
Der Pferdepodcast verabschiedet sich vorerst aus dem Schwarzwald – und nimmt die Hörerinnen und Hörer mitten hinein in den Umzugswahnsinn zwischen gepackten Kisten, Pferdeanhänger und emotionalen Entscheidungen. In Folge 449 wird klar: Der Umzug an die Ostsee ist weit mehr als ein Ortswechsel. Für Jenny, Chris und vor allem die Pferde beginnt ein komplett neuer Lebensabschnitt – mit Aktivstall, neuer Herde und jeder Menge Ungewissheit.

Eine mögliches neues Zuhause für Klex
Besonders emotional wird es beim Thema Klex. Eigentlich sollte das Pony mit in den Norden ziehen, doch dann ergibt sich plötzlich eine überraschende Wendung: Eine ehemalige Stallfreundin aus Hessen sucht ein kinderliebes Pferd – und Klex scheint genau der Richtige zu sein. Vor allem die Begegnung mit einer siebenjährigen Reiterin sorgt für echte Gänsehaut-Momente. Noch ist alles auf Probe, aber vieles deutet darauf hin, dass Klex vielleicht genau dort gelandet ist, wo er hingehört.
Natürlich bleibt es nicht nur emotional, sondern auch typisch Pferdepodcast-chaotisch: Es geht um geteilte Schabracken, heimliche Verkaufsaktionen hinter Chris’ Rücken und die große Frage, wie sich Benny und AC/DC ohne ihren langjährigen Kumpel Klex fühlen. Gerade Benny scheint den Verlust stärker mitzunehmen als gedacht – während die beiden gleichzeitig schon vor ihrer nächsten großen Herausforderung stehen: dem Umzug in eine komplett neue Pferdewelt.
Außerdem beantwortet Jenny eine spannende Hörerfrage der elfjährigen Jamie Lynn: Wie funktioniert Dressurreiten eigentlich – und wie kam sie zu ihrem Haflinger? Dabei wird deutlich, dass gutes Reiten weniger mit Technik als mit Gefühl zu tun hat. Und dass ausgerechnet ein Haflinger namens Nixon Jennys Sicht auf die Dressur komplett verändert hat.
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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:
[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hallo, hier ist der Pferde-Podcast Folge 449. Und ich bin noch nicht so geworben, lachst du? Weil ich jetzt gerade vor mich hingeflüstert habe, ich schwitze wie ein Prater. Und dann habe ich mir vorgestellt, ich wäre in so einem Herd und würde an der Stange hängen und schwitzen und über dem Feuer. Das war keine so schöne Vorstellung gerade. Nein, wirklich. Es ist gut geheizt im Schwarzwald, das muss man sagen. Und sozusagen höchste Zeit, das wird sich ja bald ändern. Ich habe schon geguckt, es sind zehn Grad weniger. Na siehste mal. Gott sei Dank. Man muss vielleicht eines mal dazu sagen. Das ist ja immer die Frage, warum reden die so viel über sich? Man könnte auf die Idee kommen, wir sind selbst verliebt und die erzählen hier seit Wochen über ihr Leben. Man zieht um vom Schwarzwald an die Ostsee. Warum soll das eigentlich irgendwen interessieren? Das ist doch der Pferde-Podcast. Man muss, glaube ich, so ein bisschen aufpassen. Jetzt einmal muss ich mich da selber mal zur Ordnung rufen, weil meine Selbstverliebtheit ist ja grenzenlos. Und wir wollen über Pferde sprechen. Und es hat viel mit Pferden zu tun. Nur, was denkt ihr, warum wir an die Ostsee ziehen? Nur wegen der Pferde? Zum Beispiel, da geht es ja schon mal los.
[1:22] Und ich glaube, man kann auch als Hörerin und Hörer unseres Podcasts, Wenn man uns zuhört mit Umziehen und so weiter, man kann viel über Pferde lernen, weil sich ja auch für die Pferde jetzt jede Menge ändern wird. Und das ist sozusagen, der Weg ist das Ziel, Entschuldigung, ich will noch ein bisschen Reisestress, blieblablub. Das ist das Mittel zum Zweck. Also das ist die hoffentlich halbwegs unterhaltsame Hülle, aber der Inhalt ist ausschließlich Pferde. Das so. Worüber sprechen wir in dieser Folge? Es gibt Einschneidendes zu verkünden, was deine Herde angeht, weil nicht die ganze Familie mit an die Ostsee zieht und das macht mich sehr traurig und deshalb ist das für mich ein Punkt, der schmerzhaft ist. Trotzdem wollen wir das mal sagen. Wir hatten versprochen, dass wir über die Zuschriften unserer Hörerinnen und Hörer sprechen. Es gab wieder einige davon und da schlummern ja häufig auch konkrete Fragen drin.
[2:35] Nicht jeder, der eine Frage hat, schreibt uns und deshalb glaube ich, dass immer so Fragen auch stellvertretend stehen für viele. Es gab lustige Zuschriften und es gab Zuschriften mit Fragen. Und da wollen wir uns ein bisschen damit beschäftigen. Und tatsächlich, das beschäftigt uns ja sehr. Also morgen, also wenn ihr diese Folge hört, sitzen wir, sind wir schon dort und die Pferde sind auf der Autobahn. So kann man das so wahrscheinlich so sagen. Aber nur für die Steady-Hörer. Genau. Weil für die anderen kommt die Folge ja erst übermorgen. Aber gefühlt ist man als Hörerin und Hörer des Pferdepodcasts live dabei. Das kann man schon so sagen. Also wir sitzen hier auf gepackten Kisten.
[3:16] Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch im Wortsinne. Und also zwischen Kisten einpacken und, weiß ich nicht, nochmal kurz auf den Berg fahren heute und Tschüss sagen, nehmen wir diese Folge auf. Und da kann ich jetzt, bevor der Manni die Pferde-Podcast-Hymne fiedelt, den müssen wir nämlich auch noch einpacken, wenn wir hier aufgenommen haben, muss ich jetzt noch ein Geheimnis verraten. Während des Kisten-Einpackens gerade, es lässt wieder so tief blicken, ich glaube, in einer der letzten Folgen hast du noch gesagt, Ach, wenn ich da oben bin, Turnierreiterei, ich weiß ja gar nicht so genau. Und will ich das überhaupt? Und vielleicht mache ich einfach mal eine Pause. Es ist Zeit für einen Break. Wie war das Pferde-Burnout? Die Pferde sind im Aktivstall für sich, die brauchen mich gar nicht. Und dann kann ich auch einfach mal was anderes machen in meinem Leben. Und dann, du hast gerade deine Tasche mit deiner Kleidung eingepackt und murmeltest so vor dich hin. Und du hast gemurmelt, eigentlich brauche ich doch wieder nur Reizsachen eigentlich. Und dann packe ich die Turnierklamotten auch schon mal mit ein. Ach komm, vielleicht reite ich ja Ende Juni schon das erste Turnier da oben im Norden. Ja, kribbelt mich ja schon so ein bisschen.
[4:39] Wie die da so drauf sind, die Nordlichter, turniermäßig gesehen. Naja, haben wir uns ja ein bisschen was vorgenommen für die letzte Folge bis auf weiteres. Es kann ja gut sein, dass wir wiederkommen, befristete Arbeitsverträge und so in den Schwarzwald. Aber erstmal ist es die letzte Folge, die wir hier gemeinsam im Schwarzwald aufzeichnen. Man weiß es nicht. Wir müssen ja sowieso nochmal wiederkommen, um richtig umzuziehen. Jetzt ziehen wir ja noch nicht um. Wir haben ja ein Ferienhaus gemietet und richtig umziehen tun wir ja noch gar nicht. Achso, da müssen wir mal kurz Danke sagen. Wir hatten in der letzten Folge aufgerufen, Daumen drücken, dass wir die Höhle bekommen. Ja, wir haben sie gekriegt, aber erst ab August. Wir haben die Höhle, genau. Aber erst ist eine kleine Phase Ferienhaus, Ferienwohnung und dann kommt die Höhle. Danke fürs Daumen drücken. Der Manni hat auch die Daumen gedrückt. Unser Orchestermusiker, jetzt fiedelt er die Pferde-Podcast-Hymne.
[5:58] Jo Jenny, es gibt viel zu erzählen. Folge 449. Wir machen so eine bunte Mischung. Ich habe eben gerade kurz überlegt, was ist eigentlich die sinnvollste Reihenfolge? Wie erzählen wir es? Fangen wir mit den Zuschriften an? Fangen wir mit deinen Pferden an, mit dem Umzug? Wir machen einfach mal so eine wilde Mischung. Was mir als erstes in den Sinn kommt, ist die Mail, über die ich am meisten gelacht habe in der letzten Zeit. Ich musste wirklich lachen. Und zwar hattest du ja in einer Folge kürzlich mal erzählt, dass du für deine, damals waren es ja noch, drei Pferde, gutes Teasing, ne? Für deine damals noch drei Pferde, dass die also quasi sich fühlen wie so Nachkriegskinder, Schabracken-mäßig gesehen, weil es ist nicht etwa so, dass jedes Pferd bei dir eine eigene Schabracke hätte, sondern du benutzt eine und die wandert dann von Pferd zu Pferd, je nachdem welches du reitest und dann muss also quasi das eine Pferd immer die Schabracke vom anderen auftragen. Es ist wie, wenn man den Helm vom Günther anziehen muss, wenn er geritten ist.
[7:11] Genau, genau so. Ich glaube, früher gab es es auch mal mit Badewasser, dass sich die Kinder irgendwie in, also damit man nicht so viel Wasser verschwendet, dass man sich in schon benutztes Badewasser setzt. Das machen wir zwei ja auch so oft. Genau, ich habe dann schon mal schön reingepischelt, dass es schön warm bleibt. Und dann kommt der Papa dran. Und dann kommt der Papa rein. Genau. Deswegen stinkst du immer so ein bisschen nach Pipi. So, und Späßchen. Muss ich jetzt auch nochmal sagen. Auf die Gefahr, dass einer glaubt. Dass da einer jetzt denkt, ach deshalb. Der Günther wird heute Abend an dir riechen, ob du nach Pippi stinkst. Schnüffel, Schnüffel.
[7:46] Genau, und da hast du gesagt und erzählt, dass du eine Schabrake benutzt für alle drei, damit du nicht so viel waschen musst oder so. Das war irgendein Scheißhaus-Argument war das auch noch. Also nicht, dass wir eine Waschmaschine nur für Pferdesachen hätten. Egal. Und dann hat deine Freundin, unsere gemeinsame Freundin, wobei, ob es meine Freundin ist, weiß ich gar nicht so genau. Also deine Freundin Pia, treue Hörer kennen Pia natürlich, die strenge Trainerin aus Hessen, Esstressurreiterin, super erfolgreich und vor allen Dingen Schabracken-Messi. Also das muss man sagen. und ihr Schabracken-Vorrat ist schier grenzenlos sozusagen, und sie hat unter dieses Posting dann kommentiert, ich schicke euch mal die Hälfte meiner Schabracken rüber. Wir holen die ab auf dem Weg nach oben. Nach Dings. Genau, leg schon mal bereit, wir schmeißen sie einfach rein. Hätten wir genug Platz dafür? Nun klar. Mein Hänger ist nicht ganz voll. Aber du kennst ja die Schabrackensammlung von Pia. Geht rein.
[8:55] Jenny, dann auf dem Weg nach Lübeck. Das ist ja, du hast das Stichwort genannt, hat viel mit den Pferden zu tun. Auch für die beginnt ja jetzt sozusagen so eine neue Zeit. Wir haben ja schon mal über die Haltung, in die sie kommen, haben wir ja eine ganze Folge fast darauf verwendet. Und du hast so ein bisschen erzählt, Aktivstall, welche Vorteile das hat. Das müssen wir jetzt nicht alles nochmal wiederkäuen. Niederkoin ist natürlich eine spannende Frage. Wie werden die sich in diese Gruppe auch integrieren? Das kann man vielleicht noch mal kurz sagen. Da gibt es ja nicht so diese große Eingewöhnungsphase.
[9:34] Isolations-Abgesteckt-Dingsbums-Bereich. Die Nordlichter sind da anders. Hart drauf. Die kommen da rein, fertig, haben genug Platz, sollen nicht aus dem Weg gehen. Sagt die Stallbesitzerin. Ja, war bei den Pferden von meiner Schwester auch so, hat geklappt. Und solange genug Platz da ist, ist es immer nicht so schwierig. Und es ist Gras da und die können weg. Und ein Vorteil ist, Klexi wird nicht mitreisen. Und um den habe ich mir tatsächlich die meisten Sorgen gemacht. Bevor wir darauf kommen, schweig, ich muss hier die harte Regie führen. Die Logik ist, es ist Platz da und es ist Gras da. Nur damit es jeder versteht, die Logik ist, dass im Zweifelsfall Fressen ist wichtiger als Zanken. Nicht immer, aber die machen das sowieso unter sich aus, wenn der Mensch nicht da ist. Also hier sagen sie, das hebt schnitt.
[10:29] Aber ich hoffe, dass es gut geht. Es gibt mit Sicherheit kleinere Plessuen, was es halt alles so gibt, wenn die Pferde sich auch mal kabbeln und wenn die auch mal sagen, ich will aber hier stehen und du musst jetzt weggehen. Also das wird nicht ganz ohne irgendwelche kleine Tapete weg und so ausgehen. Also natürlich kann sich auch immer eins verletzen, aber es kann sich auch in der Box verletzen oder es kann sich auch, ich habe gerade gelesen, eins ist auf der Autobahn gestorben, weil der Boden des Hängers durchgebrochen ist. Also es können immer alle Dinge passieren und ich bin mittlerweile wirklich da relativ leidenschaftslos, weil ich kann das nicht beeinflussen. Die Dinge passieren, wenn sie passieren sollen und wenn einem mal ein Pferd einfach tot umgefallen ist, dann wird man da so ein bisschen pragmatischer und man wird so ein bisschen, lass laufen, wird schon. Also ich habe gerade wieder so ein schräges Bild im Kopf. Ist ein bisschen so wie die Clan-Kriminalität in Berlin. Das machen die unter sich aus, das hebt schnell. Lass laufen, wird schon. Ab und zu ist mal ein bisschen Tapete ab. Ich könnte mir vorstellen, es gibt Teile der Berliner Polizei, die sieht es genauso wahrscheinlich. Also wenn man sie nach einer ehrlichen Einschätzung fragt. Entschuldigung, ich habe nichts gesagt. Das ist alles wahrscheinlich politisch höchst inkorrekt und…
[11:49] Ein unzulässiger Vergleich. Warum kam es mir gerade so in den Sinn? Vielleicht als Zuschauer von Four Blocks. Geile Serie. Jetzt aber, ja, Four Blocks. Du hattest mal vier Pferde. Globus, den Rentner auf der Rentnerwiese. Der bleibt ja ohnehin im Schwarzwald. Der fühlt sich wohl am Fuße in der Nähe. Also am Fuße ist ja Quatsch. Baden-Baden ist ja nicht auf dem Berg, aber in der Nähe von Baden-Baden mit Blick auf den, deshalb kam ich auf das Bild, auf den Baden-Badener Hausberg, den Merkur. Traumhaft schön, Naturschutzgebiet. Die Rentnerherde, haben wir schon oft drüber gesprochen. Also das stand ohnehin nie zur Debatte, dass der, also das war eh schon klar, das ist seine letzte, Station und die ist toll und der bleibt hier und wenn wir hier in der Gegend sind, werden wir ihn ganz sicher immer besuchen und so. Aber dass der jetzt nicht nochmal umzieht an die Ostsee, das stand von vornherein fest. Bleiben deine Sportpferde. Wir haben das ja immer so schön in diesem Intro von den kleinen Folgen mit irgendwie, du weißt schon, ACDC, Klecks und Benni. Die drei. Das waren mal drei. Und dann waren es nur noch zwei.
[13:05] Und wir haben tatsächlich noch quasi gar nicht drüber geredet, weil ich aber auch jedes Gespräch darüber konsequent verweigert habe. Und jeder weiß ja auch, dass ich da, obwohl ich weiß gar nicht, warum mich das emotional so anfasst. Das weiß ich auch nicht. Viele bringen das immer so auf den Punkt, Und viele Frauen mit mehr Verständnis für mich als du, also so als wie du, haben das so auf den Punkt gebracht, so nach dem Motto, ja ich verstehe schon, der sieht das so, das ist eine Familie, das ist ein Familienmitglied und Familienmitglieder werden nicht räudig für so ein paar Euronen verscheuert. Aber manchmal ist es ja auch so, dass Familienmitglieder anderswo heiraten und weggehen.
[13:54] Genau, aber die Zwangsverheiratung ist ja in Deutschland also nicht so gefragt eigentlich, also schiefe Bilder. Von Anfang an, also es war ja gar nicht der Plan, den Klecks hier unten nochmal zu verkaufen, sondern der Plan war, er geht erstmal mit und vielleicht finde ich jemanden, der ihn reiten mag, so ein bisschen überlassen zum Reiten, einen Teil der Kosten tragen und so. Es war gar nicht der Plan, ihn zu verkaufen. Nachdem es ja einmal auch schief gegangen ist, muss man auch sagen. So schief gegangen, genau. Deswegen war ich echt gebranntes Kind und dachte so, oh Gott, das mache ich nie wieder. Für Hörers, die uns zum ersten Mal hören jetzt, ist wahrscheinlich ja, also viele werden das ja mitbekommen haben, aber einmal ist der Versuch, Klecks zu verkaufen, ja grandios schief gegangen, kann man gerne nochmal nachhören. Und genau, wie du sagst, eigentlich war dann gar nicht geplant, nochmal einen zweiten Anlauf zu nehmen und hinter meinem Rücken ist es dann doch passiert.
[14:44] Ja, es war auch Zufall. Also du weißt ja, dass ich immer Zeitung lese in Facebook. Und ich bin ja noch in diesen Gruppen, auch in Hessen, noch Reiter Rhein-Main und so. Und dann hat eine ehemalige Stallkollegin, die ich schon fast 20 Jahre kenne, wir haben schon Junggesellinnenabschiede zusammen gefeiert und so. Und wir sind damals dasselbe Pferd geritten. Das Pferd der Stallbesitzerin damals, die liebe Libby. Ein sehr schwieriges Pferd. Ich bin sie total gerne geritten und mochte sie wirklich gerne. Also eine völlig verrückte Stute, aber irgendwie hat sie mein Herz berührt. Und ich bin die damals geritten, wenn die Stallbesitzerin keine Zeit hat, habe mich so ein bisschen um sie gekümmert. Und diese liebe Stallkollegin hat sie dann irgendwann übernommen. Die war auch ein Fan von Libby und die hat sie dann irgendwann gekauft von der Stallbesitzerin. Und ich habe das immer mal so ein bisschen verfolgt, wenn sie so gepostet hat bei Facebook. Wir haben uns auch zwischendurch immer mal gesehen auf einem Geburtstag oder so. Aber man verliert sich dann so aus den Augen. Jedenfalls hat sie Libby noch. Libby ist auf der Rentnerweide, ist 30 Jahre alt. Und sie hat gepostet, dass leider ihr zur Verfügung Pony, eine Haflingerstute, verkehrt.
[15:50] Und sie deshalb auf der Suche ist nach einem Pony, das idealerweise ausgebildet ist bis L, wo sie so ein bisschen reiten kann, was aber auch kinderlieb ist. Und das Einzige, was nicht so ganz gepasst hat, war die Größe. Sie suchte, glaube ich, nur bis 1,55 und ich hatte sogar ihre Handynummer noch und dann habe ich ihr geschrieben, hallo meine Liebe und ich lese gerade, du suchst und ich hätte einen, der ziemlich genau passt, der ist nur ein bisschen größer. Wenn es dich nicht stört, dass er ein paar Zentimeter über Maß ist, dann lass uns doch mal sprechen. Und wir haben kurz telefoniert, ich habe ihr ein paar Bilder, ein paar Videos geschickt und dann hat sie kurz entschlossen hier am Wochenende im Schwarzwart mit ihren beiden Kindern ein Airbnb gebucht und war das ganze Wochenende da. Ach komm. Ja, du wolltest ja nicht mit mir sprechen. Ach so, ja, das höre ich tatsächlich alles zum ersten Mal. Ich war ja nicht da, weil ich über Pfingsten Dienst hatte in Berlin. Das ist schon lange vor Pfingsten gewesen. Das war nicht über Pfingsten. Das war schon vor Pfingsten, Baby.
[16:47] Komm, jetzt müssen wir hier nicht, du warst hier zu Hause. Ich war zu Hause, sie war da und du hast alles heimlich gemacht. Alles heimlich und morgens, genau. Sie war dann da, sie haben den Klecksi ausprobiert. Also sie kamen dann an. Das ist jetzt, ich setze mich jetzt gerade auf den Arsch hier. Das ist ja Wahnsinn. Sie hat zwei Töchter, eine siebenjährige und eine vierjährige Tochter, so mit blonden Engelshaaren. Also wirklich total sympathisch. Und die beiden Kinder und Klecks, also die sind da einfach auf Klecks zu. Und Klecksi war total vorsichtig mit diesen kleinen Menschen. Ich habe noch gesagt, oh, ich habe ein bisschen Angst um die Füße von deinen Kindern. Naja, passt schon. Der Glexi hat aufgepasst, die Kinder haben ein bisschen aufgepasst, die Mami hat aufgepasst. Dann sind wir ein bisschen geritten, ich bin ihn vorgeritten und dann ist die Mami drauf und kam ganz gut klar. Also Glexi ist ja dann super brav, wenn man nicht verlangt von ihm, er muss irgendwas arbeiten. Und dann haben wir gesagt, okay, jetzt muss natürlich die Kleine drauf. Die ist sagenhafte sieben Jahre alt und sitzt auf diesem Pferd. Die Füße kommen nicht unter das Sattelblatt. Und die konnte den einfach ohne Longe drauf sitzen, lostraben. Kleksi hat das so toll gemacht. Der hat so aufgepasst und war so vorsichtig mit diesem wirklich kleinen, zarten Persönchen. Ist losgetrabt, sie konnte ihn durchparieren, sie konnte ihn wieder antraben. Also es war superherzig und es hat uns wirklich so…
[18:09] Also, dass ein Pferd mit einer Siebenjährigen so umgeht, das habe ich echt noch nicht gesehen. Er hat wirklich außenrum getrabt, er hat nicht versucht irgendwie anzuhalten oder so. Er hat es total brav gemacht, Runde um Runde. Und ich glaube, wenn wir sie nicht gestoppt hätten, würde sie heute noch traben, die Kleine.
[18:25] Und dann nochmal ein bisschen drüber schlafen, Wochenende irgendwie was anderes machen. Sie waren dann am nächsten Morgen nochmal da und haben nochmal probiert. Dann ist sie als erstes drauf, ohne dass ich ihn vorher abreite. Auch hinter meinem Rücken. Auch hinter deinem Rücken, genau. Und nochmal die Kleine ist nochmal geritten und dann haben sie das Wochenende hier noch im Schwarzwald verbracht und dann musste natürlich der Papi noch sein Okay geben und dann hat sie gesagt, sie würden das gerne probieren. Und wir haben einen ganz, ganz fairen Deal gemacht. Wir haben gesagt, sie kann ihn ausprobieren. Sie kann probieren, ob das funktioniert, auch mit den Kindern. Ich habe gesagt, ich kann dir nicht garantieren, dass der nach vier Wochen nicht sagt, das geht mir auf den Sack mit den kleinen Knöpfen hier und jetzt verpisst ihr euch. Aber wir haben vereinbart, sie übernimmt ihn erst mal. Sie testet das für drei Monate und wenn das gut funktioniert, dann behält sie ihn. Und wenn es nicht gut funktioniert, dann war der einzige Deal, bringen wir an die Ostsee.
[19:17] Und ich finde, das ist wirklich für alle, auch für das Pferd, wenn man merkt, das Pferd fühlt sich nicht wohl oder kommt da nicht an oder es ist irgendwas, wo man sagt, das ist keine gute Konstellation, hat man genug Zeit zu entscheiden, geben wir ihm jetzt noch zwei Wochen, gucken wir, wie sich das entwickelt oder sagen wir, nein, geht gar nicht oder doch, wir probieren es weiter oder vielleicht läuft ja auch alles perfekt, bis jetzt läuft alles super. Also Kleksi hat sich ganz gut eingefunden in dem neuen Stall. Es ist ein super schöner Stall, ein Offenstall mit viel Platz, mit Weide, mit Kumpels. Er ist noch abgetrennt, aber er schnäbelt schon mit dem Herdenchef, die machen schon Fellkraulen über den Zaun. Und ganz wichtig war mir einfach, dass er sofort rauskommt, dass er nicht in irgendeine Box gesperrt wird und dass er nicht irgendwie rumsteht 18, 20 Stunden am Tag, weil das ist nämlich für das Pferd einfach nicht gut und der wird dann total traurig.
[20:13] Aber im Moment läuft das alles wirklich toll. Das Pferd fühlt sich offensichtlich nicht ganz unwohl. Natürlich ist der traurig, dass er von seinen Kumpels weg ist. Und Benni ist in der Tat viel trauriger als AC. AC ist gar nicht so traurig wie beim ersten Mal. Benny steht den ganzen Tag am Zaun und guckt, ob er zurückkommt. Also das hat mich sehr gewundert, dass der Benny… Jetzt ist es gerade andersrum. Genau, der Benny steht am Zaun, der geht immer wieder raus und guckt, wenn irgendein Auto kommt oder so. Und Benny guckt immer um die Ecke, ob er wiederkommt. Wenn ich die Hängerklappe aufmache, um da was reinzuladen, kommt der sofort raus. Der Hänger hat sich bewegt und ist da der Klecks dran. Also das tut mir schon so ein bisschen leid, auch so im Herzen, wenn ich sehe, Bennilein, ehrlich, Also der hat ihn so schlecht behandelt in den letzten Wochen, dass ich nicht erwartet hätte, dass Benni so trauert, dass Klecksi jetzt weg ist. Tatsächlich so ein bisschen überraschend. Die Bilder sehen übrigens tatsächlich…
[21:09] Schön aus, die Videos vom neuen Zuhause, muss ich ja zugeben. Sind die gefälscht, Deepfakes, keine Ahnung. Also das sieht, ja, mein Gott, also es sieht schon ganz gut aus. Ja, ich fand auch, und das ist eine ganz, ganz liebe Person. Ich kenne die ja auch und meine Freundin Mareike, wir haben uns dann unterhalten und dann habe ich ihr erzählt, dass sie kommt. Die, die Wein macht, ne? Genau, das ist die, die Wein macht, genau. Ist das nicht so? Die Winzerin. Die Winzerin. Genau. Ist ja schon mal eigentlich grundsätzlich jemand, der alkoholische Getränke herstellt. Obwohl ich gar nicht mehr viel Alkohol trinke, aber ist es ja grundsätzlich mal nicht unsympathisch. Aber Mareike hat so einen Satz gesagt, Kinder und Pferde kannst du dir anvertrauen, blind. Sonst nix. Also so klingt es ein bisschen. Nein, Späßchen, aber okay. Nein, aber das stellt sich jetzt heraus, dass das wirklich so ist. Also die beiden haben auch eine Verbindung, man sieht das. Klexi ist sehr auf sie fixiert, also er läuft ihr hinterher wie ein Hund, also sie macht da Videos.
[22:07] Er hat ständig die Nase in ihren Haaren und schnuffelt an ihr rum und sie kriegt ihn kaum von der Pelle. Also er ist wirklich sehr auf sie fixiert, obwohl die ja jetzt gerade mal drei Tage zusammen sind. Und das ist schon sehr schön anzugucken, wie sehr das Pferd sich auch auf sie einlässt und wie schön diese Verbindung dann auch ist.
[22:29] Vielleicht, also ich habe ja auch eine Freundin, die liebe Carmen, die ja auch so ein bisschen mit Energien und so und mit Pferde fragen, was geht, wieso geht es euch nicht gut? Die hat dann auch gesagt, vielleicht sollte das alles so kommen, dass die beiden sich finden. Keine Ahnung, man will sowas natürlich immer glauben, was da tatsächlich dran ist. Ich bin da immer so ein bisschen hin und her gerissen. Ja, ich glaube, es gibt schon solche Energien, aber so viel an Schicksal glaube ich jetzt wiederum nicht, dass das einfach hätte so sein sollen, dass der beim ersten Kauf wieder zurückkam, weil sonst hätte sie ihn nicht gefunden. Das weiß ich nicht. Also ja, wenn man sich das so ein bisschen schönredet, dann ist es eine tolle Geschichte. Absolut. Also die einen würden sagen, eine sehr steile These. Du sagst jetzt eine schöne, genau. Man glaubt ja auch ein bisschen oder man will ja in solchen Fällen auch erstmal glauben, dass das gut wird. Und das ist ja auch, also Manette ist auch ein bisschen Optimismus wahrscheinlich. Und also ich bin ja bei dir, wenn man, es hilft ja nichts, optimistisch zu sein. Und es gibt tausend äußere Anzeichen, die Alarm, Alarm signalisieren. Das ist zum Glück jetzt in dem Fall überhaupt nicht so. Interessant ist tatsächlich diese Konstellation ACDC und Benni und die Reaktion, weil beim ersten Mal war es ja genau andersrum. Da hatte man das Gefühl, ACDC ist derjenige, der total trauert und der steht da am Zaun jeden Tag und guckt. Dass es jetzt der Benni ist, wundert mich tatsächlich auch so ein bisschen.
[23:55] Und was ja aber dazu kommt, und damit gehen wir, glaube ich, so gedanklich dann auch mal einen Schritt weiter, ab morgen haben die ja komplett andere Sorgen. Absolut. Also das muss man ja wirklich sagen, das ist ja dann, das nennt man dann wiederum Leben, dass es irgendwie immer weitergeht im Idealfall, also finde ich zumindest im Idealfall, dass auch immer mal irgendwie was Neues kommt, neue Dinge, mit denen man sich so beschäftigt. Auseinandersetzen muss, gedanklich beschäftigen, dass man nicht stehen bleibt, dass man so ein bisschen Horizont erweitert. Und das wird ja nun definitiv für die beiden Flitzpiepen, AC und Benni, dann der Fall sein. Eine neue Gruppe, eine neue Umgebung, also alles neu. Bestimmt auch, also erstmal, wie soll ich sagen, also muss man erstmal schaffen. Das wird kein Selbstläufer, das ist auch bestimmt anstrengend für die, korrigiere mich. Aber das wird die mit Sicherheit. Auch die Fahrt, das sind lange Stunden. Es soll am Morgen ziemlich heiß werden. Wir starten schon ganz früh, um vielleicht auch dieser ganz großen Hitze am Nachmittag zu entgehen, dass wir dann vielleicht, wenn wir gut durchkommen am Nachmittag, wenn es ganz, ganz heiß wird, einfach schon da sind.
[25:06] Vielleicht der letzte Gedanke in dem Zusammenhang. Unser Hund steht gerade auf, nur so für den Hinterkopf. Und unser Hund ist ja leider nicht sehend, hat also eine Behinderung und da müssen wir jetzt so ein bisschen aufpassen, dass sie nicht überall andotzt. Der Gedanke ganz kurz, du hattest dir ja Sorgen gemacht in erster Linie um, oder was heißt Sorgen, aber du hast gedacht, okay, bei ACDC und Benni bist du guter Hoffnung, dass die sich recht unkompliziert in so eine neue Gruppe einfügen könnten. Wenn man die drei, also inklusive Klecks, da als Trio reingeworfen hätte… Da mit dieser Konstellation, da hast du von Anfang an gesagt und lange Zeit sah es ja aus, als würde es so kommen, als noch nicht klar war, dass Klecks jetzt nicht mitgeht, dass die da eben zu dritt da reingehen. Da dachtest du schon so, oh, wenn das mal gut geht, weil Klecks die Pferdepolizei ist. Genau, aber nur für AC. Also der ist der Leibwächter von AC und diese Pferdebeziehung ist auch nicht gesund. Also immer wieder, wenn ich das so gesehen habe, wie sehr der doch an AC geklebt hat, glaube ich, dass es für alle Pferde besser ist, dass man diese Trennung jetzt mal vollzieht, weil auch für Klecks ist es viel besser. Der braucht mal neue Freunde, der muss mal raus aus diesem AC-Tunnel und für AC ist es sowieso besser. Also der lebt immer sofort auf, wenn er nicht mehr sein Klecksgeschwür am Arsch hat.
[26:36] Also das tut jetzt erstmal weh allen Pferden. Die haben jetzt erstmal Trennungsschmerzen, sie sind auch traurig, aber ich glaube, dass mittelfristig diese Trennung für alle Pferde, vor allem für den Klecks, wirklich gut ist. Der kann mal wieder an sich selber denken. Es war so ein bisschen toxisch auch, diese Beziehung, wo ich immer so gedacht habe, das ist nicht gesund, dass dieses Pferd so an dem Haflinger klebt. Und jetzt habe ich so irgendwie so das Gefühl, er kann sich vielleicht jetzt wieder mal neu entfalten und kann neue Freunde finden und kann mal wieder ins Kino gehen, wann er will. Er muss nicht mehr Rücksicht nehmen. Oh, da muss der AC ja mit und so. Er kann mal wieder tanzen gehen und er kann mal wieder neue Leute kennenlernen. So muss man sich das vorstellen. So, jetzt, interessant ist ja, was ist toxisch? Ich muss jetzt mal, also du sagst, wenn man zu sehr aneinander klebt, toxisch. Ich sage, wenn, also wie viele Dinge können eigentlich hinter jemandes Rücken vollzogen werden, passieren, ja, aber trotzdem, aber mitkriegen würde ich es ja schon gerne wollen. Du wolltest nicht mit mir darüber reden. Nochmal, du weichst aus. Ich habe das ja versucht. Hinter meinem Rücken. Ich habe einfach nichts geredet. Und dann musste ich natürlich Anja, also meiner Schwester und ihr Mann sagen, bitte sprecht nicht das Klecks Thema an, Chris. Weißt du es noch nicht, als du letzten Samstag auf Wohnungs… Also alle wussten es, inklusive Facebook wahrscheinlich, nur ich nicht. Nein, also alle wussten es, nur du nicht. Toll. So, genau.
[28:05] Toxisch, Fragezeichen? Du sagst jetzt, tja, für mich vielleicht wahrscheinlich, ne? Er ist ja erst mal zur Probe weg. Wir schauen einfach mal, was passiert.
[28:18] Das ist ja jetzt nur die billigste Placebo-Pille, die man dann noch geben kann. Es ist ja nur mal zur Probe. Also das ist ja alles klar. Jetzt haben wir beide mal gelacht und wir gehen weiter im Text. Würde ich vorschlagen, oder? Machen wir weiter.
[28:33] Also mein Vorschlag wäre, es gibt ja viel zu erzählen und wir beschäftigen uns jetzt noch mit einer sehr niedlichen E-Mail. und dann würden wir es vielleicht mal gut sein lassen. Dann packen wir das ganze geraffelt zusammen, dann packen wir die Mikrofone ein. Das ist das, was als erstes eingepackt wird, damit wir es im Norden auspacken können und dann gleich berichten können, hat das alles so funktioniert, wie du das auch dir vorgestellt hast, wie du das skizziert hast gerade, welche Schwierigkeiten gab es, war es wirklich so reibungslos oder was ist da eigentlich passiert. Genau, also das wird jetzt dann sehr spannend werden. Und diese sehr süße Zuschrift, mit der wir es jetzt zu tun haben, Jenny, auf die, glaube ich, kann man entweder sehr lang und ausführlich antworten. Ich glaube, in Teilen haben wir es auch schon in früheren Folgen mal beantwortet. Man kann es auch so kurz bis mittel halten. Ich ahne mal, wir machen es vielleicht so kurz bis mittel und weiß ich nicht. Aber du hast, ich wollte im Vorfeld schon mal so besprechen, weil ich finde es auch nicht so leicht zu beantworten. Und du hast gesagt, ach komm, mach mal spontan. Das sind mir immer die Liebsten, weißt du, so irgendwie, ja, Dinge nicht vorbereiten. Ich fange jetzt mal an. Es ist eine Mail von einer Hörerin namens Jamie Lynn. Was es für tolle Vornamen gibt heutzutage, ich bin begeistert.
[29:57] Jamie Lynn schreibt, liebe Jenny und lieber Chris, erst einmal möchte ich mich für ihren Sie-siezt-uns, Das geht gar nicht. Jamie Lynn, ich würde dir hiermit gerne das Du anbieten. Du kannst Du zu uns sagen. Sie schreibt, erst einmal möchte ich mich für ihren wirklich tollen Podcast bedanken. Ich liebe es. Ich bin elf Jahre alt und höre ihn den ganzen Tag. Auf dem Weg zur Schule, beim Einschlafen und so weiter. Mein Lieblingspferd ist ACDC. Mein Wunsch wäre es, dass ihr einmal darüber reden könntet, wie Dressur geht, In Klammern, was Jenny macht und wieso sie sich für Hafflinger entschieden hat, sie einzusetzen. Ganz liebe Grüße, euer größter Fan, Jamie Lynn. Ich sage auch nachher, aus welcher Stadt sie kommt, aber tja, erst mal vielen Dank. Diese Nachricht wärmt unser Herz. Das ist ganz toll. Wir freuen uns, dass der Podcast dir so gut gefällt. Hoffentlich auch noch der einen oder anderen mehr.
[31:08] Tja, mein Wunsch wäre es, dass ihr mal darüber reden könntet, wie Dressur geht. Gute Frage. Gute Frage. Wenn ich wüsste, wie Dressur geht, würde ich es reiten. Nein. Genau. Also das kann man nicht in zwei Sätzen sagen. Ist schwer, ne? Ja, total. Also reiten generell ist, man braucht sehr viel Einfühlungsvermögen, man muss fühlen, was unter einem passiert, also man lernt reiten durch reiten.
[31:35] Und ich glaube, es gibt auch ganz viele unterschiedliche Empfindungen, wie geht denn Dressur und es gibt ganz viele unterschiedliche Techniken, also zumindest so kleinteilig, wie man was reitet. Ich glaube, dass die Reiter alle auch ein bisschen unterschiedlich sind und man muss einfach selber fühlen, wie Dressur geht und man merkt, wenn es richtig ist. Also wenn man oben drauf sitzt und reitet eine Lektion oder reitet generell und dann fühlt man, ob das Pferd sich unter einem wohlfühlt oder nicht. Also das ist so, man kann das nicht erklären, wie geht Tressur. Natürlich für bestimmte Lektionen gibt es bestimmte Techniken, gar keine Frage, aber dieses insgesamt, wie geht Reiten, das muss man selber fühlen, das kann man nicht erklären. Und wenn ich es richtig verstehe, wenn man es fühlt, dann ist es ganz toll. Also wenn man es fühlt und es funktioniert und man fühlt das dann, dass es funktioniert, dann ist es offensichtlich ein sehr gutes Gefühl. So beschreibt man das ja immer. Genau, und man merkt auch, wenn es richtig ist. Also man fühlt es, wenn es richtig ist. Ich würde die Frage, auch wenn Jamie Lynn das jetzt nicht explizit aufgeschrieben hat, aber ich würde es gerne noch um einen Schnüff erweitern sozusagen. Vielleicht wird es dann auch noch deutlicher, dieses wie Dressur geht. Und zwar um den Schnüff erweitern, warum gerade Dressur, weil so als Laie, der ja das alles wirklich nicht nachempfinden und nachfühlen kann, weil ich kein Reiter bin.
[33:01] Hätte ich jetzt so aus so einer unbeteiligten Perspektive heraus gesagt, wenn zum Beispiel elfjährige Mädels sich mit, also dass da so eine Pferdeliebe, das kann ich nachvollziehen, irgendwie große Tiere, faszinierende Tiere sich damit zu beschäftigen, super. Also dass einem das total viel Spaß macht, kann ich, also das kann ich verstehen. Wenn man dann aber sich die Frage stellt, okay, jetzt kann ich auch noch tolle Sachen sportlich mit denen veranstalten, was mache ich denn am liebsten, dann wäre ich ja eher bei der Logik von den Kindern da oben auf dem Berg unterwegs. So Stichwort Springen, Vielseitigkeit, Gelände, dass da mehr Rambazamba ist und so. Und ich könnte nachvollziehen, warum man sich erstmal gegen die Dressur entscheidet.
[33:48] Und dich wiederum juckt Springen und Vielseitigkeit und über Baumstämme hüpfen nicht so sehr. Stimmt nicht. Stimmt nicht? Stimmt nicht, nein. Also ich reite Tressur, weil ich mit zunehmendem Alter immer mehr Angst bekommen habe vor dem Springen, weil der Kopf mit reitet, weil ich weiß, was passieren kann. Und der Hauptgrund war, als ich Globus gekauft habe, den habe ich eigentlich als Springpferd gekauft. Der ist auch toll gesprungen, aber nur zu Hause. Der ist auf dem Turnier nicht gesprungen. Der hat fremde Sprünge gesehen und dann ist der da nicht drüber gesprungen. Also du wolltest eigentlich auch springen, oder es gab mal Zeiten in deinem Leben? Ich war früher auch Springreiterin. Also ich bin Turniere, ich bin gesprungen, ich bin keine Tressur geritten. Ich bin mal ein Reiterwettbewerb geritten, mal eine E-Dressur, ja. Aber ich war früher, bin ich halt gesprungen als Jugendliche, als Kind. Trotzdem hat sich so eine tiefe Liebe, den Eindruck hat man zumindest, entwickelt bei dir zur Dressur und du bist so ein wandelnder Vorwurf, Springreiterin, jungen Springreiterin gegenüber, wenn sie die Dressur zu sehr vernachlässigen und du sagst, auch das Springen würde viel besser klappen, wenn sozusagen die Dressur ernster genommen werden würde, während das.
[35:00] Gesamtpakets, was man so macht, weißt du, so, also man hat schon das Gefühl, dass diese, dass das nicht nur für das andere, vor dem anderen habe ich zu viel Angst, also mache ich halt das, das ist ja nicht so eine B-Lösung geworden, das mit der Dressur, sondern du machst es ja schon mit großer Leidenschaft. Ja, aber auch erst seit Nixen. Also erst seit ich weiß, was ich tue und seit ich es auch viel besser kann als früher.
[35:25] Das ist ja wie mit allen Dingen und Sportarten. Es macht erst so richtig Spaß, wenn man es kann. Und wenn man noch nicht so richtig weiß, was mache ich hier eigentlich, dann ist auch der Spaß nicht so groß. Und da muss ich ja wirklich sagen, mit Nixen und auch in den letzten zehn Jahren habe ich reiterlich eine ganze Menge dazugelernt. Ich habe junge Pferde ausgebildet, habe Fehler gemacht, habe aus diesen Fehlern gelernt und immer wieder nochmal ein junges Pferd und nochmal ein junges Pferd. Und dadurch lernt man natürlich sehr viel und ich habe einen ganz anderen Blick bekommen für, wie steht so ein Pferd da, muskulär auch, wie sieht so ein Pferd aus, wie erreiche ich denn, dass mein Pferd die richtigen Muskeln an der richtigen Stelle hat, um auch überhaupt diese Leistung bringen zu können, die ich von ihm verlange. Und früher war mir das auch nicht so wichtig. Also das muss ich wirklich sagen, dass ich das erst so in den letzten Jahren wirklich so extrem dazugelernt habe, dass dieses Dressurreiten und dass die Basis der Ausbildung einfach stimmen muss, weil man sonst irgendwann irgendwo stecken bleibt. Wenn die Basis nicht stimmt und wenn das Pferd nicht von Grund auf reell ausgebildet ist, dann hat man irgendwann irgendwo ein Problem. Viele Springreiter, die seit Jahren, keine Ahnung, in solchen A-Springen rumdümpeln und sonst nix machen, denen ist scheißegal, ob das ist. Gut geritten ist oder nicht, der springt da drüber und es sieht aus wie scheiße, aber ist egal.
[36:48] In der schnellen Zeit, ich habe eine goldene Schleife, super, super, super. Wenn das reicht, auch gut. Also ich habe da ja gar nichts dagegen, kann man machen. Ich selber für mich habe den Anspruch, wenn ich schon springen würde, dann hätte ich gerne ein durchlässiges Pferd, das ich jederzeit zurück oder nach vorne reiten kann, das ich jederzeit kontrollieren kann und das auf meine Hilfen reagiert, dass das manchen Springreiter nicht so wichtig ist, naja, dann ist das auch gut. Also damit kann ich ja auch, mir ist es ja dann wirklich wurscht. Also wäre nicht deine Art, aber kann man machen so. Aber ich gucke gerne zu bei Springreitern, die ordentlich reiten. Also da gibt es ja auch wirklich einige, wo ich sage, das ist jetzt mal schön geritten.
[37:28] Aber ist nicht jedermanns Sache und viele Springreiter sagen, ich habe keinen Bock auf die Tresur. Ja, dann. Man sieht es den Pferden oft an. Also man sieht im Exterieur ganz oft, ob sie gut geritten sind oder nicht. Und das beklage ich so ein bisschen, dass man sich dann nicht so die Mühe macht, das Pferd gesund erhalten zu trainieren. Der Name Nixon ist gerade schon gefallen. Ich glaube, diese Frage, warum Haflinger, das hatte Jamie Lin ja auch geschrieben, haben wir auch schon mal ausführlicher beantwortet. Aber weil du den Namen Nixon und du gerade erwähnt hast und auch sagst, der war sozusagen mit quasi auch so ein Game Changer in Sachen Dressur. Das ist ja dann vielleicht doch, kann man da zumindest noch zwei Sätze drüber verlieren. Nixon war, glaube ich, der erste Hafling. Und das war Zufall. Also ich wollte ein vielseitiges Pferd, das ein bisschen springt, das ins Gelände geht und den man auch für die Tressur gebrauchen kann. Und damals, zu der Zeit, als ich Nixen gekauft habe, war bei uns in Hessen gerade der Armani mit Franziska Keet sehr hip. War auch schon mal hier. Genau. Mir hat das gut gefallen. Auch so diese blonde Bähne, die Farbe. Ich fand, das war immer so ein schönes Bild fürs Auge in der Tressur. Und dann dachte ich, so will ich auch aussehen beim Reiten.
[38:35] Und wenn Franziska Keth da so erfolgreich mit ist, dann können wir das vielleicht auch. Ich will auch in der Hufflinge. Und dann war das einfach so. Und so sind wir auch ein bisschen in dieses Hufflinger-Game gekommen. Und also gefühlt durch deine Erfolge, ja dann auch seit vielen Jahren, also ob man will oder nicht, man ist ja ein Teil auch so ein bisschen von dieser Community. Also das ist automatisch mit einem Hafi, kauft man sich auch die Eintrittskarte ein bisschen logischerweise in die Hafi-Community. und, ah ja, deshalb begleitet uns das jetzt schon einige Jahre lang. Jenny, Jamie Lynn kommt aus Düsseldorf. Es gibt ja jetzt diese blöden Sprüche mit irgendwie Tschüss sagen. Schüsseldorf, ne? Kennst du das? Was ist denn da? Das Fenster. Es hat gerade gerumbelt hier. Ne, kennst du nicht. Schüsseldorf. Gérard Departre.
[39:27] Ich kann über sowas ja lachen. Du gar nicht, stelle ich gerade fest. Das ist voll flach, oder? Das ist voll flach, der Humor. Mega flach. Du liest aber jeden Tag Zeitung über Facebook und machst tausend Sachen hinter meinem Rücken. Das muss ich jetzt mal sagen. Das ist wie bei die Assos. Weißt du? Ja, wirklich. Und ich kann mich amüsieren über Schüsseldorf und Gérard Departre. Und da verziehst du keine Miene. Machst dir einen auf intellektuell, weißt du? Oh, jetzt und ja, nein, Entschuldigung, ich muss jetzt, wir müssen jetzt mal aufhören zu podcasten, ich muss jetzt was bei Arte gucken oder so, oder wir haben ja noch Theaterkarten für heute Abend, so, kommst du mir jetzt ums Eck. Tschüss, demnächst von der Ostsee, mit Meeresrauschen im Hintergrund. Tschüss, Schwarzwald. Eigentlich wollten wir heute Abend fein essen gehen, und dann hat aber noch der Berg angerufen, der Berg Wollen wir nicht eine Pizza im Staub essen? Wollen wir nicht eine Pizza bestellen und uns die im Staub reinziehen von irgendeinem Libanesen da im Ort, der da auch irgendwie neben Döner, Kebab auch Pizzas zusammenschustert. Der heißt aber Deutsch, ne? Der heißt Deutsch. Zum Lamm, aber drinnen ist es irgendwie, also könnte das auch so da bei mir in Berlin sein, das Ding, weißt du? Es könnte auch ein Späti sein, so mit bisschen so Flackerbeleuchtung innen drin und irgendwie, also es ist nett, ich habe ja gar nichts dagegen, ich finde es toll. Tschüss, ich esse ein Döner. Schüsseldorf, Schwarzwald, mach’s gut. Das hat er nämlich auch, der Lamm. Tschüss. Tschüss.
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