Studie zeigt: Musik verleiht Reitern Flügel

Musik macht gute Laune. Der richtige Sound motiviert und alles geht irgendwie leichter von der Hand. Coole Beats machen das Leben leichter – auch im Sattel? Ja, sagt Professor Dr. Kathrin Schütz von der Hochschule Fresenius in Düsseldorf. Sie hat in einer Studie untersucht, wie sich Musik auf die Arbeit mit Pferden auswirkt und ob sie auch beim Reiten den Extra-Kick an Motivation herauskitzeln kann. Mehr als 100 Reiter haben an der Studie teilgenommen. Im Pferdepodcast-Interview berichtet Kathrin Schütz über die Ergebnisse ihrer Arbeit und gibt Tipps, was Reiter beachten sollten, wenn sie Musik in ihre Trainingsarbeit einbauen wollen.

Frau Schütz, was genau haben Sie untersucht?

„Wir haben uns tatsächlich in mehreren Studien mit dem Thema beschäftigt. In der ersten Studie haben wir zwei Gruppen von Personen genommen. Eine sogenannte Experimentalgruppe, die ist eine Woche lang mit Musik geritten. Das war eine Art klassische Musik, die aber mit einem Beat unterlegt war, also etwas moderner. Und es gab eine Kontrollgruppe, die ist ohne Musik geritten. Gemessen wurde dann vorher und nachher: Wie motiviert die Leute sind und welches ‚Flow-Erleben‘ sie haben. Flow bedeutet: Ich gehe völlig in meiner Aufgabe auf, vergesse Zeit und Raum, ich habe richtig Spaß an einer Sache und das Gefühl, die Kontrolle darüber zu haben. Und das haben wir gemessen.“

Und was ist dabei herausgekommen?

„Aus wissenschaftlicher Sicht haben sich wirklich Super-Ergebnisse gezeigt, was die Signifikanz anbelangt. Diejenigen, die mit Musik geritten sind, waren wirklich viel motivierter nach der Woche. Und wir haben auch schon die erste Folgestudie konzipiert und durchgeführt. Da haben wir eine Gruppe mit genau dieser Musik reiten lassen, und es gab eine weitere Gruppe, die auf Schlager geritten ist. Tatsächlich: Von den Kürmusiken von Ingrid Klimke kamen wir auf die Idee, dass das Publikum immer sehr mitgeht, wenn Andreas Gabalier läuft oder ‚Ein Stern, der Deinen Namen trägt‘. Ergebnis: Es gab erste Tendenzen – noch nicht sehr signifikant, weil die Gruppen sehr klein waren -, dass Schlager noch ein bisschen besser funktioniert hat als ’nur‘ die Klassik mit dem untergelegten Beat.“


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Wie misst man das „Flow-Erlebnis“?

Sehr spannend. Kurze Zwischenfrage: Wie kann man das messen, was Sie gemessen haben? Die Motivation und das „Flow-Erlebnis“ der Reiter?

„Da gibt es standardisierte Fragebögen, wo man genau weiß, die werden seit eh und je eingesetzt, sie sind sehr valide und messen genau das, was sie messen sollen. Die wurden entsprechend eingesetzt, dass die Personen zum ersten Messzeitpunkt diese Fragebögen ausgefüllt haben und entsprechend nach einer Woche wieder. Diejenigen, die mit Musik geritten sind ebenso wie jene, die ohne Musik geritten sind. Und diese Ergebnisse werten wir dann mit Hilfe unserer Statistikprogramme aus.“

Professor Dr. Kathrin Schütz

Sehr interessant wäre ja nun in der Tat zu erfahren: Wie wirkt sich die Musik nicht nur auf die Reiter, sondern auch auf die Pferde aus. Aber das herauszufinden ist wohl kaum möglich, oder?

„Nun ja, wir haben es qualitativ ein wenig erfragt. Grundvoraussetzung für die Studie war, dass man die Musik in der gesamten Reithalle oder auf dem Reitplatz abspielt und nicht nur die Stöpsel im Ohr hat, sondern dass die Pferde das auch mithören. Was wir zwar nicht ausgewertet, aber im Anschluß gefragt haben, war, wie das Gefühl der Reiter war mit den Pferden. Und alle haben uns gesagt, sie hätten den Eindruck gehabt, die Pferde seien viel mehr bei der Sache, motivierter und auch flotter unterwegs.

Was auch spannend war: Es wurde gesagt, es ist etwas ganz anderes, mit wirklich gut abgestimmter Musik zu reiten, die zu den Gangarten passt – versus einfach nur das Radio einzuschalten. Wenn das Radio läuft, das hat irgendwie gar keinen Effekt. Das dudelt so im Hintergrund. Aber Musik, die wirklich vom Rhythmus her auch zum Takt der Pferde passte, das hätte nach Angaben der Teilnehmer wirklich einen Effekt gehabt.“

Musik hilft beim Training – aber es muss auch die richtige sein

Was Reiter also aus der Studie lernen können, ist also, Musik bei der Trainingsplanung mit in die Überlegungen einzubeziehen – und dabei darauf zu achten, eben auch die richtige Musik auszusuchen.

„Genau. Sie sollt wirklich zum Takt passen. Im Zweifel kann man da auch mal jemanden fragen, der sich mit Musik besser auskennt. Mein ganz subjektive Erfahrung ist, dass Reiter manchmal beim Zusammenstellen von Küren nicht immer das beste Gefühl dafür haben. Vielleicht hilft es auch, ein Video zu machen, wie man Schritt, Trab und Galopp reitet und dann verschiedene Lieder dahinter zu legen. Man muss einfach schauen, welche Musik gut passt.“


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Diese Musik hat Kathrin Schütz mit ihrem Team bei der Studie verwendet:

Diese Musik haben Pferdepodcast-Hörer auf unserer Facebook-Seite empfohlen:

Elli Sattler:

Yvonne Kurowski:

Andreas Bieber:

Marco Hofmann:

Silke Ohletz:

Michelle Kirschke:

Rebecca Spöring:

Patricia Düwel:

Ein Kommentar zu “Studie zeigt: Musik verleiht Reitern Flügel

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