#468 Zufall oder Schicksal? Jennys S-Trainer ist zurück

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten selbst. Nach dem Umzug an die Ostsee stand für Jenny eine entscheidende Frage im Raum: Wer begleitet sie künftig auf dem sportlichen Weg mit Haflinger AC/DC? Gerade mit dem großen Ziel vor Augen – einer S-Dressur bei der Haflinger-Europameisterschaft – ist regelmäßiges, qualifiziertes Training unverzichtbar.


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Spontaner Turnierbesuch – große Wirkung

Die Antwort kam völlig unerwartet. Bei einem spontanen Besuch eines Dressurturniers in Travemünde traf Jenny ausgerechnet ihren langjährigen Trainer Reimund Wille wieder. Acht Jahre lang hatte er sie im Schwarzwald begleitet und maßgeblich an ihrer reiterlichen Entwicklung mitgewirkt. Die Überraschung: Wille trainiert inzwischen nur rund 20 Minuten von ihrem neuen Zuhause entfernt – und das jede Woche.

Für Jenny ist das ein echter Glücksfall. Während sie mit AC/DC nun regelmäßig und gezielt an den Anforderungen der schweren Klasse arbeiten kann, bleibt das Training mit Nachwuchspferd Benny etwas lockerer. Dort geht es aktuell vor allem darum, Sicherheit für Dressurpferde-A-Prüfungen aufzubauen und erste Schritte Richtung Dressurpferde L zu machen – mit gelegentlichen Impulsen ihres Trainers Frank.

In dieser kleinen Folge erzählen Jenny und Chris, warum Kontinuität im Training wichtig ist und welche Rolle einzelne Lehrgänge spielen können – und warum ein spontaner Turnierbesuch manchmal mehr verändern kann als jede langfristige Planung.


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Hier geht’s zum vollständigen Transkript:

[0:16] Hallo, hier ist der Pferde-Podcast Folge 468. Ein extrem sonniges, aber nicht übertrieben heißes Wochenende an der Ostsee. Neigt sich dem Ende entgegen. Wir nehmen die kleine Folge auf, die dann unter der Woche erscheint. Das kleine Lebenszeichen zwischendrin. Du sagst ja immer so stellvertretend oder so, das Bild, das ich immer im Kopf habe, ist, wenn du manchmal in den Stall gehst und gar nicht viel vorhast, dann sagst du manchmal, ich will dir nur mal kurz die Nase streicheln und gucken, ob alle Beine noch dran sind. Das ist sozusagen das Pendant hier so podcastmäßig. Wir gucken nochmal, ob bei uns irgendwie alle Beine noch dran sind und wir streicheln uns gegenseitig mal kurz über die Nasen.

[1:05] Alles klar, Kopfkino aus. Jenny, was haben wir zu bieten? Wir sind ja der Podcast der deinen jungen, immer noch ziemlich jungen, Hafflinger. Mittlerweile ist es schon das beste Alter. Nee, kommt noch. Er ist jetzt zehn. Zwölf sind sie, glaube ich, im besten Alter. Okay, mit zwölf sagt man im besten Alter. Er ist jetzt zehn. Nächstes Jahr wird er elf Jahre alt sein. Und nächstes Jahr, also quasi ein Jahr vor seinem besten Alter, hast du vor, mit ihm in einer Essdressur bei der Hafflinger Europameisterschaft zu starten. Wird jetzt auch klappen. Wegen der Begegnung am Wochenende. Ja genau, du merkst schon, wie ich so den roten Teppich dahin ausrollen will. Das ist jedenfalls die Reise, bei der wir alle einladen, dabei zu sein. Bitte steigen Sie gerne zu in unseren Bus und kommen Sie rein, können Sie rausgucken. Wir sagen, was du so treibst, um diese großen sportlichen Ziele zu erreichen. Wir erzählen davon, was klappt, was nicht so gut klappt und keine Ahnung. Also ich glaube, da ist dann, und der positive Nebeneffekt ist, es mag das ein oder andere dabei sein, wo vielleicht von dem die Hörer sagen, ach ja, das kann ich irgendwie gebrauchen für mich.

[2:25] Unsere kleine Folge, wir mehren uns da ja immer nicht so aus, aber wir gucken noch mal kurz auf das Problem, das du nach dem Umzug hier an die Ostsee ja tatsächlich hattest, nämlich die Frage, bei wem trainiere ich eigentlich? Wer ist mein Trainer? Ja, und das muss man ja schon sagen, gerade wenn man hohe sportliche Ziele hat, ist das eigentlich ein wichtiges Thema. Und bei dir war es immer nur so mitteloptimal gelöst. Du hattest nie so einen richtigen… Ja, außer zu Pia-Zeiten. Okay, das war in Hessen, ist noch ein bisschen her. Pia, treue Hörer unseres Podcasts, kennen auch Pia. Die hatte ich mit dem leider verstorbenen Nixen, glaube ich, zu wirklich tollen Erfolgen geführt. Und das war so mit so einem Brandbeschleuniger in Richtung, jetzt will ich mal wirklich gucken, was so geht. Genau, ja. Irgendwie. Aber dann sind wir ja quasi weggezogen aus Hessen in den Schwarzwald. Und da hattest du so ein bisschen so die Taktik Lehrgänge reiten. Also es gab irgendwie nicht so einen Festen. Genau, es gab keinen Trainer, wo ich gesagt hätte, da fahre ich jetzt einmal die Woche oder alle zwei Wochen hin und das wird gut. Das gab es da einfach nicht. Genau. Und jetzt sind wir ja an die Ostsee gezogen und jetzt robben wir uns ran.

[3:45] An eine wirklich skurrile und also wo man so denkt, es gibt Geschichten, die schreibt das Leben, aber die kann man sich vorher nicht wirklich ausdenken. Treue Hörer unseres Podcasts kennen ja den Namen Raimund Wille. Der hat mich hier im Schwarzwald ganze acht Jahre begleitet. Das muss man schon mal sagen. Also vom ersten Jahr, als wir hingezogen sind. Ich glaube im Winter, im Sommer hingezogen und ich glaube im November bin ich den ersten Lehrgang bei Herrn Wille geritten. Und danach relativ regelmäßig. Ich hatte mal so zwischendurch, wo ich so gedacht habe, ach, das gefällt mir alles nicht, das ist so oldschool und war mir alles so ein bisschen, da war ich so ein bisschen auf der Wattebällchen schmeißen.

[4:29] True. Hat aber irgendwie nicht so viel gebracht und dann dachte ich so, okay, Wille war doch ganz gut und dann bin ich auch wieder bei ihm geritten und das war auch immer gut. Also ich habe immer sehr viel mitgenommen und habe sehr, sehr viel gelernt bei Herrn Wille, das muss man wirklich sagen. Er war ja auch schon mal zu Gast bei uns im Pferdepodcast. Der Mann weiß wirklich, was er tut. Ich kriege jetzt nicht einzelne Namen und einzelne Titel zusammen, aber ich glaube, er hat auch wirklich junge Reiter zu sehr großen Erfolgen geführt. Also auch internationale Starts vorbereitet und so. Also wirklich ein renommierter Reitlehrer, der eben beim Reitclub Achan alle, wie oft war denn das? Ich glaube, alle acht Wochen oder alle zehn Wochen zwei Tageslehrgänge gegeben hat. Also es war vielleicht viermal im Jahr, fünfmal, maximal? Maximal fünfmal im Jahr, ja. Und du hast es immer sehr geschätzt. Wir haben das auch immer berichtet. Was habt ihr da gemacht? Was hat er gesagt? Und insofern schon irgendwie eine spannende Figur so in deinem Reiterleben und hat dich auf dem Weg, du hast es gerade gesagt, acht Jahre lang begleitet und, Sowas wertschätzt du ja auch und du kannst dir dann auch sagen, bei dem habe ich viel gelernt und das ist so ein Baustein für Erfolge, die du halt schon so hattest.

[5:46] Und ich lasse dir die Geschichte, um sie zu erzählen. Also Raimund Wille kommt aus dem Norden und ist immer in den Süden gefahren als Gast, um in Achan diese Lehrgänge zu geben. Genau und zeitweise war er auch in Berlin ansässig. Er war auch mal in Berlin. Ein paar Jahre war er auch in Berlin. Jedenfalls eine Stallkollegin von mir ist am Samstag, hatte einen Turnierstart in Trabemünde. Und dann haben wir so spontan gesagt, meine Schwestern, ich komme da, gehen wir jetzt hin, die brauchen ein Fanclub, ein bisschen Unterstützung, reitet eine Adressur, dann gehen wir mal hin und feuern die mal an. So hier der Moin-Zusammenhalt, Ostsee, ahoy, jetzt geht es so. Genau, Wetter war fantastisch und wir eiern da nach Trabemünde. Und ach komm, wir gucken uns mal den Stall an und sind so ein bisschen so rumgeeiert. Und dann drehe ich mich so um, dann sagst du auf einmal so, sag mal, ist das nicht der Villa? Und dann steht da, Herr Wille, einfach im Eingang dieses Stadl. Wie so ein Geist, dachte ich. Wie so ein Geist, genau. Wie so ein Geist. Und das musste ich erst kurz sortieren. Hä? Die, äh? So, ich war erst so, ja, das ist Herr Wille. Und dann bin ich natürlich auch sofort hin, hallo, hallo, und Hände schütteln und sich gefreut. Und was machen Sie denn hier? Und was machen Sie denn hier? Und dann habe ich die Geschichte erzählt. Oh, wir sind relativ spontan, haben wir unseren ganzen Krempel gepackt aus dem Schwarzwald und sind hierher gezogen. Wir wohnen jetzt hier. Und er so, ja, ich trainiere hier auf der Anlage.

[7:04] Das ist ja praktisch. Wie lange fahren wir von hier aus dahin? 20 Minuten. Also mit den Pferden fahre ich 20 Minuten bis auf die Anlage nach Travemünde. Das ist nicht weit. Und der ist tatsächlich einmal in der Woche auf diese Anlage. Und dann hat er mich mit der Vorsitzenden von dem Verein bekannt gemacht und bitte die Gruppe aufnehmen. Und ja, super, super. Und ja, jetzt freue ich mich, dass ich ein regelmäßiges Training wieder habe.

[7:29] Auch auf die S hinarbeiten kann. Richtig zielstrebig. Und das wird halt, also so eine gewisse Regelmäßigkeit ist da schon nötig. Weil es reicht nicht, dass man alle acht Wochen mal, okay, wir arbeiten ein bisschen an der Pirouette oder wir arbeiten ein bisschen daran oder daran. Diese Kontinuität ist gerade, wenn man so große Ziele hat und auch der Sprung in die schwere Klasse, das geht halt nicht mit so ein bisschen Reiten. Also da muss man schon auch wirklich fachkundige Hilfe an der Seite haben, Also, dass ich da auch nichts irgendwie verbocke oder so. Ich habe ja nicht so viel Erfahrung mit S-Lektionen. Also, das ist mein erstes S-Pferd, was ich ausbilde. Also, die anderen sind alle so bis L ausgebildet gewesen. Aber ein bisschen bis M, Nixen auch. Aber das ist jetzt wirklich so ein Sprung für mich, wo ich auch einfach Hilfe brauche. Und da reicht es nicht, darauf zu hoffen, vielleicht kommt ja ein guter Trainer nochmal zu uns auf die Anlage, so alle zehn Wochen oder alle drei Monate oder so. Das reicht halt nicht. Und deswegen bin ich total froh, dass sich das per Zufall so ergeben hat, dass er hier auf der Anlage trainiert, einmal in der Woche. Ich meine, das haben wir ja schon hier zumindest angeschnitten. Klar, nach so einem Umzug gibt es viele Themen, die man erstmal lösen muss und die neue Umgebung. Und es kann auch nicht immer alles auf einmal klappen. Aber das war schon irgendwie, war uns das ja schon klar irgendwie. Du bist so ein bisschen auf der Suche nach einem Trainer. Du hast ja auch erzählt.

[8:53] Dass du quasi dann so erste Kontakte knüpfst und man guckt sich mal den an und den an. Aber das war schon irgendwie klar. Irgendwie muss man das Problem lösen und dass dann so ein unverhofftes Ding kommt. Also das war tatsächlich, also wir haben uns angeguckt und haben beides, also wir glauben jetzt, ich weiß nicht, ob wir so an Schicksal glauben, obwohl, wenn ich so drüber nachdenke, glauben wir vielleicht doch an Schicksal. Aber das, also wir haben beide so gesagt, das war ein Zeichen irgendwie.

[9:20] Dass das so sein soll und von daher…, Coole Geschichte. Du hast jetzt einen alten, neuen Trainer sozusagen. Und Jenny muss jetzt mal ganz kurz unseren Hund retten, der heute so ein kleines bisschen am Kränkeln ist. Und wir hören gerade aus dem Wohnzimmer. Wir haben jetzt hier ein Podcast-Zimmer bei uns an der Ostsee. Und Jenny holt jetzt mal den Hund drüben aus dem Wohnzimmer und nimmt ihn auf den Schoß. Weil unser Hund hat so ein kleines bisschen Bauch heute und normalerweise ist sie, also wenn jemand den Strandschlaf erfunden hat, dann ist es unser Hund, aber heute war es irgendwie so ein bisschen unruhig und.

[10:01] Deshalb braucht sie Liebe und irgendwas, man weiß es nicht so genau. Man weiß nicht so genau, was sie braucht, aber sie ist irgendwie unruhig. Jedenfalls, genau, also es war so ein bisschen wie ein Zeichen und ich werde auch trotzdem, ich bin ja bei diesem neuen Trainer, der liebe Frank, bin ich ja gekritten. Das hat mit Benni super gut geklappt, hat mir sehr gut gefallen. Da werde ich auch weiterhin mit Benni reiten bei Frank, aber das ist halt auch nicht so eine regelmäßige Sache. Und das reicht jetzt erstmal für den Fünfjährigen. Da müssen wir jetzt nicht so einmal in der Woche oder so, ich weiß ja schon, was ich zu tun habe und ab und zu so einfach so einen Impuls und jetzt mach mal dies, mach mal jenes, trau dich mal auch mit dem jungen Pferd. Das hat mir sehr gut getan bei Frank und das nehme ich auch mit, dass ich einfach mich auch ein bisschen mehr trauen muss mit dem jungen Pferd und ihn nicht so anfassen muss mit Samthandschuhen und viel zu vorsichtig reiten. Aber da ist so dieses regelmäßige Training jetzt noch nicht so essentiell. Also da weiß ich ja schon, wo es hin soll, Der soll jetzt erstmal Dressurpferde A sicher werden und auch schon Dressurpferde L so ein bisschen antiesen, dass wir da wirklich nächste Saison sicher in der Dressurpferde A sind. Aber wenn er die Dressurpferde L schon kann, ist es ja auch nicht so schlecht. Also deswegen, das ist jetzt so der Weg, den ich mit dem Benni erstmal gehe. Und da habe ich, glaube ich, in Frank eine gute Unterstützung. Und da ist es auch nicht so schlimm, wenn das mal vier Wochen nicht klappt und dann mal eine Trainingsstunde und dann auch mal wieder vier Wochen nicht. Also damit kann ich ganz gut leben. Ja.

[11:28] Pferdemama Jenny hat gesprochen, ist jetzt als Hundemama Jenny gefragt, deshalb machen wir einen Strich unter diese kleine Folge. Raimund Wille kennt dich super gut, kennt ACDC, das ist natürlich auch ein Riesenvorteil, kennt den Blonden, ist ja immer sein Spitzname für ACDC, sehr gut. Also das ist tatsächlich eine Geschichte, die auf dem Weg hin zur Estressur, glaube ich, also viel wert ist, dass du ihn jetzt wieder hier in der Nähe hast und den sehr regelmäßig sozusagen nutzen kannst. Und damit lassen wir es für diese kleine Folge gut sein. Wir gucken in der großen Folge aufs Nachwuchs-Championale. Hat sie mich gerade aufs Bein gekotzt. Ehrlich? Ja. Tschüss. Bilder im Kopf. Oh, und zwar viel auch noch, sehe ich gerade. Wir gucken jedenfalls in der großen Folge am Wochenende aufs Bundesnachwuchsschampionat. Silvia von Berg hat teilgenommen und sie war erfolgreich. Und was haben wir noch? Ich bin jetzt gerade auch abgelenkt. In diesem Sinne, habt eine pferdige Zeit, habt eine hundige Zeit und bis dann. Tschüss.


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