Trainerlegende Michael Geitner im Pferdepodcast: Als Comedian sagt er Reitern die ungeschminkte Wahrheit

Foto: Michael Geitner

Michael Geitner. In der Reiterszene ist dieser Name seit Jahrzehnten ein Begriff. Der gebürtige Münchner ist eine Trainerlegende. Autor vieler Fachbücher. Mit „Be Strict“, Dual-Aktivierung, Equikinetic und EquiClassic-Work hat er gleich mehrere Trainingsmethoden erfunden. Seine blauen und gelben Gassen kennt man in Zehntausenden Reitställen in Deutschland und der ganzen Welt.

Pferdemenschen – normal san mir ned!

Dem Pferdepodcast hat Michael Geitner nun ein ausführliches und unterhaltsames Interview gegeben – worüber wir uns extrem freuen. Unter anderem haben wir uns mit ihm über eines seiner jüngsten Babys unterhalten, sein Comedyprogramm „Equinight – Pferdemenschen, normal san mir ned!“.

Wie er darauf gekommen ist, den Martin Rütter für Pferdeleute zu geben und unter die Comedians zu gehen? Im Pferdepodcast sagt Geitner, es sei schon immer ein Traum von ihm gewesen, Comedy zu machen.


Hören kannst Du den Pferdepodcast auf allen großen Podcast-Plattformen, zum Beispiel bei iTunes, Spotify, Deezer, Podcast.de oder TuneIn. Benutze den Fyyd-Skill, um den Pferdepodcast auf Deinem Alexa-Gerät von Amazon zu hören.

Du kannst die neue Folge aber auch über YouTube anhören. Klicke dafür bitte einfach unten auf das YouTube-Video. Viel Vergnügen:


 

„Reiter und Pferdeverrückte bieten immer wieder Geschichten an. Für die Comedy brauchst Du oft gar kein neues Programm schreiben, denn es erneuert sich im Laufe von einem Jahr zu 30 Prozent von selbst, weil immer wieder Sachen passieren. Vor allem: Du kannst nirgendwo so die Wahrheit sagen wie in der Comedy oder der Satire. Wenn der Rütter vom Dackel erzählt, der dem Herrchen keinen Platz auf der Couch machen will, weil er sagt, es ist seine Couch, dann lachen alle. Denn es nicht von meinem Dackel sondern von einem Dackel die Rede. So ist es bei der Pferdecomedy auch.“

Am Anfang seiner Auftritte sage er deshalb im Scherz immer, mit dem Besuch seiner Show habe sich sein Publikum einen Besuch beim Psychiater gespart. Viele von Geitners Gags schlummern dabei in der Dreiecksbeziehung von pferdeverrückter Ehefrau, ihrem Ehemann – und natürlich dem Pferd. Die Kinder sind erwachsen, das Haus ist abbezahlt. Die Frau bekommt ihren Lebenstraum Pferd erfüllt, und der ganz normale Wahnsinn kann beginnen.

Michael Geitner:In einer der Nummern ist der Ehemann im Autohaus und interessiert sich für einen Sportwagen. Er kommt stolz mit dem Prospekt nach Hause. Seine Frau blättert im Krämerkatalog. Ihr Kommentar zu dem Auto ist nur eine Frage: Was zieht der?“


Du würdest dem Pferdepodcast gerne finanziell etwas Gutes tun? Das musst Du nicht. Nein, wirklich nicht. Du willst uns trotzdem gerne ein paar Euro zustecken, weil es ja auch technische Kosten gibt und Du magst unseren Podcast halt einfach gut leiden und wir sollen uns jetzt mal nicht so anstellen? Also gut, dann mach mal. Hier:


Auch schön: Der Ehemann kommt nach einem langen Arbeitstag nach Hause und freut sich, dass nach langer Zeit mal wieder ein Topf auf dem Herd steht. Er nimmt sich einen ordentlichen Schlag – der ihm im Hals stecken bleibt, weil seine Frau aus dem Bad ruft, er solle aufpassen, weil das Mash fürs Pferd auf der Herdplatte stehe. Die nächste Wurmkur sei bereits eingerührt.

„Der Haflinger ist ein gigantisch gutes Pferd“

Interessant: In vielen von Geitners Nummern spielen Haflinger die Hauptrolle. Warum eigentlich?

„Zunächst mal habe ich selber einen Haflinger gehabt. Das war das Pferd mit dem ich eingestiegen bin, die Mira. Und zweitens ist der Haflinger meiner Meinung nach die schlaueste Pferderasse außerhalb der Ponys. Durch diese Cleverness haben sie ziemlich viel Potential, lustige Geschichten zu produzieren. Eine Kollegin hat mal gesagt: Der Haflinger ist ein Pferd, der findet jede Lücke im System.“

Ist es aufgrund dieser Cleverness auch besonders schwierig, den Haflinger zu erziehen (unser Thema in Folge 15 des Pferdepodcasts, „Safety Dance“)? Einerseits ja, sagt Michael Geitner. Der Haflinger sei stets in Außenstellung und höre nie zu, so die Trainerlegende im Pferdepodcast. Der Hafi fordere seine Reiter deshalb ganz sicher mehr als andere Pferde. Wenn es aber gelinge, ihn zum Zuhören zu bringen, dann sei der Haflinger „ein gigantisch gutes Pferd“. Von einem unkomplizierten Pferd lerne man als Reiter relativ wenig. Von einem Haflinger dagegen enorm viel.

In der Ausbildung und Erziehung komme es beim Haflinger allerdings in einem besonders großen Maße darauf an, dem Pferd zu zeigen, wer die Leitfigur ist.

Michael Geitner: „Du selber musst derjenige sein, der die Führung hat. Es bleibt immer dabei: Wer bewegt wen? Und das kann der Haflinger hervorragend: Menschen bewegen. Wenn Du derjenige bist, der bewegt wird, dann fühlt sich der Haflinger nicht verpflichtet zuzuhören. Und dann hast Du, ich möchte nicht sagen verloren, aber Du kommst dann nicht an das Potential des Pferdes heran.“

 

Das ganze Interview mit Michael Geitner hören Sie in der aktuellen Folge des Pferdepodcasts. Die Termine für sein Comedy-Programm finden Sie hier. Sie mögen unseren Podcast? Dann schauen Sie gerne auch in unserem Shop vorbei.

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