#467 Liegt Dein Pferd auf der Hand? Das hilft

Wer sein Pferd reitet, möchte eine feine Verbindung zum Pferdemaul – aber eben kein Pferd, das sich auf der Hand abstützt. In dieser Folge sprechen Jenny und Chris darüber, warum sich manche Pferde auf die Reiterhand legen, weshalb Gegenhalten das Problem oft noch verstärkt und wie Übergänge, ein aktives Hinterbein und ein fein eingesetzter Sitz dabei helfen können, dass sich das Pferd selbst trägt. Gerade in der Ausbildung junger Pferde wie Benny spielt dieses Thema eine entscheidende Rolle.


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Wie bewusst gesetzte Pausen das Reiten verbessern

Außerdem gibt es ein wunderschönes Update von Hörerin Anja: Ihr ehemals klemmiger Wallach hat nach konsequentem Training, vielen Übergängen, Ausritten und einem Trainerwechsel den entscheidenden Entwicklungsschritt gemacht. Aus einem Pferd, das sich schwer tat loszulassen, ist ein motivierter Partner geworden – inklusive geplanter erster Turnierprüfung. Eine Geschichte, die zeigt, dass Geduld und systematisches Training sich auszahlen können.

Weil Jenny nach einer Corona-Erkrankung einige Tage pausieren musste, geht es außerdem um eine Frage, die viele Pferdemenschen beschäftigt: Was passiert eigentlich, wenn Pferde eine Trainingspause einlegen müssen? Gemeinsam mit Dressurausbilderin Nicola Wolsdorff sprechen wir darüber, wann Bewegung trotz Krankheit sinnvoll ist, warum Haltung und Pferdetyp dabei eine große Rolle spielen und weshalb Pferde gut erlernte Lektionen meist nicht einfach vergessen.

Das vielleicht überraschendste Fazit: Eine bewusst gesetzte Pause kann sogar ein echter Trainingsgewinn sein. Statt Rückschritt bedeutet sie oft Zeit zum Verarbeiten und Reifen – körperlich wie mental. Warum weniger manchmal mehr ist und weshalb Pausen kein schlechtes Gewissen verursachen müssen, hört Ihr in dieser Folge des Pferdepodcasts.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:00] Das ist der Hafer- und Bananenblues. Das ist das, was jedes Pferd haben muss. Hallo, hier ist der Pferdepodcast Folge 467. Hier ist Berlin. Ich rufe die Ostsee. Es sind alles irgendwie turbulente Tage. Es sind leicht verrückte Aufnahmebedingungen. Ich weiß gar nicht, ob unsere Hörers, Jenny, das so wirklich interessiert, so in die Feinheiten zu gehen. Ich glaube, schnett.

[0:36] Hallo erstmal, muss ich jetzt mal so. Hallo. Hallo, genau. Aber ich glaube, wenn unsere Hörers manchmal wüssten, die wir uns quasi, du hattest mal eine Arbeitskollegin, die hat immer gesagt, ich kann mich doch nicht verreißen. Kannst du dich noch erinnern? Das ist, glaube ich, schon so lange her. Genau, ich weiß auch noch, wie sie hieß. Das ist schon ewig her. Und ich weiß den Namen noch und ich weiß auch, wie sie aussah. Genau. Aber ich glaube, es ist so lange her, dass man das nicht mehr identifizieren kann. Und deshalb kann man es sozusagen erzählen, andeutungsweise. Also die Fallhöhe bestand darin, glaube ich, also wenn man jetzt sagt, sie war nicht die allerschnellste. Also sie war schon, ja, auch nicht schnell. Also sie war nicht die allerschnellste und sie hat es dann immer begründet mit, ich kann mich doch nicht verreißen. Zerreißen, wie auch immer.

[1:29] Genau, ich kann mich doch nicht verreißen. Genau. Und sie war von verreißen, also ungefähr so weit entfernt wie Saturn von Venus, wie Klecks von Estressur, wie sowas halt, ne? Also genau. Ich würde sagen, wir verreißen uns manchmal so ein bisschen, jedenfalls heute ist es der, Ich irre durch Berlin, ich bin, keine Ahnung, war schon halb zu Hause, dann fährt die S-Bahn nicht zurück ins Büro, wie auch immer. Also es ist alles so leicht mit Schwierigkeiten, aber wir tun ja alles, um hier aufzunehmen und deshalb Halli, hallo. Bevor der Manni die Hymne spielt, skizziere ich kurz, was wir vorhaben. Wir haben eine fantastische Hörerinnenzuschrift, die wir unbedingt weitergeben müssen. Es ist keine konkrete Frage oder irgendwie sowas, aber die liebe Anja Visser, treue Hörer werden sich vielleicht erinnern, die hatte sich tatsächlich mal mit einem Problem an uns gewandt und es ging um ein Pferd, um ihr Pferd, das so ähnliche Schwierigkeiten hatte, glaube ich, wie der Klecksi, oder? Das ist so meine Gedanken, meine Eselsbrücke dahin.

[2:36] Der zog nicht so richtig. Genau, und er hat sich irgendwie immer so versteckt und hat sich eng gemacht und er zog nicht richtig. Genau, also er war meilenweit entfernt von Gelassenheit irgendwie. Und da hattest du so ein paar Tipps gegeben. Ich erinnere mich noch an Ausreiten und dies machen, jenes machen. Du kriegst es vielleicht besser zusammen als ich. Und Anja hat jetzt nach vielen, vielen Wochen bzw. Monaten nochmal geschrieben und hat also gesagt, was daraus geworden ist. Mega toll. Da müssen wir, glaube ich, so ein bisschen über dich reden, Jenny. Du warst ja krank, hörbar krank in der letzten Folge und es ist auch tatsächlich ja noch mal schlimmer geworden in den Tagen danach. Du warst echt so ein bisschen außer Gefecht. Wir haben dann auch über die Führanlage ja gesprochen, aus gutem Grund. Du konntest einfach nicht so. Wir wollen natürlich wissen, wie es dir so aktuell geht. Dann haben wir uns ein reiterliches Thema ausgesucht. Pferde dürfen nicht, also auf der Tasche liegen die ja, ne?

[3:37] Kann man schon so sagen. Auf jeden Fall. Aber hallo. Aber Sie dürfen nicht auf der Hand liegen. Also auf der Tasche liegen ist okay, auf der Hand liegen ist scheiße. Wir werden das auseinanderdröseln. Und wir haben mal wieder die österreichische Estressurreiterin, Reitlehrerin, Online-Coach, Expertin Nicola Wulstorf bei uns. Und ich habe mit ihr mal besprochen, weil ich fand das irgendwie auch, also jetzt nicht nur, also nicht, dass da eine Krankheit, also die soll ja wenigstens für irgendwas gut gewesen sein, dieses Rotz-Corona.

[4:13] Und ich habe mit ihr mal so ein bisschen durchdekliniert, wie lange kann man eigentlich krank sein, ohne dass man die Pferde bewegt? Ab wann sollte man da reagieren? Was ist das richtige Maß? Das können Pferde, wenn man vielleicht mal länger außer Gefecht ist, auch Lektionen, die man mühsam mit ihnen gepaukt hat, verlernen die die irgendwann, und kann eine reiterliche Pause vielleicht manchmal sogar eine ganz gute Sache sein. Würde mich auch deine Meinung mal dazu interessieren und wir besprechen es dann aber nochmal in einem knackigen 10 Minuten Interview mit Nikola Wohlsdorf am Ende der Folge. Das haben wir uns vorgenommen. Cooles Programm, finde ich. Und jetzt spielt unseren Orchestermusiker heute nicht in Badehose die Pferdepodcast-Hymne. Und dann geht’s los.

[5:22] Jenny, weil es so schön ist, wäre mein Vorschlag, wir fangen mal an mit der Nachricht von der lieben, Von der lieben Anja Fisser. Wenn du einverstanden bist, ich muss sie auf meinem Handy leicht rumdrücken, um das schnell zu suchen. Also, Anjas Pferd, Klammer auf, ähnliche Probleme wie bei Klecksi, der hat nicht so richtig losgelassen. Klemmig, du hattest Tipps gegeben. Und Anja schreibt. Hallo ihr beiden, ich wollte euch gerne mal ein Update zu meinem klemmigen Wallach geben. Wie soll ich sagen? Der Knoten ist geplatzt. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo sich das Reiten so langsam leicht anfühlt. Reiten, Reiten, Reiten und richtiges Reiten habe also Jennys Tipps beherzigt. Viele Übergänge und viele gebogene Linien. Dazu haben wir wieder zu alten Trainern gewechselt und waren viel im Gelände. Nun werden wir, Achtung, Ende August, wenn nichts dazwischen kommt, unsere erste Prüfung gehen. Man kann aus jeder Folge etwas mitnehmen und ich hoffe, es gibt euch noch ewig. Danke und ich wünsche euch noch eine tolle Saison. Das ist doch sensationell, oder?

[6:49] Ja, total. Das freut mich auch sehr, dass es ihr geholfen hat. Ja, und sie hat ja selber auch schon… Hier werden sie geholfen. Hier werden sie geholfen. Sie hat ja selber auch schon so ein bisschen skizziert, was im Wesentlichen deine Tipps waren. Ich glaube, das Ganze dann noch gepaart mit ein bisschen Geduld und Konsequenz und dranbleiben. Und ja, wir wünschen natürlich viel Erfolg dann, wenn das tatsächlich so kommt im August, dann für die erste Prüfung. Halt uns gerne weiter auf dem Laufenden, Anja. Ob es vielleicht sogar ein Schleifchen gibt, aber wir wollen jetzt mal die Kirschen auch nicht ganz so hoch hängen. Ich glaube, das ist ja schon mal mega gut, wenn man sagt, da gab es erst größere Probleme und dann ist sogar ein Turnierstart drin. Das ist schon ein Riesenerfolg. Mega cool.

[7:36] Jenny, bevor wir auf unser Spezialthema kommen, was wir uns für die Folge mal ausgeguckt haben, vielleicht noch kurz die Frage, deine Gesundheit. Die Pferde waren ja auch so ein bisschen angeschlagen. Wir hatten von Mauke auch so ein bisschen gesprochen, der AC und so. Du warst dann ja mit beiden. Da konnte man schon sehen, denen geht es ein bisschen besser auf dem Lehrgang. Aber dann hat es dich nach unserem Strandwochenende auch nochmal so leicht zerbröselt irgendwie. Also Anfang der Woche ist es nicht besser geworden, sondern schlechter. Wie geht es denn so mittlerweile? Kannst du die beiden wieder bewegen? Weil es gab ja tatsächlich so ein, zwei Tage, da ging gar nichts. Wie krass. Genau, also ich bin jetzt heute zum ersten Mal wieder geritten, ging auch ganz gut, aber es hat mich echt wirklich so auf die Nase gelegt und heute war so der erste Tag, an dem ich aufgewacht bin ohne starke Kopfschmerzen. Ein typisches Symptom, glaube ich, diese starken Kopfschmerzen.

[8:35] Aber es war heute wirklich der erste Tag, den ich ohne Ibu überstanden habe, also es geht aufwärts. Oh, okay. Krass. Also dann die Sache mit dem Führanlageüben war auf Anraten von Nicole eine sinnvolle Investition. Also du hast es quasi früher wirklich gebraucht, im Wortsinne gebraucht, als Hilfsmittel, als dir so lieb war. Du hattest ja erstmal so geübt und nach dem Motto, ja, kann nicht schaden, wenn die das können. Aber ich ahne, du warst jetzt am Anfang der Woche dankbar, dass du das so ein bisschen für dich nutzen konntest. Auf jeden Fall, ja. Ja, sehr krass und vielleicht daran anschließend, weil ich das auch mit Nicola besprochen habe und sie wird so ein bisschen was dazu sagen, so eine reiterliche Pause. Ab wann verlernen Pferde das, was sie gelernt haben? Also das ist jetzt ja nach zwei, drei Tagen nun mit Sicherheit nicht der Fall. Ihr dürft gespannt sein auf die Einschätzung von Nikola, ob Pferde sowas überhaupt irgendwann verlernen. Also ich habe in dem Gespräch, in dem Interview was gelernt. Aber Nikola hat auch die These formuliert in unserem Interview, dass so eine Pause zur richtigen Zeit und jetzt nicht so völlig, willkürlich reingehauen, Aber dass grundsätzlich eine Pause gar nicht unbedingt so schlecht sein muss, was.

[10:00] Jetzt so das Reiten angeht. Würdest du das unterschreiben? Ja, absolut, merke ich vor allem auch immer wieder an Benni, wenn der so ein paar Tage Auszeit hatte, ob gewollt oder ungewollt und ich setze mich dann wieder drauf, dann ist das Reiten leichter. Okay, siehst du? Ja. Und von daher, also ich glaube, das muss dann jeder vielleicht auch für sich selber raustüfteln. Was ist so ein gutes Maß an Pausen? Und also ich sage mal so, schlechte Strategie ist, die Gleichung aufzumachen. Ich habe keinen Bock, ist gleich. Ach, dann haben die heute mal frei, Klammer auf, damit tue ich denen ja was Gutes, Klammer zu. Also das ist natürlich Käse, aber mal so ein bisschen rausfinden, wann ist so eine strategisch klug gesetzte Pause, wann bringt die möglicherweise was für meinen Pony und für mein Reiten, ist tatsächlich so eine Überlegung, die man im Hinterkopf mal behalten sollte und kann eine gute Sache sein.

[10:59] Wir werden das gleich noch vertiefen mit Nikola. Mit ihr habe ich ja ausführlich darüber gesprochen. Und Jenny, wir haben uns ein Thema vorgenommen, das hoffentlich, so wie Anja das ja auch beschrieben hat, unseren Hörerinnen und Hörern ein bisschen was bringt für ihr eigenes Reiten. Jedenfalls wollen wir uns mit einem Phänomen beschäftigen, das ich schon häufig von dir gehört habe, Nämlich diesen Satz, der liegt mir so auf der Hand. Und als Reitlaie.

[11:38] Ist dieser Vorgang an sich schon mal schwer zu verstehen. Was bedeutet denn das? Der liegt mir auf der Hand. Also, ich ahne, es hat was mit den Zügeln logischerweise zu tun, das Gebiss. Und es gibt irgendwie so eine, keine Ahnung, also ich spekuliere jetzt, so eine Wohlfühlhaltung für die Ponys, dass sie den Kopf dann so fallen lassen und sagen, ach, wenn, Der Doofkopf da oben drauf oder die Reiterin, wenn die da so ein bisschen mithilft, das Gewicht von meinem Kopf so ein bisschen mitzutragen, dann ist das angenehm? Muss man das so verstehen? Genau so.

[12:14] Also du trägst als Reiter quasi den Kopf des Pferdes durch die Gegend und eigentlich soll er sich selber tragen. Und das war auch so ein bisschen Thema in dem Unterricht mit Benni. Und zwar, der soll ja lernen, die Verbindung zur Hand zu suchen und anzunehmen, aber ohne sich dabei auf der Hand abzustützen. Und das ist jetzt so eine Phase in der Ausbildung, wo er einfach lernen muss, okay, du sollst die Verbindung suchen, aber ich trage nicht deinen Kopf durch die Gegend. Und da hat mir Frank ein paar wirklich sehr gute Tipps mit an die Hand gegeben, wie man gerade die jungen Pferde so ausbildet, dass sie mit dem Hinterbein aktiv sind, dass sie sich aufrichten und sich selber tragen. Und ich sehe das auch ganz oder öfter, dass ganz viele Pferde wirklich mega auf der Hand liegen. Man sieht das jetzt gerade im Sommer, weil dann nämlich die Muskeln der Mädels, wenn sie ein ärmelloses Hemdchen anhaben und man sieht richtig, wie viel Muskelkraft die brauchen, um den Kopf des Pferdes zu halten. Und da macht Reiten ja jetzt nicht wirklich Spaß, wenn ich da 20, 25 Kilo durch die Gegend trage beim Reiten. Und das möchte man eigentlich schon in jungen Jahren in der Ausbildung verhindern, dass die Pferde sich auf die Hand legen. Was sind denn Strategien? Also ich stelle mir das jetzt gerade vor, ich sitze da drauf, das Pferd macht das. Jetzt könnte ich.

[13:32] Natürlich nachgeben und so nach dem Motto, das machst du auf gar keinen Fall. Dann ist die Verbindung zum Pferdemaul natürlich weg. Also ich schmeiße dann die Zügel weg, sagt man wahrscheinlich, oder? Also ist das dann die Folge? Also was wirklich ganz viele instinktiv machen, ist dieses Halten, dieses Gegenhalten. Und je mehr man oben gegenhält, umso mehr zieht das Pferd natürlich auch unten dagegen. Das Nachgeben ist schon ein richtiger Impuls. Also wirklich immer mal wieder so vorfühlen während des Trainings, ob das Pferd sich selber trägt. Aber es gibt also wirklich ein paar ganz gute Trainingstipps, die wirklich die Hinterhand auch aktivieren und das Pferd aufmerksam machen und von der Hand wegkommen. Also wir wollen natürlich eine leichte Verbindung, aber wir wollen natürlich nicht den Pferdekopf da mit 20 Kilo auf der Hand haben. Und da sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema, Übergänge, Übergänge, Übergänge. Auch hier.

[14:32] Erreicht man durch ganz viele Übergänge erst im Schritt große gebogene Linien, mal den Schritt ein bisschen verkürzen über den Sitz, mal wieder ein bisschen rausreiten, alles über den Sitz. Und auch im Trab, wenn man dann die Arbeitsphase im Trab beginnt, dass man immer mal wieder Übergänge innerhalb der Gangart reitet. Also wirklich mal so zwei, drei Trab rausreiten, wieder aufnehmen und wirklich darauf achten, dass man beim Zurück nicht mit der Hand zurückgeht, sondern wirklich nur über Bein und Sitz wirklich das Pferd aufnimmt und zurückholt. Also, dass man nicht instinktiv am Zügel zieht und jetzt zurück, sondern wirklich ganz bewusst auch seine Hilfen über den Sitz gibt. Und dann erreicht man natürlich auch, dass das Pferd viel feiner auf die Reiterhilfen reagiert und dass das Pferd auch versteht, aha, ich soll sofort reagieren und muss aufpassen, was mein Reiter da oben mir für Signale gibt. Und das ist halt wieder dieses Zauberding, Übergänge. Also auch damit kann man solche Dinge wirklich gut in den Griff kriegen. Ich habe das jetzt bei Benni auch selber probiert, weil…

[15:38] Der ja auch jetzt so in dieser Phase ist, wenn er schon die Verbindung zur Hand sucht und dann neigt er auch ein bisschen dazu, so ganz statisch da vorne auf der Hand zu liegen. Und dann wird das Genick auch nicht locker und dann muss ich ein bisschen aktiv werden und das Gebiss ein bisschen bewegen und immer mir vorstellen, ich will das Genick ausschütteln. Der muss im Genick locker bleiben und er muss beweglich bleiben im Genick und er darf sich nicht so statisch da vorne auf meine Hand legen. Und wenn ich merke, dass das Gewicht in meiner Hand zu viel wird, dann muss ich von hinten nachtreiben. Also dann mache ich ihn auch mal so ein bisschen wach und sage mal, hier kommt jetzt nach vorne und dann sieht man auch von oben schon, wie das Genick hochkommt und wie der sich hinten so ein kleines bisschen absenkt. Also man muss wirklich ganz präzise reiten und im richtigen Moment die richtigen Hilfen geben, dass die Pferde gar nicht erst sich angewöhnen, sich da auf der Hand rumzulümmeln und dann statisch da vorne einfach nur den Kopf hinstellen. Also ja, ich verstehe das alles, was du sagst. Ich ahne und ich könnte mir auch, also man kann dem schon folgen.

[16:44] Aber wenn man so drüber nachdenkt, dann stelle ich mir vor, das dann zu reiten und dann im richtigen Moment das Richtige zu tun und das so aufeinander abzustimmen. Also das ist ja schon vielschichtig und anspruchsvoll. Also das stelle ich mir nicht so leicht vor, so wie vieles im Reiten. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn man dann, also wenn du dann sagst, man muss irgendwie das genau spüren und wenn das so ist, dann muss man das machen und mit dem Sitz und dann, also boah.

[17:18] Ja, man macht viele Dinge, macht man so automatisch irgendwann. Also jetzt habe ich gerade heute Morgen in der Trainingseinheit mit Benni, habe ich gerade daran gearbeitet, dass er eben nicht so statisch auf der Hand liegt. Und das ist auch das, was Frank gesagt hat zu mir. Der muss den beweglich halten im Genick und dann richtet er sich auf. Und es war dann wirklich so, am Ende der Trainingseinheit ist er auch, links ist ja nicht so seine gute Galoppseite, da ist der Galopp eher so ein bisschen flach.

[17:44] Und da habe ich ihn sogar auf der linken Hand beim Galoppieren so gehabt, dass das Genick oben war und ich habe die Galoppsprünge auf der gebogenen Linie ein bisschen verlängert, lasse dann natürlich auch die Rahmenerweiterung zu. Dann muss ich natürlich auch mit der Hand so ein kleines bisschen nach vorne gehen und dann habe ich aber gesehen, dass wirklich die Nase so ein bisschen vor die senkrechte kommt, das Genick kommt hoch und er erweitert wirklich seinen Rahmen.

[18:09] Und das habe ich mir erarbeitet mit wirklich mit diesen Übergängen innerhalb der Gangart, sowohl im Trab als auch im Galopp, immer mal wieder Schulter vor, Schulter herein, auf der gebogenen Linie und dann auch mal ganze Paraden zum Halten und daraus wieder antreiben, dass wirklich die Hinterhand muss aktiv werden, und muss wirklich, man muss so daran arbeiten, dass das Hinterbein aktiv abfußt und dann können die vorne mit dem Brustkorb auch hochkommen und können sich aufrichten. Und dann will ich ihn natürlich auch dauerhaft von meiner Hand weghaben, so wie das bei AC zum Beispiel auch ist. Also bei AC habe ich eine konstante Verbindung, aber der liegt mir nicht auf der Hand, aber den kann ich so vor mir herschieben mit meiner Zügelverbindung. Also das klappt wunderbar. Und als Jungpferd hatte der auch so eine Phase, wo er dazu geneigt hat, oh, jetzt lege ich mich mal da vorne drauf und büffel der mal so ein bisschen ins Kreuz. Und da hatte ich manchmal auch wirklich so Nackenschmerzen beim Reiten. Und wenn das anfängt, dass man darüber klagt, ich habe Nackenschmerzen, dann liegt das Pferd eindeutig zu viel auf der Hand. Weil das möchte ich natürlich nicht haben, dass ich so viel Kraft aufwenden muss, dass mir mein Nacken oder mein Rücken oder mein Hals wehtut nach dem Reiten.

[19:17] Und mit AC habe ich das auch super gut hingekriegt, auch durch viele Übergänge, wirklich auch diese ganzen Einheiten, wenn man so reitet. Ich reite ja jetzt nicht so oft Lektionen, sondern ich reite ja fast immer Übergänge in allen Variationen. Also ganz egal, ob jetzt Schritt Trab, Trab Galopp innerhalb der Gangart oder halt wirklich mal Trab halten, rückwärts richten, daraus angaloppieren. Also es sind ganz, ganz viele kleine Reprisen, die das Pferd natürlich auch sehr fein machen für deine Hilfen. Und dass die halt auch wirklich schnell reagieren und sich nicht auf deine Hand legen, sondern wirklich mit dem aktiven Hinterbein die Last aufnehmen und sich aufrichten.

[19:58] Verstanden? Ja, ich habe es verstanden. Ich glaube tatsächlich, also was man so kapiert und ist, dass man quasi schon sehr aufmerksam sein muss für, also wenn dieses Problem auftaucht, der Nackenschmerz, also solche Anzeichen, dann muss ich reagieren. Und dass man also nicht so seinem Impuls nachgibt, naja, dann drücke ich halt dagegen und dann kommt man genau in diesen Teufelskreis rein. Und ich glaube, so dieser Grundmechanismus, was du gesagt hast mit dem Sitz und das aktive Hinterbein und wie man dagegen quasi anreiten kann. Also ja, ich glaube schon, dass man das versteht und dass man ja dann auch so einen Weg entwickeln kann, das in die richtige Richtung zu bringen. Eine Frage noch in dem Zusammenhang. Ich meine, die Pferde machen das natürlich wahrscheinlich, weil es für sie erstmal angenehmer ist, weil sie es auch können. Würdest du sagen, das hat auch so ein bisschen was mit Kraft und Muskulatur so in diesem Halsbereich zu tun, dass man also dieses Abstützen auf der Hand, dass das dann besonders attraktiv ist für die, jetzt mal blöd gesagt. Und wenn sich so die Muskeln, also wenn die besser trainiert werden, dass es dann auch einfacher wird für die Pferde, sich selbst zu tragen?

[21:12] Natürlich wird es mit entsprechender Muskulatur einfacher für die Pferde, aber das hat, ich meine, ich reite ja jetzt Benni keine zwei Stunden, dass der vor Kraft und Saftlosigkeit da in sich zusammenfällt. Also der kann schon eine halbe Stunde, kann der auch seinen Kopf selber durch die Gegend tragen. Also dafür reichen auch ganz wenige Muskeln. Und der typische Fehler beim Reiten ist natürlich auch, wenn so ein Pferd sich da auf die Hand legt, dass man so mehr dagegen hält. Also das ist wirklich so ein typischer Fehler, wenn das Pferd schwer wird, wird man als Reiter immer stärker und hält immer stärker dagegen. Und da muss man wirklich raus aus diesem Teufelskreis, sondern muss wirklich das Gegenteil tun. Lasst ihn mal alleine, geh mal weg mit der Hand, streich mal über, lass ihn mal wirklich mal den Kopf nicht tragen und dann im gleichen Moment nach vorne reiten. Wirklich so den Impuls, Hand mal weg und nach vorne reiten, dann sind die auch ganz schnell wach und wenn man das ein paar Mal macht, diesen Impuls, ich trage dich nicht und du musst trotzdem nach vorne gehen, dann werden die auch ganz schnell verstehen, okay, das ist gar nicht so angenehm, wenn ich mich da so drauf lege, weil dann sagt die da oben drauf, jetzt muss ich noch schneller laufen.

[22:18] Also das ist wirklich dieser typische Fehler, dass man immer mehr dagegen zieht, oder sich stemmt, je mehr das Pferd sich auf die Hand legt. Also da muss man wirklich raus aus diesem Impuls. Aber das war ja mein erster Impuls. Also muss ich jetzt mal sagen. Ja, du bist super talentiert. Also was ich für ein Pferdeversteher bin jetzt mal ernsthaft. Also warum labern wir denn jetzt hier ewig lang darüber? Ich habe es doch gleich von Anfang an gesagt. Nehmen wir die Hand da weg. Ja, hätten wir uns das ja sparen können. Absolut. Und dann kannst du vielleicht noch einbauen, also alle, die jetzt meinen, also deinen Satz am Anfang gehört haben, können alle vorspulen, weil du hast schon alles gesagt. So, ja, ich, genau. Und okay, jetzt war ich natürlich ein bisschen dann wieder zu sehr Pferdeversteher, muss man natürlich auch sagen, wenn ich gesagt habe, oder also mit der Frage, ob das möglicherweise auch mit, dieser unendlichen Schwäche zu tun haben könnte von Benni, weißt du, dass er nicht in der Lage ist, körperlich seinen Kopf zu tragen, war eigentlich auch eine blöde Frage, zugegeben. Aber, aber gut.

[23:21] Die unendliche Schwäche von Benni, na ja. Ja, das weißt du, der, das, nee, Quatsch jetzt. Ich erzähle jetzt nichts über, der kriegt nicht genug zu fressen und so. Ist ja alles Käse, hochwertigstes Futter und also wenn einer im Saft steht, dann ist es ja wohl mal der Benni und der AC erst recht. Denen geht’s gut, ne? So. Ja, denen geht’s gut.

[23:44] Sehr schön. Dir geht es auch wieder gut. Du hast wieder angefangen zu reiten. Das ist eine coole Sache. Du warst angeschlagen, um nicht zu sagen, also du warst am Wochenende angeschlagen, dann warst du komplett down Anfang der Woche, krank. Das hat mich dazu geführt mit Nikola Wohlzdorf aus Österreich, mal dieses Thema. Was ist eigentlich, wenn der Reiter krank ist, wenn die Reiterin länger ausfällt? Ab wann wird es denn da kritisch? Was muss man tun? Pferde bewegen? Wann sollte man da aktiv werden? Was sind so Faktoren, die eine Rolle spielen? Wann verlernen Pferde ihre Lektionen? Und kann eine Pause auch mal sinnvoll sein? Darüber sprechen wir jetzt mit Nikola Wohlzdorf aus Österreich. Wir sind froh, dass die Leitung mal wieder steht zu ihr. Hallo Nicola, herzlich willkommen im Pferde-Podcast. Hallo, ich freue mich, dass ich wieder bei euch sein darf und schöne Grüße aus dem schönen Österreich. Ja genau. Nicola, ich finde es ja immer ganz interessant oder uns hat ja so ein bisschen umgetrieben im Zuge dessen, dass wir erzählt haben.

[24:55] Über unseren Umzug an die Ostsee. Haben wir uns ja auch häufiger mal mit dem Wetter beschäftigt. Haben gesagt, dass das am Ostseestrand zum Teil dann schon jetzt gerade in den Sommermonaten ein bisschen angenehmer ist als im Schwarzwald, wo es im Moment wieder tierisch heiß ist. Wie ist es denn in Österreich eigentlich? Ist das auch so hot oder geht es einigermaßen? Ich sage immer, ich bin hier in der Steinwüste gelandet. Also es ist wirklich heiß. Wir haben das Glück, dass wir immer einen Wind haben. Aber es ist wirklich eine extrem trockene Hitze und es staubt alles, womit ich jetzt wirklich auch massiv Probleme habe, das irgendwie in den Griff zu bekommen, gerade für die Lungen, für die Pferde.

[25:40] Also es ist diesen Sommer, für das letztes Jahr hat es den ganzen Sommer geregnet, dieses Jahr ist weit und breit kein Regen in Sicht. Also es ist schon recht, ja extrem würde ich es nicht nennen, es ist Sommer, aber ein bisschen Regen würde mal nicht schaden. Und für die Pferde schon auch eine Belastung so, ne? Ja, also ich merke es jetzt wirklich mit Husten technisch, also, ich versuche wirklich alles wie möglich staubfrei zu halten, aber es ist, also wenn ich die Halle beregne, gefühlt eine Stunde, wenn und ich bin oft noch nicht mal fertig mit Reiten, fängt es schon wieder zum Stauben an. Also das ist schon wirklich extrem. Ich habe noch dazu eine offene Halle, hat Vorteil, dass halt immer ein Lüftchen geht und es sehr angenehm ist zum Reiten. Staub ist dafür eher so.

[26:33] Ein anderes Thema. Okay, Nikola, wir wollten uns ja aber nicht über das Wetter unterhalten heute, sondern wir haben uns ein Thema rausgesucht, das habe ich diesmal vorgeschlagen. Und zwar hat es tatsächlich mit unserer Situation, Schrägstrich mit Jennys Situation, ein bisschen zu tun. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das, je nachdem, wir wünschen es natürlich keinem, auch bei anderen Reiterinnen und Reitern mal eine Rolle spielt. Und zwar geht es um das Thema, was passiert denn eigentlich, wenn die Pferdebesitzerin, der Pferdebesitzer krank wird. Das war bei Jenny, wir haben es im Podcast auch schon mal erwähnt. Der Fall Corona ist das Stichwort und da ist man dann schon für ein paar Tage ganz schön außer Gefecht gesetzt. Das geht jetzt so langsam wieder bergauf. Und mich hat das so ein bisschen zu der Frage geführt, wie schlimm ist das eigentlich, in Anführungszeichen schlimm, wenn die Pferde dann nicht bewegt werden? Oder ab wann sollte man darauf achten, dass die Pferde zum Beispiel irgendwas machen, an der Longe laufen, wenigstens so denn eine Führanlage? Und vielleicht auf Sicht gesehen, es gibt ja manchmal auch längere Krankheiten. Da stellt sich dann ja auch so die Frage, wann werden Trainingsinhalte, also wann geraten die bei Pferden in Vergessenheit? Wann fängt man wieder bei Null an und wie geht man damit um?

[27:57] Du hast spontan gesagt, ja gutes Thema, kann man was dazu erzählen? Vielleicht machen wir es so ein bisschen der Reihe nach. So ein paar Tage Pause gehen ja immer mal. Ab wann würdest du denn sagen, sollte man irgendwie reagieren in so einer Situation? Ich finde, es kommt extrem a. auf die Haltung drauf an und b.

[28:22] Auf den Charakter und auf den derzeitigen konditionellen Zustand des Pferdes. Also ich finde, das sind so drei Faktoren, die ich immer berücksichtigen würde. Pferde, die nur stundenweise rausgehen oder nur in kleinen Paddockboxen stehen, die sich nicht den ganzen Tag frei bewegen können, gehören definitiv irgendwie bewegt. Und das so vom ersten Tag an wie möglich. Und das reicht ja, wenn sie dann mal in die Schrittmaschine gehen. Aber Pferde müssen sich einfach bewegen. Das finde ich ganz wichtig. Wenn sie jetzt den ganzen Tag in der Herde auf der Koppel stehen und sich so und so bewegen, finde ich es jetzt ehrlich gesagt nicht sonderlich dramatisch. Also ich mache das auch oft, dass sie einfach mal, wenn es so heiß ist, dass sie einfach mal Pause haben.

[29:11] Und natürlich laufen lassen ist immer eine gute Option am Halfter, da kann man meiner Meinung nach nicht sonderlich viel falsch machen. Aber auch da kommt es wieder auf den Typ Charakter Pferd an, weil der eine joggt gemütlich im Kreis, der andere findet das mega lustig und explodiert in alle Richtungen und verletzt sich dann. Also da muss man wirklich als Pferdebesitzer immer abschätzen, man kennt sein Pferd ja, man weiß ja, wie ein Pferd reagiert, man weiß ja, okay, wenn mein Pferd jetzt mal ein, zwei Tage Pause hat, ist der am dritten Tag unhaltbar, dann würde ich halt schon früher reagieren und sagen, okay, vielleicht eine liebe Freundin oder Stahlkollegin bitten, ihn irgendwie zu bewegen. Das ist einfach, da geht es ja nicht nur um die Sicherheit, dann wenn man wieder aufsteigt, sondern auch um die Sicherheit vom Pferd, dass sich das nicht verletzt, weil er so viel überstandige Energie hat. Und ein Aspekt ist natürlich auch immer Kreislauf, gerade wenn das Wetter so ist, dass sich die Pferde einfach genügend bewegen, dass der Kreislauf in Schwung bleibt wegen Koliken und den ganzen Pferden.

[30:19] Und was ich einmal sofort machen würde, ist einfach die Kraftfuttergabe wirklich reduzieren. Ja, okay. Zusatzfrage noch, wenn wir darüber reden. Also es ist ja immer so, also krank und krank, da gibt es ja große Unterschiede. Manchmal fällt man auch länger aus. Wenn man jetzt mit seinem Pferd Trainingsinhalte mühsam erarbeitet hat, wenn man vielleicht auch an.

[30:46] Anspruchsvollere Lektionen denkt, dann kann man sich ja schon vorstellen, wenn man sowas nicht beständig trainiert, dann geraten möglicherweise, auch einfach Trainingsinhalte in Vergessenheit oder Dinge gelingen nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr. Oder siehst du die Gefahr oder sagst du, weiß ich gar nicht so genau, weil habe ich noch nicht ausprobiert oder gibt es da Erfahrungswerte, ab wann wird auch einfach Erlerntes wieder vergessen? Oder ist es so nach dem Motto, naja, wenn man einmal Fahrradfahren gelernt hat, dann verlernt man das sein Leben lang nicht mehr. Wie würdest du das so einordnen? Also wenn man es jetzt so betrachtet, das Pferd lernt ja die Lektionen aus der Arbeit davor, also aus der Rittigkeit, aus der Balance, die es bekommt und daraus entstehen die Lektionen.

[31:40] Und ein Pferd, was einmal erst Lektionen gelernt hat und die auch verstanden hat und wirklich korrekt ausgebildet ist. Ja, das ist immer der Unterschied zu ein bisschen, ich trickse mich durch die Lektionen oder okay, mein Pferd kann einen Wechsel, mein Pferd kann eine Galoppel retten. Das ist immer ganz wichtig. Dann verlernt das Pferd das nicht. Also ich kann dazu auch einfach eine Geschichte erzählen. Mein ehemaliges Pferd war Grand Prix fertig und hat dann leider Rehe bekommen. Ist drei Jahre ausgefallen. Wow. Ja. Und ich habe es mit ganz vielen Versuchen, ganz vielen Rückschlägen es geschafft, ihn wieder in die S zu bekommen. Ich war sogar wieder am Turnier platziert und er hat nichts verlernt. Das Einzige, was natürlich weg war, war die Kondition, war die Kraft, war halt das Ganze, was du für die S brauchst. Also die Rittigkeit, die Balance, aber das Wissen, wie eine Galoppiurette geht, das war immer da. Also das vergessen die Pferde auch nicht.

[32:48] Ob er es dann wirklich schön umsetzen kann und die Kraft dazu hat, das ist wieder ein anderes Thema. Aber gut ausgebildet, ich sage immer, wenn das Pferd weiß, was sein Job ist, dann weiß es das. Und da ist eben gut ausbilden das Pferd, dass das wirklich immer sicher abrufbar ist und dann passiert auch, wie gesagt, außer Kondition und Kraft und Muskulatur und das Ganze eigentlich nichts.

[33:14] Total spannend. Und den Aspekt mit der Kraft und der Kondition, das kann man ja auch total gut nachvollziehen, dass sowas dann natürlich verloren geht, wenn man nicht trainiert. Das versteht sich von selbst aber interessant, dass Pferde sich dann das einmal Erlernte doch ganz gut merken können und dass das dann in dem Pferdekopf schon drin ist. Total spannend, Nikola. Ja. Und haben wir noch irgendwas vergessen in dem Zusammenhang, was möglicherweise wichtig ist? Also so die zwei wichtigsten Fragen, die ich so im Gepäck hatte, die haben wir sogar schon abgeräumt. Na schau. Ich finde oft ganz wichtig, weil sich viele Reiter fürchten vor einer Pause. Und ich habe das wirklich bei sehr, sehr vielen Ausbildungspferden miterlebt, dass oft eine Pause gut tut. Es festigt manchmal so viel, was vorher vielleicht oft noch nicht so funktioniert hat oder.

[34:13] Zur Nervosität gekommen ist, weil einfach wir viel wollten, immer nacheinander weiter ausbauen, weiter ausbauen. Sondern es ist manchmal wirklich so, dass man das Gefühl hat, so eine längere Pause, also längere, ich spreche jetzt mal so von drei, vier, fünf Wochen Pause, dass das wirklich manchmal so ist, dass man das Gefühl hat, sie sind gereift in der Zeit. Also man hat echt oft das Gefühl, okay, jetzt hat sich das gesagt, gesetzt, verarbeitet und man bekommt so einen verlässlicheren Partner zurück. Also ich würde oft Pausen gar nicht immer nur als negativ betrachten, sondern wirklich auch als Chance, dass das Pferd das alles mal verdauen kann. Und es bringt oft manchmal wirklich sehr viel und vielleicht nimmt das auch bei manchen jetzt so ein bisschen den Druck und den Stress raus.

[35:06] Es ist einfach manchmal im Leben so, dass so Pausen kommen. Manchmal nehmen sich Pferde auch die Pausen durch eine Verletzung und man muss da auch immer wieder mal das Positive sehen und kann auch wirklich viele positive Aspekte bringen. Wow, das ist ein mega guter Tipp. Natürlich kein Plädoyer dafür, krank zu werden, sondern man kann ja auch einfach mal eine Pause machen und ist dabei komplett gesund. Und ich glaube, das ist tatsächlich ein wertvoller Tipp. Also das kennt man auch als Mensch. Ich bin ja zum Beispiel Jogger und Läufer und wenn man irgendwie jeden Tag denkt, ich muss was machen und man macht einfach mal eine Pause, siehe da, am Tag danach, nach der Pause, gehen auf einmal viele Dinge, körperlich auch viel leichter von der Hand und so. Also da ist total viel dran und ich kann das extrem gut nachvollziehen. Nicola, vielen Dank für deinen Besuch und für diese wirklich spannenden Einblicke und am Ende des Tages auch diesen Megatipp, öfter mal eine Pause machen.

[36:08] Genau, freue mich. Ich hoffe, es hat einigen auch ein bisschen Mut gemacht, dass man die Pausen nicht so als negativ betrachten soll. Manchmal ist es einfach so. Heißt jetzt nicht, dass jeder nur noch Pausen machen soll. Also ein bisschen trainieren müssen wir schon alle, aber… Schon klar, genau. Genau, also nicht einfach wahllos oder sinnlos, aber so eine clever gesetzte Pause kann manchmal ganz schön viel wert sein. Sehr cool. Mach’s gut, Nicola. Passt. Schönen Tag euch noch. Nicola Wohlstorf bei uns im Pferde-Podcast.

[36:41] Jenny, eine Aufnahme mit gewissen Schwierigkeiten, mit Hin- und Hergefahre in Berlin und wo zeichnen wir auf und gibt es irgendwie… Das Gute ist ja, bei uns gibt es überall Mikrofone mittlerweile, weil ich so viele… Angeschafft habe. Und dann beschwerst du dich noch einmal, ich würde zu viel für den ganzen Technikkram ausgeben. Ich liege nämlich auch auf der Tasche. Nicht auf der Hand, aber auf der Tasche. Ja, jetzt ist genug mit Technikkram. Das sagst du immer. Bis zum nächsten Technikkram. So ist es.

[37:14] Deshalb darfst du ja auch immer wieder Pferde kaufen. Darf ich echt? Nein, darfst du nicht. Ich dürfte jetzt wirklich noch mal eins kaufen. Ich will ja auch gar keins kaufen. Ja, aber das Problem ist, es kann sich immer sehr schnell ändern. E-Horse gesperrt. Also ich sag’s nur. Jenny, hat Spaß gemacht. Das war der Pferde-Podcast diese Woche, die große Folge am Wochenende. Wir verbringen und genießen die Zeit am Ostseestrand wahrscheinlich wieder in diesen heißen Tagen. Sagen vielen Dank fürs Zuhören und bis die Tage unter der Woche. Macht’s gut. Tschüss. Sjöss.


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