
In Folge 484 des Pferdepodcasts geht es um eine Hörerinnenfrage von Charlotte – und um ein Thema, bei dem Chris zunächst einmal grundsätzlich aufräumen muss: Was genau sind eigentlich Hufschlagfiguren? Und was unterscheidet sie von Lektionen? Während Hufschlagfiguren die Linienführung beim Reiten beschreiben – etwa Zirkel, Schlangenlinien oder das Durch-die-ganze-Bahn-Wechseln –, sind Lektionen wie beispielsweise eine Pirouette etwas anderes. Beide können allerdings Bestandteil einer Dressuraufgabe sein.

Auch diese Frage darf nicht fehlen: Matjes oder Bismarck?
Spannend wird es bei Charlottes eigentlicher Frage: Wann wird beim Leichtraben der Fuß gewechselt? Jenny erklärt die Grundregel: Entscheidend ist die Umstellung des Pferdes. Wenn das Pferd in eine neue Bewegungsrichtung gestellt wird, wird auch umgesessen. Bei einem Zirkelwechsel geschieht das beispielsweise in der Mitte bei X. Beim Durch-die-ganze-Bahn-Wechsel dagegen wird das Pferd erst etwa eine Pferdelänge vor dem Erreichen des neuen Hufschlags umgestellt – und dort wird auch der Fuß gewechselt. Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Beim Wechsel durch die Länge der Bahn wird bereits bei X umgesessen.
Und weil es natürlich nicht ohne eine kleine Anekdote aus Jennys Reiterleben geht, kommt schließlich auch noch Reimund Wille ins Spiel. Der hatte Jenny nämlich ziemlich eindringlich beigebracht, dass beim Durch-die-ganze-Bahn-Wechsel eben nicht schon bei X umgesessen wird. Neben der Reitlehre gibt es in dieser kleinen Folge außerdem noch eine wichtige Frage für das Leben an der Ostsee: Muss man beim Wechsel vom Matjesbrötchen zum Bismarckbrötchen eigentlich auch umsitzen? Eine Frage, die vermutlich einer weiteren Folge bedarf.
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[0:16] Hallo, hier ist der Pferde-Podcast, Folge 484, fast eine Schnapszahl, Jenny, 484. Es ist die kleine, da lachst du schon. Weit weg von der Schnapszahl, fast eine Schnapszahl. Fast, 484, aber man kann es von vorne und von hinten lese, weißt du? Wie Otto. Zum Beispiel, ja. Jetzt wird es schon albern hier. Es ist die kleine Folge, das kleine Lebenszeichen zwischendurch, das wir noch an der Ostsee aufnehmen, weil diese kleinen Folgen ja eigentlich immer, also wenn sie überhaupt reserviert sind, dann ja für Feedback und Fragen unserer Hörerinnen und Hörer. Und das hat es nach den letzten Folgen gegeben. Es gibt tatsächlich so ein kleines bisschen die Qual der Wahl, mit welcher Hörerinnenfrage wir uns beschäftigen. Wir machen es wie beim Knödel essen, altes Pferdepodcast-Motto eins nach dem anderen. Und wir haben uns entschieden für eine Zuschrift von Charlotte.
[1:24] Ich wüsste damit ja ehrlich gesagt also gar nichts anzufangen. Sie fragt nach sogenannten böhmischen Dörfern, also was für mich böhmische Dörfer sind. Aber du hast signalisiert, ja, ja, ich weiß zwar auch nicht, wie das heißt, von dem sie wissen will, wie es heißt, aber ich kann es erklären. Charlotte schreibt, hi, liebe Jenny, hi, lieber Chris, ich liebe euren Podcast, macht weiter so. Vielen Dank, Charlotte, machen wir. Jetzt die Frage, ich habe auch noch einen Themenwunsch, weiß nicht. Ganz, ob es dafür einen Namen gibt. Und zwar, wo man bei Hufschlagfiguren den Fuß wechseln muss und so. Danke für diesen tollen Podcast, liebe Grüße Charlotte. Also die Frage ist oder das Thema ist, wo man bei Hufschlagfiguren den Fuß wechseln muss und so. Du meinst, dass man sich einen anderen Fuß anzieht? Nein, also allein schon Hufschlagfiguren, da geht es ja schon mal los. Für mich jetzt als, das muss man vielleicht kurz dazu sagen, wir sind der Pferde-Podcast, in dem du Ahnung hast von Pferden und erfolgreich mit deinem Haflinger ACDC unterwegs bist und ich stelle nur die blöden Fragen. Viele Sachen weiß ich ja mittlerweile so ein bisschen, weil wir jetzt schon seit über 400 Folgen jede Woche mehrfach über Pferde sprechen. Hufschlagfiguren habe ich auch schon mal, also.
[2:52] Gesundheit. Hufschlagfiguren habe ich auch schon mal gehört, aber ich werde… Meine Fresse, jetzt mal gut, wir nehmen Podcast auf.
[3:02] Also Hufschlagfiguren wäre ich schon überfordert, sagen zu können, ob das sozusagen das ist, ob das die Lektionen sind, die in einer Dressurprüfung abgefragt werden, ob man das schon als Hufschlagfiguren bezeichnet oder nicht. Jenny Schüttel mit dem Kopf. Eine Lektion, das andere ist eine Hufschlagfigur. Zwei unterschiedliche Dinge. Also Charlotte macht mir jetzt nicht den Eindruck, als wüsste sie nicht, was Hufschlagfiguren sind. Vielleicht kannst du es in so einem Nebenschlenker gerade noch kurz miterklären. Das würde mich schlauer machen. Und dann kannst du ja vielleicht auch beantworten, was Charlotte wohl wissen will. Weil du scheinst zu wissen oder zu ahnen, was sie meint. Also Hufschlagfiguren, das ist die Linienführung. Es gibt ganz viele unterschiedliche, Linienführungen auf dem Zirkel geritten, durch die ganze Bahn wechseln, einfach Schlangenlinie, Schlangenlinie durch die Bahn. Und eine Lektion ist zum Beispiel eine Pirouette an einem bestimmten Punkt, also wenn in einer Dressurprüfung dann gefordert wird, Pirouette zwischen H und X, dann muss es irgendwo auf dieser Linie, muss eine Pirouette geritten werden. Das ist der Unterschied zwischen Lektion und Hufschlagfigur. Wobei, das, was du gerade gesagt hast, mit irgendwie Wechseln durch die ganze Bahn und so weiter, das begegnet einem aber schon auch in Dressurprüfungen. Also so ist es ja noch nicht. Und Schlangenlinie und so?
[4:31] Jetzt muss ich dich so mit großen. Natürlich begegnet einem das in Dressurprüfungen. Das ist ja auch das, was ich den Kindern vom Berg immer gepredigt habe. Reitet ordentliche Hufschlagfiguren. Wenn da heißt, durch die ganze Bahn wechseln, dann komme ich aber auch an den Wechselpunkt an und nicht irgendwo davor oder irgendwo danach, sondern an dem Punkt. Okay, also sowohl Lektionen als auch Hufschlagfiguren, beides Bestandteil von Dressurprüfungen. Das habe ich jetzt gelernt und aber trotzdem zwei verschiedene Dinge. Geht doch, du merkst schon, ich bin ein bisschen schwer von KP, aber ich bin auch gesundheitlich leicht angeschlagen. Das nur so zur Entschuldigung. Ja, nein, aber also Hufschlagfiguren echt jetzt, also was ein Wortapparat schickt. Da muss man nicht drauf kommen, dass das die Linienführungen sind in einer Dressurprüfung. Aber jetzt kommt die Sache mit den Füßen ins Spiel. Jetzt wird es spannend für Charlotte und für mich auch. Übrigens, die Linienführung nicht nur in Tressurprüfung, sondern generell beim Reiten. Fußwechsel nur beim Leichtraben, logischerweise.
[5:34] Ob das einen Namen hat, wüsste ich jetzt gar nicht. Nee, das ist einfach der Fußwechsel. Und zwar generell gilt, wenn man zum Beispiel zwei gleiche Linienführungen reitet, zum Beispiel aus dem Zirkel wechseln, dann ist das Umsitzen auf den anderen Fuß immer in der Mitte, also bei X. Wenn man aber jetzt zum Beispiel durch die ganze Bahn wechselt, dann macht man den Fußwechsel mit Umstellen des Pferdes und durch die ganze Bahn wechseln, da wird das Pferd etwa eine Pferdelänge vor Erreichen des Hufschlags umgestellt und dann sitzt man auch um. Also nicht irgendwie durch die Diagonale bei X oder so, sondern eine Pferdelänge vor Erreichen des Hufschlags wird das Pferd umgestellt und generell bei Umstellung des Pferdes wechsle ich auch den Fuß. Wenn ich also auch eine einfache Schlangenlinie reite und dann reite ich ja nur bis zur Viertellinie und in dem Moment, wo ich das Pferd in die andere Bewegungsrichtung umstelle, sitze ich auch um. Oder bei Schlangenlinien durch die Bahn, da sitze ich um bei X. Oft steht es in den Tressurprüfungen auch dabei, wenn Leichtraben gefordert wird, dann steht in den Tressurprüfungen auch dabei, wo der Fußwechsel vorgenommen wird. Wenn zum Beispiel Schlangenlinien durch die Bahn mit vier Bögen mit Fußwechsel beim Überreiten der Mittellinie, also auf der Linie XAC.
[6:56] Ich hoffe, ich habe es jetzt verständlich erklärt. Also ich merke jetzt gerade, dass die Wirkung von meinem Gripostat dramatisch nachdenkt, was die Konzentration sehr leiden lässt. Also wenn du mich jetzt abfragen würdest.
[7:10] Lässt nach, Entschuldigung, dann habe ich entweder das falsche Wort verwendet oder ich meinte, die Wirkung der Gripostat lässt nach, die Grippe kommt wieder über mich. Ich könnte jetzt, wenn du mich abfragen würdest, ich könnte es jetzt nicht nochmal referieren, aber ich habe, also zwei Dinge habe ich mir behalten. Es gibt so Grundregeln mit, also bei bestimmten Geschichten ist es immer in der Mitte.
[7:34] Also grundsätzlich, wenn ich das Pferd umstelle und oft steht es auch einfach dabei, in dem Büchlein, wo das alles beschrieben ist, da steht es dann auch dabei, wo es gefordert ist. Also bei den Dressuraufgaben und es ist Leichtraben in einer Dressuraufgabe, da steht auch dabei, wann der Fuß gewechselt wird. Aber wenn man so für sich zu Hause reitet, ist es ja auch ganz gut, wenn man die Regeln kennt. Also generell immer, wenn das Pferd umgestellt wird, wechsle ich auch den Fuß.
[8:01] Und daraus ergibt sich schon, wann ich umsetzen muss beim Leichtraben. Viele machen aber, was ich ganz oft sehe, ist, viele machen das falsch, vor allem bei dieser Linienführung durch die Bahn wechseln, machen das ganz viele falsch, dass sie bei X umsitzen. Das mache ich tatsächlich nur durch die Länge der Bahn wechseln. Da sitze ich natürlich, wenn ich X überreite, sitze ich um, weil ich ja weiter reite in die andere Richtung. Also ich komme von der linken Hand, reite gerade durch die Länge der Bahn und dann will ich ja unten rechts abbiegen. Also sitze ich um in der Mitte, obwohl ich das Pferd ja gar nicht umstelle so richtig, sondern der ist ja gerade auf der Mittellinie Und den stelle ich ja erst kurz vor Erreichen des Hufschlags in die neue Bewegungsrichtung. Das ist die einzige Ausnahme, wo ich sage, ich sitze um, wenn ich das Pferd umstelle, nicht bei der Linienführung durch die Länge der Bahn wechseln. Da sitze ich in der Regel. Eine Pferdelänge, aber bei dem anderen ist es eine Pferdelänge, bevor ich den Hufschlag erreiche. Durch die Diagonale, genau, durch die ganze Bahn wechseln oder durch die halbe Bahn wechseln. Auch eine Pferdelänge, bevor ich den Hufschlag erreiche. Weiß ja jeder. Also eigentlich ist es ja ganz einfach.
[9:13] Ja, was auch viele falsch machen, wenn sie gerade bei dieser Linienführung durch die ganze Bahn wechseln, bleibt das Pferd immer noch so minimal ab.
[9:22] Zu der Seite gestellt, von der ich komme. Also wenn ich von links durch die ganze Bahn wechseln einleite, dann bleibt das Pferd auf der Diagonalen immer noch leicht nach links gestellt. Wenn man das jetzt hier so auf die Ostsee überträgt, dann ist ja immer die Frage, ob man vorm Hufschlag quasi von einem Matthiesbrötchen noch auf einem Bismarckbrötchen wechseln muss, quasi. Das hat übrigens Herr Wille mir bis zum Erbrechen eingebläut, weil ich das anfangs auch immer falsch gemacht habe. Und dann hat er mich mal so angeschrien, als ich durch die, Diagonale gewechselt bin und bin bei X umgesessen, dann ergab so ein Donnerwetter, ob ich denn nicht die Basis kennen würde und ob ich denn nicht wissen würde, wie man durch die ganze Wahl wechselt und wenn man umsitzt. Okay. Ach komm, also dann ist das was Charlotte fragt. Du warst selber mal so, also dass du von Herrn Wille so richtig so einen Gong bekommen hast. Ja, krass. Ich habe ja nicht nur einmal einen Gong gekriegt. Aber auch dafür. Also dann, Charlotte, du weißt jetzt, wo man sozusagen umsitzen muss, wann das mit dem Fußwechsel passiert. Wir fragen dich ab. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich würde jetzt tatsächlich mal gucken, ob ich umsitzen muss noch von Matthias auf Bismarck. Also das sind auch immer entscheidende Fragen an der Ostsee, hat aber nichts mit Reiten zu tun. Macht’s gut, bis zum nächsten Mal. Vielen Dank und tschüss. Tschüss.
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