Haflinger total in Ruppichteroth: Das erwartet Reiter und Züchter beim Saisonhighlight auf dem Kiefferhof

Das Haflinger-Turnier auf dem Kiefferhof in Bölkum/Ruppichteroth ist seit Jahren eine feste Größe im Wettkampfkalender aller Haflinger-Reiter. Dieses Jahr ist das Turnier vom 12. bis 14. Juli auf dem Kiefferhof erstmals als „1. Deutsches Haflinger/Edelbluthaflinger Championat ausgeschrieben“.

Was die Teilnehmer und Gäste erwartet, berichtet die Vorsitzende des veranstaltenden Vereins Haflinger Freunde Rheinland e.V., Dagmar Westhoven, im Interview mit dem Pferdepodcast.


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Frau Westhoven. Wie weit sind denn die Vorbereitungen gediehen? Haben Sie noch eine größere Baustelle vor sich oder sind es hundert kleine, wie es ja wahrscheinlich bei einem Turnier dieser Größenordnung normal ist?

„Das ist richtig, es sind die vielen kleinen Geschichten, an denen man noch arbeiten muss. Natürlich steht schon einiges an Konzept, das könnten wir auf die Schnelle gar nicht mehr übers Knie brechen. Aber es gibt natürlich noch eine ganze Menge zu tun, viele kleine Baustellen. Ich erwähne auch mal die Helfer. Jeder Turnierveranstalter weiß, dass Helfer immer Mangelware sind. Und viele fleißige Helfer braucht man, um sowas überhaupt auf die Beine stellen zu können.“

Wie groß ist das Interesse an Ihrem Turnier dieses Jahr?

„Die Dimension ist sehr groß. Wir hatten kurz vor Nennschluss schon weit über 600 Nennungen. Das heißt, es ist schon sehr anspruchsvoll für uns und eben auch eine gute Konkurrenz für die Starter.“


Du würdest dem Pferdepodcast gerne finanziell etwas Gutes tun? Das musst Du nicht. Nein, wirklich nicht. Du willst uns trotzdem gerne ein paar Euro zustecken, weil es ja auch technische Kosten gibt und Du magst unseren Podcast halt einfach gut leiden und wir sollen uns jetzt mal nicht so anstellen? Also gut, dann mach mal. Hier:


Hat sich auch etwas verändert in dem, was Sie sportlich anbieten in Ihrem Wettkampfprogramm? Wenn wir das richtig sehen, ist zum ersten Mal eine S-Dressur ausgeschrieben…

Korrekt. Das ist bundesweit erstmalig so, dass eine S-Dressur für Haflinger – und damit meine ich natürlich auch Edelbluthaflinger – ausgeschrieben ist, ja.“

Frau Westhoven, wir haben im Vorgespräch ja schon gelernt, dass man nicht von der Deutschen Meisterschaft für Haflinger sprechen darf. Das möchte die FN nicht. Trotzdem hat Ihr Turnier einen offiziellen Titel. Erzählen Sie mal.

„Mit Segen der FN ist es uns gestattet worden, für diese Veranstaltung den Titel 1. Deutsches Haflinger und Edelbluthaflinger Championat auszuschreiben. Das ist unter dem Dach und mit dem Segen der FN erstmalig.“

Zwei-Sterne-M und S-Dressur: Reiten auf höchstem Niveau

Damit unterscheiden Sie sich zum Beispiel vom Turnier in Gunzenhausen, das als internationales Championat ausgeschrieben ist…

„Der Fokus ist damit gesetzt, dass wir versuchen wollen in den verschiedenen Kategorien für deutsche Reiter und Starter einen besonderen Titel vergeben zu können. Natürlich haben wir aber auch internationale Starter. Zum Beispiel aus Holland, auch aus Dänemark haben sich Teilnehmer angesagt. Also: Internationalen Charakter haben wir auch.“

Und mit der S-Dressur setzen Sie auch ein Signal, dass Sie sagen: Hier wird hochwertiger Sport präsentiert, auch fürs Publikum…

„Absolut. Wir haben zum Beispiel auch drei M-Prüfungen dabei, das geht bis zu einer Zwei-Sterne-M neben der S-Prüfung. Das ist schon auf höchstem Niveau und somit sprechen wir auch entsprechende Reiter an. Es gibt ja einige Haflinger- und Edelbluthaflingerreiter, die auf diesem Niveau unterwegs sind und wir hoffen natürlich, viele von ihnen in Ruppichteroth begrüßen zu können.“

Test of choice: Kontrolleinheit unter Turnierbedingungen

Dann gibt es noch eine Geschichte, die wir in dieser Form bislang noch nirgendwo bewusst wahrgenommen haben. Sie bieten das dieses Jahr zum zweiten Mal an. Stichwort: Test of choice. Was verbirgt sich dahinter?

Ja, das ist eine Möglichkeit für die Teilnehmer, sich unter Turnierbedingungen eine kleine Kontroll- oder Übungseinheit mit einem der teilnehmenden Richter geben zu lassen. Und gesagt zu bekommen, worauf Richter bezogen auf die jeweilige Lektion besonders Wert legen. Das ist so ein bisschen Schaufenster beziehungsweise unter Turnierbedingungen gucken, was kann ich vielleicht noch verbessern, wo liege ich richtig und was ist eventuell noch nicht so gut.“

Und das bieten Sie schlauerweise noch vor dem eigentlichen Turnier an, also gleich am Anfang haben Teilnehmer die Möglichkeit, diesen Test of choice gegen eine überschaubare Gebühr zu machen.

„Richtig. Das hat also mit dem eigentlichen Turnier nichts zu tun, sondern ist dem vorgelagert. Es kostet auch in bisschen was, weil es natürlich auch mit Kosten verbunden ist. Auch die Richter müssen ja bezahlt werden. Und der Zeitaufwand pro Einheit ist auch begrenzt. Es ist keine Reitstunde. Das würde den Rahmen sprengen. Aber es ist im vergangenen Jahr wirklich sehr sehr gut angenommen und von allen Teilnehmern sehr gelobt worden. Sie sagten, das sei sehr hilfreich gewesen. Und man konnte feststellen, dass manche – und die Möglichkeit besteht ja -, nachdem sie selber geritten sind, sich an die Bande gestellt haben und haben bei den anderen noch zugeschaut und die Kommentare mitgenommen. Sie haben gesagt: Das war für uns unheimlich lehrreich.“


Als Showact auf dem Kiefferhof: Rutger de Vries


Was bei Ihnen ja auch traditionell eine große Rolle spielt: Sie haben auch die Züchter mit im Boot. Sie haben eine Fohlenschau, und diesmal liegt die terminlich mittendrin und ist nicht an das Reitturnier angehängt.

„Richtig, am Samstag-Spätnachmittag. Übrigens zum 25. Mal. Meines Wissens gibt es das in der Bundesrepublik nicht, dass eine Veranstaltung dieser Art zum 25. Mal in Folge angeboten wird. Ja, und wir wollen natürlich erreichen, dass hier Züchter und Reiter als Nutzer von deren ‚Produkten‘ etwas näher zueinander kommen. Sie befinden sich leider viel zu sehr in Parallelwelten, so als ob die eine Gruppe mit der anderen nichts zu tun hätte. Und das ist ja weiß Gott nicht der Fall. Was wären Züchter ohne Abnehmer für ihre Pferde für den Reitsport oder Freizeitsport. Und umgekehrt: Was wären die Reiter ohne die Züchter, wenn sie von denen kein entsprechendes ‚Pferdematerial‘ zur Verfügung gestellt bekommen?“

Trotzdem bedarf es offenbar dieser kleinen Anstöße von außen, die Gruppen zueinander zu bringen…

„Stimmt. Aber leider ist es in den vergangenen Jahren selten in Verbindung gebracht worden. Entweder gab es Zuchtveranstaltungen oder es gab Sportveranstaltungen. Aber in der Regel nie zusammen.“

Gutes Stichwort: Zusammenbringen. Sie tun das auch abends im Zuge von Veranstaltungen. Essen, trinken, Musik. Was wird bei Ihnen alles geboten?

„Am Samstagabend gibt es im Anschluß an die Fohlenschau einen Züchter- und Reiterabend. Der wird auch musikalisch begleitet mit einem Liveauftritt von Rutger de Vries, das ist ein in Holland sehr bekannter Musikkünstler. Und am Freitagabend haben wir einen Bingo-Abend geplant. Also: Wir geben uns viel Mühe und arbeiten jetzt konzentriert daran, alles so zu gestalten, dass die Teilnehmer am Sonntagabend mit einem Lächeln ihr Rückfahrt antreten. Und ganz wichtig: Wir freuen uns natürlich über zahlreiche Teilnehmer, aber auch über Besucher. Auch im Sinne der Teilnehmer und der Künstler. Wenn die Teilnehmer durch Zuschauer auch motiviert werden, indem sie klatschen und deren Leistung anerkennen, ist das für die auch ein Motivationsschub. Also: Kommt vorbei und schaut es euch an!“


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