bin noch ziemlich belastbar und effizient daher.
[54:59] Also das war schon anstrengend. Aber ich wollte es auch machen. Wie gesagt, das hat so einen Spaß gemacht. Ich konnte ja kaum mehr aufhören. Ich bin einkaufen gegangen, mir ist mittendrin eingefallen, das muss ich irgendwie noch einbauen. Dann habe ich eine Notiz auf mein Handy gemacht. Mein Handy war am Ende voller Notizen mit irgendwelchen Ideen, was ich irgendwie noch reinbauen kann oder ändern muss. Also das war eigentlich ein 24-Stunden-Gedankending.
[55:25] War schon toll. War eine coole Zeit. Also ich denke, du merkst es ja, ich denke wirklich mit viel Freude daran zurück. Absolut. Und ich sage mal so, also zwei Monate klingt natürlich total schnell, aber ich glaube, also zwei Monate sind nicht gleich zwei Monate. Also wenn das so ist, wie du das gerade schilderst, dass man dann quasi da so richtig reintaucht und sehr effizient arbeitet, Also wenn das enorm intensive zwei Monate sind, dann ist es dann, also ich glaube, das ist tatsächlich sehr relativ, aber trotzdem, um so ein Gefühl dafür zu kriegen, ist es ja schon mal sehr, sehr spannend gewesen, was du gerade erzählt hast. Annika, meine letzte Frage ist immer, was haben wir denn noch vergessen? Also ich habe mir keinen Zettel gemacht jetzt so, sondern ich habe einfach so mal was so aus mir rausgesprudelt ist. Und was mir so einfällt, habe ich mal gefragt, was dazu führen kann, dass Dinge in Vergessen, dass ich nicht an Dinge gedacht habe, von denen du jetzt sagst. Das hätte ich aber gerne noch kurz erzählt. Von daher, was habe ich vergessen? Vielleicht, was ich mir wünsche für die Zukunft.
[56:34] Also ich wünsche mir erstmal ganz allgemein, dass mehr Leute spielen. Nicht auf dem Bildschirm gucken, nicht irgendwas streamen oder so, das ist auch alles ganz toll. Aber was Spielen ist, also da habe ich wirklich die Erfahrung gemacht, das ist super. Und gerade wenn es so ein kommunikatives Spiel ist, wie ein Krimi-Diener, ob es jetzt meins ist oder ein anderes, egal. Aber man verbringt Zeit zusammen. Und ich würde mir wünschen, dass mehr Leute sagen, hey, wir machen am Samstag einen Spieleabend. Und wenn dann sie dann noch ergänzen, wir spielen am Samstag Mord im Mirabellenhof, dann wäre es natürlich ganz klasse. Und das würde mich total freuen.
[57:12] Annika, das taugt für ein Schlusswort. Alle Daumen sind gedrückt, dass das ein Erfolg wird und wenn ich es richtig verstehe, ist es ja eigentlich schon ein Erfolg. Du hast es auf die Beine gestellt, es funktioniert und Equigua gibt dem Ganzen jetzt noch so zusätzlichen Rückenwind. Von daher schauen wir mal, wo das noch hingeht und vielleicht gibt es ja tatsächlich noch eine Fortsetzung, ein weiteres Spiel aus deiner Feder. Ich bin sehr gespannt. Vielen Dank für das Gespräch. Es war ganz toll. Und ich bedanke mich, dass du mich dazu eingeladen hast. Ich fand es auch sehr, sehr nett, mit dir zu plaudern. Annika Jorissen aus Köln und ihr Mord im Mirabellenhof. Ein Rollenspiel von einer Reiterin für, ja, bevorzugt Reiterinnen und Reitermenschen, die mit Pferden zu tun haben, aber nicht nur, Und ich könnte mir vorstellen, wenn wir hier demnächst dann an der Ostsee mit, ich weiß nicht, ein paar Küstennebel an Weihnachten zum Beispiel hier im Familienkreis zusammensitzen, wo ja auch viele pferdeaffine Menschen beieinander sind, dann, also du sagst.
[58:28] Die Schwiegermutter von deiner Schwester wäre so als Mörderin, also könnte sein, wäre ein heißer Tipp. Könnte vielleicht sein. Könnte hinkommen. Vielleicht aber auch. Der Mann von deiner Schwester, der Mörder. Der sowieso. Oder ist der der lüsterne Stalljunge, der immer da den Weibern hinterher guckt. Der ist eher nicht der lüsterne Stalljunge. Das ist der David, der Schwiegersohn. Das ist eher der lüsterne Stalljunge. Jetzt tust du dem David aber echt. Böse Unrecht, würde ich sagen. Hoffentlich hören die den Pferdepodcast nicht. Nee, glaube ich nicht. Wer bin ich? Ich bin, keine Ahnung, Wer bist du eigentlich? Wer sind Sie eigentlich? Wieso liegt hier eigentlich Stroh? Jetzt reicht’s. Wir bedanken uns fürs Zuhören. Das war Folge 483 des Pferdepodcasts. Bis zum nächsten Mal. Wir sind demnächst dann wieder da. Tschüss.
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